GRUNDLAGEN DES INVESTIERENS

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1 GRUNDLAGEN DES INVESTIERENS Das Fundament für deinen Börsenerfolg von Jannes Lorenzen - aktienboss.de

2 DEIN SCHLÜSSEL ZUM ERFOLG Es freut mich sehr, dass du gerade diese Zeilen liest. Und du solltest dich auch freuen. Denn sie werden der Schlüssel zu deinem persönlichen Erfolg sein! Ein Schlüssel ist bekanntlich dafür da, bisher verschlossene Türen zu öffnen. Vielleicht ist die Welt der Finanzen bisher für dich wie verschlossen gewesen. Du hast keinen Zugriff zu ihr gefunden. Vielleicht hast du nicht einmal den Zugriff auf deine eigenen Finanzen wirklich gehabt. Ich weiß, wie schwer wir uns im Umgang mit unserem Geld tun. Deshalb habe ich dieses ebook verfasst. Es soll der Schlüssel sein, der dir den Einstieg in die großartige Welt der Finanzen ermöglicht. Du wirst lernen, dass du kein Mathematik-Genie sein musst, du kein riesiges Startkapital oder ein hohes Einkommen brauchst. Du musst auch nicht täglich die Aktienkurse verfolgen und dir Gedanken um die tägliche Panikmache an der Börse machen. Ich zeige dir Wege, die viel einfacher sind. Wege, die sogar besser sind. Besser als die Wege des Großteils der Fondsmanager. Und besser als alle anderen Alternativen bei deiner Bank allemal. Ich möchte keinen Hehl daraus machen: Es gehört Arbeit dazu. Du musst bereit sein, dir Wissen anzueignen und mit einigen kritischen Stimmen in deinem Umfeld rechnen. Aber glaub mir, wenn ich dir sag, dass es das wert ist! Ich erkläre dir alles, was du wissen musst, ohne kompliziertes Fachchinesisch. Schließlich legen wir hier das Fundament für deinen Erfolg! Wenn du an mehr interessiert bist, würde ich mich sehr freuen, dich als Leser auf aktienboss.de begrüßen zu dürfen. Dort wirst du alles weitere über deine erfolgreiche Vermögensbildung erfahren. Viel Spaß mit diesem ebook!

3 DISCLAIMER QUELLEN Ich übernehme keine Garantie oder Gewährleistung für die persönlichen Handlungen meiner Leser. Die Seite Aktienboss.de und dieses ebook dienen der Bildung und der Unterhaltung. Alles, was ich hier schreibe, entspringt meinen eigenen, persönlichen Ansichten. Selbstverständlich teile ich diese dem Leser, also dir, nach meinem besten Gewissen mit. Alles, was deine Finanzen betrifft, birgt jedoch ein Risiko, auch wenn es noch so klein mag. Einerseits kann dein Vermögen einem Totalverlust unterliegen, andererseits einfachen Wertschwankungen (ob positiv oder negativ). Du gehst selber das Risiko ein, weshalb ich dafür keinerlei Haftung übernehme. Ich liefere keine persönlichen Anlageberatungen, sondern vermittle Denkweisen, Denkanstöße, Wissenswertes um die Börse usw. Du solltest dich vor jeder Investition ausreichend informieren und dir bewusst machen, dass keiner meiner Ratschläge alleine dir Gewinne oder ein steigendes Vermögen garantiert. Bilderquellen (außer Public-Domain): Wrong Way von KungPaoCajun (bearbeitet) Wall Street New York Stock Exchange von Carlos Delgado (bearbeitet) First Trust Company Building Albany.jpg von Matt H. Wade (bearbeitet) Dog.in.sleep.jpg von Eugene0126jp (bearbeitet) JM marbles 01.jpg von Joe Mabel (bearbeitet) Inhaltliche Quellen: wikipedia.de boerse.ard.de boersenlexikon.faz.net finanzen.net Und zahlreiche weitere Webseiten und Büchern, aus denen ich mein Wissen ziehen konnte Jannes Lorenzen, aktienboss.de

