Digitale Literaturrecherche, der Umgang mit Quellen & Quellenverwaltung. Ein Leitfaden

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1 Department für Nachhaltige Agrarsysteme Im Rahmen der MINT-Initiative Digitale Literaturrecherche, der Umgang mit Quellen & Quellenverwaltung Ein Leitfaden Version November 2012 Hanna Zedlacher Department für Nachhaltige Agrarsysteme Peter Jordan Straße 82 A-1180 Wien Nur im Rahmen der Lehre zu verwenden und zum Studiengebrauch!

2 Vorwort Der vorliegende Leitfaden basiert auf mehreren Quellen. Einerseits bilden unterschiedliche Richtlinien und Publikationen, die die Literaturrecherche und vor allem das korrekte Zitieren behandeln, eine Grundlage. Diese stammen sowohl von unterschiedlichen Instituten der Universität für Bodenkultur Wien als auch von ausländischen Hochschulen. Andererseits fließen die Vorschläge und Forderungen von Seiten der MitarbeiterInnen des Departments für Nachhaltige Agrarsysteme (DNAS) der Universität für Bodenkultur Wien mit ein. Dementsprechend ist dieser Leitfaden nicht als in Stein gemeißelt zu sehen, sondern als Hilfestellung, der Studierende eine Orientierung bei der Literaturrecherche und beim Zitieren gibt. Beim Verfassen von schriftlichen Arbeiten (z.b. Masterarbeit) kann es naturgemäß - aufgrund der unterschiedlichen Vorlieben und Hintergründe der MitarbeiterInnen des Departments - zu mehr oder weniger abweichenden Forderungen in Bezug auf die Zitiertechnik von Seiten der BetreuerInnen kommen, die jedoch nicht die grundsätzliche Vorgehensweise und Praxis in Frage stellen. So werden auch in Zukunft allfällige Erweiterungen bzw. Änderungen vorgenommen, die sich auch aus den Aktualisierungen von Online-Inhalten ergeben. Besonderer Dank für die zahlreichen Ausführungen und Tipps ist an die MitarbeiterInnen des Departments für Nachhaltige Agrarsysteme (DNAS), sowie an Herrn Markus Heindl (Bibliothek BOKU Wien) zu richten!

3 1 LITERATURSUCHE IM STUDIUM WOZU? (DIGITALE) LITERATURRECHERCHE Grundlegendes Wissenschaftliche Literatur - Suche über Datenbanken und Plattformen Was sind die Merkmale eines wissenschaftlichen Fachartikels? Wo finde ich wissenschaftliche Fachartikel? Das Schlagwort (keyword) - Wie suche ich richtig? Sinnvolle Tools bei der Suche in Datenbanken Wissenschaftliche Literatur - Suche über E-Journals BOKU: LITSearch Weitere nützliche Quellen TIPPS UND TRICKS Literatursuche als Handwerk Mit Literatur arbeiten QUELLENVERWALTUNG VERWENDETE UND WEITERFÜHRENDE LITERATUR... 11

