1 Thomas Rommel: Rückführung ins Nichts 3

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1 8. Ausgabe, 2. Auflage 15-Oktober Auflage 8. Ausgabe, 1. Auflage 10. Ausgabe 8. Ausgabe, 1. Auflage Themen 1 Thomas Rommel: Rückführung ins Nichts 3 2 Ulrich F. Opfermann:...wird sich natürlich nur schwer nachweisen lassen... Der Verdacht als leitendes Motiv 12 3 Rüdiger Benninghaus: Ein criminal tribe in der Türkei? Die Conolar in Süd-Anatolien 20 4 Henning Schwanke: Assoziationen zur Ausstellung Auf dem Dienstwege... Dokumente der Erfassung, Ausgrenzung und Deportation von Leipziger Sinti und Roma im Nationalsozialismus 43 5 objet trouvé 47 6 Ankündigungen 51

2 Liebe Leserinnen und Leser, wir freuen uns Sie zur nunmehr 10. Ausgabe der Tsiganologischen Mitteilungen begrüßen zu dürfen. Im ersten Beitrag, der Reise-Reportage Rückführung ins Nichts, beschreibt der Ethnologe Thomas Rommel eindrücklich die (Zwangs-)Migrationsgeschichte und den Alltag aus Deutschland abgeschobener Kosovo-Roma, Ashkali und Ägypter in Leposaviç und Mitrovica im nördlichen Kosovo. Die dort lebenden Roma und deren Kinder, die teilweise in Deutschland geboren wurden, flüchteten aus dem vom Krieg gebeutelten Kosovo Mitte der 90er Jahre. Tausende von ihnen gingen nach Deutschland, wo ihre Kinder geboren wurden und aufwuchsen. Mit der offiziellen Unabhängigkeit und der Einrichtung einer kosovarischen Regierung 2008, begannen schließlich die so genannten Rückführungen der Flüchtlinge. In Deutschland werden diese Rückführungen verstärkt seit April diesen Jahres forciert. Seit diesem Zeitpunkt gilt das Rücknahmeabkommen zwischen der Bundesrepublik und dem Kosovo als rechtskräftig. Rund Menschen, von denen rund Angehörige von Roma-Minderheiten sind, werden seitdem in das Kosovo zurückgeflogen. Viele von ihnen leben, in ihrer alten Heimat angekommen, in Flüchtlingslagern für so genannte IDPs, internally displaced persons. Der zweite Beitrag des Historikers Ulrich Opfermann versteht sich als Stellungnahme des Beitrags Über die Benennungen der Sinti Bemerkungen zu Ulrich F. Opfermann s Terminologie und seinen Interpretationen von Rüdiger Benninghaus in der 4. Ausgabe der Tsiganologischen Mitteilungen. Der Beitrag ist damit Teil einer schriftlichen Diskussion zwischen Opfermann und Benninghaus. Opfermann bezieht sich dabei im Wesentlichen auf die Religiösität von Zigeunern im Allgemeinen und deren Mehrfachtaufen im Besonderen. Die Stellungnahme beinhaltet unter anderem eine zigeunerkundliche Quellenkritik. Von der frühen Neuzeit bis heute sei die Tsiganologie, sowohl von einer Zuschreibungstradition, als auch von einer Abschreibtradition geprägt, lautet eine der zentralen Thesen des Historikers. Benninghaus, so Opfermann s Vorwurf, schließe mit seinem Text an die ältere delinquenz-, devianzund dissidenzgerichtete Stereotypbildung dieser Quellen an. Der dritte Beitrag Ein criminal tribe in der Türkei? Die Conolar in Süd Anatolien von Rüdiger Benninghaus beinhaltet eine Quellenrecherche zu den in der Südtürkei ansässigen Conolar. Die von ihm behandelten Quellen zu den Conolar umfassen sowohl Literatur, Zeitungsartikel, als auch weblog-einträge. Inhalt des Artikels 1

3 sind sowohl Verbreitungsgebiete, Ethnogenese der Gruppe als auch das gespannte Verhältnis zwischen den Conolar und der Mehrheitsbevölkerung. Die Beziehung zu anderen Minderheiten wie den alevitischen Abdalar, von denen die Conolar laut Benninghaus abstammen könnten, und den Kurden, werden ebenfalls thematisiert. Im Anschluss an die Artikel wollen wir in dieser Ausgabe die neue Rubrik objet trouvé vorstellen. Dort sollen in Zukunft Bilder von Roma/Zigeunern in den Fokus gerückt werden, wie sie die Mehrheitsgesellschaft konstruiert. Wahlkampagnen- Plakaten, ethymologischen Herleitungen oder auch Werbebildern, wie sie diese Ausgabe illustrieren, können in diese Rubrik genauso Eingang finden, wie beispielsweise Märchen und künstlerische Werke oder Forenbeiträge von Nicht-Roma/Zigeunern über Roma/Zigeuner. Ziel dieser Rubrik soll es sein, verstärkt auch die Seite der Mehrheitsgesellschaft zu berücksichtigen um aufzuzeigen, wie Bilder und Fremdzuschreibungen über Roma/Zigeuner sowohl von der Wissenschaft als auch von Medienschaffenden konstruiert und instrumentalisiert werden. Die Rubrik versteht sich somit als Beitrag einer Offenlegung des Spannungsverhältnisses zwischen Roma/Zigeunern und der Mehrheitsbevölkerung. Bei der bereichernden Lektüre der vorgestellten Beiträge, der Konferenz-Ankündigungen und den Neuerscheinungen wünschen wir Ihnen viel Vergnügen und Erkenntnisgewinn. Harika Dauth im Namen der Redaktion 2

4 1 Thomas Rommel: Rückführung ins Nichts Die Spitzendecken an den Wänden stammen aus dem Müll. Die Matratzen sind Hilfslieferungen. Der Herd ebenso. Das von Familie Hasani bewohnte Zimmer zeugt von der schwierigen wirtschaftlichen Situation, in der die Familie lebt. Küche, Wohnund Schlafraum auf 25 Quadratmeter. Ein Zimmer von vielen hier in der großen Lagerhalle des ehemaligen Militärstützpunktes in Leposaviç. Eine Familie von vielen hier im Kosovo. Leposaviç liegt im Norden des Kosovo. Eingebettet zwischen den Ausläufern von Kopaonik im Osten und Rogozna im Westen leben hier 6000 Menschen. Etwas mehr als 70 bewohnen den alten Militärstützpunkt, der mit dem Abzug der serbischen Truppen im Jahr 2000 verwaiste. Das Gelände ist umschlossen von einem rostigen Maschen- und Stacheldrahtzaun, jedoch gibt es nicht mehr viel was diese Sicherung rechtfertigen würde. Eine alte Metallhalle ragt in der Mitte des Geländes auf. Eine einfache Konstruktion, zweckmäßig, robust, schlicht, militärisch. In Rückseite und Seitenwände sind Fensteröffnungen aus dem Metall geschnitten worden. Die vordere Fassade ist mit spartanischen Bretterverschlägen besetzt. Hinter der Halle stehen kleinere Baracken, ebenfalls erweitert um provisorisch anmutende Hütten. Heute leben hier Flüchtlinge, IDPs, internally displaced persons. Es ist eines der zahlreichen Lager im Kosovo, die mit dem Krieg von 1999/2000 nötig wurden, um die Vertriebenen aufzunehmen. Zehn Jahre nach dem Konflikt, der die Abspaltung des Kosovo von Serbien, die Besetzung durch die Nato, Einrichtung einer Mandatsregierung und schließlich die offizielle Unabhängigkeitserklärung der Republik Kosovo im Jahr 2008 zur Folge hatte, haben hunderte Familien noch nicht wieder den Sprung zurück in die Normalität geschafft und leben weiterhin in Camps. Zum größten Teil sind es Angehörige der Roma-Minderheiten, die noch nicht wieder Fuß gefasst haben. Auch im Lager Leposaviç leben ausschließlich Roma, Ashkali und Ägypter, ebenso in den beiden Camps in Mitrovica. Sie alle stammen aus der ehemaligen Roma-Mahala, der Roma Nachbarschaft in Mitrovica, die mit 8000 Bewohnern das größte Zentrum von Roma im Kosovo darstellte. Aber auch hier zogen im Juni 1999 Teile der albanischen Bevölkerung durch die Straßen, verjagten die Roma, plünderten die Häuser und brannten sie anschließend nieder. Die Bewohner flohen, entweder in besagte Camps, oder aber ins Ausland, von wo sie seit einigen Monaten verstärkt zurückkehren. Sie werden aus den Aufnahmeländern abgeschoben, zurück in ein Land und eine Gesellschaft, die selbst mit der Absorption der internen Flüchtlinge überfordert ist, wie es die zahlreichen Lager bezeugen. 3

5 In leicht akzentuiertem Deutsch erzählt Frau Hasani ihre Geschichte. Sie verließ das Kosovo Mitte der 1990er Jahre und fand mit ihrem damaligen Mann und den drei bereits geborenen Kindern in Deutschland Unterschlupf vor dem Krieg, der damals den Balkan zerriss und 1998 wurden zwei weitere Söhne geboren und die Familie lebte sich in Deutschland immer mehr ein. Doch stets schwebte ein Damoklesschwert über ihnen: sie hatten nur einen Duldungsstatus. Jeden dritten, manchmal gar jeden Monat mussten sie bangen, ob diese Duldung verlängert wird oder nicht. Glücklicherweise stand bis 2008 kein offizieller Partner für Rückführungsgespräche bereit. Das Kosovo war noch Mandatsgebiet und Protektorat der UN. Somit konnte die Bundesrepublik nicht verhandeln. Es fehlte der unabhängige Staat, eine Regierung, die in die Rückführung einwilligen konnte. Mit der offiziellen Unabhängigkeitserklärung und der Einrichtung einer Regierung im Jahr 2008, die einen Großteil der vormals von der UNMIK (United Nations Mission in Kosovo) getragenen Verantwortung und die Regierungsgeschäfte übernahm, konnten die Abschiebungen beginnen. Deutschland war es nun möglich Roma und andere Flüchtlinge aus dem Kosovo wieder loszuwerden, Personen wie Familie Hasani. Am klopften Polizisten an ihre Wohnungstür. Es war 4:45 Uhr in der Frühe. Frau Hasani erzählt, dass die Polizisten sehr freundlich waren, sie mehr als eine Stunde Zeit zum packen hatten. Doch alle Freundlichkeit kann auch die Grundregeln nicht aufweichen: eine Tasche pro Person und selbstverständlich etwas Handgepäck. Flugbestimmungen eben. Die anschließende Fahrt führte die Familie zum Flughafen Düsseldorf und bereits um 13 Uhr des selben Tages waren sie in Pristina. Es folgten letzte Formalitäten, die Unterzeichnung der Ausweisdokumente, ein kurzer Empfang durch die deutsche Botschaft. Dann ging es weiter in ein Hotel, wo alle Rückkehrer die ersten sieben Tage nächtigen können, bis sie eine Unterkunft gefunden haben. Frau Hasani holt ihre Abschiebeurkunde aus einer zerbeulten Handtasche, die als Tresor für sämtliche wichtige Dokumente dient. Dort steht unter dem Punkt Anschrift im Heimatland : Fabriçka ulica 775, Mitroviça, Republika Kosovska. Die Adresse in Mitrovica existiert nicht mehr. Sämtliche Gebäude der Mahala sind dem Erdboden gleich gemacht worden. Die neu errichteten Häuser sind Ergebnis der Bemühungen verschiedener NROs, allen voran des Danish Refugee Council und Mercy Corps mit dem Ziel, den ehemaligen Bewohnern neuen Wohnraum zu schaffen, die Lager auflösen zu können und eine Wiederbelebung des Stadtteils zu unterstützen. Ringsum nur weite grüne Fläche, die bei genauerer Betrachtung die Ruinen der Häuser bedeckt, die einst hier standen. Häuser wie das von Familie Hasani. Aber nicht allein der Mangel eines Hauses hat Frau Hasani veranlasst nach Leposaviç zu gehen. Ihre Angehörigen sind alle im Ausland, und in Mitrovica zu bleiben ist 4

6 ihr zu riskant. Frau Hasani hat Angst, auch heute noch, obwohl sie nicht persönlich miterlebt hat, was mit der Mahala geschah. Sie hat Angst aufgrund der Geschichten, aufgrund der noch bestehenden Spannungen zwischen Roma und Kosovo-Albanern. Die Serben behandeln uns wie Hunde, aber immerhin als Lebewesen. Die Albaner sind noch schlimmer. So schildert sie die Beziehungen zwischen Roma und Serben bzw. Albanern. Doch neben der Angst trieb sie vor allem Anderen ihre finanzielle Situation nach Leposaviç. Sie hat kein Geld, um sich irgendwo anders niederzulassen. Sie ist auf Hilfe angewiesen, Hilfe die kaum vorhanden ist. Hilfe für aus Deutschland in das Kosovo abgeschobene Personen bietet die Hilfsorganisation Ura, die Brücke. Ura hilft mit einem unbestimmten Betrag jeder aus Deutschland in das Kosovo abgeschobenen Familie, über einen Zeitraum von sechs Monaten. In der Praxis sind jedoch nur Familien hilfeberechtigt, die aus vier ganz bestimmten Bundesländern abgeschoben wurden, jenen vier, die gemeinsam mit dem deutschen Innenministerium Ura finanzieren. In den meisten Fällen reduziert sich die Hilfe jedoch auf die Übernahme der Kosten für Wohnraum. Und selbst dieser geringe Umfang stellt Ura vor Probleme: das Budget wird nur einmal jährlich ausgeschüttet und Ura muss dann ein Jahr lang mit den verfügbaren Mitteln helfen, oder besser wirtschaften. Aufgrund der Vielzahl abgeschobener Familien in diesem Jahr, war der Topf bereits im Juni weniger als nur halb voll. Die Beihilfe zur Miete und in Einzelfällen zum Lebensunterhalt wiegt aber nur vorübergehend in Sicherheit. Was wird geschehen, wenn die sechs Monate abgelaufen sind? Wie soll das Haus dann finanziert werden? Arbeit gibt es kaum, und schon gar nicht für Roma. Beziehungen spielen im Kosovo eine extrem wichtige Rolle. Die kosovo-albanische Mehrheit achtet penibel darauf, Posten und Arbeit vorerst an Bekannte und Verwandte zu vergeben. Roma haben dabei kaum eine Möglichkeit eine Anstellung zu finden. Jene, die mehr als ein Jahrzehnt im Ausland verbrachten, haben es nach ihrer Rückkehr noch schwerer integriert zu werden. Das aufgrund der langen Abwesenheit und massenhaften Flucht inexistent gewordene soziale Netzwerk, als auch das offensichtliche Handicap Roma zu sein, werden begleitet von Vorurteilen und Stereotypen der sie umgebenden Bevölkerung. Vorurteile, die der Realität ferner nicht sein können. Es ist von Geld die Rede, viel Geld, das im Westen verdient wurde. Es ist ebenso die Rede von Kriminalität, die für die erzwungene Rückkehr ausschlaggebend gewesen sein muss. Kein Wort ist allerdings zu hören von der hohen Verschuldung, der sich die Abgeschobenen gegenübersehen. Denn wer abgeschoben wird, muss zahlen. Sobald das grundsätzlich verhängte Einreiseverbot in die BRD von drei bis fünf Jahren abgelaufen ist, müssen die Abgeschobenen die Kosten, die ihre Abschiebung verursacht hat, dem deutschen Staat erstatten. Erst dann ist es 5

