BLUTHOCHDRUCK BEI DIABETES - nützliche Tipps und Empfehlungen

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2 Studien zeigen: Diabetiker haben ein erhöhtes Herz- Kreislauf-Risiko. Kommt bei Diabetes noch Bluthochdruck hinzu, schädigen erhöhter Blutzucker sowie erhöhter Blutdruck die Gefäße. Aus diesen Gründen ist es besonders wichtig, auch den Blutdruck in den Normbereich zu senken. Der Blutdruck einfach erklärt! Das Herz ist dafür verantwortlich, dass das Blut in den Blutgefäßen (Arterien und Venen) zirkuliert. Beim erwachsenen Menschen zieht sich das Herz zwischen 60 und 80 Mal pro Minute zusammen und pumpt somit das Blut durch den Körper. Durch das Pumpen entsteht Druck in den Gefäßen. Diesen Druck nennt man Blutdruck. Bei der Blutdruckmessung werden zwei Werte gemessen: systolischer Wert (Systole = Kontraktions- oder Austreibungsphase) = höherer Wert diastolischer Wert (Diastole = Entspannungsphase) = niedriger Wert

3 Was versteht man unter Bluthochdruck? Unser Blutdruck schwankt im Laufe des Tages und in Abhängigkeit der körperlichen Belastung. Wenn aber der Blutdruck auch in Ruhephasen erhöht ist, dann spricht man von Bluthochdruck oder Hypertonie. Auch beim gesunden Menschen steigt der systolische Blutdruck (= erster Blutdruckwert) im Laufe des Lebens stetig an, während der diastolische Blutdruck (= zweiter Blutdruckwert) nach einem Anstieg bis zum ca. 50. Lebensjahr wieder abnimmt. Die isolierte systolische Hypertonie (erster Wert erhöht zweiter Wert normal) ist im Allgemeinen für ältere Personen und Diabetiker typisch und signalisiert ein erheblich geschädigtes Gefäßsystem. Wichtig ist daher, dass für die Bestimmung des Risikos einer Herz-Kreislauferkrankung beide Werte herangezogen werden. Ebenso wichtig für die Beurteilung des Blutdrucks ist die Differenz zwischen systolischem und diastolischem Blutdruck.

4 Wann ist mein Blutdruck erhöht? Wenn mindestens 7 von 30 Selbstmessungen über 135/85 mmhg liegen 1, dann spricht man von Bluthochdruck (=Hypertonie). Für die Diagnose Bluthochdruck ist es ausreichend, wenn einer der beiden Blutdruckwerte erhöht ist! Bei Vorhandensein von Folge- oder Begleiterkrankungen wie Diabetes, Herzinfarkt, Schlaganfall oder vorhandenen Gefäßschäden gelten derzeit folgende Grenzwerte 2 : Bezeichnung Zielblutdruck bei Nierenschäden (diab. Nephropathie) Wert unter 130/80 mmhg unter 125/75 mmhg 1 Quelle: Österr. Gesellschaft für Hypertensiologie: php/ /richtig-messen; abgerufen am ÖDG Leitlinien 2009; content/ /fulltext.pdf?mud=mp; abgerufen am Tipp: Jeder Mensch ist anders. Einen sehr guten Überblick über Ihre Werte erhalten Sie durch die ambulante 24-Stunden-Messung!

5 Warum kann der Blutdruck erhöht sein? Die häufigsten Ursachen für erhöhten Blutdruck sind vor allem im Lebensstil verankert: Lebensstil (Ernährung, Stress, Bewegung, Rauchen, Alkohol) Übergewicht Gefäßerkrankungen Erhöhung des Blutdrucks: Der Blutdruck passt sich allen Lebenssituationen an und ist auch zu verschiedenen Tageszeiten unterschiedlich. Bei der Hypertonie ist der Körper nicht mehr selbst in der Lage die unterschiedlichen Schwankungen selbst zu regulieren. Tipp: Messen Sie am besten morgens und abends Ihren Blutdruck und dokumentieren Sie jedes Ergebnis! Nehmen Sie Ihre Aufzeichnungen immer zu ärztlichen Untersuchungen mit!