4 1 1 Literatursuche im Studium wozu? Im Laufe des Studiums, spätestens jedoch zur Bakkalaureatsarbeit, sind die Suche nach und Beschäftigung mit (wissenschaftlicher) Literatur unumgänglich. Je nach Ausbildungsstufe ist der Umfang einer schriftlichen Arbeit auf der Universität unterschiedlich, der Prozess der Literaturrecherche, Bewertung und Bearbeitung ist aber grundsätzlich immer derselbe. So befasst sich auch die nur einige Seiten umfassende Seminararbeit sowohl mit fachlichen Grundlagen als auch mit neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Dabei ist das Ziel nicht, möglichst viel Literatur in der Bibliographie aufzuzählen, sondern die kritische und verknüpfende Auseinandersetzung mit einem bestimmten Thema (vgl. Wolfsberger, 2009: 115, 137). Das erreicht man zuerst durch das Lesen der Abstracts und Bucheinschläge (Ist das für meine Arbeit brauchbar?) und in weiterer Folge mit der tiefergehenden Beschäftigung mit den Resultaten und Diskussionen (Zu welchen unterschiedlichen Erkenntnissen kommen die einzelnen Studien?). Diese Vorgehensweise und das Verfassen einer schriftlichen Arbeit im Rahmen eines Seminars o.ä. ist eine Übungs- und Erfahrungssache. Es ist sinnvoll, andere Seminar- und Abschlussarbeiten, Projektberichte und wissenschaftliche Artikel durchzulesen, um die Art und Form des Handwerks Wissenschaftliche Literaturrecherche kennenzulernen. Lehrveranstaltungen zum wissenschaftlichen Arbeiten sind Teil des Studienplans und behandeln die einzelnen Abschnitte einer wissenschaftlichen Textarbeit. So wird üblicherweise das eigene Thema zuerst (meist im Kapitel Stand der Forschung, Literaturübersicht ) in ein größeres Umfeld eingeordnet. Gleichzeitig wird formuliert, warum gerade diese Literatur ausgewählt worden ist: kein Mensch kann die gesamte Literatur zu einem Thema zusammenfassen. Hier ist Mut zur Lücke angesagt. Es muss nur klar formuliert werden, worauf man sich konzentrieren will. Dies ist auch hilfreich für die Literatursuche, weil der rote Faden die Recherche nicht ausarten lässt. In einem weiteren Kapitel (üblicherweise in der Diskussion ) werden die eigenen Ergebnisse kritisch hinterfragt und mit anderen Erkenntnissen verglichen. Das gilt auch bei einer reinen Literaturarbeit, die ja eine sehr intensive und tiefergehende Analyse mit sich bringt (Seite 9). Da man dabei auf Ergebnisse und Erkenntnisse Dritter verweist und diese in die eigene Arbeit einarbeitet, ist eine Quellenangabe notwendig. Dies wird im Leitfaden zur Quellenverwaltung am Department für Nachhaltige Agrarsysteme ausführlicher erläutert. Die Bibliothek der BOKU bietet sehr empfehlenswerte Lehrveranstaltungen zur Literaturrecherche und Informationskompetenz an. Diese Kurse zeigen detailliert, welche Möglichkeiten der Literatursuche es an der BOKU und über ihre Grenzen hinweg gibt. 2 (Digitale) Literaturrecherche Die Bibliothek der BOKU und das Internet bieten zahlreiche Möglichkeiten zur Informationsbeschaffung. Wichtig ist dabei immer eine kritische Beurteilung von Seiten der LeserInnen. Seite 1 von 11

5 2 2.1 Grundlegendes Grundsätzlich lassen sich verschiedene Publikationsformen unterscheiden. Ein Lehrbuch ist ideal für einen Überblick bzw. Basisinformationen zu einem Themengebiet. Eine Monografie oder ein Fachbuch beschäftigt sich hingegen tiefergehender mit einem bestimmten Thema. Für neueste Erkenntnisse sind die in wissenschaftlichen journals (Zeitschrift) veröffentlichten Fachartikel von zentraler Bedeutung. Fachartikel werden oft auf Englisch veröffentlicht (wie auch viele Fachbücher). Dabei gilt: Nur nicht entmutigen lassen, mit der Dauer werden die Fachbegriffe geläufig und man kommt in Übung. Neben der Literatur in englischer Sprache ist jedoch die Suche nach, Bearbeitung und Verwendung von Quellen in anderen Sprachen wie Deutsch, Spanisch, Französisch von großer Bedeutung. Jene Sprachen, die man selbst spricht, sollten also bei der Suche nicht vernachlässigt werden. Zum Einstieg in das englische Vokabular empfiehlt es sich z.b. die englische Version von Wikipedia (Begriff auf Deutsch auf eingeben und dann auf die englische Version wechseln) zu besuchen und hier die allgemeinen Begriffserklärungen auf Englisch zu lesen (ACHTUNG: keine zuverlässige Quelle! Seite 8). Die BOKU-Bibliothek bietet auch über den E-Books Link die Nutzung der Langenscheidt - Wörterbücher an (http://www.boku.ac.at/ebooks.html). Eine weitere Möglichkeit sind die frei zugänglichen PONS-Wörterbücher (www.pons.eu). Weitere Wörterbücher sind Für Lehr- und Fachbücher ist die Suche über die diversen Kataloge die beste Möglichkeit (http://www.boku.ac.at/kataloge.html). Dabei bietet sich neben dem BOKU-Katalog auch der Gesamtkatalog an, der die Bestände der österreichischen Universitäten verbindet. Ein Buch, das nicht im Bestand der BOKU-Bibliothek ist, ist mit großer Wahrscheinlichkeit an der Universität Wien, der Veterinärmedizinischen Universität oder der Wirtschaftsuniversität Wien zu finden. Daneben ist der Link zu den Hochschulschriften wie Masterarbeiten oder Dissertationen von Interesse, die vor allem bei der Einschränkung des Themas hilfreich sind (http://www.boku.ac.at/15350.html#c63240). Auch auf internationaler Ebene kann nach Master- und Doktorarbeiten gesucht werden: Deutschland: Weltweit: Großbritannien: Open access dissertations and theses: Seite 2 von 11

