Wie essen und bewegen wir uns?

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1 Wie essen und bewegen wir uns? Ernährungs- und Bewegungs-Trends in der Schweiz Ernährungs- und Bewegungs-Trends in der Schweiz 1

2 Inhaltsverzeichnis Einleitung Unser Verhalten beim Essen und Bewegen ist vielfältig, individuell und von unterschiedlichen kulturellen und sozialen Hintergründen und Motivationen geprägt. Die aktuelle Ernährungs- und Bewegungssituation in der Schweiz präsentiert sich denn auch als überaus spannendes und herausforderndes Handlungsfeld. Einleitung und Übersicht der Indikatoren des Monitoring-Systems Ernährung und Bewegung (MOSEB) 3 Teil I Abbildungen von 19 ausgewählten Indikatoren 8 Teil II Entwicklungen und Trends der letzten Jahre 27 Wie isst und bewegt sich die Bevölkerung in der Schweiz? Was motiviert, was hindert uns daran, uns mehr zu bewegen und ausgewogen zu essen? Wie veränderte sich unser Verhalten über die letzten Jahre? Welche Auswirkungen hat das auf unser Körpergewicht? Sind Sie interessiert an Informationen über die aktuelle Datenlage zur Ernährungs- und Bewegungssituation in der Schweiz und möchten sich ein rasches Bild darüber verschaffen? Möchten Sie Daten im Bereich Ernährung und Bewegung für eine wissenschaftliche Arbeit oder einen medialen Artikel nutzen? Suchen Sie nach Grundlagen wie wissenschaftlich fundierte Fakten und Hintergründe für die Planung, Überprüfung und Weiterentwicklung von Präventionsmassnahmen? im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit in Zusammenarbeit mit: Bundesamt für Sport Bundesamt für Statistik Gesundheitsförderung Schweiz Observatorium Sport und Bewegung Schweiz Schweizerisches Gesundheitsobservatorium Ziel und Inhalt der Broschüre Die vorliegende Broschüre liefert Ihnen eine kurze Übersicht über die umfassende Indikatorensammlung des Monitoring-Systems Ernährung und Bewegung (MOSEB). Indikatoren sind Kenngrössen, die eine Abbildung eines bestimmten Sachverhalts ermöglichen und Aussagen über die Entwicklung und Situation erlauben. Anhand von 19 ausgewählten Indikatoren wird die Gesamt-Sammlung vorgestellt. Die dargestellten Indikatoren sind Kernindikatoren für die Beschreibung der momentanen Situation in den Bereichen Ernährung, Bewegung und Körpergewicht und liefern einen umfassenden Überblick für die interessierte Öffentlichkeit, Facheperten aus der Verwaltung, Forschung und Prais, sowie Medienschaffende. Die Entwicklungen und Faktenlage sind neutral dargestellt und beinhalten keine Interpretation. Stand Juni 21 2 Wie essen und bewegen wir uns? Ernährungs- und Bewegungs-Trends in der Schweiz 3

3 Einleitung Teil I Teil II Informationen zum Monitoring- System Ernährung und Bewegung (MOSEB) und zur vollständigen Indikatorensammlung Im Teil I der Broschüre werden die ausgewählten 19 Indikatoren mittels einer aussagekräftigen Abbildung dargestellt (die vollständige Indikatorensammlung enthält weitere Abbildungen und Resultate: Im Teil II sind die vorhandenen Entwicklungen über die letzten Jahre von allen 51 verfügbaren Indikatoren der Sammlung kurz beschrieben und zusammenfassend aufgezeigt. Die Beurteilung der Veränderungen erfolgt in enger Anlehnung an die Empfehlungen für einen gesunden Lebensstil und die Ziele des NPEB. Die vollständige Sammlung der 51 Indikatoren mit weiteren Auswertungen steht als PDF-Download oder online zur Verfügung: Die Indikatorensammlung ist das zentrale Produkt des MOSEB. Das umfassende Monitoring-System wird vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) in enger Zusammenarbeit mit den wichtigsten nationalen Datenproduzenten erstellt. Dank der fortlaufenden und systematischen Sammlung von vergleichbaren und repräsentativen Daten zu bestimmten Indikatoren der Ernährungs- und Bewegungssituation ist es möglich, Entwicklungen zu beschreiben, Veränderungen zu erkennen und situationsangepasst darauf zu reagieren. Auf der Webseite finden Sie weiterführende Informationen zum MOSEB wie auch eine Übersicht von Monitoring-Projekten und ausführliche Forschungsberichte. Bei der Erarbeitung der Indikatoren konnte auf bestehenden Indikatorensammlungen von Partnerorganisationen aufgebaut werden. Folgende Partner liefern einen wichtigen Beitrag an das Datenmaterial und die Indikatoren: Bundesamt für Sport (BASPO) (www.baspo.admin.ch) bzw. Observatorium Sport und Bewegung Schweiz (Sportobservatorium) (www.sportobs.ch) Bundesamt für Statistik (BFS) (www.bfs.admin.ch) Gesundheitsförderung Schweiz (www.gesundheitsfoerderung.ch) Schweizerisches Gesundheitsobservatorium (OBSAN) (www.obsan.ch) Die Indikatoren-Sammlung wird im Rahmen des MOSEB durch Lamprecht und Stamm Sozialforschung und Beratung AG in enger Kooperation mit dem BAG und den Partnerorganisationen erarbeitet. Die Indikatoren richten sich inhaltlich auf das Nationale Programm Ernährung und Bewegung (NPEB) aus. Sie sind eine wichtige Grundlage für die Überprüfung und Evaluation des NPEB. In Form von Indikatoren fasst die Sammlung die vorhandenen und aktuellen Schweizer Daten in sechs thematischen Bereichen zusammen: Gesundheitswissen Ernährungsverhalten Bewegungsverhalten Körpergewicht Gesundheitszustand Rahmenbedingungen und Angebote Die Sammlung wird fortlaufend aktualisiert und die Indikatoren überprüft. Auf der Webseite findet zweimal jährlich im Mai und November eine Aktualisierung statt. Über diese Webseite ist auch die PDF-Version der Indikatorensammlung mit zusätzlichen Resultaten und ergänzenden Hinweisen zugänglich. 4 Wie essen und bewegen wir uns? Ernährungs- und Bewegungs-Trends in der Schweiz 5

