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1 S II A Anthropologie Beitrag 5 1 Eine Einführung in die Erkenntnistheorie Juliane Mönnig, Konstanz Bilder: Optische Täuschungen. Klasse: 11/12 Dauer: 12 Stunden Arbeitsbereich: Anthropologie / Erkenntnistheorie Mithilfe systematischen Zweifels gelangt Descartes zum Fundament sicheren Wissens: Cogito, ergo sum. Locke hingegen, sein empiristischer Gegenpart, erstrebt Erkenntnis auf anderem Wege. Allein durch Erfahrung sei sie möglich, folgert er, und bilde sich aufgrund innerer und äußerer Wahrnehmung. Was bei Locke anklingt, führt Kant aus. Allein die Sinnlichkeit ermöglicht das passive Empfangen von Eindrücken und führt zur Anschauung von Gegenständen. Die aktive Begriffsbildung und kognitive Erkenntnis derselben läuft jedoch im Verstand ab. Beide Seiten, Sinnlichkeit und Verstand, sind gleichermaßen notwendig, um zur Erkenntnis zu gelangen. Dass die Frage nach der Erkennbarkeit der Realität noch immer aktuell ist, zeigt Putnams Gedankenexperiment des Gehirns im Tank und der von dem Philosophen inspirierte Film Matrix. Kants Frage: ist die Grundfrage aller Erkenntnistheorie. Anhand ausgewählter Positionen stellt dieser Beitrag Antworten vor und erörtert deren Stichhaltigkeit.

2 8 A Anthropologie Beitrag 5 S II Materialübersicht Stunde 1 M 11 (Ab) M 12 (Ab) Stunde 2 M 13 (Tx) M 14 (Bd) M 15 (Tx) M 16 (Bd) M 17 (Ab) M 18 (Ab) Im Schreibgespräch Kriterien entwickeln Ein Schreibgespräch Was ist Wissen? Gemeinsam Kriterien definieren Es ist, wie ich es sehe?! Naiver Realismus und seine Kritik Gruppe 1: Wie entsteht unser Bild von der Welt? Der naive Realismus Gruppe 2: Falsche Wahrnehmung? Optische Täuschungen Gruppe 3: Vorurteile beeinflussen unsere Wahrnehmung Gruppe 4: Aktiv oder passiv? Kippbilder und selektive Wahrnehmung Bertrand Russell: Gibt es auf dieser Welt eine Erkenntnis? Tippzettel: Probleme der Wahrnehmung Stunde 3 und 4 M 19 (Tx) M 10 (Bd) Stunde 5 und 6 M 11 (Tx) M 12 (Ab) Stunde 7 und 8 M 13 (Ab) M 14 (Tx) Rationalismus Descartes' methodischer Zweifel René Descartes: Methodischer Zweifel Unentrinnbare Zweifel? Rationalismus Descartes: Ich denke, also bin ich René Descartes: Unbezweifelbare Wahrheit Descartes' Enthymem Empirismus Locke: Vom Ursprung der Ideen John Locke: Vom Ursprung der Ideen John Locke: Vom Ursprung der Ideen Stunde 9 und 10 M 15 (Tx) M 16 (Ab) M 17 (Tx) Kant Begriff und Anschauung Immanuel Kant: Über Anschauung und Begriff Begriffskärtchen Kants Unterscheidung von Erscheinung und Ding an sich Exkurs M 18 (Tx) Kleists Reaktion auf Kant Heinrich von Kleist: Wir alle tragen grüne Brillen Stunde 11 und 12 Skeptizismus auch heute noch ein Thema M 19 (Ab) M 20 (Tx) Matrix Hilary Putnam: Das Gehirn im Tank

