Informationstechnologie Status Quo Trends - Arbeitsmarkt. Bundesagentur für Arbeit Ravensburg,

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1 Informationstechnologie Status Quo Trends - Arbeitsmarkt

2 Agenda 1. Kurzvorstellung meiner Person 2. Der IT-Sektor in der BRD 3. Die wichtigsten IT-Berufe 4. Die wichtigsten Kenntnisse (Programmiersprachen, Datenbanken, etc.) 5. Trends und Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt 6. Behandlung eingesandter Fragen 7. Interessante Studien und weiterführende Links 8. Offene Fragerunde

3 Vorstellung meiner Person Damit Sie wissen, mit wem Sie es zu tun haben

4 Kurzvorstellung BWL-Studium an der TU Dresden und Universität Augsburg Schwerpunkte Wirtschaftsinformatik, Controlling und Mathematische Verfahren Erste Programmiererfahrungen seit 1987 Erste berufliche Erfahrungen im IT-Bereich im Jahre 1993 Auszug von Referenzunternehmen:

5 Tätigkeitsbereiche Management-Informationssysteme Customer Relationship Management Groupware Intranet, Extranet, Internet Controlling-Software Trouble Ticket System (UHD) Angebotskalkulationsverfahren Abrechnungssysteme System-Dokumentationen Web based trainings Anwenderschulungen

6 Kenntnisse Programmier- und Auszeichnungssprachen: C++, Visual C++, C#, Objective Grid, Visual Basic, VBA PHP, ASP, ASP.Net, HTML, XML, CSS, Javascript, VB Script SQL, PL/SQL Datenbanken: MySQL, MS-SQL, PostgreSQL, Informix Oracle, Access Betriebssysteme: Windows 95/98/NT/2000/XP Linux (Suse, Red Hat), Mac OS

7 Der Wirtschaftszweig IT Gesamtüberblick über die Bedeutung der IT für Deutschland

8 IT Wandel als Inbegriff "640 Kilobyte sollten für jeden genug sein" Bill Gates, 1981 "Computer der Zukunft werden nicht mehr als 1,5 Tonnen wiegen" Popular Mechanics (Fachzeitschrift, USA), 1949 "Ich denke, dass es einen Weltmarkt für vielleicht fünf Computer gibt" IBM-Ingenieur, 1964 Gordon E. Moore, Mitbegründer der Firma Intel, 1965: Durch den technischen Fortschritt verdoppelt sich die Komplexität von integrierten Schaltkreisen alle 24 Monate.

9 Der IT-Sektor in der BRD Im Jahre 2000 waren erstmals mehr als 50% aller Beschäftigten der BRD im IT-Bereich tätig An der IT-Industrie hängen Arbeitsplätze Zwischen 1998 und 2004 hat die IT rund Arbeitsplätze in Deutschland geschaffen Allein 130 Mrd. Euro werden von Endverbrauchern jährlich in diesem Bereich investiert Der IT-Bereich kann die Bruttowertschöpfung der BRD bis 2008 allein um 75 Mrd. Euro erhöhen Mit 6% an der Bruttowertschöpfung ist die IT der bedeutendste Wirtschaftszweig der BRD und in etwa so groß wie die Automobilindustrie und der Maschinenbau zusammen Jährlich fehlen Hochschulabsolventen in diesem Bereich in Deutschland

10 Der IT-Sektor in der BRD Der größte Anteil der Investitionen entfällt dabei auf Telekommunikations-Dienstleistungen (43%) Der Akademiker-Anteil der Beschäftigten ist mit 21% signifikant höher als in anderen Branchen ABER: Nur 59% der deutschen Unternehmen betreibt eine eigene Webseite Nur 10% der Unternehmen nutzen das Internet aktiv als zusätzlichen Kundenzugang und Verkaufskanal Nur 35% aller Unternehmen verfügen über ein ERP- System (Enterprise Ressource Planning) Nur 16% aller Unternehmen nutzen ein SCM-System (Supply Chain Management) Nur 20% haben ein CRM-System im Einsatz (Customer Relationship Management)

