BEKO-Forum Windows Workstation Security April 2005

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1 BEKO-Forum Windows Workstation Security April 2005 Windows XP Service Pack 2 Mit dem Service Pack 2 für Windows XP wurden einige Sicherheitsänderungen bzw. Erweiterungen am Betriebssystem vorgenommen: - Erweiterte Firewall - Neue Zentrale: Microsoft Sicherheitscenter - Verbesserter Netzwerk-Schutz - Speicher-Schutz (Schutz vor Speicherüberlauf oder -unterlauf) - Outlook-Express -Schutz (Verbesserter Attachments-Schutz) - Internet Explorer-Schutz (z.b. Pop-Up-Blocker) - Deaktiviert verschiedene Dienste (z.b. Nachrichtendienst) - etc. Sicherheitscenter Das Sicherheitscenter gibt einen kurzen Überblick über Firewall, Windows-Updates sowie Virenschutz. Das Sicherheitscenter kontrolliert folgende Elemente: - Firewall: Ist eine Firewall installiert und aktiv. - Automatische Updates: Ist das Automatische Windows-Updates konfiguriert und aktiv. - Virenschutz: Ist ein Antivirenprogramm installiert, aktiv und die Virendefinitionen aktuell. Falls eines der Elemente nicht korrekt überprüft werden konnte, gibt das Sicherheitscenter in der Taskleiste eine Warnmeldung aus. Leider werden nicht alle Herstellerprogramme durch das Sicherheitscenter automatisch erkannt. Damit z.b. Symantec Antivirus (Corporate Edition Version 9) erkannt wird und korrekt mit dem Sicherheitscenter kommuniziert, ist ein Update des Programms nötig. Das entsprechende Update finden Sie unter \\softzone\freeware\symantec\savupdate\ Seite 1/6

2 Patch Management Ein regelmässiges installieren von Sicherheitsupdates ist heutzutage zwingend notwendig. Microsoft veröffentlicht normalerweise jeden zweiten Dienstag eines Monates die aktuellen, neuen Patches (Microsoft Patch Days). Die Patches können auf verschiedene Arten auf das System eingespielt werden: 1. Regelmässiges manuelles Windows-Update via Office-Update via 2. Einschalten des automatischen Windows-Updates: Wir empfehlen die Option "Benachrichtigen, aber nicht automatisch downloaden oder installieren" zu wählen. Somit werden Sie über neue Patches informiert, können aber selber bestimmen ob und wann Sie diese downloaden und installieren möchten. 3. Benutzung eines eigenen, internen Windows-Update-Servers (SUS). Siehe BEKO-Forum vom November 04 (\\softzone\freeware\beko-forum\) 4. Manueller Download und Installation der Patches von der Microsoft-Webseite Microsoft Baseline Security Analyzer Mit dem Freeware-Tool Microsoft Baseline Security Analyzer (MBSA) ist es möglich, ein Windows System auf verschiedene Sicherheitsaspekte zu untersuchen. Beim Test werden unter anderem Patches, Dateisystem und Benutzeraccounts überprüft. Download unter: \\softzone\freeware\microsoft\mbsa\ Vorgang einer XP Neuinstallation Um eine möglichst sichere, virenfreie Neuinstallation eines XP-Clients vorzunehmen, sind gewisse Vorgehensweisen nötig geworden: 1. Installation mit aktueller Select-CD: Windows XP inkl. SP2. (Erhältlich via oder auf \\softzone\license\microsoft\). Installation ohne Anschluss ans Netzwerk! 2. Benutzermanagement: Überflüssige Benutzer löschen bzw. deaktivieren und alle Benutzer mit Passwort versehen 3. Überprüfen ob XP-Firewall eingeschaltet ist. (Falls die Netzwerkkarte bei der Installation automatisch erkannt wurde, ist die Firewall bereits aktiviert) 4. Entfernen Sie alle Ausnahmeregelungen der Firewall 5. Antivirenprogramm ab CD installieren 6. Computer für den Netzwerkzugang konfigurieren (TCP/IP) und ans Netzwerk anschliessen 7. Antivirenprogramm updaten (neue Virendefinitionen laden) 8. Windows-Update ausführen (alle wichtigen Security-Updates installieren) 9. Windows-Update erneut ausführen (noch fehlende Patches und ev. alternative Updates installieren) Seite 2/6

