Wasserhaushalt im Wald

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1 Wasserhaushalt im Wald Lernziele: Die SchülerInnen lernen den Wasserkreislauf im Wald kennen und verstehen. Die SchülerInnen wissen, dass der Wald einen wesentlichen Beitrag zur Trinkwasserversorgung Österreichs leistet. Die SchülerInnen lernen, welche weiteren wichtigen Funktionen der Wald erfüllt. Materialien: Overheadfolie 1/Arbeitsblatt 1 (1 Seite): Der Kreislauf des Wassers Arbeitsblatt 2 (1 Seite): Das Wunder Wald Overheadfolie 1/Arbeitsblatt 1 - Der Kreislauf des Wasser Methode: Erarbeiten Sie gemeinsam mit Ihren SchülerInnen mit Hilfe der Overheadfolie den Weg des Wassers im Wald. Im Anschluss daran versuchen die SchülerInnen, den Wasserkreislauf nochmals mit eigenen Worten zu beschreiben. Zusätzliche Information: Wasser ist eine der kostbarsten Ressourcen unserer Erde. Nur in wenigen Ländern ist es - so wie in Österreich - selbstverständlich, Trinkwasser aus dem Wasserhahn zu erhalten. Die Wälder leisten einen wesentlichen Beitrag zur Trinkwasserversorgung Österreichs. Sie agieren nicht nur als Luft lter, sondern auch als Wasserspeicher. Stellen Sie sich den Wald als riesigen Schirm vor. Regnet es, so fängt der Wald den Regen auf und verdunstet einen Teil davon in die Luft (bei Nadelbäumen bis 50%, bei Laubbäumen bis 30%). Dies wirkt sich nachhaltig auf das örtliche Kleinklima, Luftfeuchtigkeit, Temperatur, aber auch auf die Schadstoff lterung aus. So ist es auch nicht verwunderlich, dass man Land und Luft im nahen Umkreis eines Waldes als frisch und feucht emp ndet. Jener Teil des Regenwassers, der nicht verdunstet, tropft langsam zu Boden und wird vom Waldboden, der ein hohes Wasserspeichervermögen hat und wie ein großer Schwamm wirkt, aufgesogen. Lehrerinfo 1

2 Der durchwurzelte Waldboden ltert die im Regenwasser enthaltenen Schmutz- und Schadstoffe, und nachdem in österreichischen Wäldern in der Regel keine P anzenschutzund Düngemittel eingesetzt werden, entstehen in den tieferen Waldbodenschichten saubere und schadstofffreie Grund- und Trinkwasserreserven. Diese Reserven werden vom Waldboden nur langsam wieder abgegeben. Sie versorgen die unterirdischen Wasserströme mit Wassernachschub und gewährleisten damit die Quellschüttung, d. h. die Quellen können kontinuierlich Wasser abgeben. Arbeitsblatt 2 - Das Wunder Wald Methode: Ihre SchülerInnen ergänzen den Lückentext, der die Funktionen des Waldes zum Thema hat. Tipp: Nutzen Sie diese Übung, um den Begriff Ökosystem zu thematisieren. Haben Ihre SchülerInnen diesen Begriff bereits gehört? Wenn ja - in welchem Zusammenhang? Welche De nition ordnen sie dem Begriff zu? Zusätzliche Information: Neben der Funktion als Wasserspeicher erfüllt der Wald noch eine Reihe weiterer wesentlicher Aufgaben zur Sicherung unserer Lebensqualität. Der Wald als Schutzwald Der Wald fungiert als Schutz vor Hochwasser, Lawinen, Muren und Bodenerosionen. Hochwasserschutz Indem die Umgebung von Bächen und Flüssen bewaldet wird, kann die Wasseraufnahmefähigkeit des Bodens bei weitem gesteigert werden. Der Ober ächenab uss wird durch die Auffangfunktion der Baumkronen und die spezielle Beschaffenheit des Waldbodens stark verzögert. Dies hilft bei starken Regengüssen oder auch bei der Schneeschmelze, Hochwasserkatastrophen zu vermeiden bzw. abzuschwächen. Technische Schutzwälle alleine sind hingegen nicht in der Lage, ausreichenden Schutz vor solchen Naturkatastrophen zu bieten. Wälder entlang von Bächen und Flüssen nennt man Auwälder, diese sind gekennzeichnet durch den Wechsel von Über utung und Trockenzeit. Auch seltene Tier- und P anzenarten fühlen sich in diesem speziellen Umfeld wohl. Bei kurzen heftigen oder langanhaltenden Regenfällen fungiert der Auwald als natürlicher Hochwasserschutz, als Überschwemmungs- und Rückhalteraum. Lawinenschutz Kommt es zu einer Lawinenbildung, so können die Schneemas- Lehrerinfo 2

