Arbeitsauftrag: Die Schülerinnen und Schüler erfahren die positiven Seiten des persönlichen Kontaktes zum Patenkind.

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1 Anleitung LP Arbeitsauftrag: Die Schülerinnen und Schüler erfahren die positiven Seiten des persönlichen Kontaktes zum Patenkind. Ziel: Die Schülerinnen und Schüler lesen Erfahrungsberichte von Paten. Sie überlegen sich, welche positiven oder negativen Erfahrungen Paten machen können. Material: Arbeitsblätter Sozialform: Zweier- oder Dreiergruppen Zeit: 30 Minuten Weiterführende Ideen - Die Erfahrungsberichte können als Diktattexte dienen. - Die Schülerinnen und Schüler verfassen Erfahrungsberichte aus Sicht der Patenkinder. Wie haben sich die beiden Patenkinder Jesusa und Christina beim Besuch ihrer Paten wohl gefühlt? Welche Erfahrungen haben sie gemacht? Zusätzliche Informationen - Die beiden Erfahrungsberichte und noch andere findet man unter

2 Posten 5 Aufgabe: Ein ganz spezielles Erlebnis für einen Paten aus der Schweiz ist es, das eigene Patenkind besuchen zu dürfen. Lies die beiden Erfahrungsberichte konzentriert durch. Erfahrungsbericht 1: "Als wir im Dorf Chayantaka ankamen, war ich zuerst einmal sprachlos: Das ganze Dorf war versammelt und erwartete meine Ankunft. Die Kinder hatten schulfrei und trugen wunderbar farbige Kleider. Ich wurde in das Haus von Jesusa und ihrer Familie geführt. Ein langersehnter und unvergesslicher Moment: Nach so vielen Briefen standen wir uns endlich persönlich gegenüber. Jesusas Mutter stand weinend neben mir und umklammerte meine Hand. Ich glaube, auch einige Mitarbeiter vor Ort waren gerührt, denn es war das erste Mal, dass eine Padricinadora (=Patin) ein Projekt in dieser Gegend besuchte. Sichtlich stolz, aber auch voller Dankbarkeit wurden mir die Fortschritte im Dorf und die Neuanschaffungen, die mit den Geldern aus der Schweiz finanziert wurden, präsentiert. So wurde für jede Familie ein zweites kleines Haus gebaut, damit niemand mehr in den verrauchten Hütten neben der Feuerstelle schlafen muss. Ebenso konnten dringend benötigte Brunnen gebohrt werden. Ich hoffe, dass noch viele Paten ein solches Treffen mit ihrem Patenkind erleben und mit eigenen Augen sehen können, wie sinnvoll die Gelder aus der Schweiz eingesetzt werden." Sandra Flückiger

3 Erfahrungsbericht 2: "Die Schule Colegio Andres Bello hinterlässt einen für diese Gegend äusserst gepflegten Eindruck, sie ist jedoch rundum vergittert und abgeschlossen. Dass die Gitter farbig gestrichen sind, ändert nichts an meinem Eindruck, dass hier offenbar gewisse Sicherheitsmassnahmen nötig sind. Wir werden von der Schulleiterin begrüsst, die ihren Arbeitsplatz in einer Nische rechts vom Eingang hat. Rechts ist die Toilette und danach gleich der Eingang in ein eng bestuhltes Schulzimmer, in dem sich etwa 10- bis 12-jährige Mädchen und Knaben aufhalten. Alle in Schuluniform: weisses Hemd und blaue Hosen beziehungsweise blauer Rock. Die Jungs, teils in hellblauen, teils in dunkelblauen Jeans, wirken schon beinahe bunt. Geanil begrüsst die Klasse und bittet diese, uns die Gäste aus Europa - zu begrüssen. Was nun folgt, erinnert mich an amerikanische Spielfilme, in denen eine Schar SoldatInnen auf Kommando aufsteht und ein Good afternoon, sir schreit. Danach drängeln wir uns durch den schmalen Gang zu den beiden hinteren Schulzimmern. Der Begrüssungsvorgang wiederholt sich. Natürlich nicht mit good afternoon, aber mit bienvenidos oder so. Während ich im Klassenraum Christina suche, erzählt Geanil offenbar, wer wir sind und was wir hier tun. Sie stellt der Klasse die Frage ja, so viel habe ich verstanden : Wer weiss, wo die Schweiz liegt? Sicher jedes dritte Kind hebt die Hand und schreit: Yo! Die Lehrerin lacht und schüttelt den Kopf. Offensichtlich ist die Schweiz im Geografieunterricht kein Thema.

