Inhalt. Was Sie beachten sollten 5. Beratung und Information 19. Untersuchungen 35

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2 2 Inhalt Was Sie beachten sollten 5 Was zahlt die gesetzliche Krankenkasse, was ist eine IGeL? 6 Nicht ohne Beratung und Vertrag 9 Welche Kosten entstehen? 14 Beratung und Information 19 Gespräche, Berichte und Gutachten 20 Reise- und Umweltmedizin 25 Rund um die Ernährung 30 Homöopathie 32 Untersuchungen 35 Begleitende Untersuchungen 36 Früherkennung und Krebsvorsorge 39 Gesundheits-Check außer der Reihe 44 IGeL vom Hausarzt und Internisten 47 Sportmedizin 57 Orthopädie und Chirurgie 63 Leistungen speziell für Frauen 66 IGeL beim Urologen 71 Vorsorge für die Augen 72 Leistungen für die Haut 75 Wunschbehandlungen für Kinder 78 General-Check 79

3 3 Laboruntersuchungen 81 Routineuntersuchungen aus dem Blut 82 Komplexe Untersuchungsprofile 87 Proben aus Urin, Stuhl oder Gewebe 93 Behandlungen und Therapien 95 Anwendungen mit Stoßwellen und elektrischen Signalen 96 Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) 100 Darmbehandlungen 102 Sauerstoff- und Ozontherapien 103 Injektionen und Infusionen 106 Medizinische Anwendungen und Wellnessbehandlungen 109 Geräteanwendungen für mehr Wohlbefinden 110 Wellness-Massagen 113 Was ist was? Glossar zu den IGeL 119 Wichtige Informationsquellen 121 Übersicht: Wer bietet was? 122

4 Was zahlt die gesetzliche Krankenkasse, was ist eine IGeL? 5 5 Was Sie beachten sollten Was ist der Unterschied zwischen einer Kassenleistung und einer Individuellen Gesundheitsleistung einer IGeL? Im folgenden Kapitel lesen Sie, was Sie wissen sollten, bevor Sie sich für oder gegen eine IGeL entscheiden (S. 6), was Sie mit dem Arzt vereinbaren sollten (S. 10) und wie sich die Preise der Leistungen zusammensetzen (S. 18).

5 6 Was Sie beachten sollten Was zahlt die gesetzliche Krankenkasse, was ist eine IGeL? Wenn ein Patient zum Arzt geht, übernimmt in der Regel die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) die Kosten für die Behandlung. Ihr Leistungskatalog ist laut Sozialgesetzbuch darauf ausgerichtet, all das zu bezahlen, was ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich ist, damit die Krankheit überwunden wird. Allerdings haben viele Patienten, vor allem gut informierte und anspruchsvollere, das Bedürfnis nach weitergehender Diagnostik, Aufklärung, Information, nach Behandlungen und Therapien. Dann nehmen Sie bei Ihrem Arzt eine so genannte IGeL in Anspruch, eine Individuelle Gesundheitsleistung, oder offiziell eine medizinische Zusatzleistung. Beispiel für GKV-Leistung und IGeL Ein Patient kommt wegen eines grippalen Infekts zum Arzt. Seine Krankenkasse übernimmt die Kosten für die notwendige Untersuchung und die Verordnung z. B. von Fieber senkenden oder Husten stillenden Medikamenten. Darüber hinaus wünscht der Patient aber noch eine weitergehende Behandlung z. B. mit Vitaminaufbaupräparaten oder naturheilkundlichen Infusionen. Das sind keine Kassenleistungen und müssen als IGeL von ihm selbst bezahlt werden. Die Behandlung als Kassenpatient In der GKV hat der Versicherte Anspruch auf Behandlungen, die notwendig sind, um Krankheiten zu erkennen, um Krankheiten zu heilen, ihre Verschlimmerung zu verhüten oder die

