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1 CD Ausgabe " Umsatzsteuer im Ein- und Verkaufsbereich 1. Welche Rechtsgrundlagen regeln die Besteuerung des Umsatzes? Das Umsatzsteuergesetz regelt die Besteuerung Inhalt: 1. von Lieferungen und sonstigen Leistungen, die ein Unternehmer im Inland gegen Entgelt im Rahmen seines Unternehmens ausführt, 2. der Einfuhr von Gegenständen im Inland oder in den österreichischen Gebieten Jungholz und Mittelberg (Einfuhrumsatzsteuer), 3. des innergemeinschaftlichen Erwerbs im Inland gegen Entgelt. 1. Steuergegenstand und Geltungsbereich 1 bis 3g 2. Steuerbefreiungen und Steuervergütungen 4 bis 9 3. Bemessungsgrundlagen 10 und Steuer und Vorsteuer 12 bis 15a 5. Besteuerung 16 bis 22e 6. Sonderregelungen 23 bis 25d 7. Durchführung, Bußgeld-, Straf-, Verfahrens- und Schlussvorschriften 26 bis Wodurch ist eine indirekte Steuer gekennzeichnet? Der Unternehmer zahlt die Umsatzsteuer an das Finanzamt, d.h. er ist Steuerschuldner und Steuerzahler. 3. Was versteht man unter dem Begriff Vorsteuerabzug? Jeder Unternehmer bezahlt für die von ihm eingekauften Waren Vorsteuer. Er erhält dagegen für die von ihm verkauften Waren Umsatzsteuer. Die Differenz zwischen der Umsatzsteuer beim Verkauf und der Vorsteuer beim Einkauf ist die Zahl-last, die er an das Finanzamt abzuführen hat. Der Unternehmer zieht also von seiner Steuerschuld (die beim Verkauf entstehende Umsatzsteuer ist eine Schuld an das Finanzamt) die ihm selbst in Rechnung gestellte Vorsteuer (Umsatzsteuer beim Einkauf, die eine Forderung an das Finanzamt darstellt) ab. 4. Warum belastet die Umsatzsteuer nur den Endverbraucher? Der Endverbraucher ist jedoch der Steuerbelastete bzw. derjenige, der die Steuer trägt, weil die Umsatzsteuer in der Kette der Unternehmen vom Urerzeuger bis zum letzten Verbraucher offen weitergereicht wird. Der Unternehmer stellt sie seinen Kunden beim Verkauf in Rechnung, so dass sie für ihn kein Kostenbestandteil, sondern ein durchlaufender Posten ist. Die Umsatzsteuer ist für den Unternehmer also wettbewerbsneutral. 5. Was versteht man unter den Begriffen Zahllast/ Zahlanspruch? Der sich auf dem Konto Umsatzsteuer ergebende Saldo ist die Zahllast, die der Unternehmer an das Finanzamt abzuführen hat.

2 6. Welcher Preis ist Steuerbemessungsgrundlage für die Umsatzsteuerberechnung? Steuerbemessungsgrundlage ist das Entgelt. Darunter versteht man alles, was der Empfänger der Lieferung oder sonstigen Leistung aufwendet, um diese Leistung zu erhalten, jedoch ohne Umsatzsteuer. Das Entgelt entspricht also dem Nettopreis. 7. Bei welchen Geschäftstätigkeiten bezahlt das Unternehmen Vorsteuer? Beim Einkauf entsteht Vorsteuer 8. Bei welcher Art von Einkäufen entsteht Vorsteuer? dem Kauf von Handelswaren, Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen dem Kauf von Anlagegegenständen (z.b. Maschinen, Fahrzeuge) dem Bezug von Energie (z.b. Gas, Strom) dem Kauf von Büromaterial - der Inanspruchnahme von Dienstleistungen (z. B. Steuerberatung, Fremdreparaturen, Werbung) 9. Beschreiben Sie die Konten, auf denen die Umsatzsteuerbuchungen des Ein- und Verkaufs durchgeführt werden! Die Vorsteuer beim Einkauf wird auf dem aktiven Bestandskonto Vorsteuer erfasst, das Forderungscharakter hat und zur Kontengruppe der Sonstigen Vermögensgegenstände gehört. Beim Verkauf wird auf Grund der Ausgangsrechnung die Umsatzsteuer gebucht, die für den Unternehmer eine Schuld an das Finanzamt darstellt. 10. Was geschieht mit der Zahllast? Die Zahllast ist der Betrag, den der Unternehmer an das Finanzamt abführen muss. 11. Wie entsteht ein Vorsteuerguthaben und was geschieht damit? Nach 18 Abs. 1 UStG muss der Unternehmer seine Umsatzsteuer-Voranmeldung auf einem dafür vorgesehenen amtlichen Formular bis zum 10. Tag nach Ablauf des Voranmeldungszeitraums beim zuständigen Finanzamt einreichen. Der Voranmeldungszeitraum ist nach 18 Abs. 2 UStG das Kalendervierteljahr. Grundsätzlich ist nach 16 Abs. 1 Satz 2 UStG der Besteuerungszeitraum für die Veranlagung das Kalenderjahr. Es sind jedoch entweder monatlich oder kalender-vierteljährlich Umsatzsteuervorauszahlungen zu entrichten. Am Ende des Kalenderjahres muss der Unternehmer noch eine Jahresumsatzsteuererklärung auf einem amtlich vorgeschriebenen Vordruck abgeben, da die auf Grund der Voranmeldungen entrichteten Beträge lediglich Vorauszahlungen 1 darstellen. Ergibt sich daraus eine zusätzliche Schuld an das Finanzamt, so ist diese innerhalb eines Monats nach Abgabe der Steuererklärung fällig. Sind zu hohe Vorauszahlungen geleistet worden, so wird der Unterschiedsbetrag zugunsten des Unternehmers erstattet.