4 INHALTSVERZEICHNIS KEINE FALSCHEN ERWARTUNGEN 5 DIE FALSCHE ANGST 6 Irrtum #1: Man kann nur gewinnen, wenn ein anderer verliert. 8 Irrtum #2: Das Geld ist auf meinem Konto sicher. 9 Irrtum #3: Die Börse ist nichts anderes als ein Casino. 10 Irrtum #4: An der Börse ist die Wahrscheinlichkeit hoch, sein Geld zu verlieren. 11 Irrtum #5: Nur Banken und Superreiche können von der Börse profitieren. 13 DIE BÖRSE 15 Die Börse als Marktplatz 16 Wer handelt wo? 16 Gebühren 17 Von der Börse profitieren 18 Wozu brauchen wir die Börse? 19 Kritik 19 Handelszeiten 20 AKTIEN 21 Was ist eine Aktie? 22 Entstehung des Aktienkurses 23 Nennwert- und Stückaktien 23 Stamm- und Vorzugsaktien 24 Dividende 25 Das Risiko als Aktionär 26 ANLEIHEN 28 Was sind Anleihen? 29 Wer emittiert Anleihen? 30 Was beeinflusst die Rendite einer Anleihe? 30 Welches Risiko bergen Anleihen? 32 Soll ich nun Aktien oder Anleihen kaufen? 33 3

5 FONDS 35 Was sind Fonds? 36 Geschlossen oder offen? 36 Thesaurierend oder ausschüttend? 37 Aktiv oder passiv? 37 Wie wird investiert? 38 Die Kosten 39 Die Risiken 39 Vor- und Nachteile 40 INDIZES 42 Was ist ein Index? 43 Performance- oder Kursindex 43 Gewichtung 44 Die wichtigsten Indizes 45 DAX 45 MDAX, SDAX und TecDAX 45 LEXIKON 48 #1 Marktkapitalisierung 49 #2 Blue Chips 49 #3 Pennystocks 50 #4 Junk-Bonds 50 #5 Technische Analyse 50 #6 Value Investing / Fundamentalanalyse 51 #7 Volatilität 51 #8 Leerverkäufe 52 #9 Short Bearish Baisse Put-Option 52 #10 Long Bullish Hausse Call-Option 53 #11 Benchmark 53 #12 Geld-Brief-Spanne 54 DEIN WEG ZUR RENDITE 55 DU WILLST MEHR? 56 Dow Jones Industrial Average 46 S&P MSCI World 47 4

6 KEINE FALSCHEN ERWARTUNGEN KEINE FALSCHEN ERWARTUNGEN Auch wenn du von diesem ebook profitieren sollst und wirst, gibt es Dinge, die ich hier nicht näher behandle. Ich möchte, dass du weißt, was dich erwartet. Vor allem aber möchte ich dir klar machen, worauf dieses ebook abzielt. Das hier ist keine Anleitung zum schnellen Reichtum. Wenn du dies nur liest, um möglichst kurzfristig reich zu werden bist du leider falsch. Ich erkläre hier und auf meinem Blog wie man langfristig investiert, um Gewinne zu generieren. Ich richte mich an Investoren, die eine dauerhaft erfolgreiche Strategie für die Börse wollen. Spekulanten, die auf kurzfristige Gewinne aus sind, kann ich mit diesem ebook leider nicht bedienen. Studien belegen zahlreich, dass Aktien vor allem über längere Zeitspannen Gewinne abwerfen, weshalb ich mich auch auf diese Art von Investments konzentriere. Ich habe keine Geheimtipps für Aktien, die in den nächsten Monaten und Jahren enorm durchstarten werden. Ich lege hier die Grundlagen dar. Mein Ziel ist es, dass du selbständig investieren kannst. Ohne meine Hilfe oder vorgeschriebene Aktien, die ich empfehlen muss. Vor allem geht es nicht darum, eine einzelne Aktie zu kaufen. Das wäre ein zu hohes Risiko. Es geht darum, mehrere Aktien zu halten. Aber das zeige ich dir noch. Es gibt keine Garantie zum Geldverdienen. Ich kann dir noch so tolle Tipps geben, aber letztendlich liegt dein Erfolg oder Misserfolg nur in deiner Hand. Du bist dafür verantwortlich, wie du letztendlich handelst. Ich versuche dich bestmöglich vorzubereiten und bei deinen Investments zu begleiten, die Verantwortung liegt jedoch bei dir. Vermutlich wirst du auch des Öfteren Verluste einstecken müssen. Das ist an der Börse aber ganz normal. Behalte also vor allem immer die Ruhe und das Vertrauen in deine Entscheidungen und flüchte nicht panisch. Du weißt jetzt, was dich erwartet Viel Spaß! 5

7 DIE FALSCHE ANGST DIE FALSCHE ANGST Der größte Faktor, der Menschen von einer erfolgreichen Geldanlage abhält, ist nicht das falsche Investment oder fehlendes Glück. Es ist die Angst vor dem Investieren. Diese Angst steht oft ein Leben lang wie eine Wand zwischen dem Menschen und der Börse und wird in den meisten Fällen nie überwunden. Damit soll nach diesem einführenden Kapital endlich Schluss sein. 6

