Sportwissenschaften und Sportlehramt

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1 Sportwissenschaften und Sportlehramt Bis vor 10 Jahren war die fast einzige Beschäftigungsdomäne für die Sportwissenschaft - ler/innen UH die Schule. Mit dem Ausbau des Studiums in Richtung Public Health nimmt der Anteil der im Gesundheitswesen Beschäftigten stetig zu. Da die Sportwissenschaftler/innen UH in diesem Bereich aber in Konkurrenz zu anderen etablierten Berufsleuten (z.b. Physiotherapeut/innen) stehen, ist der Übergang vom Studium in den Beruf insgesamt nicht mehr so problemlos wie in früheren Jahren. 43 Prozent der Sportabsolvent/innen UH berichten über Mühe, eine ihren Erwartungen entsprechende Stelle zu finden, deutlich mehr als in vergangenen Jahren und auch mehr als unter der Gesamtheit der Neuabsolvent/innen UH. Entsprechend ist die Anzahl jener gestiegen, die ein Jahr nach Studienabschluss auf Stellensuche sind. Mit 5 Prozent liegt dieser Wert nur 1 Prozentwert über demjenigen der Neuabsolvent/innen UH insgesamt. Fast die Hälfte der Sportabsolvent/innen UH ist im Bereich von Schule, Hochschule oder Gesundheitswesen tätig. Im Vergleich zu den Vorjahren nimmt der Anteil jener, die in einer Schule tätig sind, eher ab. Inadäquate Beschäftigung kommt etwas häufiger vor als bei den Neuabsolvent/innen UH insgesamt. Sehr verbreitet ist Teilzeitarbeit: Fast 60 Prozent arbeiten teilzeitlich. Deshalb ist das durchschnittliche jedoch auf eine Vollzeitstelle hochgerechnete Jahreseinkommen von Franken nur bedingt aussagekräftig. Das tatsächliche Durchschnittseinkommen liegt bei Franken. Wie sich das Berufsfeld für diejenigen Sportwissenschaftler/innen UH entwickelt, die ihr Studium nicht auf das Lehramt ausgerichtet haben, ist offen. Die Sportabsolvent/innen UH befinden sich hier mit allen Vor- und Nachteilen in einer Pioniersituation. Tabelle 1: Kennzahlen der Stichprobe (n=202) (in Prozent) Geschlecht Männer 51 Frauen 49 Universitäre Hochschule ETH Zürich 34 Universität Basel 16 Universität Bern 22 Universität Genf 8 Universität Lausanne 20 Nach dem Bachelorabschluss meistens ins Masterstudium Tabelle 2: Kennzahlen Bachelorabsolvent/innen (n=268) (in Prozent) Übertritt ins Masterstudium Prozent der Sport-Bachelorabsolvent/innen UH sind 2011 in ein Masterstudium übergetreten. Als Hauptgrund nennen sie, dass der Bachelorabschluss UH nicht berufsqualifizierend sei. Die Zeit zwischen Bachelor- und Masterstudium haben 40 Prozent zum Jobben genutzt. Jene 17 Prozent, die im Jahr nach dem Bachelorabschluss UH (noch) kein Masterstudium aufgenommen haben, nennen dafür als Hauptgrund, dass sie zuerst berufliche Erfahrungen sammeln möchten (47 Prozent). 35 Prozent sind der Ansicht, dass in ihrem Fachgebiet ein Masterabschluss nicht nötig sei und jeweils gut 30 Prozent nennen als Grund, dass das angebotene Masterstudium nicht ihren Erwartungen entspricht oder ihnen der Aufwand für ein Masterstudium zu gross sei (Mehrfachnennungen waren möglich). Die erste Stelle nach dem Studium SDBB, Bern, 2013 Die hier publizierte Auswertung stützt sich auf die Erhebung der Gesamtstudie: Bundesamt für Statistik BFS, Befragung der Hochschulabsolvent/innen, Abschlussjahrgang Mehr zur Befragung:

