Faunistisch-floristische Notizen aus dem Saarland ARBEITSGEMEINSCHAFT FÜR TIER- UND PFLANZENGEOGRAPHISCHE HEIMATFORSCHUNG IM SAARLAND

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1 26. Jahrgang HEFT 4 Oktober 1994 ISS HERAUSGEGEBE VO DER DELATTIIA Faunistisch-floristische otizen aus dem Saarland ARBEITSGEMEISCHAFT FÜR TIER- UD PFLAZEGEOGRAPHISCHE HEIMATFORSCHUG IM SAARLAD BESTADSAUFAHME DER ROTE WALDAMEISE IM ATURPARK SAAR-HUSRUCK (SAARLÄDISCHER TEIL) 111. ERHEBUG IM FORSTAMT TÜRKISMÜHLE 1) von Erhard DEWES 1. Einl eitung In der vorliegenden Arbeit sind in We i te r führung der Kartie - rung der Roten Waldameisen im aturpark Saar- Hunsrück (saarländischer Teil) (DEWES 1991) die Ergebnisse der Erhe - bung im Forstamtsbereich Türkismühle zusammengestellt. Auch in diesem Forstamt war 1986 auf Anordnung der Landesforstverwal tung eine Ersterhebung der Waldameisennester im Staats-, Gemeinde- und teilweise auch im Privatwald durch die Revierförste r durchgeführt worden. Unter Mithilfe zahlreicher Forst- und Feldschutzbeauftragter, aturschutzbeauftragter, Jäger, atu rfreunde u. a. 2 ) wu rde diese Ersterhebun g weiter vervollständigt und aktualisie r t. Auf dieser Grundlage erfolgte dann die Feinerhebung der Ameisenpopulationen im Verlauf des Jahres Zur Methodik der Erhebung und der Darstellung der Ergebnisse siehe DEWES (1991). 2. Charakterisierung des Forstamts Türkismühle Das Forstamt Türkismüh l e (Abb. 1) umfaßt im wesentlichen das Gebiet der Gemeinden onnweiler, ohfelden, Oberthal, am - born und Freisen mit insgesamt ha. Die Waldfläche be - trägt ha (=39% der Gesamtfläche ). Davon sind 3600 ha (=35%) Staatswald, 1800 ha (=18%) Gemeindewald und 4840 ha (=47%) Privat- und GehÖferschaftswald. 1 ) in den Grenzen vor der eugliederung der saarländischen Forstämter zum 1. Jan ) Den zahlreichen Helfern und insbes ondere dem Forstamtsleiter, Herrn Feldkamp, möchte ich für die tatkräftige Unterstützung herzlich danken. 365

2 o セ IIB Abb. 1: Forstamt Türkismühle - Waldflächen IIAl : 'l'eilwuchsbezirk Schwarzwälder Hochwald 118 Wuchsbezirk Prims-ahe-Bergland lai : Teilwuchsbezirk Saarbergland Die Ziffern 2 bis 32 geben die Ameisenstandorte an, die in den folgenden Kartenausschnitten (Abb. 2 bis 32) im Detail dargestellt sind. Das Forstamtsgebiet gehört vier aturräumen an (vgl. DEWES 1991, Abb. 2 ; KAULE et al. 1981) : Der ordteil wird vom HOCH - UD IDARWALD (aturraum- r. 242) eingenommen, der östu.che Teil vom OHFELDE - HIRSTEIER BERGLAD (194), der (süd- ) westliche Teil vom PRIMS - HOCHLAD (194P) und ejn schmaler Str eifen im Süden (Oberthal - amborn) vom PRIMS - BLIES- HÜGEL- LAD (190). ach der forstlichen Standortskartierung (SAARLAD 1987 ; vgl. DEWES 1991, S. 148ff. ) umfaßt das Forstamt Teilbereiche von drei Wuchsbezirken bzw. Teilwuchsbezirken (s. Abb. 1) : im orden vom Wuchsbezirk IIA (Hochwald) - Teilwuchsbezirk Al (Schwarzwälder Hochwald) des Wuchsgebietes 11 (Hunsrück und Hunsrückvorland), im Mittelbereich vom Wuchsbezirk IIB (Prims- ahe - Bergland) und im Südosten vom Wuchsbezirk IA (Saarbergland) - Teilwuchsbezirk Al (Saarbergland) des Wuchs - gebietes I (Saar- Hügel - Bergland). Der Teilwuchsbezirk Schwarzwälder Hochwald (IIA1) weist einen ausgesprochen submontanen- montanen ( - atlantisch) ge - tönten Mittelgebirgscharakter ( m ü. ) und das kühl - ste und feuchteste Klima im Saarland auf mit mittleren Jahresniederschlägen von mm und einer mittleren Jahrestemperatur von 7, 9-6,9 C. Submontaner bis montaner Buchenmischwald kennzeichnet die Regionalgesellschaft. Der Wuchsbezirk Prims- ahe - Bergland (IIB) ist eine bergig-kup - pige Landschaft mit submontanen - montanen Höhenstufen ( m ü. ), die dur'ch Vulkanitstöcke geprägt wird. Das Kli - ma ist atlantisch getönt mit ansteigenden ieder'schlägen ( mm) und einer mittleren Jahrestemperatur von 8-7, 5 C. Als Reginalgesellschaft ist der submontane Ahor'n-Rurhen - 366

3 mischwald ausgewiesen. Der Teilwuchsbezirk Saarbergl and (la1) ist eine hügelige bis bergige Landschaft in Höhenlagen zwischen 300 und 450 m ü.. Das Klima ist ebenfalls atlantisch getönt mi t relativ hohen iederschlägen ( mm) und eine r mi ttleren Jahrestemperatur zwischen 8 und 9 C. Die Reginalgesellschaft ist der submontane Eichen - Buchenwald. 3. Ergebnisse 3. 1 Ameisenarten, Standorte der este r und Abundanz Von den sechs im Saarland vertretenen, zur Gruppe der Roten Waldameisen zählenden Arten (vgl. WELLESTEl 1990) wurden folgende fünf Arten im Forstamtsbereich Türkismijhle nachge - wiesen (Tab. 1) : Formica polyctena FOERSTER (Kahlrückige Waldameise), Formica rufa L. (Rote Waldameise), Formica pratensis RETZlUS (Wiesenameise ), Formica (Raptiformica) sanguinea LATR. (Blutrote Raubameise ) und Formica (Coptoformica) exsecta YL. (Kerbameise ). Die Standorte der ester sind auf den Kar tenausschnitten ( Ab b. 2 bis 32) nach Arten unterschieden mar kiert. Tab. 1 : Rote Waldameisen im Forstamt Türkismühle und ihre Haul-1gKell: Ameisenart Zahl d. Anteil Zahl d. Einzelnester ester in %*) Kolonien Anzahl % Anteil --_. F. polyctena , , 5 F. rufa , , 3 F. pratensis F. (Raptif. ) sanguinea 14 Wald 52 10, , 2, --- sonst 30 / , 0 I : F. (Coptof. ) exsecta 4 Kol. : l. mehr als 400 ester (s. Abb. 2( a)) 2. 3 ester (s. Abb. 2(b) ). 3. ca. 12 ester (s. Abb. 2(c)) 4. ca. 5 ester (s. Abb. 7) Summe 565 *) bezogen auf die Zahl der im Waldbereich l i egenden ester der drei häufigen Arten Wie schon im Forstamtsbereich Wadern festgestellt wurde (DE- WES 1991), ist F. polyctena mit einem Anteil von 70% die wei taus häufigste Art. Meist siedei t sie in mehr oder weni - ger nesterreichen Kol onien ; nur insgesamt 20 Einzelnester (=5, 5% der Gesamtzahl) wurden registriert. Die größte, Kolo - nie mit 33 erfaßten Einzelnestern findet sich (neben einer 367

4 weiteren Kolonie von 20 estern) im Buchwald bei ohfelden (s. Abb. 18 u. 19). Weitere umfangreiche Kolonien mit je 26 estern wurden im Hahnenkräh bei Gonnesweiler (Abb. 19) und im Lauxwald bei Bosen (Abb. 10), mit 24 estern im Bauchrisserwald bei Güdesweiler (Abb. 23) erfaßt. F. rufa ist mit einem Anteil von rund 20% die zweithäufigste Art. Meist tritt sie in der monogynen Form (eine Königin im est) auf und bildet dementsprechend Einzelnester. SeI tener ist die polygyne Form (viele Königinnen im est) anzutreffen, die wie F. polyctena Kolonien bilden kann. Es wurden insgesamt fünf Kolonien festgestellt, die umfangreichste mit mehr als 20 Einzelnestern im Leißwald bei eunkirchen/ahe (Abb. 20). Mi t einem