Chemie. Nach Bachelorabschluss folgt direkt ein Masterstudium

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1 Die Chemiker/innen beginnen ihre berufliche Laufbahn überwiegend an den Universitäten. Typisch für die Chemiker/innen ist, dass mehr als die Hälfte nach dem Master an der Hochschule an einer Assistenzstelle beschäftigt ist. Dies erklärt auch, dass inadäquate Beschäftigung kaum vorkommt, dafür befristete Anstellungsverhältnisse sehr verbreitet sind. Weiter resultiert daraus, dass das Einkommen der Chemiker/innen mit Franken Jahreseinkommen deutlich unter dem Durchschnitt aller Neuabsolvent/innen UH liegt. Wird dieses nicht auf eine Vollzeitstelle hochgerechnet, ergibt sich ein monatliches Einkommen von 4000 Franken. Die Chemiker/innen schlagen also nach dem Studium meist die Forscher/innenlaufbahn ein und diese Einstiegstellen an den Hochschulen sind dadurch gekennzeichnet, dass sie einen hohen Zusammenhang zum Studium aufweisen, aber in Bezug auf die Stellensicherheit und die Bezahlung weniger befriedigend sind. Nach einem Doktorat verbessern sich die Einkommensverhältnisse und Anstellungsbedingungen deutlich, der Einstieg ins ausseruniversitäre Erwerbsleben gelingt ziemlich gut, ist aber mit einigem Aufwand in Bezug auf die Stellensuche verbunden. Diese Stellen werden dann nicht wie die Doktorandenstellen über Kontakte aus der universitären Hochschule vergeben, sondern über öffentlich ausgeschriebene Bewerbungsverfahren. Tabelle 1: Kennzahlen der Stichprobe (n=160) (in Prozent) Geschlecht Männer 68 Frauen 32 Universitäre Hochschule ETH Lausanne 27 ETH Zürich 19 Universität Basel 23 Universität Bern 3 Universität Freiburg 7 Universität Genf 8 Universität Zürich 13 Nach Bachelorabschluss folgt direkt ein Masterstudium Tabelle 2: Kennzahlen Bachelorabsolvent/innen (n=189) (in Prozent) Übertritt ins Masterstudium Nahezu alle Bachelorabsolvent/innen der treten in ein Masterstudium über. Die Zeit zwischen Bachelorabschluss und Beginn des Masterstudiums nutzen die jungen Chemiker/innen viel seltener als andere für Jobben, Praktika, Sprachaufenthalte oder Reisen die meisten beginnen unmittelbar mit dem Masterstudium. Als Grund für ein Masterstudium nennen praktisch alle, dass der Bachelorabschluss UH nicht berufsqualifizierend sei. Die erste Stelle nach dem Studium SDBB, Bern, 2013 Die hier publizierte Auswertung stützt sich auf die Erhebung der Gesamtstudie: Bundesamt für Statistik BFS, Befragung der Hochschulabsolvent/innen, Abschlussjahrgang Mehr zur Befragung:

2 Nach dem Masterabschluss folgt häufig ein Doktorat Tabelle 3: Kennzahlen Beschäftigungslage (in Prozent) Schwierigkeiten bei der Stellensuche Studium als gute Grundlage für den Berufseinstieg betrachtet Weiterbildung nach Studienabschluss begonnen Der Übergang vom Studium in den Beruf gelingt den meisten Neuabsolvent/innen der gut. Der Anteil jener, die Schwierigkeiten bei der Suche nach einer passenden Stelle bekunden, ist mit 33 Prozent unter jenem der Neuabgänger/innen UH insgesamt (37 Prozent). Wer trotzdem Mühe hat, führt dies viel mehr auf fehlende Berufserfahrung zurück (96 Prozent) als auf die gewählte Studienrichtung (40 Prozent). Bei den Neuabsolvent/innen UH insgesamt liegen diese Anteile mit 70 Prozent (fehlende Berufserfahrung) bzw. 49 Prozent (gewählte Studienrichtung) deutlich näher beieinander. Abbildung 1: Schwierigkeiten bei der Stellensuche (in Prozent) Tabelle 4: Kennzahlen Erwerbssituation (in Prozent) erwerbstätig stellensuchend Stelle zugesichert Erwerbsverzicht * 5* 4* * Junge Chemiker/innen sind 2011 nicht wie in den Vorjahren seltener als die Neuabsolvent/innen UH insgesamt auf Stellensuche suchen 5 Prozent das sind jedoch weniger als 10 Personen ein Jahr nach Studienabschluss noch eine Stelle. Bei den Neuabsolvent/innen UH insgesamt sind es 4 Prozent. Auffallend ist der hohe Anteil an Neuabsol vent/innen, die auf eine Erwerbstätigkeit verzichten. Praktisch alle verzichten wegen einem Doktorat auf eine Erwerbstätigkeit. Die Doktorandenstellen werden meist entweder über Kontakte zu Dozierenden oder Online-Ausschreibungen auf den Seiten der Hochschulen vergeben. Je ein Viertel der Chemiker/innen hat die Stelle entweder über Online-Stelleninserate oder über Kontakte, die während des Studiums geknüpft wurden (Professor/innen, Studienerwerbstätigkeiten etc.), gefunden. Ebenfalls erfolgreich waren Spontanbewerbungen, 18 Prozent fanden so eine Stelle. Im Gegensatz zu den Neuabsolvent/innen UH insgesamt spielen Stelleninserate in Printmedien überhaupt keine (0 Prozent vs. 3 Prozent) und persönliche Kontakte (3 Prozent, d.h. 5 Personen oder weniger, vs. 12 Prozent) kaum eine Rolle mehr. Der Anteil an Neuabsolvent/innen, die ein Jahr nach dem Studium bereits eine Weiterbildung begonnen haben, ist bei den Chemiker/innen mit 65 Prozent deutlich höher als bei

