BULLETIN DER NEST SAMMELSTIFTUNG JULI notabene #34 3 SEMINAR FÜR MENSCHEN AB DAS ANLAGEJAHR INVESTMENT IN BRUGG/WINDISCH

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1 BULLETIN DER NEST SAMMELSTIFTUNG JULI 2012 notabene #34 3 SEMINAR FÜR MENSCHEN AB DAS ANLAGEJAHR INVESTMENT IN BRUGG/WINDISCH

2 Ihr Alterskapital ist in guten Händen Liebe Leserin, lieber Leser Pensionskassen sind immer wieder ein Thema in den Medien. Stehen Sie mitten im Erwerbsleben und fragen sich, ob Ihre Alters rente gesichert ist? Oder machen Sie sich als Pensionierte ähnliche Gedanken? Wer bei Nest versichert ist, kann sich entspannen. Unsere Anlageprofis haben wiederum eine bessere Rendite erzielt als der Durchschnitt der Schweizer Pensionskassen. Das ist bemerkenswert, denn wir beachten dabei seit eh und je strenge ökologische und ethische Kriterien. Mit Ihrem Alterskapital tätigen wir verantwortungsvolle Investitionen. Damit tragen Sie und wir dazu bei, dass sich Wirtschaft, Lebensraum und Gesellschaft dauerhaft sinnvoll entwickeln. Zudem reagieren wir auf die wirtschaftlichen und demografischen Veränderungen und aktualisieren unsere Berechnungslagen entsprechend. Auch das Reglement passen wir laufend dem gesellschaftlichen Wandel an. Verhält sich Nest gesetzeskonform? Bietet Nest genügend Sicherheit, damit alle Verpflichtungen gegenüber den Versicherten erfüllt werden können? Ja! Nicht nur die Verantwortlichen von Nest beurteilen dies laufend. Auch unser externer Experte und die Aufsichtsorgane von Kanton und Bund kontrollieren regelmässig aufgrund von Gutachten. Sie und mit Ihnen weitere Versicherte in über 2500 Betrieben vertrauen das Vorsorgekapital der Nest Sammelstiftung an. Es ist bei uns in guten Händen. Ihr Nest-Team Inhalt 2 Editorial 3 Vorbereitung auf die Pension 5 Nest in der Westschweiz 6 Neues für Konkubinat und Versicherte ab Alter 58 8 Interview mit Pensionskassenexperte Christoph Furrer 10 Das Anlagejahr Attraktives Investment in Brugg/Windisch 14 BE Netz, Ebikon, Solar- und Heizanlagen 15 Nest unterzeichnet UNPRI 2 NOTABENE 34 JULI 2012

3 SEMINAR FÜR MENSCHEN AB 58 Vorbereitung auf die Pensionierung Mit den Veranstaltungen für angehende Pensionierte kommt Nest einem grossen Bedürfnis entgegen. Thematisiert werden finanzielle Aspekte, Auswirkungen auf das Leben im Alltag und die Gestaltung des neuen Lebensabschnittes. Dieses Seminar wurde nun zum zweiten Mal durchgeführt, und der Erfolg des Aufrufs war so gross, dass weitere sechs Seminare organisiert werden. Von Nest waren Andrea Roos, Gabriela Portmann und Alois Alt anwesend. Teilgenommen haben 23 Frauen und 16 Männer. Fünf der Teilnehmenden sind im Ausland geboren, eine Person plant, nach der Pensionierung ins Ausland zurückzukehren. Etwa ein Drittel der Anwesenden arbeitet Teilzeit. Alle Teilnehmenden erhielten einen umfang reichen Ordner betitelt «Focus Lebens perspek tiven» und ein Mäppli, das von Nest zusammengestellt worden war. Die ZKB verteilte drei Broschüren: «Finanzplanung der ZKB», «Leitfaden für Ehevertrag, Testament und Erbschaft» und «Finanzberatung der ZKB». Nach der Begrüssung durch Andrea Roos führte Silvio Rapelli der Focus Coaching AG loc ker und sehr sympathisch und mit Hilfe einer Power-Point-Präsentation durch den Vormittag. Den Ordner dürfen die Teilnehmer nach Hause nehmen, und er ist so ausführlich aufgebaut, dass die Texte, Checklisten und Adressen auch nach dem Seminar sehr nützlich und hilfreich sind in der Auseinandersetzung mit der kommenden Pensionierung. Interaktives Mitmachen wird im Vortrag immer wieder eingestreut, und es werden Gruppen gebildet, die aufgefordert sind, sich mit gewissen Themen auseinanderzusetzen. Die AHV ist ein ausführliches Thema und wird mit Beispielen gut erläutert. Beziehungsnetz, Sport, Lebensqualität werden ebenso thematisiert wie Gesundheit, Versicherungen und Budgets. Immer wieder wird auch Gelegenheit geboten, Fragen zu stellen, die kompetent und ausführlich von Herrn Rapelli, Andrea Roos und Alois Alt beantwortet werden. Andrea Roos informiert zu Pensionierungsvarianten, zu Leistungen, zu Punkten, die bei JULI 2012 NOTABENE 34 3

4 WO STEHE ICH HEUTE UND WOHIN SOLL MEIN WEITERER LEBENSWEG FÜHREN? Berufliche Festigung, Weiterbildung, Um- und Neuorientierungen Geburt Berufliche Karriere, Familie Schuleintritt, Berufswahl, Pubertät Ablösung vom Elternhaus, Verheiratung Lebensmitte War das alles? Was will/kann ich noch? Festigung oder Second Career? (Früh-)Pensionierung Tod Hohes Alter mit Hilfsbedürftigkeit und Verlusten Nachberufliche, aktive Lebensgestaltung Nest speziell sind. Auch hier werden Beispiele aufgezeigt, die alles verständlicher machen. Es wird auch nicht verschwiegen, dass der Zinssatz für das Alterssparkapital per auf 1,5 Prozent sinken wird und dass möglicherweise per 2014 eine weitere Senkung des Umwandlungssatzes auf 6,8 Prozent kommen wird. Bei diesen Fragen ist das Interesse besonders rege, und Andrea Roos erweist sich als kompetente Beraterin. Am Nachmittag referiert Kurt Notter von der ZKB. Als erstes werden Ausschnitte von Loriots Film «Papa ante portas» gezeigt. Dieser Teil handelt vor allem von Finanzanlagen. Die Demografie der nächsten 50 Jahre wurde kurz aufgezeigt, die Frage erörtert, ob Kapital oder Rente gewählt werden soll. Auch das Erbrecht wurde erklärt. Kurt Notter warnte ausdrücklich vor Scharla tanen. Zweimal waren Kaffee und Gipfeli angesagt, und das Mittagessen war fein und reichhaltig. 4 NOTABENE 34 JULI 2012