11 IT-Berufsbilder Grobe Einteilung der wichtigsten Betätigungsfelder

12 Die wichtigsten IT-Berufe Studium der Informatik: Informatiker sind in der Lage, komplexe IT-Systeme zu entwerfen, zu erstellen und zu betreiben Befasst sich mit dem Aufbau und der Programmierung von Rechnern Sie übernehmen Fach- und Führungsaufgaben in IT-Projekten Typische Ausbildungsinhalte: Rechnerarchitekturen (CISC, RISC) Computergrafik (2D, 3D, OpenGL) Künstliche Intelligenz (intelligente Maschinen) Mathematik für Informatiker Programmierung Software-Engineering (ingenieurmäßige Herstellung von SW) Betriebssysteme und Datenbanken BWL

13 Die wichtigsten IT-Berufe Studium der Wirtschaftsinformatik: Wissenschaft, die sich mit der Gestaltung rechnergestützter Informationssysteme in der Wirtschaft befasst Schnittstelle zwischen BWL und Informatik Typische Aufgabengebiete Integration von IT und betrieblicher Organisation Informationssystem-Planung, -Gestaltung und Architektur Istaufnahme und Sollkonzeption von Informationssystemen Software-, DB- und HW-Entwurf Programmierung, Tests und Inbetriebnahme Wirkungsanalysen Beratung zu Hardware, Software und Services Schulung der Anwender

14 Die wichtigsten IT-Berufe Berufsbild "Systemprogrammierer": Studium der Informatik, Mathematik, Physik, Elektrotechnik, oft mit Zusatzausbildung beim IT-Hersteller Auswahl, Entwicklung und Programmierung von anwendungsneutralen System-, Datenbank- und Kommunikationsprogrammen Entwurf von Programmier- und Anwendungsrichtlinien Weiterentwicklung und Einführung von Betriebssystemen, Datenbanken und Kommunikationssystemen Planung der zu installierenden Datenverarbeitungsanlagen Überwachung der Hard- und Software sowie deren Optimierung

15 Die wichtigsten IT-Berufe Berufsbild "Anwendungsprogrammierer/-entwickler": Wirtschaftswissenschaftliches oder technisches Studium mit IT- Schwerpunkt Analyse der vorgegebenen Entwicklungsaufgaben und Umsetzung in ein programmtechnisches Konzept Programmierung und Test der Lösung Dokumentation sämtlicher Anweisungen, die zum Verständnis der Software notwendig sind Berücksichtigung von Alt- und Teilsystemen Entwicklung von wiederverwendbaren Komponenten sowie Wiederverwendung bestehender Lösungen Entwurf und Realisierung der Datenbankschemata Anbindung von Fremdsystemen Überwachung der Funktionsweise von Systemen sowie deren Optimierung

16 Die wichtigsten IT-Berufe Berufsbild "Netzwerk-/Systemadministrator": Studium der Informatik, Mathematik, Physik, Elektrotechnik oder ähnliches Planung, Installation und Verwaltung von Rechnernetzen Kopplung von Netzen, Auswahl von Übertragungsprotokollen, Einrichtung von Servern, Druckern und Massenspeichern (Backup) User-Verwaltung inklusive Gruppen-Richtlinien (Rollen) Sicherstellung des unterbrechungsfreien Betriebs sowie der Netzwerksicherheit allgemein Einsatz von Firewalls, Demilitarisierten Zonen (DMZ) und Proxy-Servern Virenschutz und -prävention

17 Die wichtigsten IT-Berufe Berufsbild "IT-Berater": Wirtschaftswissenschaftliches Studium mit Wirtschaftsinformatik-Schwerpunkt Beratung zu Hardware und Software Ausarbeitung von fachlichen Problemlösungen sowie deren Präsentation vor Entscheidungsgremien Koordination der Vertragsverpflichtungen, insbesondere Lizenzmanagement Ausbildungsplanung und Schulungsmaßnahmen Termin- und Leistungskontrolle bzgl. der Umsetzung von Maßnahmen und der Service Level Agreements (SLA) Kundenbetreuung bei vertriebenen Hardware- oder Software- Lösungen

