SEMINARREIHE MEDIZINETHIK

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1 SEMINARREIHE MEDIZINETHIK MIT SUSANNE VAASSEN INSTITUT FÜR PHILOSOPHIE UND DISKURS

2 SEMINaRREIHE MEDIzINETHIK Die Medizinethik beschäftigt sich mit moralischen Fragen der Medizin. Diese werden heute speziell durch die Entwicklung neuer biotechnologischer Eingriffe angestoßen. Die Fortschritte in der Gentechnik wie auch der Reproduktions- und Transplantationsmedizin berühren das menschliche Selbstverständnis auf neue Weise, werfen Fragen nach dem Beginn und dem Ende des menschlichen Lebens auf und stellen die Unverfügbarkeit der menschlichen Natur zur Diskussion. In einer von Wertepluralität gekennzeichneten Gesellschaft, in der religiös begründete Verbindlichkeiten schwinden, ist im Blick auf die neuen Herausforderungen speziell die Medizinethik gefordert, konsensfähige Maßstäbe zu finden. 1. LEiB Und KörPEr in der medizinischen Praxis Fr & sa Biotechnologische Eingriffsmöglichkeiten wie etwa Transplantationsmedizin, Prothesentechnik oder Gentherapie werfen gegenwärtig die Frage auf, in welchem Verhältnis wir zu unserem eigenen Körper stehen. Übergeben wir unseren Körper der medizinischen Praxis wie ein Eigentum / Objekt, über das wir verfügen? Oder gibt es Grenzen, mit denen wir unseren Körper der wir stets selbst sind vor tiefen Eingriffen schützen müssen? Und wenn ja, wie können wir diese Grenzen bestimmen? In dieser Seminarreihe werden grundlegende Themen, Fragen und Konzepte des gegenwärtigen medizinethischen Diskurses in den Blick genommen und allgemeinverständlich dargestellt und diskutiert. Die Reihe richtet sich an alle, die sich beruflich oder privat mit medizinethischen Fragen oder Problemen auseinandersetzen und die Gedanken hierzu konkretisieren und vertiefen möchten.

3 2. EINgRIff IN DAs VoRgEBuRtLIcHE LEBEN PRäIMPLANtAtIoNsDIAgNostIk fr & sa TraNSPLaNTaTiONSmeDiziN Fr & Sa Nicht nur in Deutschland bleibt die Präimplantationsdiagnostik weiterhin ein öffentliches Reizthema. Mit ihr verbindet sich sowohl die Hoffnung auf die Vermeidung schwerer Erbkrankheiten, als auch die Befürchtung in (nicht absehbarer) Zukunft»Menschen nach Maß«erschaffen zu können. Ist das vorgeburtliche Leben vor tiefen Eingriffen zu schützen? Befinden wir uns mit der zunehmenden Akzeptanz der Präimplantationsdiagnostik bereits auf der gefürchteten schiefen Ebene in Richtung liberale Eugenik? Viele Gewebe und Organe können heute erfolgreich übertragen werden, um so das Leben von Patienten erhalten und ihre Lebensqualität erheblich verbessern zu können. Doch gibt es eine moralische Verpflichtung, nach dem Tod seine Organe als Spende zur Verfügung zu stellen? Wie kann eine gerechte Verteilung der Organe gestaltet werden? Nicht zuletzt stellt sich die Frage, wie eine Transplantation letztlich das Selbstverhältnis des Patienten zu seinem eigenen Körper beeinflusst.

4 4. DiE VERbESSERUnG DER MEnSchlichEn natur EnhAncEMEnT FR & SA WAS ist GeSuNDheit? Fr & SA Wie und was wollen wir als Menschen sein? Diese Frage stellt sich mit der wachsenden Möglichkeit, durch biotechnologische Eingriffe die biologische Ausstattung und die mentalen Zustände des Menschen zu optimieren. Krankheit, Alter und Tod sollen für die Selbstvervollkommnung des Menschen in Zukunft als hemmende Grenze überwunden werden. Doch was macht den Menschen vollkommen? Oder gibt es ein Recht auf Unvollkommenheit? Die Grenze zwischen Gesundheit und Krankheit ist fließend: Was ist»noch«gesund und was ist»schon«krank? Gesundheit ist nicht nur ein mentaler oder physischer Zustand. Als soziales Konstrukt definiert sie auch die Krankheit als Abweichung von einer gesetzten Norm. Doch welche Bedeutung kann»krankheit«als Ort der biographischen Auseinandersetzung mit dem eigenen Selbst, dem eigenen Körper haben.

5 die RefeRentin susanne vaassen ist Referentin für den Bereich Medizin- und Bioethik und forscht im Bereich der philosophischen Anthropologie und Leibphilosophie. der teilnahmebeitrag 35,-/30,- pro Wochenende oder 145,-/130,- für die gesamte Reihe. institut für PhiLosoPhie und diskurs Jakobstraße 25a Aachen telefon internet

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