5 NEST IN DER WESTSCHWEIZ Eine erfreuliche Entwicklung Die Nest-Niederlassung in der Westschweiz ist eine Erfolgsgeschichte. Sie zählt heute zwei Mitarbeiterinnen, die sich um die Anliegen von West schweizer Unternehmen im Zusammenhang mit der zweiten Säule kümmern. LINKS eröffnete Nest in Genf ein Büro für die Westschweiz. Caroline Schum war verantwortlich für die Profilierung von Nest in der Westschweiz und den Aufbau einer Niederlassung zur Beratung von Unternehmen beim Thema berufliche Vorsorge. Anfänglich war das Westschweizer Büro zur Untermiete in den Geschäftsräumlichkeiten eines Vereins gegen Jugendgewalt. Das war aber nur eine provisorische Lösung, bis man zusammen mit der Alternativen Bank Schweiz gemeinsame Büroräume fand war es dann soweit: Nest und das Genfer Informationsbüro der Alternativen Bank Schweiz konnten schöne Büroräumlichkeiten an idealer Lage direkt neben dem Bahnhof Cornavin be ziehen. Reaktion auf die Nachfrage Das Interesse an Nest ist in der Westschweiz sehr schnell gewachsen. Verschiedene Unternehmen waren bereits vorher mit der Philosophie von Nest vertraut und wünschten sich eine Zusammenarbeit mit einer Vorsorgeeinrichtung, die sich an ökologischen und ethischen Gesichtspunkten orientiert. Doch die Sprachbarriere in Kombination mit einer nicht immer einfach zu verstehenden Materie erwies sich als zu grosses Hindernis. So nahmen dann auch be - reits im ersten Jahr nach der Eröffnung mehrere Unternehmen mit dem Westschweizer Büro Kontakt auf. Die Zahl der angeschlossenen Betriebe in der Westschweiz stieg innerhalb von vier Jahren von etwas über 70 im Jahr 2008 auf mehr als 200. Das ist eine sehr erfreuliche Entwicklung; die Niederlassung zählt heute zwei Mitarbeiterinnen. Seit Dezember 2011 wird Caroline Schum bei der Leitung der Niederlassung, der Erstellung von Offerten und der Bearbeitung von Anfragen angeschlossener Betriebe von Martine Gaillard unterstützt. «Wir sprechen die gleiche Sprache wie die Unternehmen. Das hat den Erfolg von Nest in der Westschweiz beflügelt.» Gut etabliert Nest ist an verschiedenen Anlässen in der Westschweiz vertreten. So nimmt die Sammelstiftung jedes Jahr am «Festival de la Terre» in Lausanne und seit der Lancierung 2010 auch am «Swisstainability Forum G21» teil dem ersten Treffen in der Westschweiz von Vertretern aus der Wirtschaft und Verfechtern einer nachhaltigen Entwicklung. Im Mai 2012 nahm Nest zum ersten Mal am Forum des Verbands Schweizerischer Versicherungsbroker (ACA Association Suisse des Courtiers en Assurance) teil, wo sie sich als ökologisch-ethische Pensionskasse rund hundert Brokern präsentieren konnte. Ferner wurde Nest Mitglied in der Chambre de l économie sociale et solidaire de Genève, APRES-GE (Kammer für eine soziale und solidarische Wirtschaft). Dieser Verband vereint 250 Unternehmen, die sich für eine Wirtschaft einsetzen, bei der der Mensch und nicht der Gewinn im Zentrum steht, und die ihre Geschäftstätigkeit nach ethischen, sozialen und ökologischen Gesichtspunkten ausrichten. Weiter hat Nest 2009 auch die Lancierung der Chambre de l économie sociale et solidaire vaudoise (APRES-VD) unterstützt. Attraktive Prämien, Transparenz und qualitativ gute Dienstleistungen gehören zu den Grundwerten von Nest und tragen natürlich zur guten Entwicklung der Niederlassung in der Westschweiz bei. JULI 2012 NOTABENE 34 5

