Linoleum-Bodenbeläge
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- Insa Buchholz
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1 natureplus e.v. Vergaberichtlinie 1201 Ausgabe: Juni 2015 zur Vergabe des Qualitätszeichens
2 Seite 2 von 9 1. Anwendungsbereich Die nachfolgenden Vergabekriterien für die Produktgruppe Linoleum - Bodenbeläge enthalten die Anforderungen, die zur Auszeichnung von Bodenbelägen aus Linoleum mit dem Qualitätszeichen natureplus erfüllt sein müssen. Sie sind ausschließlich auf die genannte Produktgruppe anzuwenden. Diese Richtlinie gilt nicht für Verbundmaterialien z.b. mit Kork, Schaumrücken oder Hartfaserplatten. 2. Vergabekriterien Voraussetzung für die Auszeichnung eines Produktes mit dem Qualitätszeichen natureplus bildet die Erfüllung der Basiskriterien (RL0000). 2.1 Gebrauchstauglichkeit Bodenbeläge aus Linoleum müssen die folgend aufgeführten Mindestanforderungen einhalten. Der Hersteller hat dies durch entsprechende Prüfgutachten nachzuweisen. Mindestanforderung nach EN 548 Stuhlrolleneignung nach EN 425 Lichtechtheit nach ISO 105-B02 muss 6 sein Elektrostatische Aufladung nach DIN EN 1815 muss 2,0 kv sein 2.2 Zusammensetzung, Stoffverbote und Beschränkungen Der Anteil an nachwachsenden und mineralischen Rohstoffen am Produkt muss mindestens 98 % betragen. Dem Produkt dürfen keine Arsen-, Blei-, Cadmium-, Quecksilberverbindungen zugesetzt werden. Dies gilt insbesondere für Katalysatoren zur Beschleunigung der Autoxidation bzw. der Vernetzung und für Farbpigmente. Es dürfen keine halogenorganischen Verbindungen eingesetzt werden. Die Formulierung der Oberflächenbeschichtung muss frei von Aromaten ( 0,1%)und APEO-frei (Tenside auf Basis von Alkylphenolethoxylat) sein. Sie darf keine halogenorganischen Verbindungen und Kobaltverbindungen (Trockenmittel) mit Einstufung gemäß Nr. 2.6 der Basiskriterien enthalten.
3 Seite 3 von 9 Es dürfen keine Farbstoffe eingesetzt werden, die kanzerogene Arylamine nach BGVO Anlage 1 Nr. 7 freisetzen können. Es dürfen keine Biozide (z. B. Triclosan) eingesetzt werden. Das Produkt wird auf Metalle und Metalloide sowie auf EOX gemäß Abschnitt 3 untersucht und muss die dort aufgeführten Grenzwerte einhalten. 2.3 Rohstoffgewinnung, Fertigung der Vorprodukte und Produktion Für den Rohstoff Öllein-Pflanze ist ein Herkunftsnachweis zu führen. Es dürfen keine synthetischen Pflanzenschutzmittel mit Wirkstoffen verwendet werden, die gemäß Deutscher ChemVerbotsV oder gemäß Stockholmer Konvention (POPs) verboten sind, als umweltgefährlich (N) nach GefStoffV gelten, der Klasse I nach WHO zugeordnet werden oder als kanzerogen, mutagen bzw. reproduktionstoxisch eingestuft sind (KMR Kat 1-3 nach TRGS 905 bzw. KMR Kat 1, 2A und 2B nach IARC). Ferner dürfen keine Verbindungen auf Basis von Arsen oder Quecksilber eingesetzt werden. Das auszuzeichnende Produkt wird einer Pestizid- und Schwermetallprüfung gemäß Abschnitt 3 unterzogen und muss die dort angegebenen Grenzwerte einhalten. Bei Einsatz von Öllein-Pflanzen aus Ländern außerhalb Europas wird das Produkt zusätzlich auf weitere Wirkstoffe untersucht, die als POP (Persistent Organic Pollutant) eingestuft sind. Verwendetes Titandioxid muss gemäß EU-Richtlinie 92/112/EWG hergestellt sein. Die Emission von flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) in die Atmosphäre bei der Produktion muss weniger als 2 g pro m² Bodenbelag betragen. Durch eine ausreichend lange Reifezeit muss sichergestellt werden, dass für alle Produkte die Einhaltung der Prüfkammer-Emissionsgrenzwerte nach Abschnitt 3 gewährleistet ist. 2.4 Nutzung Das Produkt darf keinen unangenehmen oder produktfremden Geruch aufweisen. Ferner muss das Produkt sehr emissionsarm sein. Das Produkt wird einer Geruchsprüfung und einer Prüfung auf flüchtige organische Verbindungen (VOC) gemäß Abschnitt 3 unterzogen und muss die dort angegebenen Grenzwerte einhalten.