7 ihnen wieder gestattet deutschen Boden zu betreten. Von viel Geld und Kriminalität kann Sedat Hasani nicht berichten. Der 13-jährige hält ein Fotoalbum in der Hand. Die Bilder darin zeigen ihn bei einer Faschingsfeier im Kindergarten, als deutscher Polizist verkleidet. Auf einem anderen trägt er ebenso eine Uniform. Diesmal die der freiwilligen Feuerwehr. Diesmal ist es keine Verkleidung. Er und sein 12-jähriger Bruder Nazira waren Mitglieder im Ortsverein. Sedats Augen werden feucht, Tränen rollen über seine Wangen: Was haben wir denn getan? Er, der in Gehrden bei Hannover geboren wurde und sein ganzes junges Leben in Deutschland verbracht hat, nur seine deutsche Heimat kennt, findet sich wieder in einem Flüchtlingslager, einer Metallhalle. Er kann nicht mehr in die Schule, da er albanisch weder schreiben noch lesen kann. Deutsch ist seine Sprache. Die Tränen fließen weiter, während Nazira das Wort ergreift: Wissen Sie, hier wühlen wir in Mülltonnen um vielleicht etwas zu finden, was wir noch essen können. Die Mutter hält ihre Hände vors Gesicht. Sie versteckt ihre eigenen Tränen, aber auch sich selbst, so scheint es. Wie muss sich diese Mutter fühlen, die ihren Kindern Schulbildung und ein Leben in Frieden ermöglichen wollte, dafür ihre eigene Heimat hinter sich ließ, nur um nun ihren Söhnen dabei zuzusehen, wie diese die Mülltonnen der Ortschaft nach Nützlichem durchsuchen? Manchmal können wir etwas Holz hacken und so zwei Euro pro Tag verdienen, erzählt Nazira. Die Gelegenheit etwas Geld zu verdienen nehmen sie gerne an, auch wenn dies mit Beschimpfungen und Schlägen ihrer serbischen Auftraggeber verbunden ist und extreme körperliche Tätigkeit darstellt. Es muss eben sein. Sedat und Nazira tragen Verantwortung. Verantwortung für das Überleben. Nicht jedoch Verantwortung für die Situation in der sie sich befinden. Zu diesen offensichtlichen Problemen kommt hinzu, dass der Norden des Kosovo aufgrund der jahrzehntelangen Bleiförderung in den Minen von Trepça hochgradig verseucht ist. Die ehemals mehr als Angestellten arbeiten schon längst nicht mehr in den stillgelegten Minen. Die Schadstoffbelastung aber ist weiterhin vorhanden. Die Camps in Mitrovica haben deshalb bereits traurige Berühmtheit erlangt. Nahezu sämtliche Bewohner weisen Bleiwerte im Blut auf, die jenseits der in West-Europa geltenden Toleranzmarke liegt und in Deutschland zu einer sofortigen Evakuierung führen würde. Vielfach wurde die UN, die zum großen Teil die Verantwortung für diese Camps trägt, kritisiert. Journalisten geben sich die Klinke in die Hand, um wieder und wieder zu berichten. Sie weisen seit Jahren auf Fehlentwicklungen und auf die Bleivergiftung zurückführbare Todesfälle unter den minderjährigen Campbewohnern hin. Die Flüchtlinge sind es leid Interviews zu geben, die nichts zu 6

8 einer Änderung ihrer Lebenssituation beizutragen scheinen. Was soll auch geschehen? Die Lager in Mitrovica wurden bereits einige hundert Meter verlagert, einige hundert Meter weiter weg von den Abraumhalden der Bleiminen. Doch was bringen einige hundert Meter in Anbetracht der Tatsache, dass die ganze Region unter dem Blei leidet? Bis hin nach Leposaviç ziehen sich die Auswirkungen und Probleme. Nach Leposaviç wo Familien mit drei bis zwölf Angehörigen ein einziges Zimmer bewohnen. Wo sich mehr als 70 Personen sechs Gemeinschaftstoiletten teilen und jene, die keinen Wohnraum in der Halle mehr fanden, ihre Tage in den Bretterverschlägen außerhalb der Halle fristen. So wie den Menschen in Leposaviç und Mitrovica geht es hunderten Familien im Kosovo, tausenden abgeschobenen Personen; und es werden täglich mehr. Hilfsorganisationen versuchen zu leisten, was die kosovarische Gesellschaft, der junge kosovarische Staat noch nicht erreicht: die Flüchtlinge zu integrieren, ihnen eine Zukunft zu ermöglichen. Wie nachhaltig eine fremdfinanzierte (Schein-)Integration jedoch ist, bleibt fragwürdig. Am 24. April 2010 wurde ein neues Rücknahmeabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Kosovo unterzeichnet, welches die Rückführung von weiteren Personen vorsieht. Unter ihnen sind Angehörige der Roma-Minderheiten. Weitere Fotos und Berichte: Thomas Rommel, Jahrgang 1980, hat am Leipziger Institut für Ethnologie ebendieses Fach studiert und arbeitet seit seinem Abschluss im Bereich der Organisations- und Konfliktberatung als auch als freier Photograph. 7

9 Roma-Viertel, Plemetina (17 km nordwestlich von Prishtina): Familie S. vor ihrem neuen Zuhause am Rand der Ortschaft. Sie wurden im Juni 2010 abgeschoben 8

10 Roma-Viertel, Fushe Kosove (10 km östl. von Prishtina): Kinder spielen in den noch immer existenten Ruinen von ehemaligen Roma-Häusern Camp für IDPs, Obiliç (15 km von Pristina): Leben im Angesicht der Vergangenheit. Jungs aus dem Lager spielen zwischen den Ruinen der zerstörten Wohnhäuser Fußball 9

11 Roma-Mahala, Mitrovica: Der Platz an dem das Haus von Familie Hasani einst stand. Die Adresse an die Familie Hasani abgeschoben wurde. Im Hintergrund einige der Neubauten des Danish Refugee Council (DRC) Camp für IDPs, Leposaviç: Gemeinschaftstoiletten. Hygiene ist im Lager kaum möglich 10

12 Osterode -Camp für IDPs, Mitrovica: Kinder im Lager Osterode 11

13 2 Ulrich F. Opfermann:...wird sich natürlich nur schwer nachweisen lassen... Der Verdacht als leitendes Motiv Im Mittelpunkt des Beitrags von Rüdiger Benninghaus in der 4. Ausgabe der Blickpunkte 1 stehen die Veränderungen der letzten drei, vier Jahrzehnte im Benennungsdiskurs. Dazu gibt es nun ein paar neue Nachrichten. Ich gehe an dieser Stelle deshalb zunächst kurz darauf ein, weil ich mit ihnen begründen möchte, weshalb ich von einer Beschäftigung mit dem Hauptthema des Verfassers absehe und mich lieber zwei seiner Nebenthemen zuwende. Im Mai 2010 benannte sich die Katholische Zigeunerseelsorge in Katholische Seelsorge für Roma, Sinti und verwandte Gruppen um. 2 Man empfinde das Etikett Zigeuner als nicht mehr zeitgemäß. Gottes Mühlen mahlen langsam. Und Ende Juli 2010 kam es im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern zu einer gemeinsamen öffentlichen Bekundung aller Parteien mit Ausnahme der NPD, gegen deren Sprachgebrauch sie sich richtete. Das von einem Redner dieser Partei provozierend vorgetragene Zigeuner wurde einmütig als diskriminierend zurückgewiesen. Der NPD-Redner fing sich mehrere Ordnungsrufe ein, bevor ihm nach Zigeunerlobby das Rederecht entzogen wurde. 3 Dabei ist die NPD gar nicht so, sie spricht schon auch einmal von geduldeten Roma aus dem Kosovo. Wenn es freilich um eine Gesamtbezeichnung geht, da gibt es nur eine Wahl bei der imaginierten vagabundierenden Volksgruppe, nur dieses eine Wort ist keine von der Zigeunerlobby durchgedrückte politisch überkorrekte Bezeichnung. 4 Das soll hier also nicht weiter vertieft werden. Die Hunde bellen, die Karawane zieht weiter. Mir geht es bei diesem Aufsatz um zwei eng miteinander verbundene klassische Inhalte des älteren Zigeunerdiskurses 5, die Benninghaus im Anschluss an das Benennungsthema anschneidet. 1 Rüdiger Benninghaus, Über die Benennungen der Sinti Bemerkungen zu Ulrich F. Opfermanns Terminologie und seinen Interpretationen, in: S Hoffnungszeichen, in: Antiziganismuskritik, 2 (2010), H. 2, S. 4. Es ist dort allerdings nicht die neue Bezeichnung wiedergegeben, sondern stattdessen eine dem Sprachgebrauch des deutschen Zentralrats folgende Bezeichnung ( Sinti- und Roma-Seelsorge ). 3 Siehe: Andreas Speit, Geistige Brandstifter, in: taz, ; Robert Scholz, 101. Landtagssitzung: Tino Müller (NPD) und die Zigeuner, in: aufgerufen am Siehe die Stellungnahme der NPD zur Landtagsdebatte in Schwerin: aufgerufen am Wenn die Verwendung von Zigeuner nicht als Zitat ausgewiesen ist, dann ist ein diffuses Sammeletikett mit einer ausgedehnten und disparaten Vielfalt von ethnisch-biologischen, ethnischkulturellen und soziografischen Bedeutungen und Konnotationen gemeint. An- und Abführungszeichen markieren in diesem Fall Distanz. 12

14 Zwei Annahmen und ein Belegproblem Es geht um Religiosität von, wie Benninghaus sagt, Zigeunern im allgemeinen und um sogenannte Mehrfachtaufen im besonderen. Er erklärt, in meiner Untersuchung 6 zur frühneuzeitlichen Geschichte westdeutscher Romagruppen leugne ich die Tatsache von Mehrfachtaufen. Er weitet dann aus: ich schließe mich damit einer modischen Jagd nach,antiziganistischen Belegen an, die dazu dienten die Wahrheit über Zigeuner umzubiegen. Mehrfachtaufen hätten einen einfachen Grund. Zigeuner versuchten, sich durch Patengeschenke zu bereichern. Mir war es in meinen Aussagen zur Mehrfachtaufe um das Stereotyp der betrügerischen und seriell praktizierten Mehrfachtaufe gegangen. Ich hatte nach dem Stellenwert im deutschsprachigen Zigeunerdiskurs der Frühen Neuzeit und nach dem realen Gehalt des Konstrukts gefragt. Ich hatte in dem Berg von zeitgenössischen Quellen, die mir zur Verfügung standen, darunter zahlreiche Taufbücher seit Beginn der Aufzeichnungen, empirische Belege gesucht. Ich hatte einmal eine Zweifachtaufe gefunden. Im ersten Durchgang war es eine Zwangstaufe gewesen. Ein protestantischer Pfarrer hatte 1758 ein Kind auf Initiative der Hebamme gegen den Willen der Eltern getauft. Die Taufe musste nach deren Protest in der katholischen Kirche wiederholt werden. 7 Ich hatte nichts gefunden, was auch nur ansatzweise als Bestätigung deutbar gewesen wäre und die Hypothese betrügerischer (oder auch nichtbetrügerischer) Mehrfachtaufen als falsch verworfen und als unbelegtes Stereotyp den abwertenden Zigeunerbildern dieser Zeit zugeordnet. Es erwies sich wohl aber, dass ein Taufwunsch Roma-Eltern unter den gegebenen Bedingungen oft viel Stehvermögen abforderte. Die Taufe konnte grundsätzlich verboten sein, da sie allein umb Geldes, auch Fressens und Sauffens willen geschehe (Hessen-Kassel, Reformationsordnung von 1656). Pfarrer verweigerten von sich aus die Taufe. Willigte ein Pfarrer in eine Taufe ein, so fehlten doch zunächst noch die Paten. Niemand war verpflichtet, aufs Gevatterbitten einzugehen, schon gar nicht bei Leuten alicujus maculae..., so einen Flecken an sich haben. Denn daß jemand bey liederlichen Personen als Landstreichern oder Infamen und 6 Ulrich Friedrich Opfermann, Seye kein Ziegeuner, sondern kayserlicher Cornet. Sinti im 17. und 18. Jahrhundert. Eine Untersuchung anhand archivalischer Quellen, Berlin Opfermann, S