4 Übersichttabelle aller 51 Indikatoren des Monitoring-Systems Ernährung und Bewegung (MOSEB) Kürzel W W.1 W.2 W.3 W.4 W.5 W.6 W.7 W.8 W.9 W.1 E E.1 E.2 E.3 E.4 E.5 E.6 E.7 E.8 E.9 B B.1 B.2 B.3 B.4 B.5 B.6 B.7 B.8 Kurztitel Gesundheitswissen (Wissen, Einstellungen, Betroffenheit, Informationsverhalten) Ausrichtung der Ernährung an Ernährungsbotschaften Akzeptanz/Wahrnehmung Themen E&B Motive für und gegen Bewegung Kenntnis Zusammenhänge E&B Hindernisse für gesunde Ernährung Kenntnisse von Ernährungsempfehlungen Wahrnehmung/Information Ernährungsangebot Kenntnis Bewegungsempfehlungen Wahrnehmung des Sports Berichterstattung E&B Ernährungsverhalten (inkl. Verzehr) Konsumverhalten Ernährung Verzehrverhalten Ernährungsverhalten Bevölkerung (Konsum Gemüse und Früchte) Ernährungsverhalten Kinder/Jugendliche Salzkonsum Kochverhalten Stillen Essstörungen Einnahme Frühstück/andere Mahlzeiten Bewegungsverhalten Bewegungsverhalten Bevölkerung Bewegungsverhalten Kinder/Jugendliche Bewegungsverhalten: objektive Messungen Körperliche Aktivitäten im Alltag und auf Wegstrecken Bewegungsverhalten: Kraft und Beweglichkeit Leistungsfähigkeit junger Erwachsener Reichweite von J+S Mitgliedschaften Fitnesszentren/Vereine Indikator BAG 1 6/6* () 5/6* () () o 2/3* () o Indikator etern 2 4/4* () 3/3* () 4/5* (o) Kürzel K K.1 K.2 K.3 K.4 K.5 K.6 K.7 K.8 K.9 G G.1 G.2 G.3 G.4 G.5 G.6 G.7 R R.1 R.2 R.3 R.4 R.5 R.6 R.7 R.8 Kurztitel Körpergewicht (BMI, anthropometrische Masse, Zufriedenheit mit dem Körpergewicht) BMI (Befragungsdaten) BMI (direkte Messung) BMI Kinder/Jugendliche Bauchumfang/WHR Zufriedenheit Körpergewicht Zufriedenheit Körpergewicht Kinder/Jug. Wunsch nach Gewichtsveränderung und Diäterfahrung Durchschnittl. BMI in der Subgruppe Übergewichtiger BMI junger Erwachsener Gesundheitszustand (inkl. gesundheitlichen Leiden, die in einem Zusammenhang mit Ernährung und Bewegung stehen) Nicht übertragbare Krankheiten Zusammenhang Gesundheit, E&B Körperliche Alltagstauglichkeit, ältere Bevölkerung Sportunfälle und -verletzungen Selbst wahrgenommene Gesundheit Psychisches Wohlbefinden Kosten von Übergewicht und Adipositas Rahmenbedingungen und Angebote (inkl. Indikatoren zu Präventions- und Unter-stützungsmassnahmen sowie Angeboten in den Bereichen Ernährung und Bewegung) Präventionsangebote Bewegungsräume und -flächen Aktionen Wirtschaft/Institutionen Angebote E&B in spezifischen Settings Bewegungsangebote Kinder/Jugendliche Angebote im Erwachsenensport Sportanlagen Schulsportobligatorium Total 43 von 51 Indikatoren liegen vor) Indikator BAG 1 1/3* o o 4/4* () 2/3* o () 2/* Indikator etern 2 5/6* (o) 3/3* 4/5* (o) () 23/26* 1 BAG: Indikator im Rahmen des MOSEB erarbeitet 2 etern: Indikator durch Partnerorganisation bereitgestellt: Gesundheitsförderung Schweiz, Schweizerisches Gesundheitsobservatorium oder Observatorium Sport und Bewegung * Zahl vor dem Schrägstrich: Anzahl vorliegender Indikatoren, Zahl nach dem Schrägstrich: Anzahl geplanter Indikatoren : Indikator liegt vor (): Indikator liegt vor, es eisitieren jedoch noch keine umfassenden Daten oder es besteht beträchtliches Optimierungspotential o: Indikator liegt nicht vor (o): Indikator liegt nicht vor, Daten aber prinzipiell vorhanden oder in den nächsten Monaten erwartet Blau hinterlegt: Ausgewählte Kernindikatoren, welche in der Broschüre mit einer Abbildung dargestellt sind. 6 Wie essen und bewegen wir uns? Ernährungs- und Bewegungs-Trends in der Schweiz 7

5 Teil I: W.1: Ausrichtung des Ernährungsverhaltens an Ernährungsbotschaften W.3: Motive für und gegen körperliche Bewegung Hinweis: Leitindikator aus der Indikatorensammlung von Gesundheitsförderung Schweiz (4D). Details finden sich unter: Grundlagen_Wissen/Indikatoren/indikator_4d.php Detaillierte Angaben zur Ausrichtung des Ernährungsverhaltens an entsprechenden Botschaften liegen nicht vor. Um solche Daten zu erheben, müssten zunächst die entsprechenden Botschaften identifiziert und anschliessend für eine Datenerhebung operationalisiert werden. Aus den Gesundheitsbefragungen (SGB) des BFS liegen jedoch die Antworten auf die einfache Frage vor, ob man bei seiner Ernährung auf etwas achte oder ob man auf nichts achte. Diese Antworten können als Hinweis auf die Beschäftigung mit Ernährungsfragen und das Ernähungsbewusstsein in der Wohnbevölkerung gelesen werden. Die Abbildung zeigt, dass rund 7 Prozent der Schweizer Wohnbevölkerung darauf achten, wie sie sich ernähren, während der Rest beim Essen auf nichts achtet. Der Anteil der ernährungsbewussten Personen hat zwischen 1992 und 27 leicht von 67.8 auf 7.5 Prozent zugenommen. Gemäss der Studie Sport Schweiz 28 sind in der Schweiz 73 Prozent der Bevölkerung im Alter zwischen 15 und 74 Jahren sportlich aktiv. Diese Personen wurden danach gefragt, wie wichtig für Sie persönlich verschiedene Motive beim Sporttreiben sind. Wie die folgende Abbildung zeigt, sind Gesundheit und Spass für fast alle Sporttreibenden (sehr) wichtige Motive. Den meisten ist auch wichtig, dass sie beim Sport abschalten, den Körper erfahren und sich entspannen können und dass sie dank der sportlichen Betätigung fit und trainiert sind. Ebenfalls von erheblicher Bedeutung sind die Geselligkeit (Zusammensein mit Kollegen) und die Körpererfahrung. Für etwa die Hälfte aller Sport-treibenden gehören einmalige Erlebnisse, das Erfahren von Grenzen, das Aussehen und persönliche Leistungsziele zu den (sehr) wichtigen Motiven. Wichtigkeit verschiedener Sportmotive (Nennungen in Prozent aller Sporttreibenden, 28) Gesundheit fördern Spass haben Abschalten Ernährungsbewusstsein der Schweizer Wohnbevölkerung, Entspannen fit und trainiert sein Zusammensein mit guten Kollegen Erfahren des Körpers einmalige Erlebnisse Erfahren von Grenzen besser aussehen persönliche Leistungsziele achte auf nichts achte auf etwas Messen mit Anderen sehr wichtig wichtig weniger wichtig unwichtig Quelle: Sport Schweiz 28, 7762<n<7819, repräsentative Befragung der jährigen Wohnbevölkerung des Observatoriums Sport und Bewegung Schweiz. In der Befragung wurden sportlich Aktive nach der Wichtigkeit verschiedener Motive beim Sporttreiben gefragt. 47 Quelle: Schweizerische Gesundheitsbefragungen 1992, 1997, 22, 27 des Bundesamtes für Statistik; Antworten auf die Frage: Achten Sie auf bestimmte Sachen bei Ihrer Ernährung? ; 1992, n=14711; 1997, n=12995; 22, n=1969; 27, n= Wie essen und bewegen wir uns? Ernährungs- und Bewegungs-Trends in der Schweiz 9