6 Wieso verändert sich mein Blutdruck im Laufe meines Lebens? Zustand der Gefäße verändert sich Die körperliche Bewegung und Beweglichkeit nimmt ab Zusatzerkrankungen Mögliche Wechselwirkungen von Medikamenten Wie messe ich meinen Blutdruck richtig? Meiden Sie eine Stunde vor der Messung Nikotin und Kaffee Messen Sie Ihren Blutdruck in einer ruhigen und stressfreien Umgebung. Vor Beginn der Messung entspannen Sie sich für etwa 5 Minuten im Sitzen. Achten Sie darauf, dass vor Messbeginn die Muskeln des Armes völlig entspannt sind. Wählen Sie die Manschettengröße (S, M, L, XL) Ihrem Oberarm entsprechend (die Festigkeit der Manschette sollte nicht zu fest und nicht zu locker gewählt sein) Manschette nicht über der Kleidung anbringen Manschette ca. 2 cm breit oberhalb der Ellenbeuge anlegen Während der Messung nicht sprechen Lassen Sie zwischen zwei Messungen mindestens zwei Minuten vergehen Vergessen Sie nicht, die gemessenen Werte in einem Tagebuch zu dokumentieren

7 Tipp: Lassen Sie sich vor dem Kauf eines Blutdruckmessgerätes in einem Fachgeschäft beraten und achten Sie auf die Qualität! Welche Messgeräte/Messmethoden gibt es zur Selbstkontrolle? Prinzipiell gibt es zwei unterschiedliche Messmethoden zur Bestimmung des Blutdrucks: Manuelle Messung (durch medizinisches Personal) mittels Blutdruckmanschette, Gummiballon mit Skala und Hörrohr (Stethoskop) Elektronische Blutdruckmessgeräte (Oberarm- bzw. Handgelenksmessgeräte) zur Selbstmessung. Tipp: Medizinisches Fachpersonal empfiehlt die Verwendung von Oberarmmessgeräten zur Selbstmessung! Quelle: Boso

8 Welche Therapiemöglichkeiten gibt es? Nicht-medikamentöse Therapie Hier sind SIE gefragt! Bewegung: sowohl Ausdauer- als auch Krafttraining für mindestens 3 x 30 min pro Woche Gewichtsreduktion Stress vermeiden Richtige Ernährung Alkohol und Nikotin vermeiden Medikamentöse Therapie Bei der medikamentösen Behandlung des Bluthochdrucks geht man stufenweise vor. Begonnen wird meist mit der Verordnung eines Medikaments aus einer speziellen Gruppe. Erreichen Sie die Zielwerte trotzdem nicht, wird die Behandlung um ein zusätzliches Medikament erweitert. Es kann also durchaus sein, dass für das Zustandekommen guter Blutdruckwerte sogar Substanzen aus drei verschiedenen Gruppen notwendig sind. Besteht bereits seit längerer Zeit unbehandelter Bluthochdruck, so darf dieser trotzdem nur langsam gesenkt werden. Deswegen sollte man nicht erwarten, dass schon nach einigen Tagen der Blutdruck im Normbereich sein wird.

9 Kann ich erhöhten Blutdruck auch spüren? In den meisten Fällen verursacht Bluthochdruck keine Beschwerden und wird daher oft nur als Zufallsdiagnose, meist bei Vorhandensein anderer Erkrankungen, entdeckt! Treten Beschwerden auf, so können diese sich beispielsweise wie folgt äußern: Kopfschmerzen Schwindel Nasenbluten Übelkeit Sehstörungen Erschwerte Atmung bei Belastung Tückisch ist, dass praktisch alle folgenden Risikofaktoren für Gefäßschäden meistens ohne Beschwerden, also schmerzfrei, ablaufen: Hoher Blutdruck Hoher Blutzucker Hohe Blutfettwerte Hohes Körpergewicht Rauchen

