SPENDEN UND SPONSORING RÜCKLÄUFIG - Eintreten für Menschenrechte sowie Natur- und Umweltschutz ist Unternehmen wichtig

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1 A-4040 Linz, Aubrunnerweg 1 Tel.: 0043 (0) Fax: 0043 (0) Mail: SPENDEN UND SPONSORING RÜCKLÄUFIG - Eintreten für Menschenrechte sowie Natur- und Umweltschutz ist Unternehmen wichtig Von den insgesamt 424 befragten österreichischen Unternehmen zählen sich rund 74 Prozent zu den Spendern; das sind um rund 10 Prozent mehr als der Durchschnittsösterreicher (gem. Spendenmarktbefragung Österreich 2008). Lediglich 9 Prozent bezeichnen sich als Nichtspender ~ 32 %) und weitere 17 Prozent wollten hierzu keine Angabe machen. Obwohl im Vergleich zum Vorjahr auch bei den Unternehmen ein Rückgang bei der Anzahl der SpenderInnen zu verzeichnen ist (rund 8 %) darf dennoch festgehalten werden, dass der/die österreichische UnternehmerIn nach wie vor eine überdurchschnittlich hohe Spendenfreudigkeit an den Tag legt. Dass diese Spendenfreudigkeit je nach Zielbereich und auch in Abhängigkeit von der jeweiligen Sparte, Beschäftigtenanzahl oder geografischen Lage entsprechend schwankt, erscheint durchaus verständlich. Ähnliche von demografischen Faktoren abhängige Unterschiede finden wir auch in der allg. Bevölkerungsbefragung. Durchschnittlich spendeten die österreichischen Unternehmen in den letzten 12 Monaten rund 852 Euro, wobei die Schwankungsbreite relativ groß ist. Näherungsweise hochgerechnet und unter Einbeziehung einer statistischen Schwankungsbreite von rund 5 Prozent kann man im ungünstigsten Fall von einem Gesamtspendenbetrag zwischen

2 154 und 170 Millionen Euro jährlich und im günstigsten Fall von einem Gesamtspendenbetrag zwischen 186 und 206 Millionen Euro jährlich ausgehen. Neben Spenden engagieren sich österreichische Unternehmen jedoch auch beim Sponsoring, d. h. sie unterstützen Organisationen und erhalten dafür eine entsprechende Gegenleistung (z. B. Inserat, Transparent etc.). Im Jahr 2008 engagierten sich rund 23 Prozent der Unternehmen beim Sponsoring um rund 6 Prozent weniger als im letzten Jahr. Für 66 Prozent kam Sponsoring in den letzten 12 Monaten nicht in Frage und rund 11 Prozent machten hierzu keine Angabe. Der durchschnittliche Sponsoringbetrag für das vergangene Jahr belief sich auf 320 Euro. Der weit verbreiteten Meinung, dass die Masse der österreichischen Unternehmen eher sponsert als spendet, sprechen die erhobenen Zahlen entgegen zumindest was Unternehmen der Beschäftigtengrößenklassen bis 249 Beschäftigte betrifft. Ein entsprechender Bekanntheitsgrad in der Öffentlichkeit ist für spendensammelnde Organisationen eine wichtige Voraussetzung, um laufende Einnahmen zu verzeichnen. Wenn seitens der potenziellen Spender spontane Assoziationen erzielt werden, verfügt die jeweilige Organisation zumindest über eine gute Ausgangsposition. Caritas (63 %) und mit ziemlichen Abstand das Rote Kreuz (38 %) führen dabei die Liste an und kommen den UnternehmerInnen spontan in den Sinn. Es folgen Licht ins Dunkel (31 %) sowie das SOS-Kinderdorf mit rund 22 Prozent. Auf den weiteren Plätzen folgen Greenpeace (~ 12 %), UNICEF (~11 %) und Ärzte ohne Grenzen (~10 %). Wichtiger als die Bekanntheit ist sicherlich die Frage nach der Sympathie mit der jeweiligen Spendenorganisation. Sie ist wohl einer der wichtigsten Beweggründe zum Spenden. Insgesamt betrachtet stehen die österreichischen Unternehmen nahezu allen abgefragten Organisationen sympathisch gegenüber. Betrachtet man jene Organisationen, welche sich dabei besonders positiv hervorhoben, so ergibt sich folgendes Ranking: 1. SOS-Kinderdorf 2. Rotes Kreuz