18 Die wichtigsten IT-Berufe Berufsbild "Webdesigner": Spezialstudium an Hochschulen für Gestaltung möglich oder Zusatzqualifikation für gestaltende Berufe wie Designer, Grafiker, etc. Konzeption, ästhetische Gestaltung und praktische Umsetzung von ansprechenden und einfach zu bedienenden Internet- Auftritten Erstellung von Firmenpräsentation auf CD/DVD

19 Die wichtigsten IT-Berufe Berufsbild "Benutzerservice": Typische Bezeichnung ist User Help Desk (UHD) Es sind fundierte PC-Kenntnisse notwendig, eine spezifische Ausbildung ist nicht zwingend erforderlich Aufgabe ist die Unterstützung der Endbenutzer Diese Beschäftigten sind die zentrale Anlaufstelle für die User Erfassung von Problemen mit IT-Systemen sowie die Lösung trivialer Fälle Eskalation komplexer Fragestellungen und Störungen sowie die Rückmeldung an die Nutzer

20 Die wichtigsten IT-Berufe Berufsbild "IT-System-Elektroniker": Dreijährige Berufsausbildung im Betrieb und Berufsschule Planung und Installation von IT- und Telekommunikations- Systemen inkl. der Komponenten und Netzwerke Realisierung kundenspezifischer Lösungen durch die Modifikation von Hard- und Software Fehleranalyse und Beseitigung von Störungen Einweisung der Benutzer in die Bedienung der Systeme Einsatzbereiche sind Systemtechnik, Installation, Serviceleistung und Instandhaltung

21 Die wichtigsten IT-Berufe Berufsbild "Fachinformatiker": Dreijährige Berufsausbildung im Betrieb und Berufsschule Umsetzung fachlicher Anforderungen in komplexe Hardwareund Software-Systeme Einführung und Modifikation von IT- und Kommunikations- Systemen Fachliche Beratung, Betreuung und Schulung von Benutzern und Kunden Einsetzbar für eine Vielzahl von IT-Systemen, z.b. kaufmännische Systeme, Expertensysteme, Mathematschwissenschaftliche Systeme, Multimedia-Systeme

22 Die wichtigsten IT-Berufe Berufsbild "IT-System-Kaufmann": Dreijährige Berufsausbildung im Betrieb und Berufsschule Durchführung von Projekten zur Einführung oder Erweiterung der IT-Infrastruktur Vorwiegende Einsatzfelder sind Vertrieb und Beratung Zentraler Ansprechpartner für Kunden und Durchführung von Serviceleistungen Marktbeobachtung und Durchführung von Marketing- Maßnahmen Einsatzgebiete sind z.b. Branchensysteme, Standardsysteme, technische Anwendungen, kaufmännische Anwendungen, Lernsysteme

23 Die wichtigsten IT-Berufe Berufsbild "Informatikkaufmann": Dreijährige Berufsausbildung im Betrieb und Berufsschule Einsatzgebiet sind die kaufmännisch-betriebswirtschaftlichen Bereiche ihrer Branche Projektarbeit zur Planung, Anpassung und Einführung von IT- Systemen Mittler zwischen Fachabteilung und informationstechnologischer Realisierung Beratung und Unterstützung der Anwender beim Einsatz der IT- Systeme zur Lösung fachlicher Aufgabenstellungen

24 Was wird nachgefragt? Programmiersprachen, Datenbanken, Betriebssysteme, Server

25 Die wichtigsten Kenntnisse Software wird in folgende Kategorien eingeteilt: 1. Systemsoftware = stellt die grundlegenden Dienste für andere Programme zur Verfügung 2. Entwicklungssoftware = setzt auf dem Betriebssystem auf und ermöglicht die Erstellung und Modifikation von Programmen 3. Anwendungssoftware = bietet Lösungen für fachliche Probleme

26 Die wichtigsten Kenntnisse Die wichtigsten Betriebssysteme: 1. Arbeitsplatzrechner: Windows NT, Windows 2000 Professional, Windows XP Professional, Linux und Mac OS 2. Kleinere Server (Abteilungsrechner): Windows 2000 und Windows 2003 als Server-Edition, Linux und verschiedene Unix-Varianten 3. Größere Server (Unternehmensserver): vorrangig Sun Solaris (Unix-Derivat), Linux bzw. OS/400 für IBM-Server, AIX für große IBM-Server, BS/2000 für Fujitsu Siemens Rechner, HP-eigene Varianten

