Einrichtung eines Webdienstes. Bereitstellung der Bauleitpläne. über einen WebMapService mit GetFeatureInfo

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1 Einrichtung eines Webdienstes über einen WebMapService mit GetFeatureInfo 1. Allgemeines 1.1. Webdienste Als Webdienste (engl. Web-Services) werden internetgestützte elektronische Dienstleistungen bezeichnet. Informationen werden über standardbasierte Schnittstellen system- und plattformunabhängig bereit gestellt. Die Vorteile für die Nutzung von Webdiensten sind: einfacher sowie verwaltungs- und fachübergreifender Zugriff auf Informationen über standardisierte Schnittstellen Zugriff auf aktuelle Daten zeitintensive Aktualisierungsarbeiten entfallen keine redundante Datenhaltung die Verantwortung über die Informationen bleibt beim Dateneigentümer freie, nutzeroptimierte Kombination der Datenbestände 2. Der Web Map Service 2.1. des Dienstes Der Web Map Service (WMS) ist ein Internetdienst zur Visualisierung von Geodaten. Ein WMS kann grundsätzlich über das Hypertext Transfer Protocol (HTTP) angesprochen werden. Als Ergebnis liefert der WMS eine Karte in einem einfachen Rasterdatenformat (png, gif, tiff, jpeg) zurück. Neben den Rasterdaten können auch andere Datenformate, wie beispielsweise Scalable Vector Graphics (svg) erstellt werden Funktionen eines WMS Ein OGC-konformer WMS d.h. ein WMS, der die Spezifikation des Open Geospatial Consortiums erfüllt, kennt drei Funktionen, die von einem Benutzer über HTTP angefragt werden können: GetCapabilities GetMap GetFeautureInfo Anlage 3: Einrichtung eines Webdienstes 1 / 5

2 GetCapabilities Hier wird nach dem Leistungsumfang des Dienstes gefragt: Welche Eigenschaften hat der WMS und welche Daten kann er bereitstellen? Als Antwort werden spezifische Metadaten zu den angebotenen Geodaten in Form eines XML-Dokumentes an den Benutzer zurückgeschickt. Neben allgemeinen Informationen über den Dienst, wie z.b. den Anbieter des WMS oder die Ausgabeformate des WMS, enthält die Antwort Angaben über die verfügbaren Layer, die Projektionssysteme und den verfügbaren Koordinatenausschnitt. REQUEST=GetCapabilities&SERVICE=WMS Die Anfrage setzt sich wie folgt zusammen: URL Komponente REQUEST=GetCapabilities SERVICE=WMS URL des WMS-Servers Art der Anfrage welcher Service wird angefragt Folgende sind bei einem GetCapabilities Aufruf möglich: REQUEST= GetCapabilities z Art der Anfrage VERSION=version o Version des angefragten Service SERVICE=WMS z angefragter Service UPDATESEQUENCE=string o Meldung, ob zum letzten Aufruf ein Update des Dienstes erfolg ist Als Antwort kommt ein XML-File zurück, welches Auskunft über folgende Funktionen gibt: allgemeine Informationen über den Dienst (z.b. Name, Titel und des Dienstes, Kontaktinformationen) welche Anfragetypen (GetCapabilities, GetMap, GetFeatureInfo) der WMS unterstützt (mit den entsprechenden zusätzlichen Angaben) welche Karten-Layer verfügbar sind (z.b. Name, Titel, in welchem Bezugssystem und räumlichen Ausdehnung liegen die Daten Diese XML-Datei wird von der Applikation zur Darstellung eines WMS ausgelesen und dem Nutzer in einer komfortablen Form (Aufbereitet als Dialogfenster) präsentiert GetMap Diese Anfrage fordert eine vom Benutzer zusammengestellte, georeferenzierte Karte an. Innerhalb der Anfrage können u.a. Optionen über die gewünschten Kartenlayer, die gewünschte Darstellung der Layer, das zugrunde liegende Koordinatensystem, die räumliche Ausdehnung des Kartenausschnitts, die Größe der Kartenausgabe und das Ausgabeformat angegeben werden. VERSION=1.1.1&LAYERS=DOP&SRS=EPSG:31468& WIDTH=500&HEIGHT=500& BBOX= , , , &FORMAT=image/png& TRANSPARENT=TRUE&STYLES= Anlage 3: Einrichtung eines Webdienstes 2 / 5