8 DIE FALSCHE ANGST Die Finanzmärkte werden als der böse Teil der Wirtschaft wahrgenommen. Als Ort, an dem sich die Reichen bereichern und die armen Privatinvestoren ihren letzten Cent verlieren. Als Wettbüro, bei dem immer der Betreiber gewinnt. Gehen wir diesen Vorurteilen mal auf den Grund. Du wirst sehen: Viele großartige Möglichkeiten werden dir durch eine klarere Sicht auf die Finanzmärkte geboten! Wegen dieser Angst versuchen die meisten Menschen erst gar nicht, ihr Geld eigenständig anzulegen. Zumeist ist die maximale Geldanlage ein Festgeldkonto bei der heimischen Bank und das war es dann mit der Geldanlage. Es gibt einige Irrtümer, die die Angst vor den Finanzmärkten aufrechterhalten. Diese Irrtümer hindern den Großteil der Menschen daran, ihr Geld wirklich gewinnbringend anzulegen. Diese Ängste werden durch die Medien geschürt. Schlechte Nachrichten verkaufen sich besser als gute bzw. in erster Linie unspektakuläre Nachrichten. Wir werden hellhörig, wenn es heißt: Achtung, hier verlierst du dein gesamtes Geld! Und genau davor haben wir Angst. Wir haben alle riesige Angst, unser Geld zu verlieren und mit leeren Händen dazustehen. Auf dem Konto ist das Geld Vielleicht glaubst du bislang selbst an diese Irrtümer. Aber sei gewarnt: Wenn du im Bekanntenkreis erzählst, dass du dich für die Börse interessierst oder bereits dort investiert hast, wirst du auf genau diese Irrtümer stoßen. Mir selbst geht es fast immer so. Spätestens nach dem folgenden Kapitel wirst du es aber besser wissen. zumindest sicher. Sicher. 7

9 DIE FALSCHE ANGST Irrtum #1: Man kann nur gewinnen, wenn ein anderer verliert. Der entscheidende Faktor unseres stetig steigenden Wohlstandes ist das Wirtschaftswachstum. Seit jeher wächst unsere Wirtschaft und wir entwickeln uns stets weiter. Wahrscheinlich befindest du dich gerade in einem schönen Gebäude, vor einem Laptop oder Computerbildschirm mit einem Handy neben dir. Dinge, von denen die Menschen in der Form vor 50 Jahren nicht mal zu träumen wagten. Es ist klar, dass wir uns immer weiterentwickeln. Die Börse entwickelt sich ebenfalls. Die Unternehmen, welche für das Wirtschaftswachstum sorgen, sind die gleichen Unternehmen, an denen wir uns an der Börse Die Börse hat langfristig eine steigende Tendenz. Die Börsenkurse fallen hin und wieder mal, im langfristigen Durchschnitt wachsen diese jedoch stets. Das bedeutet also, dass es mehr Gewinn als Verlust gibt. Es muss nicht zwangsweise jemand Geld verlieren, denn es ist einfach immer mehr Geld im Umlauf. Daran wollen wir partizipieren. Beispiel: Angenommen, eine Aktie startet mit einem Kurswert von 20. Zu diesem Preis kaufe ich diese Aktie. Sie fällt zunächst auf 15. Dann steigt sie jedoch wieder und letztendlich entscheide ich mich bei 30 diese zu verkaufen. Nun kaufst du diese Aktie. Diese steigt rasant auf 50, sinkt jedoch auf 40, wo du diese Aktie weiterverkaufst. Hat nun jemand Geld verloren? Nein! durch Aktienkäufe beteiligen können. 8

10 DIE FALSCHE ANGST Wir haben trotz stellenweise sinkender Kurse beide einen Gewinn von jeweils 10 gemacht. Mit dem Kauf der Aktie habe ich das Privileg erworben, dass mein Geld von dem Unternehmen wirtschaftlich genutzt wird. Dieses Privileg habe ich dann an dich weiterverkauft und du hast es letztendlich ebenfalls weiterverkauft. Es gibt also in diesem Fall keinen Verlierer, lediglich eine Teilhabe an Unternehmen. Es gibt natürlich auch immer wieder Fälle, in denen man mit einem Kursverlust leben muss. Da der langfristige Durchschnitt der Börse jedoch positiv ist und wir langfristig ein Wirtschaftswachstum haben, werden wir auch langfristig davon durch die Börse profitieren können, ohne dass dadurch ein anderer verlieren muss. Irrtum #2: Das Geld ist auf meinem Konto sicher. Dieser Irrtum beruht auf unserer Gemütlichkeit. Solange eine Lösung sicher ist, ist sie für uns gut. Wir streben dann oftmals nicht nach einer vielleicht viel besseren Lösung. Jedoch verschließen wir dadurch die Augen vor einigen wichtigen Dingen. Als erstes sei die Inflation erwähnt. Die Inflationsrate gibt die Steigung der Preise eines repräsentativen Warenkorbs dar. Normalerweise wird eine Inflationsrate von 2% angepeilt (ja, wir wollen absichtlich eine Inflation), was also den langfristigen Durchschnitt der Preissteigerungen darstellt. 9