2 Eher mehr Mühe beim Berufseinstieg Tabelle 3: Kennzahlen Beschäftigungslage (in Prozent) Schwierigkeiten bei der Stellensuche Studium als gute Grundlage für den Berufseinstieg betrachtet Weiterbildung nach Studienabschluss begonnen Bis vor einigen Jahren sind die Neuabsolvent/innen UH der Sportwissenschaften deutlich seltener auf Probleme gestossen, eine ihren Erwartungen entsprechende Stelle zu finden, als der Durchschnitt der Neuabsolvent/innen UH stiessen sie dann parallel mit dem Anstieg der Zahl nicht auf das Lehramt ausgerichteter Neuabsolvent/innen UH auf deutlich mehr Schwierigkeiten, fast 60 Prozent berichteten über Probleme bei der Stellensuche scheint sich die Situation wieder etwas beruhigt zu haben: Sie haben zwar immer noch etwas mehr Schwierigkeiten bei der Stellensuche, jedoch nicht mehr so deutlich: 43 Prozent berichten aktuell über Schwierigkeiten bei der Stellensuche. 78 Prozent führten die Schwierigkeiten auf die gewählte Studienrichtung zurück. Seltener wird als mögliche Gründe die fehlende Berufserfahrung (58 Prozent) angegeben. Die Neuabsolvent/innen UH insgesamt nennen zuerst die fehlende Berufserfahrung (77 Prozent), erst dann die Stellensituation im studierten Bereich (62 Prozent). Die Sportwissenschaftler/ innen UH führen demzufolge ihre Schwierigkeiten eher auf das Fach zurück als auf äussere Umstände wie die fehlende Berufserfahrung. Beim Durchschnitt der Neuabsolvent/innen UH ist es eher umgekehrt. Abbildung 1: Schwierigkeiten bei der Stellensuche (in Prozent) Tabelle 4: Kennzahlen Erwerbssituation (in Prozent) erwerbstätig stellensuchend Stelle zugesichert Erwerbsverzicht ** ** * 6 bis 10 Fälle; ** 5 oder weniger Fälle Parallel zu den Schwierigkeiten bei der Stellensuche ist auch der Anteil an Stellensuchenden nach 2007 gestiegen und ist mit 5 Prozent sogar leicht höher als bei den Neuabsolvent/innen UH insgesamt. Kennzeichnend für die jungen Sportwissenschaftler/innen UH ist, dass sie mehrere Stellen innehaben: Jede/r Vierte übt mehrere Erwerbstätigkeiten aus. Für die Stellensuche ist das Internet die wichtigste Hilfe: Über 80 Prozent haben entweder über ein Online-Inserat oder durch den Besuch von Internetseiten potenzieller Arbeitgeber ihre Anstellung erhalten.

3 Gut die Hälfte beginnt nach dem Masterabschluss eine Weiterbildung, etwas mehr als bei den Neuabsolvent/innen UH üblich. Bei den meisten handelt es sich dabei um das Lehrdiplom für Maturitätsschulen, bei 10 Prozent um ein Doktorat. Abbildung 2: Anteil Stellensuchende (in Prozent) Prozent an der Schule beschäftigt Der Trend der letzten Jahre, dass immer weniger Sportabsolvent/innen UH im Lehramt tätig sind, setzt sich fort. Bis 2005 waren es jeweils mehr als die Hälfte, zum Teil sogar über 80 Prozent, die an einer Schule tätig waren sind es 29 Prozent. Dafür haben die privaten Dienstleistungen und der Gesundheitsbereich deutlich an Bedeutung gewonnen, dort sind die meisten Absolvent/innen in einer Klinik tätig. Abbildung 3: Beschäftigungsbereiche (in Prozent) Hochschule 5* Schule 29 Information und Kultur 1** Gesundheitswesen 16 Pädagog., Psycholog., Soziale Dienste Industrie 3** 6* Private Dienstleistungen 23 Öffentliche Dienste 9 Verbände und Organisationen * 6 bis 10 Fälle; ** 5 oder weniger Fälle Die Sportabsolvent/innen UH wurden nicht nur nach ihrem Beschäftigungsbereich, sondern auch nach ihrer Berufsbezeichnung gefragt. Knapp die Hälfte nennt einen Beruf des Unterrichts und der Bildung. Darunter fallen nicht nur die Lehrpersonen, sondern auch Assistierende an Hochschulen oder Sportpädagog/innen. Neben den unten aufgeführten Berufen gibt es noch viele Einzelberufe wie zum Beispiel Werbung-/Marketing-/Tourismusberufe, kaufmännische Berufe oder Berufe des Gastgewerbes. Insgesamt bezeichnet sich ein Viertel als Lehrerin oder Lehrer. Tabelle 5: Kennzahlen Berufsbezeichnungen (in Prozent) Berufe des Unterrichts und der Bildung 45 Berufe des Sports und der Unterhaltung 16 Unternehmer/innen, Direktor/innen, leitende Beamt/innen 14