15 was dieser Art mehr ist, sich zu diesem Dienst in Person einfinden soll, dazu kann man wohl niemanden verbinden, so der führende zeitgenössische Enzyklopädist Johann Heinrich Zedler. 8 Kam es zur Patenschaft, musste ein Taufgeschenk nicht folgen. Es sei wahrhafftig eine freywillige Gabe (Zedler). Kam es dazu, dann bestand das Geschenk darin, die Mutter für mehrere Wochen nach der Entbindung zu verpflegen und in einem Geschenk für das Kind immer einmal in den folgenden Jahren. Anders als die Eingesessenen konnten Sinti- Familien in den ganzen Genuss einer solchen Selbstverpflichtung gar nicht kommen, weil sie nicht am Ort bleiben konnten. Wenn es schlecht kam, wurden sie unmittelbar nach der Niederkunft vertrieben. Benninghaus geht davon aus, dass das Wissen von Zigeunern über christliche Theologie in der Vergangenheit recht dürftig gewesen sei (und in der Gegenwart wohl auch noch sei). Die Taufe habe eine gewisse magische Funktion für sie gehabt, was nur als Hinweis auf heidnische Vorstellungen gedeutet werden kann. Von einer entwickelten Christlichkeit wie bei der Mehrheitsbevölkerung, suggeriert er, lasse sich demnach grundsätzlich nicht sprechen (damit eben auch nicht von einer von christlichen Motiven getragenen Taufentscheidung). Ein über Jahrhunderte in weiten Teilen des deutschen Sprachraums neben Zigeuner umgangssprachlich weit verbreiteter kategorialer Begriff war Heiden. Mir war es um die Frage gegangen, ob die in der Perspektive auf Heiden enthaltenen Annahmen berechtigt waren. Soweit ich in Quellen Einblick nehmen konnte, zeigte sich aber für meinen Untersuchungsraum, dass die Vorstellung von einer vor allem von materieller oder sozialer Nützlichkeit bestimmten vorgetäuschten Christlichkeit völlig unzutreffend ist. Eine Vielzahl von Belegen widerlegte dieses Bild, so wie andererseits die Belege zum Wunderheilen, Schadenzauber, Wahrsagen oder Planetenlesen auf magische Vorstellungen und gewisse Christlichkeitsdefizite in der Mehrheitsbevölkerung deuteten. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Zwang zur Dauermigration für eine christlich orientierte Lebenspraxis erhebliche Schwierigkeiten mit sich brachte (kein zuständiger Pfarrer, keine Integration in eine Gemeinde, keine Christenlehre, eingeschränkte Teilnahme an rituellen Handlungen usw.). 8 Johann Heinrich Zedler, Universal-Lexicon, 63 Bände, Halle/Leipzig (ND Graz 1961), Bd. 26, Sp f. Vgl. zu Patenschaft und Infamierung: Richard van Dülmen, Kultur und Alltag in der Frühen Neuzeit. Zweiter Band. Dorf und Stadt Jahrhundert, München 1992, S

16 Benninghaus bezieht sich nicht auf einen definierten Raum und auf eine begrenzte Zeit. Die von ihm behaupteten Merkmale von Zigeunern sind für ihn einschränkungslos quer durch Zeit, Raum und Gruppenkulturen ein stabiles gemeinsames Kulturgut. Wen alles er in sein Kollektivum Zigeuner mit einschließt, bleibt ungesagt. Jedenfalls schließt er niemand aus, es läuft unvermeidlich auf eine globale Gesamtheit von erstens Roma und zweitens sich wie auch immer nach Zigeunerart betätigenden Nichtroma hinaus. 9 Sein Zigeunerbegriff ist nicht nur wenig ausgearbeitet, er ist auch unbegrenzt. 10 Benninghaus geht auf die ihm widersprechenden Befunde aus Literatur und Quellen über die allgemeine Feststellung hinaus, eine antiziganistische Mode werde damit gefüttert, nicht ein. Wie sieht es nun mit der Empirie bei ihm selbst aus? Was legt er selbst zugunsten seiner ja außerordentlich weitgreifenden Verallgemeinerung vor? Für die Frühe Neuzeit, eine Zeitspanne von immerhin ein paar Jahrhunderten, findet er genau einen Anhaltspunkt für Mehrfachtaufen. In einer 1793 erschienen Schrift behauptet ein Pfarrer, ein Kind sei, um ein doppeltes Pathengeld zu gewinnen, zweimal getauft worden. Das ist, selbst wenn es stimmen sollte, für die Frühe Neuzeit insgesamt ein bisschen wenig. 11 Für das 19. und das 20. Jahrhundert sieht die Sache nicht besser aus. Benninghaus nennt als Gewährsmann den jenischen Folkloristen Engelbert Wittich. Wittich behauptete 1927 über Zigeuner, dass der Blick auf ihre Sitten und Gebräuche ein Rückblick in eine sehr primitive menschliche Phase sei. Zu den Details der anschließenden Brauchtumsschilderung gehörte auch, sie betrachteten die Taufe eines Kindes vom rein geschäftsmäßigen Standpunkt, und zwar wegen der zu erhoffenden Patengeschenke. Weshalb es vorkomme, daß man das Kindlein aus diesem Grunde noch in einem anderen Orte abermals taufen läßt. 12 Worauf Wittich sich damit bezog, ob auf Literatur, auf eigene oder fremde Beobachtung oder auf eigene oder fremde systematische Untersuchungen, ist nicht erkennbar. Dem Wittich-Hinweis fügt Benninghaus die zitierten Annahmen zum geringen theologischen Wissen und zur magischen Funktion der Taufe bei Zigeunern hinzu: elaborierte Religiosität einer sesshaften und zivilisierten Mehrheitsbevölkerung gegen magische Rituale in primitiv-nomadischen Stammesgesellschaften. Worauf er 9 Benninghaus, S Vgl.: Joachim Krauß, Zigeunerkontinuum - die Raum und Zeit übergreifende Konstanz in der Beschreibung von Roma in Theorie und Empirie, in: Antisemitismusforschung, Bd. 18 (2009), S Johann Erich Biester, Ueber die Zigeuner; besonders im Königreich Preußen, in: Berlinische Monatsschrift, Bd. 21, 1793, S , , hier: S Engelbert Wittich, Beiträge zur Zigeunerkunde, bearbeitet, eingeleitet und herausgegeben von Joachim S. Hohmann, Frankfurt a. M. u. a. 1990, S

17 sich bezieht, wenn er z. B. die ebenfalls als Mehrfachtaufler herangezogenen Konfessionswechsler aus der Minderheit (vom Katholizismus zur Pfingstkirche usw.) nach den Kriterien mangelnder Christlichkeit und eines rückständigen Zauber- und Aberglaubens von mehrheitsgesellschaftlichen Konfessionswechslern und mehrheitsgesellschaftlicher Religiosität abgrenzt, erklärt er nicht. Erkennen lässt er, dass er Zigeunern eine ernsthafte religiöse Entscheidung nicht abnimmt. Unübersehbar fehlen Benninghaus alle Voraussetzungen für eine auch nur annähernd plausible Beweisführung. Sein empirischer Befund geht gegen Null. Merkwürdigerweise führt er den Belegmangel gegen sich selbst ins Feld, wenn er feststellt, es würden sich Mehrfachtaufen natürlich nur schwer nachweisen lassen. Sein Verifizierungsproblem deutet er als naturgegebene Unbeweisbarkeit seiner Hypothese. Woraufhin er sie umgehend fallen lassen müsste, was er entschieden verweigert. Das erinnert an den bekannten Beweisweg zur Delinquenz von Zigeunern : Sie seien so raffiniert, dass sich ihnen nur schwer etwas nachweisen lasse. In der Unbeweisbarkeit liege der Beweis. Die Tradition als Referenz Es ist aufschlussreich, sich den zigeunerkundlichen Kontext, in dem Benninghaus sich mit seiner Darstellung bewegt, näher anzuschauen. Da gibt es eine mehrhundertjährige Zuschreibungstradition, die eine Abschreibtradition ist. In der Frühen Neuzeit galt die Übernahme vom Vorverfasser als verbindliche Methode. Das ist sie (auch wenn es fleißig weiterhin so gemacht wird) nicht mehr. Um zu der Traditionslinie, der Benninghaus sich anschließt, in äußerster Kürze und beschränkt auf die Frühgeschichte der Zigeunerkunde ein paar Hinweise zu geben: 1550 sprach Sebastian Münster in seiner einflussreichen Cosmographie Zygeinern oder Heyden jede Religion ab, ob sie schon ire Kinder under den Christen lassen taufen war die angebliche Mehrfachtaufe Ahasver Fritschs Beitrag zum Thema Religion der Ziegeuner bestimmte Jacob Thomasius Ziegeuner zu Verächter[n] der Religion, als sie ein Kind um schändlichen Gewinnst willen vielmahl taufen lassen zählte Georg Paul Hönn in seinem Betrugslexicon unter dem Stichwort Zigeuner sechs angeblich typische Betrugsformen auf, darunter die 13 Sebastian Münster, Cosmographey oder Beschreibung aller Länder, Basel 1592, CCCLXXXVIII (lateinische und deutsche Erstausgaben: Basel 1550), zit. nach: Ruch, Wissenschaftsgeschichte, S Ahasver Fritsch, Historische und politische Beschreibung der so genanten Ziegeuner nebst wahrer Anzeigung ihres Uhrsprungs, Lebenswandels und Sitten, o. O (lateinische Erstausgabe 1659), S Jacob Thomasius, Curiöser Tractat von Ziegeunern. Aus dem Lateinischen ins Teutsche übersetzt..., Dresden/Leipzig 1702 (lateinische Erstausgabe 1652), S

18 Mehrfachtaufe. 16 Die Zigeuner dieser Verfasser sind zeittypisch nach dem soziografischen Muster als schemenhafte multiethnische Population mit der Teilgröße der ethnischen Ursprungszigeuner konstruiert. Sie sind insgesamt kulturelle Abweichler, es verbindet sie ein gemeinsamer Wertegegensatz gegenüber der Umgebungsgesellschaft, die sie geschickt für ihre Zwecke auszunutzen verstehen. Dabei bedienen sie sich raffinierter Formen der Verstellung. Ahasver Fritsch: eine diebische Gesellschafft und eine recht zusammengelauffene Grundsuppe allerley müßiges und betrügerisches Gesindleins,... welches sich aus vielerley nicht weit entlegenen Völckern versamlet. 17 Jacob Thomasius: eine Rotte von Dieben, Mördern und Gaucklern, welche durch die Farbe, Kleidung und, wie sie nur gekunt, eine[n] blaue[n] Dunst gemacht. Was nun die Mehrfachtaufe angeht, setzen die von Benninghaus angeführten zwei Gewährsleute von 1793 und 1919 deren Tradierung in die Moderne hinein fort. Er hätte noch Eva Justin (1944) zitieren können, die enge Mitarbeiterin von Robert Ritter, dem Leiter der Rassenbiologischen Forschungsstelle im Nationalsozialismus. In ihrer Nachfolge übernahm Hermann Arnold 1965 die Zuschreibung, sich dabei ausdrücklich auf sie berufend. 18 Benninghaus verzichtet auf Justin und Arnold. Das überrascht ein wenig, denn bei Vertretern der nationalsozialistischen und der an sie anschließenden postnationalsozialistischen Zigeunerforschung wie Ritter oder Arnold betreibt er nicht selten so z. B. auch in dem hier angesprochenen Aufsatz 19 ein seltsames, von außen betrachtet nicht notwendiges name dropping. Er möchte wohl betonen, dass sein Forschungsverständnis die Protagonisten dieser Forschungsrichtung als ganz normal akzeptiert. Überschneidungen Ein Nachsatz ist noch erforderlich. Das Konstrukt einer Gruppe, für deren Angehörige Religion vor allem ein Mittel zum Zweck der Bereicherung ist und die daher den Taufakt gezielt für betrügerische Manipulationen nutzt, tritt zumindest in der deutschsprachigen Literatur doppelt auf. Es findet sich in Aussagen zu Zigeunern und zugleich in antijüdischen Schriften. Spätestens in der Frühen Neuzeit wurde Juden, die zum Christentum übergetreten waren, eine Betrugsabsicht unterstellt. Eine besondere Variante des Verdachts stellte der auf betrügerische Mehrfachtaufen dar. So heißt es in der ersten Hälfte des 16 Georg Paul Hönn, Betrugslexicon, worinnen die meisten Betrügereyen in allen Ständen... entdecket, Coburg 1761, 2., neue und verbesserte Aufl. (ND München 1977), S. 518f. 17 Fritsch, S Zu Justin und Arnold: Hermann Arnold, Die Zigeuner. Herkunft und Leben der Stämme im deutschen Sprachgebiet, Olten/Freiburg i. B. 1965, S Benninghaus, S. 17f., Fußnoten 27 und

19 18. Jahrhunderts in expliziter Parallelisierung mit Zigeunern von einem jüdischen Delinquenten, dass die Taufe sein Handel seye, der ihn ernähre,..., da [= wie] freylich zum Exempel die Zigeuner die Religion für ein Gewerb und Handel halten. 20 Jüdische Taufbetrüger kommen in zahlreichen frühneuzeitlichen Steckbriefen und Gaunerlisten vor, was kein Nachweis des Delikts, sondern des Verdachts ist. Es habe sich, war die Vorstellung, eine spezialisierte Gruppe von jüdischen Taufbetrügern innerhalb des Gaunertums gebildet. Zu deren Praktiken habe auch die Entführung jüdischer Kinder und deren Übergabe gegen Prämien in die Hände von Jesuiten gehört. Dem habe sich dann die bezahlte Rückentführung der Kinder an die Eltern angeschlossen. 21 An dieser Stelle überschneidet sich die antijüdische Verdächtigung mit der des Kinderdiebstahls durch Zigeuner. Das Bild der jüdischen Religiosität, wie es nicht nur in der Figur des Taufbetrügers gezeichnet wird, war das einer Vortäuschung von Religion aus materiellen Motiven. Der ganze Gottesdienst der Juden sieht mehr einem Börsen-Geschäft ähnlich, meinte der Aufklärer Georg Christoph Lichtenberg, und der moderne Antisemitismus erklärte den Talmud zum Handbuch des Betrugs und eine Konversion zum Christentum zu einem Akt der Betrugsoptimierung. Der Eigenschaftskomplex Jude sei ob kulturell oder genetisch verankert unkorrigierbar, eine Taufe diene also stets nur dem bequemeren Betrug. Ganz ähnlich die Sichtweise auf den Eigenschaftskomplex Zigeuner. Die Konstrukte von der vorgetäuschten Christlichkeit und von der betrügerischen Mehrfachtaufe sind fester Bestandteil des jeweiligen Gesamtrepertoires der Stereotype. Sie gehören zur Schnittmenge antiziganistischer und antisemitischer Bilder. Fazit Benninghaus kleiner thematischer Ausflug in der vierten Ausgabe der Blickpunkte schließt exakt an die ältere delinquenz-, devianz- und dissidenzgerichtete Stereotypbildung an und schlägt die Brücke in benachbarte populäre Vorstellungswelten ( Zigeuner als zwanghafte ewige Nomaden, als Rosstäuscher, als Diebe, ihre Namensmanipulationen, ihre Libertinage, ihr betrügerisches Wahrsagen als wesentliche Erwerbsquelle etc.pp.). Gemeinsamer Inhalt dieser Konstrukte ist der Verdacht. Um Überprüfung geht es Benninghaus nicht. Er hat ja eine Überzeugung, wie schon seine Vorgänger in naher oder ferner Vergangenheit sie hatten. Einer irgendwie ernsthafteren Beweisführung bedarf diese Überzeugung nicht. Kommt Widerspruch, 20 So der Jurist Johann Jodocus Beck ( ) zit. nach: Rudolf Glanz, Geschichte des niederen jüdischen Volkes in Deutschland. Eine Studie über historisches Gaunertum, Bettelwesen und Vagantentum, New York 1968, S Glanz, S. 69ff. 18

