Gewerblich-Industrielle Berufe Empfehlungen für Stufenwechsel EFZ EBA oder EBA EFZ ( Umwandlung )

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1 Erziehungsdirektion Mittelschul- und Berufsbildungsamt Gewerblich-Industrielle Berufe Empfehlungen für Stufenwechsel EFZ EBA oder EBA EFZ ( Umwandlung ) Fortsetzung der beruflichen Grundbildung zum EFZ mit verkürzter Dauer des Lehrvertrags ( Durchlässigkeit ) Grundsatz Regelmässige Gespräche unter den Vertragsparteien mit Einbezug der gesetzlichen Vertretung sind unerlässlich. Information und Kontakte unter den Lernorten sollen frühzeitig erfolgen, bei sich abzeichnenden Massnahmen soll frühzeitig die zuständige Ausbildungsberatung MBA zugezogen werden. Die Schulen beachten insbesondere die Verordnung über die Berufsbildung, die Weiterbildung und die Berufsberatung (BerV) vom 1. Januar 2006 Art. 53 Abs. 2 : 4. Leistungen: Ist der Bildungserfolg gefährdet, sorgt die Schule für den notwendigen Kontakt zum Lehrbetrieb und zur gesetzlichen Vertretung der Lernenden und zieht die Aufsichtsbehörde der beruflichen Praxis bei. 1. Lernende mit Verträgen für drei- oder vierjährigen Grundbildungen EFZ: Wechsel in zweijährige Verträge EBA 1.1. Wechsel am Anfang der Ausbildung Zeitraum Wer stellt fest Massnahme August September Oktober Betrieb: Das Ziel EFZ ist offensichtlich nicht direkt erreichbar. Schule: Das Ziel EFZ ist offensichtlich nicht direkt erreichbar. Lernende/r: Fühlt sich in der Ausbildung oder in der Schule überfordert. Der Betrieb nimmt Kontakt mit den Schulen auf. Wechsel in zweijährigen Vertrag ist der Klassenwechsel in 1. Lj. EBA sofort möglich. Rücksprache mit Betrieb. Wechsel in zweijährigen Vertrag ist der Klassenwechsel in 1. Lj. EBA sofort möglich. Gespräch mit Lehrkräften und / oder Berufsbildnern suchen. Wechsel in zweijährigen Vertrag ist der Klassenwechsel in 1. Lj. EBA sofort möglich. # Seite 1 von 6

2 1.2. Wechsel nach der Probezeit bis Ende 1. Semester November Dezember Januar Schule: Die Lehrkräfte definieren in ihren Klassen die Leistungspotenziale der Lernenden. Konferenz schulinternes case management: Beurteilungen von Lernfortschritten und Gespräche mit den Lernenden. Rücksprache mit den Lehrkräften FU und ABU. Gespräche mit Betrieb. Kritische Fälle Erfolg kaum möglich: Rücksprache mit Betrieb Wechsel in zweijährigen Vertrag, Klassenwechsel zu EBA auf Beginn 2. Semester. Erfolg fraglich: Einleiten von Stützmassnahmen 1.3. Wechsel bis Ende des 2. Semesters ( Normalfall ) Mai Standortbestimmung vor dem Ende des ersten Lehrjahres Juni Juli Schule: Trotz Stützunterricht keine wesentlichen Fortschritte. Erfolg EFZ fraglich. Betrieb: Das Ziel EFZ ist nicht direkt erreichbar. Meldung an Betrieb. Ausbildungsberatung MBA bei Wechsel in zweijährigen Vertrag, Klassenwechsel zu EBA auf Beginn 2. Lehrjahr Ausnahmefälle Wechsel im 3. Semester Im Lauf des 3. Semesters Schule, Betrieb, Lernende: Begründete Ausnahmefälle Antrag mit Begründung an zuständige Ausbildungsberatung MBA. Stufenwechsel in EBA 2. Lj. sofort, spätestens Ende Semester Wechsel im 4. Semester oder im 3. Lehrjahr EFZ Individuelle Abklärung der Gründe durch die Ausbildungsberatung, Überprüfung der Bildungsbewilligung des Ausbildungsbetriebs. Eintritt in das 2. Lehrjahr EBA, analog Umwandlung im 2. Lehrjahr. # Seite 2 von 6

