Einleitung TestDisk GNU General Public License PhotoRec Übersicht

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1 Einleitung Was tun, wenn die Daten einer Festplatte, eines USB-Sticks oder einer digitalen Speicherkarte plötzlich weg sind? In erster Linie Ruhe bewahren und keinerlei Schreibzugriffe oder unwissentliche Reparaturen an den Datenträgern ausführen! Dadurch kann eine Datenrettung vor Ort erschwert oder unmöglich gemacht werden. Möglicherweise können am Ende nur noch Datenrettungsfirmen helfen. Ein großer Helfer in der Not, bevor der Griff zum Telefonhörer zur Pflicht wird, kann hingegen das Programm TestDisk sein. TestDisk ist Freie Software und unterliegt der GNU General Public License (GPL). Der Anwendungsbereich von TestDisk ist in erster Linie, verlorene Partitionen wiederherzustellen und nicht bootende Festplatten wieder bootfähig zu machen, wenn das Problem durch fehlerhafte Software, bestimmte Arten von Viren oder menschliche Fehler (wie versehentliches Löschen der Partitionstabelle) verursacht wurde. Unter seiner unscheinbaren Oberfläche wartet TestDisk zusätzlich mit einigen sehr überraschenden und leistungsstarken Funktionen auf, die nicht nur eine sofortige Wiederherstellung von verlorenen Partitionen, sondern auch bei einem beschädigten Dateisystem oder fehlerhaften Sektoren oftmals das Kopieren von Daten, die unter Windows nicht mehr angezeigt werden, auf einen anderen intakten Datenträger ermöglichen. Mit im Paket enthalten ist PhotoRec. PhotoRec ist als Pendant und Ergänzung zu TestDisk in der Lage, Dateien wie Bilder, Videos, Dokumente, Archive etc. von einem schwer beschädigten oder formatierten Dateisystem wiederherzustellen. Dabei ignoriert PhotoRec das Dateisystem und scannt nur die darunter liegenden Daten. Übersicht TestDisk kommt mit einer zeichenorientierten Benutzerschnittstelle (TUI, Text User Interface) daher. Der Begriff TUI wurde erst spät als Äquivalent zur grafischen Benutzerschnittstelle (GUI, Graphical User Interface) und zur Abgrenzung der auf Befehlseingabe basierenden Benutzerschnittstelle (Command Line Interface, CLI) geprägt. Die Anzeige in TestDisk ist somit über den Textmodus flächig und nicht zeilenorientiert komplett menügesteuert. Programme, die auch über den Textmodus gesteuert werden, sind das BIOS, der Midnight Commander oder Norton Commander. Vorteil einer zeichenorientierten Benutzerschnittstelle ist die hohe Portierbarkeit zwischen Plattformen wie Windows und Linux. TestDisk kann: die Partitionstabelle reparieren und gelöschte Partitionen wiederherstellen einen FAT32-Bootsektor von seinem Backup wiederherstellen einen FAT12/FAT16/FAT32-Bootsektor wieder aufbauen (Rebuild) eine FAT-Dateizuordnungstabelle reparieren einen NTFS-Bootsektor von seinem Backup wiederherstellen einen NTFS-Bootsektor wieder aufbauen (Rebuild) bei NTFS die MFT (MasterFileTable = Hauptdateitabelle) unter Verwendung des Spiegels (MFT mirror) wiederherstellen einen ext2/ext3 Backup SuperBlock lokalisieren Dateien von gelöschten FAT-, NTFS- und ext2/ext3-partitionen kopieren gelöschte Dateien von FAT-, NTFS- und ext2-dateisystemen wiederherstellen TestDisk läuft unter: DOS (entweder im realen DOS-Modus oder in einer Windows-9x-DOS-Box), Windows (NT4, 2000, XP, 2003, Vista), Linux, FreeBSD, NetBSD, OpenBSD, SunOS und MacOS Testdisk findet verlorene Partitionen für folgende Dateisysteme: BeFS (BeOS) BSD disklabel (FreeBSD/OpenBSD/NetBSD) CramFS, Compressed File System DOS/Windows FAT12, FAT16 und FAT32 Windows exfat HFS and HFS+, Hierarchical File System JFS, IBMs Journaled File System Linux ext2 und ext3 Linux RAID RAID 1: mirroring RAID 4: striped array with parity device RAID 5: striped array with distributed parity information RAID 6: striped array with distributed dual redundancy information Linux Swap (Versionen 1 und 2) LVM and LVM2, Linux Logical Volume Manager Mac partition map Novell Storage Services NSS