11 DIE FALSCHE ANGST In anderen Worten: Der Wert unseres Geldes sinkt im langfristigen Durchschnitt um 2% pro Jahr. In ca. 35 Jahren halbiert sich also der Wert des Geldes. Haben wir jetzt , welche wir nicht verzinsen, können wir uns jedes Jahr weniger von diesen kaufen. Sicher ist also in erster Linie eines: Dass unser Geld an Wert verliert. Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber für mich ist das keine Sicherheit. Auch bei Staatsanleihen hast du ein Risiko. Wenn ein Staat zahlungsunfähig ist, ist dein Geld genauso weg. Bei deutschen Staatsanleihen ist das Risiko extrem niedrig. Die Vergangenheit hat uns jedoch in Form der Banken- und der Eurokrise gezeigt, dass beide Szenarien gar nicht so unrealistisch sind. Warum nicht also Unternehmen aussuchen, welche womöglich viel sicherer sind als die, denen du momentan dein Geld anvertraust? Hinzu kommt, dass dein Geld nur so lange sicher ist, solange deine Bank noch über Liquidität verfügt. Wenn deine Bank Pleite gehen sollte, ist das Geld, welches nicht über die gesetzliche Einlagensicherung abgesichert ist, verloren. Also bist du genau wie bei Aktien an das Risiko eines Unternehmens gebunden. Irrtum #3: Die Börse ist nichts anderes als ein Casino. Dieser Irrtum baut auf dem Irrtum #1 auf. Da die Meinung vorherrscht, dass an der Börse die Menge des Geldes gleich 10

12 DIE FALSCHE ANGST bleibt, sich das Geld nur in anderen Händen befindet, wird die Börse oft als Casino bezeichnet. Gewinne sollen nur durch Glück möglich sein, da die Geldmenge nicht steigt. Das konfuse Finanzwesen kann man eh nicht durchschauen. Es sei also mehr oder weniger Zufall bzw. Glück, wem das Geld in die Hände fällt. Für manche ist die Börse sicherlich ein Casino. Menschen, die kurzfristig spekulieren oder sich an hochriskanten Finanzprodukten versuchen, empfinden dies womöglich so. Sobald ohne Plan und ohne einen vernünftigen Grund gekauft wird, ist das tatsächlich so. Ein reines Glückspiel, ob die Aktie nun gut oder schlecht ist. Wer sich etwas von seinem Finanzberater der Bank verkaufen lässt, geht die gleiche Wette ein. Es ist reiner Zufall, ob man nun einen Treffer oder eine Niete gezogen Sobald man sich jedoch mit seinen Investitionen auseinander setzt, ist die Börse kein Casino. Es gibt keinen Casino-Betreiber, der auf lange Sicht immer gewinnen muss, um sein Geschäft zu finanzieren. Die Börse hat eine steigende Tendenz. Wir haben langfristig stets ein Wirtschaftswachstum. Durch dieses Wachstum gibt es also durchschnittlich mehr Geld zu gewinnen als zu verlieren an der Börse. Irrtum #4: An der Börse ist die Wahrscheinlichkeit hoch, sein Geld zu verlieren. Ich habe bereits im Irrtum #2 das Risiko vom nichtverzinsten Geld und dem sicher geglaubten Geld auf dem Girokonto besprochen. Eingangs habe ich erwähnt, dass die Angst vor hat. 11

