Erste Firmengründung durch ehemaligen Auszubildenden

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1 Zweiter Kurs mit 14 Auszubildenden erfolgreich abgeschlossen Erste Firmengründung durch ehemaligen Auszubildenden

2 Arbeit durch Bildung Wer in Addis Abeba, der Hauptstadt Äthiopiens unterwegs ist, dem fällt sofort auf, dass tausende von jungen Menschen auf den Straßen unterwegs sind. Man gewinnt den Eindruck, alle suchen etwas. In vielen Gesichtern kann man die Frage ablesen: Wo gibt es eine Beschäftigung für mich? oder Wer bringt mir etwas bei, wo bekomme ich etwas zum Essen? Auf der anderen Seite ist Addis Abeba eine Stadt die boomt. Die Bautätigkeit ist sehr hoch und die eine oder andere Firma siedelt sich in Addis an. Wie einen Sechser im Lotto, so formulierte ein Auszubildender vom ersten Kurs im Jahr 2009 die Nachricht, dass er den Aufnahmetest bestanden hat und einer von 15 Glücklichen ist, die eine kostenlose Ausbildung zum Schlosser erhalten. Zudem war er überrascht, dass es am Ausbildungsort auch ein kostenloses Mittagessen sowie kostenlose Schuhe und Arbeitskleidung gibt. Die Kosten hierzu werden durch freiwillige Patenschaften von Manz-Mitarbeitern getragen. Seit Beginn der Metallwerkstatt im März 2009 konnte insgesamt 29 Jugendlichen durch eine fundierte Ausbildung eine Zukunft geschenkt werden.

3 Eine Erfolgsgeschichte: Vom Auszubildenden zum Firmengründer Dawit Tedesse *, einer der Auszubildenden aus dem ersten Kurs, hat den Schritt in die Selbständigkeit gewagt. Auf einem rund 20 m² großen Platz hat er mit einfachsten Mitteln seine eigene Firma eingerichtet. Das Gelände ist mit Wellblech eingezäunt, Holzstangen tragen das mit Palmwedeln bedeckte Dach, darunter ein paar Gestelle, die sowohl als Werkbank als auch zum Aufbewahren von ein paar vorsintflutlichen Geräten dienen. Er verdient etwa 2000 Birr im Monat (umgerechnet 90 Euro), wovon er aber noch Helfer und rund 800 Birr Miete bezahlen muss. Zum Vergleich: 800 Birr entsprechen einem Monatslohn eines staatlich angestellten Lehrers. Dawit Tedesse ist sehr stolz darauf, dass er es in kurzer Zeit soweit gebracht hat und da ist nicht die geringste Spur von Jammer. Alle Lehrlinge aus dem ersten Kurs haben einen Job gefunden und kommen hin und wieder voller Stolz bei der Metallwerkstatt vorbei und berichten ihre Neuigkeiten. Einige vom zweiten Kurs werden eine Genossenschaft gründen und stehen mit der Stadt in Verhandlungen, um ein geeignetes Gelände zu bekommen. * Name geändert

4 Geregelte Abläufe und erste Aufträge Nach dem Neubeginn mit manchen Anlaufschwierigkeiten im ersten Kurs ist im zweiten Kurs eine gewisse Normalität eingekehrt. Von 15 Auszubildenden, die den zweiten Kurs begonnen haben, konnten 14 den Kurs mit einer erfolgreichen Abschlussprüfung beenden. Dabei ist noch zu erwähnen, dass im zweiten Kurs zum ersten Mal ein Mädchen ausgebildet worden ist. Nachdem die Werkstatt nun auch immer bekannter wird, gab es im zweiten Kurs schon einige kleinere Aufträge vom YMCA selbst und einigen Kunden außerhalb. Die Auszubildenden arbeiten dann unter Aufsicht an diesen Projekten und können so das Erlernte gleich in die Praxis umsetzen. Ein positiver Nebeneffekt ist, dass dadurch die laufenden Kosten der Werkstatt etwas reduziert werden. Die Ausbildungswerkstatt Metall in Addis Abeba ist in der Trägerschaft des YMCA Äthiopien. Das Evangelische Jugendwerk in Württemberg hat eine enge Partnerschaft mit dem YMCA Äthiopien und unterstützt das Projekt finanziell.

5 Die Metallwerkstatt soll noch besser werden Der erfolgreiche Start der Metallwerkstatt ist Ansporn für weitere Verbesserungen sowie neue Ideen. Als nächste Schritte sind geplant: Verlängerung der Ausbildung auf Monate Verbesserung der Räumlichkeiten Programme für Abgänger, um sich weiter zu qualifizieren Start einer kleineren Produktion, um Schritt für Schritt die finanzielle Abhängigkeit zu verlassen Start von weiteren Ausbildungsprogrammen an anderen YMCA Standorten Geplant ist ein Workshop im Frühjahr 2011, an dem sich auch Manz beteiligen wird. Dabei wird das weitere Vorgehen zusammen mit den örtlichen Verantwortlichen vom YMCA und dem ejw diskutiert und festgelegt. Wir halten Sie auf dem Laufenden. Martin Hipp Vorstandsmitglied Otto Angerhofer

6 Zukunft schenken jede Hilfe ist willkommen Wir würden uns freuen, wenn Sie sich für das Projekt Metallwerkstatt begeistern und uns unterstützen. Neben Geldspenden sind wir auch an gebrauchten Maschinen für die Metallbearbeitung interessiert. Über den Verlauf des Projektes informieren wir Sie natürlich gerne. Nehmen Sie einfach über oder Kontakt mit uns auf. Weitere Informationen zum ejw-weltdienst oder der Manz Automation AG erhalten Sie unter: oder Spendenkonto Evangelisches Jugendwerk in Württemberg EKK Kassel BLZ Kontonummer Projekt-Nummer ETH107 [Metallwerkstatt Äthiopien] Eine steuerabzugsfähige Spendenbescheinigung wird Ihnen auf Wunsch selbstverständlich zugesandt.

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