3 2. Lernende mit Verträgen für zweijährige Grundbildungen EBA: Wechsel in drei- oder vierjährige Grundbildungen EFZ 2.1. Wechsel während der Probezeit Zeitraum Wer stellt fest Massnahme August September Oktober Betrieb: Ziel EBA unterfordert die Lernenden, EFZ ist voraussichtlich möglich. Schule: Nach Rücksprache unter den Lehrkräften, Ziel EBA unterfordert die Lernenden, EFZ voraussichtlich möglich. Lernende: Fühlt sich in der Ausbildung oder in der Schule unterfordert Der Betrieb nimmt Kontakt auf mit den Schulen. Der Betrieb nimmt Rücksprache mit der zuständigen Ausbildungsberatung MBA, nach Absprache Wechsel in Vertrag EFZ, Klassenwechsel in 1. Lj. EFZ sofort. Rücksprache mit Betrieb. Meldung an zuständige Ausbildungsberatung MBA, nach Rücksprache mit Betrieb Wechsel in Vertrag EFZ, Klassenwechsel sofort. Gespräch mit Lehrkräften und Betrieb suchen. Meldung an zuständige Ausbildungsberatung MBA, nach Absprache Wechsel in Vertrag EFZ, Klassenwechsel sofort Späterer Wechsel (in der Regel bis Ende erstes Semester) Im Lauf des 1. Semesters Schule, Betrieb: Begründete Ausnahmefälle. Meldung an zuständige Ausbildungsberatung MBA, nach Rücksprache mit Betrieb Wechsel in Vertrag EFZ, Klassenwechsel sofort. # Seite 3 von 6

4 3. Fortsetzung der beruflichen Grundbildung zum EFZ mit verkürzter Dauer des Lehrvertrags ( Durchlässigkeit ) 3.1. Weiterführung im Anschluss an die zweijährige Grundbildung In einer Standortbestimmung nach einem Jahr der zweijährigen Grundbildung wird unter Einbezug der Lernorte die Möglichkeit für eine Fortsetzung der Ausbildung eingeschätzt. Eine frühe Absprache über die Fortsetzung ermöglicht den Berufsfachschulen, die Lernenden auf einen Einstieg im 2. Lehrjahr der Grundbildung mit EFZ vorzubereiten. Einschätzungen und Noten der Berufsfachschulen gelten als Empfehlung, grundsätzlich besteht Vertragsfreiheit. Eine Fortsetzung in einem anderen Betrieb ist möglich, dabei besteht kein Anspruch, dass der Schulort der EBA-Grundbildung beibehalten wird Lehrvertrag Dauer: Nach dem erfolgreichen EBA-Abschluss ist die Dauer des Lehrvertrags bis zum EFZ im gleichen Berufsfeld in der Regel ein Jahr verkürzt. Massgebend ist die jeweilige Verordnung der beruflichen Grundbildung EFZ. Auch in Berufen, in denen noch keine revidierte Bildungsverordnung vorliegt, ist eine Verkürzung möglich. Bewilligung: Der verkürzte Lehrvertrag wird vom MBA definitiv bewilligt, wenn das Qualifikationsverfahren der Grundbildung EBA erfolgreich abgeschlossen wurde. Eine Fortsetzung mit einem verkürzten Vertrag ist im Anschluss an die Grundbildung EBA oder auch zu einem späteren Zeitpunkt möglich Erstausbildung Die Fortsetzung der Grundbildung gilt bis zum Abschluss des eidgenössischen Fähigkeitsausweises als Erstausbildung. Oktober 2008 # Seite 4 von 6