6 ANPASSUNGEN IM REGLEMENT Neues für Konkubinat und Versicherte ab Alter 58 An der letzten Delegiertenversammlung wurden Reglementsänderungen genehmigt. Sie bringen Neuerungen für Konkubinatspaare mit getrenntem Wohnsitz und für Versicherte ab Alter 58, deren Lohn reduziert wird. Traditionell versteht man unter einem Konkubinat ein Paar, das zusammen in einer gemeinsamen Wohnung lebt. Ein Gerichtsurteil legt nun aber fest, dass von einem Konkubinat auch gesprochen werden kann, wenn das Paar getrennte Wohnsitze hat. Nest verlangt Nachweis für Konkubinat Nach dem Tod einer versicherten Person muss die überlebende Person nachweisen, dass ein Konkubinat bestanden hat und dass ein Anspruch auf eine Partnerinnen- bzw. Partnerrente besteht (siehe Tabelle 1 unten). Unter anderem muss belegt werden, dass das Paar in einer gemein samen Wohnung lebte; beispielsweise mit einem gemeinsam unterschriebenen Mietvertrag oder mit einer Bestätigung der Einwohnerkontrolle, allenfalls auch mit einem Konkubinatsvertrag. Dieser ist aber bei Nest nicht nötig für Paare, die in einer gemeinsamen Wohnung gelebt haben. Neu: Konkubinatsvertrag zwingend bei getrennten Wohnungen Das Reglement von Nest schreibt neu vor, dass ein Konkubinat mit getrennten Wohnungen mit einem Konkubinatsvertrag belegt werden muss. Dieser Konkubinatsvertrag kann nicht nachträglich, sondern muss zwingend noch zu Lebzeiten verfasst und Nest eingereicht werden (siehe Tabelle 2 nebenstehend). Damit soll verhindert werden, dass nach dem Tod der versicherten Person jemand behaupten kann, er/sie habe mit der verstorbenen Person ein Konkubinat geführt, ohne zusammenzuwohnen. Konkubinatsvertrag: Ja oder Nein? Nest verlangt nur die Einreichung von Konkubinatsverträgen zu Lebzeiten für Paare, die nicht zusammenwohnen. Für Paare mit gemein samem Wohnsitz kann der Abschluss eines solchen Vertrages ebenfalls Sinn machen. Nest nimmt diese zu Lebzeiten der versicherten Person jedoch 1 VORAUSSETZUNG FÜR EINE KONKUBINATSRENTE In Artikel 29 Absatz 3 des Reglements wird definiert, unter welchen Voraussetzungen Anspruch auf eine Konkubinatsrente besteht: «Die Konkubinatspartnerin bzw. der Konkubinats partner einer verstorbenen versicherten Person hat Anspruch auf eine lebenslängliche Parnerinnen- bzw. Partnerrente, sofern sie bzw. er a. für den Unterhalt mindestens eines Kindes aufkommen muss, welches vor dem Tod gemeinsam betreut worden ist oder b. älter als 35 Jahre ist, das Konkubinat bis zum Tod der versicherten Person ununterbrochen mindestens fünf Jahre gedauert hat und eine der folgenden zwei Bedingungen erfüllt ist: Die versicherte Person wohnte während der letzten fünf Jahre bis zu ihrem Tod mit dem Partner bzw. der Partnerin in einer gemeinsamen Wohnung, oder sie hat zu Lebzeiten einen von beiden Partnern unterzeichneten Konkubinatsvertrag eingereicht. Die hinterlassene Person meldet der Stiftung ihren Anspruch innert dreier Monate nach dem Tod der versicherten Person an.» 6 NOTABENE 34 JULI 2012

7 nicht entgegen, um den administrativen Aufwand niedrig zu halten. Lohnreduktion ab Alter 58 Wird der Lohn reduziert, hat dies auch Folgen für die Pensionskasse: Der versicherte Lohn nimmt ab, die jährlichen Altersgutschriften sinken. Dadurch wird das Altersguthaben und somit auch die Altersrente tiefer ausfallen. Dies kann jetzt vermieden werden. Neu erlaubt das Gesetz, und damit das angepasste Nest-Reglement, dass ein höherer als der erzielte Lohn versichert wird. Dabei gelten folgende Bedingungen: Die versicherte Person muss das 58. Altersjahr vollendet haben. Der Lohn wird um nicht mehr als die Hälfte reduziert. Die Weiterversicherung des bisherigen Lohnes muss Nest spätestens bis zur Auszahlung des reduzierten Lohnes mitgeteilt werden. Der Arbeitgeber muss sich an den Beiträgen für die Versicherung des höheren Lohnteiles nicht beteiligen. Zum Beispiel Anna R. Mit 59 reduziert Anna R. ihr Arbeitspensum, ihr Lohn reduziert sich deshalb von auf Franken. Sie kann nun verlangen, dass der bisherige Lohn versichert bleibt. Allerdings muss sie die Beiträge für den zu hohen Lohnteil von Franken selbst bezahlen; der Arbeitgeber kann, muss sich daran aber nicht beteiligen. 2 KONKUBINATSVERTRAG Nest stellt auf Wunsch ein Muster für einen Konkubinats ver trag zur Verfügung. Das Paar kann aber den Wortlaut auch selbst formulieren. Es ist jedoch wichtig, dass der Vertrag folgende Punkte enthält: Bestätigung, dass das Paar eine ununterbrochene Lebens gemeinschaft führt und ab welchem Zeitpunkt. (Anspruch auf eine Konkubinatsrente besteht u.a. nur dann, wenn das Konkubinat mindestens fünf Jahre gedauert hat.) Bestätigung, dass das Paar nicht verheiratet ist und auch nicht in einer registrierten Partnerschaft lebt. Allenfalls ist aufzuführen, für welche Kinder das Paar gemeinsam für den Unterhalt aufkommt und dass es diese gemeinsam betreut. JULI 2012 NOTABENE 34 7

