Marketing (elektronischer Ressourcen an wissenschaftlichen Bibliotheken)

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1 Marketing (elektronischer Ressourcen an wissenschaftlichen Bibliotheken) (Nikolai Mileck, UB Heidelberg) 1

2 Marketing ist die umfassende Philosophie und Konzeption des Planens und Handelns, bei der alle Aktivitäten eines Unternehmens konsequent auf die gegenwärtigen und künftigen Erfordernisse der Märkte ausgerichtet werden, mit dem Ziel der Befriedigung von Bedürfnissen des Marktes und der individuellen Ziele. 1) 1)Vgl. Weis: Marketing 2001, S. 2

3 Marketing als betriebswirtschaftlicher Begriff Übertragbar auf öffentliche Betriebe? Öffentliche Betriebe sind Wirtschaftssubjekte, in denen Entscheidungen bzw. Verfügungen über Güter (Rechts- und Sachgüter, Arbeits- und Dienstleistungen) gemäß öffentlicher Ziele auf der Grundlage öffentlichen oder privaten Eigentums getroffen werden. 2) Meffert: Marketing 2000, S

4 Der Unterschied zu Unternehmen: Innerhalb des Marketing für öffentliche Betriebe weist die Preispolitik die größten Unterschiede zu privaten Unternehmen auf. Für die meisten Leistungen öffentlicher Verwaltungen wird kein direktes oder nur ein geringes, häufig nicht kostendeckendes Entgelt erhoben. Die Preisbildung öffentlicher Unternehmen orientiert sich i.d.r. an der Maximierung des gesellschaftlichen Nutzens. 4

5 Die reine Lehre : Marketing-Management-Prozess Informations- und Analysephase des Marketing Strategisches Marketing Operatives Marketing / Marketing-Mix und vieles mehr an Theorie, das den Rahmen unseres Workshops sprengen würde! 5

6 Wir haben uns für einen sehr speziellen Markt ( elektronische Informationsversorgung ) entschieden. Wie könnte man vorgehen? Ein Ansatz: Betrachtung aus dem Blickwinkel eines Unternehmers, der sich auf diesem Markt engagieren möchte. Es ergeben sich zahlreiche Fragestellungen: 6

7 Was wollen wir verkaufen (Produkte)? An wen wollen wir die Produkte verkaufen (Zielgruppen)? Gibt es überhaupt einen Bedarf für unsere Produkte? Wie erreichen wir unsere Kunden? Hat unser Markt Konkurrenten wenn ja, welche? In welchem Umfeld (Interessengruppen) bewegen wir uns? Was ist unsere eigene Motivation (als Ersatz für Gewinn und Boni)? 7

8 Was wollen wir anbieten: Elektronische Ressourcen in allen Angebotsformen Technische Dienstleistungen (Bereitstellung, Erschließung...) Den Anwender unterstützende Dienstleistungen (Schulungen, Vermittlung eigener Informationskompetenz ) Eine zentrale Anlaufstelle in einem grenzenlosen virtuellen Informationsraum 8

9 An wen wollen wir unsere Produkte verkaufen: Wissenschaftler (Forschung und Lehre im engeren Sinne) Studenten Nichtwissenschaftliches Personal (z.b. auch ZUV!) Graduiertenkollegs / Postdoks etc. Lehrbeauftragte (auch: assoziierte Einrichtungen) Externe Nutzer (Schüler, regionaler Einzugskreis etc.) 9

10 Gibt es einen Bedarf für unsere Produkte? Mit Blick auf die Zielgruppen des Einrichtungsträgers wohl pauschal zu bejahen, da sich der Bedarf aus dem grundsätzlichen Bedürfnis der Zielgruppen nach einer effizienten Informationsversorgung ergibt. Aber: wäre auch eine andere Form der Versorgung denkbar oder sogar wirtschaftlicher (teilweise Auslagerung, Privatisierung, Dezentralisierung etc.)? 10

11 Wie (wo und wann) erreichen wir unsere Kunden? Physische Präsenz (z.b. Bibliothekskommission) Internetseiten der Bibliothek, der Uni, der Einrichtungen Blogs, RSS Feeds, Twitter etc. Roadshows, Schulungsangebote etc. Events, Verbindung mit anderen Produkten ( Mix ) Zeitliche Verfügbarkeit der Produkte 11

12 Haben wir auf unserem Markt Konkurrenten? Hochschulen im Wettbewerb (national und international) Kommerzielle Dienstleister Google und das WWW 12

13 In welchem Interessenumfeld bewegen wir uns? Staatliche Grundfinanzierung ( das Land : LRH) Budgetierung in der Hochschule (Kampf um die Mittel: Rektorat, Senat, Institute, zentrale Einrichtungen) Drittmittel = Drittinteressen (DFG, BASF, Cluster, Sponsoren etc.) Unterschiedlichste Zielgruppen für die eigenen Produkte Monopolistische Geschäftspartner ( Elsevier ) 13

14 Was ist unsere eigene Motivation, die eigenen Produkte erfolgreich am Markt zu platzieren? Beginn der Diskussion 14

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