Vorwort 5 Begriffsbestimmungen 6 Radfahranlage 6. Fahrordnung auf Radfahranlagen 7 Vorrang 7 Verhaltensregeln für Radfahrer 7

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2 Impressum Herausgeber: Amt der Steiermärkischen Landesregierung, Fachabteilung 18B Öffentlicher Verkehr und Verkehrsplanung Stempfergasse 7, 8010 Graz Inhaltliche Bearbeitung: Dr. FRIESSNEGG, Ing. FEIGG, Mag. LAUTNER Grafische Bearbeitung: PESCHL Juni

3 Inhaltsverzeichnis Vorwort 5 Begriffsbestimmungen 6 Radfahranlage 6 Fahrordnung auf Radfahranlagen 7 Vorrang 7 Verhaltensregeln für Radfahrer 7 Ausführungsbestimmungen 9 I.) Allgemeine Ausführungsbestimmungen 9 1.) Planung, Entwurf und Bau 9 2.) Bodenmarkierungen 9 3.) Verkehrszeichen 9 II.) Besondere Ausführungsbestimmungen 9 1.) Radwege, Geh- und Radwege 9 2.) Radfahrstreifen und Mehrzweckstreifen 9 3.) Schutzweg- und Radfahrerüberfahrt 10 4.) Hinweiszeichen 10 Anwendungsbeispiele 11 3

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5 Vorwort Um die Sicherheit der Radfahrer zu gewährleisten und den gesetzlichen Voraussetzungen zu genügen, ist die Kennzeichnung der Radfahranlagen unbedingt erforderlich. Die Vorschriften für die Beschilderung und Markierung von Radfahranlagen sind in verschiedenen Gesetzen, Verordnungen und Richtlinien, wie die StVO 1960, Bodenmarkierungsverordnung, Straßenverkehrszeichenverordnung und RVS enthalten, sodass die Handhabung der anzuwendenden Vorschriften in der Praxis immer wieder zu Auffassungsunterschieden führt. Die Richtlinien für die Kennzeichnung der Radwege, Radfahrstreifen, Mehrzweckstreifen und Radfahrerüberfahrten wurden von den zuständigen Fachabteilungen der Steiermärkischen Landesregierung erarbeitet, deren Anwendung in Zukunft empfohlen wird und eine wirksame Hilfe für alle verantwortlichen Anwender wie Behörden und Straßenverwaltungen sein soll. 5

6 Begriffsbestimmungen Radfahranlage Unter einer Radfahranlage versteht man eine Verkehrsfläche, die dem Verkehr mit Fahrrädern dient. In der Straßenverkehrsordnung (StVO) sind nach der 19. Novelle unter Radfahranlagen folgende Einrichtungen definiert: Radfahrstreifen Mehrzweckstreifen Radweg Geh- und Radweg Radfahrerüberfahrt Radfahrstreifen: Ein für den Fahrradverkehr bestimmter und besonders gekennzeichneter Teil der Fahrbahn, wobei der Verlauf durch wiederholte Markierung mit Fahrradsymbolen und das Ende durch die Schriftzeichenmarkierung Ende angezeigt wird. den Mehrzweckstreifen angrenzende Fahrstreifen nicht breit genug ist oder wenn das Befahren durch Richtungspfeile auf der Fahrbahn für das Einordnen zur Weiterfahrt angeordnet ist. Radweg: Ein für den Verkehr mit Fahrrädern bestimmter und als solcher gekennzeichneter Weg. Geh- und Radweg: Ein für den Fußgänger- und Fahrradverkehr bestimmter und als solcher gekennzeichneter Weg. Radfahrerüberfahrt: Ein auf beiden Seiten durch gleichmäßig unterbrochene Quermarkierung gekennzeichneter, für die Überquerung der Fahrbahn durch Radfahrer bestimmter Fahrbahnteil. Bei Radfahrerüberfahrten darf für den Radfahrer kein Vorrangzeichen Vorrang geben bzw. Halt angebracht werden. Mehrzweckstreifen: Ein Radfahrstreifen oder ein Abschnitt eines Radfahrstreifens, der unter besonderer Rücksichtnahme auf die Radfahrer von anderen Fahrzeugen befahren werden darf, wenn für diese der links an 6

