Betriebliches Notfallmanagement Bericht aus der Praxis

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1 Betriebliches Notfallmanagement Bericht Dr. Andreas Gabriel Ethon GmbH Notwendige Sicherheit in unserem Alltag?! Lassen Sie uns starten Chongqing (China) Washington (USA) Quellen: Facebook; 2 1

2 Sicherheitsnormen und -standards (Auswahl) Überblick zur Einführung ISO (nativ) Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik ISIS12 Cobit ITIL (IT Infrastructure Library) CC (Common Criteria) Basel II/III Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) Vorschriften der BaFin ISAE 3402, SSAE 16 (vormals SAS 70 ) Gesetze zur Erhöhung der Sicherheit informationstechnischer Systeme (IT-Sicherheitsgesetz) 3 Definition ANGEMESSEN Überblick zur Einführung Frist Vergütung Entschädigung gerecht notwendig richtig Preis ANGE- MESSEN Verhältnis würdig ANGE- MESSEN bestimmt Reaktion Umfang Weise weise vorteilhaft einzig Quelle: 4 2

3 BETRIEBLICHES NOTFALLMANAGEMENT 5 Überblick Notfallmanagement Überblick Notfallmanagement Unterscheiden Sie zwischen einem Störfall, einem Notfall und einer Katastrophe. Legen Sie jeweils angemessene Eskalationsschritte fest. Verteilen Sie die Aufgaben auf die einzelnen (betroffenen) Fachbereiche. Hinterlegen Sie Kontaktdaten interner und externer Ansprechpartner UND regeln Sie eindeutig, wann diese zu verständigen sind. Sobald auf externe Unterstützung zugegriffen werden soll, sind diese Szenarien eindeutig zu beschreiben UND hinterlegen Sie die entsprechenden Kontaktdaten (Servicenummer o. ä.) sowie die eigene Kundennummer. Festlegung: Welche Systeme werden in welcher Reihenfolge runtergefahren und wieder gestartet Datenverluste sind auf jeden Fall zu vermeiden! 6 3

4 Störfall Notfall Grundlegende Definitionen Katastrophe Ein oder mehrere Systeme oder Personen stehen aktuell nicht zur Verfügung. Die damit verbundenen Konsequenzen sind nicht geschäftskritisch und ohne direkte Einbuße bei Performance und Umsatz. Zur Behebung des Störfalls steht genügend Zeit und Wissen zur Verfügung. Ein oder mehrere Systeme oder Personen stehen aktuell nicht zur Verfügung. Die damit verbundenen Konsequenzen haben direkten Einfluss auf den Umsatz des Unternehmens. Der Produktionsbetrieb ist eingeschränkt, die zur Verfügung stehende Zeit ist begrenzt. Die Ursache kann mit den vorhandenen Mitteln behoben werden. Mehrere Bereiche/Gebäude/Liegenschaften/etc. sind unmittelbar von einer Schadenswirkung (Erdbeben, Großbrand, Bombenexplosion, Chemieunfall etc.) betroffen. Der Produktionsbetrieb an den betroffenen Standorten ist ausgefallen. Die Zerstörung schließt eine Wiederherstellung der vorhandenen Systeme aus. Infrastruktur ist in größerem Maße ausgefallen. Eine Wiederherstellung der Systeme ist mit den vorhandenen Ressourcen in einem angemessenen Zeitraum nicht möglich. Überblick Notfallmanagement 7 Überblick Notfallmanagement Überblick: Bestandteile des Notfallmanagements 1. Organisatorisch Umgang mit Sicherheitsvorfällen (Incident Management) Alarmplan Katastrophenplan 2. Technisch Redundanz, Sicherung, Überwachung 3. Rechtlich Vertragliche Regelungen (SLAs) 8 4

5 INFORMATIONSSICHERHEITS- VORFÄLLE 9 Umgang mit den Vorfällen Incident Management Meldung (persönlich/telefonisch ) Erfassung und Bewertung Initiierung von Schutz-/Gegenmaßnahmen Management des Prozesses vor allem, wenn die Umsetzung delegiert wurde Ergebniskontrolle (Soll/Ist-Abgleich) Auswertung Lesson Learned Ggf. Zugriff auf Shut-down- und Wiederanlaufpläne sowie weiterführende Regularien 10 5

6 Auswertung Alle Meldung sind auf Basis der folgenden Informationen auszuwerten: Beschreibung (aktueller) Status Kategorie Kritikalität Zugewiesen an/von Bearbeitet am/von Beschreibung der Lösung Auswertung für den Kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP) Ergebnisbericht im: Abteilungs-Meeting IT-Meeting Jahresbericht Management Review Incident Management 11 UMGANG MIT EINEM STÖRFALL ODER NOTFALL 12 6

