E-Learning und Geschlechterdififferenzen?

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1 E-Learning und Geschlechterdififferenzen? Dominik Haubner Institut für Informatik und Gesellschaft/Universität Freiburg

2 IIG Institut für Informatik und Gesellschaft Universität Freiburg Projektleitung Prof. Britta Schinzel Dr. Dominik Haubner Peter Brüstle WHL Graduate School of Business and Economics Lahr Projektleitung Dr. Bernd Remmele Dr. Dominique Schirmer Matthias Holthaus

3 Untersuchungsgegenstand Thesen Fragestellungen Erhebungsmethoden I-III Stand der Erhebungen Ergebnisse aus unterschiedlichen Literaturanalysen Ergebnisse aus den quantitativen Daten Ergebnisse aus den qualitativen Interviews Drei-Ebenen-Argumentation

4 Einleitung Untersuchungsgegenstand Die E-Learning-Settings an der Universität Freiburg, den AKAD Privatschulen, der FHTW Berlin und der Universität Zürich werden hinsichtlich der Konstruktion von Geschlechterverhältnissen untersucht

5 Einleitung Thesen Verhältnis von Geschlecht und Technologie ist alles andere als fix sondern dynamisch These der Nutzungsnötigung Selbsteinschätzung steht in Zusammenhang mit der Geschlechterkonstruktion

6 Einleitung Fragestellungen Bestehen Eingriffsmöglichkeiten auf die Reproduktion von Geschlecht in bestimmten sozialen Kontexten (E-Learning-Settings)? Gehören Doing Gender und Doing E-Learning zusammen?

7 Forschungsdesign Forschungsdesign

8 Erhebungsmethode I Qualitative Interviews Computergewohnheiten, Surfgewohnheiten, Nutzung von E-Learning. Desweiteren Person, Studium und Lebenssituation Schwerpunkte: Selbsteinschätzung der Medienkompetenz, persönliche Positionierung zu EL und IKT (einschl. Geschlechterdiskurs)

9 Erhebungsmethode II Quantitativer Fragebogen Computer- und Internetgewohnheiten, E- Learning-Nutzung Selbsteinschätzung der E-Learning- und Computerkompetenzen Persönlicher Hintergrund und Lebenssituation

10 Erhebungsmethode III Dozentinnenfragebogen E-Learning-Angebot an Hochschule und Fachbereich Nutzung der Angebote durch Lehrende E-Learning-Strategien der Hochschulen Akzeptanz von EL unter den Studierenden

11 Stand der Erhebungen Stand der Erhebungen 51 qualitative Interviews 531 Fragebögen 10 Dozentenfragebögen

12 Literaturanalyse Literaturanalyse in den Wirtschaftswissenschaften Frauen haben Männer in einer Männerdomäne, den Wirtschaftswissenschaften bei den Studierenden und Absolventen überholt Fach mit guten Berufsaussichten: Egalisierung von Berufsverläufen? Ja. Hinsichtlich geringer Arbeitslosigkeit

13 Literaturanalyse Nein. Hinsichtlich Bezahlung und vor allem Aufstiegsmöglichkeiten (Sachbearbeiterinnen) Frauen nicht einmal auf halbem Wege Kompetenzvorsprung ohne Niederschlag/Vergütung

14 Literaturanalyse Literaturanalyse E-Learning-Nutzung Kaum Geschlechterunterschiede bei der quantitativen Nutzung von E-Learning Selbsteinschätzung der Medienkompetenz bei Frauen etwas geringer Unterschiede bei der Selbsteinschätzung zwischen den Fächern stärker als zwischen den Geschlechtern Rein quantitative Untersuchungen (Intelec/His)

