Gesundheitsbildung und Prävention im Lehrplan 21

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1 Gesundheitsbildung und Prävention im Lehrplan 21 Luzern, 12. September 2015 Dominique Högger, Pädagogische Hochschule FHNW

2 Analyse des Lehrplans 21: Welche Kompetenzformulierungen aus den Fachbereichen lassen sich mit Gesundheitsbildung und Prävention in Verbindung setzen? Zwischenfazit: Mit den BNE- Querverweisen in den Fachbereichen sind Gesundheitsbildung und Prävention nicht umfassend abgebildet.

3 Lebenskompetenzen nach WHO «diejenigen Fähigkeiten, die einen angemessenen Umgang sowohl mit unseren Mitmenschen als auch mit Problemen und Stresssituationen im alltäglichen Leben ermöglichen.» (WHO 1994) Selbstwahrnehmung und Empathie Umgang mit Gefühlen und Stress kreatives und kritisches Denken Entscheidungs- und Problemlösefertigkeit Kommunikations- und Beziehungsfähigkeit

4 Synergien in der Präventionsarbeit Gewaltprävention Schutz vor Schwangerschaft und sexuell übertragbaren Krankheiten Suchtprävention Prävention von Essstörungen Suizidprävention Schuldenprävention Prävention von Medienmissbrauch Lebenskompetenzen

5 Synergien mit schulischen Anliegen Bezüge zu Leitideen der Volksschule Bezüge zum Lehrplan Voraussetzung für gelingende Schullaufbahn Erleichterung der Beziehungsgestaltung Verminderung von Disziplinproblemen Z.B. alter Lehrplan BS: die gegenwärtigen und zukünftigen Anforderungen des Lebens als Individuen und als Glieder der Gesellschaft mitgestaltend zu bewältigen. Probleme offen, beweglich, kooperativ und kritisch angehen können und Bereitschaft zeigen, Veränderungen herbeizuführen und Verantwortung zu tragen.

6 Überfachliche Kompetenzen im Lehrplan 21 Personale Kompetenzen (Eigenständigkeit, Selbstreflexion, Selbstständigkeit) Soziale Kompetenzen (Konfliktfähigkeit, Kooperationsfähigkeit, Umgang mit Vielfalt) Methodische Kompetenzen (Aufgaben/Probleme lösen, Informationen nutzen, Sprachfähigkeit) z.b. Die Schülerinnen und Schüler können sachlich und zielorientiert kommunizieren, Gesprächsregeln anwenden und Konflikte direkt ansprechen.

7 Bezüge zu Lebenskompetenzen in den Fachbereichen

8 Lebenskompetenzen in den Fachbereichen des Lehrplans 21 Beispiele zum Thema «Kommunikation» NMG (Zyklus 1): Die SuS lernen in Bezug auf Erlebtes und Erzähltes Neugier, Staunen, Befremden und Verwunderung auszudrücken, äussern sich dazu und stellen Fragen. Musik (Zyklus 1-2): Die SuS können sich in Gruppenimprovisationen einlassen, dabei Spielregeln definieren und musizierend miteinander kommunizieren. NMG (Zyklus 2): Die SuS nehmen zu philosophischen Fragen verschiedene Perspektiven ein und bilden sich eine eigene Meinung.

9 Lebenskompetenzen in den Fachbereichen des Lehrplans 21 Weitere Beispiele zum Thema «Kommunikation» TTG (Zyklus 2): Die SuS können eigene Designprozesse mit denen von anderen vergleichen, Unterschiede beschreiben und Entwicklungsmöglichkeiten formulieren. Ethik, Religionen, Gemeinschaft (Zyklus 3): Die SuS können für prägende Erfahrungen Ausdrucksmöglichkeiten suchen und Worte finden für Fragen, die sie selber beschäftigen. Deutsch (Zyklus 3): Die SuS können mit ihren Beiträgen ein Gespräch aufrechterhalten und zielorientiert lenken.

10 Lebenskompetenzen im Lehrplan 21 Interessante Aspekte: Lebenskompetenzen finden in vielen Fachbereichen selbstverständlich Platz. Der Lehrplan 21 zeigt, wie vielfältig sich Lebenskompetenzen im Schulalltag fördern lassen. Kompetenzbeschreibungen können die Lebenskompetenzen besser einfangen als Aktivitäts- und Themenlisten.

11 Lebenskompetenzen im Lehrplan 21 Kritische Aspekte: Kompetenzbeschreibungen sind auf verschiedene Fachbereiche verteilt (Überschneidungen? Koordination? Verzettelung?). Kompetenzbeschreibungen sind unterschiedlich detailliert und nicht in Aufbau eingebettet: Es finden sich zusammenfassende Beschreibungen oder isolierte Teilaspekte. Die verwendeten Begriff sind nicht einheitlich (z.b. Emotionen Gefühle).

12 Lebenskompetenzen im Lehrplan 21 Fazit für die Unterrichtsentwicklung: Die Analyse deckt zahlreiche Überschneidungen zwischen den Fachbereichen auf. Unterrichtsentwicklung muss Antworten auf die Frage finden, wie mit diesen Überschneidungen umzugehen ist. Ein Querblick (z.b. überfachliche oder Lebenskompetenzen) bringt Lehrpersonen ins Gespräch über mögliche rote Fäden (Synergien, Koordination, Zusammenarbeit).

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