3 S II A Anthropologie Beitrag 5 11 M 2 Was ist Wissen? Gemeinsam Kriterien definieren 1. Wenn man etwas weiß, dann glaubt man es auch. Wenn ich z. B. weiß, dass viel Glück im Englischen good luck heißt, so glaube ich es auch. Zum Wissen gehört also Glaube. Die Umkehrung gilt jedoch nicht. Nicht alles, was ich glaube, weiß ich auch. D. h., es fehlen noch weitere Kriterien, die notwendig sind, um Wissen zu definieren. => 1. Kriterium: Glaube 2. Paul sagt: Die Erde ist eine Scheibe. Würden wir bei dieser Aussage von Wissen reden? Warum ja? Warum vielleicht nicht? => 2. Kriterium: 3. Kommissar Brunetti glaubt, dass der Gärtner der Mörder ist, hat jedoch keinerlei Indizien für seine Überzeugung. Gesetzt den Fall, der Gärtner hat tatsächlich den Mord begangen, weiß Brunetti, wer der Mörder ist? Begründen Sie Ihre Antwort. => 3. Kriterium: Definition Wissen bedeutet: Aufgaben (M 2) 1. Ergänzen Sie die zwei fehlenden Kriterien. 2. Formulieren Sie nun in eigenen Worten eine abschließende Definition des Begriffes Wissen. Erläuterungen (M 2) Zu 1: Man würde nicht sagen: Paul weiß, dass die Erde eine Scheibe ist, auch wenn Paul davon überzeugt ist. Denn die Aussage: Die Erde ist eine Scheibe ist falsch. Ein weiteres Kriterium des Wissens ist mithin, dass das Gewusste wahr sein muss. Der Fall des Kommissars, der ohne Indizien den tatsächlichen Mörder verdächtigt, verdeutlicht, dass die zufällige Übereinstimmung von Geglaubtem und tatsächlichem Sachverhalt noch kein Wissen ausmacht. Man muss gute Gründe (oder Indizien oder Beweise) für diese Überzeugung haben. Zu 2: Diese drei Aspekte führen zu der Definition des Wissens als wahrer begründeter Glaube. Definition: Wissen ist wahrer begründeter Glaube.

4 14 A Anthropologie Beitrag 5 S II M 4 Gruppe 2: Falsche Wahrnehmung? Optische Täuschungen Bilder aus: Zugänge zur Philosophie. Bd. 1. Hrsg. von Lothar Aßmann u. a. Cornelsen Verlag, Berlin 2004, S. 18.

5 M 7 Bertrand Russell: Gibt es auf dieser Welt eine Erkenntnis? Gibt es auf dieser Welt eine Erkenntnis, die so unumstößlich gewiss ist, dass kein vernünftiger Mensch daran zweifeln kann? S II A Anthropologie Beitrag 5 Auf den ersten Blick Aufgabe (M 7) Der vorliegende Textanfang stammt aus Bertrand Russells Schrift: Probleme der Philosophie. Überlegen Sie sich, wie der Text weitergehen könnte, und führen Sie den Gedanken Russells fort. Sollten Sie eine Anregung benötigen, können Sie die zentralen Begriffe Russells (M 8) als Hilfe hinzuziehen. 21

6 S II A Anthropologie Beitrag 5 23 M 9 René Descartes: Methodischer Zweifel 5 [...] 2. Ich hatte seit langem bemerkt, dass man hinsichtlich der Sitten bisweilen sich genötigt sieht, Ansichten zu folgen, von denen man weiß, dass sie recht ungewiss sind, genau so, als ob sie unbezweifelbar wären [ ] Da ich jetzt jedoch wünschte, mich allein der Erforschung der Wahrheit zu widmen, so hielt ich es für notwendig, genau das Entgegengesetzte zu tun und als unbedingt falsch all das zurückzuweisen, woran ich nur im mindesten zweifeln konnte; um zuzusehen, ob nicht danach etwas in meiner Überzeugung bliebe, was gänzlich unbezweifelbar wäre. Weil nun unsere Sinne uns bisweilen täuschen, so wollte ich annehmen, dass es kein Ding gibt, das so ist, wie wir es auf Grund ihrer vorstellen. Da es ferner Menschen gibt, die sich beim Schließen täuschen, selbst wenn es sich um die einfachsten Bild: René Descartes. Dpa/picture-alliance. Materialien der Geometrie handelt, und die dabei Trugschlüsse machen, so wies ich, in der Annahme, dass ich ebenso sehr wie irgendein anderer der Täuschung unterworfen, alle die Gründe als falsch zurück, die ich früher als beweisend angesehen hatte. 25 Erwog ich schließlich, dass dieselben Gedanken insgesamt, die wir wachend haben, uns auch während des Schlafes kommen können, ohne dass deshalb auch nur ein einziger wahr ist, so fasste ich demgemäß den Entschluss, zu fingieren, dass alle Dinge, die je in meinen Geist gelangt waren, nicht wahrer seien als die Trugbilder meiner Träume. Text: Descartes, René: Abhandlung über die Methode. Übersetzt und mit Anmerkungen hrsg. von Artur Buchenau. Meiner Verlag, Leipzig 1948, S. 27. Aufgaben (M 9) 1. Erläutern Sie: a) Descartes' Beobachtungen über unsere Täuschungen im Alltag; b) sein Ziel; c) seine Methode sowie d) das was er für unbezweifelbar hält. 2. Stellen Sie Descartes' methodischen Zweifel dem gewöhnlichen Zweifel des Alltags gegenüber.

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