20 kommt sie für Benninghaus von verschworenen bösen Kräften, die in gespielter antiziganistischer Empörung die Wahrheit zu unterdrücken und zu verfälschen versuchen. Aber er erkennt sie, die Zigeuner und Zigeunerfreunde, begreift und enthüllt mutig ihre wahren Motive. Spitzbuben, die sie sind, versuchen sie, an die enormen Ressourcen der Gypsy Industry heranzukommen. In der lasse sich nämlich gut Geld verdienen und Karriere machen (siehe dazu auch die Stellungnahme des Rom e. V. in der 9. Ausgabe). Man fragt sich, ob für Phantasmagorien wie diese die Blickpunkte ein guter Ort sind? Dr. Ulrich F. Opfermann ist Historiker. Seine Schwerpunkte sind die Geschichte der mitteleuropäischen Roma und die jüngere Zeitgeschichte. Dazu hat er zahlreich veröffentlicht. Er ist u.a. für die Gedenkstätte Aktives Museum Südwestfalen (Siegen) und den Rom e.v. (Köln) tätig. 19

21 3 Rüdiger Benninghaus: Ein criminal tribe in der Türkei? Die Conolar in Süd-Anatolien 1 Seit über zwei Jahrzehnten sind die Conolar 2 immer wieder Thema in den örtlichen und regionalen Medien in den südtürkischen Provinzen Adana, Mersin und Osmaniye und selbst in der überregionalen Presse fast immer mit negativen Schlagzeilen, selten einmal neutral dargestellt, positiv ohnehin nicht. Häufig werden sie als Çingene (Zigeuner) bezeichnet, meist jedoch einfach als Conolar oder Cono aşireti (Cono-Stamm). Soweit ich weiß, sind sie bisher noch nicht Gegenstand akademischer Recherchen bzw. Publikationen gewesen. Die folgende Darstellung gründet sich daher hauptsächlich auf Zeitungsberichte; ich selbst bin noch nicht mit ihnen in Kontakt getreten. Da sie Kreisen außerhalb der Türkei so gut wie unbekannt sind, sei hier ein erster Versuch gemacht, sie anhand des wenigen vorhandenen Materials vorzustellen. Das Siedlungsgebiet der Cono Zwar behauptete der zeitweilige Führer der Cono, dass Angehörige seines Stammes selbst in Spanien, Griechenland und Bulgarien lebten, 3 doch sind ihre hauptsächlichen Ansiedlungen in der Süd-Türkei zu finden, und zwar in: 4 Adana-Yüreğir (in der Metropole Adana): Akıncılar Mahallesi, 5 Kışla Mahallesi, 6 Yavuzlar Mahallesi 7 und vor allem Ulubatlı Hasan Mahallesi. 8 1 Wenn man über die Cono liest, wird man an die zur Zeit der britischen Kolonialherrschaft in Indien als criminal tribes (später: denotified tribes ) bezeichneten Bevölkerungsgruppen erinnert. Als Literaturhinweise dazu seien hier lediglich angeführt: HOLLINS 2005; BIRINDER PAL SINGH 2010 und SCHWARZ Mit -lar (bzw. -ler ) wird im Türkischen der Plural gebildet. Im vorliegenden Beitrag wird jedoch Cono vereinfacht (pars pro toto) auch für die Mehrzahl gebraucht. Cono spricht sich Dschono. 3 BAŞTÜRK 1988, S.38. Ob dem tatsächlich so ist bzw. ob es sich überhaupt um eine nennenswerte Zahl in den genannten Ländern handelt, sei dahingestellt. 4 Es ist nicht klar, ob alle hier genannten Wohnplätze der Cono noch aktuell sind, da sich in den letzten Jahren (bis in die letzten Monate) manches geändert hat. Mahalle bedeutet (Stadt-)Viertel. Meist handelt es sich bei den hier angegebenen Stadtvierteln lediglich um bestimmte Straßen, in denen die Cono leben, nicht um das gesamte Viertel. Es wurde hier darauf verzichtet, die einzelnen Straßen zusätzlich anzugeben. 5 EKER/ YILMAZ EKER 2002; EKER/ YILMAZ Anonymus 2008 b; KARADAĞ 2008; KARAMAN/ RAMOĞLU YILMAZ 2003; Anonymus <Cihan> 2007 b; KARAMAN/ RAMOĞLU 2010 und zahlreiche andere Erwähnungen. Ulubatlı Hasan ist wohl in Adana Haupt- Stützpunkt der Cono. In dem Viertel, eine Gecekondu -Ansiedlung (über Nacht gebaute illegale Häuser) sollen Anfang Cono-Familien gelebt haben (Anonymus <Cihan> 2007 a). Etwa im März oder April 2010 wurde begonnen, die Häuser der Cono einzureißen (mindestens 45 Häuser) um dort eine Bildungseinrichtung zu erbauen und natürlich die Cono zu zerstreuen (Anonymus 2010 a). Viertel von Zigeunern in verschiedenen Städten der Türkei besonders bekannt geworden ist 20

22 Adana-Yüreğir: Sofular (Gemeinde). 9 Adana-Kozan: Arslanpaşa Mahallesi. 10 Osmaniye: Yeşilyurt Mahallesi. 11 Osmaniye-Kadirli. 12 Mersin: Çilek Mahallesi. 13 Mersin-Tarsus: Barbaros Mahallesi. 14 Mersin-Tarsus: Yenice (Gemeinde). 15 In den Metropolen der West- bzw. Nordwest-Türkei dürften sicherlich zeitweise ebenfalls Cono leben und arbeiten. 16 Die Geschichte von Con(o) Ahmet 17 Die Cono haben den Namen von ihrem Stammvater Con(o) Ahmet bekommen, der in der Hinsicht das Sulukule-Viertel in Istanbul sind in den vergangenen Jahren wiederholt mit der Begründung, Stadterneuerung zu betreiben, niedergerissen worden, zumal sie vielfach die Viertel mit der schlechtesten Bausubstanz sind. 9 Anonymus <İHA> 2010 d. 10 Anonymus Anonymus (aufgerufen am ). 13 PITIR 2007; Anonymus 2007 c; İNSAN BİÇER/ BAŞAR 2006; İPKIRAN Anonymus 2010 b. 16 Es gibt allerdings kaum konkrete Hinweise auf Ansiedlungen von Cono in den Provinzen Sakarya, Çorum und Kayseri, wie von ÖZKAN (2000, S.31) behauptet. 17 Im Folgenden nach BAŞTÜRK 1988, S.36 f. Der Text ist auch zusammengefasst zu finden unter: unter der Eintragung Cono Ahmet (aufgerufen am ). 21

23 jedoch weder in grauer Vorzeit gelebt hat, noch von einer mythischen Aura umgeben ist. Er ist 1911 in der Çukurova, der Ebene bei Adana, die für ihre Baumwollfelder bekannt ist, geboren worden und starb dort Seine Lebensgeschichte und die Geschichte des Ordubozan-Stammes 18 will er seinem vierzehnten Sohn, Şahmeran Gezer, 19 diktiert haben, aus der dann das Wochenmagazin Nokta Passagen veröffentlichte. Es wird darin erzählt, dass sein Vater Dino dem Ordubozan-Stamm angehörte, die Mutter Ummuhan jedoch einem anderen Stamm, den Dağıdık. 20 Beides sind türkische Namen, jedoch ist nicht klar, um was für Stämme es sich gehandelt haben soll vielleicht waren es auch nur Clans; denn schriftliche Quellen über diese Stämme ließen sich bisher nicht finden. Angeblich soll es sich um Türken gehandelt haben. Cono, der älteste Sohn der beiden, deren Familienname nicht genannt wird, hat später den Namen seines Onkels mütterlicherseits, Ahmet, als Zusatznamen bekommen. Cono soll in der Sprache der Ordubozan welche das auch immer sein mag soviel wie mutig, ausdauernd bedeuten. Die Verbindung von Cono Ahmet s Eltern soll zu einer Feindschaft (es wird von Blutrache gesprochen) zwischen den Ordubozan und den Dağıdık geführt haben, so dass die Familie in die Berge gegangen ist. Die Dağıdık holten sich jedoch zunächst ihre geraubte Angehörige Ummuhan zurück und gaben sie Dino dann im Austausch gegen Cono wieder zurück. Als Cono Ahmet 15 Jahre alt war, floh er von den Dağıdık nach Bulgarien, wo sich sein Vater aufhalten sollte. Dies ist offensichtlich der Grund für die später immer wieder kolportierte Herkunft der Cono aus Bulgarien. 21 Cono Ahmet fand zwar in Bulgarien seinen Vater nicht, dafür aber ein Mädchen aus dem Camızcılar- Stamm mit dem bezeichnenden Namen Mandacı. 22 Da ihr Stamm das Mädchen nicht in die Türkei gehen lassen wollte, machten sich die beiden heimlich auf und davon und fuhren mit einem Frachtschiff in die Türkei; zu Fuß dann weiter in die Çukurova bzw. in die Berge des Adana-Gebietes. 18 Ordubozan bedeutet im umgangssprachlichen Türkisch Krampfader, hat aber auch die Bedeutung von Aufrührer. Ob es tatsächlich einen Stamm mit diesem Namen gibt, kann (noch) nicht beantwortet werden. 19 Gezer und Gezici (beides etwa: Wanderer) sind zwei Familiennamen unter den Cono, die darauf hinweisen, dass sie einmal nichtsesshaft/ mobil gewesen waren. 20 In dem im Volksmund Adanalılar mahallesi (Viertel der Leute aus Adana) genannten Viertel in Istanbul-Gaziosmanpaşa ist die Rede von Dagidik -Zigeunern, die hauptsächlich Musiker sein sollen ( aufgerufen am ). 21 So z.b. bei KARAMAN/ RAMOĞLU Hier wird die Ankunft aus Bulgarien mit dem Jahr 1918 angegeben. Es wird auch berichtet, dass die Cono über Erzurum nach Adana gekommen wären, was bedeuten könnte, dass sie von Bulgarien kommend in einem nordosttürkischen Schwarzmeer-Hafen an Land gegangen sind. 22 Camız bedeutet ebenso wie manda Büffel, genauer gesagt Wasserbüffel; ein camızcı oder mandacı ist also jemand, der hauptsächlich mit diesen Tieren in irgendeiner Weise zu tun hat. 22

24 Nach und nach schlossen sich Cono Ahmet Angehörige seines Stammes an und auch Aptal genannte Leute, die man wohl mit der in diesem und anderen Gebieten Anatoliens lebenden Bevölkerungsgruppe der Abdal(lar) in Verbindung bringen muss. Die Abdal sind eine überwiegend 23 alevitische Bevölkerungsgruppe noch nicht geklärter Herkunft, die häufig als Zigeuner angesehen wird und sich teilweise selbst als solche bezeichnet. 24 Sie sind in etwa mit den Jenischen Mitteleuropas vergleichbar, ohne jedoch mit diesen in irgendeiner Weise verwandt zu sein. Von den Abdal soll Cono Ahmet das Stehlen gelernt haben, da die Zeit nach dem Krieg (dem Zweiten Weltkrieg?) von Hunger und Arbeitslosigkeit geprägt war und auch andere Leute als Wegelagerer ihr Auskommen suchten. Cono Ahmet soll ein großer, attraktiver Mann gewesen sein, so dass ihm die Frauen und Mädchen zu Füßen lagen. So werden als weitere Frauen Cono Ahmets namentlich noch Gülo, Meliki (vom Melikli/ Melikan-Stamm 25 ) und Hızma erwähnt. Cono Ahmet musste nach Syrien und dem Irak fliehen, nachdem er die bereits verheiratete Meliki entführt hatte. In Syrien war seine nächste Eroberung Hızma, die Tochter des Führers des Perzani- Stammes. 26 Mit ihr und einer weiteren Frau kehrte er in die Türkei zurück. Zum Schluss war die Zahl seiner Frauen auf mindestens 12 gestiegen und seine Kinder waren der Grundstock einer Bevölkerungsgruppe bzw. eines neuen Stammes, der dann Cono heißen sollte. Die etwas detailliert wiedergegebene Geschichte von Cono Ahmet ob sie sich tatsächlich so zugetragen hat, sei dahingestellt soll zeigen, dass dieser neue Stamm der Cono offensichtlich heterogener Herkunft ist. Man wird vermutlich von wenigstens drei Grundkomponenten ausgehen können: 23 Es gibt auch einige islamisierte (sunnitische) Abdal, vor allem, wenn sie über längere Zeit in muslimischer Umgebung ansässig waren. In der Kreisstadt Tire (Provinz Izmir) beispielsweise leben Rom-Zigeuner und sunnitisierte Abdal mehr oder weniger im gleichen Viertel. Der Vorsitzende des neugegründeten Roma-Vereins in Tire stellte sich als Abdal heraus (siehe auch: Von sunnitischen Abdal berichtet auch OKUMUŞ 2005, S Einige Literaturhinweise zu den Abdal in Anatolien: ANDREWS 1989; SVANBERG 1989; OKUMUŞ Alevitische Abdal der Gruppe Teber im Istanbuler Zigeunerviertel Kuştepe beispielsweise lehnen eine Identifizierung mit Zigeunern ab (MARSH 2008, S.26). Die Anfang Januar 2010 aus Manisa-Selendi vertriebenen Romanlar (Roma), wie sie ausnahmslos in der Presse genannt worden sind (z.b. ŞEN 2010), sollen eigentlich Abdal gewesen sein, wie mir verschiedene Roma aus dem Gebiet erzählten. 25 Der kurdische Melikan-Stamm (bzw. Stammesföderation) siedelt heutzutage wohl hauptsächlich in Urfa, Hasankeyf und Cizre (nach İbrahim Bozkurt in: (aufgerufen am ). ÖZ- KAN (2000, S.42) führt einen in Malatya lebenden Melikli/ Melikan-Stamm an, der jedoch auch in anderen Gegenden der Türkei zu finden sein soll. Demnach hält er diesen Stamm offenbar für Zigeuner. 26 Ein solcher Stamm konnte bisher nicht gefunden werden. Aufgrund des Namens könnte man sie für eine kurdische Bevölkerungsgruppe halten. Allerdings gibt es auch in Syrien Abdal (MEYER 2004, S.15), mit denen Cono Ahmet ebenso gut Kontakt gehabt haben konnte. 23

