Gertrud Hovestadt April Eine Studie im Auftrag des DGB

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1 Gertrud Hovestadt April 2003 Eine Studie im Auftrag des DGB

2 Jugendliche ohne Berufsabschluss 2001 Schulische Voraussetzungen für Ausbildung Übergänge in die berufliche Bildung und die Erwerbsarbeit Fragen an das System der beruflichen Ausbildung

3 Definition: 20- bis 25jährige, die keinen Berufsabschluss haben und gegenwärtig nicht an Bildung teilnehmen

4 Quoten 20- bis 25jährige ohne Berufsabschluss 2001 in Prozent der jeweiligen Gruppe (Quelle: Sonderausw ertung Mikrozensus) Gesamt 13,2 Frauen Männer Ausländer/innen 12,6 13,8 Lesebeispiel: 10,3 aller deutschen, aber 32,6% aller ausländischen Jugendlichen bleiben ohne Berufsabschluss 32,6 Deutsche 10,3 0,0 5,0 10,0 15,0 20,0 25,0 30,0 35,0

5 Quoten nach Schulabschluss 20- bis 25jährige ohne Berufsabschluss 2001 nach Schulabschluss in Prozent der jeweiligen Gruppe (Quelle: Sonderausw ertung Mikrozensus) Allg. Hochschulreife 6,9 Fachhochschulreife 6,7 Realschulabschluss Hauptschulabschluss kein Abschluss 8,4 27,0 Lesebeispiel: 68,9% aller Jugendlichen, die keinen Schulabschluss erreicht haben, erreichen auch keinen Berufsabschluss 68,9 0,0 10,0 20,0 30,0 40,0 50,0 60,0 70,0 80,0

6 Abs. Zahlen nach Schulabschluss Absolute Zahlen: 20- bis 25jährige ohne Berufsabschluss 2001 nach Schulabschluss (Quelle: Sonderausw ertung Mikrozensus) kein Abschluss Hauptschulabschluss Realschulabschluss Fachhochschulreife Allg. Hochschulreife

7

8 60,0 50,0 Abschlüsse zeitreihen Schulabgänger/innen nach Art des Abschlusses in % der gleichaltrigen Bevölkerung in Deutschland, ab 1992 mit neuen Bundesländer Ohne Abschluss Hauptschul- abschluss Realschul- abschluss Hochschul- reife 48,5 40,0 30,0 36,6 26,4 20,0 10,0 Lesebeispiel: 9,6% aller Schulabgänger/innen erreichten im Jahr 2000 keinen Schulabschluss 9,6 0,

9 Quoten: Schulabgängerinnen nach Abschluss Schulabgänger/innen 2001 nach Schulabschluss in Prozent der jeweiligen Gruppe (Quelle: Stat. Bundesamt 2003) anderer Pass 20,3 40,0 deutscher Pass w eiblich männlich 8,6 7,0 11,9 24,2 22,2 28,6 Ohne Hauptschulabschluss Mit Hauptschulabschluss w eiblich, ausländischer Pass 15,8 39,3 männlich, ausländischer Pass 24,4 40,7 0,0 25,0 50,0 75,0

10 Schulabgänger/innen ohne / mit Hauptschulabschluss 2000 in % aller Abschlüsse nach Bundesländern Abgänger/innen (sortiert nach "mit Hauptschulabschluss", Quelle: KMK 2003) Sachsen Sachsen-Anhalt Thüringen Brandenburg Bremen Berlin Nordrhein-Westfalen Niedersachsen Hessen Hamburg Meckl.-Vorpommern Saarland Rheinland-Pfalz Baden-Württemberg Schlesw ig-holstein Bayern ohne Hauptschulabschluss mit Hauptschulabschluss - 10,0 20,0 30,0 40,0 50,0

11 PISA 2000: Anteil der Schüler/innen, die bestenfalls Kompetenzstufe 1 des Lesens erreicht haben (in%) (Quelle: OECD 2001, S. 290) Korea Finnland Kanada Japan Irland Schw eden Australien Großbrit. Island Spanien Frankreich Österreich Neuseeland Italien Dänemark OECD-Durchschnitt Tschech.Rep. Norw egen USA Ungarn Schw eiz Liechtenstein Belgien Polen Griechenland Russ.Föderat. Portugal Deutschland Lettland Luxemburg Mexiko Brasilien Schulleistungen 9,9 12,7 unter Stufe 1 Stufe

12 DJI-Studien: Mangelnde Berufs- und Arbeitsweltorientierung durch die Schulen Jugendliche sind auf die Orientierung durch die Eltern angewiesen soziale Nachteile der Herkunft werden vererbt

13 Schulschwänzer in Berlin 18,5 % der Hauptschüler/innen hatten mehr als 20 Fehltage im Halbjahr 7,5 % hatten mehr als 40 Fehltage im Halbjahr

14

15 Idealtypische Übergänge zur beruflichen Bildung und in den Arbeitsmarkt Ohne Abschluss Hauptschulabschluss Realschulabschluss HS-Reife Studium berufliche Ausbildung Erwerbsarbeit

16 Übergänge in berufliche Bildung und Erwerbsarbeit seit den 90er Jahren ohne Abschluss Hauptschulabschluss Realschulabschluss Hochschulreife Berufsvorbereitung (ggf. mit Erreichen des Schulabschlusses) Berufliche Schulen: BVJ, BGJ etc. SGB III-Maßnahmen Weitere Programme Berufliche Ausbildung außerbetriebliche Ausbildung betriebliche Ausbildung Ausbildung an Berufsfachschulen Schulen des Gesundheitswesens Studium (an Fachhochschule oder Universität) Fachoberschule Erwerbslosigkeit Erwerbstätigkeit Befristung oder Dauerbeschäftigung 1. oder 2. Arbeitsmarkt Existenzsichernde Entlohnung oder nicht Weiterbildung

