Berufssprache Deutsch für den Unterricht mit heterogenen Leistungsgruppen und für Jugendliche mit besonderem Sprachförderbedarf

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1 Berufssprache Deutsch für den Unterricht mit heterogenen Leistungsgruppen und für Jugendliche mit besonderem Sprachförderbedarf Grundlegende Informationen zur Unterrichtseinheit: Sprachlicher Schwerpunkt / Niveau: Sprechen, Modalverben / BIJ, JoA Inhaltlicher Schwerpunkt / Modul: Mich selbst und andere besser verstehen Thema: Persönliche Lebensplanung Zeitumfang in Minuten: 90 Minuten Kernkompetenz des Lernszenarios: Die Schüler und Schülerinnen werden sich ihrer eigenen Lebensplanung bewusst. Ausgewählte Teilkompetenzen des Lernszenarios: Die Schülerinnen und Schüler a. setzen sich mit dem Begriff Lebensplanung auseinander. b. werden sich ihrer Ziele im Leben bewusst. c. unterscheiden die Bedeutung von Modalverben. d. analysieren ihre Ziele, ob sie diese dürfen, können, mögen, müssen, sollen, wollen oder möchten. e. führen ein Gespräch über ihre Lebensplanung durch. f. geben anderen Rückmeldung und überprüfen ihre eigenen Ziele. ISB Berufssprache Deutsch 08/2015 Seite 1 von 14

2 Lernsituation: Am Montag vor Schulbeginn unterhalten Sie sich in der Aula mit Ihrem Mitschüler Abdul. Sie Abdul Sie Abdul Sie Abdul Sie Sag mal, was hast du eigentlich nach dem Abschluss vor? Als Erstes möchte ich meine Ausbildung beginnen. Bei mir sind noch drei Bewerbungen offen und ich warte auf eine Antwort. Dann möchte ich mir gleich ein Motorrad kaufen. Hast du denn einen Führerschein und das Geld dazu? Den Führerschein mache ich gerade. Mal sehen, denn eigentlich würde ich auch gerne eine eigene kleine Wohnung mieten und mit meiner Freundin zusammen ziehen. Wie soll es bei dir weitergehen? Ich weiß noch nicht so genau. Der Unterricht beginnt, lass uns heute Mittag weiter reden. (ggf. hinzufügen: Dann sage ich dir, was ich in meinem Leben plane. ) Sprachliche Vorentlastung der Lernsituation (falls erforderlich): Textoptimierte Version der Lernsituation (vgl. M1) Bilder (z. B. zur Lernsituation bzw. zu Lebensstationen) ISB Berufssprache Deutsch 08/2015 Seite 2 von 14

3 Unterrichtsverlaufsplanung: Schritte Unterstützung Autonomie orientieren und informieren planen und durchführen Lernsituation Definieren Sie den Begriff Lebensplanung! Notieren Sie, was Lebensplanung für Sie bedeutet! Lebensweg Beschreiben Sie Ihren bisherigen Lebensweg! Formulieren Sie Ziele für Ihren zukünftigen Lebensweg! Lernsituation und Bilder zu Lebensstationen Was bedeutet Lebensplanung? ggf. Placemat Lebensweg (M 3) Überlegen Sie, was Sie in den nächsten Jahren erreichen wollen! optional: Zuhören: Wer ist das? Lebenswege anonym einsammeln, vorlesen und raten lassen, wer welchen Lebensweg plant. Lernsituation, Bilder, sprachliche Vorentlastung (M1) Wortigel und Wortbildung Lebensplanung (M2) Lebensweg (M3 und M4) Überlegen Sie, was Sie in den nächsten Jahren erreichen wollen! (M3) Die Bilder und Satzanfänge helfen Ihnen dabei. (M4) ISB Berufssprache Deutsch 08/2015 Seite 3 von 14

4 präsentieren und dokumentieren Tauschen Sie über Ihre Ziele aus! Rollenspiel (Weiterführung der Lernsituation) Tauschen Sie über Ihre Ziele aus! bewerten und reflektieren Geben Sie Rückmeldung, wie Sie die anderen Lebensplanungen einschätzen! Vertiefung: Modalverben Unterscheiden Sie Ihre Ziele in: dürfen, können, mögen, müssen, sollen, wollen, möchten! (M 6) Geben Sie mit Hilfe der Satzanfänge Rückmeldung, wie Sie die anderen Lebensplanungen einschätzen! (M 5) Vertiefung: Modalverben Stationenlauf (M 6 und M 7) Ordnen Sie Ihre einzelnen Ziele den Stationen dürfen, können, mögen, müssen, sollen, wollen, möchten zu! Vertiefung: Modalverben (M6) ISB Berufssprache Deutsch 08/2015 Seite 4 von 14

5 Materialien Hinweis für Lehrkräfte: ggf. noch Bilder bzw. Fotos ergänzen. M 1 Ich habe noch keine Ausbildung. Ich weiß noch nicht genau, was ich mache. Ich heiße Abdul und werde eine Ausbildung beginnen. Dann kaufe ich mir ein Motorrad. Ich ziehe mit meiner Freundin in eine Wohnung. Sie Abdul Was möchte Abdul? ein Motorrad ein Haus eine Partnerin Sportverein Was möchte ich? ISB Berufssprache Deutsch 08/2015 Seite 5 von 14