3 den Neuabsolvent/innen UH insgesamt (42 Prozent). Bei den Weiterbildungen handelt es sich in erster Linie um Doktorate. Insgesamt haben im Jahr nach Studienabschluss 57 Prozent mit einem Doktorat begonnen, während es bei den Neuabsolvent/innen UH insgesamt lediglich 18 Prozent sind. Der Anteil jener, die nach dem Masterabschluss doktorieren, ist bei den Naturwissenschaften generell etwa doppelt so hoch wie bei den Neuabsolvent/innen UH insgesamt. Abbildung 2: Anteil Stellensuchende (in Prozent) 5** Vier von fünf an der Hochschule beschäftigt Wie Abbildung 3 zeigt, ist mehr als die Hälfte Chemiker/innen ein Jahr nach Studienabschluss an der Hochschule beschäftigt sie sind dort als Assistent/in bzw. Dokto - rand/in tätig und streben ein Doktorat an. Es erstaunt somit auch nicht, dass drei Viertel der jungen Chemiker/innen ihre jetzige Stelle als zusätzliche Ausbildungsstation ansehen, während dieser Anteil bei der Gesamtheit der Neuabsolvent/innen UH nur bei 51 Prozent liegt. 28 Prozent der jungen Chemiker/innen sind im Bereich der privaten Dienstleistungen tätig, dort vor allem in Architektur-, Planungs- und Ingenieurbüros. Abbildung 3: Beschäftigungsbereiche (in Prozent) Hochschule 53 Schule Gesundheitswesen Industrie Energie- und Wasserversorgung 3** 1** 7* 1** Private Dienstleistungen 28 Öffentliche Dienste Verbände und Organisationen 5* 3** Bei der Frage nach der Bezeichnung für den eigenen Beruf werden praktisch ausschliesslich Chemiker/in («Naturwissenschaftler/in») oder Assistent/in («Berufe des Unterrichts und der Bildung») genannt. Bei anderen Berufsbezeichnungen handelt es sich um Einzelfälle. Tabelle 5: Kennzahlen Berufsbezeichnungen (in Prozent) Berufe der Naturwissenschaften 36 Berufe des Unterrichts und der Bildung 23

4 Praktisch keine inadäquate Beschäftigung Praktisch alle jungen Chemiker/innen sehen einen inhaltlichen Bezug zwischen ihrem Studium und ihrer jetzigen Tätigkeit (vgl. Abbildung 4). Auch bezüglich beruflicher Position (78 Prozent), den übertragenen Aufgaben (80 Prozent) und den im Studium erworbenen fachlichen Qualifikationen (87 Prozent) empfinden sie ihren Job als der Ausbildung sehr angemessen bei den Neuabsolvent/innen UH insgesamt sind diese Werte jeweils 8 bis 24 Prozentwerte tiefer. Inadäquate Beschäftigung kommt somit bei den Chemi - ker/innen kaum vor. Nur bei Einzelfällen wurde vom Arbeitgeber kein Hochschulabschluss verlangt. Diese hohe Übereinstimmung zwischen Studium und aktueller Tätigkeit ist natürlich auch darauf zurückzuführen, dass die grosse Mehrheit der Chemiker/innen an der Hochschule beschäftigt ist und dort in ihrem Fachbereich forscht. Abbildung 4: Kein inhaltlicher Bezug zwischen Studium und jetziger Tätigkeit (in Prozent) 7* Viele befristete Beschäftigungen und vergleichsweise tiefe Einkommen Tabelle 6: Kennzahlen Anstellungsbedingungen (in Prozent) Jahresbruttoeinkommen 1 (in Franken) Zufriedenheit mit Einkommen: Anteil Zufriedene Anteil Teilzeitbeschäftigte (Pensum < 90 Prozent) Anteil befristet Angestellte Hochschulabschluss für jetzige Tätigkeit verlangt? Nein 7* 15 Ja, im entsprechenden Fach Ja, auch in verwandten Fächern Ja, aber ohne spezifische Fachrichtung 5* 10 1 Als statistisches Mittel wurde der Median verwendet. Die Einkommen der teilzeitlich beschäftigten Personen wurden auf 100 Prozent hochgerechnet. Die gute Passung zwischen Ausbildung und inhaltlicher Tätigkeit im Beruf wird durch die Einkommenssituation getrübt. Das Jahreseinkommen der Chemiker/innen liegt ein Jahr nach Studienabschluss mit Franken deutlich unter jenem der Neuabsolvent/innen UH insgesamt. Da die Mehrheit der Teilzeitangestellten lediglich zu 50 oder 60 Prozent erwerbstätig ist, verschärft sich die Situation zusätzlich. Tatsächlich verfügen die Chemiker/innen ein Jahr nach Studienabschluss durchschnittlich über ein Monatseinkommen von knapp 4000 Franken (UH insgesamt: 6500 Franken). Entsprechend sind die Chemiker/innen mit ihrem Einkommen weniger zufrieden als die Gesamtheit der Neuabsol - vent/innen UH. Die ungünstige Situation in Bezug auf das Einkommen und der hohe Anteil an befristeten Arbeitsverhältnissen ist auf den Umstand zurückzuführen, dass die Mehrheit der Chemiker/innen nach dem Masterstudium an Hochschulen an Doktoratsstellen beschäftigt ist und sich somit in Weiterbildung befindet.