4 Wo ist Christina?, fragt nun Geanil. Ein Mädchen mit Pausebacken in der hintersten Reihe steht auf und schaut etwas kritisch zu uns. Sie kommt nun nach vorne, begrüsst uns und muss sich, mit uns zusammen vor der Klasse stehend, fotografieren lassen. Das scheint ihr, aus welchen Gründen auch immer, allerdings Spass zu machen, strahlt sie doch mit der karibischen Sonne um die Wette. In der Zwischenzeit ist unbemerkt Christinas Mutter zu uns gestossen. Wir erhalten nun die Gelegenheit, Fragen an Christina und an ihre Mutter zu richten. Geanil übersetzt ins Spanische und wieder zurück. Wir erfahren, dass Christina aussergewöhnlich gerne zur Schule geht, viel und fleissig lernt, gerne zeichnet, eine kleine Schwester hat und hier in der Nähe wohnt. Die Gespräche wären bestimmt noch eindrücklicher und einfacher, könnten wir sie in Spanisch führen. Wir haben ein paar Geschenke mitgebracht. Wir überreichen die Geschenke an Christina. Die Situation würde an Weihnachten erinnern, wäre da nicht die Tatsache, dass es bei einer Luftfeuchtigkeit von gegen hundert Prozent über dreissig Grad heiss ist. Mit Freude entnimmt Christina dem Paket ein hübsches Sommerröckchen, welches selbst die anwesenden Damen zu entzücken vermag. Es passe einfach wunderbar zu Christina, meinen sie. Christina erhält noch weitere nützliche Geschenke, wie etwa eine Zeichnungsmappe, Blätter zum Ausmalen und viele Stifte. Auch für die Mutter haben wir einige nützliche Artikel mitgebracht. Christina steht auf und läuft auf mich zu, während Geanil erklärt, Christina wolle sich bei uns bedanken. Unser Patenkind umarmt mich, was nicht schwierig ist, da ich auf dem winzigen Stuhl praktisch auf dem Boden sitze, und gibt mir einen dicken Kuss. Das wiederholt sie mit einer erfrischenden Herzlichkeit bei der ganzen Familie.

5 Posten 5 Die Mutter bedankt sich herzlich für unsere finanzielle Hilfe. Dank unserer Unterstützung, so sagt sie, könne Christina hier die Schule besuchen, und auch die medizinische Versorgung ihres Kindes sei damit gewährleistet. Ich bestätige, dass wir weiterhin mit Freude unsere Patenschaft aufrechterhalten werden. Diese fünfzig Franken im Monat so denke ich sind gut eingesetzt und können bei uns an einem anderen Ort eingespart werden. Vielleicht am Sonntag: Brot statt Butterzopf? Jetzt ist es Zeit für eine Foto-Session. Ich öffne das Gittertor und wir stellen uns alle vor dem Eingang der Schule auf. Langsam wird Christina etwas ungeduldig, sie möchte wieder am Unterricht teilnehmen. Wir verabschieden uns von ihr." Jürgen Rathgeb Schreibe hier einige Gedanken zum Thema Patenschaft. Welches sind die positiven Erfahrungen der Paten? Kannst du dir vorstellen, dass ein Pate auch negative Erfahrungen machen kann? Welche könnten dies sein?

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