Umgang mit schwierigen Kindern und Jugendlichen Stefan Schaaf

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1 Umgang mit schwierigen Kindern und Jugendlichen

2 Geplanter Ablauf: Personenkreis und Entwicklungstendenzen Begriffsklärungen Handlungsmöglichkeiten

3 Personenkreis und Entwicklungstendenzen - Knapp Schüler werden in Deutschland dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung zugeordnet (2012). - Die meisten besuchen eine Förderschule, rund vier Prozent eine allgemeine Schule. - Anteil FsgE 2001: 0,76% aller Schüler : 1,02% aller Schüler - Bei Verdopplung der Inklusionsquote!

4 Personenkreis und Entwicklungstendenzen

5 Personenkreis und Entwicklungstendenzen - 57% der Schülerschaft haben einen Pflegebedarf - 11% zwischen 90 Minuten und drei Stunden - 6% über drei Stunden

6 Personenkreis und Entwicklungstendenzen - Gravierende Verhaltensprobleme - 52% des Personenkreises zeigen ausgeprägte Problematik des Verhaltens und der Emotionen - Generelle Zunahme der Verhaltensprobleme mit Anstieg des Schweregrades der Behinderung - Massive Beeinträchtigungen auf Gruppenkonstellationen

7 Personenkreis und Entwicklungstendenzen - Bessere Überlebenschancen bei Frühgeburten - Frühe Förderung von Kindern mit deutlicher Intelligenzminderung - Familiäre, wirtschaftliche Probleme, Zunahme prekärer Lebensverhältnisse - Migrationshintergrund - Deutliche Zunahme von Autismus-Spektrum- Störung und Schülern im oberen Leistungsbereich - Selektive Integrationspraxis

8 Personenkreis und Entwicklungstendenzen Ein kleiner Teil dieser Kinder und Jugendlichen hat einen besonders intensiven Betreuungsbedarf aufgrund von: - Häufig sehr schweren Intelligenzminderungen - Deutlich eingeschränkten Kommunikationsmöglichkeiten - Schwerwiegenden Selbst- und Fremdaggressionen - Bindungsstörungen - Traumatisierungen - Zusätzlichen psychiatrischen Erkrankungen (Depression, Schizophrenie, Zwänge )

9 Personenkreis und Entwicklungstendenzen Eltern sind häufig bis über ihre Grenzen belastet In Oberbayern derzeit keine stationäre klinische Versorgung für diesen Personenkreis (Neue Klinik in Haar mit 20 Plätzen startet 2015) Niedergelassene Kinder- und Jugendpsychiater können die Versorgung meist nicht übernehmen Kaum Wohnheime mit spezialisiertem Angebot

10 Personenkreis und Entwicklungstendenzen Aufnahme von Schülern, die in keiner anderen Schulform Halt gefunden haben. Das letzte Auffangbecken bei Lernhindernissen aller Art. Tendenz zur Restschule am unteren Ende des Schulsystems. Verändertes Klientel erfordert erweiterte Qualifikationen. Erweiterung und Komplizierung der pädagogischen und erzieherischen Aufgaben und Probleme.

11 Begriffsklärungen Ganz persönliche Vorstellungen von Verhaltensstörungen Geprägt von eigenen Erfahrungen, von eigenen Überlegungen, vom eigenen Menschenbild Zuschreibung des Herausgeforderten

12 Begriffsklärungen Herausforderndes Verhalten: - Verhaltensweisen, die von zeit- und kulturspezifischen Erwartungsnormen abweichen - Auswirkung auf Entwicklungs- und Arbeitsfähigkeit - Beeinträchtigung der Interaktion

13 Aggression: Begriffsklärungen - Beleidigung, Bedrohung, Herabsetzung oder Demütigung eines oder mehrerer anderer Personen - Beschädigung oder Verletzung von Lebewesen oder Gegenständen

14 Begriffsklärungen Abgrenzung zu psychischen Störungen: -Herausforderndes Verhalten in erster Linie als pädagogisches oder soziales Problem zu betrachten -Psychische Störungen bedürfen interdisziplinäre Kooperation unter ärztlicher oder psychotherapeutischer Regie

15 Begriffsklärungen Die Störung ist immer relativ und in Abhängigkeit zum jeweiligen Kontext zu sehen!

16 Handlungsmöglichkeiten Grundannahme: Problemverhalten ist immer erlernt! Problemverhalten ist immer Form von Kommunikation!

17 Handlungsmöglichkeiten

18 Handlungsmöglichkeiten Panik/Kontrollverlust Hohe Erregung Zwang Mittelmaß Funktional Geringe Erregung Langeweile Gewohnte Bewegungen Selbststimulierung

19 Handlungsmöglichkeiten Hohes Maß an Verstehens- und Deutungsarbeit: Warum verhält sich das Kind in einer bestimmten Art und Weise? Was kann, was soll dieses Kind lernen? Was will dieses Kind lernen?

20 Handlungsmöglichkeiten Funktion von Problemverhalten: - um Hilfe oder Aufmerksamkeit bitten - anstrengende Situationen oder Aktivitäten beenden - einen gewünschten Gegenstand erhalten - Protest gegen ungewollte Ereignisse oder Aktivitäten - Selbststimulation

21 Handlungsmöglichkeiten o Kompetenz durch Kooperation o Kompetenz durch Methoden und Organisationsstrukturen o Kompetenz durch Prozessgestaltung

22 Handlungsmöglichkeiten Mögliche präventive Maßnahmen: - Strukturierung des Alltags - Strukturierung der Umgebung - Vermitteln von Konzepten, Fertigkeiten und Regeln - Verhaltenstraining - Veränderungen der Rahmenbedingungen - Krisenmanagement - Pharmakologische Therapie

23 Handlungsmöglichkeiten Personenzentrierte Interventionen: - Direkte Unterlassungsaufforderung mit positiver Bekräftigung - Hinweis auf gültige Regeln - Ich-Botschaften - Humorvolle Reaktionen - Anreize und Belohnungen

24 Danke für die Aufmerksamkeit!

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