5 Eigentlicher Berufseinstieg erst nach dem Doktorat Tabelle 7: Kennzahl Rückblick (in Prozent) Rückblickend betrachtet nochmals dasselbe Studium wählen Rückblickend würden 65 Prozent nochmals dasselbe Studium (am selben Studienort) ergreifen. Dieser Anteil war zwei Jahre zuvor deutlich höher als unter der Gesamtheit der Neuabsolvent/innen UH üblich, nun liegt er unter dem Durchschnitt. Vergleichsweise viele (17 Prozent vs. 10 Prozent bei den Neuabsolvent/innen UH insgesamt) würden nochmals an der gleichen Hochschule studieren, aber eine andere Studienrichtung wählen. Verglichen mit 2009 hat sich der Übergang vom Studium in den Beruf bei den Chemiker/innen bezogen auf die Schwierigkeiten bei der Stellensuche, den Anteil an Stellensuchenden, das Einkommen sowie auf die Adäquatheit der Anstellung eher verschlechtert. Gesamthaft ausser beim Einkommen stossen sie jedoch nicht auf mehr Probleme als die übrigen Neuabsolvent/innen UH. Da die Zahl der Studienanfänger/innen in den naturwissenschaftlichen Fächern stagniert, zeichnet sich eher ein genereller Mangel an naturwissenschaftlich ausgebildetem Personal ab. Deshalb müssen Chemiker/innen in Zukunft keine ungünstige Arbeitsmarktsituation fürchten. Da der Anteil an Doktorand/innen bei den Chemiker/innen ausgesprochen hoch ist, findet der eigentliche Berufseinstieg für die meisten erst nach einem Doktorat statt. Es lohnt sich deshalb, kurz einen Blick auf jene 164 Chemiker/innen zu werfen, die 2011 im Jahr nach ihrem Doktoratsabschluss in befragt wurden. Es zeigt sich, dass nach einem Doktoratsabschluss die Beschäftigungssituation besser ist: Das Einkommen liegt mit Franken deutlich über jenem der Masterabsolvent/innen in. Weiterhin ist inadäquate Beschäftigung kaum ein Thema rund 70 bis 75 Prozent sind der Meinung, dass sie, bezogen auf ihre Position und ihre Aufgaben, adäquat angestellt sind. Anders als die Masterabsolvent/innen arbeiten je gut 30 Prozent in der Industrie und im Bereich der Privaten Dienstleistungen, nur noch knapp ein Viertel ist an der Hochschule beschäftigt. Teilzeitbeschäftigung betrifft nur noch Einzelfälle. Diese positive berufliche Entwicklung nach einem Doktorat bedeutet jedoch nicht, dass der Einstieg ins Erwerbsleben nach einem Doktorat einfach ist: Insgesamt berichten 44 über Schwierigkeiten bei der Stellensuche deutlich mehr als bei den Masterabsolvent/innen der. Ein deutlicher Hinweis, dass der eigentliche Absprung von der Universität oft erst nach dem Doktorat erfolgt. Sie müssen auch mehr Anstrengungen unternehmen: Durchschnittlich 10 Bewerbungen sind nötig, bis eine Stelle gefunden ist. Von Erwerbslosigkeit sind 5 Prozent betroffen, dabei handelt es sich jedoch um weniger als 10 Personen.

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