Anteil von 10% im Waldbereich ist F. pratensis ebenfalls recht häufig anzutreffen. Diese Art ist jedoch auch außerhalb des Waldes weitverbrei tet. Die hier in der Kartierung registrierten 30 ester sind zum großen Teil Zufallsfunde, da außerhalb des Waldbereiches nicht systematisch nach estern gesucht wurde. Auch F. pratensis bildet gelegentlich Kolonien. Drei Kolonien mit 8, 6 bzw. 2 Einzelnestern wurden erfaßt. F. (Raptiformica) sanguinea gehört zu den selteneren Waldameisenarten. Zudem sind ihre ester, anders als die typi - schen Hügelnester der drei häufigeren Arten, oft klein und versteckt und daher leichter zu übersehen. 14 ester dieser Art wurden gefunden; sie ist aber sicherlich zahlreicher vorhanden. F. (Coptoformica) exsecta, die Kerbameise, ist nur an ganz wenigen Standorten anzutreffen (DEWES 1993), bildet dort aber oft Kolonien. Vier Standorte von Kerbameisenkolonien konnten im Forstamt Türkismühle nachgewiesen werden (Abb. 2 u. 7). Von' hrausragender Bedeutung ist die Kolonie bei onn - weiler (Abb. 2(a», die nach einer Zählung im Frühjahr 1991 auf einer Fläche von ca. 2 ha mehr als 400 Einzelnester um - faßt (DEWES 1993)! och seltener als die Kerbameise ist im Saarland F. truncorum, die Strunkameise, vertreten. Bei der Erhebung 1989 wurde die Strunkameise in einem kleinen est zusammen mit der Hilfsameise Serviformica fusca L. auf dem Petersberg bei Bosen gefunden. Im folgenden Jahr war das est aber nicht mehr aufzuspüren. Es wurde daher nicht in die Tab. 1 aufgenommen. Im gesamten Waldgebiet des Forstamts Türkismühle, das hr umfaßt, wurden also 535 ester bzw. Kolonien von 5 Arten aus der Gruppe der Roten Waldameisen erfaßt. Bezogen auf die drei häufigen Arten ergibt sich somit eine Abundanz von 5 estern pro 100 ha Waldfläche, die gleiche Ameisendichte, wie sie im Forstamt Wadern festgestellt wurde (DEWES 1991). 368

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21 3. 2 Größe der ester Als relatives Maß für die Volksstärke eines estes kann die Größe der bewohnten estfläche angenommen werden (vgl. DEWES 1991, Kap. I.3. (Untersuchungsmethode)). Bei der Feinerhebung der ester wurde der Durchmesser an der Hügelbasis (einschließlich Erdauswurfring) gemessen und daraus als An - näherung an die tatsächliche estfläche die Kreisfläche errechnet; die Einzelwerte wurden in Größenklassen zusammenge - faßt. In dieser Weise sind jedoch nur die typischen Hügel - nester der drei häufigen Arten auszuwerten : F. polyctena, F. rufa und F. pratensis. Die Ergebnisse der Messungen sind in der Tab. 2 und der Abb. 33 zusammengefaßt. Bei allen drei Arten ist eine links- asymmetrische Verteilung der esthügelflächen ausgeprägt, wie sie sich auch bei der Erhebung im Forstamt Wadern zeigte (DEWES 1991). Wiederum ist die Streuung bei F. polyctena außerordentlich groß. Das größte est wies eine estfläche von 25 m 2 auf und beherbergt sicherlich mehrere Millionen Einzeltiere. Als Maß für die durchschni ttliche estgröße wurde wegen der asymmetrischen Verteilungen der estflächen jeweils der Me - dianwert ermi ttel t. Für F. polyctena ergab sich ein Wert von 2, 74 m 2 Bei F. ru fa und F. pratensis zeigen die Verteilungen der estflächen zwar gewisse Ähnl ichkei ten, sie sind aber hochsignifikant (a=1%) verschieden. Im Mittel ist die estfläche von F. rufa (Medianwert = 1, 45 m 2 ) deutlich größer als die von F. pratensis (Medianwert = 0, 94 m 2 ). Die ester beider Arten sind damit im Durchschnitt doch beträchtlich kleiner als die von F. polycte na. 4. Zusammenfassung und Besprechung der Ergebnisse Die in der Gruppe der Roten Waldameisen zusammengefaßten Arten der Gattung Formica sind sich morphologisch sehr ähnlich, unterscheiden sich aber in charakteristischer Weise in ihrer Biologie und Lebensweise und werden auch im System verschiedenen Untergattungen zugeordnet (vgl. DEWES 1991). Alle sechs im Saarland vertretenen Arten konnten im Forstamt Türkismühle nachgewiesen werden. Allerdings wurde F. truncorum (Strunkameise) nur kurzzeitig in einem est zusammen mit der Hilfsameise Serviformica fusca gefunden. Offensichtlich befand sich das Strunkameisenvolk in der Gründungsphase, konnte sich aber aus unbekannten Gründen nicht weiterentwikkein. Die wenn auch nur kurzfristige Existenz dieses estes läßt vermuten, daß wohl noch wei ter'e ester der Strunkameise existiecen, die bisher nicht gefunden wllrden. 385

22 Tab. 2: esthügelflächen der drei häufigen hügelbauenden Formica-Arten Größenklasse 0: (bis 0, 50 m 2 ) 1 : (0,51-1,50m 2 ) 2: (1,51-2, 50m 2 ) 3: (2,51-3, 50m 2 ) 4: (3, 51-4,50m 2 ) 5: (4,51-5, 50m 2 ) 6: (5, 51-6, 50m 2 ) 7: (6,51-7,50m 2 ) 8: (7, 51-8, 50m 2 ) 9: (8, 51-9, 50m 2 ) 10: (9,51-10,50m 2 ) 11: (10, 51-11, 50m 2 ) 12: (11, 51' - 12,50m 2 ) 13: ( 1 2, 51-13,50m 2 ) 14: ( 1 3, 51-14, 50m 2 ) 15: (14, 51-15,50m 2 ) ZVQ (15,51m 2 u. größer) Summe % 70 Art F. polyctena F. rufa F. pratensis = Formico polyctena B = F. rufa F. pratensis セ Größenklosse Abb. 33 : Prozentuale Verteilung der estflächengrößen bei den drei häufigen hügelbauenden Formica-Arten 386

23 Am häufigsten wurden wie bei der Erhebung im Forstamt Wadern (DEWES 1991) die folgenden drei Arten registriert, die auch die typischen Hügelnester bauen : F. polyctena (Kahlrückige Waldameise), F. rufa (Rote Waldameise) und F. pratensis (Wiesenameise). Die relative Häufigkeit dieser drei Arten im Waldbereich beträgt: F. polyctena 70%, F. rufa 19,9%, F. pratensis 10,1%. Diese relativen Anteile der drei Arten sind nicht signifikant verschieden von denen, die im Forstamt Wadern ermittelt wurden (vgl. DEWES 1991, Tab. 2). Auch die Abundanz dieser drei Arten. t 5 estern pro 100 ha Waldfläche ist die gleiche, die im Forstamt Wade rn festgestell t wurde ; und ebenso sind auch hier die ester keineswegs gleichmäßig über das ganze Gebiet verteil t. Lokal ist die esterdichte vor allem durch die Ausbildung sehr nesterreicher Kolonien von F. polyctena sehr hoch (z. B. im Buchwald, Abb. 18 u. 19) ; im Lauxwald, Abb. 10; im Bauchrisserwald, Abb. 23), während andere Waldgebiete wei thin frei von Ameisennestern sind. Eine,genaue Analyse des Vertei - lungsmusters und der dieses bestimmenden Faktoren wird nach Abschluß der Erhebung für den aturparkbereich insgesamt erfolgen. F. rufa ist meist in der monogynen Form (eine Königin im est) vertreten; nur selten finden sich Kolonien der polygynen Form (viele Königinnen im est). Besonders herausstel - len möchte ich daher die aus mehr als 20 estern bestehende Kolonie im Leißwald