25 Abdal, Kurden und Türken. Als Cono Ahmet 44 Jahre alt war, d.h. um 1955 (nach anderer Angabe 1951), hat er die Berge verlassen und sich mit seinen Leuten im Akıncılar-Viertel in Adana- Yüreğir niedergelassen. 27 Die Cono als Zigeuner In verschiedenen türkischen Publikationen über Zigeuner finden die Cono nur kurze Erwähnung; so z.b. in der Übersichtsdarstellung von A.R. Özkan über die Zigeuner der Türkei: 28 In Adana sind die vor allem mit Taschendiebstahl beschäftigten Zigeuner unter dem Namen Cono bekannt. Wenngleich nicht deutlich ausgedrückt, bezieht sich sein folgender Satz ebenfalls auf sie: Für die aus Bulgarien kommenden und in den Provinzen Kayseri, Adana, Osmaniye, Sakarya und Çorum ansässig gewordenen Zigeuner wird die Bezeichnung Haymantos gebraucht. 29 Haymantos (häufiger auch als haymatloz ) ist eine Verballhornung des deutschen Wortes heimatlos. In der Auflistung der Zigeunern in den verschiedenen Provinzen schreibt der gleiche Autor über Adana: Außerdem gibt es auch solche, die Taschendiebstahl und Diebstahl als Weg des Lebensunterhaltes gewählt haben. Vor allem sind der Öffentlichkeit durch verschiedene Fernsehprogramme die Conolar als diejenigen bekannt gemacht worden, die sich damit beschäftigen. 30 Über Zigeuner in der östlichen Nachbarprovinz Osmaniye macht er eine ähnliche Aussage, ohne die Cono jedoch namentlich zu erwähnen. 31 Auch weitere Autoren führen die Bezeichnung Cono offenbar kritiklos und ohne tatsächliches Wissen über sie als eine der verschiedenen Namen an, die in der Türkei Zigeunern gegeben werden In einem Teil des Akıncılar-Viertels sollen Einwanderer aus Bulgarien angesiedelt worden sein (KILIÇ 1991, S.44). Ob das schon zur Zeit der Niederlassung von Cono Ahmet so gewesen ist und ob er sich aus diesem Grunde in Akıncılar niedergelassen hat, kann nicht beantwortet werden. 28 Mustafa Aksu hatte gegen das Buch von Özkan als diskriminierend geklagt (AKSU <2009> S.120 f.) und ist damit bis zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gegangen, der jedoch gerade entschieden hat, dass das Buch nicht als diskriminierend zu bezeichnen ist (ÖN- DEROĞLU 2010). 29 ÖZKAN 2000, S.31. Was die genannten Provinzen Sakarya, Çorum und Kayseri angeht, so ist das ständige Vorhandensein einer größeren Anzahl von Cono eher zweifelhaft. Alle Übersetzungen aus dem Türkischen von R.B. 30 Ebd., S Ebd. Er führt jedoch das Viertel an, in dem die Conolar leben. 32 Z.B. ARAYICI 2008, S.242; DINÇER In einer Art freiem türkischen Internet-Wörterbuch (eher ein Forum) ( finden sich unter der Eintragung Cono verschiedene Vorstellungen über und Erfahrungen mit dieser Bevölkerungsgruppe, u.a.: Name von nomadischen Zigeunern im Çukurova-Gebiet. ( putperest am ) Oder: Sie haben eine Aura, die selbst den größten Humanisten zum Nazi werden lassen. Sie Zigeuner zu nennen 24

26 Haşim Söylemez schreibt: Die Cono sind zwar zigeunerischer Herkunft, jedoch Angehörige eines Stammes, der innerhalb der Zigeuner verschiedene Besonderheiten aufweist.... Bei Zigeunern gibt es kein Stehlen und sie haben einen bestimmten Glauben. 33 Die Zigeuner sind meist nicht ungebildet, sie sind alphabetisiert. Für die Cono jedoch ist Diebstahl ein Teil ihres Lebens, von dem sie nicht lassen können. Das Heiraten bei den Cono ist von dem der Zigeuner unterschieden. Die Zigeuner verheiraten keine 9jährigen Mädchen. Die Cono leben sesshaft in den Städten; sie haben eine eigene Sprache. Anders als die Zigeuner, die die Sprache ihres Herkunftsgebietes sprechen, sprechen die Cono eine Sprache, die ein Gemisch aus Bulgarisch, Englisch und Türkisch ist. Der Forscher Ahmet Yavuz, der darauf hinweist, dass die Cono zwar zigeunerischer Herkunft sind, jedoch eine von den Zigeunern unterschiedliche Lebensart pflegen, sagt Folgendes: Die Cono sind von dem zigeunerischen Cono-Stamm.... Sie sind nicht richtig Zigeuner, nicht ganz unvermischt; sie treten uns als ein Mischvolk gegenüber. 34 Viele dieser Aussagen muss man zumindest als schräg bezeichnen; unter dem Strich ist jedoch die Aussage festzuhalten, dass man sie zwar allgemein als Zigeuner ansieht, jedoch durchaus Unterschiede zu (anderen) Zigeunern festzustellen sind. Zur Religionslosigkeit : die Cono behaupten, einmal im Jahr für 12 Tage zu fasten, was sie als Bektaşi-Fasten bezeichnen. Dies dürfte also im Monat Muharrem stattfinden und bedeuten, dass die Cono mehr oder weniger Aleviten sind, was somit für eine Abdal- Komponente bzw. -Herkunft spräche, 35 wenngleich auch andere alevitische Wurzeln denkbar wären. Diese Vermutung wird durch eine Passage über die Cono in Mersin in dem Bericht über eine Rundreise zu verschiedenen Zigeunergruppen in der Türkei unterstützt: The Cono community of Mersin, southern Turkey, were clear that if they had any opportunity to access normal employment and education they would cease to be involved in petty crime, but they had no choice as they had been branded thieves for many decades and this had become a self-fulfilling prophecy for the group. Despite this reputation as hereditary criminals, the Cono were profound in their Alevi beliefs and adhered to the tenets of Alevism as far as they were able. 36 Marginalised ist eine schwere Beleidigung für die Zigeuner. ( tarsusian am ) 33 SÖYLEMEZ Kurz vorher hatte der Autor noch die Feststellung getroffen: Die Cono sind so ungebildet wie sie religionslos sind. 34 Ebd. 35 Ein Dom-Zigeuner in Antakya (südliche Nachbarprovinz von Adana) nach den Cono befragt ( ), bezeichnete sie als alevitische Abdal. 36 Es ist kaum denkbar, dass die Cono außer einigen wenigen Resten eines Alevitentums noch in alevitischen sozio-religiösen Strukturen eingebunden sind, womit dann auch ihre Religionsausübung beschränkt ist. So ist wohl auch der letzte Teil des hier zitierten Satzes zu verstehen. 25

27 even by other Gypsy groups in the area, they nevertheless spoke remnants of Romanes amongst themselves and articulated their own identity as Gypsies. 37 Man kann demnach wohl davon ausgehen, dass die Cono nicht Mitglieder in Vereinen von Roma geworden sind, die sich in der letzten Zeit z.b. in Adana und Mersin 38 gegründet haben. Was die hier angeführten Romanes-Reste angeht, so dürften diese über das Argot der Abdal 39 in ihre jetzige Sprache (oder vielleicht eher Argot) gekommen und nicht als Beleg für ihre Zugehörigkeit zu einer Zigeunergruppe aufzufassen sein. Der, soweit bekannt, längste Beitrag über die Cono aus dem Jahre 1988 bringt sie nicht mit Çingene in Verbindung, 40 was darauf hindeuten könnte, dass sie erst später zu Zigeunern geworden 41 sind. Allerdings könnte sich auch die verbreitete Auffassung von den Abdal als Zigeuner auf sie übertragen haben. Die Wirtschaftsweise der Cono Um das Jahr 1988 waren die jungen Frauen bzw. Mädchen der Cono als E-5 in kızları (die Mädchen von der Europastraße 5) bekannt. Was es damit auf sich hat, erklärte der schon erwähnte Şahmeran Gezer: Wenn es an einem Ort keine Arbeit gibt, wenn jemand nicht arbeiten kann, nicht zum Militär, nicht zur Schule gehen kann und hungrig bleibt, was tut er dann? Er stiehlt natürlich. Wir haben das Stehlen gewählt; denn sie haben uns dahin gedrängt. Entweder betreibst du Frauenhandel oder du stiehlst. Unsere schönen Mädchen gehen auf die Straße; [vornehmlich auf die E-5 zwischen Adana und Ceyhan, Anm. R.B.] den Fahrern, die mit ihnen anbändeln wollen, nehmen sie das Geld ab. 42 Das nennt man Diebstahl. Was ich sagen will: die Frauen arbeiten und versorgen uns. So werden wir Wegelagerer, Zigeuner und Räuber genannt. Wen du auch immer fragst, man flüchtet vor uns, hat Angst und hält 37 MARSH/ DANKA 2008, S.96 f. Zigeuner wurden schon in osmanischer Zeit als Scharfrichter/ Henker beschäftigt (HALLIDAY 1922, S.182); bis heute werden Zigeuner u.a. auch mit diesem Beruf verbunden. Als in Adana ein Linksextremist hingerichtet werden sollte, trug man diese Aufgabe den Cono an, die dies jedoch empört zurückgewiesen haben sollen (DİNÇER 2007). Ob dies so gedeutet werden kann, dass sie nicht mit Zigeunern identifiziert werden wollten, sei dahingestellt. 38 Eine diesbezüglich an den Vorsitzenden des Roma-Vereins in Mersin vom blieb bisher unbeantwortet. Das vorstehende Zitat (Anm.35) über Cono in Mersin unterstreicht diese Einschätzung. 39 Je nach Gegend enthält das jeweilige Abdal-Argot mehr oder wenige Lehnwörter aus dem Romanes (vgl. auch TIETZE 1982, S.522 und BLÄSING 2002). 40 BAŞTÜRK Allerdings wird in dem Artikel (S.42) ein Jurist nach Zigeunern in der Türkei befragt, die staatenlos wären. 41 Um einen Ausdruck von EREN (2008, S.133) zu benutzen ( sonradan Roman olmak ). 42 Einige der jungen Frauen haben es offenbar schon zu einem regionalen Bekanntheitsgrad gebracht, z.b. Alev Güvercin (KARADAĞ 2008). Über die Arbeitsweise der Cono-Frauen siehe auch: KİBRİTOĞLU 2007; Anonymus

28 sich von unserem Viertel fern. 43 So ist auch seine Aussage verständlich, dass ihnen ein Mädchen so viel wert ist wie drei Männer. Der ihnen immer wieder gemachte Vorwurf, Prostitution zu betreiben, wird entschieden zurückgewiesen. Tatsächlich sollen zwangsweise durchgeführte Untersuchungen von aufgegriffenen Cono-Mädchen ihre Jungfräulichkeit festgestellt haben. 44 Neben Diebstahl und Einbrüchen in Autos sind die Cono auch in den Rauschgifthandel eingestiegen. 45 Ihre Streifzüge sind nicht nur auf ihre Heimatregion beschränkt, sondern führen sie in Metropolen wie Istanbul oder Ankara; nach erfolgreicher Arbeit kehren sie dann meist nach Süd-Anatolien zurück, um dort die Früchte zu genießen. 46 Leute aus Adana erzählten, dass die Cono anfangs mit von Büffeln gezogenen Karren gekommen waren, die dann von Pferdewagen abgelöst wurden, bevor sie auf Murat-Autos (türkische Automarke) umstiegen, dann auf Renaults, gefolgt von Şahin (ebenfalls eine türkische Automarke) um schließlich vorerst beim BMW anzukommen. 47 Manche Cono leben aber (wenigstens zum Teil) auch vom Sammeln von Altpapier, wie es häufig auch Zigeuner in der Türkei tun. 48 Einige wenige sollen in Fabriken arbeiten. Bei der Beurteilung der Cono-Aktivitäten wird man wohl nicht ganz außer Acht lassen können, dass Adana als Hauptstadt der Gewalttätigkeit in der Türkei gilt oder galt, wobei natürlich auch die Cono daran ihren Anteil haben. 49 Als ein Faktor dafür wird die recht große Hitze dort angegeben; man wird jedoch vermutlich auch in Betracht ziehen müssen, dass Adana ein Zentrum der Binnenmigration aus anderen Provinzen ist und die Zugewanderten die Zahl der Einheimischen bei weitem übertrifft. 43 BAŞTÜRK 1988, S.38. In verschiedenen Städten der Türkei gibt es Stadtviertel, vor deren Betreten gewarnt wird; es handelt sich überwiegend um Zigeunerviertel; so z.b. Hacıhüsrev in Istanbul oder das so nicht mehr existierende Çinçin (auch: Çınçın) Bağları in Ankara (ONARAN İNCİRLİOĞLU 2006, S.192 f.). Die als Zigeuner bezeichnete Bevölkerung im letztgenannten Viertel sind allerdings zumindest teilweise Abdal (dies., S.196 und 203, Anm.13). 44 BAŞTÜRK 1988, S Anonymus 2009; Anonymus <A.A.> 2010 c; Anonymus <İHA> 2010 d; Anonymus 2010 e; KARAMAN/ RAMOĞLU SÖYLEMEZ Eine Cono-Frau drückte es so aus, als sie sich gegen den Vorwurf des Drogenhandels verteidigte: Wir gehen nach Ankara und Istanbul, schlagen dort zu, kommen nach Adana und leben wie die Könige. Was sollen wir machen das ist unser Beruf.... Wir sind keine Tütchenverkäufer, sondern Diebe. (Anonymus <İHA> 2010 f). Demgegenüber eine andere Cono-Frau: Ich habe mit Diebstahl viel Geld verdient. Aber alles habe ich meinem Mann gegeben. Mein Mann hat jedoch während ich im Gefängnis war, begonnen, mit A.Ç. zusammen zu leben. Mit meinem Geld hat er seine Geliebte gefüttert.... Ich stehle jetzt nicht mehr, sondern verdiene das Geld im Schweiße meines Angesichts. (Anonymus 2008 a) 47 KILIÇ 1991, S.46; SÖYLEMEZ İRİDAĞ/ SÖYLEMEZ Ebd. In dem Zusammenhang wird sogar vom Cono-Faktor gesprochen. 27

