Betriebswirtschaft Theorie

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1 Betriebswirtschaft Gewerbeschule Sursee Informatikerlehre 1. und 2. Lehrjahr Letzte Anpassung:

2 Betriebswirtschaft Seite 2 von 13 Inhaltsverzeichnis 1. Zahlungsfähigkeit Erste Liquiditäts- Stufe: Zweite Liquiditäts- Stufe: Umlaufvermögen Unternehmungen Rechtsformen von Unternehmungen Organe AG: Formen von Gesellschaftsunternehmungen Kontenpläne von Unternehmungen Einzelunternehmung: Kollektivgesellschaft: Aktiengesellschaft: Buchungen von Unternehmungen Kapitalerhöhungen: Lohngutschrift: Bilanz und Erfolgsrechnung von Unternehmungen Einzelunternehmung und Kollektivgesellschaft: Aktiengesellschaft: Unternehmenseinkommen Kalkulationen Einkaufskalkulation Verkaufskalkulation Kalkulation im Handelsbetrieb FIBU Gesamt Nachkalkulation Einzelkalkulation Zuschlagssätze Kalkulation im Produktionsbetrieb Kostenarten Unternehmenseinkommen Betriebsbuchhaltung BEBU Kostenrechnen Fixe Kosten Sprungfixe Kosten Variable Kosten Deckungsbeitrag Nutzschwelle Marge... 13

3 Betriebswirtschaft Seite 3 von Zahlungsfähigkeit 1.1. Erste Liquiditäts- Stufe: Flüssige Mittel: Post, Kasse, Bankguthaben... Kurzfristiges Fremdkapital: Kreditoren, Bankschuld Zweite Liquiditäts- Stufe: Flüssige Mittel und Forderungen: Post, Kasse, Bankguthaben, Debitoren... Kurzfristiges Fremdkapital: Kreditoren, Bankschuld... Regel: Flüssige Mittel und Forderungen müssen kurzfristiges Fremdkapital decken! Flüssige Mittel - Kurzfristiges Fremdkapital 1. Liquiditäts- Stufe + Forderungen 2. Liquiditäts- Stufe 2. Umlaufvermögen Kasse (Flüssige Mittel) Post (Flüssige Mittel) Bank (Flüssige Mittel) Debitoren Vorräte Flüssige Mittel Ladenhüter (möglichst wenig Vorräte) Möglichst Wenig flüssige Mittel binden höhere Liquidität Gesunde Kunden (Zahlungsfristen einhalten) höhere Liquidität Vorräte Debitoren 3. Unternehmungen 3.1. Rechtsformen von Unternehmungen Einzelunternehmung Kollektivgesellschaft Inhaber / 1 Inhaber mindestens 2 natürliche Personen Teilhaber Firma (Name) Familienname 1 Familienname oder mehrere, evtl. Geschäftszusatz Haftung / Kapital Haftet voll, auch mit Privatvermögen voll, mit Privatvermögen, solidarisch Gewinnverteilung Gewinn + Verlust mit Eigenkapitalkonto verrechnen Gewinn + Verlust auf Privatkonti verteilen Geschäftsführung Inhaber Gesellschafter Eignung kleiner Unternehmung Kleinere und mittlere Unternehmungen

4 Betriebswirtschaft Seite 4 von 13 mit kleinem Kapitalbedarf

5 Betriebswirtschaft Seite 5 von 13 Aktiengesellschaft (AG) Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) Inhaber / Aktionäre Teilhaber Firma (Name) beliebig Haftung / Kapital nur das Aktienkapital (100'000 Fr. (Startkapital 20'000 Fr.) Startkapital) Gewinnverteilung Bildung von Reserven, Dividende an Aktionäre Geschäftsführung Direktion und Verwaltungsrat einsetzten Eignung Kapitalintensive Unternehmung Organe AG: Generalversammlung (Aktionäre) Verwaltungsrat Revisionsstelle 3.2. Formen von Gesellschaftsunternehmungen Gesellschaftsunternehmungen Genossenschaft Handelsgesellschften Einfache Gesellschaft Personen Gesellschaft Kapitalgesellschaft Kollektivgesellschaft Kommandit Gesellschaft Aktiengesellschaft Gesellschaft mit beschränkter Haftung

