Brownsche Bewegung (BB)
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- Samuel Adenauer
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1 Brownsche Bewegung (BB) Betreuer: Dr. E. Lavrov Tel.: Raum: D115 Beginn: 8:00 Uhr 1 Einleitung Die Brownsche Bewegung (Brownsche Molekularbewegung) war einer der ersten Nachweise der Wärmebewegung von Molekülen in Flüssigkeiten. Der Botaniker Brown untersuchte im Jahr 1827 Pollen in einem Wassertropfen. Dabei sah er eine scheinbar zufällige Bewegung der Pollen im Wasser. Zunächst interpretierte er diese Bewegung irrtümlich als Lebenskraft. Jedoch zeigten weitere Untersuchungen, dass die Bewegung auch bei unbelebter Materie auftritt und die Folge von Zusammenstößen mit Flüssigkeitsmolekülen ist. In derflüssigkeitsind die Pollenca Stößenje Sekunde ausgesetzt.bei jedem dieserstößewirkteine Kraft auf die Pollen ein und ändert so dessen Impuls. Anschließend werden die Pollen durch Reibung mit den Flüssigkeitsmolekülen wieder abgebremst. Dieser Vorgang ist ohne Vorzugsrichtung. Dadurch erfahren die Teilchen im Mittel aus jeder Richtung die gleichen Verschiebungen. Bei ausreichend langer Betrachtung ändert sich folglich die Position der Teilchen nicht. Dennoch ist dieser Vorgang nicht vernachlässigbar. Die Brownsche Molekularbewegung gehört zu den Prozessen, die bei vielen Messungen die Nachweisgrenze limitieren. Bei Messungen z.b. der Masse oder von Schallwellen kann die Brownsche Molekularbewegung einen störenden Einfluss ausüben. 2 Aufgabenstellung Die Ziele des Versuches sind die Bestimmung Des Diffusionskoeffizienten der gegebenen Kombination: Kügelchen-Flüssigkeit und Des Radius der verwendeten Kügelchen Darüber hinaus ist die Konstanz des von der Theorie gegebenen Diffusionskoeffizienten für verschiedene Zeitintervalle nachzuweisen. 3 Theorie Bei der Untersuchung der Brownschen Bewegung werden durch das Mikroskop Teilchen in einer Flüssigkeit beobachtet. Anschließend wird die Verschiebung eines Teilchens in definierten Zeitintervallen gemessen. Dabei legt es in jedem Zeitintervall τ statistisch verteilt, unterschiedliche Strecke zurück. Zu Untersuchungen wird das Teilchen in der Regel in einer Bewegungsrichtung eingeschränkt. Die Projektionen der Verschiebungen auf die beiden übrigen, frei wählbaren Achsenrichtungen werden als x τ bzw. y τ festgelegt. Daraus werden die Mittelwerte x 2 τ und y2 τ der Quadrate der Projektionen aller in den Zeitintervallen τ zurückgelegten Teilstrecken gebildet. Die Bewegung des Teilchens erscheint zufällig. Jedoch zeigt die Theorie der statistischen Schwankungen von A. Einstein und M. von Smoluchowski, dass der Diffusionskoeffizient D = x2 (1) 2τ bei konstanter Temperatur für die vorhandene Kombination Kügelchen-Flüssigkeit eine Konstante ist. Da die Lage der Achsen willkürlich ist, gibt es in der x-y-ebene keine Vorzugsrichtung. Daher kann für die x 2 der Mittelwert aus allen x 2 τ und yτ 2 eingesetzt werden. Weil D nicht von der willkürlichen Wahl von τ abhängt, muss folglich der Ausdruck x 2 τ/τ bei Variationen von τ konstant bleiben. Diese Tatsache läßt sich zur Kontrolle der durchgeführten Messreihen 1
2 benutzen. Dazu bildet man aus den Messpunkten die Größen x 2 2τ, x2 3τ,..., x2 nτ. (2) Bei hinreichend genauer und umfangreicher Ausmessung der statistischen Bewegung aller beobachteten Teilchen (alle Kugeln besitzen den gleichen Radius) muss der Zusammenhang x 2 τ τ = x2 2τ 2τ = x2 3τ 3τ =... = x2 nτ nτ erfüllt sein. Bei den hier durchgeführten Untersuchungen ist es ausreichend, wenn man die Konstanz bis n = 3 überprüft. Nach A. Einstein und M. Smoluchowski lässt sich der Diffusionskoeffizient berechnen aus D = kt 6πηr. (4) k Boltzmannkonstante T Temperatur der Flssigkeit η Viskosität der Flssigkeit r Radius der