6 Was zahlt die gesetzliche Krankenkasse, was ist eine IGeL? 7 Krankheitsbeschwerden zu lindern. Inbegriffen sind die ärztlichen und psychotherapeutischen Behandlungen sowie die Versorgung mit Arznei-, Verband-, Heil- und Hilfsmitteln. Diese Leistungen muss die Krankenkasse nach dem so genannten Sachleistungsprinzip in Naturalien als Sach- oder Dienstleistungen bereitstellen, d. h. in Form von Beratungen, Untersuchungen und Behandlungen, z. B. durch Medikamente, Heil- und Hilfsmittel. Dem Anspruch des Versicherten steht die Behandlungspflicht der Ärzte und Psychotherapeuten gegenüber, die an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmen also eine Kassenzulassung haben. Sie müssen dabei das Wirtschaftlichkeitsgebot beachten. Ärzte sind also verpflichtet, den Patienten so zu behandeln, wie es nach den Regeln der ärztlichen Kunst zweckmäßig und ausreichend ist und das Maß des Notwendigen nicht überschreitet. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) legt fest, welche ambulanten oder stationären medizinischen Leistungen zum Leistungskatalog der GKV gehören. Diese Liste ändert sich aber ständig. So bezahlen die Krankenkassen bei chronischen Rücken- oder Knieschmerzen seit 2006 die Akupunktur, in anderen Fällen, z. B. bei Heuschnupfen, ist sie eine IGeL. Anlässe für IGeL Patienten können medizinische Leistungen als Wunschbehandlungen in Anspruch nehmen. Das sind dann Privatbehandlungen bzw. Individuelle Gesundheitsleistungen.

7 8 Was Sie beachten sollten Der Versicherte als Privatpatient Der Versicherte der GKV geht als Privatpatient zum Arzt und möchte in vollem Umfang als solcher behandelt werden. Der Grund dafür kann sein: Einige Ärzte haben keine Kassenzulassung, z. B. aus Altersgründen oder aufgrund von Planungsengpässen. Der Patient wünscht sich jedoch wegen der besonderen Qualifikationen oder des guten Namens eine Behandlung genau in dieser Praxis. Leistungen, die nicht zweckmäßig oder erforderlich sind Fragt ein Versicherter Leistungen nach, die in seinem konkreten Fall im Sinne des Wirtschaftlichkeitsgebots nicht zweckmäßig oder erforderlich sind, sind dies IGeL. Dazu gehören z. B. Doppeluntersuchungen (etwa eine Beratung zur Zweitmeinung), Zusatzuntersuchungen (z. B. weitere Laborwerte neben denen, die der Arzt vorsieht) oder Zusatzbehandlungen (wie Vitamininjektionen). Beispiel für eine Nachfrage nach weiteren Leistungen Während der Schwangerschaft wünscht sich eine Patientin mehrfache Ultraschalluntersuchungen des Kindes (Baby-TV, s. Seite 66). Wenn die Rechnung geteilt wird Beim so genannten Leistungssplitting möchte der Versicherte Leistungen des GKV-Katalogs erhalten, die auch erforderlich sind. Er möchte sie teilweise privatärztlich bezahlen, aber weiter GKV-Patient bleiben. Das kommt z. B. im Rahmen von Operationen vor: Den Standard übernimmt die GKV, moderne und häufig teurere Verfahren oder Materialien muss jedoch der Patient bezahlen.

8 Nicht ohne Beratung und Vertrag 9 Beispiel für ein Leistungssplitting Der Patient wünscht, dass bei der Implantation eines neuen Hüftgelenks ein bestimmtes Implantat verwendet wird. Die Operation inklusive Krankenhausaufenthalt bezahlt die GKV über eine Pauschale, der anteilige Aufpreis für das selbst gewählte Implantat ist Privatsache. Eine Kombination von GKV- und IGeL-Leistungen gilt oft als kritisch. Bitten Sie gegebenenfalls Ihren Arzt und Ihre Krankenkasse vorab um eine Stellungnahme. Leistungen, die nicht Bestandteil des GKV-Katalogs sind Der Versicherte möchte Untersuchungen oder Behandlungen erhalten, die nicht Bestandteil des GKV- Leistungskatalogs sind, aber ärztlicherseits empfehlenswert oder zumindest vertretbar. Dies sind typische IGeL, die selbst zu bezahlen sind. Dazu zählen z. B. aufbauende Vitaminspritzen, Magnetfeld- und Ozonbehandlungen o- der auch eine Sauerstoff-Mehrschritttherapie im Rahmen einer Krebserkrankung. Nicht ohne Beratung und Vertrag Zwischen Arzt und Patient kommt immer ein so genannter Dienstvertrag zustande. Das bedeutet, dass der Arzt nicht den Heilerfolg schuldet, sondern das fachgerechte Bemühen um Heilung. Weil die Leistungen, die ein Privat- oder IGeL- Patient wünscht, nicht über die Chipkarte der GKV abgerechnet werden können, sollten Arzt und Patient zur eigenen Absicherung vor der Behandlung einen schriftlichen Vertrag über die getroffenen Vereinbarungen abschließen.

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