4 Seite 4 von Recycling/Entsorgung Es sind Hinweise an geeigneter Stelle anzubringen, wie die Produkte recycliert oder entsorgt werden können. 2.6 Ökologische Kennwerte Die Herstellung aller Produkte dieser Produktgruppe muss derart erfolgen, dass die nachfolgend aufgelisteten ökologischen Kennwerte eingehalten werden. Ökologische Kennwerte pro m² Richtwerte 1 Nicht erneuerbare Primärenergie ohne Feedstock (PENRE 2 ) [MJ] 80 Nicht erneuerbare und erneuerbare Primärenergie (PET 3 ) [MJ] 100 Photosmog (POCP) [kg Ethylen-equiv.] 0,003 Versauerungspotenzial (AP) [kg SO 2 -equiv.] 0,03 Überdüngungspotenzial (EP) [kg PO equiv.] 0,015 Treibhauspotenzial (GWP) [kg CO 2 equiv.] 6 Verbrauch abiotischer Ressourcen (ADP) [kg Sb equiv.] 0, Bei Überschreitung eines einzelnen Richtwerts ist im Einzelfall zu prüfen, ob diese im Sinne einer Gesamtoptimierung der Produktherstellung zulässig ist. 1 Prüfmethode: Berechnung der ökologischen Kennwerte nach natureplus Ausführungsbestimmungen für Ökobilanzen; Sachbilanz analog ISO 14040ff; Wirkungskategorien nach CML-IA Version 4.1 datiert vom Oktober 2012 und identifiziert als baseline ; Primärenergiebedarf nach Frischknecht 1996; Treibhauspotenzial 1994/100 Jahre; Systemgrenzen: Rohstoffgewinnung bis auslieferfertiges Produkt 2 PENRE Einsatz nicht erneuerbarer Primärenergie ohne die als Rohstoff verwendeten nicht erneuerbaren Primärenergieträger (primary energy input of non renewable energy resources) 3 PET Gesamteinsatz erneuerbarer und nicht erneuerbarer Primärenergie ohne die als Rohstoff verwendeten erneuerbaren Primärenergieträger (energetische Nutzung) (primary energy inputs of renewable and non renewable total resources)
5 Seite 5 von Deklaration Auf der Produktverpackung sollte dies nicht möglich sein, möglichst nahe mit dem Produkt, im Technischen Merkblatt oder dem Verkaufsprospekt ist eine Volldeklaration der Einsatzstoffe (in der Landessprache oder in Englisch) analog der EU-Kosmetik-VO nach abnehmendem Massenanteil anzugeben. Einsatzstoffe aus Vorprodukten oder Zubereitungen, die mit einem Massengehalt von >1% im Endprodukt verbleiben, müssen ebenfalls in der Volldeklaration berücksichtigt werden. Für die Benennung der Einsatzstoffe im Rahmen der Volldeklaration gilt folgendes: über 1 M-% die Bezeichnung des Stoffes unter 1 M-% mindestens die Funktionsbezeichnung Weiterhin besteht die Verpflichtung, dem Produkt die folgenden Angaben beizufügen bzw. dem Verbraucher bzw. dem Anwender in geeigneter Weise (z.b. im Internet) zur Verfügung zu stellen: Verarbeitungsanleitung und Sicherheitshinweise Lagerungs- und Entsorgungshinweise Chargennummern Angabe von Ort und Land der Fertigung des Produktes Herkunftsbezeichnung des Haupteinsatzstoffes Bei Einsatz von Inhaltsstoffen mit umweltgefährdendem Potential muss der Hersteller an geeigneter Stelle darauf hinweisen, welche Maßnahmen im Rahmen von Ausbau- und Abbrucharbeiten zum Umweltschutz zu treffen sind (z.b. kontrollierter Rückbau). Darüber hinaus sind dem Verbraucher bzw. dem Anwender die nachstehenden produktspezifischen Informationen bereitzustellen. Eignung für Klassen nach EN 685 Spezifikation nach zutreffender Norm (EN 548, EN 687 oder EN 688) Lichtechtheit nach ISO 105-B02 Wärmedurchlasswiderstand nach DIN Brandschutzklasse nach DIN 4102 bzw. DIN EN / DIN EN / DIN EN Ableitwiderstand nach EN 1081 und Antistatik nach EN 1815 Stuhlrollenbeanspruchung nach EN 425 Zigarettenglut- und Chemikalienbeständigkeit nach EN 1399 bzw. EN 423 Verlegeanleitung. Vollflächige Verklebung: Empfehlung eines natureplus-zertifizierten Klebers oder mindestens eines emissionsarmen Klebers gemäß EMICODE EC1 oder gleichwertig.