2 NTFS (Windows NT/2K/XP/2003/Vista/2008) ReiserFS 3.5, 3.6 und 4 Sun Solaris i386 disklabel Unix File System UFS und UFS2 (Sun/BSD/...) XFS, SGIs Journaled File System Zusätzliche Informationen zur Unterstützung: TestDisk kann praktisch mit jedem RAID umgehen, solange es vom Betriebssystem unterstützt wird. Auch werden in neuen Versionen (ab TestDisk 6.11WIP beta) dynamische Volumen, Software-RAID wie Windows-Stripesets und übergreifende Volumen unterstützt. Doch genug der Übersicht! Auf den nächsten Seiten wollen wir uns folgenden Problemen und ihrer Lösungen im Detail annehmen: Einfache Diagnose und Wiederherstellung Konvertieren von dynamischen Datenträgern Wiederaufbau eines Striped Volume (Software-RAID0) Reparieren von Flash-Speichermedien Daten von einen beschädigten Datenträger kopieren Mit TestDisk gelöschte Daten wiederherstellen Es wird auch aufgezeigt, inwieweit TestDisk dem Anwender die volle Kontrolle während der Diagnose oder Analyse ohne jegliche Änderungen am beschädigten Datenträger bietet. Das Tool sollte somit auch für weniger versierte Anwender geeignet sein. Einfache Diagnose und Wiederherstellung Der Ausgangspunkt für das Problem Einfache Diagnose und Wiederherstellung ist eine Festplatte mit drei Partitionen und folgenden Symptomen. Die erste primäre Partition weist auf einen korrupten Bootsektor hin und eine zweite logische Partition mit Namen Partition_2 wurde versehentlich gelöscht. In der Datenträgerverwaltung von WinXP fehlt bei der ersten primären Partition das Dateisystem NTFS. Der Laufwerksbuchstabe ist vorhanden. Die zweite logische FAT32-Partition fehlt komplett. Die Datenträgerverwaltung zeigt freien Speicherplatz an. Dieser kann bei einer primären Partition aber auch als nicht zugewiesen oder unallocated erscheinen. Im Explorer erscheint die erste Partition mit Laufwerksbuchstaben. Der Name fehlt und wird nur als Lokaler Datenträger angezeigt. Beim Versuch, den Datenträger zu öffnen, erscheint die Meldung, ob jetzt formatiert werden soll (siehe Bild 2). Diese Frage sollte jedoch immer verneint werden. Unter Rechtsklick auf dem Laufwerk und Eigenschaften (siehe Bild 3) erscheint das Dateisystem als RAW (Rohformat). RAW bedeutet unformatiert. Die zweite versehentlich gelöschte Partition ist im Explorer nicht vorhanden. Der nachfolgende Weg zeigt die Wiederherstellung der zwei verlorenen Partitionen mit TestDisk durch: Reparatur eines korrupten Bootsektors und Wiederherstellung einer versehentlich gelöschten logischen Partition. Nach dem Download und der Extraktion der Dateien einschließlich der Unterverzeichnisse kann TestDisk direkt ohne Installation ausgeführt werden. Zum Ausführen werden die Benutzerrechte vorausgesetzt. Ältere Versionen als TestDisk 6.11 werden unter Vista mit Rechtsklick auf testdisk_win.exe und Als Administrator ausführen, ausgeführt. Hinweis zur Bedienung: TestDisk wird ausschließlich über die Pfeil- und Bild-Nach-Oben/Unten-Tasten bedient. Bestätigt wird jeweils mit der Eingabetaste. Mit der q-taste ( q für Quit) kann zur vorherigen Anzeige zurückgekehrt oder TestDisk beendet werden. TestDisk nimmt nur Änderungen vor, wenn dies ausdrücklich befohlen wird. Dazu muss in TestDisk die Funktion Write (Schreiben) explizit markiert und mit der Eingabetaste bestätigt werden. Bevor TestDisk dann die Daten aus dem TestDisk-Speicherpuffer auf die Festplatte schreibt, muss nochmals mit y für ja bestätigt werden. TestDisk arbeitet dynamisch. D.h. wenn keine Partition für eine Wiederherstellung vorhanden oder gesetzt ist, dann wird auch die Funktion Write nicht angeboten. Die ersten Schritte nach dem Start sind: Schritt 1: Log-Datei erstellen: TestDisk kann jeden Schritt protokollieren. Dies ist in erster Linie ein Tool für Anwender, die nichts oder nicht viel über Datenwiederherstellung wissen. Die Log-Datei kann an einen Techniker für weitere Analysen weitergeleitet werden. Die Optionen sind a) eine Log-Datei erstellen, b) Daten an einer existierenden Log-Datei anhängen oder c) keine Log-Datei erstellen. Es sollte auf Standard belassen werden, es sei denn, es gibt einen Grund, dies zu ändern. Ansonsten einfach mit der Eingabetaste weiter bestätigen.