6 3 2.2 Wissenschaftliche Literatur - Suche über Datenbanken und Plattformen Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse werden meist im Rahmen von Fachartikeln in sogenannten Journals (= wissenschaftliche Zeitschrift) veröffentlicht. Es ist eine gute Übung, diese Artikel/Studien schon während des Studiums zu lesen: einerseits stellen sie sehr gut den Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeit, also den wissenschaftlichen Prozess dar, andererseits werden so die Fachbegriffe in den unterschiedlichen Sprachen geläufig Was sind die Merkmale eines wissenschaftlichen Fachartikels? Bevor ein Artikel in einem wissenschaftlichen Journal veröffentlicht wird, durchläuft er eine Reihe von Prozessen. So wird eine wissenschaftliche Arbeit bei einem Journal zur Veröffentlichung eingereicht. Grundlegend für eine Veröffentlichung ist die Begutachtung: meist begutachten zwei anonyme ExperteInnen (peer review) die Vorgehensweise doppelt blind (d.h. AutorInnen wissen nicht, wer die BegutachterInnen ihrer Arbeit sind und umgekehrt). Diese ExpertInnen entscheiden, ob und welche Änderungen vorgenommen werden müssen. Dies gewährleistet möglichst objektive und standardisierte Ergebnisse und damit eine zuverlässige Referenz für die eigene Seminar-, Bachelor- oder Masterarbeit. Spezifische Merkmale eines Artikels als Quelle (z.b. im Literaturverzeichnis eines Fachbuchs) sind folgende: Abbildung 1: Bibliographische Merkmale eines wissenschaftlichen Artikels Einen wissenschaftlichen Artikel erkennt man z.b. in einem Literaturverzeichnis an der Angabe von AutorInnen, Jahr und Titel. Anstelle von Ort und Verlag, wie das bei Büchern üblich ist; werden der Name des Journals, der Jahrgang (teilweise mit Heftnummer/Volume/Band) und die Seitenzahlen genannt. Seitenzahlen in der Größenordnung von über zeigen eine fortlaufende Nummerierung in einem Jahrgang an, sind also nicht unüblich. Seite 3 von 11

7 Wo finde ich wissenschaftliche Fachartikel? Über die diversen Datenbanken, deren Zugriff von der Bibliothek der BOKU zur Verfügung gestellt wird, ist die Suche auch von außerhalb des BOKU Campus möglich (Abbildung 1). Abbildung 1: Screenshot DBIS Über den Link Elektronische Ressourcen -> Datenbanken -> Datenbank-Infosystem (DBIS) öffnet sich ein Fenster mit dem Hinweis BOKU-Domain (am Campus) oder HAN-Zugang (von außerhalb des BOKU Netzes mit Matrikelnummer und Passwort). Danach stehen mehrere Datenbanken zur Literatursuche zur Verfügung, wobei die folgenden die Themenbereiche des Departments für Nachhaltige Agrarsysteme gut abdecken: Ovid SP: Agricola, AGRIS, CAB Abstracts SciVerse SCOPUS Current Contents Web of Knowledge ProQuest Cambridge Scientific Abstracts Diese Datenbanken sind vom Konzept her ähnlich aufgebaut und sind durch einige nützliche Tools gekennzeichnet (Seite 5). Einige Datenbanken haben einen großen Anteil an sogenannter Grauer Literatur, d.h. die Herkunft dieser Literatur ist teils unklar und undurchsichtig. Kennzeichnend ist auch das Fehlen klassischer bibliographischer Merkmale wie z.b. Verlagsort, vollständiger Autorenname oder die ISBN-Nummer. Der Zugang zur und die Herkunftsbestimmung der Grauen Literatur ist erschwert, da sie u.a. flüchtig also z.b. nur für einen gewissen Zeitraum zugänglich ist. Beispiele dafür sind Konferenzberichte, Projekt(end)berichte oder Veröffentlichungen/Publikationen von Verbänden oder Vereinen (Williams and Croft, 1997). Für gewisse Themen sind die Erkenntnisse aus Grauer Literatur jedoch bedeutend; nichtsdestotrotz müssen diese kritisch beurteilt und bewertet werden. Seite 4 von 11