6 Seite 6 von 9 Reinigungs- und Pflegehinweise: Empfehlung jew. mindestens eines Produktes, welches die Stoffbeschränkungen und -verbote gemäß RL-5001 sowie die Deklarationsforderungen der Produktrichtlinie erfüllt. Zusammensetzung der Oberflächenbeschichtung 2.8 Verpackung Die zur Verwendung kommenden Verpackungen müssen recyclingfähig sein. Der Hersteller muss, falls vorhanden, einem Recyclingsystem angehören. Papier und Kartonverpackungen müssen aus Recyclingpapier bestehen. Alternativ ist auch Papier aus Quellen gemäß der RL-5002 zulässig. Kunststoffverpackungen müssen aus Polyolefinen bestehen. Als begründete Ausnahmen sind auch PET, Polystyrol und Polycarbonate möglich. PVC-Verpackungen sind generell nicht zulässig. Verpackungen dürfen nicht mit Bioziden ausgerüstet sein. Das natureplus-zeichen ist nach der Vergabe auf der Verpackung aufzudrucken. 3. Laborprüfungen Die Produkte werden mittels Laboranalyse auf Schadstoffe und unerwünschte Nebenbestandsteile untersucht. Für die Laboranalysen wird ein repräsentatives Muster während der Betriebsbegehung entnommen. Kann die Probenahme nicht durch den natureplus Prüfer geschehen, kann auch eine andere unabhängige Person im Auftrag von natureplus die Probe entnehmen. Bei Produkten mit verschiedenen Abmessungen und aber gleicher Zusammensetzung ist ein Prüfmuster ausreichend. 3.1 VOC - TVOC Zur Überprüfung der Abgabe von VOC, SVOC und anderen flüchtigen Stoffen und der Einhaltung der entsprechenden Grenzwerte wird mit dem Produkt eine Prüfkammeruntersuchung durchgeführt. Die Messungen werden im Regelfall nach 3 und 28 Tagen getätigt. Falls eine geringe VOC-Emission zu erwarten ist, kann auch eine Abbruchmessung nach 7 Tagen erfolgen. Die Prüfkammeruntersuchung wird gemäß der Test-Methode TM-01 VOC in der jeweils aktuellen Version durchgeführt.