8 PENSIONSKASSENEXPERTE CHRISTOPH FURRER Mathematik und Musik sind seine Leidenschaft Der Nest-Stiftungsrat hat im Januar 2012 dem renommierten Büro Deprez Experten AG ein Mandat erteilt. Betreut wird es vom Experten Christoph Furrer, einem bestens ausgewiesenen Spezialisten. Im persönlichen Gespräch haben wir mehr über ihn und seine Tätigkeit erfahren. Die Vorgaben für Pensionskassenexperten wurden verschärft. In welcher Hinsicht? Neu wurden die Aufgaben des obersten Organs bei Nest ist dies der Stiftungsrat und des Experten klarer definiert und abgegrenzt. Der beauftragte Experte muss eine von der Pen sionskasse unabhängige Person sein. Können Sie als Auftragnehmer wirklich unabhängig sein? Ja, absolut. Ich lasse mich in meiner Tätigkeit nicht von Beziehungen oder Freundschaften oder von dem wirtschaftlichen Interesse, das ich im Zusammenhang mit einem Mandat durchaus auch habe, leiten. Wenn es die Situation erfordert, lege ich auch Unangenehmes auf den Tisch. Das hat der Stiftungsrat von Nest klar gewünscht. Oberstes Ziel ist nicht das Fortbestehen des Mandates, sondern das Fortbestehen der Pensionskasse. Unser Büro ist klein und inhabergeführt. Wir gehören keinem grossen Netzwerk an, bei dem finanzielle Zielvorgaben zu erfüllen sind. Auch das macht uns unabhängig. Welche Tätigkeiten umfasst Ihr Mandat? Die zentrale Aufgabe ist die periodische Überprüfung der Sicherheit der Stiftung. Im Rahmen dieser Überprüfung gebe ich Empfehlungen ab, insbesondere zum technischen Zinssatz, zu den technischen Rückstellungen, zu den Leistungen der Kasse und zu deren Finanzierung. Eine weitere gesetzliche Aufgabe besteht in der Prüfung, ob die reglementarischen Bestimmungen, welche die Finanzierung und die Leistungen betreffen, dem Gesetz entsprechen. Zudem führe ich Berechnungen durch, insbesondere im Zusammenhang mit den Jahresabschlüssen. Die Stiftung kann uns weitere Aufträge erteilen, zum Beispiel die Vorprüfung oder Mitwirkung bei der Anpassung von Reglementen. Was bringt Ihre Arbeit den Versicherten? Jede versicherte Person hat ja ein grosses In teresse daran, dass «ihre» Kasse finanziell stabil ist. Unsere Arbeit gibt den Versicherten Sicherheit. Sie können sich darauf verlassen, dass wir als Experten zusammen mit Nest das finanzielle Gleichgewicht im Fokus haben. Was zeichnet Sie und das Büro Deprez aus? Bei uns sind drei Mitarbeiter angestellt: Zwei Pensionskassenexperten, die zugleich Mathema tiker sind, und ein junger Mitarbeiter in Ausbildung, der letztes Jahr mit dem Master in Statistik an der ETH abgeschlossen hat. Dementsprechend sind wir in versicherungstechnischen Frage stellungen sehr stark. Wir vertreten eine langfristige Optik, das heisst, wir rechnen nicht nur, sondern wir zeigen auch die Konsequenzen auf und schätzen Entwicklungen ab. Besonders geschätzt werden unsere jahrzehntelange Erfahrung und unsere Fähigkeit, auch komplizierte Christoph Furrer ist dipl. Mathematiker ETH, dipl. Pensionskassenexperte und Mitarbeiter der Deprez Experten AG. Vor seinem Eintritt ins Büro Deprez war er viele Jahre als Mathematiker und Abteilungsleiter bei der Pensionskasse Stadt Zürich tätig. Er hat sich unter aanderem als Verfasser von technischen Grundlagen für Pensions versicherungen einen Namen gemacht. Christoph Furrer lebt mit seiner Frau Vivia in Zürich-Hottingen. Das Paar hat zwei erwachsene Söhne. 8 NOTABENE 34 JULI 2012

9 AUFGABEN DES PENSIONSKASSEN- EXPERTEN Jede Pensionskasse ist gesetzlich verpflichtet, einen externen, von der Ober aufsicht zu gelassenen Pensionskassen - experten zu bestimmen. Voraussetzung für die Zulassung als Experte ist in der Regel das entsprechende eidgenössische Diplom. Der Experte muss periodisch prüfen, ob die Pen sionskasse genügend Sicherheit bietet, dass sie ihre Verpflichtungen erfüllen kann. Die Resultate dieser Überprüfung hält er in einem Gutachten zuhanden des Stiftungsrates fest, das auch der Stiftungsaufsicht zur Kenntnis gebracht werden muss. Der Nest-Stiftungsrat gibt nicht, wie dies bei vielen Kassen der Fall ist, nur alle drei Jahre, sondern jedes Jahr ein solches schriftliches Gutachten in Auftrag. Sachverhalte verständlich zu präsentieren. Unser Wissen setzen wir nicht nur als Experten für den Stiftungsrat, sondern gerne auch als Fachberater für die Geschäftsführung ein. Was reizt Sie an der Aufgabe für Nest? Mit Nest vergrössert sich die Vielfalt unserer Auftraggeber. Das ist spannend. Die ökologischethisch-soziale Ausrichtung und der wirtschaftliche Erfolg sind eindrücklich. Es lohnt sich, sich für die Sammelstiftung Nest einzusetzen. Sie ist ein attraktives Modell, unter anderem für Unternehmen, die ihre eigene Pensionskasse aufgeben wollen und eine solidarische Vorsorgelösung suchen. Wie beurteilen Sie die Situation bei Nest? Es geht immer um eine Gesamtbeurteilung und nicht um einzelne Kennziffern. In der Öffentlichkeit steht der kurzfristig variierende Deckungsgrad zu stark im Fokus. Ebenso relevant sind andere Faktoren. Nest zeichnet sich beispielsweise durch ein gutes Verhältnis zwischen Aktiven und Pensionierten aus das heisst, sie hat verhältnismässig wenig Rentnerinnen und Rentner. Nest ist in den letzten Jahren beachtlich gewachsen bei den Versicherten ebenso wie beim Anlagevermögen. Dass der Stiftungsrat in Zukunft auf qualitatives Wachstum und Sicherheit setzt, ist richtig. Wie sehen Sie die Zukunft der autonomen Sammelstiftungen? Sie sind einerseits gefragt im Markt, andererseits besteht die Gefahr, dass die autonomen Sammelstiftungen, wenn sie unvorsichtig agieren, unter eine verstärkte Aufsicht kommen werden. «Wachstum um jeden Preis» darf nicht das oberste Ziel sein. Was lieben Sie besonders an Ihrem Job? Es ist das Bewusstsein, eine wichtige Aufgabe zu leisten. Und ich schätze es, dass ich nicht nur im stillen Kämmerlein arbeite, sondern sehr oft persönlichen Austausch mit meinen Kunden habe. Mein Job ist vielfältig: Ebenso wichtig wie Mathe matik sind Kommunikation, Präsentation und juristische Themen. Und was fasziniert Sie in der Freizeit? Unter anderem treibe ich gerne Sport und musiziere viel mit meinen diversen Gitarren oder neuerdings auch mit meiner Ukulele. Musik und Mathematik verbindet übrigens vieles: klare Strukturen, Analogien, Variationen und Wiederholungen. GUT ZU WISSEN Umwandlungssatz Das angesparte Altersguthaben kann mit einem Kuchen verglichen werden. Der Umwandlungssatz legt fest, wie gross die Kuchenstücke sind, die wir ab unserer Pensionierung jährlich abschneiden dürfen. Je tiefer der Umwandlungssatz, desto kleiner sind die Kuchenstücke und desto länger reicht der Kuchen und umgekehrt. Technischer Zinssatz Der technische Zinssatz dient als Rechnungsannahme: Wie hoch kann das für die Rentenzahlungen zurückgestellte Kapital verzinst werden? Je nach zugrunde gelegtem technischem Zins ergibt sich für dasselbe Kapital eine höhere oder tiefere Rente. Da dieser Zinssatz über die gesamte Laufzeit der Pension (inkl. allfälligen späteren Hinterlassenenrenten) gelten soll, muss er vorsichtig vorausschauend gewählt werden. Der technische Zins hat nichts mit der Verzinsung der Altersguthaben der aktiven Versicherten zu tun. Deckungsgrad Von einem Deckungsgrad von 100 Prozent spricht man, wenn das vorhandene Vermögen der Pensionskasse gerade den Vorsorgekapitalien und Rückstellungen entspricht, die aus versicherungstechnischer Sicht erforderlich sind. JULI 2012 NOTABENE 34 9