17 Übergänge in berufliche Bildung und Erwerbsarbeit seit den 90er Jahren ohne Abschluss Hauptschulabschluss Realschulabschluss Hochschulreife Berufsvorbereitung (ggf. mit Erreichen des Schulabschlusses) Berufliche Schulen: BVJ, BGJ etc. SGB III-Maßnahmen Weitere Programme Berufliche Ausbildung außerbetriebliche Ausbildung betriebliche Ausbildung Ausbildung an Berufsfachschulen Schulen des Gesundheitswesens Studium (an Fachhochschule oder Universität) Fachoberschule Erwerbslosigkeit Erwerbstätigkeit Befristung oder Dauerbeschäftigung 1. oder 2. Arbeitsmarkt Existenzsichernde Entlohnung oder nicht Weiterbildung

18 65 % eines Geburtsjahrganges nehmen eine Ausbildung auf. 1/4 aller Ausbildungsverträge wird vorzeitig gelöst. 1/3 aller Vertragslösungen findet im 2. Lehrjahr oder später statt. 37% der Jugendlichen, deren Vertrag vorzeitig gelöst wird, bleiben ohne Berufsabschluss 1/3 aller Jugendlichen ohne Berufsabschluss sind Ausbildungsabbrecher/innen

19 Verbleib nach abschlossener Berufsausbildung 1999/2000 (Quelle: BiBB 15/2001) arbeitslos 17,1 54,7 sonstig erw erbstätig Tätigkeit im erlernten Beruf 6,7 5,4 21,3 außerbetriebliche Ausbildung betriebliche Ausbildung 68,

20 Verbleib nach einer Ausbildung 1999/2000 im "Sofortprogramm" in Prozent Quelle: Dietrich 2001, S. 17/24 Andere Aktivitäten Schulische Ausbildung 3,6 6,2 4,2 2,6 6 Monate später sofort Maßnahmen 28,7 34,9 Betriebliche Ausbildung 27 31,3 Erw ebstätigkeit 9,9 10,4 Arbeitslosigkeit 16,1 25,

21 Zielerreichung bei Berufsvorbereitungsmaßnahmen Gruppe von Jugendlichen Erfolgsmaßstab: Ausbildungsreife (Zuwachs an Kompetenzen) Erfolgsmaßstab: Übergang in Ausbildung (Zuwachs an Chancen) Angemessenheit der Maßnahme 1. Jugendliche, die auch nach der Maßnahme nicht ausbildungsreif sind positiv fraglich fraglich 2. Jugendliche, die durch die Maßnahme Ausbildungsreife erreichen positiv fraglich fraglich 3. Jugendliche, die bereits vor der Maßnahme ausbildungsreif waren fraglich negativ unangemessen

22 1998 Jugendliche in Maßnahmen der beruflichen Bildung für Lernbeeinträchtigte und sozial Benachteiligte 1998 bis 2002 Abs. Zahlen Beeinträchtigte Insgesamt (eig. Berechnungen) berufsvorbereitende Maßnahmen der BfA, Bestandszahl en jeweils Ende Dezember (BfA 2003) davon Schüler/ - innen im Berufsvorbereitungs- / Berufsgrundschuljahr (KMK 2002, S. XVI) Maßnahmen zur Förderung der Berufsausbildung Lernbeeinträchtigter, Bestandszahlen jeweils zum Ende Dez. ( 241 SGB III) (BfA 2003) gesamt davon: außerbetriebliche Ausbildungen ( 241, Abs.2)

23 Lernbeeinträchtigte und sozial benachteiligte Jugendliche Auf 100 Schulabgänger/innen kommen 35 Maßnahmen aber nur 6,1% aller Schüler/innen haben mehr als 20 Fehltage/Halbjahr nur 10% zählen nach PISA zu Risikogruppen nur 10% haben keinen Schulabschluss nur 3,1% sind Abgänger/innen von Schulen mit Schwerpunkt Lernförderung

24 Qualifikationsspezifische Arbeitslosenquoten Qualifikationsspezifische Ost Arbeitslosenquoten Neue Bundesländer/ Berlin-Ost (Quelle: Reinberg / Hummel 2002) 60,0 50,0 40,0 30,0 50,3 Ingesamt mit Berufsausbildung mit Hochschulabschluss ohne Berufsabschluss 20,0 10,0 0,0 17,6 16,7 4,

25 Qualifikationsspezifische Arbeitslosenquoten West Qualifikationsspezif. Arbeitslosenquoten : Alte Bundesländer u. Berlin-West (Quelle: Reinberg/Hummel 2002) 30,0 25,0 20,0 15,0 Ingesamt mit Berufsausbildung mit Hochschulabschluss ohne Berufsabschluss 19,4 10,0 5,0 0,0 7,7 5,7 2,

26 Wie können die Strukturen der beruflichen Ausbildung verändert werden, damit sie allen Jugendlichen Erfolgsmöglichkeiten bieten? Wie können außerbetriebliche Ausbildungen eine vollwertige Alternative werden ohne das Angebot betrieblicher Ausbildungen zu gefährden? Wie können für nicht ausbildungsfähige Jugendliche Warteschleifen und Maßnahmekarrieren vermieden und echte Erfolgsmöglichkeiten geschaffen werden? Wie können für Jugendliche nach vorzeitiger Auflösung des Ausbildungsvertrages die Chancen für einen Berufsabschluss verbessert werden? Wie kann künftig verhindert werden, dass die berufliche Ausbildung soziale Benachteiligungen verstärkt?

27 Das System der beruflichen Bildung in Deutschland hat auf langfristige Veränderungen bisher nur mit Provisorien geantwortet.

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