27 Die wichtigsten Kenntnisse Es gibt mehrere Tausend Programmiersprachen, wobei nur etwa ein Dutzend sich auf breiter Front durchgesetzt hat Im Bereich der System- und Embedded- Programmierung sind die wichtigsten Sprachen C, Java und Cobol Im Bereich der Anwendungsentwicklung sind dies C, C++, Visual C++, C#, Java, ABAP (SAP) und Delphi (ehemals Pascal) sowie VBA und Scripting (VB Script und Windows Script) für Office-Bereiche wie z.b. Serienbriefe, etc; zum Teil auch noch Fortran und in Spezialgebieten Prolog Im Bereich der Web-Entwicklung sind im Moment führend PHP, ASP sowie ASP.NET, Python, Perl, Ruby on Rails und JSP. HTML, CSS, XML, XSL, XSLT und Javascript dienen der Auszeichnung und Darstellung der Information Weiterhin sind im Datenbankbereich Kenntnisse in SQL/92 (generell) und PL/SQL (Oracle) zwingend notwendig

28 Die wichtigsten Kenntnisse Es gibt viele verschiedene Datenbanksysteme. Die folgenden sind in breitem Einsatz: Oracle Microsoft SQL Server MySQL, PostgreSQL, Informix (Webbereich) MaxDB (Open-Source-Variante von SAP als Jointventure mit MySQL AB) DB2 (IBM-Datenbank) Microsoft Access (kleinere Lösungen)

29 Die wichtigsten Kenntnisse Die folgenden Server und Dienste genießen heute eine relevante Bedeutung im IT-Markt: Apache MS Internet Information Server (IIS) Tomcat Xitami Microsoft Exchange Server Lotus Domino Open Exchange LDAP Active Directory

30 Quo vadis IT? Absehbare Trends in der IT und Konsequenzen für den Arbeitsmarkt

31 Trends und Arbeitsmarktentwicklung E-Recruiting als zentrales Instrument der Personalbeschaffung Im IT-Bereich werden offene Stellen heute fast ausschließlich über Online-Stellenangebote ausgeschrieben Dabei werden zunehmend die Ausschreibungen auf den eigenen Internet-Auftritt beschränkt Zum Teil wird zusätzlich über Job-Portale gesucht Die Publikation der Anzeigen in Printmedien, insbesondere Tageszeitungen, ist nicht die Regel. Dies erfolgt häufig rein zum Zwecke der Außenwerbung Die qualitativ hochwertigsten Anzeigen im Printbereich finden sich in Fachzeitschriften Auch ist die Übersendung der Bewerbungsunterlagen häufig nur in elektronischer Form notwendig. Hierbei sind gewissen Spielregeln einzuhalten (PDF, ZIP, etc.)

32 Trends und Arbeitsmarktentwicklung Der Markt für Online-Content wird in Zukunft erheblich an Bedeutung gewinnen Steigende Nachfrage in den Bereichen Online-Redaktion, Ontologie, Semantik, CMS, Knowledge Base und Data Warehousing Typische Berufsbilder hierzu sind Journalisten, Sprachforscher, Wirtschaftsinformatiker, Informatiker, Mathematiker und Statistiker mit fundierten Kenntnissen der Informatik Zunehmende Verschmelzung von Mobil- und Festnetztelefonie, Internet und Medieninhalten einhergehend mit dem Ausbau der Breitbandraten Steigende Nachfrage im Bereich Hardware- Programmierung, IP-Protokolle und Dienste, Voice-over- IP, Audio- und Videoproduktion, Animationstechniken, Administration und Sicherheit Nachfrage nach Netzwerkadministratoren, Web-Entwickler, Wirtschaftsinformatiker, Informatiker, Radio- und Fernsehjournalisten, visuelle Berufe, Systemprogrammierer