5 Anhang: Sammlung der gesetzliche Grundlagen zur Durchlässigkeit BBG Art. 9 Förderung der Durchlässigkeit 1 Vorschriften über die Berufsbildung gewährleisten grösstmögliche Durchlässigkeit sowohl innerhalb der Berufsbildung als auch zwischen der Berufsbildung und den übrigen Bildungsbereichen. 2 Die ausserhalb üblicher Bildungsgänge erworbene berufliche oder ausserberufliche Praxiserfahrung und fachliche oder allgemeine Bildung werden angemessen berücksichtigt BBG Art. 18 Berücksichtigung individueller Bedürfnisse 1 Für besonders befähigte oder vorgebildete Personen sowie für Personen mit Lernschwierigkeiten oder Behinderungen kann die Dauer der beruflichen Grundbildung angemessen verlängert oder verkürzt werden. BBV Art. 4 Anrechnung bereits erbrachter Bildungsleistungen 1 Über die Anrechnung bereits erbrachter Bildungsleistungen entscheiden: a. die kantonale Behörde im Fall von individuellen Verkürzungen der Bildungsgänge in betrieblich organisierten Grundbildungen; b. die zuständigen Anbieter im Fall von individuellen Verkürzungen anderer Bildungsgänge; c. die zuständigen Organe im Fall der Zulassung zu Qualifikationsverfahren BBV Art. 10 Besondere Anforderungen an die zweijährige Grundbildung 2 Die Bildungsverordnungen über die zweijährige Grundbildung berücksichtigen einen späteren Übertritt in eine drei- oder vierjährige Grundbildung. In der jeweiligen Verordnung der beruflichen Grundbildung mit EFZ ist normalerweise die Möglichkeit der Verkürzung für Inhaber/-innen eines Berufsattests geregelt. Beispiel Verordnung Automobil-Fachmann/-frau EFZ Art. 2 Dauer und Beginn Die Zusatzausbildung nach Lehrvertrag wird wie folgt geregelt c. Die berufliche Grundbildung dauert für Automobil-Assistentinnen/Automobil-Assistenten EBA in der Regel zwei Jahre. Beispiel Verordnung Metallbauerin EFZ/Metallbauer EFZ Art. 2 Dauer, Beginn und Struktur der Bildung 2. Inhaberinnen und Inhabern des eidgenössischen Berufsattests Metallbaupraktikerin EBA oder Metallbaupraktiker EBA, wird 1 Jahr der beruflichen Grundbildung angerechnet: sie beginnen die Grundbildung mit dem 2. Bildungsjahr. Allgemeinbildung in Gewerblich-Industriellen Berufen: Verordnung des BBT über Mindestvorschriften für die Allgemeinbildung in der beruflichen Grundbildung Art Personen, die eine zweijährige berufliche Grundbildung mit dem eidgenössischen Berufsattest abgeschlossen haben, werden beim Uebertritt in eine drei- oder vierjährige Grundbildung 120 Lektionen Allgemeinbildung angerechnet. # Seite 5 von 6

6 Kanton Bern: Empfehlungen für den allgemeinbildenden Unterricht in der zweijährigen beruflichen Grundbildung (Auszug) Durchlässigkeit Die berufliche Grundbildung mit EBA-Abschluss ist eine eigenständige Ausbildung mit dem Ziel, die Lernenden zu befähigen, sich in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Sollte von der/dem Lernenden in einer Standortbestimmung am Ende des 1. Lehrjahres EBA die Absicht geäussert werden, nach dem Attest die weiterführende EFZ-Ausbildung zu absolvieren, ist das Gespräch zwischen allen an der Ausbildung Beteiligten zu suchen. Im Gespräch ist zu klären, ob eine anschliessende EFZ-Ausbildung sinnvoll und allenfalls eine Verkürzung der Ausbildungszeit angebracht ist. Wird eine Fortsetzung der Ausbildung in Richtung einer verkürzten EFZ-Ausbildung vorgesehen, soll dieses Ziel im zweiten Ausbildungsjahr EBA mit innerer Differenzierung wie individuellen zusätzlichen Aufgaben und/oder mit äusserer Differenzierung wie Zusatzunterricht oder Bildung von speziellen Klassen unterstützt werden. # Seite 6 von 6

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