10 DAS ANLAGEJAHR 2011 Positiv trotz schwierigem Umfeld Nest erzielte 2011 eine Rendite von 1,8 Prozent auf den Vermögensanlagen. Dies ist im schweizweiten Vergleich erfreulich, liegt doch der Pensionskassenindex Credit Suisse * bei minus 0,56 Prozent. Das Anlagevermögen stieg von 1007 auf 1120 Millionen Franken. R VERMÖGENSSTRUKTUR ENDE 2011 Aktien Emerging Markets 2,8 % Aktien Ausland ex Schweiz 13,2 % Aktien Schweiz 6,9 % Obligationen in FW (hedged) 7,4 % Obligationen in CHF 27,3 % R RENDITEN ANLAGEKLASSEN 2011 Obligationen CHF 4,9 Private Equity 3,2 % Darlehen und Hypotheken 4,1 % Liquidität 7,9 % Immobilien Schweiz 25,2 % Immobilien Ausland ex Schweiz Diverse (ILS) 1,1 % Wesentlich zum positiven Resultat beigetragen haben die kontinuierlich erhöhte Liquiditätshaltung, die tiefe Aktienquote und sehr gute Ergebnisse der Anlagekategorien «Obligationen» und «Immobilien». Die erzielte Rendite übersteigt den Mindestverzinsungssatz jedoch nur knapp. Schwieriges Anlageumfeld 2011 Das Jahr war geprägt von ausserordentlichen Ereignissen und Krisen: Der starke Tsunami in Japan führte zu einer atomaren Katastrophe, die sich verschärfende Krise der Staatsfinanzen ging einher mit Befürchtungen, einzelne Staaten könnten zahlungsunfähig werden. Dies führte zu tiefgreifenden Unsicherheiten an den Anlagemärkten und schwächte die Risikobereitschaft der Investoren ab. Nest reagierte mit einer konservativen Umsetzung der Strategie. Es wurden hohe Anteile an Nominalwerten (Liquidität, Obligationen) und Immobilien gehalten und risikoreichere Anlageformen wie Aktien im Vergleich zur Strategie untergewichtet. Obligationen FW 4,4 Aktien Schweiz 11,9 Aktien Global 7,9 Aktien Emerging Markets 10,8 Private Equity 12,8 Alternative Diverse 6,8 Immobilien Schweiz 6,5 Immobilien Ausland 4,7 * Der Pensionskassenindex der Credit Suisse basiert auf den aus gewiesenen Renditen der schweizerischen Vorsorgeeinrichtungen, deren Vermögenswerte bei der Credit Suisse deponiert sind. Die Daten sind breit abgestützt und repräsentativ Obligationen und Immobilien als Stütze Die Anlagegruppen «Obligationen» und «Immobilien» entsprechen einem Anteil von 61 Prozent am Gesamtvermögen. Die Eskalation der Eurokrise und die folgende Tiefzinspolitik der Notenbanken bescherten unserem Obligationenportfolio wiederum hohe Renditen. Erträge von 4,9 Prozent für Obligationen in Schweizer Franken und 4,4 Prozent für Obligationen in Fremdwährungen hatten wir zu Beginn des Jahres nicht erwartet. Von einer hohen Nachfrage profitierten die Immobilien. Mit Ausnahme einer kleinen Quote im Ausland ist das gesamte Immobilienportfolio in der Schweiz investiert. Es setzt sich zusammen aus direkten Anlagen in sieben Liegenschaften an attraktiven Standorten und indirekten Anlagen in einem diversifizierten Portfolio an Immobilienfonds und -aktien. Die überdurchschnittliche Rendite der indirekten 10 NOTABENE 34 JULI 2012