3 Schritt 2: Festplattenauswahl: TestDisk sollte alle Festplatte in der korrekten Größe mit Hersteller und Modell anzeigen. Es können die Nach-Oben-und-Unten-Pfeile benutzt werden, um die Festplatte mit den verlorenen Partitionen auszuwählen. Nach der Auswahl kann mit der Eingabetaste bestätigt werden. Schritt 3: Partitionstabellentyp (partition table type) auswählen: TestDisk erkennt den Partitionstabellentyp in der Regel automatisch. Er sollte daher nur geändert werden, wenn man genau weiß, dass die Angabe falsch ist. Ansonsten mit der Eingabetaste einfach weiterbestätigen. Schritt 4: TestDisk Menüpunkte: In TestDisk werden die einzelnen Menüpunkte angezeigt. Das Standardmenü Analyse ist für eine Diagnose von verlorenen Partitionen bereits voreingestellt. Für eine Analyse kann mit der Eingabetaste bestätigen werden. Schritt 5: Status der Partitionstabelle: Diese Ansicht zeigt die Übersicht der gegenwärtigen Partitionstabelle. Es kann für eine Diagnose verwendet werden, zum Beispiel um zu prüfen, ob Partitionen fehlen oder falsch eingetragen sind. Als Ergebnis wird die erste primäre Partition doppelt angezeigt. Das bedeutet jedoch nicht, dass die erste Partition in der Partitionstabelle doppelt vorhanden ist, sondern TestDisk gibt die Meldung Invalid NTFS Boot aus, was auf einen korrupten oder nicht vorhandenen Bootsektor hinweist. Zur Meldung Invalid NTFS Boot wird in TestDisk die betroffene Partition zusätzlich aufgeführt! Nach der beschädigten, ersten primären NTFS-Partition startet die erweiterte Partition (E extended LBA). In der erweiterten Partition befindet sich freier Speicherplatz. Es ist nur eine logische Partition Partition_3 vorhanden. Die mittlere logische Partition Partition_2 fehlt komplett. Die Funktion Backup ist dazu da, um ein Backup von der gegenwärtigen Situation der Partitionstabelle zu machen. Es stellt im Fall die Ausgangssituation wieder her. Weiter geht es mit Bestätigen bei Quick Search (Schnelle Suche). 6: Vista Check: TestDisk fragt, ob nach Partitionen, die unter Vista erstellt wurden, gesucht werden soll. Wer unsicher ist, sollte mit y für ja bestätigen. Auch dies ist eine dynamische Funktion. 7: TestDisk Partitionssuche: Wenn sich auf der Festplatte freier Speicherplatz befindet, kann TestDisk in der schnellen Suche Quick Search das Laufwerk auch nach verlorenen Partitionen scannen. 8: Erste Ergebnisse nach Quick Search: TestDisk sucht bei der schnellen Suche Quick Search nach jedem möglichen Bootsektor und zeigt die Partitionen für eine Wiederherstellung an. TestDisk hat die Partition_2 gefunden und den Status L für logische Partition automatisch gesetzt (siehe ganz links in Ansicht 8). Die erste primäre NTFS-Partition fehlt immer noch. Schritt 9: Dateien anzeigen (P: list files): Wenn TestDisk Partitionen gefunden hat, sollte der Zustand der Daten überprüft werden. Es sollten nur Partitionen wiederhergestellt werden, die auch die Daten komplett anzeigen. Bei Fehlermeldungen ist es ratsam, Datenrettungssoftware für beschädigte Dateisysteme zu verwenden. Durch Markieren der Partition und drücken der Taste p werden die Daten gelistet. Um zur vorherigen Ansicht zurückzukehren, genügt es q für Quit zu drücken. Weiter geht es mit der Eingabetaste. Schritt 10: Partitionstabelle abspeichern oder mehr Partitionen suchen: Wenn bereits alle Partitionen gefunden wurden, kann auf dieser