7 Alarmplan So wie wir ihn kennen Notfallmanagement Quellen: 13 Was Sie bei der Vorgehensweise beachten müssen? Bitte denken Sie immer an die Zielgruppe! Notfallmanagement Sollte der DHCP Dienst nicht zur Verfügung stehen, ein Ping auf den PDC oder BDC nicht möglich sein und/oder der Core Switch nicht antworten, verständigen Sie bitte Herrn Mustermann 14 7

8 Was Sie bei der Vorgehensweise beachten müssen? Bitte denken Sie immer an die Zielgruppe! Der Pläne müssen zentral erreichbar sein! Notfallmanagement Ein papierloses Büro wird hier schnell zum Problem. Quelle: Papierlose Welt: Ob sich das ipad doch als Klopapier eignet? 15 Notfallmanagement Was Sie bei der Vorgehensweise beachten müssen? Bitte denken Sie immer an die Zielgruppe! Der Alarmplan muss zentral erreichbar sein! Ein papierloses Büro wird hier schnell zum Problem. Die interne Erreichbarkeit muss entsprechend gewährleistet sein. Bei externer Unterstützung müssen die Rahmenbedingungen eindeutig erkennbar sein auch für einen abteilungsfremden! 16 8

9 Detaillierung: Technische Aspekte Notfallmanagement Notwendige (IT-) Prozesse (Auswahl): Backup Datensicherung & Recovery Spiegelung der Daten Monitoring auf Basis von Antwortzeiten, Datenrate, Speicherkapazität etc. IDS/IPS Weitere Schutzmaßnahmen wie Firewall, Proxy 17 Detaillierung: Technische Aspekte Notfallmanagement Redundanz für (Auswahl): IT- bzw. Server-Raum Ausstattung der Räume: USV, Klima etc. Server-Hardware (Virtualisierungsumgebung) Die wesentlichen LAN-Komponenten (Daten-) Storage Internet-Anbindung (Leitung & Anbieter) 18 9

10 Detaillierung: Rechtliche Aspekte Notfallmanagement Auszug: Anlage zu 9, Satz 1 BDSG Werden personenbezogene Daten automatisiert verarbeitet oder genutzt, ist die innerbehördliche oder innerbetriebliche Organisation so zu gestalten, dass sie den besonderen Anforderungen des Datenschutzes gerecht wird. Dabei sind insbesondere Maßnahmen zu treffen, die je nach der Art der zu schützenden personenbezogenen Daten oder Datenkategorien geeignet sind, ( ) zu gewährleisten, dass personenbezogene Daten gegen zufällige Zerstörung oder Verlust geschützt sind (Verfügbarkeitskontrolle). Quelle: 19 Provokante Frage: Notfallmanagement Handelt es sich den bisher beschriebenen Punkten wirklich um ein angemessenes Notfallmanagement ODER LEDIGLICH um Aktionismus der IT-Abteilung! 20 10

11 BUSINESS CONTINUITY MANAGEMENT 21 BCM: So wie es sein sollte BCM Analyse in den Fachbereichen Anforderungen Bedrohungen/Schwachstellen Zusammenführung der einzelnen Ergebnisse Evaluation BIA Definition eines angemessenen Notfallmanagements Technische Aspekte Organisatorische Aspekte 22 11

12 Leider immer noch weit verbreitete Realität BCM IT-Service Continuity Management Business Continuity Management IT Service Continuity Management (ITSCM) managt Risiken, die gravierende Auswirkungen auf die IT-Services haben können. Alle organisatorischen, technischen und personellen Maßnahmen, die a) zur Fortführung der Kerngeschäfte unmittelbar nach Eintritt des Krisenfalles und b) zur sukzessiven Wiederaufnahme des gesamten Geschäftsbetriebs bei länger andauernden schweren Störungen dienen. Quelle: Quelle: 23 Business Continuity Management BCM Die Bündelung aller Sicherheitsbemühungen erfolgt in einem sogenannten Informationssicherheits-Managementsystem (ISMS) Basis bei der Ausgestaltung des BCM ist eine angemessene Umsetzung in Bezug auf Branche Unternehmensgröße Marktsituation Ökonomische Situation Die Angemessenheit wird auf Basis einer Risiko- bzw. Business Impact Analyse ermittelt

