Master of Advanced Studies (MAS) in. Neuroscience Care

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1 Master of Advanced Studies (MAS) in Neuroscience Care

2 Master of Advanced Studies (MAS) in Neuroscience Care Menschen mit einer neurologischen Erkrankung, beispielsweise einer Demenz, einem Schlaganfall, einem Hirntumor oder einem Schädelhirntrauma haben einen besonders anspruchsvollen Pflegebedarf. Sie sind oftmals stark eingeschränkt, durch Lähmung, kognitive Beeinträchtigung oder Sprachverlust. Für Pflegende stellt dies eine grosse Herausforderung dar. Spezialwissen und vertiefte klinische Fertigkeiten sind nötig, um die Situation dieser äusserst verletzlichen Patienten sicher einschätzen und wirkungsvolle Interventionen einleiten zu können. Hier setzt der Studiengang Master of Advanced Studies (MAS) in Neuroscience Care an. Er wird erstmals in der Schweiz von der FHS St.Gallen, Hochschule für Angewandte Wissenschaften durchgeführt. Das Studium bereitet Fachpersonen auf ihre neuen und vielfältigen Aufgaben in der Praxis vor. Es bietet das ganze Spektrum von Neuroscience Care: praktisch, klinisch, ökonomisch, multidisziplinär und (inter)national vernetzt. Warum ist ein MAS in Neuroscience Care nötig? Die Neurologie gilt als Medizinbereich mit der grössten Wachstumsdynamik: Kein anderes Organsystem wird momentan so intensiv erforscht wie das Gehirn und das Nervensystem. Um mit der rasanten Entwicklung Schritt zu halten, brauchen Pflegefachpersonen neuestes Fachwissen und klinisches Know-how. Zugleich bietet das neurologische Arbeitsfeld neue Berufsrollen und vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten für Pflegende. In Zukunft wird es immer mehr ältere Menschen geben, die unter neurologischen Erkrankungen leiden. Spezialistinnen und Spezialisten für neurologische Pflege werden deshalb verstärkt gefragt sein. Bereits jetzt gibt es zu wenig Pflegende, die für diesen Bereich qualifiziert sind. Viele Patientinnen und Patienten benötigen nach wenigen Tagen Spitalaufenthalt weiterhin kompetente pflegerische Betreuung zuhause oder in einer Institution. Dadurch wird sich die Nachfrage nach neurologisch qualifizierten Pflegefachpersonen zusätzlich erhöhen. Menschen mit einer neurologischen Erkrankung brauchen wirksame Strategien, um den Alltag mit ihrer Erkrankung meistern zu können. Pflegenden kommt hierbei eine Schlüsselrolle zu. Sie befähigen die Betroffenen, zu Experten in eigener Sache zu werden und unterstützen sie nachhaltig beim Selbstmanagement ihrer Krankheit. Hierbei leisten sie einen bedeutsamen Beitrag zur Lebensqualität diese Patientengruppe.

3 Tätigkeitsfeld Spezialistinnen und Spezialisten für Neuroscience Care können die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit neurologischen Erkrankungen erfassen beraten, betreuen und begleiten Betroffene und ihre Angehörigen während der Erkrankung, informieren über Hilfsmittel und zustehende Leistungen ( Councelling ) bieten Unterstützung und Förderung in den Aktivitäten des täglichen Lebens entwickeln gemeinsam mit den Betroffenen ein individuell passendes Selbstpflegemanagement arbeiten interprofessionell, vernetzen Erkrankte und deren Angehörige mit unterstützenden Diensten (Spitex, Reha-Institutionen, ambulante Pflege) sind jederzeit Ansprechpartner für Patientinnen und Patienten sowie ihre Angehörigen nehmen Schlüsselfunktionen in multidisziplinären Teams ein und stellen eine optimal koordinierte Versorgung sicher sorgen dafür, dass Forschungswissen den Patientinnen und Patienten zugutekommt sind in der pflegewissenschaftlichen Forschung tätig und entwickeln die neurologische Pflege weiter zugunsten einer höheren Pflegequalität für die Patientengruppe. Neuroscience Nurses verändern das Leben von Menschen mit neurologischen Erkrankungen: Sie kennen ihre Bedürfnisse, fördern die Patientenautonomie und wissen, wie sich die Lebensqualität der Betroffenen spürbar verbessern lässt. Wie internationale Studien belegen, tragen Neuroscience Nurses dazu bei, Komplikationen und Rehospitalisierungen zu reduzieren und somit auch Kosten im Gesundheitswesen zu sparen. Die Zusammenarbeit zwischen Pflege und Medizin spielt in der Neurologie eine besonders grosse Rolle. Auf diese Teamarbeit sind Neuroscience Nurses optimal vorbereitet.

