Ist BIM für die Planungs- und Bewirtschaftungsbranche der richtige Lösungsansatz? Wolfgang Perschel, conrealis ag

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1 CONSENS Herbstseminar 2015 Ist BIM für die Planungs- und Bewirtschaftungsbranche der richtige Lösungsansatz? Wolfgang Perschel, conrealis ag Ittigen, 22. Oktober 2015

2 Agenda 1. Vorstellung 2. Building Information Modeling - Definition 3. Erwartungen und Ziele 4. Motivation für BIM 5. Kosten- / Nutzenanalyse 6. Was machen die EU / die CH? 7. Wo steht die Schweiz? 8. Ausblick 2

3 1. Vorstellung Wolfgang Perschel Ausbildung Studium Informatik, ETH Zürich Studium Architektur, ETH Zürich, Dipl. Arch ETHZ Sommerakademie für Nachhaltigkeit TU Graz Funktion Businessprocess Consultant IFM Projektleiter, Projekt-QS Architekt, Bauherrenberater, SAP Principal Consultant Lehrtätigkeit Dozent und Fachbereichsleiter Immobilieninformatik Facility Management FHS St. Gallen Referent ZHAW, Immobilieninformatik Referent ETH Zürich Dozent MAS KBOB, Burgdorf 2012 Dozent ZHAW, CAS LifeCycle Management Auszeichnung 2007 Innovativer Unternehmer des Jahres FM SOURCE AG mit Remo Schällibaum verliehen von der IDEE-SUISSE, Schweizerische Gesellschaft für Ideen- und Innovationsmanagement 3

4 2. BIM Definition I Building Information Modeling (BIM) ist eine Planungsmethode im Bauwesen, die die Erzeugung und die Verwaltung von digitalen virtuellen Darstellungen der physikalischen und funktionalen Eigenschaften eines Bauwerks beinhaltet. Die Bauwerksmodelle stellen dabei eine Informationsdatenbank rund um das Bauwerk dar, um eine verlässliche Quelle für Entscheidungen während des gesamten Lebenszyklus zu bieten; von der ersten Vorplanung bis zum Rückbau. (Quelle NBIMS) Das National Building Information Model Standard Project Committee (NBIMS) ist der Fachausschuss des National Institute for Building Sciences (NIBS) Facility Information Council (FIC) der Vereinigten Staaten in Fragen BIM und Standardisierung für den openbim-basierten Datenaustausch, 4

5 2. BIM Definition II BIM ist die Methode zur optimierten Planung, Realisierung, Bewirtschaftung eines Bauwerkes. Planungs- und Bewirtschaftungsdaten werden digital erfasst und im virtuellen Gebäudemodell abgebildet und referenziert. Im Verlauf des Planungsfortschrittes wird sich der Detailierungsgrad des Bauwerkes erhöhen und eine Planungssicherheit ermöglichen. Level of Detail (LOD) LOD 100 LOD 200 LOD 300 LOD 400 LOD 500 Vorprojekt Bauprojekt Ausschreibung Ausführung Dokumentation 5

6 3. Erwartungen und Ziele I Der Einsatz von Bauwerksmodellen oder auch virtuellen Gebäudemodelle genannt, erzeugt verschiedene Erwartungshaltungen: Qualität und Transparenz der Projektinformationen führt zur Vermeidung von Planungsfehlern Datendurchgängigkeit ermöglicht eine hohe Planungssicherheit Verfügbarkeit und Möglichkeit zur automatischen Auswertung, Nachweise und Mengengerüste Prüfung von Projektinformationen, Kollisionsprüfung und Widerspruchfreiheit Nutzung der Projektinformationen über den gesamten Lebenszyklus ohne fehlerbehaftete Neueingabe Kommunikative Kraft des Modells Konsistente Pläne konsistentes virtuelles Bauwerk, bevor das physische gebaut wird Auswertungen, Nachweise, Mengengerüste, Simulationen 6

7 3. Erwartungen und Ziele II Vorteile für Bauherren: Besser Kommunikation durch die Bauwerksmodelle, auch Nichtfachleute können die Planung und die Konsequenzen von Planungsänderungen besser nachvollziehen Besser Koordination in Planung, Ausführung und Bewirtschaftung anhand eines Bauwerksmodells bewirkt ein minimiertes Projektrisiko und zuverlässigere Kosten- und Terminplanungen Kostensicherheit in der Ausführung, und kostengünstigerer Betrieb Fortschrittsverfolgung und Überwachung der Zielsetzungen für das Projekt für bessere Projektsteuerung Nachvollziehbare Visualisierung und Variantenuntersuchung am Bauwerksmodell Ableiten eines modellbasierten Raumbuchs, koordinierte Übergabe an das Facility Management Planungssicherheit 7

8 3. Erwartungen und Ziele III Vorteile für Planer: Profitiert durch die neuen Möglichkeiten bei der übergreifenden Zusammenarbeit Verbesserung der Kommunikation und Koordination in Entscheidungs- und Planungsprozessen Redundante Datenhaltung verbessert Datenqualität klare Leistungsabgrenzung zwischen Fachbereichen 8

9 3. Erwartungen und Ziele IV Vorteile für Facility Manager Übernahme der vollständigen baulichen und technischen Dokumentation eines Bauwerks Phasengerechte Verfügbarkeit von relevanten Informationen Nachträgliche Überprüfung der Anforderungen bei Änderungen der gesetzlichen Grundlagen Bessere Einschätzung des Aufwands bei Sanierungs- und Umbaumassnahmen, Wiederverwendung der Informationen Unterstützung der Betreiberverantwortung durch richtige Informationen zum Bauwerk. 9