10 Welche Auswirkungen hat Rauchen auf meinen Blutdruck? Rauchen verhärtet und verengt die Blutgefäße. Diese werden mit der Zeit brüchiger. Durch Ablagerungen werden die Gefäßwände geschädigt. Einige Gedanken zum Thema Rauchen: Die Folgen von Bluthochdruck und Rauchen zeigen sich besonders im Herz-Kreislaufsystem. Überdies beschleunigt Rauchen die Hautalterung, das Zahnfleisch kann zurück gehen, weswegen sich die Zähne lockern können, unangenehmer Mundgeruch entsteht und die Zähne und Finger werden gelb. Weitere gefürchtete Folgen von Nikotinmissbrauch sind bekanntlich die Begünstigung für die Entstehung vieler Krebsformen (Lungen-, Blasen-, Kehlkopf- oder Brustkrebs,...), das Auftreten von Diabetes sowie das Entstehen von Atemnot und Husten durch Verengung der Atemwege. In der Schwangerschaft kann Rauchen die Entwicklung des Kindes verzögern und überdies die frühkindliche Sterblichkeit erhöhen. All das sind Gründe, die zum möglichst schnellen Verzicht von Nikotin anregen sollen! Achtung: Rauchen kann die vollständige Wirkung blutdrucksenkender Medikamente verhindern erst durch Nikotinstopp können diese Medikamente richtig wirksam werden!

11 Worauf kann ich bei meiner Ernährung achten? Generell gelten die allgemeinen Empfehlungen der österreichischendie Ernährungspyramide. österreichische Ernährungspyramide Die österreichische Ernährungspyramide Die 7 Stufen zur Gesundheit Alkoholfreie Getränke Gemüse, Hülsenfrüchte und Obst Getreide und Erdäpfel Milch und Milchprodukte Fisch, Fleisch, Wurst und Eier Fette und Öle Fettes, Süßes und Salziges Täglich mindestens 1,5 Liter Wasser und alkoholfreie bzw. energiearme Getränke. Täglich 3 Portionen Gemüse und / oder Hülsenfrüchte und 2 Portionen Obst. Täglich 4 Portionen Getreide, Brot, Nudeln, Reis oder Erdäpfel (5 Portionen für sportlich Aktive und Kinder), vorzugsweise Vollkorn. Täglich 3 Portionen Milchprodukte (fettärmere Varianten bevorzugen). Wöchentlich 1-2 Portionen Fisch. Pro Woche maximal 3 Portionen mageres Fleisch oder magere Wurst. Pro Woche maximal 3 Eier. Täglich 1-2 Esslöffel pflanzliche Öle, Nüsse oder Samen. Streich-, Back- und Bratfette und fettreiche Milchprodukte sparsam. Selten fett-, zuckerund salzreiche Lebensmittel und energiereiche Getränke. Die 7 Stufen zur Gesundheit Alkoholfreie Getränke Gemüse, Hülsenfrüchte und Obst Getreide und Erdäpfel Milch und Milchprodukte Fisch, Fleisch, Wurst und Eier Fette und Öle Fettes, Süßes und Salziges Täglich mindestens 1,5 Liter Wasser und alkoholfreie bzw. energiearme Getränke. Täglich 3 Portionen Gemüse und / oder Hülsenfrüchte und 2 Portionen Obst. Täglich 4 Portionen Getreide, Brot, Nudeln, Reis oder Erdäpfel (5 Portionen für sportlich Aktive und Kinder), vorzugsweise Vollkorn. Täglich 3 Portionen Milchprodukte (fettärmere Varianten bevorzugen). Wöchentlich 1-2 Portionen Fisch. Pro Woche maximal 3 Portionen mageres Fleisch oder magere Wurst. Pro Woche maximal 3 Eier. Täglich 1-2 Esslöffel pflanzliche Öle, Nüsse oder Samen. Streich-, Back- und Bratfette und fettreiche Milchprodukte sparsam. Selten fett-, zuckerund salzreiche Lebensmittel und energiereiche Getränke. A2_Pyramide_Normal_gl.indd 1 A2_Pyramide_Normal_gl.indd : :56