4 Mehr inadäquat Beschäftigte Gleich häufig wie die Neuabsolvent/innen UH insgesamt sehen die Sportwissenschaft - ler/innen UH keinen inhaltlichen Bezug zwischen ihrem Studium und ihrer jetzigen Ausbildung (siehe Abbildung 4). Die Sportwissenschaftler/innen UH sind aber etwas seltener der Meinung, dass sie hinsichtlich beruflicher Stellung, Einsatz ihrer fachlichen Qualitäten und den ihnen übertragenen Aufgaben adäquat beschäftigt seien: Jeweils zwischen 49 und 60 Prozent machen entsprechende Angaben, während es bei den Neuabsolvent/innen UH insgesamt zwischen 64 und 71 Prozent sind. Wie Tabelle 6 zeigt, sind die Sportwissenschaftler/innen UH auch doppelt so häufig als der Durchschnitt der Neuabsolvent/innen UH an Stellen beschäftigt, für die kein Hochschulabschluss vorausgesetzt wurde (31 vs. 15 Prozent). Abbildung 4: Kein inhaltlicher Bezug zwischen Studium und jetziger Tätigkeit (in Prozent) Teilzeitarbeit sehr verbreitet Tabelle 6: Kennzahlen Anstellungsbedingungen (in Prozent) Jahresbruttoeinkommen 1 (in Franken) Zufriedenheit mit Einkommen: Anteil Zufriedene Anteil Teilzeitbeschäftigte (Pensum < 90 Prozent) Anteil befristet Angestellte Hochschulabschluss für jetzige Tätigkeit verlangt? Nein Ja, im entsprechenden Fach Ja, auch in verwandten Fächern Ja, aber ohne spezifische Fachrichtung Als statistisches Mittel wurde der Median verwendet. Die Einkommen der teilzeitlich beschäftigten Personen wurden auf 100 Prozent hochgerechnet. Das Jahreseinkommen der Sportwissenschaftler/innen UH entspricht mit Franken (hochgerechnet auf eine Vollzeitstelle) dem Durchschnitt der Neuabsolvent/innen UH. Da allerdings nur gut 40 Prozent vollzeitlich arbeiten, sind diese Zahlen bezüglich des Einkommens nur bedingt aussagekräftig: Die Mehrheit verdient entsprechend ihren Teilzeitpensen weniger (im Durchschnitt: Franken). Entsprechend ist die Zufriedenheit mit dem Einkommen auch etwas niedriger als bei den Neuabsolvent/innen UH insgesamt 36 Prozent sind zufrieden mit ihrem Einkommen. Die Einkommensverhältnisse unterscheiden sich deutlich je nach Beschäftigungsbereich: So erzielen jene, die in einer Schule beschäftigt sind, ein Jahreseinkommen von Franken, während die im Gesundheitswesen und im privaten Dienstleistungssektor arbeitenden Sportwissenschaftler/innen UH nur auf rund Franken kommen. Knapp 40 Prozent der Sportwissenschaftler/innen UH sind befristet angestellt, und gut 30 Prozent sind an einer Stelle tätig, für die vom Arbeitgeber kein Hochschulabschluss verlangt wurde doppelt so viele wie bei den Neuabsolvent/innen UH insgesamt.

5 Rückblickend mit der Studienwahl weniger zufrieden als der Durchschnitt Tabelle 7: Kennzahl Rückblick (in Prozent) Rückblickend betrachtet nochmals dasselbe Studium wählen Die Absolvent/innen wurden gefragt, ob sie, stünden sie noch einmal vor der Studienwahl, wieder dasselbe Studium am gleichen Studienort wählen würden. Dabei zeigte sich, dass diese Frage von den Sportwissenschaftler/innen UH deutlich weniger häufig bejaht wird als von der Gesamtheit der Neuabsolvent/innen UH: 62 Prozent würden sich nochmals für das gleiche Studium entscheiden, während es bei den Neuabsolvent/innen UH mehr 72 Prozent sind. Die Beschäftigungssituation der Sportwissenschaftler/innen UH hat sich im Vergleich mit den letzten Jahren deutlich verschlechtert. Früher fanden die Neuabsolvent/innen UH aus dem Bereich Sport klassischerweise ihre erste Stelle als Sportlehrer/in einer Schule, ein klar umrissenes Arbeitsfeld. Dieses rückt mit der Neudefinition des Studiums und der damit verbundenen Zunahme der Studierenden immer mehr in den Hintergrund; nur noch knapp 30 Prozent arbeiten an der Schule. Die übrigen 70 Prozent sind in anderen Bereichen tätig, in denen es eigentlich bis anhin kaum Sportwissenschaftler/innen UH gab. Sie müssen sich somit häufig neue eigene Beschäftigungsfelder erarbeiten und geraten dabei in Konkurrenz zum Beispiel mit Physiotherapeut/innen im Gesundheitswesen, mit Wirtschaftswissenschaftler/innen beim Sportmanagement oder mit anderen Absol - vent/innen in den verschiedensten Bereichen.

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