kugelförmigen Teilchen Machen Sie sich mit der Ableitung dieser Formel vertraut. Mit (1) und (4) können der Teilchenradius oder die Boltzmannkonstante ermittelt werden, wenn eine der beiden Größen als bekannt vorausgesetzt wird. 4 Herstellen des Präparates Das Präparat besteht aus einer dünnen Schicht einer Suspension mikroskopischer Kügel-chen (Latex), die zwischen einem Objektträger und einem Deckglas gebracht wird. Zunächst wird die Herstellung des Präparates beschrieben. Diese und die entsprechenden Reinigungsarbeiten sind auf dem Tisch mit der Glasplatte auszuführen. Hinweis: Eine gute Probenpräparation ist Voraussetzung für erfolgreiches Experimentieren. Die selbständige Herstellung des Präparates vermittelt Erfahrungswerte zum Ein-schätzen von geeigneten und ungeeigneten Präparaten. Zu Beginn sind sowohl der Objektträger als auch das Deckglas mit Ethanol von evtl. Verschmutzungen zu reinigen. Dabei werden nicht vergälltes Ethanol sowie fusselfreie Tücher verwendet. Vorsicht: Das Deckglas ist zerbrechlich. Zur Reinigung stets Zeigefinger und Daumen einer Hand verwenden. Anschließend wird die Lösung auf Klumpen oder Ablagerungen überprüft. Die Lösung sollte leicht milchig sein und keine Verklumpungen oder Ablagerungen aufweisen. Sollte dies dennoch der Fall sein, schütteln Sie die Lösung um die Ablagerungen zu lösen. Lassen sich weiterhin Klumpen oder Ablagerungen beobachten, so ist eine neue Lösung herzustellen. Dazu eine kleine Menge des Konzentrates mit destilliertem Wasser in einer Küvette mischen. Fragen Sie hierbei Ihren Betreuer. Als nächstes wird auf dem Objektträger ein nicht geschlossener Fettkreis aufgebracht. Hierbei ist mit einem Plastikzylinder an dessen ringförmigen Ende ein wenig Silikonfett aus der Fettdose gleichmäßig aufzunehmen. Die gleichmäßige Verteilung lösst sich durch ein leichtes drehen des Plastikzylinders im Deckel der Fettdose erreichen. Damit der Fettkreis nicht ganz geschlossen wird, hat der Zylinder eine Aussparrung. Anschließend wird der Plastikzylinder mittig auf den Objektträger gedrückt, dabei ist die Aussparrung des Zylinders nach rechts orientiert. Die Fettschicht sollte nicht zu dick werden, da sonst die Teilchen in z-richtung für den Versuch nicht ausreichend eingeschränkt sind. Außerdem kann es zur Bildung von Lufteinschlüssen kommen, welche die Brownsche Bewegung mit Driftbewegungen überlagen. Nun wird mit einem gereinigten Glasstab etwas Versuchsflüssigkeit aufgenommen und auf den Objektträger gegeben. Der kleine Tropfen der Versuchsflüssigkeit wird innerhalb des Fettringes gegenüber der offenen Stelle platziert. Eine schematische Darstellung ist in Abb. 1 zu sehen. Mit einer Pinzette und einem Glasstab (siehe Abb. 2) ist das Deckglas schräg zur fettfreien Stelle hin ber den Fettring aufzubringen. Das Deckglas soll so zum Liegen kommen, dass die fettfreie Stelle hervorschaut. (3) 2
3 Abbildung 1: Objektträger mit offenem Fettkreis sowie einem Tropfen der Versuchsflüssigkeit Abbildung 2: Aufbringen des Deckglases mit Pinzette und Glasstab Abschließend ist mit einem Glasstab das Deckglas fest anzudrücken. Dazu ist der Glasstab mehrmals fest über das Deckglas in Richtung der fettfreien Stelle (siehe Abb. 3) zu rollen. Dadurch wird der Flüssigkeitsfilm sehr dünn und Luft sowie überflüssige Versuchsflüssigkeit herausgedrückt. Das Deckglas darf dabei nicht verschoben werden. Die eventuell ausgetretene Versuchsflüssigkeit ist vorsichtig abzutupfen oder mit dem Glasstab wegzustreichen. Abschließend mit dem Glasstab etwas Fett aufnehmen und die fettfreie Stelle von au ssen schließen. Das fertige Präparat sollte Abb. 4 entsprechen. 