6 W.5: Hindernisse für eine gesunde Ernährung W.6: Kenntnisse von Ernährungsempfehlungen In der Schweizerischen Gesundheitsbefragung wird nach den Faktoren gefragt, welche einen daran hindern, sich gesund zu ernähren. Wie die folgende Abbildung zeigt, gibt es eine ganze Reihe von Hinderungsfaktoren: Über die Hälfte der Befragten erwähnt den hohen Preis gesunder Nahrungsmittel, und jeweils über ein Drittel verweist auf die Vorliebe für gutes Essen, Alltagszwänge, den Zeitaufwand für den Kauf entsprechender Nahrungsmittel sowie mangelnde Angebote in den Gaststätten. Wie der Vergleich der Jahre 22 und 27 zeigt, haben diese Hinderungsfaktoren über die Zeit leicht an Bedeutung gewonnen: Die meisten der aufgeführten Hindernisse für eine gesunde Ernährung werden von den Befragten in der jüngsten Gesundheitsbefragung etwas häufiger genannt als noch 22. Im Durchschnitt wurden im Jahr 27 von den Befragten 2.8 von 1 möglichen Hinderungsfaktoren erwähnt. Hindernisse für eine gesunde Ernährung, 22 und 27 Wer sich ausgewogen ernähren will, muss wissen, worauf es ankommt. Das heisst: es muss bekannt sein, worin eine ausgewogene Ernährung besteht und wie man sich gesund ernähren kann. Die mit Unterstützung des BAG im Jahr 2 durchgeführte Nutri-Trend Studie von Nestlé enthielt eine Reihe von Fragen zur Bekanntheit von Ernährungsempfehlungen. Wie aus der folgenden Abbildung hervorgeht, sind die wichtigsten Ernährungsempfehlungen einer grossen Mehrheit der Bevölkerung nicht nur bekannt, sondern haben auch eine gewisse Bedeutung beim konkreten Ernährungsverhalten. So erwähnten jeweils knapp 9 Prozent der Befragten, die Empfehlungen viel Gemüse, Salat und Früchte zu konsumieren und sich abwechslungsreich und ausgeglichen zu ernähren, seien für sie wichtig. Bedeutung von Ernährungsempfehlungen viel Gemüse, Salat, Früchte hoher Preis Vorliebe für gutes Essen Alltagsgewohnheiten/Zwänge Zeitaufwand für Einkauf wenig Angebote in Restaurants Fehlender Wille Vorliebe für reichliches Essen wenig Unterstützung vonumfeld wenig Angebote in Geschäften Umfeld hält davon ab Quelle: Schweizerischen Gesundheitsbefragungen 22 und 27 des Bundesamtes für Statistik. Die Fragen stammen aus dem schriftlichen Fragebogen, 22, n=14 329; 27, n= abwechslungsreich/ausgeglichen genügend Nahrungsfasern/Ballaststoffe auf Fett-/Ölsorten achten regelmässig Milchprodukte regelmässig essen (3-5/Tag) nicht zu stark salzen regelmässig Fisch nicht zu viel Fleisch auf den Chloresteringehalt achten Bioprodukte Portionen immer kleiner wählen, als das Auge möchte Light-Produkte Kalorienbedarf täglich ausrechnen wichtig es geht so nicht wichtig, weiss nicht Quelle: Nutri-Trend-Studie 2 (Nestlé S.A.), telefonische Interviews, n=14. Es eistieren keine neueren Daten zu Nutri-Trend, die Studie wird offenbar nicht fortgesetzt. 1 Wie essen und bewegen wir uns? Ernährungs- und Bewegungs-Trends in der Schweiz 11

7 W.8: Kenntnis von Bewegungsempfehlungen E.1: Konsumausgaben für ausgewählte Nahrungsmittel Für Erwachsene empfehlen das BASPO, das BAG und das Netzwerk Gesundheit und Bewegung Schweiz mindestens eine halbe Stunde Bewegung täglich in Form von Alltagsaktivitäten oder Sport mit mindestens mittlerer Intensität, d.h. eine Aktivität bei der man zumindest etwas ausser Atem, aber nicht unbedingt ins Schwitzen kommt (Basisempfehlung). Für bereits Aktive wird ein gezieltes Training von Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit empfohlen. Das Ausdauertraining sollte dabei mindest 3 Trainingseinheiten von 2 bis 6 Minuten umfassen und leichtes Schwitzen und einen beschleunigten Atem verursachen aber das Sprechen noch zulassen. In der Bevölkerungsbefragung Sport Schweiz 28 wurde gefragt, bei welchem zeitlichen Umfang und bei welcher Intensität der Bewegung die persönliche Gesundheit profitieren würde. Wie die folgende Abbildung zeigt, ist ein Fünftel (19) der Schweizer Wohnbevölkerung der Ansicht, dass jede Bewegung der Gesundheit gut tue. 39 Prozent nennen den empfohlenen zeitlichen Umfang von einer halben Stunde täglich, jeder Zehnte kann die Frage nicht beantworten. Einschätzung des nötigen zeitlichen Umfangs der Bewegung, damit die persönliche Gesundheit davon profitiert (Nennungen in Prozent, 28) mindestens 5 Stunden pro Woche 11 mindestens 2 mal pro Woche eine Stunde 14 weiss nicht 1 Jede Bewegung tut der Gesundheit gut 19 mindestens 1 Minuten täglich 7 Hinweis: Leitindikator aus der Indikatorensammlung von Gesundheitsförderung Schweiz (4A). Details finden sich unter: Indikatoren/indikator_4a.php Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist nicht nur eine wichtige Determinante des Körpergewichts, sondern sie hat auch einen Einfluss auf verschiedene Krankheitsrisiken. Entsprechend hat eine gesunde Ernährung einen hohen Stellenwert in der Gesundheitsförderung und Prävention. Neben individuellen Aussagen über die Ernährung aus Befragungen können für die Analyse des Ernährungsverhaltens auch Konsumdaten verwendet werden, wie sie in der Haushaltbudgeterhebung (HABE) des Bundesamtes für Statistik verfügbar sind. Aus der HABE geht hervor, dass die Gesamtausgaben der Schweizer Haushalte für Nahrungsmittel zwischen 1998 (CHF 565.-/Monat) und (CHF 574.-/Monat) relativ stabil waren. Wie der Abbildung zu entnehmen ist, zeigen sich auch zwischen den Ausgaben für verschiedene Nahrungsmittel nur geringe Verschiebungen. Der Anteil der Ausgaben für Früchte und Gemüse wuchs leicht an von knapp 19 Prozent (CHF 16.-/Monat) im Jahr 1998 auf über 21 Prozent im Jahr (CHF 127.-/Monat), während die Ausgaben für Milchprodukte, Eier, Brot und Getreideprodukte leicht zurückgingen. Anteil der Ausgaben verschiedener Produktegruppen an den gesamten Haushaltsausgaben für Nahrungsmittel, 1998, 24 und übrigen Nahrungsmittel Brot und Getreideprodukte (inkl. Teigwaren) mindestens eine halbe Stunde täglich Fleisch, Fleischwaren, Fisch Milch, Käse, Eier Quelle: Sport Schweiz 28, n=1 262, repräsentative Bevölkerungsbefragung der 15 bis 74-jährigen Schweizer Wohnbevölkerung durch das Observatorium Sport und Bewegung Schweiz. Eine Teilstichprobe der Befragten (n=111) wurde nach der Einschätzung des nötigen Bewegungsumfangs und der nötigen Bewegungsintensität gefragt, damit ihre Gesundheit davon profitiere Gemüse Früchte Quelle: Haushaltsbudgeterhebungen (HABE) 1998, 24, des Bundesamtes für Statistik. 12 Wie essen und bewegen wir uns? Ernährungs- und Bewegungs-Trends in der Schweiz 13