29 Die Cono und die Behörden Cono Ahmet s Geschichte zeigt, dass schon bei der Ethnogenese des Cono- Stammes einerseits Ausländer (Frauen aus Bulgarien und Syrien) eine Rolle spielten, andererseits Diebstahl die Haupteinnahmequelle war. Beides also Momente, die die Cono von staatlichen Autoritäten eher Abstand halten ließen. Anfang 1981 sollen die Cono an die Menschen umfasst haben, von denen die überwiegende Mehrheit nicht registriert, also faktisch staatenlos war. Sie lebten mit Aufenthaltsgenehmigungen von einem halben oder einem Jahr, wobei sie auf ein Papier gleich eine ganze Reihe von Personen aufschreiben ließen. Das soll etwa 35 Jahre so vonstatten gegangen sein. 50 Nach der Titelreportage in der Wochenzeitschrift Nokta im März 1981, wo besonders auch ihre Staatenlosigkeit hervorgehoben worden war, soll es keine Woche gedauert haben, bis sie Papiere und die türkische Staatsangehörigkeit zuerkannt bekommen haben, 51 was allerdings angesichts der türkische Bürokratie als rekordverdächtige Eile bezeichnet werden kann und fast nicht zu glauben ist. Fehlende Papiere bedeuteten natürlich auch, dass keine standesamtliche Trauungen infrage kamen; man heiratete vor einem Imam. 52 Militärdienst und Schulbesuch 53 fielen ebenfalls lange Zeit als mögliche integrative Faktoren aus. Die Berichte über meist blutige Auseinandersetzungen mit Nicht-Cono 54 und mit der Polizei sind zahlreich. Bei den häufig in ihren Vierteln durchgeführten Razzien oder auch aus anderen Gründen notwendigen Auftritten der Ordnungshüter sind neben normaler Polizei meist auch verschiedene Sondereinheiten, teils mit Unterstützung aus der Luft, beteiligt. Auch Panzer und ähnliches Gerät kommen dabei zum Einsatz, denn es ist bekannt, dass die Cono wenig Achtung vor Autoritäten haben und sich mit allem verfügbaren Material, Steinen, Schusswaffen u.a.m. zur Wehr setzen. 55 Unter diesen Umständen ist es klar, dass die Justiz in Adana große 50 BAŞTÜRK 1988, S.34 und 38. Nichtregistrierte Bewohnern sind in der Türkei keine Besonderheit. Etwa in jenen Jahren wird von nicht registrierten Menschen allein in den Provinzen Ağrı und Kars berichtet (Anonymus 1986). Siehe auch ONARAN İNCİRLİOĞLU (2006, S.193) über Zigeuner in Ankara-Çınçın Bağları. 51 USKAN BAŞTÜRK 1988, S Zwar mögen Cono-Kinder heutzutage in die Schule gehen, doch ist es offenbar für die Schulbehörden nicht leicht, Lehrer für die Arbeit an Schulen in oder in der Nähe der Cono-Viertel zu gewinnen, da die Eltern der Kinder im Bedarfsfall mit den Lehrkräften nicht zimperlich umgehen (YILMAZ 2003). 54 Z.B. BAŞKAN 1991 b; KILIÇ 1991; EKER 2002; YILMAZ/ ÜLKER 2006; Anonymus 2010 b. 55 YILMAZ/ ÜLKER 2006; BİÇER 2007; Anonymus <A.A.> 2010 c; KARAMAN/ RAMOĞLU 2010 u.a.m. 28

30 Erfahrungen mit den Cono hat. 56 Immer wieder wurde von der benachbarten Bevölkerung gefordert, sie umzusiedeln. 57 Man hatte zu dem Zweck nicht nur eine Unterschriftenkampagne ( Unterschriften) gestartet, sondern sogar Geld gesammelt, damit die Provinzregierung mit Geldzahlungen die Cono zur Niederlassung an anderen Orten bewegen konnte. 58 Ab 1992 wurden ihnen dann Entschädigungen gezahlt und sie haben sich zum Teil in anderen Vierteln Adanas niedergelassen oder sind nach Tarsus und Kadirli gegangen. 59 Marginalität und Identität Wie zu sehen war, haben die sich zu einem eigenen Stamm entwickelten Cono zu Anfang keine endogamen Züge aufgewiesen. Ihr Führer Şahmeran Gezer betonte (1988), dass sie keine ihrer Mädchen außerhalb der Gruppe heiraten lassen würden und gab auch unumwunden zu (vielleicht nicht ganz ernst), dass die unter ihnen üblichen Verwandtenheiraten zu geistiger Zurückgebliebenheit bei etlichen von ihnen geführt hätte. 60 Wenn die übrige Bevölkerung von Adana sie manchmal aptal nennt, 61 so mag man hierin zwei Bedeutungen sehen: Aptal bedeutet eben beschränkt, dumm, kann aber auch im Sinne der ethnischen Gruppe der Abdal verstanden werden. Es scheint, dass sich in neuerer Zeit mehr Zwischenheiraten mit anderen Bevölkerungsgruppen ergeben haben, u.a. auch mit (Rom-)Zigeunern. 62 Das Bewusstsein, ein eigener Stamm zu sein, scheint bei ihnen recht ausgeprägt zu sein, 63 wenngleich sie sich als Angehörige des Ordubozan-Stammes begreifen oder 56 Z.B. ein Bericht über den Auftritt von Cono vor Gericht: Anonymus 1999; siehe auch Anonymus <İHA> 2010 d. 57 GEZER/ SARI 2006; Anonymus <Cihan> 2007 a und b. 58 KILIÇ 1991, S EKER, 2002 und: 60 BAŞTÜRK 1988, S.35 und 42. In dem freien türkischen Internet- Wörterbuch (Eintragung Cono ) bestätigt vejeteryan kurt am die Endogamie der Cono. 61 BAŞTÜRK 1988, S.35; KILIÇ 1991, S.44. Wie die Mehrheitsbevölkerung über die Cono denkt, ist manchmal Inhalt von Internetforen, z.b.: (aufgerufen am ); siehe auch: Da die Cono offenbar auch einen gewissen Unterhaltungswert besitzen, wundert es fast nicht, dass sich bei Facebook auch eine kleine Gruppe von Leuten aus Adana (höchstwahrscheinlich Nicht-Cono) unter dem Namen Cono Sosyetesi (Cono High Society) gebildet hat: (aufgerufen am ) mit dem Hinweis: alle Cono sind hier (versammelt) (aufgerufen am ; Registrierung erforderlich). 63 Şahmeran Gezer drückte es so aus: Wir sind wahre Stammeskinder. (BAŞTÜRK 1988, S.39) Oder eine verhaftete Cono-Frau, als sie sich vom Vorwurf einer Straftat freisprechen wollte: Wir sind ein Stamm. Wir ähneln uns. (KARADAĞ 2008) Obgleich man in der Türkei zur Zeit eine verbreitete Rückbesinnung auf Stammeszugehörigkeiten beobachten kann zahlreiche 29

31 begriffen haben sollen. Zwar geben oder gaben sie sich als 100 %ige Türken ( özbeöz Türk ) aus, was besonders um 1988 kaum verwunderlich war, da alles andere als Separatismus aufgefasst und vermutlich verfolgt worden wäre, jedoch ist es verräterisch, wenn der Führer Şahmeran Gezer von sich erzählte, dass er eine Türkin (eigentlich eine Afscharin) zur Frau genommen hätte, 64 was sich anhört, als gehörten diese einer anderen ethnischen Gruppe als sie selbst an. Allerdings wollen die Cono angeblich außer Türkisch keine andere (Mutter-)Sprache sprechen. 65 Bei einer Auseinandersetzung im Januar dieses Jahres mit Kurden oder jedenfalls aus Ost-/Südost-Anatolien gekommenen Zuwanderern fiel von Seiten der Cono der nationalistisch-türkische Slogan: die Märtyrer sind unsterblich, das Vaterland unteilbar, der gerne gegen Kurden bzw. die PKK verwendet wird. 66 Hieran wird deutlich, dass die Cono, wenngleich sie möglicherweise ursprünglich auch kurdische Vorfahren hatten, heute mit Kurden nichts gemein haben wollen. Das Wir-Bewusstsein und Selbst-Image der Cono ist sicherlich geprägt von der Ablehnung, die ihnen als Gruppe entgegen gebracht wird, was man jedoch wohl kaum anders als eine Folge ihres Verhaltens und ihrer Wirtschaftsweise verstehen kann, wenngleich auch diese ihre Gründe haben. Die Cono scheuen sich nicht, wie bereits bemerkt, zuzugeben, dass sie vom Stehlen leben bzw. rühmen sich sogar dessen. 67 Der enge Zusammenhalt und das häufige Agieren als Gruppe 68 ist kein Widerspruch zu der Tatsache, dass unter ihnen selbst Streitigkeiten und teils blutige Auseinandersetzungen keine Seltenheit sind. 69 Die als Führer der Cono bekannt gewordenen Personen bzw. die als solche in den Medien bezeichnet wurden, sollen meist nicht eines natürlichen Todes gestorben sein: Cono Ahmet starb infolge eines Unfalles (oder während eines Streites an Herzversagen), 70 Şahmeran Gezer wurde während eines Streites getötet 71 und Poyraz Dikyar wurde am in Adana-Ceyhan von der Polizei erschossen (vorsätzlich, wie es hieß), nachdem er in Osmaniye einen Raub Stämme präsentieren sich mit Internetseiten ist das Stammesdenken der Cono nicht eine neue Erscheinung. 64 BAŞTÜRK 1988, S Ebd., S.37 f. 66 İNSAN Siehe auch dazu den Filmausschnitt: QlcD8U (aufgerufen am ). 67 BAŞTÜRK 1988, S.38; SÖYLEMEZ 2001; MARSH/ DANKA 2008, S.96; ALKAN 2010; Anonymus <İHA> 2010 f; KARAMAN/ RAMOĞLU Z.B. beim Überfall auf den Busbahnhof in Adana-Yüreğir (ÜLKER 2009) oder bei Diebstählen (SÖYLEMEZ 2001); bei Auseinandersetzungen mit Ordnungskräften oder benachbarten Nicht- Cono. 69 Z.B. Anonymus <A.A.> 2005; Anonymus 2007 c und d; BİÇER 2007; PITIR BAŞTÜRK 1988, S.36 und: (aufgerufen am ). 71 BAŞKAN 1991 a; EKER 2002; EKER/ YILMAZ

32 begangen hatte. 72 Es wird behauptet, dass der Stamm danach führerlos geblieben sei. Zusammenfassend lässt sich über die Cono beim bisherigen Stand der Erkenntnisse sagen, dass es keine konkreten Hinweise gibt, die eine Verwandtschaft zu Rom- oder Dom-Zigeunern in der Gegend bestätigen würden. Hingegen ist es wahrscheinlich, dass sie eine von den Abdal abgespaltene Bevölkerungsgruppe sind, die sich, besonders in der Zeit ihrer Ethnogenese, mit Angehörigen anderer Ethnien gemischt hat und durch ihre Marginalität mehr oder weniger zu einer besonderen Einheit geworden ist. Ob bei den häufigen internen Auseinandersetzungen unter den Cono auch ihre einmal angenommene heterogene Zusammensetzung eine Rolle spielt, kann hier lediglich als Frage in den Raum gestellt werden. Den (möglichen) Zusammenhang zwischen Marginalisierung/Marginalität und (Gruppen-)Kriminalität im Vergleich mit anderen Bevölkerungsgruppen zu diskutieren, war nicht das Anliegen dieses Beitrages, gleichwohl ist es ein (natürlich nicht neues) interessantes ethnologisches Thema, zu dem auch Beispiele aus Deutschland herangezogen werden könnten. 73 Quellen: Andrews, Peter Alford: Abdal In: Peter Alford Andrews (ed.): Ethnic Groups in the Republic of Turkey (Beihefte zum Tübinger Atlas des Vorderen Orients, Reihe B - Geisteswissenschaften - Nr.60), S Wiesbaden 1989 Aksu, Mustafa Türkiye de Çingene olmak <Zigeunersein in der Türkei, Türk.> Ankara o.j. <2009> (3. erw. Aufl.; 1.Aufl. Istanbul 2003) Alkan, Türker: Conolu kadın <Eine Cono-Frau, Türk.> In: Radikal, Istanbul-Bağcılar 72 KARAÇALI 2005; KARADAĞ 2005; siehe auch: (aufgerufen am ). 73 Man könnte da z.b. an die Mhallami denken, die so genannten libanesischen Kurden/ kurdischen Libanesen, aber natürlich nicht nur an sie. 31

33 Anonymus: Ağrı ve Kars ta 95 bin kişi nüfusa kayıtlı değil <In Ağrı und Kars sind Personen nicht registriert, Türk.> In: Tercüman, , S.8 Istanbul-Zeytinburnu Anonymus: Adana da Cono gerginliği <Cono-Spannung in Adana, Türk.> In: Milliyet, , S.13 Istanbul-Bağcılar Anonymus: Adana da Cono gerginliği <Cono-Spannung in Adana, Türk.> In: Milliyet, , S.14 Istanbul-Bağcılar Anonymus: Conolara ateş <Feuer auf die Conolar, Türk.> In: Milliyet, , S.16 Istanbul-Bağcılar Anonymus: Conolar ın savaşı <Der Krieg der Cono, Türk.> In: Türkiye (gazetesi), Istanbul-Yenibosna Anonymus <A.A.>: Kozan da aşiret kavgası: 6 yaralı <Stammesstreit in Kozan: 6 Verletzte, Türk.> In: haber7.com, Istanbul-Eyüp <im Internet: (aufgerufen am ; nicht mehr im Internet verfügbar) 32