13 Business Impact Analyse -> Was wäre wenn? Schadensszenarien Finanziell, Image, Compliance, Prozess-Störung Schadenskategorien Niedrig, mittel, hoch, sehr hoch Identifikation der Abhängigkeiten Basis: Gewinnerzielungsprozesse und Sicherstellung der Geschäftstätigkeit BCM 25 UMSETZUNGSBEISPIEL 26 13

14 Nutzung von Cloud-Diensten Übersicht Umsetzungsbeispiel Start: ENDE V O R H E R N A C H H E R 27 Nutzung von Cloud-Diensten Vorher Umsetzungsbeispiel Ist-Situation Internes Hosting Online: Internetnutzung + Datenaustausch Eigene Räumlichkeiten + Know-how Neuralgische Punkte Server-Raum Hard- und Software Unterstützende Prozesse (Backup, Update ) Online-Anbindung nur für den Datenaustausch Erreichbarkeit und Kompetenz der Verantwortlichen 28 14

15 Nutzung von Cloud-Diensten Übersicht Umsetzungsbeispiel Start: ENDE V O R H E R Start: ENDE N A C H H E R 29 Nutzung von Cloud-Diensten Nachher Umsetzungsbeispiel Ist-Situation Das Hosting erfolgt bei externem Dienstleister Alle Server (Dienste) befinden sich außer Haus Server-Administration etc. wurde ebenfalls ausgelagert Neuralgische Punkte Internetanbindung Bandbreite Vertraglichen Vereinbarungen 30 15

16 BIA für die neue Cloud-Umsetzung Umsetzungsbeispiel Bewertung Ausfall von Hard- oder Software unkritisch, da SLA und Redundanz Ausfall der Applikation wenig kritisch, da SLA und Redundanz Ausfall der Netzanbindung extrem kritisch, da das Unternehmen SOFORT offline ist und alle ITgestützten Prozesse stehen Folgen für den Alltag Das Vertragswerk mit dem Dienstleister (Outsourcingnehmer) muss umfassend und vollständig sein. SLAs sind zwingend zu definieren. Ein regelmäßiges (monatliches) Reporting ist dringend empfohlen. Trouble-Shooting durch den Dienstleister sollte beschrieben und getestet sein. 31 BIA für die neue Cloud-Umsetzung Umsetzungsbeispiel Bewertung Ausfall von Hard- oder Software unkritisch, da SLA und Redundanz Ausfall der Applikation wenig kritisch, da SLA und Redundanz Ausfall der Netzanbindung extrem kritisch, da das Unternehmen SOFORT offline ist und alle ITgestützten Prozesse stehen Folgen für den Alltag Das Vertragswerk mit dem Dienstleister (Outsourcingnehmer) muss umfassend und vollständig sein. SLAs sind zwingend zu definieren. Ein regelmäßiges (monatliches) Reporting ist dringend empfohlen. Trouble-Shooting durch den Dienstleister sollte beschrieben und getestet sein

17 KURZE VORSTELLUNG 33 Über die Ethon GmbH Über die Ethon GmbH 2003: Gründung Ethon Technologies GmbH als IT-Dienstleister mit Schwerpunkt Automobilindustrie Bald erste IT-Sicherheits- und Voice over IP- Projekte 2009: Ausgliederung des Sicherheits- und VoIP- Geschäftes in die Ethon GmbH Struktur Größe Standorte Eigentümergeführte Gesellschaft Derzeit ca. 45 Mitarbeiter Ulm, München, Wolfsburg und Chernihiv 34 17

18 Unser Profil Über die Ethon GmbH Informationssicherheit Sicherheitsaudits u. a. nach ISO 27001, Erstellung von Sicherheits-Konzepten, Auditvorbereitung, IT-Forensik VoIP & Crypto etasuite: Sichere (mobile) Sprachkommunikation, ZRTP- Verschlüsselung, Client- und Serverprodukte 35 Was Sie über mich wissen sollten Dr. Andreas Gabriel Über den Referenten Ausbildung BWL-Studium und an der Universität Würzburg Promotion Im Bereich der Informationssicherheit Seit 2006 Certified Lead Auditor ISO/IEC 27001:2013 Seit 2008 Selbstverteidigungs- und Selbstbehauptungstrainer Seit 2009 Betrieblicher Datenschutzbeauftragter Seit 2012 Leiter des Geschäftsbereichs Informationssicherheit bei der Ethon GmbH, Ulm 36 18

19 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Dr. Andreas Gabriel Ethon GmbH Deutschhausgasse Ulm auf Wiedersehen & bis bald Sie finden mich auch bei: Tel.: Fax: Mobil: Internet:

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