33 Trends und Arbeitsmarktentwicklung Verstärkung des IT-Outsourcing sowie Verlagerung der Produktionszentren in Niedriglohnländer (Offshoring) Steigende Nachfrage nach höher-qualifizierten Mitarbeitern aber auch stark sinkende Nachfrage nach niedrigeren Qualifikationen Die Berufsbilder des Wirtschaftsinformatikers, Systemanalytikers und IT-Beraters werden für den deutschen Arbeitsmarkt von hoher Relevanz bleiben. Reine Anwendungsentwickler und Wartungstechniker sowie User Help Desks wandern zunehmend in Länder mit günstigeren Lohnstrukturen ab Modulare Software-Systeme, basierend auf internationalen Wertschöpfungsketten, werden bestehende Systeme verdrängen Hieraus ergeben sich generelle Anforderungen an alle ITnahen Berufe wie Innovationsfähigkeit, Mehrsprachigkeit, Erweiterung des kulturellen Horizonts und Mobilität

34 Trends und Arbeitsmarktentwicklung Medizintechnik, elektronische Bauelemente und Telekommunikations-Equipment sind die wesentlichen Wachstumssegmente Software und Hardware werden enger gekoppelt, neuartige Dienste entstehen und eine stärkere Durchdringung der Medizintechnik verändert diese Branche Es ist zu erwarten, dass die Nachfrage nach Systemprogrammierern, Medizininformatiker, Informatiker, Anwendungsentwickler und Wirtschaftsinformatiker ansteigen wird (insb. als Ingenieur-Ausbildung) ERP- und CRM-Systeme werden stärker im Mittelstand Einzug halten Bisher werden diese Systeme im Mittelstand kaum eingesetzt. Es ist zu erwarten, dass der Einsatz in Zukunft mittels Outsourcing ansteigen wird Primär werden hier IT-Berater benötigt, aber auch Anwendungsprogrammierer und Netzwerkadministratoren.

35 Trends und Arbeitsmarktentwicklung Der "Bologna-Prozess" wird mittel- bis langfristig zur Ablösung des Diploms durch den Bachelor- und den Master-Abschluss führen: Ziel des Bologna-Prozesses ist es, europaweit vergleichbare Studiengänge mit einheitlicher Benotung zu entwickeln 45 Staaten haben die Erklärung ratifiziert In diesen Ausbildungsgängen sind jetzt auch Praktika verpflichtender Bestandteil der Ausbildung Die Studiendauern verkürzen sich auf 6 bis 8 Semester Regelstudienzeit (statt 8 bis 9 im Diplom) Die Möglichkeit der internationalen Tätigkeit erhöht sich für die Absolventen evident auf Grund der mehrsprachigen Ausbildung und des international anerkannten Abschlusses. Heute ist die Akzeptanz jedoch noch recht gering in der deutschen Wirtschaft (nur 11% der Unternehmen suchen Absolventen mit diesen Qualifikationen)

36 Trends und Arbeitsmarktentwicklung Fachkräftemangel wird in Zukunft verstärkt kurzfristig am Arbeitsmarkt bedient werden. Der langfristige Aufbau von Know-how ist auf Grund der hohen Änderungsdynamik nicht sinnvoll Dies bedeutet, dass klassische Karrierestrukturen aus anderen Wirtschaftsbereichen langfristig nicht mehr gegeben sein werden Arbeitnehmer und Unternehmen schließen sich kurzfristig in Form eines virtuellen Unternehmens zusammen. Nach Abschluss einer Aufgabe dürfte es häufig zur Auflösung der Vertragsbeziehung kommen Hierdurch steigt die Fluktuation der Beschäftigten, die Zugehörigkeit zu einer Organisation verkürzt sich und die Beschäftigten müssen mobiler und flexibler werden Damit dürfte auch die Vermittlungsfrequenz steigen und langfristige Vermittlungen schwierig werden (Saisonarbeit) Hier werden Hochschulabschlüsse und duale Ausbildungen bevorzugt. Quereinsteiger stellten nur eine Notlösung dar.