Ansicht die Partitionstabelle (mit allen Partitionen) bei Write (Schreiben) komplett in die Partitionstabelle geschrieben werden. Da aber immer noch die erste primäre Partition fehlt, wird noch die tiefere Suche Deeper Search ausgeführt. Wenn nicht bereits automatisch ausgewählt, sollte die Funktion Deeper Search (tiefere Suche) markiert und mit der Eingabetaste bestätigt werden. Schritt 11: Ergebnisse nach Deeper Search (tiefere Suche): Die tiefere Suche sucht im Gegensatz zur schnelleren Suche (Quick Search) zusätzlich nach jeglichen Sicherheitskopien von Bootsektoren oder Superblöcken und zeigt die Partitionen für eine Wiederherstellung an. Hierbei können auch ältere Partitionen anhand von Überbleibseln erkannt werden. Nach der tieferen Suche findet Testdisk noch zwei Partitionen mehr. Alle Partitionen werden ganz links mit dem Status D für deleted (gelöscht) angezeigt. Grund hierfür: die zweite Partition von oben belegt den gesamten Speicherplatz der Festplatte. Mehrere Partitionen können aber nicht denselben Speicherplatz belegen. Bei dem Versuch, zwei Partitionen auf denselben Speicherplatz für eine Wiederherstellung zu setzen, wird die Meldung Structure: Bad ausgegeben. TestDisk bietet nun die volle Kontrolle, welche Partitionen wiederhergestellt werden sollen. Partitionen können durch Markieren und mit dem Links- oder Rechtspfeil auf der Tastatur entweder auf * (Stern) für primär und aktiv als bootfähig, auf P für nur primär, L für logische Partitionen oder auch auf D für deleted (gelöscht) gesetzt werden. Partitionen, die auf D für gelöscht stehen, werden nicht wiederhergestellt. 12: Hilfestellung zum Setzen von primären und logischen Partitionen: Partitionen, die mit 0 beginnen, sind primäre Partitionen. Bei nachfolgenden primären Partitionen ist der zweite Wert 0. Logische Partitionen starten mit den Wert 1. Bei darauf folgenden logischen Partitionen ist der zweite Wert 1 (siehe Bild 12). Wenn die Partitionen für eine Wiederherstellung gesetzt sind, kann mit der Eingabetaste bestätigt werden. 13: Ansicht zum Schreiben der wiederherzustellenden Partitionen:

4 TestDisk zeigt auf dieser Ansicht alle Partitionen an, die in der Partitionstabelle registriert werden können. Die erweiterte Partition (E extended LBA) in der sich die logischen Partitionen befinden, wird automatisch gesetzt. Wenn alle gewünschten Partitionen angezeigt werden, können diese durch Bestätigen bei Write mit der Eingabetaste in die Partitionstabelle eingetragen werden. Dies ist das erste Mal, dass TestDisk überhaupt etwas schreibt, und muss noch mit y für ja bestätigt werden. Schritt 14 15: Reparatur des Bootsektors: Da bei der ersten Partition Partition_1 der Bootsektor beschädigt ist, erscheint jetzt noch das Menü Boot. Der Bootsektor wird als Status mit schlecht (bad), aber das Backup vom Bootsektor mit gut (Ok) angezeigt. Auch sind der Bootsektor und das Backup vom Bootsektor nicht identisch (sectors are not identical). Die Reparatur erfolgt durch Bestätigen bei der Funktion Backup BS mit Eingabe und y. Dadurch wird das gültige Backup des Bootsektor über den Bootsektor kopiert. TestDisk zeigt jetzt beide Sektoren als OK und identisch an (siehe Bild 15). Für den Fall, dass der Bootsektor und sein Backup beschädigt sind, kann auch ein Wiederaufbau des Bootsektors mit der Funktion Rebuild BS (Bootsektor wieder aufbauen) in Betracht gezogen