15 Erste Ergebnisse aus den quantitativen Daten Der Hochschulstandort (Studienbedingungen) bzw. das E- Learning-Angebot prägen die (zeitliche) E-Learning- Nutzung durch die Studierenden. Und dies mehr als das Geschlecht. Wie viel Zeit verbringen Sie durchschnittlich pro Woche für E- Learning am Computer? Geschlecht Mittelwert weiblich 2h 49min männlich 2h 43min Wie viel Zeit verbringen Sie durchschnittlich pro Woche für E- Learning am Computer? Hochschule Mittelwert AKAD/WHL 3h 33min FHTW Berlin 2h 44min Uni Freiburg 2h 31min Uni Zürich 2h 47min

16 Erste Ergebnisse der quantitativen Daten In der selbst eingeschätzten Medienkompetenz schätzen sich die Männer nur geringfügig besser ein als die Frauen Keine Unterschiede in der Nutzung und Akzeptanz von E-Learning-Angeboten zwischen den Geschlechtern

17 Erste Ergebnisse aus den quantitativen Daten Die berufliche Situation beeinflusst die Nutzung ( Nutzungszwang ) von IT-Medien stark. Und dies mehr als das Geschlecht Bei Standardanwendungen bestehen keine Geschlechterunterschiede, bei Spezialanwendungen sind hingegen gewisse Unterschiede zu verzeichnen (XtraUSE*Geschlecht r=0.21)

18 Ergebnisse aus den qualitativen Interviews 5 Spannungsfelder Alltagstechnik Technik Flexibilität/Effizienz Abhängigkeit Anonymität Kommunikation Konsum Kreativität Technikoptimismus- Technikskeptizisimus

19 Ergebnisse aus den qualitativen Interviews Technik Kommunikation Abhängigkeit Technikoptimismus Konsum Kreativität Technikskeptizismus Flexibilität / Effizienz Anonymität Alltagstechnik

20 Ergebnisse aus den qualitativen Interviews Hierbei spielt das Geschlecht keine Rolle: Großes Angebot und größere Anforderungen bewirken höhere Kompetenz = These der Nutzungsnötigung Internet und E-Learning als effiziente Medien zur Zeitersparnis (Abnahme der Lernautonomie Bücher, Bachelor, Zeitnot) Zentrales Ergebnis: Studium als Konsum bzw. karriereorientiert

21 Ergebnisse aus den qualitativen Interviews Kommunikation/Anonymität, nicht weiblich(!) konnotiert Kein Ersatz für Präsenzlehre: Blended Learning Wunsch nach stärkerem Einsatz von E-Learning Bei komplexeren E-Learning-Anwendungen werden keine geschlechterspezifischen Kompetenzen gesehen

22 Ergebnisse aus den qualitativen Interviews Gesellschaftlicher Diskurs zu Technik und Geschlecht spiegelt sich in Interviews ambivalent wider Einerseits: Immer weniger männlich konnotiert Zentrales Ergebnis: Die Nutzung des Computers zu Alltagszwecken scheint demnach kaum geschlechtlich konnotiert zu sein

23 Ergebnisse aus den qualitativen Interviews Aber: Hier spielen Geschlechterunterschiede eine Rolle: Andererseits wird der Computer als Technik wahrgenommen, sobald Probleme mit Software und Hardware auftreten. Hier werden geschlechtliche Differenzierungen und Stereotypen wieder offenkundiger Männern wird dann wieder mehr Kompetenz beim Umgang mit Computerproblemen und eine höhere Technikaffinität zugesprochen => männlicher Problemlöser Allerdings: Hier ist zu unterscheiden zwischen (weiblichen) Anwendern mit oberflächlichen Kenntnissen und technikaffinen Interviewpartnern

24 Drei-Ebenen- Argumentation Widerspruch zwischen Selbsteinschätzung und tatsächlicher Nutzung verstärkt durch abstrakte Diskursebene (Dichotomien zwischen den Geschlechtern bezüglich der technischen Problemlösungskompetenz) Drei-Ebenen-Argumentation (Selbsteinschätzung-Nutzung-Diskurs) Fazit: Tatsächlich auf halbem Wege

25 Danke Für weitere Informationen:

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