bei eunkirchen/ahe (Abb. 2 1). Die Ko - lonie liegt auf einem hauptsächlich nach O geneigten Hang. Auf dem Bergrücken schließt sich eine kleinere Kolonie von F. polyctena an, wobei im Grenzbereich ester beider Arten relativ dicht beieinander liegen. Eine genaue Untersuchung der einzelnen ester beider Kolonien (insbesondere auf das Vorkommen von Bastarden) könnte im Hinblick auf die Diskussion, ob es sich bei F. rufa und F. polyctena tatsächlich um zwei verschiedene Arten oder lediglich um Unterarten einer Art ( F. rufa rufa und F. rufa polyctena) handelt (BU - SCHIGER 1992, SEIFERT 1991), interessant sein. Von besonderer Bedeutung sind die Vorkommen von F. exsecta, der Kerbameise, im Forstamt Türkismühle (Abb. 2 u. 7) (DEWES 1993). Die Kerbameise tritt in Europa vor allem im orden und in den Alpen auf ; dazwischen ist sie nur sporadisch verbreitet (COLLIGWOOD 1979, GÖSSWALD 1989). In der Roten Liste der. BRD (BLAB et al. 1984) ist sie als stark gefährdet eingestuft. Die Kolonie bei onnweiler (Abb. 2(a)) mit über 400 Einzelnestern ist vielleicht einmalig in Deutschland - eine Kolonie größeren Umfangs außerhalb der Alpen ist uns nicht bekannt -. Dieses Vorkommen ist somit aus Sicht des Artenschutzes von überregionaler Bedeutung. Die Erhal - tung dieser wie auch der übrigen Kerbameisenkolonien ist daher eine vordringliche Aufgabe, die Vorrang vor jeglichem forstwirtschaftlichen Interesse haben muß. 387

24 5. Literatur BLAB, J., OWAK, E., SUKOPP, H. & TRAUTMA, W. (1984): Rote Liste der gefährdeten Tiere und Pflanzen in der Bundesrepublik Deutschland. Kilda-Verlag, Greven. BUSCHIGER, A. (1992) : termedia gibt es Lasius pectorosus und Formica innicht! Ameisenschutz aktuell セ COLLIGWOOD, W. (1979): The Formicidae of Fennoscandia and Denmark. Fauna Entomologica Scandinavica 8, Klampenborg. DEWES, E. (1991): Bestandsaufnahme der Roten Waldameisen im aturpark Saar-Hunsrück (saarländischer Teil). Teil I. und 11. Faun.-flor. otizen a. d. Saarland 23, DEWES, E. (1993) : Die Kerbameise ( Formica (Coptoformica) exsec ta YL. ) im aturpark Saar-Hunsrück (Saarländischer Teil). Ameisenschutz aktuell 2(1), 5-9. GÖSSWALD, K. (1989) : Die Waldameise, Bd. 1. Aula- Verlag, Wiesbaden. KAULE, G., SCHMIDT - SPEER, E. - rl!. & SPEER, F. ( 1981 ) : Landschaftsprogramm Saarland - Gutachten. (im Auftrag des Mi - nisters für Umwelt, Raumordnung und Bauwesen), Saarbrücken. SAARLAD (Hrsg. ) (1987) : Waldbaurichtlinien für den Staatswald des Saarlandes. 1. Teil : Standortsökologische Grundlagen. Union Druck u. Zeitungsverlag GmbH, Saarbrücken. SEIFERT, B. (1991): The phenotypes of the Formica rufa complex in East Germany. Abh. Ber. aturkundemus. Görli tz 65,1-27. WELLESTEI, G. (1990) : Waldbewohnende Ameisen. A11gäuer Zeitungsverlag GmbH, Kempten. 2. Aufl. Anschrift des ' Verfassers: Priv. -Doz. Dr. E. Dewes Heinestraße Dudweiler Schriftleitung: Dr. Harald Schreiber Verlag: Druck: Preis: Eigenverlag der DELATTIIA, FR Biogeographie Universität des Saarlandes, Saarbrücken eschl druck, Hochstraße 4a, Spiesen-Elversberg, Tel /7695, Fax DM 3,00 Mitgliedsbeiträge können auf das Konto 2550 bei der Sparkasse Saarbrücken eingezahlt werden. Sie erleichtern uns die Arbeit, wenn Sie eine Einzugsermächtigung ausfüllen. 388