8 5 TIPP: Als Einstieg in das Thema empfiehlt es sich, zuerst die Abstracts der erschienenen Artikel zu lesen. Mit diesem kurzen Abriss einer Veröffentlichung kann schnell abgeschätzt werden, was für die eigene Arbeit brauchbar ist (Text mit einer Absicht/mit Ziel lesen). Es ist nicht zielführend, jeden Artikel aus zu drucken und den Volltext zu lesen; dieser Schritt folgt erst nach der Auswahl der geeigneten Literaturstellen Das Schlagwort (keyword) - Wie suche ich richtig? Gerade bei einem nicht vertrauten Thema kann sich die Suche anfangs als schwierig erweisen. Jedoch ist auch die Suche mit Schlagwörtern (keywords) Übungssache; nach mehreren Suchvorgängen gestaltet sich diese immer einfacher. Schlagwörter werden bei manchen Publikationstypen (z.b. Fachartikeln in Journals) einerseits von den AutorInnen, bei Datenbanken auch von den Herausgebern gewählt. Meist gibt es mehrere Schlagwörter für einen Artikel. Die Vielzahl möglicher keywords muss bei der Suche eingeschränkt werden. Dazu bieten die Datenbanken die Möglichkeit an, z.b. nur im Titel, nur im Abstract, etc. mit keywords zu suchen. Es gibt eben meistens mehrere Bezeichnungen oder Synonyme für ein Schlagwort. Daher nicht auf einen Begriff versteifen, denn: Es gibt nicht das ultimative Schlagwort! Daher ist es wichtig, die Schlagworte weder zu eng noch zu weit zu fassen. Hier zwei Beispiele: Suche zu urban gardening Synonyme: urban farming, urban agriculture/horticulture, urban gardens Suche nach Ebermast (Begriffe miteinander kombinieren) Eber: boar, entire male pig, non castrated pigs Mästen: fattening, rearing, husbandry Bei einem zu eng gewählten Schlagwort ist die Ausbeute meist nicht groß und schließt auch nicht mit ein, dass mit der gefundenen Literatur Vergleiche in der eigenen Arbeit angestellt werden (also Ergebnisse aus interdisziplinären Quellen von Interesse sind). Andererseits birgt ein weit gefasstes Schlagwort die Gefahr, mit mehreren hunderten Ergebnissen erschlagen zu werden. Hier macht eine Einschränkung (z.b. mithilfe der sogenannten Boolesschen Operatoren; Seite 6) Sinn Sinnvolle Tools bei der Suche in Datenbanken Suchmaschinen wie SCOPUS, Web of Science oder Ovid SP verfügen über eine Reihe von Werkzeugen, die die systematische Suche erleichtern. Es gibt in jeder dieser Suchmaschinen eine Log In Funktion, die für die persönliche Recherche sehr nützlich ist. Suchoptionen Schon bei der Eingabe des Schlagwortes bzw. der Schlagworte gibt es Möglichkeiten, die Suche bereits zu Verfeinern. Seite 5 von 11

