11. Fachtagung des Geriatrisch/Gerontopsychiatrischen Verbunds Mitte von Berlin. Gerontopsychiatrisches Zentrum Institut für Medizinische Soziologie

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1 DYADEM Förderung der Autonomie durch ein kombiniertes Trainings- und Unterstützungsprogramm für Patient-Angehörigen-Dyaden bei leichter bis mittelschwerer Demenz 11. Fachtagung des Geriatrisch/Gerontopsychiatrischen Verbunds Mitte von Berlin Gerontopsychiatrisches Zentrum Institut für Medizinische Soziologie U N I V E R S I T Ä T S M E D I Z I N B E R L I N

2 Die Leitfrage des Berliner Forschungsverbundes Autonomie trotz Multimorbidität im Alter (AMA) lautet: Wie kann eine selbstbestimmte Lebensgestaltung älter werdender und alter Menschen angesichts von Mehrfacherkrankungen und funktionellen Einschränkungen erhalten und gefördert werden? Das Teilprojekt DYADEM bezieht diese Frage auf demenzielle Erkrankungen: Wie kann eine selbstbestimmte Lebensgestaltung an Demenz erkrankter Menschen und ihrer Partner/ Angehörigen erhalten und gefördert werden?

3 Forschungshintergrund Zahlreiche Studien haben entweder den therapeutischen Nutzen von nicht-pharmakologischen Maßnahmen oder von Arzneimitteln beim Demenzpatienten untersucht oder den Nutzen von Beratungs- und Unterstützungsangeboten für pflegende Angehörige von Demenzkranken untersucht. Nur wenige Studien kombinieren bisher diese beiden alltagspraktisch eng zusammenhängenden Aspekte der häuslichen Betreuung von Dementen Keine Studie bisher bezieht dabei paartherapeutische Arbeit als eine Möglichkeit zur gemeinsamen Ressourcenstärkung mit ein.

4 Fragestellung: Kann eine frühzeitige Intervention in Form von kombiniertem Training und Unterstützung Demenzpatienten und Angehörigen effektiver helfen als Angebote, die sich entweder nur an den Erkrankten oder nur den Angehörigen richten? Inwieweit kann ein paar-/ familientherapeutisches Vorgehen dabei helfen, gemeinsam Bewältigungsmöglichkeiten neu zu entwickeln oder wiederzuentdecken? Forschungsziele: eigene und gemeinsame Kräfte und Fähigkeiten zur Bewältigung der mit einer Demenzerkrankung verbundenen Alltagsprobleme zu stärken sowie damit einen längeren Verbleib demenzkranker Menschen in der eigenen häuslichen Umgebung zu ermöglichen.

5 Theoretischer Rahmen Persönliche/ dyadische Ressourcen Umwelt- ressourcen Krankheitslast Autonomie/ Lebensqualität Unterbringung im Pflegeheim

6 Das therapeutische Vorgehen allgemeine und individuelle Sozialberatung psychosoziale Anamnese, gemeinsame Zielformulierung Umgang mit Stress / Strategien zur Krankheitsbewältigung 12 Sitzungen für Demenzpatient und Partner/ Angehörigen - in der eigenen häuslichen Umgebung - gemeinsam oder einzeln Verhaltensintervention/ Kommunikationstraining Aufarbeitungsund Nachbereitungsphase

7 Aufbau der Studie Untersuchungsgruppe (120 Paare) 12 Sitzungen zur Stärkung von persönlichen, gemeinsamen und Umweltressourcen 240 Paare: Personen mit diagnostizierter Demenz und Partnern/ Angehörigen, die gemeinsam im eigenen Haushalt leben Diagnostische Absicherung Intervention Beurteilung vor/ 3 Monate nach/ 12 Monate nach Intervention: Einschätzung eigener und gemeinsamer Krankheitsbewältigung, Krankheitslast, Autonomie, Lebensqualität Kontrollgruppe (120 Paare): Einmaliges Beratungsgespräch, Bereitstellung von Informationsmaterial

8 Wie können Sie unsere Studie unterstützen? DYADEM Studie zur Unterstützung von Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen Trainings- und Unterstützungsprogramm für Menschen mit Demenz und ihre pflegenden Angehörigen Wir bitten um Ihre Unterstützung! Vor allem im Anfangsstadium demenzieller Erkrankungen werden die Betroffenen häufig ausschließlich von ihren Partnern oder Angehörigen betreut. Die Symptome der Demenzen und daraus resultierende seelische Belastungen und Alltagsprobleme ziehen oft eine gravierende Einschränkung der Lebensqualität auf beiden Seiten nach sich; sie können die Paar- bzw. Familienbeziehung beeinträchtigen, zu Überforderung aller Beteiligten führen und vorzeitig in einen Umzug des Patienten ins Pflegeheim münden. Vor allem sozial benachteiligten Menschen ist es hier häufig nicht möglich, ausreichende Unterstützung zur Versorgung ihres dementen Angehörigen zu mobilisieren. Mitunter mangelt es auch an Wissen zum Umgang mit den Krankheitsbildern und an Ressourcen zur Stabilisierung der eigenen physischen und psychischen Kräfte. Worum geht es in der Studie? In verschiedenen Berliner Bezirken bereiten wir zurzeit eine Studie vor, in der ein spezielles sozial- und psychotherapeutisches Unterstützungs- und Trainingsprogramm für Menschen mit Demenz sowie ihre pflegenden Partner/ Angehörigen überprüft werden soll.

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