37 A, B, C oder D? Antworten auf Ihre Fragen im Vorfeld

38 Eingesandte Fragen Welche Programmiersprachen werden derzeit und zukünftig hauptsächlich verwendet? C im Embedded-Bereich, C++ unter Linux, Visual C++ und C# unter Windows, Java sowie Java Enterprise Beans unter allen Betriebssystemen sowie in SAP und ABAP rein in SAP PHP, JSP, ASP, ASP.NET, Python, Perl, Ruby on Rails im Webbereich Zusätzlich HTML, CSS, XML, XSLT, Javascript und VB Script als Auszeichnungs- und Skriptsprachen Zukünftig wird die Bedeutung von C++ im Windows-Bereich nachlassen Bei den anderen Technologien kann es zu Konvergenzen, Middleware-Ansätzen oder Verschmelzungen kommen (Vorreiter ist das.net-framework)

39 Eingesandte Fragen Ist absehbar, ob SAP kurzfristig von vielen (auch kleineren) Betrieben eingesetzt wird ("Business One")? JEIN!!! Ja: Es ist erklärtes Ziel von SAP, den Mittelstand zu erreichen, um sich zusätzliches Marktpotenzial zu erschließen Ja: Der Technologiewechsel zum Netweaver-Ansatz reduziert die HW-Anforderungen in den einsetzenden Unternehmen Nein: Microsoft und Oracle haben über Zukäufe sehr starke Anbieter in diesem Bereich unter ihrem Dach vereinigt und zielen auch auf den Mittelstand Nein: In kleineren und mittleren Unternehmen ist die Höhe der notwendigen Investitionen ein Hemmnis Jein: SAP, aber auch die Konkurrenz, wollen mit Mietlösungen die hohen Anfangsinvestitionen auf die Laufzeit verlagern

40 Eingesandte Fragen Haben Netzwerkadministatoren/Fachinformatiker Systemintegration in Zukunft wieder bessere Arbeitsmarktchancen? Ja, die Entwicklungen in den einzelnen Segmenten der IT sind auf Konvergenz der Netze ausgerichtet Neue Internet-Protokolle, neue Technologien der Vernetzung, steigende Anforderungen an Sicherheit und Verfügbarkeit von Netzdiensten sowie der Trend zu serviceorientierten Architekturen schaffen neue Arbeitsfelder Allerdings müssen sich die Ausbildungsinhalte dem Wandel anpassen bzw. nach Abschluss der Ausbildung muss eine kontinuierliche und eigenständige Weiterbildung erfolgen

41 Eingesandte Fragen Bestehen größere Arbeitsverlagerungsaktivitäten für Arbeitsplätze im IT-Bereich? Ja, seit Jahren und auch in Zukunft Das Thema Offshoring begann vor Jahren mit Indien, ist aktuell in China angekommen und richtet sich jetzt schon zunehmend nach Ost-Europa Tätigkeiten wie Programmierung, Datenerfassung, User Help Desk, welche keine originären Innovationen erbringen, sind bereits abgewandert bzw. werden dies in absehbarer Zeit verstärkt tun Tätigkeiten, welche Wettbewerbsvorteile schaffen oder sichern und welche ein erhebliches Ausbildungsniveau voraussetzen (z.b. Wirtschaftsinformatiker, Bioinformatiker, Medizininformatiker, Informatiker an sich, Embedded- Entwickler, Systemarchitekten, IT-Berater) werden auch weiterhin in Deutschland gute Aussichten haben

42 Eingesandte Fragen Unterschied und Definition von Betriebssystemen, Datenbanken und Softwareprogrammen, sowie Benennung der in diesen Bereichen am häufigsten angewandten Produkte? Die wichtigsten Betriebssysteme sind Windows, Linux und Unix. Sie unterscheiden sich voneinander in der Netzwerk- Fähigkeit, dem Filesystem für die Datenhaltung und der Art und Weise, wie User-Inputs in den Maschinencode des Prozessors umgesetzt werden Die wichtigsten Datenbanken sind Oracle, MS SQL, MySQL, DB2 und die SAP-DB. Sie unterscheiden sich in der Art und Weise, wie die Daten intern gehalten werden, wie auf die Daten zugegriffen werden kann und welche zusätzlichen Funktionen für Analysen zur Verfügung stehen Die wichtigsten Softwareprogramme sind MS Office und SAP. Softwareprogramme unterscheiden sich einerseits durch die Aufgabenstellung und andererseits durch die Art und Weise, wie diese Aufgaben gelöst werden (User- Interface, Performance, Datenhaltung, Sicherheit, etc.)

