Magnetresonanztomographie (MRT)
|
|
|
- Laura Albrecht
- vor 10 Jahren
- Abrufe
Transkript
1
2 Prinzip - aktiver Abbildungsvorgang durch Zuführung von Energie (starkes konstantes Magnetfeld + elektromagnetische Pulse) und - passiver Abbildungsvorgang durch Ausnutzung körpereigener Signale (Spin-Ensembles als Radiowellensender) - unterschiedliche Magnetisierungsverteilung in den Geweben des Körpers, abh. von Struktur, Funktion und Metabolismus
3 tomographische bildgebende Technik (wie CT, SPECT und PET) (gr. tomos (τοµοσ) - Schnitt) MR-Scanner liefert multidimensionales Datenarray (Bild) über räumliche Verteilung physikalischer Größen - 2D Schnittbilder beliebiger Orientierung - 3D Volumendatensätze - 4D Bilder (räumlich-spektrale Verteilungen) MR-Signale kommen direkt aus dem Körper Emissions -Tomographie; vgl. PET, SPECT aber keine radioaktiven Substanzen notwendig!
4 MRT arbeitet im Radiofrequenzbereich keine ionisierende Strahlung MRT-Bilder enthalten Fülle von Informationen Grauwert des Bildpixels (Signalintensität) abhängig von: Kernspindichte? Spin-Gitter-Relaxationszeit T 1 Spin-Spin-Relaxationszeit T 2 molekularer Bewegung (Fluß, Diffusion, Perfusion) Suszeptibilität chemische Verschiebung
5 ??
6 Wellenlängen bei der MRT > 0,3 m schlechte Ortsauflösung Ansatz: Überlagerung HF-Feld und ortsvariables magnetisches Gleichfeld + Ausnutzung der scharfen Resonanzabsorption magnetischer Kerne im biologischen Gewebe ( 1 H, 13 C, 19 F, 23 Na, 31 P) Räumliche Zuordnung der Kernmagnetisierung
7 Inhalt: - geschichtlicher Überblick - physikalische Grundlagen klassisch, quantenmechanisch - Grundlagen der MRT vom Signal zum Bild, Meßtechnik Kontrast, Auflösung, Signal-Rausch-Verhältnis - Anwendungen (Bildernachweis: Dössel, 2000; Morneburg, 1995; Siemens, Philips, Internet)
8 !
9 !!
10
11 Historie 1946 Kernmagnetische Resonanz (NMR) F. Bloch, W.W. Hansen, M. Packard. Phys Rev 69, 127, 1946 E.M. Purcell, H.C. Torrey, R.V. Pound. Phys Rev 69, 37, E.L. Hahn: Spin echos. (Phys Rev 80, 580, 1950) Anwendungen der NMR in Physik und Chemie zur Strukturanalyse 1952 Nobelpreis an Bloch und Purcell 1970 Erstes Hirn-MRT (Meßzeit: 8 Std., Bildverarbeitung: 72 Std) 1971 R. Damadian: unterschiedliche NMR Relaxationszeiten für Tumoren und gesundes Gewebe (MRT als Diagnosemethode)
12 Historie 1973 P. Lauterbur: MRT-Bildgebung mit Gradienten- Feldern (Nature, 242, 190) 1975 R. Ernst: MRT mit Phasen- und Frequenzkodierung und Verwendung der Fouriertransformation 1977 R. Damadian: erste Ganzkörperaufnahme (Meßzeit: 4 Std, 45 min) 1977 P. Mansfield: Entwicklung Echo-Planar-Imaging (EPI) 1980 Edelstein et al.: Ganzkörperaufnahme mit Ernst-Technik (Datenacquisition: 5 min./schicht; 1986: 5 sec./schicht) ab 1980: erste kommerzielle MRT-Systeme
13 Historie : Gradient Echo Imaging, NMR-Mikroskop 1990 Ogawa et al.: BOLD-Effekt 1991 Nobelpreis an R. Ernst fmrt 1992 Kwong et al.: BOLD + neuronale Aktivität 2003 Nobelpreis an P. Lauterbur und P. Mansfield Routinemethode in Krankenbehandlung ca. 60 Mio. Untersuchungen weltweit > Installationen weltweit