3 1 Betrug die Umsatzsteuerzahllast für das Vorjahr weniger als 512, kann das Finanzamt den Unternehmer von der Pflicht zur Abgabe der Voranmeldungen und zur Leistung der Vorauszahlungen befreien. Am Jahresende ist dann lediglich eine Jahresumsatzsteuererklärung abzugeben.

4 Ein Betrieb der Urerzeugung A liefert an einen weiterverarbeitenden Industriebetrieb B Rohstoffe für % USt. A hat keine Vorlieferanten, weshalb auch keine Vorsteuer anfällt. Der Industriebetrieb B stellt aus den Rohstoffen Fertigprodukte her und liefert sie an den Großhändler C für % USt. Der Großhändler C verkauft die Waren an den Einzelhändler D für % USt. Dieser veräußert die Waren an den Endverbraucher E für % USt. Stellen Sie die einzelnen Stufen des Warenweges mit einem Phasenschema dar! Berechnen Sie die Umsatzsteuer, den Vorsteuerabzug, die Zahllast und die Wertschöpfung! Firmen USt VSt Zahllast Mehrwert A 6.000, ,00 = 7.140, ,00 0, , ,00 B , ,00 = , , ,00 760, ,00 C , ,00 = , , ,00 570, ,00 D , ,00 = , , ,00 380, ,00 Finden Sie mit Hilfe des Umsatzsteuergesetzes heraus, welche Angaben eine Rechnung enthalten muss, damit ein Vorsteuerabzug zulässig ist und notieren Sie es im Word-Dokument! Eine Rechnung oder auch Faktura ist ein Dokument, das eine detaillierte Aufstellung über eine Geldforderung für eine Warenlieferung oder eine sonstige Leistung enthält. Sie kann in Papierform oder als elektronisches Dokument (per Datenfernübertragung) übermittelt werden und enthält Angaben über die Leistung (Art, Menge, Datum, Preis), die Zahlung (Zahlungsbedingungen, Bankverbindung) und den Aussteller (Firma, Adresse). Die steuerliche Anerkennung von Rechnungen (insbesondere von solchen in elektronischer Form) oder ersatzweise von Eigenbelegen ist an genaue Bedingungen geknüpft. Das Ausstellen einer Rechnung nennt man Fakturierung. Bilden Sie die Buchungssätze und buchen Sie nur auf den Konten Vorsteuer und Umsatzsteuer! a) Kauf eines PKW auf Ziel für % USt Fuhrpark an Verbindlichkeiten und Vorsteuer b) Bezahlung der Stromrechnung per Banküberweisung % USt Strom und Umsatzsteuer an Bank c) Verkauf von Fertigerzeugnissen laut Ausgangsrechnung (AR) % USt Forderungen an Umsatzerlöse und Vorsteuer d) Verkauf eines gebrauchten Computers gegen Bankscheck % USt Bank an BGA und Vorsteuer

5 e) Kauf von Büromaterial bar % USt BGA an Kasse und Umsatzsteuer Umsatzsteuer Vorsteuer Soll Haben Soll Haben a) 3800,00 b) 106,40 c) 5415,00 d) 342,00 e) 41,80 Buchen Sie die Erstattung eines Vorsteuerüberhangs vom Finanzamt durch Banküberweisung! Umsatzsteuer an Bank Bank an Vorsteuer 6. Die Konten Vorsteuer und Umsatzsteuer zeigen zum xx folgenden Stand: Soll Vorsteuer Haben Soll Umsatzsteuer Haben Ermitteln und buchen Sie die Banküberweisung der Zahllast für den Voranmeldungszeitraum April! Zahllast = 2848 Umsatzsteuer an Bank Auf Grund der Jahres-Umsatzsteuererklärung errechnet ein Unternehmer einen höheren Steuerbetrag als die Summe der monatlichen Vorauszahlungen ausmacht. Wann wird diese zusätzliche Umsatzsteuerschuld zur Zahlung an das Finanzamt fällig? Die sich zum Geschäftsjahresabschluss ( ) ergebende Zahllast wird erst im nächsten Jahr an das Finanzamt überwiesen. Ein Unternehmer errechnet seine Zahllast zum xx. a) Bis wann hat er den Betrag an das Finanzamt zu überweisen? b) Was passiert, wenn dieser Tag auf einen Samstag, Sonntag oder Feiertag fällt? a) zum xx b) dann wird der Betrag am nächsten Buchungswerktag gebucht Selbsttest (Multiple Choice) Frage 1: Was versteht man unter dem Begriff Vorsteuerabzug? Abzug der Vorsteuer vom Rechnungsbetrag der Ausgangsrechnung Frage 2: Warum belastet die Umsatzsteuer nur den Endverbraucher? Der Endverbraucher kann keinen Vorsteuerabzug geltend machen. Er ist in der Kette der Wertschöpfung der letzte Verbraucher

6 Frage 3: Bei welcher Art von Einkäufen entstehen Vorsteuer? Beim Kauf von Handelsware, Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen Frage 4: Auf welchen Konten werden Umsatzsteuerbuchungen des Ein- und Verkaufs gebucht? Auf den Vorsteuer und Umsatzkonten Frage 5: Was geschieht mit eine Zahllast? Sie wird entsprechend der Festlegung des Finanzamtes monatlich oder quartalsweise an das Finanzamt überwiesen Frage 6: Wie entsteht ein Vorsteuerguthaben und was geschieht damit? Der Vorsteuerbetrag ist größer als der Umsatzsteuerbetrag und wird in der nächste Periode verrechnet oder auf Antrag ausbezahlt

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