7 Fahrordnung auf Radfahranlagen Fahrordnung auf Radfahranlagen Radfahranlagen dürfen in beiden Fahrtrichtungen befahren werden, sofern sich aus Bodenmarkierungen (Richtungspfeilen) nichts anderes ergibt. Abweichend davon darf jedoch ein Radfahrstreifen, ausgenommen in Einbahnen, nur in der, dem angrenzenden Fahrstreifen entsprechenden Fahrtrichtung befahren werden. Diese Fahrtrichtung ist auf einer Radfahrerüberfahrt einzuhalten, die an den Radfahrstreifen anschließt. 4) Die auf Radfahrstreifen und Mehrzweckstreifen in Einbahnen anschließen bzw. die an Geh- und Radwegen oder Radwegen anschließen. ( 8a StVO 1960). Vorrang: Grundsätzlich gelten beim Verkehr mit Fahrrädern die allgemeinen Vorrangregeln des 19 StVO1960. Spezialvorschriften: Radfahrer, die eine Radfahranlage verlassen, haben anderen Fahrzeugen im fließenden Verkehr den Vorrang zu geben. ( 19 (6a) StVO 1960). Der Lenker eines Fahrzeuges, das kein Schienenfahrzeug ist, hat einem Radfahrer oder Rollschuhfahrer, der sich auf einer Radfahrerüberfahrt befindet oder diese erkennbar benützen will, das ungefährdete Überqueren der Fahrbahn zu ermöglichen. ( 9 (2) StVO 1960). 1) Ausser aus Richtungspfeilen ergibt sich, dass nur eine Richtung erlaubt ist. 2) Ausser in Einbahnstraßen. Dies bedeutet beim Mehrzweckstreifen, dass der Radfahrer auf dem Teil des Mehrzweckstreifens gegen die Einbahn fahren darf, auf dem die Fahrzeuge diesen mitbenützen dürfen. 3) Die auf Radfahrstreifen und Mehrzweckstreifen, auf Fahrbahnen mit Gegenverkehr anschließen. Verhaltensregeln für Radfahrer: Auf Straßen mit einer Radfahranlage ist mit einspurigen Fahrrädern ohne Anhänger die Radfahranlage zu benützen, wenn das Befahren der Radfahranlage in der vom Radfahrer beabsichtigten Fahrtrichtung erlaubt ist. 7

8 Mit Fahrrädern mit einem Anhänger, der nicht breiter als 80 cm oder ausschließlich zur Personenbeförderung bestimmt ist, sowie bei Trainingsfahrten mit Rennfahrrädern kann die Radfahranlage benützt werden. Mit Fahrrädern mit einem sonstigen Anhänger und mit mehrspurigen Fahrrädern ist die für den übrigen Verkehr bestimmte Fahrbahn zu benützen. Auf Gehsteigen und Gehwegen ist das Radfahren in der Längsrichtung verboten. Auf Geh- und Radwegen haben sich Radfahrer so zu verhalten, dass Fußgänger nicht gefährdet werden. ( 68 (1) StVO 1960). Radfahrer dürfen nur auf Radwegen und in Wohnstraßen sowie sonstigen Straßen mit öffentlichem Verkehr bei Trainingsfahrten mit Rennfahrrädern nebeneinanderfahren; beim Nebeneinanderfahren darf nur der äußerste rechte Fahrstreifen benützt werden. ( 68 (2) StVO 1960). Radfahrerüberfahrten, wo der Verkehr nicht durch Arm- oder Lichtzeichen geregelt wird, dürfen Radfahrer nur mit einer Geschwindigkeit von höchstens 10 km/h und nicht unmittelbar vor einem herannahenden Fahrzeug und für dessen Lenker überraschend befahren. ( 68 (3a) StVO 1960). 8