9 6 SCOPUS sucht einen Begriff in geschwungenen Klammern 1 Bsp. {animal welfare} als stehende Phrase, d.h. es wird der Begriff als Einheit und nicht getrennt gesucht. Bei Web of Knowledge wird dieselbe Aktion mit Anführungszeichen ausgeführt. Bei animal welfare ohne Klammern wird sowohl nach animal als auch welfare (d.h. getrennt im abstract, Titel oder in den Keywords) und auch animal welfare gesucht. Der Begriff in Anführungszeichen Bsp. animal welfare bedeutet bei SCOPUS eine weiche Phrasensuche (z.b. werden die, d.h. es werden Dokumente gefunden, die sich mit dem Wohlergehen von Tieren beschäftigen. Ähnliches geschieht bei Web of Knowledge mit dem NEAR-Operator. Daneben gibt es die Einschränkung, wo gesucht werden soll: in den keywords, im Titel, im Abstract u.ä. Gerade beim ersten Antasten ans Thema empfiehlt sich die Suche in den Abstracts oder im Titel. Wenn man mehrere Abstracts gelesen hat, kehren die Namen einiger AutorInnen immer wieder, was daran liegt, dass bei einem eng gefassten Suchbegriff die Zahl der ExpertInnen meist überschaubar ist. Es gibt die Möglichkeit, gezielt nach Dokumenten dieses Autors/dieser Autorin zu suchen (Einschränkung auf author(s)). Die Boolesschen Operatoren sind praktisch, um die Suche zu erweitern oder einzugrenzen. AND -> die Begriffe kommen beide vor -> Eingrenzung OR -> einer der Begriffe kommt vor -> Erweiterung AND NOT -> schließt Begriff aus (Vorsicht bei Eingabe, etwas schwierig) Der Operator AND wird bei den meisten Suchmaschinen angenommen, wenn zwei Begriffe eingegeben (Bsp. animal welfare Austria = animal welfare AND Austria) werden. Search history Die Dokumentation der Suche ist ein sehr wichtiger Punkt. Sie verhindert eine abermalige Suche ohne neue Ergebnisse und lässt den Überblick bewahren. Nach dem Log In kann man den Suchpfad speichern und so immer wieder auf die eigene Historie zurückgreifen. Es schadet in diesem Fall auch nicht, sich den Suchpfad handschriftlich zu notieren. Alerts Ein weiteres sinnvolles Tool ist der Alert, der vor allem bei längerfristigen Arbeiten bzw. großem Interesse für ein bestimmtes Thema nützlich ist. Täglich, wöchentlich oder monatlich werden Mails verschickt, die auf aktuelle Artikel zu einem gespeicherten Sachverhalt oder Autor/Autorin hinweisen. So ist es einfach, up-to-date zu bleiben. OVID Link Solver bzw. 360 Link to Full Text Erscheint das Abstract eines Artikels für die eigene Arbeit wichtig, dann gibt es die Möglichkeit des Volltextzugriffs über den OVID Link Solver oder den 360 Link to Full Text. Dieser zeigt an, ob eine Volltextversion online zur Verfügung steht. Des Weiteren gibt es 1 Tastaturkombination bei PC: AltGr und 7 bzw. 9 Seite 6 von 11

10 7 Informationen darüber, ob eine Printversion (also das Journal in der Printausgabe) in der Bibliothek der BOKU oder an einer anderen Universität vorhanden ist. BEACHTE: Teilweise arbeitet der Link Solver nicht korrekt und zeigt an, dass es keinen Zugriff zur Onlineversion des Artikels und damit des Journals gibt. Hier ist eine Überprüfung über die Datenbank der E-Journals anzuraten, da oftmals doch ein Zugriff möglich ist. Falls der Zugriff von einer anderen Universität (z.b. Universität Wien, VUW Wien) aus möglich ist: Studierende der BOKU können über die Bibliotheken am Campus der jeweiligen Universität zugreifen (Studierendenausweis nicht vergessen!). Mit eduroam (Infos unter gestaltet sich die Suche noch einfacher: man kann sich über das jeweilige Universitätsnetz einloggen und so online nach Artikeln und Journals suchen, zu denen die BOKU keinen Zugriff hat. Als letzte Rettung, wenn der Artikel über keinen anderen Weg im Volltext zu erhalten ist, kann man den Autor/die Autorin anschreiben und um eine PDF-Version des Artikels bitten. 2.3 Wissenschaftliche Literatur - Suche über E-Journals Für die ersten Suchschritte in einem neuen, unbekannten Thema empfiehlt sich immer die Suche über die Datenbanken!! Erst bei längerfristigen Arbeiten ist es sinnvoll, jene Journals (=wissenschaftliche Zeitschriften) zu identifizieren, die für die eigene Arbeit bzw. für den jeweiligen Fachbereich von Bedeutung sind. Der Link zu den E-Journals, also der elektronischen Version der Zeitschriften, ist auf der Homepage der BOKU zu finden: Elektronische Ressourcen -> E-Journals -> Elektronische Zeitschriftenbibliothek (EZB) Mithilfe des Ampelsystems (grün=zugriff immer möglich, gelb=über die BOKU-Bibliotkek (Campus- oder HAN-Zugang, rot=kein Zugriff möglich) wird angezeigt, ob die Zeitschrift durch die BOKU abonniert ist. Falls nicht, gibt es auch die Information, an welcher anderen Hochschule diese zu finden ist. Studierende der BOKU können über die Bibliotheken am Campus der jeweiligen Universität bzw. über eduroam auf die gewünschten Zeitschriften zugreifen. Zahlreiche wissenschaftliche Zeitschriften sind als Printversionen in der Hauptbibliothek der BOKU oder an den Fachbibliotheken des DNAS zu finden. Einige der Zeitschriften sind auch nur als Printversion erhältlich: so geschieht die Suche nach den Artikeln online, Lesen des Volltextes ist dann physisch anwesend in der Bibliothek möglich. 2.4 BOKU: LITSearch Die Plattform BOKU:LIT Search vereinigt eine Vielzahl von Quellen und eignet sich für eine umfassende Literaturrecherche. Neben den Beständen des BOKU-Bibliothek-Kataloges umfasst sie neben den frei zugänglichen (open source) auch alle lizensierten Quellen, agiert damit Datenbank-übergreifend. Der Zugang zu BOKU: LITSearch ist über die Bibliothekshomepage möglich. Seite 7 von 11