12 Bei Bluthochdruck sollten Sie zusätzlich besonders auf folgende Punkte achten: Achten Sie generell bewusst auf die Reduktion von Salz und salzen Sie sparsam! Verwenden Sie zum Würzen lieber Kräuter Knoblauch Zwiebel Liebstöckel ( Maggikraut ) für Suppe Dadurch reduzieren Sie nicht nur Salz, Sie werden auch einen völlig anderen Geschmack der Speisen erleben. Trinken Sie natriumarmes Mineralwasser (< 25 mg/l) Wir nehmen über den Tag verteilt generell Salz sehr unbewusst auf. Viel Salz befindet sich beispielsweise in der Regel in Wurst und Käse Suppenwürze Fertigen Gewürzmischungen Fertiggerichten Knabbergebäck Tipp: Kosten Sie Ihr Essen zuerst und salzen Sie es erst dann bei Bedarf sparsam nach.

13 Tipp: Salzarme Kost ist anfangs gewöhnungsbedürftig. Erst nach ca. 3 Wochen passt sich Ihr Geschmacksempfinden an. Weniger und dafür hochwertiges Fett verwenden! Fisch Mindestens zwei Mal wöchentlich Frisch oder tiefgekühlt (natur) Pflanzenöle sparsam verwenden Bevorzugen Sie hochwertige Pflanzenöle (Oliven-, Raps-, Lein-, Walnuß- oder Kürbiskernöl) Mageres Fleisch und Milchprodukte Weichkäse Frischkäse Hüttenkäse

14 Tipp: Achten Sie beim Käse generell darauf, dass dieser < 35 % Fett in Trockenmasse (F.i.T.) oder 20 Gramm Absolutfett enthält. Streichfett Faustregel für die tägliche Fettzunahme: Körpergröße 100 (Bsp: 170 cm = 70 Gramm) Nur dünn bestreichen (z.b. Poren vom Brot sollten sichtbar bleiben) Kochfett Pfanne heiß werden lassen Fett sparsam einsetzen Römertopf, beschichtete Pfanne, ölsparende Fritteuse, Alufolie, Wok Fettarme Zubereitungsart wählen z.b. dampfgaren Gemüse Steigern Sie den Gemüseanteil an der Gesamtnahrung Salatanteile (Rohkostsalat) steigern Frischgemüse bevorzugen Obst maximal zwei Stück pro Tag Bevorzugen Sie regionales und saisonales Obst und Gemüse Tipp: DiätologInnen empfehlen Leitungs- und Sodawasser als Getränk.

15 Warum ist es überhaupt wichtig meinen Bluthochdruck zu regulieren? Bluthochdruck kann in fast allen Organen des Körpers, auch Sinnesorganen, gefährlich werden. Allerdings muss betont werden, dass Organschädigungen und Folgeerkrankungen durch Änderung des Lebensstils und / oder medikamentöse Therapie vermieden werden können. Nachfolgend sind die wichtigsten Organe und deren mögliche Schädigungen, die meist Folge mehrerer unbehandelter Risikofaktoren sind, beschrieben. Gehirn Schlaganfall Gehirnblutung Augen Augenblutungen Schädigung der Netzhaut Herz Herzinfarkt Nieren Dialyse (Nierenwäsche) Sexualstörungen Durchblutungsstörungen in den Beinen (Schaufensterkrankheit) Andere Organe: Ohrgeräusche (Tinnitus), Lungeninfarkt,...

16 Diese Informationsbroschüre wurde in freundlicher Zusammenarbeit mit Frau DGKS Karin Dullnigg, Herrn DGKP Christoph Feichtinger, Frau DGKS Gertrude Schöberl, Frau DGKS Laure Thurner und Frau DGKS Monika Weissmann erstellt. Die diätologische Beratung erfolgte durch die Diätologinnen Frau Lisa Höller-Brunnhofer, Frau Margit Gruber, Frau Waltraud Kundigraber und Frau Barbara Wenk. Bayer Austria Ges.m.b.H Herbststraße Wien 0800/ Quelle: Skriptum Bluthochdruck: verstehen erkennen (be)handeln DGKP Christoph Feichtinger Diese Informationsbroschüre ist nicht als medizinischer Ratgeber zu betrachten und ersetzt keinesfalls die individuelle Beratung durch medizinisches Fachpersonal. Bayer und das Bayer Kreuz sind geschützte Marken von Bayer. 07/2012

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