11 NEST AUF DEM PODEST Beim PK-Vergleich der «Sonntags Zeitung» erzielt Nest alljährlich Spitzenpositionen. So auch 2012: Zweiter Platz für Nest bei der Anlagerendite über fünf Jahre in der Kategorie «Unabhängige Sammelstiftungen»! R RENDITEN IN PROZENT DER LETZTEN 10 JAHRE 14% 12% 10% 8% 6% 4% 2% 0% 2% 4% 6% 8% 10% 12% 14% Nest ,7 % 7,9 % ,7 % 9,2 % CS PK-Index ,0 % 4,5 % Anlagen von 7,7 Prozent trug wesentlich zur gesamten Immobilien-Rendite von 6,5 Prozent bei. Schwieriges Aktienjahr Aktien partizipieren mit 22,9 Prozent am Gesamtvermögen. Sie sind aufgeteilt in Unternehmen der entwickelten Länder Schweiz und Ausland und die aufstrebenden Emerging Markets. Fortlaufende Korrekturen der Gewinnerwartungen liessen das prognostizierte Gewinnwachstum deutlich abnehmen. Besonders stark belastet wurden Unternehmen im Bereich der erneuerbaren Energien. Reduzierte Einspeisevergütungen und die aufstrebende Konkurrenz aus China liessen die Margen der Unternehmen sinken. Dies kam in überdurchschnittlich fallenden Aktienkursen zum Ausdruck. Im Vergleich zum Markt waren die Verluste der Aktien Schweiz und Ausland mit minus 11,9 Prozent bzw. minus 7,9 überdurchschnittlich hoch. Hingegen konnten die Verluste bei den Emerging Markets von minus 10,8 Prozent vergleichsweise gut eingedämmt werden. Die einzelnen Monatsrenditen bewegten sich in der Bandbreite von minus 8,2 bis plus 8,7 Prozent. Nach drei enttäuschenden Quartalen setzte im vierten Quartal eine Erholung ein. Alternative Anlagen Die Gruppe der alternativen Anlagen beeinflusst das Gesamtergebnis mit einem Anteil von 4,3 Prozent wenig. Innerhalb der Gruppe weisen ,9 % 12,2 % ,9 % 6,6 % ,6 % 2,0 % ,2 % 13,2 % ,6 % 10,8 % ,8 % 3,0 % ,8 % 0,5 % «Private Equities» die höchste Quote auf. Es wurden Zusagen (comittments) von 60 Millionen Franken für künftige Investitionen gesprochen. Opportunitäten werden sorgfältig ausgewählt. Deutliche Mehrrendite im langfristigen Vergleich Die seit 2002 auf dem investierten Anlagevermögen erzielte annualisierte Rendite von 3,65 Prozent darf sich im Konkurrenzvergleich sehen lassen Im Vergleich zum Pensionskassenindex der Credit Suisse* (2,37 Prozent) erzielte Nest jährlich eine markante Mehrrendite von 1,3 Prozent. Lediglich in zwei Jahren des letzten Jahrzehnts resultierte eine tiefere Rendite. Trotzdem: Den Launen der Finanzmärkte kann sich Nest nicht völlig entziehen. Das zeigen die Schwankungen der einzelnen Jahresrenditen. Die Extremwerte erreichten plus 10,7 Prozent (2003) und minus 9,2 Prozent (2008). Die Mehrrendite ist bemerkenswert, da Nest im Unterschied zu anderen Pensionskassen und Sammelstiftungen in Anlagen investiert, die ökologisch und ethisch strengen Kriterien standhalten. Dadurch ist das investierbare Anlageuniversum eingeschränkt. Daraus mindestens eine gleichwertige Rendite zu erzielen, stellt hohe Anforderungen. Dieses Ziel zu übertreffen auch über einen längeren Zeitraum zeugt von einer erfolgreich umgesetzten Anlagestrategie. Ausblick 2012 Im ersten Quartal 2012 wurde eine Rendite von 2,63 Prozent erreicht. Alle wichtigen Anlagekategorien konnten mit positiven Renditen zum guten Gesamtergebnis beitragen. Der im letzten Quartal begonnene Aufschwung der Aktien hat sich in den ersten Monaten des laufenden Jahres fortgesetzt. Die Tiefzinspolitik der Notenbanken bestimmt weiterhin die Finanzmärkte und liess damit im ersten Quartal für die Obligationen nochmals leicht positive Renditen zu. Weiter zulegen konnten auch die indirekten Immobilien (Fonds). Vor dem Hintergrund eines fortgesetzten schwachen weltwirtschaftlichen Wachstums rechnen wir im laufenden Jahr mit insgesamt positiven Renditen auf den Aktienanlagen, auch wenn nach dem starken Anstieg Korrekturen zu erwarten sind. Eine besondere Herausforderung sind die Anlagen in Obligationen. Das Potenzial weiterer tiefer Zinsen scheint ausgeschöpft zu sein. Es ist mit sehr bescheidenen Erträgen zu rechnen. Der schweizerische Immobilienmarkt wird weiterhin durch die günstigen Finanzierungskonditionen gestützt, wenn auch in einzelnen Gebieten die Preise für Wohneigentum stagnieren dürften. JULI 2012 NOTABENE 34 11

12 ATTRAKTIVES INVESTMENT IN BRUGG/WINDISCH Nest beteiligt sich am Campus Nordwestschweiz «Alles ist im grünen Bereich» titelte der «Aargauer General-Anzeiger». Die Kräne auf der Campus-Baustelle in Brugg/Windisch drehen weiter. Der Rohbau wurde am 18. Mai dieses Jahres fertiggestellt. VERMIETUNG unter «Erstvermietung Wohnen» Vor gut einem Jahr, am 14. Juni 2011, wurde der Grundstein gelegt. Heute ist der Campus-Neubau sichtbar am Wachsen, unsere Experten attestieren dem Bau hohe Qualität, und wir sind zuversichtlich, die Wohnungen auf Oktober 2013 vermieten zu können. Bereits heute nimmt die von uns für die Erstvermietung beauftragte Markstein AG Reservationen entgegen. Nest ist mit rund 14 Prozent am Campusgebäude beteiligt Mit dieser Quote hat sich Nest neben den fünfzig Wohnungen auf dem Dach des Gebäudes auch den gewerblichen Dienstleistungsbereich im Erdgeschoss gesichert. Dort werden sich eine Bank, ein Restaurant, eine Take-away, eine Tanzschule und weitere Gewerbebetriebe einmieten. Der Kanton Aargau als Haupteigentümer wird die Fachhochschule betreiben, und die Gemeinden Brugg/Windisch werden den neuen grossen Campus-Saal besitzen und entsprechende Veranstaltungen organisieren. Attraktive Wohnungen... Einmalig an diesem Projekt ist der Umstand, dass alle Wohnungen Attikawohnungen sind. Vom obersten Stockwerk des Fachhochschulkomplexes hat man eine schöne Aussicht über Brugg und Windisch. Das Gebäude erfüllt den Minergie-Standard und die NISV-Anforderungen. Die ökologischen Aspekte von Minergie Eco werden bei der Planung und Ausführung weitgehend erfüllt. Zudem sind alle Wohnungen, Aussenbereiche und Liftanlagen behindertengerecht ausgestaltet. Die zentrale Wärmeerzeugung erfolgt mittels Wärmepumpe (Grundwasser) und Gasheizkessel für Spitzenwärme; die Komfortlüftung mit wohnungseigenen Lüftungsgeräten arbeitet mit Wärmerückgewinnung, in allen Wohnräumen gibt es eine Frischluftzufuhr. Aber auch der moderne Komfort kommt nicht zu kurz: Die Küchen sind mit Apparaten der höchsten Energieeffizienz ausgerüstet, Waschmaschine und Tumbler stehen in allen Wohnun- 12 NOTABENE 34 JULI 2012