6 M 2 Wortigel / Wortbildung Lebensplanung atmen existieren wohnen leben.. Schülerantworten Leben/s/planung Ziele was ich vorhabe welchen Beruf Lebensplanung wo lebe ich? Familie.. Schülerantworten ISB Berufssprache Deutsch 08/2015 Seite 6 von 14

7 M 3 Lebensweg Mein Lebensweg Handlungsauftrag: 1. Überlegen Sie, was Sie die nächsten Jahre machen und erreichen wollen! 2. Schreiben Sie Ihre Pläne in den Lebensweg! ISB Berufssprache Deutsch 08/2015 Seite 7 von 14

8 M 4 Lebensweg Hinweis für Lehrkräfte: Bitte zu 1. noch passende Bilder einfügen und die Liste bedarfsgerecht erweitern. Mein Lebensweg 1. Was möchte ich? Wählen Sie aus! ein Motorrad ein Haus eine Partnerin Sport machen eine Familie haben alt werden 2. Wählen Sie passenden Bilder für Ihren Lebensweg aus Schneiden Sie die Bilder aus und kleben Sie sie in den Lebensweg! (M3) 3. Schreiben Sie: Mit 20 Jahren möchte ich In 3 Jahren möchte ich Das Wichtigste ist Ich möchte Mit 30 Jahren möchte ich Mein Wunsch ist ISB Berufssprache Deutsch 08/2015 Seite 8 von 14

9 M 5 Feedbackbogen Geben Sie Rückmeldung zu den Lebensplanungen! z. B. Ich finde gut, dass du eine Ausbildung beginnen willst. Mir gefällt es, dass du Es ist gut, dass du so familienorientiert bist. z. B. Mir gefällt es nicht, dass du keine Ausbildung beginnen willst, weil Ich würde dir empfehlen Es ist nicht gut, dass du, weil Besser fände ich es, wenn du Hast du dir schon überlegt, ob du ISB Berufssprache Deutsch 08/2015 Seite 9 von 14

10 M 6 Arbeitsblatt Modalverben Die Modalverben dürfen, können, mögen, müssen, sollen, wollen, möchten Information: Alle Modalverben werden in der 1. und 3. Person, Singular wie Plural, gleich konjugiert: Ergänzen Sie die Tabelle mit der Konjugation der Modalverben! dürfen können müssen sollen wollen möchten ich darf kann muss soll will möchte du er/sie/es wir ihr Sie/sie darfst darf dürfen dürft dürfen Modalverben verändern den Inhalt eines Vollverbs. Jörg Roche & Ferran Suñer Muñoz (2014), Kognition und Grammatik: Ein kognitionswissenschaftlicher Ansatz zur Grammatikvermittlung am Beispiel der Grammatikanimationen. Zeitschrift für Interkulturellen Fremdsprachenunterricht 19: 2, Abrufbar unter ISB Berufssprache Deutsch 08/2015 Seite 10 von 14

11 Beispiel: Abdul kauft ein Motorrad. Abdul darf sich ein Motorrad kaufen. Abdul kann sich ein Motorrad kaufen. Abdul muss sich ein Motorrad kaufen. Abdul soll sich ein Motorrad kaufen. Abdul will sich ein Motorrad kaufen. Abdul möchte sich ein Motorrad kaufen. = Abdul hat die Erlaubnis, sich ein Motorrad zu kaufen. = Abdul hat die Möglichkeit oder Fähigkeit, sich ein Motorrad zu kaufen. = Abdul hat die Notwendigkeit oder den Befehl, sich ein Motorrad zu kaufen. = Abdul hat einen Auftrag oder einen Befehl, sich ein Motorrad zu kaufen. = Abdul äußert den Wunsch oder seinen Willen, sich ein Motorrad zu kaufen. Möchten ist ein höfliche Umschreibung von wollen. Übung: Schreiben Sie die Sätze wie im Beispiel (Abdul kauft ein Motorrad.) zu: Ich trete in einen Sportverein ein. ISB Berufssprache Deutsch 08/2015 Seite 11 von 14

12 M 7 Stationenlauf Der Lebensweg beinhaltet viele Ziele, z. B. ein Motorrad kaufen. Es ist jedoch ein Unterschied, ob Sie sich ein Motorrad kaufen dürfen, können, müssen, sollen, wollen oder möchten. 1. Schreiben Sie 5 Lebensziele jeweils auf ein Stationenschild! 2. Gehen Sie von Station zu Station! 3. Pinnen Sie Ihr Lebensziel dorthin, je nachdem ob Sie es dürfen, können, mögen, müssen, sollen, wollen oder möchten! 4. Diskutieren Sie im Plenum über das Ergebnis aller Stationen! Stationenschilder: dürfen können mögen müssen sollen wollen möchten ISB Berufssprache Deutsch 08/2015 Seite 12 von 14

13 Lösungshinweise zu M 3 Lebensweg ISB Berufssprache Deutsch 08/2015 Seite 13 von 14

14 zu M 6 Ergänze die Tabelle mit der Konjugation der Modalverben: dürfen können müssen sollen wollen möchten ich darf kann muss soll will möchte du darfst kannst musst sollst willst möchtest er/sie/es darf kann muss soll will möchte wir dürfen können müssen sollen wollen möchten ihr dürft könnt müsst sollt wollt möchtet Sie/sie dürfen können müssen sollen wollen möchten ISB Berufssprache Deutsch 08/2015 Seite 14 von 14

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