3 sen durch den Widerstand der Bäume abgebremst, teilweise auch völlig zum Stillstand gebracht werden. Murenschutz Muren sind Schlammlawinen, die an Rinnen und Bachbette von Wildbächen gekoppelt sind. Grundvoraussetzung für deren Entstehung sind größere Ansammlungen von lockeren Gesteins-, Erd- und Wassermassen und eine gewisse Hangneigung. Bei kurzfristigen heftigen Regengüssen, langanhaltenden Niederschlägen oder Schneeschmelze lösen sich diese lockeren Gesteins-/Erdmassen und bilden eine Mure. Durch die Bewaldung von murengefährdeten Abhängen kann die Erde gefestigt und damit der Anteil der lockeren Gesteins- und Erdmassen stark reduziert werden. Gleichzeitig ist der Waldboden in der Lage, größere Mengen an Wasser aufzunehmen und zu speichern. Schutz gegen Bodenerosionen Durch die weitreichende Verwurzelung der einzelnen Waldbäume wird der lose Waldboden mehrere Meter tief gefestigt. Gleichzeitig bieten die Bäume dadurch, dass sie den Regen auffangen, einen wesentlichen Schutz bei starken Regenfällen innerhalb kurzer Zeit. So können z. B. durch die intensive Bewaldung in Wildbacheinzugsgebieten Hochwasserkatastrophen vermieden bzw. gemildert werden. Rund um Ackerbaugebiete werden oft Windschutzgürtel angelegt, um das Verblasen der Erde zu verhindern. Gleichzeitig werden dadurch auch Luftqualität und -feuchtigkeit verbessert. Der Wald als Klima-Macher Der Wald wirkt sich wesentlich auf den Klimahaushalt aus. Bereits bei einem Spaziergang im Wald ist das andere Klima spürbar: Im Sommer ist es im Wald deutlich kühler, im Winter deutlich wärmer als im umliegenden Gebiet. Der Wald wirkt sich allerdings auch auf das Klima seiner weiteren Umgebung aus: An heißen Sommertagen reguliert die kühle Waldluft die extreme Hitzeentwicklung in den umgebenden Siedlungsgebieten. Durch die hohe Verdunstungsleistung des Waldes ist die Luft bei weitem feuchtigkeitshältiger. Direkt im Wald ist die relative Luftfeuchtigkeit sogar bis zu 10% höher als im Umland. Der Wald als Luftreiniger Der Wald ltert schädliche Stoffe wie Schmutz, Staub, Rauch und Abgase aus der Atemluft und sorgt damit für eine wesentliche Verbesserung der Luftqualität auch in urbanen und Industriegebieten. Zu beachten ist allerdings, dass auch ein Baum nur ein Lebewesen ist, dem die hohe Schadstoffkonzentration, mit der er zu kämpfen hat, großen Schaden zufügt. Eine Lösung dieses Problems muss also darin liegen, die Schadstoffemission generell so weit als möglich einzuschränken. Ein Baum produziert in 100 Jahren so viel Sauerstoff, wie Lehrerinfo 3

4 ein erwachsener Mensch innerhalb von 20 Jahren zum Atmen braucht. Um den Sauerstoffbedarf eines Menschen für einen Tag zu decken, sind 5 Fichtenbäume notwendig. Der Wald als Lärm- und Sichtschutz Der Wald ltert einerseits Industrie- und Verkehrslärm, andererseits bietet er auch Sichtschutz gegen weniger schöne Industrieoder auch Verkehrsanlagen. Lehrerinfo 4

5 Der Kreislauf des Wassers Versuche, den Wasserkreislauf im Wald mit eigenen Worten zu erklären. Arbeitsblatt Lehrerinfo 1/11

6 Das Wunder Wald Ergänze den Lückentext mit den fehlenden Wörtern! Waldboden, fangen, Klima, Ökosystem, Dämpfen, Bodenschichten, P anzen, Boden, Wasserhaushalt Im unseren Wäldern ist einiges los. P anzen, Tiere, Gewässer, Boden verschmelzen zu einem funktionierenden in dem jeder seine Aufgaben und P ichten erfüllt. Wälder haben eine einzigartige Auswirkung auf den. Die Bäume fangen das Regenwasser auf und verdunsten einen Teil davon (Nadelbäume bis zu 50%, Laubbäume bis zu 30%) in die Luft. Daher kommt auch das gute, immer etwas feuchte im Wald. Der Rest des wertvollen Nass fällt auf den Boden, wo er vom moosigen wie von einem Schwamm aufgesogen wird. Der Waldboden ltert und speichert das wertvolle Regenwasser, das er erst nach und nach wieder an die abgibt. Dadurch ist der Wald auch in langen Trockenzeiten gut versorgt mit Feuchtigkeit. Das Wasser, das vom Boden nicht aufgenommen werden kann, sickert in tiefere und bildet einen wichtigen Beitrag zu unserer Trinkwasserversorgung. Dass wir unser Trinkwasser so unbesorgt aus dem Wasserhahn beziehen können, haben wir zu einem nicht unbeträchtlichen Teil den 47% Wald zu verdanken, die Österreichs Fläche bedecken. Aber das ist noch lange nicht alles. Wälder leisten einen sehr wichtigen Beitrag im Schutz gegen Lawinen und Erdrutsche. Die Bäume eine ins Tal stürzende Lawine ab und verhindern, dass Straßen, Häuser oder auch ganze Dörfer verschüttet werden. Andererseits stärken und verfestigen sie mit ihrem Wurzelwerk den an Hängen so gut, dass auch bei starkem Regen das Erdreich nicht abgetragen werden kann. Clever oder? Nachdem Experten erkannt haben, dass technische Einrichtungen alleine gegen Lawinen, Muren und Hochwasser nicht helfen können, werden Bäume gezielt an Stellen gep anzt, an denen sie uns auch als Schutz dienen können. Arbeitsblatt Lehrerinfo 2/11

7 Der Kreislauf des Wassers Verdunstung von 30-50% des Regenwassers (Laubbäume - 30%, Nadelbäume - 50%) Wasserverdunstung über Blätter, Nadeln und die Rinde von Stamm und Ästen = Transpiration (rd l pro Jahr) Wassertransport von den Wurzeln bis in die Baumspitzen Waldboden = Wasserspeicher Waldboden = Wasserspeicher Filterung des Wassers in den einzelnen Bodenschichten Versorgung von Quellen und unterirdischen Flüssen Wasseraufnahme des Baumes über die Wurzeln Entstehung von Grund- bzw. Trinkwasservorräten Overheadfolie Lehrerinfo 1/1 1

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