13 DIE FALSCHE ANGST dem Verlieren des Geldes beim Menschen riesig ist. Verständlich, wo sich doch heute fast alles um Geld dreht. werden diese Kursverluste bei einer guten Diversifikation ausgleichen. Ein Risiko ist definitiv immer gegeben. Es gibt keine Anlageform auf der ganzen Welt, die ohne Risiko ist. In der Regel gilt: höheres Risiko = höhere Rendite. So bringen griechische Staatsanleihen eine höhere Verzinsung als deutsche Staatsanleihen, da das dortige Risiko viel höher ist. Diversifikation ist auch durch gemischte Finanzprodukte möglich. Wir können Aktien, Anleihen und Rohstoffzertifikate kaufen, um unser Risiko weiter zu senken. Der Totalverlust des Kapitals kann dadurch so gut wie ausgeschlossen werden. Wir können unser Risiko jedoch selbst bestimmen. Und wir können das Risiko minimieren. Dafür gibt es verschiedene Werkzeuge, die die Finanzmärkte uns bieten. Ganz zentral ist das Diversifizieren des Aktiendepots. Das heißt, dass nicht nur eine Aktie oder Anleihe gekauft wird, sondern mehrere. Es fällt dadurch viel weniger ins Gewicht, wenn eine Aktie fällt, als wenn du nur auf eine Aktie setzt und diese einen starken Kursverlust hinnehmen muss. Deine anderen Aktien Der andere Punkt ist selbstverständlich ein ausreichendes Wissen. Wenn du weißt, was du machst, sinkt das Risiko automatisch hochriskante Unternehmensaktien oder anleihen zu kaufen. Du kannst dich bewusst für Unternehmen wie Coca Cola, McDonald s oder Microsoft entscheiden, bei denen eine Insolvenz nahezu ausgeschlossen ist und trotzdem von steigenden Kursen oder Dividendenzahlungen profitieren, wenn du Ahnung von der Materie und eine durchdachte Anlagestrategie hast. 12

14 DIE FALSCHE ANGST Irrtum #5: Nur Banken und Superreiche können von der Börse profitieren. Häufig wird eine ausbleibende Geldanlage damit begründet, dass nur die Akteure innerhalb der Finanzbranche auch von den Finanzmärkten profitieren können. Sei es durch Insider- Informationen oder bestimmte Geheimformeln. Ich habe dir bereits gezeigt, dass an der Börse tendenziell die Kurse steigen und nicht waagerecht verlaufen (Irrtum #1). Natürlich kann es sein, dass gerade die eben genannten Akteure Vorteile haben was die Informationen betrifft. Jedoch beeinflusst dies keinesfalls den Umstand, dass wir trotzdem gewinnbringend investieren können. Die Gewinne der besten Fondsmanager haben keinen direkten negativen Einfluss auf unser Investment und unsere persönliche Rendite. Heutzutage haben wir nahezu alle relevanten Informationen über jede relevante Aktie. Warren Buffett zum Beispiel investiert sogar noch heute ohne Computer und fokussiert dabei nur wenige Kennzahlen. Man braucht also gar nicht die ganzen Informationen, die die großen Namen der Branche haben. Es wird eins verwechselt: Es können nicht nur die Banken und Superreiche von der Börse profitieren, aber hauptsächlich diese Personen befinden sich an der Börse. Diese Menschen haben erkannt, wie sie ihr Geld vermehren können und eventuell sogar dadurch ihren Wohlstand geschaffen. Du solltest also keine Angst vor übermächtigen Gegnern haben, sondern diese als Musterbeispiel dafür sehen, dass 13

15 DIE FALSCHE ANGST man an der Börse erfolgreich sein kann. Die Reichen nehmen dir dein Stück vom Kuchen nicht weg. 14

16 DIE BÖRSE DIE BÖRSE Für viele Menschen stellt die Börse ein nicht zu durchschauendes Wirrwarr dar. Jedenfalls für die meisten, die diesen Artikel nicht lesen. Überall liest man nur Fachchinesisch, Zahlen bis zum geht nicht mehr und viele verschiedene Finanzprodukte. Wenig verwunderlich, dass dort viel Verwirrung herrscht und dies die meisten abschreckt. Glückwunsch an alle diejenigen, die sich nicht haben abschrecken lassen und die Börse hier nun verstehen wollen es ist nämlich gar nicht so schwer. Ich zeig s dir. 15