3 3. Ärzte ohne Grenzen 4. Rote Nasen Clowndoctors 5. Karl-Heinz-Böhm Äthiopienhilfe 6. UNICEF Nachdem der Begriff Soziale Verantwortung von Unternehmen in letzter Zeit immer häufiger diskutiert wird, und soziale Verantwortung im Spannungsfeld von wirtschaftlichem, staatlich-politischem und zivilgesellschaftlichem Handeln stattfindet, wurde - ebenso wie im Vorjahr - versucht, dieser Frage nachzugehen. So sollte u.a. die Einstellung der österreichischen Unternehmerinnen und Unternehmer zu ausgewählten Aktivitäten des zivilgesellschaftlichen Sektors erfasst und bewertet werden. Die Ergebnisse zeigen ein Stimmungsbild, inwieweit sich österreichische Unternehmen ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst sind bzw. wo die jeweiligen Präferenzen aus Unternehmersicht liegen. Bei der Interpretation der Ergebnisse muss man sich jedoch im klaren sein, dass das Geben von Geld- oder Sachspenden nur einen Teilindikator des gesamten sozialen Engagements von Unternehmen darstellt. In Anbetracht der den Unternehmen vorgelegten Bereiche kann man insgesamt von einer relativ großen Bereitschaft zum sozialen Engagement unserer Unternehmerlandschaft ausgehen. Bei genauerem Hinsehen lassen sich allerdings deutliche Unterschiede erkennen. Besonders große Zustimmung erhielten die Bereiche Menschenrechte, Natur- und Umweltschutz, Katastrophenhilfe im Inland und die Förderung von Behinderten. Es folgen Hilfsmaßnahmen (Betreuung, Unterstützung etc.) für Kinder, sozial Bedürftige, alte Menschen Jugendliche sowie Maßnahmen gegen Hunger, schlechte Arbeitsbedingungen, Krankheiten und Seuchen in armen Ländern und die Förderung der Wissenschaft. Bereitschaft und Handeln sind jedoch unterschiedlicher Natur. Für welche Zielgruppen wurde nun konkret gespendet? Gegenüber dem Vorjahr wurde die Zielgruppe Kinder von der Zielgruppe der Behinderten/Kranken abgelöst. Letztere konnte einen Zuwachs um rund 9 Prozentpunkte erzielen. An dritter Stelle der Spendenbereiche österreichischer

4 Unternehmen findet sich die Katastrophenhilfe im Inland, welche ebenso einen Zuwachs um rund 7 Prozentpunkte verzeichnen kann. Tendenziell leicht abgenommen hat die Zielgruppe sozial Bedürftiger (- 2 %). Prozentuell am stärksten zugenommen haben v. a. die Bereiche Menschenrechte (+ 17 %) und Natur-/Umweltschutz (+ 13 %). Prozentpunkte verloren haben hingegen die Bereiche Gemeinden/öffentliche Einrichtungen (- 7 %), Katastrophenhilfe im Ausland (- 4 %) sowie Jugendliche und sozial Bedürftige (- 2 %). Interessant erscheint, dass der Bereich kirchliche Missionsarbeit obwohl Unternehmen hier eher nicht ihre Verantwortung sehen gegenüber dem Vorjahr vier Prozentpunkte hinzugewonnen hat. Bei den Beweggründen zum Spenden hoben sich vier besonders ab: humanitäre Einstellung, Solidarität, Sympathie und der überzeugende Hilfeaufruf der Organisation. Zusammenfassend darf festgehalten werden: Die österreichischen Unternehmen sind ein unverzichtbarer Teil des Spendenmarktes und weisen ein relativ hohes Maß an sozialer Verantwortung und insbesondere der Spendenbereitschaft auf. Ebenso wie beim Spendenverhalten der Gesamtbevölkerung macht sich jedoch auch hier ein Rückgang der Anzahl von SpenderInnen bemerkbar. Hilfsorganisationen werden in Hinkunft mehr denn je gefordert sein, ihre Marketingaktivitäten entsprechend den jeweiligen Rahmenbedingungen auszurichten. Es bleibt zu hoffen, dass die mit Anfang 2009 angekündigte Spendenabsetzbarkeit ein Anstoß insbesondere für bisherige Nichtspender-Unternehmen und eine Motivation für Spender-Unternehmen darstellt. In der vorliegenden Untersuchung finden Sie die aktuellen Ergebnisse der Erhebung Spendenmarkt Unternehmen Ebenso wie 2007 wurden österreichische Unternehmen einer Spendenanalyse unterzogen; die Studie gibt damit einen wertvollen Einblick über Präferenzen und Neigungen von Unternehmen, wenn es um die Thematik Spenden geht. Insgesamt wurden bei dieser Untersuchung 424 österreichische Unternehmen entsprechend ihrer Sparten und Beschäftigtengrößenklassen befragt. Die Befragung wurde in Form von Telefoninterviews durch MitarbeiterInnen der Public Opinion GmbH/Institut für Sozialforschung Linz im November und Dezember 2008 durchgeführt. Die Interviews dauerten durchschnittlich 13 Minuten. Ansprechpartner war zum Großteil (~ 76 %) die Ebene der Geschäftsführung/Vorstand bzw. der Bereich Marketing/Öffentlichkeitsarbeit (~ 10 %). Die statistische Schwankungsbreite liegt bei 4,9 Prozent. Ansprechpartner: Dr. Bernhard Hofer, Public Opinion GmbH/Institut f. qualitative Sozialforschung, Linz. Tel.: 0732/ oder 0676/

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