43 Eingesandte Fragen Berufsbilder für die Bereiche Datenbank, Software und Betriebssysteme Netzwerk-/Systemadministratoren übernehmen zentrale Funktionen beim Aufsetzen der File-, Applikations- und Datenbankserver sowie bei der Vernetzung Netzwerk-/Systemadministratoren sind auch für die Einrichtung der Betriebssysteme und der Anwendungsclients verantwortlich Systemprogrammierer übernehmen die Anpassung der Betriebssysteme, Anwendungsprogrammierer die der Software Datenbankadministratoren übernehmen die Installation, Verwaltung und Sicherung der Datenbanken Wirtschaftsinformatiker konzipieren die Lösungen, Erstellen die Datenschemata, begleiten die Einführung und Weiterentwicklung der Lösungen und betreuen die Anwender

44 Eingesandte Fragen Definition wichtiger Begriffe: Entwicklungsumgebung = Werkzeug zur Erstellung von System- und Anwendungsprogrammen sowie Services RDBMS = Relationales Datenbank Management System; Rückgrat von relationalen Datenbanken Multi-tier-Architekturen = Mehrschicht-Anwendungen; Einzelne Funktionen des IT-Prozesses werden auf verschiedene Systeme verteilt (DB-Server, Applikationsserver, User-Frontend) Middleware = System, welches als eine Art Vermittler den Austausch von Informationen und Funktionen zwischen geschlossenen Anwendungssystemen zur Verfügung stellt Software-Design-Tools = Programme, welche vorrangig dem konzeptionellen Design von Programmen, Prozessen und Schnittstellen dienen; teilweise mit teilautonomer Code-Generierung

45 Eingesandte Fragen Definition wichtiger Begriffe: CASE-Tools = Computer Aided Software Engineering; haben dieselbe Funktion wie Software-Design-Tools Embedded-Software u. Mikrocontroller-Systeme = Hierbei handelt es sich um Systeme, welche meist auf einer Platine untergebracht sind und oft für einen bestimmten Prozessor geschrieben sind; die Programme werden dabei oft in den Festwertspeicher (ROM) fest einprogrammiert Applikationssoftware = Anwendungsprogramme; dienen der Lösung fachlicher Aufgaben Bussysteme = Ein Bus ist ein Verbundsystem, welches die einzelnen Komponenten eines Rechners miteinander verbindet. Alle Komponenten können hierüber Informationen austauschen.net = Framework von Microsoft, welches die Software- Entwicklung vereinfachen soll; Standardfunktionen und Komponenten werden bereitgestellt und müssen durch die Programmierung nur noch in Einklang gebracht werden.

46 Eingesandte Fragen Security-Systeme Firewall = Programm, welches die Schnittstellen zum Betriebssystem überwacht; Einlasskontrolle für Dienste und Anwendungen, über Regeln administrierbar Antiviren-Programme = Tools, welche auf Grund von Blacklists und Heuristiken versuchen, schadhafte Programme auf einem Rechner aufzuspüren und zu entfernen Intrusion-Detection-Systeme = Dienste, welche im Hintergrund den Netzwerk-Verkehr überwachen; Ziel ist das Eindringen eines Angreifers ins Netzwerk zu entdecken und den Angriff zunichte zu machen Honeypot-Systeme = Bewusst verwundbare Systeme, welche potenzielle Angreifer anlocken sollen, um sie bei einem Angriff zurückverfolgen und unschädlich machen zu können. Dient auch zur Ablenkung von sicherheitsrelevanten Systemen

47 Eingesandte Fragen Definitionen Unix, Solaris und Linux Unix ist ein relativ altes Betriebssystem und war schon früh für die Serversteuerung im Einsatz Kommt aus der Großrechner-Welt, wo es auch heute noch eine herausragende Bedeutung spielt Sun Solaris ist eine Weiterentwicklung von Unix durch Sun, um eine optimale Performance auf den Sun-Prozessoren (Sparc-Architektur) zu ermöglichen Linux ist eine freie und kostenlose Adaption von Unix für kleinere Systeme (Server und PCs). Für Linux existiert ein Kernel (Herz des Betriebssystems), auf dem unterschiedliche Varianten des Frontends basieren (Suse, Red Hat, Knoppix, Ubuntu, etc.)