34 Anonymus <A.A.>: Conolar polisle çatıştı: 12 yaralı <Auseinandersetzung der Cono mit der Polizei: 12 Verletzte, Türk.> In: Hürriyet, Istanbul-Güneşli Anonymus <Cihan>: Mahalleli conoların tahliyesi için Adana Valiliği ne istimlak parası gönderme kampanyası başlattı <Die Viertelbewohner haben eine Kampagne begonnen, der Provinzregierung Geld für die Enteignung zu schicken, um die Cono zu evakuieren, Türk.> In: Zaman, a Istanbul-Yenibosna Anonymus <Cihan>: Conolarla halk yine karşı karşıya geldi <Die Cono sind wieder mit der Bevölkerung aneinander geraten, Türk.> In: Zaman, b Istanbul-Yenibosna Anonymus: Cono aşiretinde savaş gibi kavga <Streit im Cono-Stamm wie ein Krieg, Türk.> In: Zaman, c Istanbul-Yenibosna Anonymus: Cono aşiretinin kavgası kanlı bitti <Die Auseinandersetzung des Cono-Stammes endete blutig, Türk.> In: haber7.com, d Istanbul-Eyüb <im Internet: (aufgerufen am ) Anonymus: Hırsız kadından polise ilginç şikayet <Die interessante Beschwerde einer Diebin vor der Polizei, Türk.> In: Milliyet, a Istanbul-Bağcılar 33

35 Anonymus: Dolandırıcı kadınlara aşk operasyonu < Liebes -Operation gegen betrügerische Frauen, Türk.> In: Milliyet, b Istanbul-Bağcılar Anonymus: Mersin de Conolar 363 hırsızlık ve yağma olayına karışmış <In Mersin haben Cono mit 363 Diebstahls- und Raubfällen zu tun, Türk.> In: MersinHaber.com, Mersin <im Internet: (aufgerufen am ) Anonymus: Cono Mahallesi ne eğitim kampüsü <Bildungskampus auf Cono-Viertel, Türk.> In: Yenigün, a Izmir Anonymus: Cono Aşireti ve Yenice de Oturan Urfalılar Kapıştılar <Der Cono-Stamm und in Yenice lebende Leute aus Urfa stürzten sich aufeinander, Türk.> In: Çukorovavitrin Gazetesi, b Tarsus-Yenice Anonymus <A.A.>: Cono lara hava destekli uyuşturucu operasyonu <Eine Rauschgift-Operation mit Luftunterstützung gegen die Cono, Türk.> In: Yeni Asya, c, S.6 Istanbul-Güneşli Anonymus <İHA>: 43 Cono adliyeye sevk edildi <43 Cono sind dem Gericht vorgeführt worden, Türk.> In: Yeni Adana, d Adana 34

36 Anonymus: Cono ları Böyle Deşifre Etti <So hat er die Cono entlarvt, Türk.> In: Adana Havadis, e Adana Anonymus <İHA>: Hırsız değilim ırgatım <Ich bin keine Diebin, sondern Arbeiterin, Türk.> In: Yenigün, f Izmir Arayıcı, Ali: Çingeneler Avrupa nın vatansızları <Zigeuner die Heimatlosen Europas, Türk.> Istanbul-Taşdelen 2008 Başkan, Mustafa: Cono aşiretinin reisi öldürüldü <Der Führer des Cono-Stammes wurde getötet, Türk.> In: Milliyet, a, S.1 und 15 Istanbul-Bağcılar Başkan, Mustafa: Adana da olaylı bayram <Ereignisreiches Fest in Adana, Türk.> In: Milliyet, b, S.16 Istanbul-Bağcılar Baştürk, Ayşe: Cono nun kadınları Adana da vatansızlar gettosu <Die Cono-Frauen Das Ghetto der Staatenlosen in Adana, Türk.> In: Nokta, yıl <Jg.> 6, sayı <Nr.> 10 (13 mart <März> 1988), S Istanbul-Levent Biçer, Abdullah: Mersinde Conolar birbirlerine girdi <Die Cono in Mersin sind aneinander geraten, Türk.> 35

37 In: haber7.com, Istanbul-Eyüb <im Internet: (aufgerufen am ) Biçer, Abdullah/ Başar, Tuncer : Şalvarlı mafya çökertildi <Die Pumphosen-Mafia wurde eingefangen, Türk.> In: haber7.com, Istanbul-Eyüb <im Internet: (aufgerufen am ) Birinder Pal Singh (ed.): Criminal tribes of Punjab. <A socio-anthropological inquiry> London u.a Bläsing, Uwe: Ein Beitrag zu Zigeuner-Jargons, Geheimsprachen und zum argotischen Wortschatz in der Türkei- Einige Bemerkungen zu Caferoğlus Liste aus dem Wortschatz der Elekçi bei Alaçam (Bolu) In: Iran & the Caucasus, vol.6, no.1/2 (2002), S Leiden u.a. Dinçer, Ethem: Sarı Serdar ve 42 Gün... <Der blonde Serdar und die 42 Tage..., Türk.> In: Bianet, Istanbul-Beyoğlu <im Internet: (aufgerufen am ) Eker, Yüksel: Adana da linç girişimi <Lynch-Versuch in Adana, Türk.> In: Radikal, Istanbul-Bağcılar 36

38 Eker, Yüksel/ Yılmaz, Yakup: Cono isyanı <Cono-Aufstand, Türk.> In: Milliyet, , S.5 Istanbul-Bağcılar Eren, Zeynep Ceren: Imagining and Positioning Gypsiness A Case Study of Gypsy/ Roma from Izmir, Tepecik Ankara 2008 (Orta Doğu Teknik Üniversitesi, Sosyal Bilimler Enstitüsü, Medya ve Kültürel Çalışmalar Anabilim Dalı, yüksek lisans tezi/ M.A. thesis, Middle East Technical University) <im Internet: > (aufgerufen am ) Meyer, Frank: Dōm und Turkmān in Stadt und Land Damaskus Vom geflickten Sackleinenzelt zur vornehmen Stadtwohnung (Erlanger Geographische Arbeiten, Sonderbd. 22) Erlangen 1994 Gezer, Murat/Sarı, Ömer: Polisin mahalleliyle yaptığı huzur toplantısında Conolar konuşuldu <Beim Treffen der Polizei mit den Viertelbewohnern ist über die Cono gesprochen worden, Türk.> In: Zaman, Istanbul-Yenibosna Halliday, W.R.: Some Notes upon the Gypsies of Turkey In: Journal of the Gypsy Lore Society, 3rd series, vol.1 (1922), S Edinburgh Hollins, Samuel Thomas: The criminal tribes in India Delhi 2005 İnsan, Mustafa: Kız kavgasında milliyetçi slogan <Nationalistischer Slogan im Streit um ein Mädchen, Türk.> 37

39 In: Milliyet, , S.10 Istanbul-Bağcılar İpkıran, Cem: Conolara seher vakti operasyonu yapıldı <Gegen die Cono wurde am frühen Morgen eine Operation durchgeführt, Türk.> In: Zaman, Istanbul-Yenibosna İridağ, O./ Söylemez, H(aşim): Yoook öyle... Biz Adanalıyız <So ist das nicht... Wir sind aus Adana, Türk.> In: Aksiyon dergisi, sayı <Nr.> 412 ( ) Istanbul-Yenibosna <im Internet: columnistid=0&sectionid=34> (aufgerufen am ) Kaptan, Ufuk/ Şentürk, Aydın: Cono lar polisle çatıştı <Zusammenstoß der Conolar mit der Polizei, Türk.> In: Milliyet, , S.3 Istanbul-Bağcılar Karaçalı, Fatih: Cono lideri soygunda öldürüldü <Der Cono-Führer wurde bei einem Raub getötet, Türk.> In: Hürriyet, Istanbul-Güneşli Karadağ, Neşet: Cono lara polis sürgünü <Polizeideportation der Conolar, Türk.> In: Milliyet, , S.3 und 12 Istanbul-Bağcılar Karadağ, Neşet: 14 polise ömür boyu hapis talebi <Forderung nach lebenslänglicher Freiheitsstrafe für 14 Polizisten, Türk.> 38

40 In: Radikal, Istanbul-Bağcılar Karadağ, Neşet: Yine aşk gaspı, yine Alev <Wieder ein Liebesraub, wieder Alev, Türk.> In: Hürriyet, Istanbul-Güneşli Karaman, Murat/ Ramoğlu, Ziya: Conolar a 15 günde ikinci şafak baskını <In zwei Wochen die zweite Razzia im Morgengrauen bei den Cono, Türk.> In: Sabah, , S.20 Istanbul-Beşiktaş Kibritoğlu, Murat: Önce güzelleşip, sonra dolandırıyorlar <Zuerst machen sie sich schön, danach betrügen sie, Türk.> In: Hürriyet, Istanbul-Güneşli Kılıç, Şengün: Biz ve onlar Türkiye de etnik ayrımcılık Araştırma Röportaj <Wir und sie ethnische Diskriminierung. Recherche Reportage, Türk.> Istanbul-Cağaloğlu 1991 Marsh, Adrian: Ethnicity and Identity: Who are the Gypsies? In: Ebru Uzpeder/ Savelina Danova-Roussinova/ Sevgi Özçelik/ Sinan Gökçen (eds.): We are Here! Discriminatory Exclusion and Struggle for Rights of Roma in Turkey; ed. for: Edirne Roman Derneği (EDROM)/ European Roma Rights Centre (ERRC)/ Helsinki Yurttaşlar Derneği, S Istanbul 2008 <im Internet: (aufgerufen am ) Marsh, Adrian/ Danka, Anita: Unequal Citizenship: Human Rights Violations against Turkish Gypsies In: Ebru Uzpeder/ Savelina Danova-Roussinova/ Sevgi Özçelik/ Sinan Gökçen (eds.): We 39

41 are Here! Discriminatory Exclusion and Struggle for Rights of Roma in Turkey; ed. for: Edirne Roman Derneği (EDROM)/ European Roma Rights Centre (ERRC)/ Helsinki Yurttaşlar Derneği, S Istanbul 2008 <im Internet: und: (aufgerufen am ) Önderoğlu, Erol: Book The Gypsies in Turkey not Discriminatory In: Bianet, Istanbul-Beyoğlu <im Internet: (aufgerufen am ) Özkan, Ali Rafet: Türkiye Çingeneleri <Türkei-Zigeuner > Ankara 2000 Okumuş, Ejder: Türkiye de Marjinal bir Grup Olarak Abdallar <Eine marginale Gruppe in der Türkei: die Abdal, Türk.> In: Sosyal Bilimler Araştırma Dergisi, yıl <Jg.> 3, sayı <Nr.> 6 (Eylül/ Sept. 2005), S Diyarbakır <im Internet: (aufgerufen am ) Onaran İncirlioğlu, Emine: Where Exactly is Çınçın Bağları? The Boundaries of a Gypsy Neighborhood in Ankara In: Adrian Marsh/ Elin Strand (eds.): Gypsies and the Problem of Identities Contextual, Construc-ted and Contested (Swedish Research Institute in Istanbul, Transactions vol.17), S Istanbul 2006 Pıtır, Ümit: Conolar kavga etti: 6 kişi yaralandı <Die Cono haben sich gestritten: 6 Verletzte, Türk.> 40

42 In: Zaman, Istanbul-Yenibosna Schwarz, Henry: Constructing the criminal tribe in colonial India acting like a thief Malden, MA u.a Şen, Banu: Selendi deki kıvılcım sigaradan çıkmamış < Der Funken in Selendi stammt nicht von einer Zigarette, Türk.> In: Milliyet, , S.14 Istanbul-Bağcılar Söylemez, Haşim: Çukurovalı Daltonlar <Die Daltons aus der Çukurova, Türk.> In: Aksiyon dergisi, sayı <Nr.> 330 ( ) Istanbul-Yenibosna <im Internet: (aufgerufen am ) Svanberg, Ingvar: Marginal Groups and Itinerants In: Peter Alford Andrews (ed.): Ethnic Groups in the Republic of Turkey (Beihefte zum Tübinger Atlas des Vorderen Orients, Reihe B - Geisteswissenschaften - Nr.60), S Wiesbaden 1989 Tietze, Andreas: Zum Argot der anatolischen Abdal (Gruppe Teber) In: Acta Orientalia Academiae Scientiarum Hungaricae, tomus 36 (1982), S Budapest Ülker, Tahsin: Conolar otogarı bastı, camları kırdı <Die Cono haben den Busbahnhof überfallen und Fenster zerschlagen, Türk.> In: Milliyet, Istanbul-Bağcılar 41

43 Uskan, Arda: Nokta dan <Von Nokta, Editorial, Türk.> In: Nokta, yıl <Jg.> 6, sayı <Nr.> 1s (27 mart <März> 1988), S.5 Istanbul-Levent Yılmaz, Meral: A be burası okuldur be <Bruder [?], das ist hier eine Schule, Türk.> In: Aksiyon dergisi, sayı <Nr.> 460 ( ) Istanbul-Yenibosna <im Internet: (aufgerufen am ) Yılmaz, Yakup/ Ülker, Tahsin: Cono lar hırsız kovalayan 4 kişiyi vurdu <Die Cono haben vier Personen verletzt, die einen Dieb vertrieben, Türk.> In: Hürriyet, Istanbul-Güneşli Rüdider Benninghaus arbeitet zur Zeit noch im Dokumentationszentrum des Rom e.v. in Köln und beschäftigt sich vor allem mit Fragen der Ethnizität, mit Minderheiten und konkret auch mit der Ethnohistorie von Zigeunern in Deutschland (besonders dem Rheinland). Die Türkei ist ein weiteres Interessengebiet. 42