14 Kompassnadel im Magnetfeld Durch Messung des Drehmoments im homogenen Magnetfeld läßt sich das magnetische Dipolmoment messen B = magn. Induktion oder Kraftflussdichte! H = Magnetfeld! In der MRT-Literatur üblicherweise B = Magnetfeld
15 Magnetisierung paramagnetischer und diamagnetischer Stoffe diamagnetische Stoffe: e - induzieren Abschirmstrom B-Feld im Innern des Stoffes kleiner paramagnetische Stoffe: Ausrichtung der Elementarmagnete (e - -Spins) im äußeren B-Feld B-Feld im Innern des Stoffes größer Vektorsumme aller magn. Momente in Volumenelement bezogen auf Größe des Volumenelementes heißt Magnetisierung: r r dm M = dv Ist ein Körper aus verschiedenen Materialien zusammengesetzt, gilt: M = M(x,y,z)
16 Magnetischer Kreisel im konstanten Magnetfeld magnetischer Kreisel: rotierendes Objekt mit magn. Dipolmoment m Präzession eines magnetischen Kreisels im B-Feld
17 Magnetischer Kreisel im konstanten Magnetfeld Laborsystem um z-achse rotierendes Koordinatensystem
18 Gradientenfelder (I) Spezialfall eines inhomogenen Feldes B G, dessen z-komponente entlang einer vorgegebenen Richtung (x,y,z) linear variiert. (Gradientenrichtung) z-gradientenfeld B G,z = G z. z y-gradientenfeld B G,z = G y. y x-gradientenfeld B G,z = G x. x
19 Gradientenfelder (II) sei B z = B 00 + G z. z und B = (0,0,B z ) Feldgradient in z-richtung wegen: ω 0 = γ. B = γ. B 00 + γ. G z. z = ω 00 + γ. G z. z (mit ω 0 = lokale Präzessionsfrequenz und ω 00 = Präzessionsfrequenz bei z = 0 = Tomographenzentrum) folgt: Präzessions-Winkelgschwindigkeit ω 0 lineare Fkt. von z - alle Kreisel in x-y-ebene präzidieren mit gleicher Winkelgeschw. - in einem mit ω 00 rotierenden Koordinatensystem laufen Kreisel mit z > 0 vor und Kreisel mit z < 0 nach.
20 Gradientenfelder (III) Präzession im Gradientenfeld ruhendes Laborsystem rotierendes System
21 Magnetischer Kreisel im konstanten Magnetfeld mit überlagertem transversalen Wechselfeld (I) zeitlich konstantes Feld B z in z-richtung und ein in x-y-ebene rotierendes Wechselfeld B T mit Frequenz ω T transversale magnetische Wechselfelder:
22 Magnetischer Kreisel im konstanten Magnetfeld mit überlagertem transversalen Wechselfeld (II) Additive Überlagerung von B z und B T : Ansicht von der Seite Ansicht von oben ruhendes Koordinatensystem
23 Magnetischer Kreisel im konstanten Magnetfeld mit überlagertem transversalen Wechselfeld (III) Betrachte: ω T = ω 0 = γ. B z (transversales Feld rotiert mit Präzessions-Winkelgeschwindigkeit) Herausdrehen der Richtung des magn. Dipolmoments aus der Ruhelage (z-richtung) durch das rotierende Feld Ansicht von der Seite Ansicht von oben magn. Dipolmoment B = B z + B T
24 Magnetischer Kreisel im konstanten Magnetfeld mit überlagertem transversalen Wechselfeld (IV) Herausdrehen der Richtung des magn. Dipolmoments aus der Ruhelage durch das rotierende Feld ruhendes Laborsystem rotierendes System