6 Betriebswirtschaft Seite 6 von Kontenpläne von Unternehmungen Einzelunternehmung: Eigenkapital - Privat - Eigenkapital - Beim Abschluss: Privatkonto über Kapitalkonto auflösen Kollektivgesellschaft: Eigenkapital - Privat Huber - Privat Meier - Eigenkapital Huber - Eigenkapital Meier - Privatkonto nicht auflösen damit Eigenkapitalverhältnisse unverändert bleiben Aktiengesellschaft: Eigenkapital - Grundkapital: - Aktienkapital - PS- Kapital - Zuwachskapital: - Reserven - Gewinnertrag 3.4. Buchungen von Unternehmungen Kapitalerhöhungen: Einzelunternehmung: Kollektivgesellschaft: Aktiengesellschaft: 100'000 Fr. 500'000 Fr. (2 Gesellschafter) 500'000 Fr. (Emission) Lohngutschrift: Einzelunternehmung: 5'000 Fr. Kollektivgesellschaft: Huber 4'000 Fr. Müller 5'000 Fr. Aktiengesellschaft: Geschäftsführer 8000 Fr. Einzelunternehmung Kollektivgesellschaft (Huber + Müller) Aktiengesellschaft 1. Bank / Eigenkapital 100'000.- Bank / Eigenkapital Huber 250'000.- Bank / Aktienkapital 500'000.- Bank / Eigenkapital Müller 250' Lohnaufwand / Privat 5'000.- Lohnaufwand / Privat Huber 4'000.- Lohnaufwand / Privat Müller 5'000.- Lohnaufwand / Bank 8'000.-

7 Betriebswirtschaft Seite 7 von 13 Soll Privat Müller Haben Barbezug 2'000.- Übertrag Krankenkasse 1'200.- Miete 1' Bilanz und Erfolgsrechnung von Unternehmungen Einzelunternehmung und Kollektivgesellschaft: Bilanz Erfolgsrechnung Kasse Privat Lohnaufwand EB Bank Eigenkapital Warenaufwand EB EB Debitoren EB: Eröffnungsbetrag Soll Erfolgsrechnung Haben Lohnaufwand Warenertrag Gewinn Soll Schlussbilanz I Haben Kasse 190 Privat Bank Eigenkapital Debitoren Gewinn Einzelunternehmung: Kollektivgesellschaft Schlussbilanz II Schlussbilanz II Kasse Privat Huber Bank Privat Müller Debitoren Eigenkapital Eigenkapital H. Eigenkapital M Mit Erfolg verrechnen Bleibt unverändert

8 Betriebswirtschaft Seite 8 von Aktiengesellschaft: Schlussbilanz I: - Gewinn wird auf Gewinnvortrag verbucht. - Verlust wird auf Verlustvortrag verbucht. Gewinnverteilungsplan: - Wieviel Reserven? - Wieviel Dividenden und Toutiemen? Schlussbilanz II... Eigenkapital... Reserven... Gesamtvortrag... Aktienkapital PS-Kapital Zuwachskapital Grundkapital 3.6. Unternehmenseinkommen Kapitalschädigung: Arbeitsschädigung: Entschädigung für Risiko: Eigenkapitalzins Eigenlohn Gewinn

9 Betriebswirtschaft Seite 9 von Kalkulationen Direkte Kosten Indirekte Kosten Einstandspreis Gemeinkosten Selbstkosten Reingewinn Nettoerlös 4.1. Einkaufskalkulation Katalogpreis (Bruttokreditankauf) - Rabatt = Rechnungspreis (Nettokreditankauf) - Skonto = Zahlung (Nettobarankauf) + Bezugskosten = Einstandspreis Brutto Kredit - Rabatt - Skonto = Netto = Bar 4.2. Verkaufskalkulation Nettoerlös + Verkaufssonderkosten = Zahlung (Nettobarverkauf) + Skonto = Rechnung (Nettokreditverkauf + Rabatt = Katalogpreis (Bruttokreditverkauf) 4.3. Kalkulation im Handelsbetrieb FIBU Einstandspreis (Warenaufwand) Bruttogewinn Erfolgsrechnung Nettoerlös (Warenertrag)