8 E.2: Verzehr von Nahrungsmittel E.3: Ernährungsverhalten Bevölkerung (Konsum Gemüse und Früchte) Mit der Studie NANUSS (National Nutrition Survey Switzerland) werden vom BAG Grundlagendaten erhoben, die eine zuverlässige Einschätzung des Verzehrs verschiedener Nahrungsmittel erlauben. Bis diese Daten (Pilotstudie: 21; Hauptstudie: 212) verfügbar sind, können der Lebensmittelverbrauch und der angenäherte Verzehr (Verbrauch minus Abfälle und Verluste) auf der Grundlage von Angaben aus der Landwirtschaftsstatistik geschätzt werden. Basis der folgenden Angaben bilden verschiedene Analysen aus dem 5. Schweizer Ernährungsbericht (). Die Abbildung zeigt den geschätzten jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch verschiedener Nahrungsmittel für den Zeitraum der späten 197er Jahre bis anfangs der 2er Jahre. Während der Verbrauch von Getreideprodukten (inkl. Mehl) über die Zeit stabil blieb, lässt sich ein deutlicher Rückgang bei den Milchprodukten und dem Fleisch beobachten. Das Gemüse und die Früchte weisen nach kleineren Ausschlägen am Anfang der Beobachtungsperiode einen stabilen Pro-Kopf-Verbrauch auf. Jährlicher Pro-Kopf-Verbrauch verschiedener Nahrungsmittelgruppen, 1979/8 bis 21/2 (Angaben in kg pro Person und Jahr) kg pro Person und Jahr Getreide Früchte Milchprodukte Gemüse (ohne Kartoffeln) Fleisch und Fisch 1979/8 1987/ /95 21/2 Quelle: Angaben auf der Basis der Statistiken des Schweizerischen Bauernverbandes aus: Gremaud, Gérard, Iso Schmid und Robert Sieber (): Estimation de l utilisation des denrées alimentaires en Suisse pour les années 21/22. S in: Eichholzer M, Camenzind-Frey E, Matzke A, Amado R, Ballmer P et al. (eds.): Fünfter Schweizerischer Ernährungsbericht. Bern: Bundesamt für Gesundheit,. Jacob, Sabine (): Berechnung des Verbrauchs und des angenäherten Verzehrs an Nahrungsenergie und Nährstoffen. S. -35 in: Eichholzer M, Camenzind-Frey E, Matzke A, Amado R, Ballmer P et al. (eds.): Fünfter Schweizerischer Ernährungsbericht. Bern: Bundesamt für Gesundheit, 135 Hinweis: Leitindikator aus der Indikatorensammlung von Gesundheitsförderung Schweiz (4B). Details finden sich unter: Indikatoren/indikator_4b.php Aktuelle Ernährungsempfehlungen und -kampagnen propagieren unter Titeln wie «5 am Tag» den regelmässigen Konsum von Früchten, Gemüse und Salat. Damit soll nicht zuletzt ein Beitrag zu einem gesunden Körpergewicht geleistet werden. Die Schweizerische Gesundheitsbefragung 27 enthält zwei Fragen zur Häufigkeit des Konsums von Früchten und Gemüse, die sich für eine Bestandesaufnahme der Einhaltung der erwähnten Empfehlung eignen. Der folgenden Abbildung lässt sich entnehmen, dass sich weniger als ein Drittel (29.3) der Schweizer Wohnbevölkerung an die Ernährungsempfehlung «5 am Tag» hält. Frauen (37.8) halten die Empfehlung jedoch fast doppelt so häufig ein wie Männer (2.2). Knapp zehn Prozent der letzteren konsumieren dagegen fast kein Gemüse und keine Früchte. Täglicher Konsum von Gemüse/Salat und Früchten in der Schweizer Wohnbevölkerung, 27 (Anzahl Portionen von Gemüse/Salat oder Früchten pro Tag) und mehr Portionen Gesamtbevölkerung Männer Frauen 2-4 Portionen weniger als 2 Portionen Quelle: Schweizerische Gesundheitsbefragung 27 des Bundesamtes für Statistik.; Kombination der Antworten auf die Fragen: «Wie viele Portionen Gemüse oder Gemüsesäfte (ohne Kartoffeln und Mais) nehmen Sie durchschnittlich pro Tag zu sich?» und «Wie viele Portionen Früchte oder Fruchtsäfte nehmen Sie durchschnittlich pro Tag zu sich?»; n: 1793) 14 Wie essen und bewegen wir uns? Ernährungs- und Bewegungs-Trends in der Schweiz 15

9 E.7: Stillen E.8: Essstörungen In der Schweizerischen Gesundheitsbefragung werden Mütter gefragt, ob und wie lange sie ihre Kinder gestillt haben. Wie die folgende Abbildung zeigt, haben fast 9 aller Frauen ihr jüngstes Kind gestillt, mehr als die Hälfte davon länger als 3 Monate. Zwischen 22 und 27 hat der Anteil der nicht stillenden Mütter zwar nur leicht abgenommen, es gibt aber 27 mehr Mütter, die länger als 3 Monate gestillt haben. Die WHO empfiehlt, Neugeborene während der ersten 6 Monate ausschliesslich zu stillen. Die Ergebnisse legen nahe, dass höchstens die Hälfte der Mütter dieser Empfehlung nachkommt. Stillen des jüngsten Kindes, 22 und 27 Die Schweizerische Gesundheitsbefragung 27 enthält für die 15- bis 49-jährige Bevölkerung Fragen zu vier Formen von Essstörungen, deren Resultate in der folgenden Abbildung aufgeführt sind. Am meisten verbreitet ist das Problem, enorm viel zu essen, ohne damit aufhören zu können. Mehr als ein Fünftel der Befragten berichtet, dass ihnen dies in den letzten Monaten zumindest hin und wieder passiert sei. Beinahe jede Fünfte Person gibt an, unregelmässig zu essen und auf feste Mahlzeiten verzichtet zu haben. Gut sechs Prozent der Befragten fasten über mehrere Tage, während 1.3 sich selber zum Erbrechen bringen. Mit 38.4 gibt mehr als ein Drittel der Bevölkerungen zwischen 15 und 49 Jahren an, unter mindestens einer der aufgeführten Essstörungen zu leiden. länger als 3 Monate gestillt Essstörungen 27 (15-49-jährige Bevölkerung) 1 zwischen 6 und 12 Wochen gestillt bis 6 Wochen gestillt gestillt, weiss aber nicht wie lange nicht gestillt Quelle: Schweizerischen Gesundheitsbefragungen 22 und 27 des Bundesamtes für Statistik. Die Fragen stammen aus dem schriftlichen Fragebogen, der von rund 15 Befragten beantwortet wurde. Die Fallzahlen sind deshalb verhältnismässig gering, weil die Frage nur von Müttern sinnvoll beantwortet werden konnte:.22, n=3 656; 27, n= enorm viel essen, ohne aufhören zu können unregelmässig essen, keine festen Mahlzeiten 7 über mehrere Tage fasten 1 sich zum Erbrechen bringen ja nein Quelle: Schweizerische Gesundheitsbefragung 27 des Bundesamtes für Statistik, n= 9275 bis Hinweis: Unter der Antwortkategorie ja sind alle Befragten zusammengefasst, die Angaben, in den letzen Monaten täglich, ein- bis mehrmals die Woche oder selten die betreffende Verhaltensweise an den Tag gelegt zu haben 16 Wie essen und bewegen wir uns? Ernährungs- und Bewegungs-Trends in der Schweiz 17

10 B.1: Bewegungsverhalten der Schweizer Wohnbevölkerung B.2: Bewegungsverhalten von Kindern und Jugendlichen Hinweis: Leitindikator aus dem Sportobservatorium (1.1) und der Indikatorensammlung von Gesundheitsförderung Schweiz (3A). Details finden sich unter: Die positiven Gesundheitswirkungen körperlicher Aktivität konnten in zahlreichen Untersuchungen belegt werden. Auch im Hinblick auf ein gesundes Körpergewicht kommt körperlicher Aktivität eine wichtige Bedeutung zu, weil sie sich über den Kalorienverbrauch hervorragend für ein aktives Gewichts-management eignet. Angaben zur körperlichen Aktivität in der Schweiz können der Schweizerischen Gesundheitsbefragung des Bundesamts für Statistik entnommen werden. Die Abbildung zeigt, dass sich nur eine Minderheit von einem knappen Drittel der Schweizer Wohnbevölkerung häufig (das heisst dreimal oder mehr pro Woche) und mit einer Intensität, bei der man ins Schwitzen gerät, bewegt. Ein weiteres gutes Drittel wird zumindest einbis zweimal pro Woche aktiv. Gleichzeitig muss das restliche knappe Drittel der Bevölkerung als inaktiv bezeichnet werden. Während im Lauf der 199er Jahre noch von einem Trend in Richtung zunehmender Inaktivität gesprochen werden musste, konnte diese Entwicklung in der Zwischenzeit aufgehalten und stellenweise sogar umgekehrt werden: Der Anteil der Inaktiven ist seit ihrem Höhepunkt im Jahr 1997 (39.4) deutlich gefallen (27: 31.8), während der Anteil der Aktiven um fünf Prozent von 26.9 auf 31.9 zugenommen hat (vgl. auch die weiteren Analysen auf den folgenden Seiten). Der Weg zu einer bewegten Bevölkerung ist jedoch noch weit. Körperliches Aktivitätsniveau der Schweizer Wohnbevölkerung, (Anzahl Schwitzepisoden in der Freizeit in Prozent der CH-Wohnbevölkerung) 1 Hinweis: Indikator aus der Indikatorensammlung von Gesundheitsförderung Schweiz (3B). Details finden sich unter: Indikatoren/indikator_3b.php Bei Kindern und Jugendlichen wird ein minimaler wöchentlicher Bewegungsumfang im Prinzip durch das 3-Stunden-Obligatorium für den Turn- und Sportunterricht gesetzlich sicher gestellt (vgl. Indikator R.8). Gemessen an den gemeinsamen Bewegungsempfehlungen von BASPO, BAG und HEPA stellen die wöchentlichen Turnstunden jedoch lediglich ein Minimum dar, welches durch ausserschulische Bewegungsaktivitäten ergänzt werden muss. Die folgende Abbildung zeigt, wie häufig die Jährigen ausserhalb der Schule Sport treiben. Die Grafik zeigt, dass der Anteil von Kindern, welche pro Woche ausserhalb des Schulunterrichts mindestens 2 Stunden Sport treiben, zwischen 1994 und 22 von 64 auf 74 Prozent zuge nommen hat, um bis zum Jahr 26 wieder auf 7 Prozent zu fallen. Knapp zwei von fünf Jährigen gaben im Jahr 26 an, pro Woche vier oder mehr Stunden Sport zu treiben. Dagegen ist der Anteil inaktiver oder nur moderat aktiver Kinder im zwischen 1994 und 26 von 36 auf 3 Prozent zurückgegangen. Mit einem knappen Drittel nicht oder nur sporadisch aktiver Kinder liegt er aber immer noch sehr hoch. Mit Blick auf die Sportaktivität zeigen die Daten somit ein gemischtes Bild: Es ist zwar keine starke Zunahme «sedentärer Lebensstile» bei den Kindern und Jugendlichen nachzuweisen, gleichzeitig eistieren aber grosse Unterschiede im Niveau der körperlichen Aktivität. Sportliche Aktivität der Jährigen ausserhalb der Schule, und mehr Stunden/Woche 2-3 Stunden pro Woche aktiv (3 mal und mehr pro Woche) moderat aktiv (1 bis 2 mal pro Woche) inaktiv (nie) Quelle: Schweizerischen Gesundheitsbefragungen 1992 bis 27 des Bundesamtes für Statistik. Kombination der Antworten auf die Fragen Kommen Sie in Ihrer Freizeit mindestens einmal pro Woche durch körperliche Betätigung zum Schwitzen? und An wie vielen Tagen pro Woche? ; 1992, n=1472; 1997, n=12761; 22, n=18719; 27, n= bis 1 Stunde/Woche inaktiv (nie) Quelle: Studie Health Behavior of School-Aged Children (HBSC) der Schweizerischen Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme (SFA), Antworten auf die Frage: «Wie viele Stunden in der Woche treibst du ausserhalb des Schulunterrichts Sport, so dass du ins Schwitzen oder ausser Atem kommst?»; Fallzahlen: 1994: 724; 1998: 8563; 22: 9465; 26: Wie essen und bewegen wir uns? Ernährungs- und Bewegungs-Trends in der Schweiz 19