44 4 Henning Schwanke: Assoziationen zur Ausstellung Auf dem Dienstwege... Dokumente der Erfassung, Ausgrenzung und Deportation von Leipziger Sinti und Roma im Nationalsozialismus Im Geisteswissenschaftlichen Zentrum (GWZ) der Universität Leipzig war vom 6. bis 24. September 2010 die Ausstellung: Auf dem Dienstwege... Dokumente der Erfassung, Ausgrenzung und Deportation von Leipziger Sinti und Roma im Nationalsozialismus zu besichtigen. Die Ausstellung war die Auftaktveranstaltung der Initiative "Geschichte vermitteln", die damit eine Veranstaltungsreihe eröffnete, welche sich zum Ziel gesetzt hat sich kritisch mit der Diskriminierung von Roma und Sinti in Vergangenheit und Gegenwart auseinanderzusetzen. Die Ausstellung porträtierte einzelne Personen aus Leipzig und deren Verfolgungsgeschichte im Dritten Reich mit einem fokussierten Bezug auf Bürokratie, Juristokratie und Wissenschaft. Grundsätzlich geht es der Initiative aber nicht ausschließlich um die Zeit des Nationalsozialismus. Auch die aktuelle Diskriminierung und Ausgrenzung von Roma und Sinti, wie sie beispielsweise gerade in Frankreich oder Osteuropa aber auch in Sachsen, wie durch den Brandanschlag in Klingenhain Weihnachten 2009 oder aktuell die Debatte in Leipzig Volkmarsdorf präsent sind, sollen hierbei thematisiert werden. - Das einfache Denken unterstellt dem Opfer immer eine Mitschuld an seinem Erleiden, oder ganz archaisch: dadurch, das Gewalt gegen einen Menschen oder eine charakterisierbare Gruppe ausgeübt wurde, haftet dem Erleidenden ein unheimlicher Makel der Unberührbarkeit oder Unreinheit an. Weil sie diesen Makel tragen, sind sie häufig Objekt von sozialer Meidung. Dadurch hat Gewalt eine ontische Nähe zur Heiligkeit, die auf Furcht beruht, nicht Verehrung! Außerweltliche, übermenschliche Subjekte (Götter, Geister, Ahnen) greifen da in das Leben der Menschen ein, meist, indem sie gewalttätig oder wundervoll erscheinen. Dieses Wirken können wir als numinos 1 bezeichnen. Es ist die Wucht der gewalttätigen Erscheinung, die die Menschheit erschüttert. Menschen, die gewalttätig auftreten, wird numinose Kraft Autorität zugeschrieben. Gleichzeitig geben die Täter dem Opfer die Aura des Stigmas. Was diese numinosen Kräfte berühren, ist verunreinigt sakrosankt. Das zeigen gewalttätige Ereignisse immer wieder, trotz Moderne oder der rationalistischen 1 Numen bezeichnet in der Römischen Religion (lat. numen Plural: numina Wink, Geheiß, Wille, göttlicher Wille ) das Wirken einer Gottheit. Der Theologe Rudolf Otto benutzte den Begriff zur Bezeichnung der Anwesenheit eines gestaltlos Göttlichen (Quelle: 43

45 Bewegung innerhalb der Aufklärung während des Barocks. Nur Reinigungsweisen können die betroffenen Menschen aus diesem Gefahrenbereich, der mit Meidungsund Schutztabus belegt wird, befreien daraus erlösen. - Viele Kulturen der Zigeuner haben schlimme Schicksale erfahren. Wenn heute gemeint wird, dass Zigeuner etwas ambivalentes, etwas negatives, etwas verfluchtes oder verruchtes an sich haben, Zigeuner zum Schimpfwort geworden sei, dann gibt dies genau über das Archaische in der realexistierenden Moderne Auskunft. Die Umbenennung von Zigeuner in Roma, oder in die seltsame Volksschimäre Sinti und Roma, unter Auslassung aller anderen Zigeunergruppen, repräsentiert solch ein Reinigungsverfahren und damit ein religiöses Heilsunterfangen. Es wird damit in keiner Weise eine Rehabilitierung der elendig Verfolgten und zu Grunde gerichteten Menschen, wie sie die Ausstellung zeigt, erreicht. Vielmehr faktiziert sie, dass Zigeuner zu sein etwas Schlechtes sei, ein auszutreibender Geist in der Welt. Es gilt die Wirkweisen von solchen Moralmächten zu untersuchen, wie sie heilsversprechend, reinigend, ja christlich (griech. Christos: Erlösen ) auf den Kulturen der Welt herumtrampeln. - Das Trugbild der transparenten, apollinischen, aufrichtigen Moderne hat überall ihre verleugneten Schatten. Der Moderne beizubringen, dass Verleugnung von Parallelgesellschaften, Parallelkulturen fortlaufend zu Gegenbewegungen in rhythmisch auftretenden Verfolgungen, Entledigungs- und Abschiebemaßnahmen endet, ist schwierig wie kompliziert. Gilt es doch Gleichheit und Gleichrechtlichkeit im Rechtsstaat in Relation zu setzen und nicht miteinander zu verwechseln. - Die Moderne in ihrer Erscheinung als absolute Territorialisierung des alten Urbanisierungsprojektes der Menschheit bringt aber ebenso wie die alten Urbanitäten auch Parallelgesellschaften hervor. Aus sich selbst und im Verkehr mit anderen Kulturen prägt sich in ihren marginalen Domänen nonkonformer Wille aus, der sich in eigenen Kulturen sammelt. Die Moderne muss lernen human mit diesem Nonkonformismus umzugehen, wenn sie sich als Vorbild den humanitären Staat setzt. - Die offenbar vom Schicksal entbundene Bürokratie, die selber Schicksal über jene ausschüttet, denen sie habhaft wird und einer eschatologischen Verfügbarkeit zuführt, zeigt sich in ihrer grausamsten Weise in den Verhaftungsereignissen und Verschickungsbiografien der Menschen, wie sie die Ausstellung zeigt. Der sich neutral und objektiv gebende Sachverstand der Bürokratie und Juristokratie und ihre Erfüllungsdienst-Ethik ist wohl am Besten visualisiert worden in der Dokumentati- 44

46 on über den Prozess des Holocaust- Organisators Adolf Eichmann. In der jetzigen Ausstellung findet der Besucher ehemalige Bewohner Leipzigs, die dieser nationalsozialistischen Ausführungs-Logik zum Opfer fielen. - Gut, dass auch dem Zusammenwirken von Kirche und wissenschaftlichem Staat in der Präsentation Raum gegeben wird. Jeder, der heute nach dem Primat der angewandten Wissenschaft schreit und den Kirchen bzw. Religionen eine Deutungshoheit über Moral und Ethik zuweist, und gleichzeitig das Sein der heutigen Kultur als zwingend kausal ableitet von vorhergegangenen ausgesuchten Ereignissen, lebt eine Kultur deszendenter Ontophanie (Seinserscheinung). Zu deren substantiellen Bedeutungsprägern gehören aber auch jene buckligen Verwandtschaften der Wissenschaften und Moralmonopolisten in den Pfarrämtern; die Vorfahren der eigenen Existenz, die keine eigenen Vorfahren sein sollen. Wer sein eigenes heutiges Tun auf ein Gegenagieren zu den Gräueln der Vergangenheit fundiert, tanzt auch mit den Geistern dieser düsteren Zeiten. Dies sind aber tollwütige Geister und keinesfalls gezähmte Geister. Der Bezähmungsprozess der sich gegenseitig überschichtenden Heilsmodernen, hat die Heilsbringer häufig ebenso von diesen Geistern besessen gemacht. Zu oft scheinen mir die Bezähmer selbst ergriffen zu sein von der Macht ihrer domestizierten Geister, als dass sie sie in die Vergangenheit verbannt hätten. Sie bedienen sich des Geistes der Leidenden, von denen sie sprechen, und häufen sich selbst damit Prestige an. - Nichts ist erreicht, wenn man sich repititorisch in Debatten und Belehrungspodien endlos darin ergießt, dass es keine Zigeuner oder Zigeunerkulturen gibt oder sie in aufklärerischem Sinne Sinti und Roma"nennt. Gar nichts ist mit dieser Umdichtung erreicht, außer einer Frustration bei Menschen mit Interesse an anderen Menschen und deren Kultur. - Dass andere Menschen anders daherkommen und deswegen zum Skandal Anlass geben, hat der Ethnologe Thomas Hauschild beschrieben. Andere Kulturen haben demnach ganz eigene Vorstellungen eben andere zu jener der eigenen Kultur. Das betrifft u.a. Moral, Etikette, Höflichkeit, Scham- und Tabubereiche oder Religionen eingeschlossen. Die Skandalhaftigkeit gilt es zu thematisieren, und nicht mit obrigkeitshaftem Herumgefuchtele zu negieren. - In der Demokratie darf Macht kein Luxus mehr von Einzelnen sein, sondern die 45

47 bürgerliche Gesellschaft verfolgt das Beglückungsprojekt der Verabsolutierung ihrer Gleichheitsethik. Zurzeit übernimmt sie, oder besser: sie erfindet ein Gehabe und eine Rhetorik der tausendköpfigen Hydra gleichenden Volksbevormundung. Dieser Logik gemäß ist es kausal, dass jeder mal abwechselnd, gerne auch mal gleichzeitig, das Volk, die stumme Masse zurechtweist ob ihrer ungeheuerlichen Schändlichkeit. Dies geschieht jeweils modern, zeitgemäß, wie man sich Regieren und Machtausüben gerade vorstellt. Ob dadurch Leiden in gerechter Weise Gerechtigkeit widerfährt oder diese gerächt werden, bleibt unklar. Lediglich der Fingerzeig kann uns da leiten, weiterdenken und verstocktes Denken beweglich machen. Es gilt sich den Erscheinungen der heutigen Zeit, die als Probleme definiert und faktiziert werden, multiperspektivisch zu nähern und nicht in akrobatisch anmutenden Schuldzuweisungs-Reflexen Rassismus-Vorwürfe zu bemühen und sich gegenseitig zu entmündigen. Die Erinnerungsleistung der Ausstellung ist zu würdigen und deren Inhalt an anderer Stelle weiterhin mit zu bedenken! Henning Schwanke hat an der Universität Leipzig studiert und promoviert derzeit im Fachbereich Religionsethnologie. 46

48 5 objet trouvé Damit wir nicht die füttern, die nicht arbeiten wollen. - Ein Nachtrag zum Wahlkampf zu den slowakischen Parlamentswahlen im Juni 2010; Esther Nieft Im Mai erregte ein Wahlkampfplakat der SNS (Slovenská národná strana/slowakische Nationalpartei) - bei weitem nicht zum ersten Mal und stets mit dem für seinen Populismus bekannten Ján Slota an der Spitze - ein kleines, und wie die Presse es betitelte: lauwarmes Aufsehen. Auf dem Plakat abgebildet: Eine tätowierte Person dunklerer Hautfarbe mit nacktem Oberkörper, Goldkette um den Hals, im Hintergrund eine Schrankwand. Aby sme nekŕmili tých, čo nechcú pracovať. - Damit wir nicht die füttern, die nicht arbeiten wollen. Der Mann auf dem Foto ist Lukáč Bart, 28-jährig und wohnhaft in Veľký Grob östlich von Bratislava. Doch ist es nicht Lukáč Bart en natura, sondern ist die Tätowierung aufgemalt, die Goldkette umgelegt, die Fotografie in der Wohnung des Nachbarn entstanden. Nachdenklich macht so einiges: Die SNS wurde von NGO s, Menschenrechtsorganisationen und dergleichen des Rassismus und der Verallgemeinerung beschuldigt (detailliert siehe SME vom ). Für die SNS sprechend reagierte die stellvertretende Vorsitzende der SNS, Anna Belousovová: Wir benennen nur das Problem. Rassisten sind diejenigen, die angefangen haben zu schreiben, dass die Kampagne gegen Zigeuner sei. Sie verwies darauf, dass die abgebildete Person slowakischer Nationalität sei, begründet jedoch nicht, warum die SNS gerade dieses Foto ausgewählt hat. Was die SNS in diesem Land geklärt sehen möchte, sei das Problem der Armut, keines der Rassen (Pluska.sk vom ). Wie kann es sein, dass die Öffentlichkeit einen Rom auf diesem Plakat sieht? Sollte das Argument, dass das alleinige Erkennen eines Roms auf dem Plakat der eigentliche Rassismus sei, nicht stark zum Nachdenken anregen - ebenso wie die brutal gesetzte und arg populistische Bildunterschrift, die vorherrschende Stereotype geschickt bedient und instrumentalisiert? Es zeugt davon, dass auch die Öffentlichkeit im sich irgendwo zwischen realitätsnah und realitätsfern verortenden Stereotyp funktioniert. Und was meint Lukáč Bart? Gefragt, ob er sich als Rom oder Slowake verstehe, lautet die Antwort: Ich weiß nicht. Was er auch nicht wusste: Das dass Foto im Auftrag der SNS entstand. Ein Bekannter hätte ihn angefragt, man suche zwei tätowierte 47

49 Das kontroversere Wahlplakat der SNS (links, Pluska.sk vom ) und das Original Lukáč Bart (rechts, SME vom ) Roma, für ein Plakat, ob er sich fotografieren ließe. Dies hätte ihm als Information genügt, er habe zugesagt, schließlich bräuchte er Geld. Seine Familie nähre er mit Sammeln von Schrott, der Zuverdienst käme ihm gelegen. Aber mit solch einem Plakat hätte er nicht gerechnet. Lukáč Bart im Interview mit der slowakischen Tageszeitung SME (vom , Auszug): SME: Würden Sie sich wieder fotografieren lassen? LB: Für so wenig Geld sicher nicht. Ich würde mich fotografieren lassen, aber nicht für so wenig Geld. SME: Auch wenn wieder so ein rassistisches Plakat erstellt werden würde? LB: Wenn es sich lohnen würde, aber nicht für solch lächerliche Halire. SME: Möchten Sie die SNS nicht verklagen, da sie ihr Foto missbraucht hat? LB: Wenn Sie Geld zahlen, dann muss ich sie nicht verklagen. Interessant - und beschämend feige - auch die Reaktionen manch Politikers. Ivan Gasparovič, damaliger Präsident der Slowakei, verurteilte Rassismus prinzipiell, meinte aber sich zum Plakat nicht äußern zu können, da er selbst es nie direkt zu Gesicht bekommen habe. Robert Fico, damaliger Premierminister der Slowakei (Smer), verspürte ebenso kein Bedürfnis sich zur Wahlkampagne des damaligen Koalitionspartners SNS zu äußern. Grigorija Mesežnikova, Politologin, wundert dies nicht: Er befürchtet, dass wenn er sich klar von der SNS distanzieren würde, ihm ein Teil seiner Wählerschaft in der Ostslowakei abspringen würde.[... ] (SME vom ). 48

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