13 gen. Neben den geschalteten Steckdosen findet man Multimediadosen im Wohn-/Esszimmer, aber auch in allen Schlafzimmern. In allen Wohnund Schlafräumen sowie im Korridor wird Parkett verlegt, die Küche und die Nasszellen werden mit keramischen Platten bestückt.... und grosszügige Aussenräume Über die Eingangshallen der einzelnen Gebäude, die mit Türsprechanlagen mit Audio und Video ausgestattet sind, gelangt man in die Treppenhäuser und zu den Liften. Für Umzüge und Transporte steht ein zusätzlicher Warenlift zur Verfügung. Der Aussenraum im fünften Obergeschoss verfügt über Aufenthaltsplätze mit Pflanzentrögen und Sitzbänken. Ebenfalls auf dem Geschoss werden pro Wohnung ein Kellerabteil und mehrere grössere, abschliessbare Veloräume zur Verfügung gestellt. Die Parkplätze befinden sich im zweiten Unter geschoss in einer Einstellhalle mit direktem Zugang zu den Liftanlagen. Hier entstehen qualitativ hoch stehende Räume für viel fältige Nutzungen. Eine gute Planung und die optimale Zu sammenarbeit der beteiligten Unternehmen sind zentral für die erfolgreiche Realisation des Neubaus. «Nest investiert gezielt in attraktive Gebäude zum Wohnen, Arbeiten und Lernen. Diese müssen überdurchschnittliche Bewertungen nach ökologischen und sozialen Kriterien ausweisen.» JULI 2012 NOTABENE 34 13

14 VON DER VISION ZUM BOOM Sonnige Aussichten BE Netz aus Ebikon ist spezialisiert auf erneuerbare Gebäudeenergie. Die Firma installiert aber nicht nur ökologische Solar- und Heizanlagen für Kunden, sondern lebt umweltfreundliches Verhalten selber. Umwelt Arena und BE Netz: Die grösste gebäudeintegrierte Photovoltaikanlage der Schweiz. Bild: Umwelt Arena Die Mitarbeitenden von BE Netz verfolgen seit über zehn Jahren eine Vision: «Erneuerbare Energien einzusetzen, soll Standard sein. Das war nie weltfremd und ist heute erst recht sinnvoll und zukunftsgerichtet.» Was heutzutage unspektakulär klingt, galt früher als utopisch. Doch die Realität gibt den Pionieren recht: Der Bau von Solaranlagen boomt in der Schweiz. Partner mit Erfahrung Ob Einfamilienhaus oder Industriebau auf fast jedes Dach und Areal passt eine Solaranlage. Welcher Energieträger tatsächlich in Frage kommt, klärt BE Netz von Gebäude zu Gebäude individuell ab. Die Firma unterstützt ihre Kunden von der Entscheidung über die Realisation bis zur Inbetriebnahme neuer Anlagen. Zählt man die Fläche aller Solarmodule und Kollektoren zusammen, die BE Netz bis heute installiert hat, entspricht sie zehn Fussballfeldern! Unter den über 1000 Anlagen befinden sich die grösste Dünnschichtanlage (Bossard Arena Zug), die grössten Solarstromanlagen der Zentralschweiz (Betriebsareal Pistor AG, Rothenburg und Einkaufszentrum Länderpark, Stans) sowie die grösste gebäudeintegrierte Photovoltaikanlage (Umwelt Arena in Spreitenbach). Katasterpläne für Gemeinden Mit 20- jähriger Erfahrung in der Installation von PV und Solarthermischen Anlagen verfügt BE Netz über hohe Planungs- und Beratungs- Kompetenzen. So gehören Ingenieurleistungen zum Angebot der Firma. Unter anderem führt sie Solarberatungen und -kataster für Gemeinden aus. Zudem erstellt BE Netz Vorprojekte, unabhängige Ausschreibungen und Studien. Schulung als Zukunftsinvestition Trotz Boom ist die Solartechnologie noch eine junge Disziplin mit mangelndem Fachpersonal. BE Netz engagiert sich daher in der Schulung, entwickelt Aus- und Weiterbildungs unterlagen und führt Solarkurse durch. Mit der Beteiligung an Jugendsolarprojekten von Greenpeace leistet sie einen nachhaltigen Beitrag zur Ausbildung in der Solartechnologie. Potenziale zu entdecken, gehört für die Pioniere genauso dazu, wie Engagement und Innovation zu fördern. BE Netz AG Industriestrasse Ebikon LU Im Wingert 36a, 8049 Zürich BE Netz AG verzehnfachte ihren Umsatz seit 2004 auf 20 Millionen Schweizer Franken. Im Jahr 2011 bauten 35 Mitarbeitende 125 Photo voltaikanlagen mit einer Leistung von 3050 kwp und installierten 55 thermische xtor-fläche von 590 m². Seit 2004 realisierte das Team zudem 70 Projekte in der Heizungs- und Haustechnik. Gelebte Vision Auch im eigenen Alltag legt das BE-Netz-Team Wert auf umweltbewusstes Verhalten: mit erneuerbarer Energie im Eigenheim oder beim Arbeitsweg mit dem Velo, Bus oder Zug. Auf fossile Brennstoffe wird möglichst verzichtet. So macht das BE-Netz-Team die eigene Vision ein Stückchen realer. 14 NOTABENE 34 JULI 2012