9 Ausführungsbestimmungen I.) Allgemeine Ausführungsbestimmungen: 1.) Planung, Entwurf und Bau Für die Planung, den Entwurf und den Bau der Radverkehrsanlagen ist grundsätzlich die RVS anzuwenden. Bei besonderen Anlageverhältnissen kann jedoch von den darin angeführten Werten, insbesondere hinsichtlich der Querschnitte, abgewichen werden. 2.) Bodenmarkierungen Bodenmarkierungen für Radfahranlagen sind gemäß Bodenmarkierungsverordnung 1996 in weißer Farbe auszuführen. Die Strichbreiten haben 10 cm zu betragen. Richtungspfeile sind grundsätzlich mit einer Länge von 1 m zu markieren. Mehrzweckstreifen sind mit einer Warnlinie zu markieren, wobei in Ortsgebieten die Länge des Striches sowie die Länge der Unterbrechung je 1,5 m zu betragen hat. ( 5 (2) Bodenmarkierungsverordnung1996). 3.) Verkehrszeichen Die Straßenverkehrszeichen haben der Straßenverkehrszeichenverordnung 1995 zu entsprechen. Auf den Radfahranlagen sind sie im Kleinformat auszuführen. II.) Besondere Ausführungsbestimmungen 1.) Radwege, Geh- und Radwege: Radwege, Geh- und Radwege sind grundsätzlich von der Behörde zu verordnen (über Antrag der Straßenverwaltung bzw. Gemeinde). Diese Verordnung ist mit Verkehrszeichen kundzumachen. (Abb.1, 2, 3, 4, 5). Die Kennzeichnung von Radwegen, Gehund Radwegen durch Bodenmarkierungen ist grundsätzlich nicht vorgesehen. Ausgenommen ist die Trennung von Gehweg und Radweg bei kombinierten Anlagen, sowie die Anbringung von Richtungspfeilen, falls Radwege, sowie Geh- und Radwege nur in eine Richtung befahren werden sollen. ( 8a StVO 1960). (Abb. 3, 4, 5). 2.) Radfahrstreifen und Mehrzweckstreifen Radfahrstreifen und Mehrzweckstreifen sind grundsätzlich mittels Bodenmarkierungen darzustellen (Sperrlinien, Leitlinien, Radfahrsymbol und Schriftzug Ende ). Die Kennzeichnung durch Verkehrszeichen ist nicht vorgesehen (Abb. 6, 7, 9/1, 9/2). Eine Verordnung muss jedenfalls für jene Bodenmarkierungen vorliegen, welche ein Gebot oder Verbot darstellen. 9

10 Richtungspfeile sind grundsätzlich nicht anzubringen. Radfahrerüberfahrten in Form von Blockmarkierungen sind im Zuge von Radfahrstreifen bzw. Mehrzweckstreifen nur anzubringen, wenn dieser eine für den übrigen Verkehr bestimmte bevorrangte oder gleichrangige Fahrbahn kreuzt. In allen anderen Fällen ist diese Überfahrt mittels Warnlinien auszuführen ( 17 (1) Bodenmarkierungsverordnung) (Abb. 7). 3.) Schutzweg- und Radfahrerüberfahrt: Bei der Kreuzung von kombinierten Gehund Radwegen mit einer für den übrigen Verkehr bestimmten Verkehrsfläche muss der Fußgängerübergang nicht markiert werden und ist daher bei geringen Breiten nur die Radfahrerüberfahrt auszubilden. ( 17 (1) Bodenmarkierungsverordnung) (Abb. 2). 4.) Hinweiszeichen: Hinweiszeichen aus Sicht der die Straße mit Vorrang benützenden Verkehrsteilnehmer (Rechts- und Linksabbieger) sind entbehrlich. Bei beengten Anlageverhältnissen sind diese daher nicht anzubringen. ( 11, Abs.1, StVO 1960, Änderung der Fahrtrichtung und Wechsel des Fahrstreifens) (Abb. 2,4). 10

