Was wäre, wenn es Legasthenie oder LRS gar nicht gibt?

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1 Was wäre, wenn es Legasthenie oder LRS gar nicht gibt? Wenn Du heute ins Lexikon schaust, dann findest du etliche Definitionen zu Legasthenie. Und alle sind anders. Je nachdem, in welches Lexikon du schaust. Und wenn Du zehn verschiedene Wissenschaftler fragst, dann bekommst du zehn unterschiedliche Definitionen. Höchstwahrscheinlich. Vielleicht sind es ja auch nur acht oder neun. ;-) Tatsache ist, dass Legasthenie von deutschen Krankenkassen nicht als Krankheit anerkannt wird. Das verwundert auch nicht. Würden Sie es anerkennen müssten Sie in der Folge ja auch die Heilungskosten bezahlen. Und da liegt dann auch der Hase im Pfeffer Geld ist schließlich überall knapp ;-) Besonders spannend ist, wenn man registriert, dass Legasthenie von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) im ICD-10 als Krankheit beschrieben ist. (link:wikipedia) Man unterscheidet dort sogar zwei Bereiche: 1. die Lese- Rechtschreibstörung und 2. die isolierte Rechtschreibstörung In Deutschland unterscheiden manche Bundesländer zwischen Legasthenie und LRS, also Lese-Rechtschreib-Schwäche. Der Hintergrund dazu? Ganz einfach: Legasthenie halten manche für genetisch bedingt. Und LRS gilt dann als erworbene Störung. Das wäre ja nicht einmal weiter kritisch, wenn es da nicht die Bayern gäbe. In Bayern gilt nämlich nur die LRS als behandlungswürdig. Weil man schließlich gegen genetische Ursachen nichts machen kann. Wenn man sich das erste Mal mit dieser Thematik auseinander setzt ist man mehr als verwirrt. Aber es kommt noch schlimmer: Gerade im Internet findet man ja schließlich unendlich viele Informationen zu diesem Bereich. Und da wird jede Menge Mist veröffentlicht.

2 Am schlimmsten finde ich die Selbst-Bemitleider. Die schließen sich in Gruppen zusammen. Dort wird dann diskutiert. Über völlig banales Zeug. Da hat eine Lehrerin mal wieder verkehrt reagiert. Man sucht dann nach anderen Eltern (Gleichgesinnten), denen es auch so oder ähnlich ergangen ist. Und dann bemitleidet man sich ein wenig gegenseitig. Jeder bekommt das Gefühl, dass es nicht nur ihm alleine so geht. Sondern anderen eben auch. Und das macht es leichter. Mich regt das auf. Wo bleibt denn da das Kind? Um das geht es doch? Oder nicht? Glaubt jemand ernsthaft, dass es unseren Kindern hilft, wenn wir uns über Schule aufregen? Für mich sind das alles nur Zeichen totaler Hilflosigkeit. Was das Schlimmste daran ist? Dass unsere Kinder das merken. Kinder spüren unsere Hilflosigkeit. Sie spüren unsere Wut auf die Schule. Oder gar auf die Lehrerin. Und das macht es dann wirklich schwierig für das Kind. Wie soll es denn bitte morgen zur Schule gehen, wenn wir als Eltern und heute über die Lehrerin aufregen? Beim Kind kommt doch nur an, dass wir die auch doof finden. Soll es sich dann morgen freuen? Begeistert losgehen? Aber genug davon Mich macht das ein wenig aggressiv. Und es ist sinnlos. Wenn du wissen möchtest, warum die Schule so reagiert, wie sie es tut, dann melde dich zu meinem Newsletter an. ;-) Gehe hierzu auf meine Internetseite und trage dich in meinen Verteiler ein. Legasthenie gibt es gar nicht. Ich muss dir sagen, was mich so verwundert: Seit 1998 beschäftige ich mich jetzt mit Legasthenie oder LRS. In der gesamten Zeit ist mir kein Kind begegnet, dass nicht in der Lage war, sich Wörter zu merken. Also die Schreibweise von Wörtern. Und zwar die korrekte.