17 DIE BÖRSE Die Börse als Marktplatz Die Börse ist ein Markt. Doch es werden nicht normale Güter gehandelt, sondern alle möglichen Arten von Wertpapieren, Schuldscheinen, Waren (z.b. Nahrungsmittel) bzw. von diesen Gütern abgeleitete Produkte. Es gibt unzählige Produkte, welche in sich auch weiter differenziert werden. Der Schwerpunkt des Handels konzentriert sich auf den Handel von Aktien. Eine Aktie stellt einen Unternehmensanteil dar und ist die beliebteste Anlageform, welche man an der Börse wahrnehmen kann. Die Prinzipien der verschiedenen Wertpapiere sind jedoch im Großen und Ganzen die gleichen. Handelbare Gegenstände an der Börse sind: Waren, Produkte und Rohstoffe Devisen Dienstleistungen Derivate Elektrischer Strom CO2 und andere Emissionen Wer handelt wo? Die Börse ist der Platz, an dem Käufer und Verkäufer zusammentreffen. Sie treffen nicht persönlich aufeinander, da der Handel heutzutage nahezu komplett über das Internet abgewickelt wird. Das typische Bild der Börsenmakler vor ca. sechs PC- Monitoren hat in den heutigen Zeiten primär einen symbolischen Stellenwert. In Deutschland gibt es einige verschiedene Börsenplätze, welche sich durch das Volumen der gehandelten Wertpapiere 16

18 DIE BÖRSE Finanzprodukte sowie die Gebührenfestlegung unterscheiden. Das elektronische Handelssystem dazu heißt Xetra (Exchange Electronic Trading), welches für Anfänger in der Regel die beste Anlaufstelle als Handelsplatz darstellt. Gebühren Nichtsdestotrotz werden die Kauf- bzw. Verkaufsaufträge (engl.: order) von den Maklern oder auch Brokern ausgeführt, wofür immer eine Gebühr fällig wird. Diese wird meistens in Form eines kleinen Prozentbetrags des Auftragsvolumens bemessen. Rechenbeispiel (comdirect): Das Orderentgelt beträgt mindestens 9,90, maximal 59,90. Für jede Order (=Auftrag) fällt ein Grundentgelt von 4,90 sowie eine Orderprovision von 0,25% an. Bei einer Investition von beträgt die Gebühr also 4,90 + 6,25 = 11,15. Es ist wichtig, deine Gebühren zu kennen. Denn wenn du 1% Gebühr bezahlst und deine Kurse um 0,5% steigen, hast du trotzdem ein Verlustgeschäft gemacht. Im obigen Beispiel beträgt unsere effektive Gebühr 0,45% (11,15 / ). Der Rechenweg lautet immer: Gebühr geteilt durch Investitionssumme. Vergiss nicht, dass beim Verkaufen erneut eine Gebühr anfällt! Die Höhe der Gebühr hängt von der Höhe des Aktienkurses ab. Wenn zu dem gleichen Kurs verkauft wird, zu dem wir im obigen Beispiel gekauft haben, beträgt die 17

19 DIE BÖRSE insgesamt gezahlte Gebühr (als Richtlinie) also das Doppelte: 22,30 bzw. 0,90%. wird gewinnbringend verkauft oder die Verzinsung der Anleihe wird am Ende der jeweiligen Laufzeit ausgezahlt. Desto kleiner die Investitionssumme ist, desto größer ist in der Regel der prozentuale Anteil der Gebühr. Daher haben größere Investitionssummen einen finanziellen Vorteil gegenüber kleineren. Von der Börse profitieren Jemand, der eine Aktie kauft, spekuliert in der Regel auf einen steigenden Kurs. Es gibt jedoch auch solche Produkte, mit denen man auf einen fallenden Kurs setzen kann ( short gehen ; mehr zu dem Thema Leerverkäufe am Ende dieses ebooks). Die klassische und gebräuchlichere Variante ist jedoch erstere. Der Preis berechnet sich generell durch das Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Wenn das Angebot sinkt und die Nachfrage steigt, steigt der Kurs der Aktie. Beim umgekehrten Fall, also wenn das Angebot die Nachfrage übersteigt, sinkt der Kurs bis sich wieder ein Gleichgewicht einstellt oder durch bestimmte Ereignisse die Nachfrage wieder steigt. Beispiel: Kaufen wir also eine Aktie bei einem Kurs von 100 und in der Folge steigt die Nachfrage nach dieser Aktie, wird diese im Kurs steigen und wir befinden uns im Plus, bspw. bei 110. Diese 10 Gewinn können wir nun durch einen Verkauf der Aktie realisieren. Käufer von Anleihen haben zwei Optionen um einen Profit zu erwirtschaften. Entweder steigt der Kurs und die Anleihe 18

