Kriegs- und Fluchterfahrungen bei

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1 Kriegs- und Fluchterfahrungen bei Frauen und deren Auswirkungen Tatiana Katcheishvili Psychosoziales Zentrum für Migrantinnen und Migranten in Sachsen-Anhalt 1

2 Psychosoziales Zentrum für Migrantinnen und Migranten in Sachsen-Anhalt (PSZ) Überblick PSZ: wer wir sind und was wir tun Ein wenig Statistik Kriegs- und Fluchterfahrung Sind alle Kriegsfluchtlinge traumatisiert? Psychische Störung und deren Folgen Ist die Genesung möglich? Wünsche, Visionen 2

3 Psychosoziales Zentrum für Migrantinnen und Migranten in Sachsen-Anhalt (PSZ) Einzige Einrichtung in Sachsen-Anhalt die sich auf traumatisierte Flüchtlinge spezialisiert hat Zielgruppe: Kriegsflüchtlinge, politisch Verfolgte und Opfer organisierter Gewalt, die psychologische Hilfe suchen Das Angebot ist für die KlientInnen kostenlos und kann unabhängig vom Aufenthaltsstatus in Anspruch genommen werden. Bei Bedarf stellen wir für die KlientInnen DolmetscherInnen zur Verfügung 3

4 Psychosoziales Zentrum für Migrantinnen und Migranten in Sachsen-Anhalt (PSZ) Das Team besteht aus Dipl. Psychologinnen, einer Traumapädagogin, SozialarbeiterInnen, Verwaltungskräfte und Dolmetschern Art des Angebotes: 1. Psychologische Beratung und Therapie von Flüchtlingen; Unterstützung im Umgang mit traumatischen Erlebnissen und Flucht; Traumatherapie; Trauerarbeit; Körpertherapie; Psychoedukation; Psychodiagnostik; Erstellung von klinisch-psychologischen Stellungnahmen 2. Unterstützung bei der Klärung sozialrechtlicher Fragen und Ansprüche; Kontakt zu Anwältinnen und speziellen Beratungsstellen 4

5 Psychosoziales Zentrum für Migrantinnen und Migranten in Sachsen-Anhalt (PSZ) PSZ Insgesammt:61(W) PSZ Magdeburg 31(W) Kosovo Serbien 5

6 Kriegs- und Fluchterfahrungen bei Frauen und deren Auswirkungen Die Flüchtlinge erreichen Deutschland mit erheblichen Vorbelastungen. Ein Großteil der Klientinnen hat Gewalterfahrung von Sexueller Gewalt, Verfolgung im Heimatland und/oder während der Flucht erlebt. Gewalt als Kriegswaffe: Massenvergewaltigungen, Frauenlager, Einzeltäter Gewalt auf dem Fluchtweg: Übergriffe durch Mitgefluchteten, durch Hüter des Gesetzes Ca. 80%-90% aller Sexualisierter Gewalt werden auf die Frauen und Mädchen verübt (Huber 2009) und nur ca. 50% der Frauen entwickeln eine Posttraumatische Belastungsstörung ( 6

7 Risikofaktoren einer Posttraumatischen Belastungsstörung ( Huber 2009) a) Faktoren vor dem traumatischen Ereignis: Geringe soziale Unterstützung Armut der Familie Vorherige Misshandlungen in der Kindheit Geringere Intelligenz Geschlecht: weiblich Vorherige psychische Störung b) Faktoren während des Traumas Subjektive Bedrohungsgefühl Länge und Ausmaß und Wiederholung Beinhaltet menschlichen Gewalt Sexualisierter Gewalt c) Faktoren nach dem Trauma: Mangelnde soziale Unterstützung Fortgesetzte negative Lebensereignisse Mangelnde Anerkennung des Traumas durch anderen Wiederholte Bedrohung, Angst vom Täter 7

8 Häufig gestellte Diagnosen in PSZ und damit verbundene Symptome Häufigste Diagnosen: Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) Depression Angst- und Zwangsstörungen Somatoforme Störung Häufigste Beschwerden: Schlafstörung (Alpträume), Angstzustände (Schreckhaftigkeit, Vermeidungsverhalten) Somatische Beschwerden (Kopf- Rücken- Unterleibschmerzen) Konzentrationsschwierigkeit Amnesien (biographische-, alltags-) Emotionsregulationsschwierigkeit selbstverletzende Handlungen Suizidale Gedanken 8

9 Wie wirkt sich die psychische Störung auf das Leben aus? Familiären Ebene: Beziehung zum Kind Beziehung zum Partner Beziehung zu sich Selbst Sozialen Ebene: starker sozialer Rückzug Sprachkurse, Aufforderungen vom Arbeitsamt führt zu zusätzlichen Belastung 9

10 Wichtige Voraussetzungen für gelungene therapeutische Arbeit wohlwollende/geschützte Atmosphäre schaffen Beziehungsaufbau als wichtige Voraussetzung für die effektive Zusammenarbeit Stärkung Gesamten Systems Flexibilität: methodisch, zeitlich 10

11 Faktoren die Genesung unterstützen Geschütze Räumlichkeiten mit Rückzugsmöglichkeit Vertrauen und Anerkennung als Opfer Freier Zugang zu medizinischer Versorgung Sicherer Aufenthalt: Schutz vor Tätern Soziale Unterstützung Offenheit: Gefühl erwünscht zu sein 11

12 Wünsche und Visionen In Sicherheit leben können Wieder gesund werden Angstfreies Leben Sich um die Kinder/Familie kümmern können Mehr Freude erleben Vision: Es lohnt sich in die Gesundheit und Bildung der Frauen zu investieren. Nur dann haben sie eine Chance im Falle einer Rückkehr einen eigenen Beitrag zum Aufbau eigenes Land zu leisten 12

13 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit Psychosoziales Zentrum für Migrantinnen und Migranten in Sachsen-Anhalt Zweigstelle Marienstr. 27a Annastraße Halle (Saale) Magdeburg Tel Tel Fax Fax

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