werden. Das Schreiben eines wiederaufgebauten Bootsektors sollte nur erfolgen, wenn die Daten im Menü List vollständig angezeigt werden. TestDisk gibt noch die letzte Meldung aus. Nach Bestätigen bei Ok kann TestDisk mit Quit beendet werden. Schritt 16: Abschluss der Wiederherstellung: Um auf die Daten wieder zuzugreifen, muss der Computer noch neu gestartet werden. Nach der Beschreibung der grundlegenden Arbeitsweise um Partitionen wiederherzustellen, zeigen wir auf den folgenden Seiten noch einige spezielle Techniken wie das Konvertieren von dynamischen Volumen ohne Datenverlust und Wiederherstellung von einem Stripeset (Software-RAID 0) unter Windows. Daten von einen beschädigten Datenträger kopieren Oftmals werden Daten bei einem beschädigten Dateisystem oder fehlerhafte Sektoren, die unter Windows nicht mehr angezeigt werden, in TestDisk noch angezeigt. Fehlermeldungen unter Windows können sein: Das Laufwerk ist nicht formatiert, möchten Sie es formatieren? Beim Zugriff auf das Laufwerk erscheint die Meldung Die Datei oder das Verzeichnis ist beschädigt Unter TestDisk weisen folgenden Merkmale auf ein beschädigtes Dateisystem hin: Die Partitionstabelle und der Bootsektor weisen keine Fehler auf. TestDisk findet nichts zum reparieren. Während der Suche nach Partitionen werden in TestDisk Lesefehler (Read Errors) in Sektoren angezeigt. In der Log-Datei von TestDisk erscheint die Meldung, das Dateisystem NTFS ist nicht sauber (NTFS is dirty). Wenn einer der genannten Fälle zutrifft und TestDisk die Daten anzeigt, sollten die Daten kopiert werden. Wenn TestDisk bei einem beschädigten Dateisystem keine Daten anzeigt, sondern mit einer Fehlermeldung quittiert, sollte eine Datenrettungssoftware in Betracht gezogen werden. Fehlermeldungen bei einen beschädigten Dateisystem sind: Can't open filesystem, filesystem seems damaged (Kann Dateisystem nicht öffnen, das Dateisystem scheint beschädigt zu sein) No file found, filesystem seems damaged (Es wurde keine Datei gefunden, das Dateisystem scheint beschädigt zu sein) Die Wiederherstellung einer Partition mit einen beschädigten Dateisystem wird nicht empfohlen. Das Kopieren oder Sichern der in TestDisk angezeigten Daten funktioniert folgendermaßen: Nach dem Auswählen der betroffenen Partition und Drücken der Taste p zeigt TestDisk die Ordner und Dateien an. Die Navigation in der Liste erfolgt mit den Bildlauf- und Pfeil -Tasten. Durch markieren eines Ordners und drücken der Rechtspfeil-Taste kann in ein Ordner navigiert und der Inhalt überprüft werden. Durch Markieren eines Ordners oder einer Datei und Drücken der Taste c für copy (kopieren) wird das Kopiermenü für den gewählten Ordner oder die Datei gestartet. Wenn in der Liste der Punkt ausgewählt wird, ist das gesamte Laufwerk zum kopieren markiert. Schritt 1: Der Ordner musik wird zum Kopieren markiert und es wird mit der Taste c bestätigt. Schritt 2: TestDisk zeigt das Ziel zum Kopieren an. Der TestDisk-Ordner ist immer als Ziel voreingestellt. Um den Pfad zu ändern, müssen in der Liste jeweils die zwei Punkte ausgewählt und mit der Eingabetaste bestätigt werden. Schritt 3: Durch mehrmaliges Markieren und Bestätigen der zwei Punkte zeigt TestDisk die lokale Laufwerksliste an. Als gewünschtes Ziellaufwerk ist bereits das Laufwerk C: markiert. Durch Bestätigen mit der Eingabetaste wird das Laufwerk als Ziel gewählt.