25 Magnetischer Kreisel im konstanten Magnetfeld mit überlagertem transversalen Wechselfeld (V) - magnetisches Dipolmoment präzidiert um B = B z + B T - bei ω T = ω 0 : Verstärkung der Phänomene Präzession und Wackeln durch B T - Präzession startet auch bei m 0 e z - Länge von m 0 bleibt konstant - nach einer best. Zeit T 90 liegt m in x-y-ebene (auch wenn B T << B z ) - nach 2. T 90 zeigt m in negative z-richtung
26 Magnetischer Kreisel im konstanten Magnetfeld mit überlagertem transversalen Wechselfeld (Va) 90 -HF-Puls im ortsfesten und im rotierenden Koordinatensystem 180 -HF-Puls im ortsfesten und im rotierenden Koordinatensystem
27 Magnetischer Kreisel im konstanten Magnetfeld mit überlagertem transversalen Wechselfeld (VI) Bewegungsgleichung für magn. Dipol: r dm'( t) r r = γ m'( t) B T dt Winkelgeschwindigkeit, mit der sich α vergrößert: ω F = dα dt T = L sinα m BT sinα = L sinα = m L B T = γ B T ω F = γ B α = γ B T T τ (Konvention) α = Flipwinkel τ = Pulsdauer B T = Amplitude des Wechselfelds in x-richtung
28 Magnetischer Kreisel im konstanten Magnetfeld mit überlagertem transversalen Wechselfeld (VII) Signalerfassung (1): Annahme: - transversales Wechselfeld B T kippt magn. Moment (in z-richtung) in x-y-ebene und wird dann abgeschaltet (Puls mit Dauer τ) - ohne äußere Einwirkung rotiere magn. Moment in x-y-ebene Normalenrichtung der Antennenspule senkrecht auf z-achse Fluss proportional zur Querkomponente von m: m T r r dm mit M = dv Φ U mag ~ ~ M T M T ω 0 cos( ω sin( ω 0 0 t) t)
29 Magnetischer Kreisel im konstanten Magnetfeld mit überlagertem transversalen Wechselfeld (VII) Signalerfassung (2): Induzierte Spannung in der Antenne ist HF-Signal mit Frequenz ω 00 oder nahe ω 00, falls Probe in einem Gradientenfeld Messtechnik (Quadratur-Detektor): Heruntermischen der Antennensignale mit einem HF-Signal der Frequenz ω 00 (Präzessionsfrequenz bei z=0) entspricht Multiplikation mit Referenzsignal
30 Magnetischer Kreisel im konstanten Magnetfeld mit überlagertem transversalen Wechselfeld (VII) Signalerfassung (3): Realteil: U R = U = U 1 1 sin( ω U t) U 2 sin (( ω + ω) t) 00 { cos( ωt) cos( (2ω + ω) t} ω durch Tiefpassfilterung 00 Imaginärteil (Phasenschieber notwendig, da cos-term symmetrisch Vorzeichenverlust bei ω!) U I = U = U 1 1 cos( ω U t) U * U = U + iu ~ R 2 sin (( ω + ω) t) 00 { sin( ωt) + sin( (2ω + ω) t} i m T 00 - U* dreht sich in komplexer Ebene mit ω - misst m T in einem mit ω 00 rot. Koord.-system
31 Magnetischer Kreisel im konstanten Magnetfeld mit überlagertem transversalen Wechselfeld (VII) Signalerfassung (4): ω < 0
32 Magnetischer Kreisel im konstanten Magnetfeld mit überlagertem transversalen Wechselfeld (VII) Signalerfassung (5): ω > 0
33 Kernspin Protonen, Neutronen, Elektronen als (quantenmechanische) magnetische Kreisel Gyromagnetisches Verhältnis eines rotierenden geladenen Teilchens: Präzession von Kernspins im konstanten Magnetfeld: ist µ in Richtung von B ausgerichtet Präzession mit Larmorfrequenz ω 0 = γ B