4.1 Durchführung Hinweise: Vor Inbetriebnahme des Mikroskops ist die Einweisung durch den Betreuer abzuwarten. Beim Bedienen des Mikroskops ist größte Vorsicht geboten. Keine Gewalt anwenden! Wie bei allen optischen Geräten dürfen die vergüteten, optischen Flächen nicht berührt werden. Schalten Sie den Rechner ein und legen Sie zuerst unbedingt unter D:\Versuch_BB\ ein Verzeichnis mit einem eindeutigen Bezeichner bevorzugt in der Form YYYY-MM-DD (Year-Month-Day) an, in das Sie dann alle Ihre Daten hinterlegen werden im nachfolgenden Text ist dieses Verzeichnis als Ihr Ordner bezeichnet. Bevor mit dem Mikroskop gearbeitet werden kann, ist es von eventuellen Verschmutzungen mit Propanol oder Ethanol zu reinigen. Anschließend wird der Dunkelfeldkondensor eingebaut. Dazu zunächst den Objektivrevolver auf die niedrigste Vergrößerung stellen. Nun den Kondensor einsetzten und festklemmen. Auf den Kondensor wird mittig ein Tropfen Immersionsöl aufgebracht. Als Nächstes wird der Kondensor mittels des Kondensortriebes etwas nach unten gefahren, so dass er sich etwas unterhalb der Probenebene befindet. Wenn nun das Präparat aufgelegt wird, darf es den Kondensor nicht berühren. Nach der Fixierung des Präparates durch die Klemmen ist der Kondensor mittels des Kondensortriebes wieder vorsichtig anzuheben, bis der Öltropfen den Objektträger berührt und sich flach und ohne Blasenbildung ausbreitet. Der Kondensor darf das Präparat nicht berühren. Nun die Beleuchtung einschalten und das Präparat bei niedriger Vergrößerung scharf stellen. Vorsichtig ist die Höheneinstellung des Kondensors derart zu korrigieren, dass ein gleichmäßig heller Lichtfleck im Präparat zu erkennen ist. Wenn die Lichterscheinung im Zentrum ringförmig ist, steht der Kondensor 3
4 Abbildung 3: Andrücken des Deckglases auf den Objektträger durch Rollen eines Glasstabes Abbildung 4: Schematische Darstellung des fertigen Präparates entweder zu hoch oder zu tief. Anschließend wird der Lichtpunkt in die Sehfeldmitte zentriert. Dies ist mit dem Zentrierring und dem Zentrierhebel am Kondensor (siehe Abb. 5) einzustellen. Dabei wird das jeweils nicht benutzte Zentrierelement festgehalten. Keinesfalls darf die Zentrierung mit dem Mikroskopspiegel vorgenommen werden. Abbildung 5: Dunkelfeldkondensor mit Zentrierring und Zentrierhebel Hinweis: Zur Erleichterung der Justage kann der Tubus mit der Videokamera temporär durch das Objektiv ersetzt werden. Anschließend zu höheren Vergrößerungen gehen und das Präparat scharf stellen. Das Programm TSO- VidMess auf dem Computer wurde für das Objektiv mit 40facher Vergrößerung kalibriert. Um eine Beschädigung des Präparates und des Objektives beim Scharfstellen zu vermeiden, wird das Objektiv bei seitlicher Beobachtung möglichst dicht an das Präparat herangebracht. Dabei ist darauf zu achten, dass das Objektiv das Präparat nicht berührt! Danach betrachtet man das Präparat durch das Mikroskop 4
5 und vergrößert langsam den Abstand, bis die Teilchen in der Flüssigkeit scharf abgebildet werden. Da die Verfolgung der Teilchen in Echtzeit eine wirkliche Herausforderung darstellt, ist es effektiver, ein oder mehrere Videos im Format ffdshow aufzuzeichnen und abzuspeichern. Eine Sequenz sollte ca. 2 3 min lang sein. Es ist darauf zu achten, dass darin möglichst viele Teilchen gut sichtbar sind. Das Video kann anschließend mit reduzierter Geschwindigkeit abgespielt werden. Von den sich bewegenden Teilchen wählt man ein gut sichtbares Teilchen etwa aus der Mitte des Sichtfeldes aus und markiert dessen Position im Programm in gleichen Zeitabständen. Dabei kann mit der Lupenfunktion des Programms die Position möglichst exakt bestimmt werden. Als Richtwert sollte ca. aller 3 s ein Punkt und je Teilchen sollten 10 bis 20 Punkte aufgenommen werden. Nach dem Beenden der Messreihe für ein Teilchen (Maus-Rechtsklick), werden mit Maus-Links-Doppelclick die