11 8 Diese Plattform bietet jedoch Filter an, die die Suche verfeinern bzw. einschränken. So lässt sich z.b. die Recherche auf streng wissenschaftliche Artikel mit Volltextzugriff begrenzen. 2.5 Weitere nützliche Quellen Nicht alles, was im Internet frei vorhanden also open access ist, weist automatisch auf schlechtere Qualität und damit nicht verwertbare Quellen hin. Gerade zum Einstieg eignen sich die Internetseiten sehr gut, da schnell ein Überblick über ein bestimmtes Thema gewonnen werden kann. So ist die frei zugängliche, auf wissenschaftliche Veröffentlichungen spezialisierte Suchmaschine SCIRUS (www.scirus.com) eine Alternative zu den lizenzierten Datenbanken. Ähnlich arbeitet Google Scholar (www.scholar.google.at); bei der Ergebnisliste wird als weiterer Bonus bereits angezeigt, ob ein Volltext zur Verfügung steht. Bei Google Scholar gilt dasselbe wie für das gewöhnliche Google: es werden die Suchergebnisse nach Relevanz angezeigt, also von Google gewichtet. Daher ist eine kompetente Bewertung der Suchergebnisse von Seiten des/der Recherchierenden nötig. Die Datenbank für Forschung zur nachhaltigen Entwicklung (www.dafne.at) gibt einen Überblick über aktuelle und abgeschlossene Projekte im landwirtschaftlichen Bereich. Gerade für die ökologische Landwirtschaft sind die Organic E-Prints (www.orgprints.org) eine wichtige Recherchequelle. Die Themenbereiche des Departments für Nachhaltige Agrarsysteme werden auch auf der Seite des Kuratoriums für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (www.ktbl.de) abgedeckt. Im Fachinfo sind Informationen und Referenzen zu finden, die gerade für den Einstieg sehr nützlich sind. Die Printausgaben des KTBLs sind sowohl an der Hauptbibliothek der BOKU als auch an den Fachbibliothek des DNAS zu finden. Vielfach gibt es Bemühungen, wissenschaftliche Erkenntnisse öffentlich zugänglich zu machen. Das Directory of Open Access Journals (www.doaj.org) ist hier zu nennen. Für den Einstieg in ein neues Thema gibt es die Stanford Encyclopedia of Philosophy (http://plato.stanford.edu/), die einen sozialwissenschaftlichen Schwerpunkt hat. Für Zahlen, Daten und statistische Erhebungen (weltweit!) aus der Landwirtschaft ist die Webseite der statistischen Abteilung der Food & Agriculture Organization of the United Nations (http://faostat.fao.org/) zu empfehlen. 3 Tipps und Tricks 3.1 Literatursuche als Handwerk Der zielführendste Weg zu nützlicher Literatur ist das Schneeballsystem. Hat man einen für das eigene Thema interessanten Artikel gefunden, so ist der Blick auf die angegebenen Quellen im Literaturverzeichnis Goldes wert. So kann man sich von Quelle zu Quelle hangeln. Auch in SCOPUS wird auf related documents verwiesen, die Artikel mit ähnlichem Thema behandeln. Auch der Link Cited by ist vor allem bei älteren Quellen sinnvoll: So wird klar, wie der Artikel und seine Informationen in weiteren Publikationen verarbeitet worden Seite 8 von 11