15 NEST UNTERZEICHNET UNPRI Grundsätze für verantwortungsbewusste Investments Als erste Sammelstiftung der Schweiz bekennt sich Nest zu den internationalen Leitlinien der Vereinten Nationen für eine verantwortungsbewusste Anlagepolitik. Bis jetzt haben weltweit 1000 Unternehmen, darunter 52 aus der Schweiz, die Grundsätze unterzeichnet. UNPRI: United Nations Principles for Responsible Investment Die sechs Grundsätze zu Umwelt-, Sozial- und Corporate-Governance-Themen Die unterzeichnenden Unternehmen verpflichten sich zu ver antwortungsbewusstem Investment und bekennen sich zu Folgendem: UNPRI ist eine 2006 lancierte freiwillige Initiative von Investoren, die gemeinsam mit den Vereinten Nationen entwickelt wurde. Mit der Unterzeichnung der UNPRI der Principles for Responsible Investments bekennen sich die Unternehmen zur Beachtung der Grundsätze. Diese sind weltweit einheitlich und umfassen Umwelt-, Sozial- und Corporate-Governance- Themen. Dazu gehört unter anderem der Einbezug der Grundsätze in die Anlageentscheide, die 1. Wir beziehen diese sechs Grundsätze in unsere Analyse und Entscheidungsprozesse im Investmentbereich ein. 2. Wir engagieren uns als Aktionäre aktiv im Sinne der Grundsätze und berücksichtigen diese in unserer Aktionärspolitik und -praxis. 3. Wir fordern von den Unternehmen, in die wir investieren, eine angemessene Offenlegung bezüglich der Umwelt-, Sozial- und Corporate-Governance-Themen. 4. Wir helfen mit, die Akzeptanz und die Umsetzung dieser Grundsätze in der Investmentbranche voranzutreiben. 5. Wir arbeiten mit anderen Unterzeichnerfirmen zusammen, um die Wirksamkeit bei der Umsetzung dieser Grundsätze zu steigern. 6. Wir berichten regelmässig über unsere Aktivitäten und unsere Fortschritte bei der Anwendung der Grundsätze. Einflussnahme als Aktionäre, das Engagement für die Durchsetzung der Grundsätze in der Investmentbranche, die Zusammenarbeit mit anderen Unterzeichnenden und das Reporting über die eigenen Aktivitäten und Fortschritte. Die Umsetzung der sechs Prinzipien können die Unternehmen frei gestalten. Sie verpflichten sich zu einem jährlichen Bericht über die getroffenen Massnahmen und den Stand der Umsetzung. Die Zentrale von UNPRI bewertet jedes einzelne Unternehmen. Die Resultate und erzielten Fortschritte werden im globalen Jahresbericht zusammengefasst. Ein logischer Schritt Seit jeher investiert Nest die Vorsorgegelder nach ökologischen und ethischen Gesichtspunkten. Die Unterzeichnung der UNPRI-Grundsätze ist ein logischer Schritt. Nest ist überzeugt, dass deren sorgfältige Beachtung von Bedeutung ist für die langfristige Rendite ebenso wie für die nachhaltige Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft. Durch die Zusammenarbeit mit anderen Unterzeichnenden eröffnen sich für Nest zudem neue Möglichkeiten, beispielsweise durch den internationalen Erfahrungsaustausch oder die verstärkte Einflussnahme als Aktionäre. In guter Gesellschaft Heute legen Versicherte vermehrt Wert darauf, dass ihre Vorsorgegelder verantwortungs bewusst angelegt werden. Die UNPRI-Mitgliedschaft signalisiert dies deutlich und stärkt das Vertrauen in Nest ebenso wie die Tatsache, dass zwei wichtige Partner diesem Netzwerk ebenfalls angehören: Einerseits Inrate, Expertin für die Überprüfung von Anlagen betreffend Nach haltig keit, und andererseits Ethos, die schweize rische Stiftung für nachhaltige Entwicklung. JULI 2012 NOTABENE 34 15

16 NOTABENE 34 nest 1. Rang in der Rendite über 10 Jahre NEST AUF DEM PODEST Beim PK Vergleich der SonntagsZeitung erzielt Nest alljährlich Spitzenpositionen. So auch 2012: Zweiter Platz für Nest bei der Anlagerendite über fünf Jahre in der Kategorie «Unabhängige Sammelstiftungen». Nest liegt im Vergleich zu allen anderen Versicherern und unabhängigen Sammelstiftungen auf dem 1. Rang bei der Anlagerendite über die letzten 10 Jahre! AUSBLICK: DELEGIERTEN VERSAMMLUNG Die diesjährige Delegiertenversammlung findet am 20. September um 15 Uhr im Volkshaus Zürich statt. Den angeschlossenen Betrieben wird Nest die detaillierten Unterlagen fristgemäss zu stellen. Wir freuen uns, dass nach dem offiziellen Teil Herr Dr. Christian Wenk ein Referat über die Herausforderungen des Lebens nach einem schweren Unfall halten wird. Christian Wenk ist Oberarzt am Schweizer Paraplegiker Zentrum und seit einem Sportunfall queschnittgelähmt. Der Pianist und Handbiker ist als Selbstbetroffener ein gutes Vorbild, wie man mit Schicksalsschlägen umgehen kann. NOTACORTA Ein aktueller Artikel zum Thema IV Revision 6A ist erschienen. Die beiden Autoren sind Mitarbeiter der PKRück. Es geht um eine rasche und systematische Reintegration von IV Rentnern ins Erwerbsleben. AUFGEFRISCHT Genauso wie gesellschaftliche Verhältnisse sind auch Seh und Lesegewohnheiten einem steten Wandel unterworfen. Die überarbeitete Gestaltung des notabene nimmt dies auf. Das Bulletin kommt frischer und klarer daher. Dahinter steht das Team von Clerici Partner Design, den Profis für visuelle Gestaltung. IMPRESSUM Erscheint mindestens halbjährlich Herausgeberin Nest Sammelstiftung Gerne nehmen wir Ihre Kritik und Ihre Anregungen entgegen: Nest Sammelstiftung Molkenstrasse 21, Postfach 1971, 8026 Zürich Nest Fondation collective 10, rue de Berne, 1201 Genève Redaktion Alois Alt, Dr. Peter Beriger, Erika Linder, Gabriela Portmann, Peter Signer, Nicole Weber Schlussredaktion Erika Linder Fotos Barbara Hiestand, Clerici Partner Design, Sabrina Späti Illustration Clerici Partner Design, Karin Hutter Gestaltung Clerici Partner Design, Zürich Druck Printoset, Zürich Papier Refutura, 100 % Altpapier

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