Messdaten in einer Messtabelle zwischengespeichert (Tabellensymbol Oben in der Mitte der Menueleiste). Diesen Vorgang können Sie für ein weiteres Teilchen aus dem Video wiederholen, wobei die Messwerte jeweils vom Programm mit einer um Eins erhöhten Teilchennummer in der Tabelle zwischengespeichert werden. Haben Sie die Wege aller Teilchen auf diese Art und Weise zwischengespeichert, speichern Sie diese als Datei in tabellarischer Form (Auswahl formatierter Text (*.txt)) in Ihrem Ordner ab. Alternativ können Sie auch für jedes Teilchen eine eigene Datei abspeichern. Insgesamt sollten Sie die Wege für mindestens 10 Teilchen abgespeichert haben. Das nachfolgend vorgeschlagene Auswerteprogramm erwartet jeweils eine Datei pro Teilchen. Dafür nutzen Sie also einen Editor Ihrer Wahl, öffnen jeweils eine der abgelegten Messdateien und speichern alle Zeilen, die die Zeichenfolge Punkt P und die gleiche Teilchennummer enthalten, in einer separaten Datei mit nachvollziehbarem Dateinamen (sinnvoll Teilchen_Nr.txt ) ohne die Zeilenstruktur zu ändern in Ihrem Ordner ab, so dass mindestens 10 Einzelteilchen -Dateien dem Auswerteprogramm zugeführt werden können. Zum Abschluss ist die Temperatur des Präparates zu messen. Als Basis dient die Raumtemperatur. Um die Erwärmung durch die Beleuchtung zu berücksichtigen, sind ca. 3 K zur gemessenen Raumtemperatur zu addieren. Die Werte der Viskosität werden der ausliegenden Tabelle entnommen. Nach Abschluss des Versuches sind alle mit Immersionsöl in Berührung gekommen Teile mit Ethanol zu reinigen. Außerdem ist von den Objektträgern das Silikonfett mit Propanol zu entfernen. 5 Auswertung Wie Sie die Daten konkret auswerten, ist Ihnen überlassen, auf den Rechnern ist ORIGIN und eine Tabellenkalkulationsprogramm installiert. Die beschriebene und vorgeschlagene Auswertung erfolgt mit dem Programm HypraData ( Dazu wird die Auswertungsdatenbank also die Datei Auswertung_BB.ddd (schreibgeschützt) vom Desktop gestartet und die leere Datenbank sofort in Ihrem Ordner gespeichert. Nun werden mittels drag and drop Ihre gespeicherten Einzelteilchen -Dateien in die noch leere Datenbank (Abb. A) gezogen, dabei wird in der Datenbank für jede Einzelteilchen -Datei eine neue Tabelle abgelegt, zwischen denen Sie mit mit Hilfe der grünen Pfeile in der Menueleiste springen. Die Auswertungsdatenbank kalkuliert automatisch Verschiebungen, die Quadrate der Verschiebungen, die Zeiten zwischen den Messpunkten, den Diffusionskoeffizienten,... In Abb. B ist die gefüllte Tabelle zu sehen. Die Messwerte sind in Spalte 2 bis 4 ( t, x, y) enthalten. Dort kann sich ein erster Überblick über die Messdaten geschaffen werden. Im zweiten Schritt sind Zeilen mit offensichtlichen Fehleinträgen zu korrigieren bzw. zu löschen. Diese Fehleinträge sieht man am deutlichsten in der Grafik Darstellung der Bewegung, erreichbar über die Karteikarte (am unteren Fensterrand) mit der Bezeichnung Brownsche Bewegung. Dazu wird die ganze Zeile in der jeweiligen Tabelle analog Abb. B markiert. Anschließend die Entf-Taste drücken und mit Ja bestätigen. Mit den Bild-Hoch- und Bild-Runter-Tasten oder den grünen Pfeilen oben im Programm (hier nicht dargestellt) können die Messdaten in den unterschiedlichen Tabellen durchgeblättert werden. In jeder Tabelle sind die Zeilen mit den offensichtlichen Fehlmessungen zu löschen. Abschließend sind in Karteikarte Ergebnisse (Abb. A) oben die Temperatur und Viskosität mit den dazugehörigen Unsicherheiten einzutragen. Zur Berechnung der Unsicherheit des Radius drücken sie Alt+u tragen als Anzahl 200 ein und bestätigen mit dem Starten-Button. In den übrigen Karteikarten sind alle erforderlichen Diagramme dargestellt. Wird ein Diagramm für das Protokoll benötigt, so führen sie einen Rechtsclick auf das Diagramm-Diagramm exportieren. (Dort Metafile und Clipboard für Metadaten oder Bitmap, Datei und Dateinamen mit Speicherort für bmp- Dateien.) 5