3 Folgende sind bei einem GetMap Aufruf möglich: REQUEST=GetMap z Art der Anfrage VERSION=version z Version des angefragten Service LAYERS=layer_list z Aufruf eines oder einer Liste von durch Komma getrennten Kartenlayern SRS=namespace:identifier z gewünschtes Koordinatensystem BBOX=minx,miny,axx,maxy z gewünschte räumliche Ausdehnung WIDTH=output_width z Breite des gewünschten Kartenlayers HEIGTH=output_hiegth z Höhe des gewünschten Kartenlayers FORMAT=output_format z Datenformat des Kartenlayers STYLES=style_list z TRANSPARENT=TRUE/FALSE o Hintergrundtransparenz der Kartenlayer (default = FALSE) BGCOLOR=color_value o Hintergrundfarbe in RGB (hexadezimat) (default = 0xFFFFFF) EXCEPTIONS=exception_format o Format der Fehlermeldung TIME=time o Abgabe, wenn die Daten einer Zeitreihe unterliegen ELEVATION=elevation o Angaben zur Höhe Die Antwort ist eine Karte GetFeatureInfo Diese Eigenschaft des WMS ist. Falls ein WMS diese Abfragefunktion unterstützt, können zusätzliche Informationen zu einzelnen Objekten (engl. features) abgefragt werden (Sachdaten: z.b. Name, Quelle, Verweise etc.). REQUEST=GetFeatureInfo&SERVICE=WMS&VERSION=1.1.1&SRS=EPSG:31468& BBOX= , , , &WIDTH=1044&HEIGHT=933& query_layers=haupteinheiten&x=500&y=500&format=text/xml Folgende sind bei einem GetFeatureInfo Aufruf möglich: REQUEST= GetFeatureInfo z Art der Anfrage VERSION=version z Version des angefragten Service <map_request_copy> z Kopie der Parameter aus dem Kartenaufruf, für den die Informationen gewünscht sind QUERY_LAYERS=layer_list z Aufruf eines oder einer Liste von durch Komma getrennten Kartenlayern FORMAT=output_format o Ausgabeformat für die Informationen FEATURE_COUNT=number o Anzahl der anzuzeigenden Informationen X=pixel_column z X-Koordinate in Pixel des angefragten Punktes (gemessen von der unteren linken Ecke) Y=pixel_row z Y-Koordinate in Pixel des angefragten Punktes (gemessen von der unteren linken Ecke) Anlage 3: Einrichtung eines Webdienstes 3 / 5

4 EXCEPTIONS=exception_format o Format der Fehlefmeldung Die Antwort ist ein Dokument im angeforderten Datenformat, welches die Sachdaten enthält. Diese Datei wird von der Applikation zur Darstellung eines WMS ausgelesen und dem Nutzer in einer komfortablen Form (Aufbereitet als Dialogfenster) präsentiert Notwendige Spezifikationen Das Open Geospatial Consortium (OGS) hat für den WMS ein Standard definiert, der sowohl die Syntax der Anfrage, als auch Format und Eigenschaften des Ergebnisses dieser Anfrage regelt. Die Version der Web Map Service Implementation Specification bildet derzeit die Basis für einen WMS im Rahmen der GDI in Deutschland: Darüber hinaus wurde in der GDI-DE weitere Vereinbarungen getroffen, welche die global gültigen Spezifikationen näher für einen deutschlandweiten einheitlichen Gebrauch festlegen: 3. Aufbau eines WMS 3.1. Datenhaltung 1 Die Haltung von Rasterdaten ist in Abhängigkeit von der jeweiligen Auflösung in der Regel speicherintensiv. Daher ist eine durchdachte Struktur der Daten für die Performanz einer Anwendung wichtig. Die Daten können a) in einem File-System oder b) in einer Datenbank gehalten werden. Datenhaltung im File-System Die Daten werden in einer Baumstruktur auf einem Datenträger gespeichert. Für die Datenanfrage wird der Datenträger nach dem entsprechenden Datensatz durchsucht. Es ist zunächst einfacher die Daten in Dateiform vorzuhalten. Dabei kann es sinnvoll sein, vor allem bei einer großen Zahl von Bildern, die Dateinamen mit der Georeferenzierung in einer Datenbank abzulegen. Datenbankgestützte Datenhaltung Die Daten werden strukturiert in einer Datenbank abgelegt und verwaltet. Die Entscheidung für die Datenhaltung in einer Datenbank wird häufig dann getroffen, wenn die Institution, die die Geodaten bereitstellen will, über sehr komplexe Rasterdatenbestände verfügt und die Datenbank zusätzlich in den Produktionsablauf integriert werden soll. Da viele Datenbanksysteme nicht originär dazu geschaffen wurden, Rasterdatenbestände direkt zu verwalten, wird oft ein zusätzliches Modul zur Verwaltung der Bilddaten in der Datenbank benötigt. 1 vgl. GDI-DE: GEO-Dienste ein Leitfaden Anlage 3: Einrichtung eines Webdienstes 4 / 5

5 Dieses Modul liegt quasi als Aufsatz auf der Datenbank und übernimmt die Kommunikation mit ihr. Solche Verwaltungsmodule beinhalten Möglichkeiten zur Georeferenzierung von Rasterdaten und stellen im Allgemeinen Schnittstellen zum Befüllen und Auslesen der Geodaten bereit. Sie erlauben in beschränktem Umfang auch Verschneidungen von Datenbeständen Datenbereitstellung Die Datenbereitstellung erfolgt mittels einer Applikationssoftware und über einen Web-Server. Der Webserver ist ein Rechner mit einer entsprechenden Software und mit einem Zugang zu einem Netzwerk (lokales Netzwerk oder ). Mit Hilfe des Webservers werden die Daten über das HTTP-Protokoll zur Verfügung gestellt. Für die Der Applikationssoftware (d.h. die WMS-Software) erzeugt aus den Daten dynamisch die gewünschten Kartenausschnitte. Diese Software sollte die OGC-Standards unterstützen. 4. Weiterführende Informationen OGC, Standards der OGC, Internet: GDI-DE, Applikationsprofil WMS-DE, Internet: ISO TC 211, Übersicht zu Standards des ISO, Internet: OGC, Dokumente zu Standards der OGC, Internet: GDI-DE, Geo-Dienste ein Leitfaden, Internet: GDI-RP, Fachglossar, Internet: Anlage 3: Einrichtung eines Webdienstes 5 / 5

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