48 Eingesandte Fragen SQL Structured Query Language Abfragesprache zur Kommunikation mit Datenbanken Befehlssatz erlaubt die Verwaltung der Datentabellen sowie der Inhalte Aktuell gültiger und weltweit einheitlicher Basisstandard ist SQL/92 Jede Datenbank kann die gängigen SQL-Befehle, passt aber den eigenen Befehlssatz oft nach eigenem Gusto an Wichtigste proprietäre Lösung ist PL/SQL, welches für die Arbeit mit Oracle benötigt wird. Erweitert den Sprachumfang von SQL/92 erheblich um Datenanalyseund Data-Mining-Funktionalitäten

49 Eingesandte Fragen Relationale Datenbanksysteme Daten stehen nicht mehr wie in früheren Systemen in Eltern-Kind-Beziehungen, sondern die Beziehungen werden über Datenbankfelder referenziert Datenhaltung soll in Normalform erfolgen, d.h. Redundanzen sind zu eliminieren und das Beziehungsgeflecht hat einigen formalen Anforderungen zu genügen Relationale DB-Systeme sind hochperformant und lassen umfangreiche Abfragen in sehr kurzer Zeit zu Da relationale Datenhaltung und semantische Datenhaltung mittels XML strukturell unterschiedlich sind, werden zunehmend Wrapper für die Umsetzung zwischen beiden Welten entwickelt Alle wichtigen Datenbanksysteme heutzutage sind relational und die relationale Datenhaltung in der 3. Normalform gilt auch als Maxime der Datenstrukturierung

50 Und jetzt? Hilfreiche Informationen zur Arbeitsmarktentwicklung und Informationsquellen im Internet

51 Studien und hilfreiche Links Studien zum Thema IT und Arbeitsmarkt in Deutschland: "Wirtschaftliche und politische Chancen der Informationsgesellschaft" Studie der Deutschen Telekom, Siemens und der BCG, 2005 Chancen der Informationsgesellschaft.pdf "Wettbewerbsvorteil Bachelor" Studie von accenture und der Initiative D21 zur Europäisierung von Studienabschlüssen, 2005 Europäisierung von Studienabschlüssen.pdf "Die Entwicklung des Arbeitsmarktes und der Hochschulplätze für IT-Fachkräfte in Deutschland" Studie der Initiative D21 und input consulting zum Schwerpunkt Berufliche Bildung und Arbeitsmarkt, 2001 Entwicklung des Arbeitsmarktes.pdf "Die neuen IT-Berufe" Informationsbröschüre für IT-Ausbildungsberufe des BMWi und des bmb+f, 1999 Die neuen IT-Berufe.pdf

52 Studien und hilfreiche Links Hilfreiche Links für den täglichen "Kampf" mit der IT: Online-Enzyklopädie, welche sehr gute und sehr umfangreiche Informationen zu allen wichtigen IT-Themen bereithält Das wichtigste Nachrichten-Portal für den IT-Sektor im deutschsprachigen Raum. Kurzmeldung informieren immer aktuell über die wesentlichen Entwicklungen im IT-Bereich weltweit Internet-Seite der Gesellschaft für Informatik e.v.. Diese ist die größte Interessenvertretung der Informationstechnologie im deutschsprachigen Raum und bietet viele und vor allem sehr gute Informationen rund um die Thematik Die Initiative D21 ist ein gemeinnütziger Verein aus Wirtschaft und Politik mit dem Ziel, die Chancen der Informationsgesellschaft für Deutschland zu nutzen. Hier finden sich umfangreiche Informationen über die Anstrengungen der Bundesrepublik zur Förderung von Technologien und Dienstleistungen.

53 Offene Fragerunde "Die Fragen sind es, aus denen das, was bleibt, entsteht." Erich Kästner ( ), dt. Schriftsteller

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