20 DIE BÖRSE Wozu brauchen wir die Börse? Die Börse führt Ersparnisse mit Investitionswünschen zusammen. Wenn jemand Geld besitzt, dies aber nicht selber investieren möchte, kann er dies von einem anderen wirtschaftlich nutzen lassen und davon profitieren. Ein Aktionär gilt als Eigenkapitalgeber, als Besitzer einer Anleihe gibt dem Unternehmen Fremdkapital. Die Unterschiede sind in den folgenden Kapiteln näher beleuchtet. Verändert sich der Aktienkurs, verändert dies nicht das Eigenkapital im Unternehmen. Das Eigenkapital fließt bei der Ausgabe der Aktien in das Unternehmen, danach bleibt das gewonnene Eigenkapital weitestgehend unverändert. Kritik Im Laufe der letzten Jahre sind viele Produkte, die an der Börse gehandelt werden, stark kritisiert worden. Dies hat natürlich einen berechtigten Hintergrund, da diese zu viel Instabilität geführt haben, jedoch ist bei vielen dieser Produkte der Ruf schlechter als die Realität. Unternehmen nutzen Aktien um sich neues Kapital für Investitionen zu beschaffen. Dies wird nötig, wenn man schneller expandieren möchte als das Unternehmen es aus eigenen Mitteln schaffen würde. Für den konservativen Anleger sollten Aktien, Anleihen und breit gestreute Fonds im Fokus stehen, jedoch kann man auch mit sorgfältig ausgewählten anderen Produkten positive Renditen erzielen. 19

21 DIE BÖRSE Handelszeiten Vielen ist nicht bewusst, dass die Börse auch Öffnungszeiten hat. Dies erscheint altmodisch in Zeiten einer immer mehr digitalisierten Welt, ist aber Realität. Die Öffnungszeiten unterscheiden sich dabei je nach Börse, bewegen sich in Deutschland aber zwischen 8:00 Uhr und 20:00 Uhr. 20

22 AKTIEN AKTIEN Man kann die Frage, was denn eine Aktie überhaupt ist, relativ schnell beantworten: Eine Aktie ist ein Unternehmensanteil. Um einem Laien etwas zu erklären, würde diese Definition sicherlich ausreichen. Aber wir wollen die Börse verstehen und mit Aktien handeln, da müssen wir schon tiefer in die Materie eindringen. Dabei ist die Kenntnis über den Handelsgegenstand unerlässlich. In den letzten Jahren haben sich viele Anleger in große finanzielle Schwierigkeiten gebracht, weil sie ihre komplizierten Finanzprodukte nicht richtig kannten. So schade dies auch für die Betroffenen ist wir machen das Beste daraus und lernen von diesen Fehlern. 21

23 AKTIEN Ich möchte Begriffe verständlich definieren und möglichst ohne viele Fachbegriffe. Wichtig ist mir jedoch auch, zu vermitteln, was denn wirklich von Relevanz ist. Klar kann jeder die Definition von beispielsweise Nennwertaktien googlen und bei Wikipedia nachschlagen, aber spielt diese Information für unsere Investments überhaupt eine Rolle? Ich versuche stets den Praxisbezug zu wahren und wichtigem von unwichtigem zu trennen, vor allem aber eine umfassende Kenntnis von Aktien im Allgemeinen zu vermitteln. Was ist eine Aktie? Formal gesprochen ist eine Aktie ein verbriefter Anteil an einem Unternehmen. Daher wird eine Aktie auch als Anteilsschein bezeichnet. Verbrieft bedeutet, dass dieser Unternehmensanteil so gestaltet ist, dass er gehandelt werden kann. Die Aktie ist also ein Bruchteil des Grundkapitals eines Unternehmens. Auch die entsprechenden Gesellschaften haben bestimmte Bezeichnungen. So werden die Unternehmen, die ihr Grundkapital in Aktien zerlegen und dies wiederum verbriefen, als Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) oder klassischerweise als Aktiengesellschaft (AG) bezeichnet. Entschließt sich ein Unternehmen zu dem Schritt, Aktien herauszugeben, wird dieser Vorgang Emission genannt. Im Laufe der Jahre kann es durchaus dazu kommen, dass ein Unternehmen neues Kapital benötigt. Dies führt zu einer sogenannte Kapitalerhöhung, bei der dann neue Aktien des Unternehmens herausgegeben werden. 22