4 Studienziele Absolventinnen und Absolventen des Masterstudiums Neuroscience Care entwickeln ein umfassendes, vertieftes Fachwissen und klinische Fertigkeiten, um Neuroscience Care in der Praxis auszuüben planen eine patientenorientierte, forschungsgestützte Pflege für Menschen mit neurologischen Erkrankungen begleiten und unterstützen Betroffene und ihre Angehörigen bei der Bewältigung ihrer Erkrankung erarbeiten Pflegekonzepte, Leitlinien und Standards für die Pflege neurologisch erkrankter Menschen entwickeln innovative Versorgungsmodelle für die Patientengruppe stärken die Rolle der professionellen Pflege im therapeutischen Prozess und im multiprofessionellen Team verbessern kontinuierlich die Pflegequalität durch evidenzbasierte Praxisentwicklung von Neuroscience Care leisten einen wesentlichen Beitrag zur Lebensqualität der Betroffenen. Zielgruppe und Zulassung Der Studiengang richtet sich an Pflegefachpersonen, die Menschen mit neurologischen Erkrankungen in verschiedenen klinischen Settings betreuen (z.b. in Spitälern, Rehabilitationskliniken, Pflegeheimen, Spitex) und folgende Voraussetzungen erfüllen: drei Jahre Berufsausbildung auf Tertiärstufe oder Studium an einer Fachhochschule bzw. Universität mindestens drei Jahre Berufserfahrung Vorkurs Wissenschaftliches Arbeiten für Teilnehmende ohne Hochschulabschluss gute Englischkenntnisse (Nachweis) aktuelle Praxistätigkeit im neurologischen Bereich. Über die Aufnahme von Personen mit anderen beruflichen Werdegängen wird sur dossier entschieden. Das Aufnahmeverfahren umfasst zudem die Prüfung des Dossiers sowie ein Eintrittsgespräch.

5 Studienaufbau Das Masterstudium in Neuroscience Care setzt sich aus drei modularen Zertifikatslehrgängen (CAS) zusammen: CAS I Spezifisches Neuroscience-Fachwissen, Anwenden von Skills in der klinischen Versorgung neurologischer Patienten (15 ETCS) CAS ll Kernkompetenzen, Versorgungsmanagement/konzepte/modelle (15 ETCS) CAS III Berufliche Entwicklung, Praxisentwicklung und Forschungsanwendung (15 ETCS). Ein Zertifikatslehrgang umfasst insgesamt 20 bis maximal 25 Tage Präsenzunterricht bzw. Kontaktstudium sowie zusätzlich ca. 250 Stunden für das Selbststudium. Abschluss: Der erfolgreiche Abschluss aller drei Zertifikatslehrgänge, der Masterthesis (15 ETCS) und der Abschlussprüfung berechtigt zum Führen des Titels Master of Advanced Studies FHO in Neuroscience Care. «Der Fokus des Studiums liegt im vertieften Wissenserwerb und aktuellen Praxistransfer.» Bea Goldman, Studiengangsleiterin