11 B.4: Körperliche Aktivität in Alltag, Freizeit und auf den täglichen Wegstrecken K.1: BMI der Schweizer Wohnbevölkerung (Befragungsdaten) Die Indikatoren im vorliegenden Kapitel fokussieren entweder auf körperliche Bewegung allgemein oder sportliche Betätigungen während der Freizeit. Auch der (Arbeits-)alltag und die täglichen Wegstrecken können jedoch erhebliche körperliche Aktivitäten involvieren. Der vorliegende Indikator ergänzt diese Angaben um Resultate aus der Schweizerischen Gesundheitsbefragung 27 und den Mikrozensen zum Verkehrsverhalten. Die folgende Abbildung zeigt zunächst die Entwicklung der jährlich pro Person zu Fuss und mit dem Velo zurückgelegten Distanzen. Aus der Abbildung wird deutlich, dass die mit dem Fahrrad durchschnittlich bewältigten Distanzen in den vergangenen zwei Jahrzehnten relativ stabil bei rund 3 Kilometern pro Jahr waren. Nach einem leichten Anstieg zwischen 1989 und 2 ist gegenwärtig ein Rückgang zu verzeichnen. Umgekehrt sieht es bei den Wegstrecken zu Fuss aus, die sich seit den späten 198er Jahren verdoppelt haben. Die Autoren des Berichts (BFS/ ARE 27: 68) geben jedoch zu bedenken, dass ein Teil dieser Zunahme auf Veränderungen der Erfassungsmethode zurückzuführen sein dürfte. An einer anderen Stelle des Berichts (BFS/ARE 27: 8) wird auf der Grundlage einer alternativen Messung eine jährliche Kilometerleistung zu Fuss pro Person von 49 Kilometern aufgeführt (Fahrrad: 3 Kilometer). Jährlich zurückgelegte Distanz zu Fuss und mit dem Fahrrad pro Person, (Wohnbevölkerung ab 1 Jahren) 8 Hinweis: Leitindikator aus den Indikatorensammlungen von Gesundheitsförderung Schweiz (2A) und des Obsan (Risikofaktoren BMI). Details finden sich unter: Koerpergewicht/Grundlagen_Wissen/Indikatoren/indikator_2a.php Das Körpergewicht gilt als guter Indikator für das Risiko einer Reihe von akuten und chronischen Erkrankungen und ist damit eine zentrale Zielgrösse von Initiativen in den Bereichen Ernährung und Bewegung. Der Grafik lässt sich entnehmen, dass der Anteil der normalgewichtigen Personen an der Gesamtbevölkerung im Zeitraum von nur 15 Jahren um rund sechs Prozentpunkte (von 65.5 auf 59.3 ) gefallen ist. Während sich der Anteil der untergewichtigen Personen über die Zeit leicht verringert hat, müssen mittlerweile 37.6 Prozent der Bevölkerung als übergewichtig bezeichnet werden (gegenüber 3.3 im Jahr 1992). Besonders stark nämlich um rund 5 zugenommen hat über die Zeit der Anteil der adipösen Menschen. Allerdings gilt es zu beachten, dass sich die Entwicklung zwischen 22 und 27 auf hohem Niveau stabilisiert hat. Das heisst: Der starke Zuwachs an übergewichtigen Personen hat sich vor 2 abgespielt. Entwicklung des Body Mass Indees (BMI) der Schweizer Wohnbevölkerung, Untergewicht (BMI < 18.5) Normalgewicht (18.5 BMI < ) Übergewicht ( BMI < 3) starkes Übergewicht (BMI 3) zu Fuss mit dem Fahrrad Quelle: Mikrozensen zum Verkehrsverhalten des Bundesamtes für Statistik, (vgl. BFS/ARE 27: 68) Quelle: Schweizerische Gesundheitsbefragungen, des Bundesamtes für Statistik, ; (15-Jährige und ältere Personen; BMI für unter 18-Jährige angepasst); 1992,n=14863; 1997, n=1279; 22, n=19469; 27, n=18473 Für die Einschätzung des Körpergewichts kann der Body Mass Inde (BMI) verwendet werden, der sich nach der folgenden Formel berechnet: BMI= (Körpergewicht in kg)/(körpergrösse in m)2 Die WHO hat eine Reihe von Grenzwerten definiert (vgl. Legende zur Grafik), mit denen sich unter-, normal- und übergewichtige Personen unterscheiden lassen. 2 Wie essen und bewegen wir uns? Ernährungs- und Bewegungs-Trends in der Schweiz 21