10 3. BIM Anwendungsziele 10

11 4. Motivation für BIM Unterteilung in externe und interne Einflüsse oder Beweggründe: Extern Intern - Projektvorgabe - Optimierung der Arbeitsabläufe - Partner, Mitbewerber - Einführung von BIM-fähiger Software - Marketing - Vertiefen der Softwarekenntnisse - Wettbewerbsbedingungen - neue Betätigungsfelder - - BIM stellt ein nachhaltiges Optimierungspotential dar und wird dadurch attraktiv. Die Suche nach effizienteren Arbeitsmethoden, geschürt auch durch den nationalen und internationalen Druck, fördert mittelfristig und langfristig den Einsatz von BIM. 11

12 5. Kosten / Nutzenanalyse I (Auszug) These: Wenn die Kosten eine Methode einzuführen klein und davon auszugehen ist, dass die Methode richtig und zielführend ist, dann ist der Nutzen gross. Unter dieser These wurden die obigen Kriterien in Bezug auf die Faktoren Mensch, Prozesse, Richtlinien und Technologien betrachtet. Folgende Skala wurde für die Bewertung eingesetzt: 1 keine Kosten oder kein Nutzen 2 kleine Kosten oder kleiner Nutzen 3 mittlere Kosten oder mittlerer Nutzen 4 grosse Kosten oder grosser Nutzen Untersucht wurden die Phasen gemäss SIA 112 unter Beizug des ProLeMo für die Phase der Bewirtschaftung 12

13 5. Kosten / Nutzenanalyse II (Auszug) Die Bewertungen der Faktoren setzt sich wie folgt zusammen: Mensch: Prozess: Richtlinien: Technologie: Zeitbedarf für die entsprechende Tätigkeit, Anzahl eingesetzter Personen, Kommunikationsaufwand Definition und Initialisierung von Prozessen, Durchlaufzeiten des Prozesses Erstellen, Einführen und Anwenden von Richtlinien Erwerb, Unterhalt und Schulung von Tools Im Lesebeispiel zu der Phase 5 Realisierungen bei der Einführung in Unternehmungen ergeben sich folgende Bewertungen. Phasen in Lebenszyklus Kosten Nutzen Kosten Nutzen Kosten Nutzen Kosten Nutzen Ziel klein Ziel hoch Ziel bei 0 5. Realisierung Faktoren Mensch Prozess Richtlinien Technologie 13 Kosten Nutzen K/N - Faktor Ausführungsprojekt Ausführung Inbetriebnahme, Abschluss Bei den Faktoren Mensch, Richtlinien und Technologie wird ein grösserer Nutzen attestiert als bei den Prozessen, die bedingt durch den höheren Pflegeaufwand, evt. auch Durchlaufzeiten etwas mehr Kosten verursachen.

14 K/N - Faktor Werte Kosten / Nutzen K / N Faktor 5. Kosten / Nutzenanalyse III (Auszug) minimaler Wert Kosten / Nutzen 4 maximaler Wert Kosten / Nutzen 16 K / N Faktor 0.25 = bester Wert 4 = schlechtester Wert Kriterium Einführung in Unternehmung Strategische Planung Vorstudien Projektierung Ausschreibung Realisierung Bewirtschaftung Phasen SIA Kriterium Einführung in Unternehmung Phasen SIA 112 Kosten Nutzen K/N - Faktor In allen Bereichen liegen die K/N-Faktoren unter 1. Dies bedeutet einen Nutzenüberhang bei Einführung der BIM Methode. Der grösste Nutzen entsteht in der Bewirtschaftungsphase, der kleinste in der Phase 4, der Ausschreibung von Baudienstleistungen. 14

15 5. Kosten / Nutzenanalyse V (Auszug) Die untenstehenden Werte aus der Befragung von McGraw-Hill Construction aus dem Jahr 2010 belegen einen Mehrwert in den Ländern USA, UK, Deutschland und Frankreich. Unter Sonstige sind die Bauherren, interne wie externe Serviceprovider für die Bewirtschaftung summiert. 15

16 5. Kosten / Nutzenanalyse VI (Auszug) Aus der gleichen Befragung wurden die Vorteile mit der meisten Wertschöpfungen erhoben. An der Spitze stehen das bessere Verständnis der Designabsicht und die Reduktion der Konflikte während des Baus. Aus dieser Befragung gehen keine Mehrwert für die Bewirtschaftungsphase hervor. 16

17 6. Was machen die EU / die CH? EU: CH: UK, Schweden, Norwegen Finnland -> öffentliche Hand schreibt die Methode BIM bei eigenen Bauten vor. Österreich hat ca. 5 gesetzlichen Verordnungen erlassen. Spanien ab > BIM bei Public Projekten. Überarbeitungen und Korrekturen aus den BIM Erfahrungen. SIA erstellt Positionspapier bis Ende KBOB/IPB haben ein Grundlagenpapier erstellt Es wird eine Vertiefung der Anforderungen aus der Sicht der Bauherren erarbeitet. Digital bauen Schweiz 3 WKS zur Basisdefinition Ab 2016 wird ein interdisziplinärer Verein gegründet. 17

18 8. Ausblick 18

19 Fazit Ist BIM für die Planungs- und Bewirtschaftungsbranche der richtige Lösungsansatz? JA, aber der Weg bis zur vollständigen Umsetzung ist noch lang! 19

20 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit 20

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