6 Detailinformationen zu den einzelnen Zertifikatslehrgängen Zertifikatslehrgang I Die Studierenden eignen sich im Zertifikatslehrgang I das Fachwissen und die Fähigkeiten an, die sie brauchen, um neurologisch erkrankte Patientinnen und Patienten qualitativ hochwertig zu versorgen. Dabei konzentrieren sie sich besonders auf Krankheits- und Therapiemanagement in notfallmässigen, akuten, frührehabilitativen, chronischen und palliativen Situationen Krankheitsbilder und Syndrome wie Neurotraumatologie (z.b. Hirnverletzungen), neurovaskuläre Erkrankungen (z.b. Stroke), neurodegenerative und neuroinflammatorische Erkrankungen (z.b. Multiple Sklerose, Amyotrophe Lateralsklerose ALS), Demenzen (z.b. Morbus Alzheimer, vaskuläre und sekundäre Demenzen), Tumorerkrankungen des Nervensystems (z.b. Glioblastom) Erfassung des Pflegebedarfs Strukturiertes klinisches Neuroassessment, Interventionsplanung und -durchführung Neurospezifisches Monitoring Neurologische Diagnostik, Tests, Prozeduren Prästationäre, peri- und postoperative, poststationäre Behandlungsformen Neuropharmakologische, operative, konservative, komplementäre, alternative Behandlungsformen und Ansätze Einsatz neurospezifischer Tools Evaluation. Zertifikatslehrgang II Die Studierenden entwickeln Kernkompetenzen für ihre zukünftige klinische Praxis. Die Schwerpunkte liegen auf verschiedenen Versorgungsformen: Akutversorgung, Langzeitversorgung, Neurofrührehabilitation, Neuropalliative Versorgung, Prävention auf Versorgungsmodellen: Chronic Care Modell, Chronisches Disease Management, Integrated Care und Case Management im Rahmen von Neuroscience Care

7 auf Best Practice in der Versorgung neurologisch erkrankter Patientinnen und Patienten durch spezifische Qualitätsstandards-, Leit- und Richtlinien sowie Guidelines auf der Vernetzung von Neuroscience Care mit nationalen und internationalen Organisationen im Dienst neurologisch erkrankter Patientinnen und Patienten auf gesundheitsökonomischen und gesundheitspolitischen Aspekten mit Fokus auf Neuroscience Care auf Grundkonzepten und Grundsätzen der Gesundheitsökonomie sowie Kostenaspekten der neurologischen Versorgung (Rechnungswesen, Finanzierung). Zertifikatslehrgang III Die Studierenden bereiten sich auf ihre Rolle in der Fachführung und Forschung im Bereich Neuroscience Care vor. Folgende Schwerpunkte sind vorgesehen: Clinical Leadership Zusammenarbeit in multiprofessionellen oder in interdisziplinären Teams Anspruchsvolle Kommunikationssituationen mit Patientinnen und Patienten sowie ihren Angehörigen Kompetenzbasierte Entwicklung von Berufsrollen und Aufgaben zur klinischpflegerischen Versorgung neurologisch erkrankter Patienten (ANP / APNs; Epilepsy Nurses, Stroke Nurses, MND Nurses) Wissenschaftliche Grundlagen und theoriegestütztes, evidenzbasiertes Arbeiten Klinische Forschung und Forschungsanwendung im Bereich Neuroscience Care Interdisziplinäre, multiprofessionelle, transdisziplinäre, multizentrische Forschung Forschungsdesigns, Forschungsmethoden und Implementierungsmodelle Anwendung und Outcome-Messung Patienten- und Familienedukation Grundlagen der Beratungstätigkeit, Counselling Wissensvermittlung zu Krankheitssymptomen Medikamentenmanagement. Hospitationstage in einer Fachrichtung der Neuroscience Care und ein Praktikum sind ebenfalls vorgesehen.

8 Termine und Informationen Leitung Studienleitung: Bea Goldman, Pflegefachfrau IKP, ALS, stud. MScN Stv. Studienleitung: Susanne Kägi, Pflegefrau HF, HöFa I Management, Supervisorin und Organisationsberaterin BSO Expertinnen und Experten aus Neuroscience Care Kontexten des Gesundheitswesens und anderen Disziplinen, Dozierende von in- und ausländischen Hochschulen Start November 2011 Ort FHS St.Gallen, Weiterbildungszentrum Gesundheit Tellstrasse 2, CH-9001 St.Gallen Kosten Gesamtzahlung: CHF * Ratenzahlung: CHF * Besuch einzelner CAS: CHF * * Preisänderungen vorbehalten Anmeldung und Information FHS St.Gallen Weiterbildungszentrum Gesundheit Frau Katharina Brühwiler Tellstrasse 2, Postfach 664, CH-9001 St.Gallen Tel Fax

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