11 Anwendungsbeispiele Abb. 1: Komb. Geh- und Radweg im Zweirichtungsverkehr Ausführung ohne Radfahrerüberfahrt und Schutzweg. Abb. 2: Komb. Geh- und Radweg im Zweirichtungsverkehr...12 Ausführung mit Radfahrerüberfahrt. Abb. 3: Getrennter Geh- u. Radweg im Einrichtungsverkehr, beidseitig geführt..13 Ausführung ohne Radfahrerüberfahrt und Schutzweg. Abb. 4: Getrennter Geh- u. Radweg im Einrichtungsverkehr, beidseitig...13 Querung einer Zufahrtsstraße mit Radfahrerüberfahrt und Schutzweg. Abb. 5: Kreuzung mit beidseitig geführten Geh- und Radweg...14 Ausführung mit Radfahrerüberfahrt und Schutzweg. Abb. 6: Ausführung von Mehrzweck- und Radfahrstreifen...14 Abb. 7: Abb. 8: Ausführung von Radfahrstreifen mit Radfahrerüberfahrt bei...15 a) Kreuzung mit gleichrangiger Straße b) Kreuzung mit Straße ohne Vorrang Radweg im Kreisverkehr, beidseitig geführt...15 Abb. 9/1: Radfahr- und Mehrzweckstreifen im Kreisverkehr...16 Abb. 9/2: Ausführung von Radfahrstreifen mit Radfahrerüberfahrt bei...16 Abb. 10: Radroutenquerung im Ortsgebiet und Freiland...17 Abb. 11: Radroutenquerung im Ortsgebiet und Freiland

12 ABB. 1 KOMBINIERTER GEH- UND RADWEG IM ZWEIRICHTUNGSVERKEHR GEH- UND RADWEG QUERT ZUFAHRTSSTRASSE MIT STARKEM VERKEHR (GEMEINDESTRASSE, ZUFAHRTSSTRASSE ZU EINKAUFSZENTRUM etc.). FUSSGÄNGER-, RADVERKEHR EHER SCHWACH. AUSFÜHRUNG OHNE RADFAHRERÜBERFAHRT UND SCHUTZWEG. ABB. 2 KOMBINIERTER GEH- UND RADWEG IM ZWEIRICHTUNGSVERKEHR GEH- UND RADWEG QUERT ZUFAHRTSSTRASSE, STARKER GEH- UND RADVERKEHR AUSFÜHRUNG MIT RADFAHRERÜBERFAHRT. 12

13 ABB. 3 GETRENNTER GEH- UND RADWEG IM EINRICHTUNGSVERKEHR, BEIDSEITIG GEFÜHRT QUERUNG EINER ZUFAHRTSSTRASSE MIT STARKEM VERKEHR. GEH- UND RADVERKEHR EHER SCHWACH, AUSFÜHRUNG OHNE RADFAHRERÜBERFAHRT UND SCHUTZWEG. ABB. 4 GETRENNTER GEH- UND RADWEG IM EINRICHTUNGSVERKEHR, BEIDSEITIG GEFÜHRT QUERUNG EINER ZUFAHRTSSTRASSE, STARKER FUSSGÄNGER UND RADVERKEHR, AUSFÜHRUNG MIT RADFAHRERÜBERFAHRT UND SCHUTZWEG. 13

14 ABB. 5 KREUZUNG MIT BEIDSEITIG GEFÜHRTEN GEH- UND RADWEG STARKER FUSSGÄNGER UND RADVERKEHR, AUSFÜHRUNG MIT RADFAHRERÜBERFAHRT UND SCHUTZWEG ABB. 6 AUSFÜHRUNG VON MEHRZWECK- UND RADFAHRSTREIFEN MEHRZWECKSTREIFEN: WARNLINIE GEM. 5 (2) BODENMARKIERUNGSVERORDNUNG IM FREILAND 6m 1,5m 6m 1,5m, IM ORTSGEBIET 1,5m 1,5m 1,5m. BEI RADFAHRSTREIFEN: SPERRLINIE GEM. 13 BODENMARKIERUNGSVERORDNUNG 14

15 ABB. 7 AUSFÜHRUNG VON RADFAHRSTREIFEN MIT RADFAHRERÜBERFAHRT BEI: a) KREUZUNG MIT GLEICHRANGIGER STRASSE b) KREUZUNG MIT STRASSE OHNE VORRANG ABB. 8 RADWEG IM KREISVERKEHR, BEIDSEITIG GEFÜHRT 15

16 ABB. 9/1 RADFAHR- UND MEHRZWECKSTREIFEN IM KREISVERKEHR ABB. 9/2 RADFAHR- UND MEHRZWECKSTREIFEN IM KREISVERKEHR 16

17 ABB. 10 RADROUTENQUERUNG IM ORTSGEBIET UND FREILAND ABB. 11 RADROUTENQUERUNG IM ORTSGEBIET UND FREILAND 17

18 18

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