24 AKTIEN Theoretisch und auch praktisch werden Aktien an einer Wertpapierbörse, aber auch außerbörslich gehandelt. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Aktionäre ihr Geschäft nicht publik machen wollen oder sie mit Produkten handeln, welche so speziell sind, dass sie nicht massentauglich handelbar an einer Wertpapierbörse wären. Wir konzentrieren uns hier jedoch auf die Wertpapiere, die an der Börse gehandelt werden. Möchten mehr Menschen die Aktie verkaufen als es Käufer gibt, also übersteigt das Angebot die Nachfrage, sinkt der Kurs wieder. Ein steigender Kurs bedeutet für uns also eine positive Rendite, also einen Gewinn. Das Deutsche Aktieninstitut hat im Rahmen einer Studie das sogenannte Renditedreieck veröffentlicht. Je nach Anlagehorizont sind dort die möglichen Renditen durch eine Investition in den DAX abgebildet. Entstehung des Aktienkurses Der Kurs einer Aktie wird durch das Verhältnis von Angebot und Nachfrage bestimmt. Übersteigt die Nachfrage das Angebot, also wollen mehr Menschen eine Aktie kaufen als verkaufen, steigt der Kurs der Aktie. Nennwert- und Stückaktien Aktien werden weiter in ihrer Art unterschieden, weshalb Aktie nicht gleich Aktie ist. Beispielsweise unterscheiden sich Aktien in der Hinsicht, welchen Anteil am Unternehmen sie verbriefen. Nennwertaktien verfügen über einen Nennwert, welcher für diese Aktie festgelegt wurde und den Anteil am Unternehmen darstellt. 23

25 AKTIEN Das Gegenstück dazu stellen die nennwertlosen Aktien dar, welche gemeinhin als Quotenaktie oder auch Stückaktie bezeichnet werden. Diese haben, wie der Name es schon sagt, keinen festen Nennwert und werden oft mit dem Zusatz o. N. versehen ( ohne Nennwert ). Der Wert solcher Aktien definiert sich, indem man das Grundkapital durch die Anzahl der emittierten Aktien teilt, sodass ein prozentualer Anteil errechnet wird. Mit diesen Begriffen sollte man durchaus vertraut sein, jedoch sind sie größtenteils von formaler Bedeutung. Daher verzichte ich auf wohlmöglich nur verwirrende Berechnungsbeispiele. Wer es trotzdem genauer wissen möchte hat hier eine erste Anlaufstelle. Heutzutage sind die meisten Aktien ohne aufgedruckten Nennwert, da beide Rechnungen auf das Gleiche hinauslaufen, der prozentuale Anteil jedoch einfacher und praktischer zu rechnen ist. Stamm- und Vorzugsaktien Eine weitere Differenzierung findet bei der Unterscheidung der Stimmrechte einer Aktie statt. Die sogenannten Stammaktien schließen das Recht ein, welches dem Aktionär erlaubt, auf der Hauptversammlung des betroffenen Unternehmens abzustimmen. Dabei stellt eine Stammaktie jeweils ein Stimmrecht dar. Die Aktionärsversammlung findet einmal jährlich statt, auf welcher über die Situation des Unternehmens informiert wird, der Vorstand mit Fragen bombardiert werden kann und beispielsweise die Dividende festgelegt wird. Die Inhaber von Vorzugsaktien verzichten auf dieses Stimmrecht. Dies wird allerdings attraktiv entschädigt in Form einer in der Regel höheren Dividende. Auch im Falle einer Insolvenz können Vorzugsaktien gegenüber den Stammaktien besser gestellt sein. 24

26 AKTIEN Dividende Die Dividende ist ein Teil des Gewinns, den ein Unternehmen erwirtschaftet, der an die Aktionäre ausgeschüttet wird. Da Dividenden ein komplexeres Thema sind, als man zuerst glaubt, werde ich diesem noch ausführlichere Artikel widmen. Beispiel: Unsere Aktie hat einen Kurs von 80 und es wird eine Dividende von 4 ausgeschüttet. Demnach liegt die Dividendenrendite bei 5% (4 / 80 ). Die Dividende kann in verschiedenen Formen ausgewiesen werden. So existieren die Bruttodividende, die Bardividende sowie die (interessanteste) Nettodividende. Ganze Strategien bauen auf die gezahlten Dividenden auf. Eine Dividende jedenfalls ist als Bezahlung dafür zu sehen, dass man dem Unternehmen Geld leiht und man somit an dem Gewinn beteiligt wird, den ein Unternehmen mit dem geliehenen Geld erwirtschaftet. Die Dividendenrendite wird ganz einfach errechnet: Dividende geteilt durch den Aktienkurs. Dadurch erfährst du, wie viel Prozent deines investierten Kapitals du als Gewinnausschüttung erhältst. Bruttodividende = Dividende vor Unternehmenssteuern Beispiel: 8 Bardividende = Dividende nach Unternehmenssteuern Beispiel: 8-2 (25% Körperschaftssteuer) = 6 Nettodividende = Dividende nach persönlicher Steuer (also die effektive Auszahlung) Beispiel: 6-1,50 (25% Kapitalertragssteuer) 0,33 (5,5% Solidaritätszuschlag) = 4,17 25

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