6 Hinweis: Mit Alt+L öffnet man das Menü zum Löschen von Messdateien. Doppelt importierte Messdaten sind zu meiden. Abbildung 6: Oben: A) Leere und B) gefüllte Datenbank Auswertung BB.ddd in Karteikarte Tabelle. Mitte: Auswertung BB.ddd in Karteikarte A) Brownsche Bewegung und B) Histogramm der Verschiebungen. Unten: Auswertung BB.ddd in Karteikarte A) Ergebnisse und B) 1 tau, 2 tau und 3 tau. 6 Fragen zum Experiment Was verändert sich in einem Körper, wenn ihm eine Wärmemenge zugeführt wird? Erklären Sie die Brownsche Bewegung. Überlegen Sie sich, wieso die Brownsche Bewegung die Steigerung der Empndlichkeit einer Waage bzw. eines Galvanometers beschränkt. Welche Ursachen haben die Transportphänomene Diffusion, innere Reibung und Wärmeleitung in Gasen? Welche Größen werden dabei transportiert, und wie geht das vor sich? 6
7 Was versteht man unter Suspension und Sedimentation? Welcher Zusammenhang besteht zwischen Molekülzahldichte und potentieller Energie der Teilchen in einem Sedimentationsgleichgewicht? Was besagt das Boltzmannsche Theorem? Erläutern Sie den 2. Hauptsatz der Wärmelehre als Wahrscheinlichkeitsgesetz! Wie ist ein Mikroskop aufgebaut? Zeichnen Sie den Strahlengang! Wie ist die Vergrößerung eines Mikroskops definiert? Wie wirkt ein Dunkelfeldkondensor? Abbildung 7: Spalt zwischen Glasplatten Überlegen Sie sich den Strahlenverlauf (Abb. 7) für den Fall n sin α > 1, wenn sich a) Luft oder b) Immersionsüssigkeit (n I 1,5) zwischen zwei Glasplatten (n = 1,5) bendet. Ein Objekt wird zuerst ohne, dann mit Immersionsüssigkeit zwischen Präparat und Objektiv betrachtet. Ändert sich die Vergrößerung? (Objektiv besitzt eine Planäche an der Eintrittsseite). Weshalb verwendet man bei der Beobachtung der Brownschen Bewegung Dunkelfeldbeleuchtung? Kann man die Teilchen auch sehen, wenn sich 1. zwischen Kondensor und Präparat oder 2. zwischen Präparat und Objektiv keine Immersionsüssigkeit bendet? Darf man in (1) für x 2 auch x 2 setzen? Unter welchen Bedingungen lassen sich zwei Messreihen, die nicht von demselben Teilchen aufgenommen wurden, miteinander kombinieren? Im Experiment werden mehrere Kügelchen verfolgt. Welchen Einfluss hat eine Streuung des Durchmessers dieser Kügelchen? Wie wirkt sich eine Strömung der Einbettungsüssigkeit auf die Bestimmung der Boltzmannkonstanten aus? Wodurch kann eine solche Strömung zustande kommen? Warum stören im Präparat eingeschlossene Luftblasen? Warum soll die Wärmestrahlung vor Eintritt in das Präparat absorbiert werden? Wie könnte man experimentell feststellen, ob die verbleibende Wärmestrahlung noch stört? Welche weiteren Experimente müsste man durchführen, um den Zusammenhang (4) zu prüfen? 7
8 7 Literatur 1. G. Loos, Lehrbuch der Theoretischen Physik, Leipzig: Akademische Verlagsgesellschaft Geest& Portig KG, B. M. Jaworski und A. A. Detlaf, Physik griffbereit, Berlin: Akademie-Verlag, A. Einstein, Über die von der molekularkinetischen Theorie der Wärme geforderte Bewegung von in ruhenden Flüssigkeiten suspendierten Teilchen, Annalen der Physik 322, pp , K. Prizibram, Handbuch der Experimentalphysik, Bd. VIII/2, Leipzig, Checkliste Objektträger und Deckglas reinigen Lösung auf Klumpen überprüfen Präparat herstellen Dunkelfeldkondensor eingebaut Immersionsöl korrekt zwischen Kondensor und Präparat Kondensor justiert (Lichtfleck zentrisch und homogen) Lösung im Präparat vorsichtig scharf stellen Video aufzeichnen Temperatur des Präparates ermitteln 5 10 Messreihen á Punkten anfertigen Daten auswerten Messplatz und verwendete Teile reinigen 8
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