3 Virenschutz & Spyware Für ein Windows Betriebssystem ist ein Virenschutz zwingende Voraussetzung. Die Uni Bern hat eine Sitelizenz für Symantec Antivirus. Die aktuelle Version von Symantec Antivirus (Corporate Edition V.9, Englisch) kann über oder \\softzone\sitelicense\ bezogen werden. Symantec Antivirus kann als "managed" oder "unmanaged" Version installiert werden. Vor- und Nachteile der beiden Varianten, sowie Infos über die Benutzung des zentralen Antivirenservers, finden Sie unter Online Virenscanner Bei Verdacht auf Viren ist es manchmal nützlich, ein zusätzliches Antivirenprodukt einzusetzen. Hierbei kann ein Online-Virenscanner hilfreich sein. Dieser muss, ausser einem Plug-in, nicht auf dem Client installiert werden: (inkl. Spyware Erkennung) Viren entfernen Falls Viren nicht automatisch durch das Antivirenprogramm entfernt werden, gibt es in den meisten Fällen eine Anleitung, wie der Virus manuell entfernt werden kann. Unter folgender Webseite kann nach dem entsprechenden Virus gesucht werden: Für bekannte und weit verbreitete Viren werden zum Teil so genannte "Removal-Tools" angeboten, welche die Entfernung des Virus automatisch vornehmen. Eine aktuelle Übersicht sämtlicher Removal-Tools von Symantec finden Sie unter: Spyware Eine immer wichtigere Bedeutung nimmt so genannte Spyware ein. Als Spyware wird üblicherweise Software bezeichnet, die persönliche Daten des Benutzers ohne dessen Wissen an den Hersteller der Software oder an Dritte sendet. Um Spyware zu erkennen, gibt es verschiedene Freeware-Tools, welche benutzt werden können: Ad-Aware SE Personal: Spybot Search&Destroy: \\softzone\freeware\antispy\ Zugriffsberechtigungen NTFS-Filesystem Seit Windows NT wird das Windows-eigene Filesystem NTFS angeboten. Dieses ermöglicht, im Gegensatz zum FAT Filesystem, mit Dateiberechtigungen zu arbeiten. Es ist also möglich pro Datei festzulegen, wer Zugriff auf die entsprechende Datei hat und welche Berechtigung auf der Datei gegeben wird. Aus Sicherheitsgründen wird geraten, das NTFS-Filesystem einzusetzen. Die Konfiguration der einzelnen Rechte geschieht über den Dateiexplorer Datei Eigenschaften Sicherheit. Dateifreigaben Unter Windows XP ist es möglich, Verzeichnisse freizugeben, damit von anderen Computern auf diese zugegriffen werden kann. Um Freigaben unter Windows XP richtig konfigurieren und nutzen zu können wird empfohlen, die Option "Einfache Dateifreigaben verwenden" zu deaktivieren: Dateiexplorer Extras Ordneroptionen Ansicht Einfache Dateifreigaben verwenden. Danach können Sie die Freigaben via Dateiexplorer (Eigenschaften auf Freigabeordner) definieren. Es besteht bereits bei der Freigabe die Möglichkeit, Berechtigungen zu setzen. Somit ist es nur den definierten Benutzern möglich, auf die Freigabe zuzugreifen. Beachten Sie, dass jedoch die NTFS-Rechte auf dem entsprechenden Ordner auch berücksichtigt werden und somit auch diese korrekt definiert werden müssen! Seite 3/6

4 Windows Logs Bei Windows XP ist es möglich, Anmeldeereignisse (Erfolgreiche sowie Fehlerhafte) zu protokollieren und via Ereignisanzeige auszugeben. Damit Anmeldeereignisse aufgezeichnet werden, aktivieren Sie die Option "Anmeldeereignisse überwachen" via Gruppenrichtlinie: Verwaltung Lokale Sicherheitseinstellungen Lokale Richtlinien Überwachungsrichtlinien Die Einträge werden danach in der Ereignisanzeige unter dem Abschnitt "Sicherheit" angezeigt. Erhöhen Sie zusätzlich die maximale Protokollgrösse des Sicherheitsprotokolls, damit genügend Ereignisse gespeichert werden können. (Eigenschaften auf Systemprotokoll max. Protokollgrösse). Encrypted File System (EFS) Windows XP bietet die Möglichkeit, Dateien auf dem Datenträger zu verschlüsseln und somit vor unerlaubtem Zugriff zu schützen. Bei EFS handelt es sich nicht um ein eigenständiges Dateisystem, sondern um einen Aufsatz für NTFS, welches somit Voraussetzung für den Einsatz von EFS ist. EFS sorgt nur dafür, dass ein Unberechtigter den Dateiinhalt nicht zu sehen bekommt. Dateinamen (Inhalte von Verzeichnissen) bleiben unverändert und sind weiterhin sichtbar. Die EFS-Verschlüsselung funktioniert sowohl mit einzelnen Dateien als auch mit ganzen Verzeichnissen. Im letzteren Fall bezieht sich die Verschlüsselung auch auf alle Unterverzeichnisse. Mit nur wenigen Mausklicks kann man die Dateiverschlüsselung aktivieren: Im Eigenschaftendialog einer Datei oder eines Ordners muss man dazu in den erweiterten Attributen lediglich die Option "Inhalte verschlüsseln, um Daten zu schützen" auswählen. Hier einige Szenarien, welche die Funktion von EFS aufzeigt: Benutzer test1 erstellt Benutzer test2 erstellt Als Benutzer test1 Ordner test10 erstellt und verschlüsselt Als Benutzer test2 Ordner test20 erstellt und verschlüsselt - Als test2 kein Zugriff auf test10, auch nicht löschen / verschieben - Als Admin kein Zugriff auf test10, löschen geht - Als test1 Datei in test20 erstellen geht Seite 4/6