12 9 sind. Denselben Verweis gibt es auch auf der BOKU-eigenen Rechercheplattform BOKU: LITSearch. Bei Abschlussarbeiten wie einer Masterarbeit ist es zielführend, die Publikationen des Betreuers/der Betreuerin zu lesen! Ist man mit dem Thema bereits etwas vertrauter, wird auch klar, dass der Kreis der ExpertenInnen in einem bestimmten Forschungsbereich, der auch vom DNAS bearbeitet wird, meist recht überschaubar ist. Dann ist es sehr hilfreich, die Publikationen dieser ExpertInnen genauer anzuschauen, da es sich dann nahezu immer um wertvolle Quellen und Informationen handelt. Grundsätzlich ist facheinschlägige Literatur zu verwenden. Wikipedia als Quelle für eine Begriffsdefinition ist nicht zuverlässig und daher nicht zulässig. Lehrbücher oder Fachbücher eignen sich für allgemeine Definitionen. Für aktuelle Forschungsergebnisse ist die wissenschaftliche Fachliteratur die wichtigste Informationsquelle. Beim Ausdruck oder beim Kopieren eines Artikels ist es sehr wichtig, die Seitenzahlen und das Literaturverzeichnis klar leserlich mit auszudrucken. Jedoch: es ist nicht zielführend, bei jedem Artikel, der für die eigene Arbeit sinnvoll erscheint, sofort zum Drucker oder Kopierer zu laufen. Besser ist es, mehrere Abstracts zu lesen und die nützlichsten Quellen dann aus zu drucken. Die Bewertung der Qualität ist insofern bei Internetquellen von Bedeutung. Es ist große Vorsicht geboten, wenn kein Autor/keine Autorin und/oder keine verwendeten Quellen angegeben werden. Auch eine fehlende Datumsangabe deutet auf keine zuverlässige Quelle. Es ist ein Qualitätskriterium, wenn ersichtlich ist, wo die Informationen herkommen. Problematisch gerade bei Internetquellen ist des Weiteren, dass diese flüchtig und rasch nicht mehr aktuell (URL!) sind. 3.2 Mit Literatur arbeiten Vielfach haben Studierende gerade am Beginn bei der Literaturrecherche entweder den Eindruck, es gäbe nichts oder zu viel zu diesem Thema. Deshalb an dieser Stelle nochmals der Hinweis: es braucht etwas Übung und Erfahrung bei der Suche nach Literatur. Dazu eine Hilfestellung: Abbildung 2: Zugang zur Literatursuche (in Anlehnung an Paxton, persönl. Mitteilung am ) Seite 9 von 11

13 10 Mit dieser Raute (Abbildung 2) wird der Prozess dargestellt, wie die Literatursuche bei einem unvertrauten Thema abläuft. Das Thema ist gefunden, auch das eine oder andere Schlagwort. Meist ist aber anfangs nicht klar, worauf der Fokus gelegt werden soll. Daher läuft es unweigerlich auf eine Verbreiterung ( seeing the bigger picture ) hinaus. Man liest Studien und Berichte, die in ihrem Inhalt andere Ebenen mit einschließen. Um jedoch den roten Faden nicht zu verlieren, muss das eigene Themengebiet wieder enger und - im Rahmen des bigger picture behandelt werden. Es geht darum, sein eigenes Thema in einen größeren Kontext einzubetten und dabei klar zu machen, auf welche Aspekte man sich konzentriert (Mut zur Lücke). Obwohl wissenschaftliche Studien und Veröffentlichungen gewissen festgesetzten Standards folgen und damit Objektivität gewähren (sollen), ist die Beurteilung und Bewertung von Quellen ein sehr wichtiges Instrument: gerade aber nicht nur bei Veröffentlichungen mit sozialwissenschaftlichen Bereich ist es wichtig zu beachten, welcher Hintergrund hinter diesen Ergebnissen und in weiterer Folge in der Argumentation steht. Dies ist vor allem im Hinblick auf die eigene Arbeit wichtig, wo ja im theoretischen Teil und dann vor allem in der Diskussion eine kritische Herangehensweise nötig ist. Bei der Verwendung von unterschiedlichen Quellen ist zu beachten (Liĉka, Frohmann, et al., 2009: 18), dass: Aussagen und Forschungsergebnisse von Dritten korrekt wiedergegeben und nicht verfälscht werden (z.b. um in die eigene Argumentationslinie zu passen); ältere auch oft überholte - Erkenntnisse mit neuerer Forschung verglichen und beide kritisch beurteilt werden; und somit die eigene Argumentation in Zusammenhang mit anderen Ergebnissen gestellt wird. 4 Quellenverwaltung Um den Überblick über seine Literatur zu bewahren, sind sogenannte Literaturverwaltungsprogramme sehr hilfreich. Diese bieten einerseits die Möglichkeit, die gefundenen Quellen rasch zu speichern. Dabei sind einzelne Programme bereits so einfach zu bedienen, dass man hier leicht zu viel speichert und den roten Faden verliert. In weiterer Folge lassen sich die Quellen ordnen. Besonders nützlich wenn auch nicht fehlerlos erweisen sich die diversen Add-Ins im Microsoft Word zum Zitieren während des Schreibens der Arbeiten. Zotero (www.zotero.org): Zotero ist eine Firefox-Extension (mit Word Add-In) zur Literaturverwaltung und kostenlos verfügbar. Es ist einfach zu bedienen und der Datenimport und export sehr simpel. Praktisch ist auch die Registrierung auf der Zotero Homepage, da somit eine Onlinebibliothek erstellt wird und damit auch ein Zugriff auf die eigenen Quellen von einem fremden Computer möglich ist. Seite 10 von 11