5 Schritt 4: Als Ziel wird in der Liste der Ordner Temp markiert und mit der Rechtspfeil-Taste geöffnet. Schritt 5: TestDisk zeigt den Inhalt des Temp-Ordners an. Durch Bestätigen mit der Taste y für ja (yes) wird der Kopiervorgang gestartet. Schritt 6: Nach Beenden des Kopiervorgangs gibt TestDisk die Meldung Copy done! (Kopieren erledigt!) aus und geht automatisch zum Quelllaufwerk zurück. Der nächste Ordner oder die nächste Datei kann zum Kopieren gewählt werden. Sollen Daten von einer beschädigten Diskette kopiert werden, ist wie folgt vorzugehen: Diskettenlaufwerke werden in TestDisk nicht in der Laufwerksauswahl angezeigt. Um dennoch eine Diagnose für eine beschädigte Diskette zu machen, kann ein Diskettenlaufwerk über die Konsole oder das Terminal des Betriebssystems direkt eingebunden werden. Der Pfad zur ausführenden Datei testdisk_win.exe (als Beispiel für die Windowsversion) muss in der Konsole ausgewählt sein. Um ein Diskettenlaufwerk einzubinden, wird TestDisk mit den Parametern testdisk_win.exe \\.\a: (nach testdisk_win.exe ist ein Leerzeichen einzufügen) ausgeführt. Als Partitionstabellentyp wird None gewählt. Die Diagnose erfolgt über das Menü Advanced und Boot. Wenn der Bootsektor beschädigt ist, wird dieser über das Menü Rebuild BS wiederhergestellt. FAT12 und FAT16 verfügen nicht über ein Backup des Bootsektors. Wenn im Menü List die Daten angezeigt werden, können diese kopiert werden. TestDisk erlaubt auch das kopieren von gelöschten Dateien unter FAT, NTFS und Ext2-Partitionen. Eine Übersicht zeigt die nächste Seite. Mit TestDisk gelöschte Daten wiederherstellen Ein sehr gutes Merkmal von TestDisk ist das Wiederherstellen von gelöschten Dateien von FAT, NTFS und Ext2-Partitionen, solange diese nicht überschrieben oder beschädigt wurden. Hierbei können sowohl einzelne als auch mehrere Dateien auf einen Schlag markiert und auf einer anderen intakten Partition kopiert werden. Es sollte nie versucht werden, die Daten von einer Partition, auf der sie versehentlich gelöscht wurden, zu kopieren. Dabei können die in den Sektoren unterliegenden Daten überschrieben und zerstört werden. Keine Datenrettungssoftware vor Ort könnte die Daten dann wiederherstellen. Auch kann TestDisk direkt ohne Installation von einem anderen Datenträger ausgeführt werden. Bild 1: Nach durchbestätigen in TestDisk wird um das Menü Undelete zu erreichen, nicht bei Analyse sondern dem Menü Advanced bestätigt. Bild 2: Das Menü Undelete kann markiert und mit der Eingabetaste bestätigt werden. Bild 3: TestDisk zeigt das Ergebnis der gelöschten Dateien an. Das Wiederherstellen einer einzelnen Datei wird durch markieren und c (kleines c) drücken, gestartet. Markieren von mehreren Dateien bei NTFS erfolgt über Datei markieren und : (Doppelpunkt) drücken (im Bild grün markiert). Der Kopiervorgang für mehrere Dateien wird mit C (großes C) drücken gestartet. Bild 4: Als Zielordner ist der TestDisk-Ordner voreingestellt. Der Pfad kann jeweils über markieren der zwei Punkte und bestätigen bis hin zum markieren des Zielordners durchbestätigt werden. Als Ziel wurde über die Laufwerksauswahl das Laufwerk C: und der Ordner Temp / Undelete voreingestellt. Der Kopiervorgang kann mit y für ja drücken gestartet werden. Bild 5: TestDisk geht nach dem Kopiervorgang wieder auf das Quell-Laufwerk zurück und gibt noch eine Meldung copy done aus, das der Kopiervorgang abgeschlossen ist.

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