12 K.3: BMI von Kindern und Jugendlichen K.7: Wunsch nach Gewichtsveränderung und Diäterfahrung Hinweis: Indikator aus der Indikatorensammlung von Gesundheitsförderung Schweiz (2C). Details finden sich unter: Indikatoren/indikator_2c.php In den vergangenen Jahren hat nicht zuletzt auch die Entwicklung des Körpergewichtes von Kindern und Jugendlichen (internationale) Aufmerksamkeit erregt. In der Schweiz liegen erst vereinzelte vergleichbar Messdaten zum BMI von Kindern und Jugendlichen vor. Die folgende Abbildung zeigt den Anteil übergewichtiger und stark übergewichtiger Kinder und Jugendlichen auf verschiedenen Schulstufen in den Städten Bern, Basel und Zürich (Schuljahr 28/9). Aus der Darstellung geht hervor, dass die grosse Mehrheit der in den drei Städten untersuchten Kinder und Jugendlichen nicht übergewichtig ist. Immerhin jedes fünfte Kind - auf der Mittel- und Oberstufe sogar fast jede/r vierte Jugendliche - ist jedoch von Übergewicht oder gar Adipositas betroffen. Aufgrund fehlender Kategoriengrenzen für das Untergewicht bei den Kindern und Jugendlichen kann der Anteil untergewichtiger Personen nicht bestimmt werden. Dagegen werden in den kommenden Jahren zusätzliche Kantone (Genf, Graubünden, Jura und Wallis) in die Berichterstattung integriert werden, so dass auch Aussagen über das Gewicht von Kindern ausserhalb der städtischen Ballungszentren möglich sein werden. Eine wirksame Bekämpfung von Übergewicht und Adipositas setzt bei den Betroffenen ein Bewusstsein für Gewichtsprobleme sowie die Bereitschaft voraus, Gewicht zu verlieren. Die Schweizerische Gesundheitsbefragung enthält für die 15- bis 49-jährige Bevölkerung eine Reihe von Fragen zum Wunsch nach einer Gewichtsveränderung sowie der gewünschten Veränderungsrichtung, die mit Daten zum BMI der Befragten verknüpft werden können. Überdies lassen sich der SGB auch Angaben zur den bisherigen Diäterfahrungen entnehmen. Wie die folgende Abbildung zeigt, möchten drei Viertel aller Übergewichtigen im Alter zwischen 15 und 49 Jahren abnehmen, während es bei den Normalgewichtigen immerhin rund ein Drittel ist. In dieser Gruppe gibt aber rund jede 11. Person an, sie möchte zunehmen. Rund jede 16. untergewichtige Person hegt den Wunsch, weiter Gewicht zu verlieren. Zusammenhang zwischen dem Wusch nach einer Gewichtsveränderung und dem BMI (15-49-jährige Bevölkerung) Gewichtszunahme keine Veränderung/ Gewichtszunahme* Gewichtsabnahme Normal- und Übergewicht sowie Adipositas bei Kindern verschiedener Schulstufen in den Städten Bern, Basel und Zürich Schuljahr 28/29 (Anteile in Prozent) Normalgewicht Kindergarten Unter-/ Mittelstufe Oberstufe Alle Schulstufen Übergewicht (ohne Adipositas) Adipositas Quelle: Daten der schulärztlichen Dienste der Städte Basel, Bern und Zürich aus: Stamm, H. U. Ackermann, D. Frey, M. Lamprecht, M. Ledergerber, R. Mühlemann, T. Steffen S. Stronski Huwiler und D. Wiegand (21): Monitoring der Gewichtsdaten der schulärztlichen Dienste der Städte Basel, Bern und Zürich. Schlussbericht zur Auswertung der Daten des Schuljahres 28/29. Bern: Gesundheitsförderung Schweiz. 6 Unter- Normal- Über- Adipositas gewicht gewicht gewicht Quelle: Schweizerische Gesundheitsbefragung 27 des Bundesamtes für Statistik, n=9175; * Aufgrund geringer Fallzahlen wurden bei den Übergewichtigen und Adipösen die Antwortkategorien keine Veränderung und Gewichtszunahme zusammengefasst. Der Body Mass Inde (BMI) ist wie folgt definiert: BMI = (Körpergewicht in kg) / (Körpergrösse in m) 2 Gemäss der Weltgesundheitsorganisation gelten für 18-jährige und ältere Personen folgende Grenzwerte: falls BMI < 18.5 kg/m 2 : Untergewicht falls BMI 18.5 bis < kg/m 2 : Normalgewicht falls BMI bis < 3 kg/m 2 : Übergewicht falls BMI 3 kg/m 2 und mehr: Adipositas (starkes Übergewicht) 22 Wie essen und bewegen wir uns? Ernährungs- und Bewegungs-Trends in der Schweiz 23

13 G.1: Nicht übertragbarer Krankheiten mit einem Bezug zu Ernährung und Bewegung G.2: Zusammenhang zwischen Gesundheitsbewusstsein, Ernährung und Bewegungsverhalten Die Schweizerische Gesundheitsbefragung enthält etliche Fragen zur Einnahme von Medikamenten gegen Krankheiten und Beschwerden, die nicht übertragbar sind und einen Bezug zu Ernährung und Bewegung haben können. In der Abbildung ist für die Erhebungsjahre 22 und 27 die Einnahme von fünf Medikamenten während der letzten 7 Tage aufgeführt: Mittel gegen Diabetes, Herzmedikamente, Mittel gegen zu hohes Cholesterin, gegen Bluthochdruck und Abführmittel. Für das Jahr 22 wurde die Einnahme von Mitteln gegen Diabetes nicht abgefragt. Ungefähr jede siebte befragte Person gab an, während der letzten Woche einmal ein Mittel gegen Bluthochdruck genommen zu haben. Jeweils rund sechs Prozent haben ein Mittel gegen zu hohes Cholesterin und/oder ein Herzmedikament verwendet. Mittel gegen Diabetes und Abführmittel wurden jeweils von etwas mehr als zwei Prozent der Befragten eingenommen. Im Vergleich zu 22 hat die Einnahme der beschriebenen Medikamente leicht zugenommen, am meisten bei den Cholesterinmedikamenten. Einnahme von Medikamenten gegen nicht übertragbare Krankheiten mit einem Bezug zu Ernährung und Bewegung, 22 und 27 (Prozentanteile) Abführmittel 2 2 Der vorliegende Indikator zeigt eine Reihe von Zusammenhängen zwischen Ernährungsbewusstsein, Ernährung, Bewegungsverhalten und Übergewicht, wie sie auf der Grundlage der Schweizerischen Gesundheitsbefragung (SGB) des Bundesamtes für Statistik bestimmt werden können. Die Abbildung enthält den Zusammenhang zwischen dem Bewegungsverhalten (vgl. Indikator B.1) und dem Ernährungsbewusstsein (Indikator W.1) sowie zwei Indikatoren für die Einhaltung von Ernährungsempfehlungen: dem Anteil an Personen, welche fünf oder mehr Frucht- oder Gemüseeinheiten täglich konsumieren (Indikator E.3), und dem Anteil an Personen, welche pro Tag mindestens einen Liter nicht-alkoholischer Flüssigkeiten zu sich nehmen. Aus der Abbildung gehen deutliche (und hoch signifikante) Zusammenhänge zwischen dem Bewegungs- und dem Ernährungsverhalten hervor: Personen, die sich regelmässig bewegen, achten häufiger auf ihre Ernährung, nehmen mehr Gemüse und Früchte zu sich und trinken mehr. Zusammenhang zwischen dem Niveau der körperlichen Aktivität und verschiedenen Aspekten des Ernährungsbewusstseins und -verhaltens (Anteile in Prozent, Wohnbevölkerung ab 15 Jahren) 1 Mittel gegen Diabetes 3 81 Mittel gegen zu hohes Cholesterin Herzmedikament Mittel gegen Bluthochdruck Quelle: Schweizerische Gesundheitsbefragungen 22 und 27 des Bundesamtes für Statistik. Die Angaben beziehen sich auf die schriftliche Befragung, an der knapp 2 Personen teilgenommen haben. 22, n=19688; 27, n= Ernährungsbewusstsein: 5 und mehr Frucht- 1 Liter und mehr achtet auf etwas oder Gemüseeinheiten/Tag Flüssigkeit/Tag inaktiv teilaktiv aktiv Quelle: Schweizerische Gesundheitsbefragung 27 des Bundesamtes für Statistik. n = 17 9 (Ernährungsbewusstsein); (Früchte- und Gemüsekonsum); (Flüssigkeitszufuhr). Die Angaben stammen aus der telefonischen Befragung. Die Resultate sind detaillierter dargestellt in einer Reihe von kantonalen Gesundheitsberichten, die vom Obsan ab 21 herausgegeben werden. 24 Wie essen und bewegen wir uns? Ernährungs- und Bewegungs-Trends in der Schweiz

