Regionale Aktivitäten der Hochschule Regensburg im Spannungsfeld zwischen Außenerwartungen und Kernaufgaben

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1 Regionale Aktivitäten der Hochschule Regensburg im Spannungsfeld zwischen Außenerwartungen und Kernaufgaben Fraunhofer ISI - Workshop Relevanz regionaler Aktivitäten für Hochschulen Berlin Prof. Dr. Josef Eckstein

2 Leitfragen Welche Formen regional orientierter Aktivitäten existieren? Welche Rolle spielt dabei die grundsätzliche Ausrichtung der Hochschule (ehem. FHs vs. Unis)? Welche Rolle spielen die nicht-technischen Fächer? Warum sind solche Aktivitäten gerade in peripher gelegenen Hochschulen von zentraler Bedeutung? Mit welchen Partnern kooperieren Hochschulen? Wie bringen sich Hochschulen in politische Strategieprozesse ihrer Region ein? 2

3 Kurzvorstellung Hochschule Regensburg Regensburger Hochschule mit der längsten ununterbrochenen Tradition seit 166 Jahren: 1846: Gründung einer privaten einklassigen Baugewerkschule 1959: Start der Ingenieurschule mit 623 Studierenden 1961: Umbenennung in Johannes-Kepler-Polytechnikum Regensburg 1971: Errichtung der Fachhochschule Regensburg 2007: Umbenennung: Hochschule Regensburg - HS.R Hochschule für angewandte Wissenschaften 3

4 Allgemeine Daten Studierende Studierende Bewerbungen StudienanfängerInnen AbsolventInnen Räumliche Situation 100 Labore 3 Standorte Personal 210 ProfessorInnen 22 Lehrkräfte für besondere Aufgaben 65 Wissenschaftliche MitarbeiterInnen 300 Nichtwissenschaftliche MitarbeiterInnen 250 Lehrbeauftragte 4

5 Die Hochschule Regensburg in Bayern Drittgrößte HAW in Bayern 8 Fakultäten Ausbildungsrichtungen: Technik: 70% der Studierenden Wirtschaft: 20% Soziales und Gesundheit: 10% Regensburger Hochschulcampus Hochschule und Universität gemeinsam Josef Eckstein 5

6 regional orientierte Aktivitäten der HS.R Klassische regional orientierte Aktivitäten Marketing für Studienangebote: Studierende aus der Region für die Region FuE-Projekte bzw. Auftragsforschung mit und für Unternehmen/Einrichtungen in der Region Förderung von Existenzgründungen: Start-up Center und Projekt Pro Gründergeist 6

7 regional orientierte Aktivitäten der HS.R Spezifische regional orientierte Aktivitäten Mit Blick auf Lehre und Studium: Akquise von Praktikumsplätzen und Kontaktpflege Akquise von Lehrbeauftragten und Gastdozenten aus der Praxis Exkursionen mit Studierenden zu Unternehmen und Einrichtungen Projektarbeiten in Kooperation mit Unternehmen Externe Abschlussarbeiten (Bachelor, Master) 7

8 regional orientierte Aktivitäten der HS.R Bezug: Forschung, Technologietransfer, Weiterbildung Zentrale Einrichtungen der HS.R: Institut für angewandte Forschung und Wirtschaftskooperationen (IAFW) und Zentrum für Weiterbildung und Wissensmanagement (ZWW) Regelmäßige Arbeitskreise mit Industrieunternehmen (1 2mal pro Jahr) Einladungen an Unternehmen und Einrichtungen, Kammern, Kommunalpolitik, Arbeitskreise der Wirtschaft an die HS.R Hochschultage der HS.R in der Region (unregelmäßig) Regional orientierte Kooperation mit Hochschulen und Wissenschaftlichen Einrichtungen in der Region, z. B. W3-Akademie, Wissenschaftszentrum Straubing Wissenschafts- und Technologie Netz Oberpfalz (TWO) 8

9 regional orientierte Aktivitäten der HS.R Unterstützende Netzwerke der HS.R Verein der Freunde der Hochschule Regenburg e.v. Stiftung zur Förderung der Hochschule Regensburg mit 100 (!) Unternehmen aus der Region als Stifter/Zustifter Mitarbeit in Regionalen Netzwerken/Gremien Oberpfalzrat Regionalmarketing Oberpfalz Stadtmarketing Regensburg 9

10 Welche Rolle spielt die grundsätzliche Ausrichtung der Hochschule? Der regionale Bezug im Selbstverständnis und Profil der Hochschulen für angewandte Wissenschaften zentral verankert: Die bayerischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften. Wir eröffnen über hochwertige praxisorientierte Studiengänge internationale Chancen und stärken durch angewandte Forschung die Innovationskraft unserer Regionen. (Leitbild von Hochschule Bayern e.v.) 10

11 Welche Rolle spielt die grundsätzliche Ausrichtung der Hochschule? Der Regionalbezug war treibendes Motiv bei Gründung der Ingenieur- bzw. Fachhochschulen Aktuell: Regionalbezug der HAW gewinnt insbesondere für die Politik neu an Bedeutung Demographische Entwicklung ländlicher Raum Drohender Fachkräftemangel Qualifizierte Nachwuchskräfte in der Region halten 11

12 Rolle der nicht-technischen Studienfächer Dominant im Focus: MINT-Fächer Alleinstellung der HS.R im Bereich Soziale Arbeit Nachfrage nach wissenschaftlicher Begleitung Nachfrage nach SozialpädagogInnen für die Region Neuer Impuls aus der Region: Gesundheitsberufe Dualer Studiengang Pflege Stiftungsprofessuren 12

13 Bedeutung an peripher gelegenen Hochschulen Warum sind regionsbezogene Aktivitäten gerade in peripher gelegenen Hochschulen wichtig? Politische Erwartungen an Gründung dieser Hochschulen Hochschulpolitik als Teil der Regionalpolitik Beispiele: Kompetenzzentren zur Stärkung des ländlichen Raumes 13

14 Kooperationspartner der Hochschulen Wirtschaft Industrieunternehmen (global player) KMU hidden champions Sozialwirtschaft Kommunen Beteiligung an Trägervereinen Schaffung entsprechender Infrastruktur 14

15 Hochschulen und politische Strategien Wie bringen sich Hochschulen in politische Strategieprozesse der Region ein? Grundsätzl. Aufgeschlossenheit, Kooperationsbereitschaft Pflege von Netzwerken Hochschulen sind selbst ein entscheidender Faktor für die Attraktivität von Regionen, sie nehmen daher auf die demografischen Prozesse auch aktiv Einfluss. (Wissenschaftsrat: Empfehlungen zur Differenzierung der Hochschule 2011, s. 61) Individuell unterschiedliche Strategien der Hochschulen 15

16 Hochschulen und politische Strategien Spannungsverhältnis zwischen Erwartungen und Kernaufgaben der Hochschulen (vgl. Wissenschaftsrat, Empfehlungen zur Rolle der Fachhochschule im Hochschulsystem 2010, S. 33ff.) Kernaufgaben: berufsfeldorientierte Ausrichtung von Studium und Lehre, problemlösungsorientierte Forschung und Technologie- und Wissenstransfer in die Praxis Hochschulen stärken damit die regionale Wissensbasis Aber: Hochschulen brauchen neben ihrer regionalen Verankerung auch die Verflechtung mit überregionalen und internationalen Wissenschaftskontexten 16

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