5 - Als test2 Datei von test1 in test20 öffnen geht nicht, löschen schon - Als Admin das Passwort von test1 zurücksetzen. Als test1 in test10 lesen der Dateien nicht mehr möglich, löschen schon. Jedoch wenn das Passwort mithilfe der Kennwort-Rücksetzdiskette zurückgesetzt wird, dann bleibt alles erhalten, wie gehabt. - Bei Domänenbenutzer: Wenn Passwort von Domänen Admin zurückgesetzt wird, bleibt EFS für Benutzer fehlerlos erhalten. ACHTUNG: In gewissen Fällen, kann es vorkommen, dass Sie die Daten entschlüsseln müssen. Z.B. User Profil defekt, PW vergessen, ö. Ä. Dies funktioniert mit dem Wiederherstellungsagenten. Wenn der Benutzer aber den private key (Ein Schlüsselteil der verwendet wird, um Dateien zu verschlüsseln) verliert (löscht), sind Daten nicht wiederherstellbar. Für genaue Anleitungen und Sicherungen der Keys lesen Sie bitte (vor allem Seite 3) Windows-Dienste Windows benutzt unzählige Dienste, welche im Systemhintergrund laufen. Eine Übersicht der verschiedenen Standard-Dienste sowie deren Funktionen finden Sie unter: Unter Windows XP können Sie mit dem Befehl "msconfig.exe" überprüfen, welche Dienste und Programme automatisch gestartet werden. Mit dem Tool "Process Explorer" erhalten Sie zudem ausführliche Informationen über die laufenden Dienste: oder \\softzone\freeware\tools\system\ Seite 5/6

6 Diverses - Schalten Sie bei Ihrem -Programm die automatische Vorschau (wie z.b. in Outlook Express) aus. Durch die Vorschau werden s bereits geöffnet und eventuelle Viren weiterverbreitet. - Konfigurieren Sie Ihren -Account für IMAPs bzw. POPs. Informationen und Anleitungen finden Sie unter: - Schalten Sie die automatische Windows-Anmeldung (autologon) aus, so dass sich ein Benutzer zwingend einloggen muss. - Versehen Sie jeden Benutzeraccount mit einem Passwort. Es dürfen keine Benutzerkonten ohne Passwort vorhanden sein. - Konfigurieren Sie die Benutzeraccounts so, dass die Passwörter nach einer bestimmten Zeit (z.b. alle 90 Tage) geändert werden müssen. Zusätzlich können weitere Kennwortrichtlinien über die Gruppenrichtlinien festgelegt werden: Lokale Sicherheitsrichtlinie Kontorichtlinien Kennwortrichtlinien bzw. Kontosperrungsrichtlinien - Entfernen Sie unnötige Netzwerkprotokolle. Im Normalfall reicht das TCP-IP Protokoll. (Protokolle wie IPX/SPX, NetBEUI/BIOS usw. werden normalerweise nicht mehr benötigt). - Entfernen Sie die automatische Passwortspeicherung in Webbrowsern wie z.b. Internet Explorer: Extras Internetoptionen Inhalte Autovervollständigen Physikalische Sicherheit - Setzen Sie im BIOS die Bootreihenfolge so fest, dass nur das Booten ab Festplatte erlaubt ist und schützen Sie das BIOS mit einem Kennwort. So kann verhindert werden, dass mittels Bootdiskette Zugriff auf den PC ermöglicht wird. - Benutzen Sie einen Screensaver und aktivieren Sie die Passwort-Option, damit der PC automatisch abgesichert wird, falls dieser längere Zeit unbeaufsichtigt bleibt. Seite 6/6

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