3 Dafür finde ich keine Erklärung. Kommen zu mir nur Kinder, die verkehrt diagnostiziert wurden? Die gar keine Legasthenie haben? Oder LRS? Das wäre schrecklich. Stell dir mal diese Menge von Fehldiagnosen vor ;-) Manche Kinder bringen eine Bescheinigung mit. Legasthenie steht da drauf. Oder LRS. Also Lese-Rechtschreib-Schwäche. Mir egal. Und ganz offen: Ich bin davon überzeugt, dass es unseren Kindern völlig wurscht ist, wie wir das Problem benennen. Eines merke ich aber immer wieder: Die Kinder wissen, dass mit ihnen etwas nicht stimmt. Ich frage sie immer, warum sie bei mir sind. Spannend die Antworten Weil ich nicht richtig schreiben kann! Weil es in der Schule nicht so klappt Weil Nimm doch nur mal die erste Antwort. Das ist die, die ich am häufigsten höre. Was bedeutet es, wenn ein Kind einen Satz so formuliert? Dafür muss es in sich die feste innere Überzeugung haben, NICHT schreiben zu können. Das ist großer Mist, oder? Wie oft muss dieses Kind gehört haben, dass es nicht Schreiben kann? Von wem? Von den Eltern? Den Lehrern? Den Mitschülern? Verwandten? Freunden? von? Ich mach dann übrigens immer etwas ganz einfaches: Ich frage die Kinder, wie sie das machen, wenn sie ein Wort richtig schreiben. Und selbst da bekomme ich noch zu hören, dass sie das nicht können Wenn das so ist, nehme ich einen Text, den das Kind geschrieben hat. Dann zähle ich die Wörter. Und dann sage ich dem Kind, dass es 56 Wörter richtig geschrieben hat und 18 anders. Jetzt kann ich die Frage wiederholen. Wie machst du das, wenn du ein Wort richtig schreibst? Darauf wissen die meisten Kinder übrigens keine Antwort

4 Meine nächste Frage: Irgendwie musst du es ja machen. Es klappt ja schließlich. Wollen wir es zusammen heraus finden? Weil - wenn wir es gefunden haben, dann können wir das auf die anderen Wörter auch anwenden. Dann kannst du die auch richtig schreiben. Wie wäre das? Na was meinst Du? Wie reagieren die Kinder? Eben. Meine These: Legasthenie oder LRS sind nur Begriffe. Krücken. Die wir brauchen: Als Schublade. In die wir Kinder packen können. Das Kind kann lernt nicht richtig schreiben. Legasthenie? LRS? Egal. Schublade auf. Kind rein.schublade zu. Andere Schubladen sind übrigens ADS, ADHS, Diskalkulie, - aber das will ich jetzt an dieser Stelle nicht weiter vertiefen. Und wenn ein Kind erst einmal in einer solchen Schublade drin ist dann ist das so. Und es ist verdammt schwer, da wieder raus zu kommen Unser Kind ist plötzlich auffällig. Und zwar von dem Tag an, an dem jemand diese Schublade öffnet. Und hinter unserem Kind wieder schließt. Ist leider so. Und wir schließen uns dem an. Als Eltern. Wenn uns Schule sagt, dass da etwas nicht stimmt, mit unserem Kind dann glauben wir das erst einmal. Wie einfach wäre es, wenn wir erst einmal schauen, was es mit den verschiedenen Lerntypen auf sich hat. (link) Wie einfach wäre es, wenn wir einmal schauen, ob die Art des Unterrichts für unser Kind der richtige ist. Was wäre denn, wenn dein Kind nur eine andere Art des Unterrichts braucht. Und plötzlich richtig schreiben könnte? Wäre irre, oder? Kaum zu glauben, oder?

5 Und doch ist es meistens so einfach. Wann fängst du an, mit deinem Kind anders zu lernen?

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