14 G.7: Kosten von Übergewicht und Adipositas Teil II: Entwicklungen und Trends der letzten Jahre Mit Übergewicht und Adipositas sind mindestens zwei Arten von Kosten verbunden. Einerseits direkte Kosten, die aus Interventionen zur Reduktion des Körpergewichts entstehen, und andererseits indirekte Kosten, die auf Erkrankungen zurückgeführt werden können, welche in Zusammenhang mit Übergewicht und Adipositas stehen. Das Basler Institut HealthEcon hat im Jahr 29 im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit bereits zum zweiten Mal eine Schätzung der direkten und indirekten Kosten von Übergewicht und gewichtsbedingten Erkrankungen vorgelegt (vgl. Schneider et al. 29, Schmid et al. ). Gemäss diesen Resultaten beliefen sich die direkten Kosten von Übergewicht und Adipositas im Jahr 26 auf knapp 47 Mio. Franken. In diesem Betrag sind Medikamenten- (z.b. für Appetitzügler) und Konsultationskosten (Ernährungsberatung) sowie die Kosten für Operationen (z.b. Magen-Bypass) enthalten. Wie sich der Abbildung entnehmen lässt, machen diese direkten Kosten nur rund ein Prozent der gesamten Kosten von rund 5.8 Mrd. Franken aus. Gemäss der Schätzung von Schneider et al. (29) entfallen weitere rund 3.9 Mrd. Franken auf die direkten Kosten übergewichtsbedinger Erkrankungen etwa auf die Behandlung von Diabetes oder Bluthochdruck. Die indirekten Kosten dieser Erkrankungen werden mit 1.9 Mrd. Franken veranschlagt und beinhalten die Kosten vorzeitiger Todesfälle oder von Arbeitsausfällen. Kosten von Übergewicht und Adipositas in der Schweiz, 26 (Schätzung von Schneider et. al. 29, Anteile verschiedener Kostenarten in Prozent) direkte Kosten übergewichtsbedingter Erkrankungen 66 indirekte Kosten übergewichtsbedingter Erkrankungen 33 direkte Kosten 1 Quelle: Schneider, H., W. Venetz und C. Gallani Beradro (29): Overweight and obesity in Switzerland. Part 1: Cost burden of adult obesity in 27. Bericht im Auftrag des BAG. Basel: HealthEcon. Zusammenstellung der ersichtlichen Veränderungen der Indikatoren des MOSEB Um die Situation im Vergleich mit den jeweiligen früheren Erhebung darzustellen, werden die Veränderungen mit den drei Symbolen, und beschrieben. Diese Symbole zeigen auf, ob sich die Situation in den letzten Jahren in Bezug zu den vorgängigen Erhebungen und im Vergleich zu den Empfehlungen für einen gesunden Lebensstil sowie dem angestrebten Zustand im Sinne der Ziele des NPEB verbessert beziehungsweise verschlechtert hat oder stabil geblieben ist. Verbesserung der Situation seit den früheren Erhebungen und in Anlehnung an die Empfehlungen und Ziele des NPEB Keine oder sehr geringe Veränderung seit den früheren Erhebungen und in Anlehnung an die Empfehlungen und Ziele des NPEB Verschlechterung der Situation seit den früheren Erhebungen und in Anlehnung an die Empfehlungen und Ziele des NPEB Die Schwankungen zwischen den verschiedenen Erhebungszeitpunkten können mittels der Symbole nicht ausreichend beschrieben werden. Die Details der Veränderungen sind unter den jeweiligen Indikatorenbeschreibungen ersichtlich. Die Interpretation der Indikatoren-Entwicklungen ist nicht Gegenstand der Zusammenstellung. In die Zusammenstellung sind sämtliche Ergebnisse von den vorhandenen 43 Indikatoren des MOSEB integriert, welche zum Teil nicht in der Broschüre zu finden sind. Details zu diesen Indikatoren finden Sie unter in der elektronischen Version der Indikatorensammlung mit der jeweiligen Verlinkung zu den Partnerorganisationen. Daten, die keine Zeitvergleiche erlauben, wurden für die Zusammenstellung nicht berücksichtigt. In kursiver Schrift sind einzelne Ergänzungen zu den Resultaten als Zusatzinformation beigefügt. 26 Wie essen und bewegen wir uns? Ernährungs- und Bewegungs-Trends in der Schweiz 27

15 Teil II: Entwicklungen und Trends der letzten Jahre Gesundheitswissen (W) Der Anteil jener Personen, welche bei ihrer Ernährung auf etwas achten, hat zwischen 1992 und 27 leicht zugenommen (von 68 (1992) auf 71 (27)) (W.1) Hinderungsfaktoren für eine gesunde Ernährung haben zwischen 22 und 27 leicht an Bedeutung gewonnen, vor allem der hohe Preis (+ 4), Vorliebe für gutes Essen (+ 6), Zeitaufwand für Einkauf (+ 4) und wenig Angebote in Restaurants (+ 3) werden als Hindernisse häufiger genannt. (W.5.) Die Zufriedenheit mit dem Angebot an Lebensmitteln hat zwischen und 28 leicht abgenommen. Die Angebote an Obst und Gemüse (- 5), an Nahrungsmittel mit gesundheitlichem Nutzen (- 5), an vegetarischen Nahrungsmitteln (- 6) und an Milchprodukten (- 3) wurden als weniger positiv beurteilt. Hingegen hat die Zufriedenheit mit den Fleisch- (+ 5) und Fischangeboten (+ 5) zugenommen. (W.7) Ernährungsverhalten (E) Der Anteil der Ausgaben für Früchte und Gemüse hat leicht zugenommen (von 19 (1998) auf 21 ()). Zukünftige Analysen werden zeigen, ob diese Veränderung eventuell mit der Preisentwicklung zusammenhängen könnte. (E.1.) Zwischen 1979/8 und 21/2 hat sich der jährliche Pro-Kopf- Verbrauch von Fleisch/Fisch (von 69 auf 61 kg pro Person und Jahr) verringert. (E.2.) Der Fast Food-Konsum (täglich und mindestens einmal pro Woche) von Jugendlichen (11-15-Jährigen) ist zwischen 1994 und 26 von 2 auf 14 zurück gegangen. (E.4.) Der Anteil der Jugendlichen (11 15-Jährige), welche selten oder nie Früchte essen hat sich zwischen 1994 (11) und 26 (7) verringert. Gleichzeitig hat sich der Anteil derjenigen erhöht, welche mindestens einmal pro Woche Früchte essen (von 28 im Jahr 1994 auf 52 im 26) (E.4.) Der Anteil der Mütter, welche länger als drei Monate gestillt haben, hat zwischen 22 (52) und 27 (55) leicht zugenommen (E.7.) Zwischen 1997 und 27 haben sich bei den Jährigen vier Formen von Essstörungen verringert (enorm viel essen / keine festen Mahlzeiten / mehrere Tage fasten / sich zum Erbrechen bringen). Zu beachten gilt jedoch, dass mehr als 45 der Jährigen unter mindestens einer dieser Formen von Essstörungen leiden. (E.8.) Die Gesamtausgaben der Schweizer Haushalte für Nahrungsmittel sind zwischen 1998 und relativ stabil geblieben (1998: 565 CHF/Monat und : 574 CHF/Monat). (E.1.) Der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch von Getreideprodukten (inkl. Mehl) ist über die Zeit von 1979/8 bis 21/2 konstant auf 7-74 kg pro Person und Jahr geblieben. (E.2.) Der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch von Früchten und Gemüse ist seit 1987/88 bis 21/2 stabil: Früchte um 84 kg und Gemüse um 9 kg pro Person und Jahr im Jahr 21/2. (E.2.) Der Salzkonsum der Genfer Wohnbevölkerung (35-74-Jährige) hat sich zwischen 1993 und 24 nicht verändert (Männer: 11 g, Frauen: 8 g). (E.5.) Der Anteil der nicht stillenden Mütter hat sich zwischen 22 und 27 nicht verändert (11). (E.7.) Zwischen 1979/8 und 21/2 hat sich der jährliche Pro-Kopf- Verbrauch von Milchprodukten (von 163 kg auf 135 kg pro Person und Jahr) verringert (E.2.) Der tägliche Konsum von Früchten und Gemüse ist zwischen 1992 und 22 eher zurückgegangen (1992: 89 Gemüse- und 75 Früchtekonsum an 6-7 Tagen pro Woche / 22: 83 Gemüse- und 7 Früchtekonsum an 6-7 Tagen pro Woche). Aktuell (27) essen 71 der Schweizer Wohnbevölkerung weniger als 5 Portionen Früchte und Gemüse (E.3.) Der tägliche Konsum von Früchten hat bei den Jugendlichen ( Jährigen) zwischen 1994 (61) und 26 (41) abgenommen. (E.4.) 28 Wie essen und bewegen wir uns? Ernährungs- und Bewegungs-Trends in der Schweiz 29