14 11 Citavi (www.citavi.com): Neben der kostenpflichtigen Version gibt es auch eine Gratisversion, die ein Programm zur Literaturverwaltung darstellt. Sie ist jedoch auf 100 Titel (sprich Quellen) pro Projekt beschränkt. Des Weiteren ist die Nutzung mit Apple Betriebssystemen schwierig. Der Datenimport und export ist auch hier sehr einfach; auch der Publikationsassistent ist beim Verfassen der Arbeiten sehr hilfreich. Endnote und Endnote Web (www.myendnoteweb.com): Endote ist ein häufig benutztes Literaturverwaltungsprogramm an der BOKU. Die freie Version steht auch den Studierenden zur Verfügung (Erstlogin am BOKU Campus notwendig!). Auch hier kann ein Word Plug-In installiert werden. Des Weiteren gibt es einen eigenen BOKU-Zitierstil. Mendeley (www.mendeley.com) Mendeley hat in der neuesten Version seine Einsatzmöglichkeiten für die Literaturverwaltung wesentlich verbessert. Um seine Informationen möglichst rasch zu speichern, kann Zotero integriert werden. Dies ist insofern von Vorteil, da der Web Importer von Mendeley nicht immer einwandfrei funktioniert. Probleme gibt es beim Word Plug-In auch mit älteren Microsoft Word Versionen. Mendeley bietet neben der Desktop-Version auch eine Onlinebibliothek der eigenen Literatur an (man kann z.b. auch eigene PDFs hochladen). 5 Verwendete und weiterführende Literatur LIĈKA Lilli, Erwin FROHMANN, Dagmar GRIMM-PRETNER & Roland TUSCH (2009). Erstellung von wissenschaftlichen Arbeiten am Institut für Landschaftsarchitektur, Department für Raum, Landschaft und Infrastruktur, BOKU Wien. Wien: Institut für Landschaftsarchitektur, Department für Raum, Landschaft und Infrastruktur, BOKU Wien. Österreich. PAXTON, Rebecca (2012). Literaturrecherche. Persönliche Mitteilung am 23. Februar VOGL, Christian R. (2006). Leitfaden zur Erstellung von Seminar-, Diplomarbeiten & Dissertationen. [Online] [Letzter Zugriff: 6. Juni 2012]. VOGL, Christian R. (2012). Persönliche Mitteilung am 21. Februar VOIGT Anette, Thomas KIRCHHOFF & Ludwig TREPL (2007). Leitfaden zur wissenschaftlichen Textarbeit. [Online] [Letzter Zugriff: 31. Mai 2012]. WILLIAMS, Mitsuko & Vicki F. CROFT (1997). Managing the grey literature in veterinary medicine: challenges and opportunities. [Online] [Letzter Zugriff: 11. April 2012]. WOLFSBERGER, Judith (2009). Frei geschrieben: Mut, Freiheit & Strategie für wissenschaftliche Abschlussarbeiten. Wien; Köln; Weimar: Böhlau Seite 11 von 11

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