Was begüns*gt Gewalt? Was schützt vor Gewalt?

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1 Was begüns*gt Gewalt? Was schützt vor Gewalt? Hinschauen, nicht wegschauen. Gewalt an und Gewaltpräven*on für Menschen mit Behinderungen. Enquete des Landes Tirol, Mag.a Sabine Mandl

2 Risikofaktoren und Einflussgrößen aus der Sicht von ExpertInnen 25 ExpertInnen aus ganz Österreich ü SelbstvertretungsorganisaHonen ü Bewohnervertretung ü Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen ü Besuchskommissionen der VolksanwaltschaO ü Beratungsstellen ü BehindertenanwaltschaO Titel der von Präsenta*on / Dr. Name Nachname Quelle: Mayrhofer/Schachner/Mandl/Seidler (2019): Erfahrungen und PrävenHon Gewalt an Menschen mit Behinderungen,

3 Risikofaktor Geschlecht Es macht einen Unterschied, ob man eine Frau oder ein Mann ist. Körperliche Gewalt: Männer sind häufiger von körperlicher Gewalt betroffen. Seelische Gewalt: Kein großer Unterschied zwischen Frauen und Männern, außer bei Verfolgung und BeläsHgung mehr Frauen. Sexuelle Gewalt: Frauen berichten viel öoer über sexuelle Gewalt, besonders von schweren Formen sexueller Gewalt.

4 Risikofaktoren auf der Ebene der Einrichtungen Das Leitbild, die Rolle der Leitung Also, ich glaube, das wichhgste ist die Haltung der Führungs- und Leitungspersonen. Wenn die Haltungen von denen klar signalisiert, uns sind Grundrechte wichhg, uns sind Menschenrechte wichhg, wir wissen, wo unsere Rechte und unsere Pflichten sind, dann geht das nach unten ( ) und wenn ich sage, das toleriere ich nicht, das ist bei mir ein absolutes no-go, ( ). Aber wenn ich auf der anderen Seite sage, ich bin für euch da, ich leite euch an, ihr könnt s jederzeit zu mir kommen, ( ) dann trägt das immens zu einer guten Kultur bei. (E5)

5 Organisa*onskultur bzw. OrganisaHonsklima Wie wird auf Gewalt reagiert? Wird Gewalt toleriert oder werden entsprechende Maßnahmen gesetzt? Wie wird mit Fehlern umgegangen? Wird ein gemeinsames Lernen ermöglicht? Was wird in Bezug auf GewaltprävenHon & Sexualpädagogik gemacht? Gibt es nur Konzepte oder werden diese auch tatsächlich in der Praxis umgesetzt?

6 Personalführung und entwicklung Aus- und Weiterbildungen für MitarbeiterInnen Ø z.b. Workshops in Einrichtungen mit Personen mit und ohne Behinderungen zu Gewalt, DeeskalaHon, und zu Themen eigener Wahl. Ressourcen und Möglichkeiten des Austausches in Form von Einzel-, und Team-Supervision, Intervision, Teambesprechungen, Jour-Fixe, etc.

7 Wohnen in einer Einrichtung WichHg ist, dass sich Menschen aussuchen können, wo und mit wem sie leben bzw. von wem sie gepflegt und unterstützt werden. Ø Menschen sollten eine Wahl haben. Zu viele und zu stark einschränkende Regeln im Zusammenleben fördern Unzufriedenheit und führen zu Konflikten. Ø Z.B. fixe Essens- und Waschzeiten, zugesperrte Kühlschränke, nicht absperrbare Zimmer und Badezimmer, etc. Die Privatsphäre der BewohnerInnen sollte geachtet und ihnen sollten Rückzugsmöglichkeiten angeboten werden. Titel Dr. Name NameNachname Nachname Titelder derpräsenta*on Präsenta*on /I Dr. Namens- oder NamensoderDatumszeile Datumszeile

8 Wohnen in einer Einrichtung Da gehen Leute einfach bei der Tür herein ohne anzuklopfen, ( ) dass kann sein, dass ich nicht die Möglichkeit habe selber auf- und zuzusperren, ( ) das geht einfach nicht, das ist respektlos (E3). WichHg ist auch die Lage des Wohnhauses oder der Wohnung - ob in einer Stadt, oder ganz entlegen am Land. Ø Menschen sollten am gesellschavlichen Leben teilhaben können. ( ) das müssen Wohnungen sein, die gemeindenah sind, wo Familien wohnen, Senioren wohnen ( ) und da hab ich kein abgeschlossenes System mehr (E7).

9 Arbeiten in einer Einrichtung Die Wohneinrichtung und die TageswerkstäWe sollten nicht am selben Ort sein. Menschen in einer Wohneinrichtung sollten nicht verpflichtet werden, eine Tageswerkstäre zu besuchen. Von Anfang an haben wir eigentlich immer gesagt, also das geht nicht, dass Leute nicht zuhause bleiben können, das man Leute zwingt, oder wenn sie krank sind, dass sie dann halt krank in die Werkstäre fahren müssen (E2).

10 Personenzentrierte Unterstützungskonzepte Unterstützungskonzepte sollten sich an den individuellen Lebensgeschichten, Wünschen, Bedürfnissen, Krankheitsbildern, Möglichkeiten und EntwicklungspotenHalen orienheren. ( ) ein Mann aus einer Werkstäre ist jetzt in der Pension, ( ) und ist gereizt und angespannt. Und da hat man festgestellt, Therme tut ihm gut, da fahren sie halt öoer mit ihm in die Therme. ( ) Sie haben für ihn einen Besuchsdienst organisiert, bewusst einen jungen, sportlichen Mann, der viel mit ihm Radfahren geht ( ) in anderen Einrichtungen wird halt nur die Psychiaterin gerufen (E11).

11 Personenzentrierte Unterstützungskonzepte Bei Bedarf sollte daher von starren Regeln abgegangen werden eine gewisse Flexibilität im Umgang mit KlientInnen und Alterna*ven reduzieren Freiheitsbeschränkungen, Konflikte und Gewalt. Der Klient XY möchte nicht mehr jausnen, steht auf, bekommt den Hinweis, er hat sitzen zu bleiben, ich mein, die kannten den Klienten und ich halte das jetzt nicht für eine wahnsinnig gute Idee, so rigide zu sagen, er muss sitzen bleiben. Was er natürlich nicht gemacht hat, ( ) und dann stellt sich der Betreuer ihm bei der Tür so in den Weg und es kommt natürlich genau zu dem, es eskaliert total ( ) (E5).

12 Gewaltpräven*on Umfassender Ansatz auf inshtuhoneller und individueller Ebene Basis ist eine auf Menschenwürde und Respekt ausgerichtete Begleitung und Unterstützung von Menschen mit Behinderungen. Man versucht, Bedürfnisse abzudecken, ja, also man schaut, was braucht denn der, (...) damit es ihm gut geht, dann wird man auf der Seite auch GewaltprävenHon machen, ja. Je individueller ich den Menschen annehme, und nicht sag, he, du bist sowas von läshg oder du nervst sowieso nur, kann ich Konflikte vermeiden. Also ich glaub, dass viele Bewohner weniger aggressiv wären, wenn man sie in ihrer Autonomie unterstützt. Und in ihrer Persönlichkeit (E5).

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