10 Betriebswirtschaft Seite 10 von 13 Erfolgsrechnung Warenaufwand 500 Warenerlös 800 (Einstandspreis) Bruttogewinn Personalaufwand Mietaufwand 20 Abschreibungen 10 Gemein kosten ewinn Gesamt Nachkalkulation Gesamt Zuschlagssätze Nachkalkulation Einstandspreis % + Gemeinkosten % = Selbstkosten % => 100% (1,2) + Reingewinn % 33% = Nettoerlös % (1,6) 133% (1,3) Einzelkalkulation Beispiel: Einstandspreis = 100 Fr Zuschlagssatz = x 1,6 Verkaufspreis = 160 Fr Zuschlagssätze Gemeinkosten Zuschlag: GK Fr 100 = EP 500Fr = 20% Bruttogewinn Zuschlag: BG Fr 100 = EP 500Fr = 60% Reingewinn Zuschlag: RG Fr 100 = SK 600Fr = 33% GK: RG: BG: EP: SK: Gemeinkosten Reingewinn Bruttogewinn Einstandspreis Selbstkosten FIBU => Gesamt Nachkalkulation => Zuschlagssätze => Einzelkalkulation

11 Betriebswirtschaft - Seite 11 von Kalkulation im Produktionsbetrieb Kostenarten Aufwand gemäss FIBU Abgrenzungen Kosten Beispiel: Abschreibungen(FIBU Aufwand): Abgrenzungen: Abschreibungen (BEBU Kosten): 150 Fr. -50 Fr. 100 Fr Unternehmenseinkommen Lohn: Arbeitsentschädigung Gewinn: Risikoprämie Eigenkapitalzins: Entschädigung für Kapitaleinsatz

12 Betriebswirtschaft - Seite 12 von Betriebsbuchhaltung BEBU Der Betriebsabrechnungsbogen (BAB) ist dazu da, damit man sieht bei welchem Produkt man Einbussen hat und bei welchem man Gewinne hat. - Die Material- Gemeinkosten sind prozentual zum Einzelmaterialverbrauch umzulegen. - Die Fertigungs- Gemeinkosten sind prozentual zu den Einzellöhnen umzulegen. - Die Verwaltungs- und Vertriebs- Gemeinkosten sind prozentual zu den Herstellkosten umzulegen.

13 Seite 13 von 13 Betriebswirtschaft - 6. Kostenrechnen 6.1. Fixe Kosten Immer gleich hoch, unabhängig vom Umsatz. Beispiel: - Personalkosten - Miete - Diverse Kosten - Abschreibungen 6.2. Sprungfixe Kosten Beispiel: - Zusätzliches Personal 6.3. Variable Kosten Hängen direkt vom Umsatz ab. Beispiel: - Warenaufwand - Warenertrag 6.4. Deckungsbeitrag Der Deckungsbeitrag ist dasselbe wie der Bruttogewinn. Deckungsbeitrag pro Stück = Nettoerlös pro Stück Einstand pro Stück 6.5. Nutzschwelle Die Nutzschwelle ist erreicht wenn genau so viele Stücke einer Ware verkauft sind, das sie genau die Selbstkosten abdecken. Werte die gleich hoch sind beim erreichen der Nutzschwelle: - Totalkosten (Selbskosten) = Nettoerlös - Fixe Kosten (Gemeinkosten) = Deckungsbeitrag (Bruttogewinn) Nutzschwelle = Gemeinkosten Nettoerlös pro Stück Einstand pro Stück 6.6. Marge Nettoerlös 100 Marge = Einstand

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