16 Teil II: Entwicklungen und Trends der letzten Jahre Bewegungsverhalten (B) Der Anteil der körperlich Inaktiven ist seit dem Höhepunkt 1997 (39) im Jahr 27 wieder gefallen (32) (B.1.) Der Anteil der körperlich Aktiven hat zwischen 1992 (26) und 27 (32) zugenommen. (B.1.) Zwischen 1994 und 26 ist der Anteil inaktiver oder nur moderat aktiver Jugendlicher (11-15-Jährige) von 36 auf 3 zurückgegangen. Dieser Anteil ist jedoch immer noch sehr hoch. (B.2.) Die jährlich zu Fuss zurückgelegten Kilometer haben sich seit 1984 (365 km/jahr) verdoppelt (: 754 km/jahr). Zu beachten gilt jedoch, dass ein Teil dieser Zunahme auf Veränderungen der Erfassungsmethode zurückzuführen sind könnte. (B.4.) Die Dauer der täglichen Wegstrecken die zu Fuss und/oder mit dem Velo zurückgelegt werden, hat seit 22 (49) zugenommen (27: 57). (B.4.) Der Anteil der aktiven Jugendlichen (11-15-Jährige) mit vier und mehr Stunden Sport pro Woche ausserhalb des Schulunterrichts hat sich zwischen 1994 und 26 nicht verändert (37). (B.2.) Zwischen 24 und 27 hat sich die körperliche Aktivität im Alltag und bei der Arbeit kaum verändert: Lediglich ein Viertel ist im Alltag häufig aktiv, bzw. hat bei der Arbeit eine hohe körperliche Belastung. (B.4.) Die Anzahl der teilnehmenden Jugendlichen (1-2 Jährige) an Jugend+Sport-Angeboten ist über die letzen 5 Jahre relativ konstant geblieben (7 Teilnahmen pro Jahr). (B.7.) Die Anzahl der Aktivmitgliedschaften der 81 Mitgliederverbände von Swiss Olympic hat sich nach einer Abnahme zwischen 1995 und 2 (von 2.39 Mio. auf 2.6 Mio.) im Jahr 24 stabilisiert (2.4 Mio.). (B.8.) Körpergewicht (K) Der Anteil der normal- und untergewichtigen Jugendlichen (11-15-Jährige) welche ihr Gewicht als ungefähr richtig einschätzen ist zwischen 1994 (53) und 26 (61) gestiegen. (K.6.) Der Anteil der Übergewichtigen und Adipösen hat sich nach einer Zunahme zwischen 1992 (3) und 22 (38) im Jahr 27 auf hohem Niveau stabilisiert (37) (K.1.) Zwischen 199 und 22 ist der Anteil übergewichtiger Jugendlicher (11-15-Jährige) gemäss Befragungsdaten leicht angestiegen. In den letzen Jahren hat sich dieser Anteil nicht mehr verändert. In den drei Städten Basel, Bern und Zürich ist der Anteil der übergewichtigen und adipösen Kinder und Jugendlichen über die vergangenen vier Schuljahre relativ stabil geblieben (2 übergewichtig, ein Viertel davon adipös). (K.3.) Die Verteilung der Zufriedenheit mit dem eigenen Körpergewicht der Schweizer Wohnbevölkerung ist von relativ stabil geblieben. (K.5.) Der Wunsch nach einer Gewichtsveränderung hat sich bei den Jährigen in den 5 Jahren von kaum verändert (unabhängig vom Körpergewicht) (K.7) Der durchschnittliche BMI der Gruppe der übergewichtigen Personen (BMI ) ist über die Jahre relativ konstant geblieben: BMI 28 kg/m 2. (K.8) Übergewichtige Jugendliche (11-15-Jährige) schätzen ihre Gewicht vermehrt als ungefähr richtig oder zu niedrig ein: 1994:16, 2: 2 (K.6.) Die jährlich mit dem Fahrrad zurückgelegten Kilometer der Schweizer Wohnbevölkerung ab 1 Jahren sind nach einer Zunahme zwischen 1998 (292 km/jahr) und 2 (355 km/jahr) im Jahr (285 km/jahr) zurückgegangen. (B.4.) 3 Wie essen und bewegen wir uns? Ernährungs- und Bewegungs-Trends in der Schweiz 31

17 Teil II: Entwicklungen und Trends der letzten Jahre Gesundheitszustand (G) Der Bevölkerungsanteil, welcher seinen Gesundheitszustand als gut oder sogar sehr gut einschätzt hat zwischen 22 und 27 leicht zugenommen (von 86 auf 87) (G.5) Die Anzahl Sportunfälle ist über die Jahre 1997 bis relativ stabil geblieben (zwischen 281 und 34 Unfälle) mit einem Peak im Jahr 23 mit einem wetterbegünstigten Sommer (318 Unfälle). (G.4.) Rahmenbedingungen und Angebote (R) Die Anzahl der erfassten Bewegungsförderungsprogramme für Kinder und Jugendliche in der Datenbank der Eidg. Hochschule Magglingen (EHSM) ist zwischen 27 und 28 um 15 Projekte angestiegen (von auf 4 Projekte). Mehr als die Hälfte der neuen Projekte widmen sich dem Thema bewegungsfreundliche Schule. (R.5.) Die Einnahme von Medikamenten gegen nicht übertragbare Krankheiten mit einem Bezug zu Ernährung und Bewegung haben zwischen 22 und 27 leicht zugenommen, am meisten die Mittel gegen zu hohes Cholesterin (von 5 auf 6). (G.1.) Der Anteil derjenigen Personen, welche über Schwierigkeiten bei alltäglichen Verrichtungen klagen, ist zwischen 1992 und 22 stabil geblieben (auf 3) und im Jahr 27 auf 6 gestiegen. (G.3.) Zwischen 22 und 27 ist der Anteil stark optimistischer Personen von 77 auf 73 zurückgegangen. (G.6.) Die Kosten von Übergewicht und Adipositas haben sich von 21 bis 27 mehr als verdoppelt: von 2.7 Mrd. CHF auf 5.8 Mrd. CHF. Ein Teil dieser Zunahme könnte jedoch auch auf die allgemenie Kostenentwicklung im Gesundheitswesen und die verbesserte Schätzung zurückzuführen sein. (G.7.) 32 Wie essen und bewegen wir uns? Ernährungs- und Bewegungs-Trends in der Schweiz 33

18 34 Wie essen und bewegen wir uns? Ernährungs- und Bewegungs-Trends in der Schweiz 35

19 Impressum Bundesamt für Gesundheit (BAG) Herausgeber: Bundesamt für Gesundheit Publikationszeitpunkt: Juni 21 Tet, Fachbegleitung & Unterstützung Nadine Stoffel-Kurt (Projektleitung), Kathrin Favero, Liliane Bruggmann, Esther Camenzind- Frey (Bundesamt fü Gesundheit), Urs Mäder (Bundesamt für Sport), Gabriele Wiedenmayer, Ueli Oetliker (Bundesamt für Statistik), Günter Ackermann (Gesundheitsförderung Schweiz), Florence Moreau-Gruet (Schweizerisches Gesundheitsobservatorium), Hanspeter Stamm, Doris Wiegand, Markus Lamprecht (Observatorium Sport und Bewegung Schweiz / L&S Sozialforschung und Beratung AG) Layout: Silversign GmbH, visuelle Kommunikation, Bern Fotos: Fotolia Diese Publikation erscheint in deutsch, französisch, italienisch und englisch. BAG-Publikationsnummer: OeG d 1 f 5 i 1 e 2EXT16 BAG, Direktionsbereich Öffentliche Gesundheit, 33 Bern Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier 36 Wie essen und bewegen wir uns?

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