7 Seite 7 von 9 Emissionsmessung nach 3 Tagen Prüfparameter VOC (VOC, VVOC, SVOC) eingestuft in: Verordnung (EG) Nr. 1272/2008: Kategorien Carc. 1A und 1B, Muta 1A und 1B, Repr. 1A und 1B; TRGS 905: K1, K2, M1, M2, R1, R2; IARC Gruppe 1 u. 2A; DFG MAK-Liste III1, III2 Grenzwert Einheit < 1 µg/m³ Summe flüchtige organische Verbindungen (TVOC) 3000 µg/m³ Emissionsmessung nach 28 Tagen Prüfparameter Grenzwert Einheit Summe flüchtige organische Verbindungen (TVOC) 300 µg/m³ davon: Summe bicyclische Terpene 200 µg/m³ Summe sensibilisierende Stoffe gem. MAK IV, BgVV-Liste Kat. A, TRGS µg/m³ Summe VOC (VOC, VVOC, SVOC) eingestuft in: Verordnung (EG) Nr. 1272/2008: Kategorie Carc. 2, Muta 2, Repr. 2; TRGS 905: K3, M3, R3; IARC: Gruppe 2B; DFG MAK-Liste: III3 50 µg/m³ Summe Aldehyde, C4-C11, acyclisch, aliphatisch 100 µg/m³ Styrol 10 µg/m³ Methylisothiazolinon (MIT) < 1 µg/m³ Benzaldehyd 20 µg/m³ Summe (VOC) ohne NIK 100 µg/m³ Es wird eine Berechnung des R-Werts durchgeführt. Der Grenzwert hierfür ist 1. Sonstige Emissionsmessung nach 24 Stunden Prüfparameter Grenzwert Einheit Monomere Isocyanate TDI, HDI 1 µg/m³ Monomere Isocyanate MDI (2) 2 µg/m³
8 Seite 8 von 9 nach 28 Tagen Summe schwer flüchtige organische Verbindungen (TSVOC) 100 µg/m³ Formaldehyd 36 (1) µg/m³ Acetaldehyd 36 (1) µg/m³ (1) 36 µg/m³ 0,03 ppm (2) Wenn Bindemittel auf der Basis von polymerem MDI (PMDI) eingesetzt werden Abbruchkriterien: Die Emissionsprüfung kann 7 Tage nach Beladung der Prüfkammer abgebrochen werden, wenn die Messwerte zu diesem Zeitpunkt weniger als 50% der 28-Tage-Grenzwerte betragen. 3.2 Elementanalysen Zur Überprüfung der Gehaltes an bedenklichen Elementen und zur Kontrolle von unerwünschten Verunreinigungen wird bei dem Produkt eine Elementanalyse durchgeführt. Dabei müssen die Grenzwerte eingehalten werden. Die Analyse wird gemäß der Testmethode TM-02 Metalle in der jeweils aktuellen Version durchgeführt. Element Grenzwert Einheit Arsen (As) 1 mg/kg Cadmium (Cd) 1 mg/kg Cobalt (Co) 1 mg/kg Chrom (Cr) 5 mg/kg Kupfer (Cu) 50 mg/kg Quecksilber (Hg) 0,1 mg/kg Nickel (Ni) 1 mg/kg Blei (Pb) 15 mg/kg Antimon (Sb) 1 mg/kg 3.3 Sonstige Analysen Prüfparameter Grenzwerte Einheit Methode Halogenorganische Verbindungen: AOX/EOX 1 mg/kg TM-03 Halo
9 Seite 9 von 9 Krebserzeugende Amine aus Azofarbstoffen 1 10 mg/kg nach LFGB Geruch 3 Geruchsintensität Pestizide - Summe 1 mg/kg Pestizide - Einzeln Organochlorpestizide: Aldrin, Chlordan, DDD, DDE, DDT, Dichlofluanid, Dieldrin, Endrin, Heptachlor, Hexachlorbenzol, Lindan, Pentachlorphenol TM-04 Geruch TM-05 Pestizide Organophosphorpestizide: Dimethoat, Fenthion, Parathion-methyl, Parathion-ethyl, Phosalon 0,5 mg/kg TM-05 Pestizide Pyrethroide: Cypermethrin, Lambda-Cyhalothrin, Permethrin Sonstige: Benomyl, Carbendazim, Prochloraz 1 im Verdachtsfall Prüfmethoden TM-01 VOC: Flüchtige Organische Verbindungen VOC/TVOC, Formaldehyd, Acetaldehyd und TSVOC: DIN EN ISO Serie erweitert durch natureplus Ausführungsbestimmungen. TM-02 Metalle: ICP-MS Messung nach DIN EN ISO Erweitert durch natureplus Ausführungsbestimmungen und der Fragestellung angepasste Probenvorbereitung. TM-03 Halo: Halogenorganische Verbindungen nach Verbrennung und Microcoulometrische Bestimmung gemäß natureplus - Ausführungsbestimmung AOX/EOX TM-04 Geruch: natureplus-ausführungsbestimmung "Geruchsprüfung", 6-stufige Notenskala 24h nach Prüfraumbeladung TM-05 Pestizide: DFG S 19 erweitert durch natureplus Ausführungsbestimmungen
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