Integration unternehmen! Kurzinformationen zum Landesprogramm Integration unternehmen! NRW

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1 Integration unternehmen! Kurzinformationen zum Landesprogramm Integration unternehmen! NRW

2 2 1. Ziel des Landesprogramms Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales in Nordrhein-Westfalen, die Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen-Lippe, die Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit und der Arbeitskreis der Optionskommunen in NRW haben sich zum Ziel gesetzt, die Teilhabe behinderter Menschen am gesellschaftlichen Leben weiter zu verbessern. Mit dem Landesprogramm Integration unternehmen! verfolgt das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen das Ziel, in den drei kommenden Jahren zusätzliche Arbeitsplätze für schwerbehinderte Menschen in Integrationsunternehmen zu schaffen und stellt für diesen Zweck 10 Mio. Euro zur Verfügung. Aus diesen Mitteln werden Zuschüsse zu den Investitionskosten für neugeschaffene Arbeitsplätze schwerbehinderter Menschen erbracht. Die Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen-Lippe beteiligen sich durch eigene Fördermittel an dem Landesprogramm und setzen es in Abstimmung mit dem Land um. Das Bundesprogramm JobPerspektive soll genutzt werden, um besonders betroffenen behinderten Menschen die Chance auf eine dauerhafte Beschäftigung zu eröffnen. 2. Was sind Integrationsunternehmen, Integrationsbetriebe und -Abteilungen? Integrationsunternehmen sind rechtlich selbstständige Unternehmen des ersten Arbeitsmarktes und unterliegen den allgemeinen Markt- und Wettbewerbsbedingungen. Ihr sozialer Auftrag: Sie beschäftigen zwischen 25 % und 50 % schwerbehinderte Menschen dauerhaft in sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnissen. Integrationsunternehmen können von natürlichen Personen und von Organisationen gegründet werden. Als Rechtsformen sind Einzelunternehmen, Personen- und Kapitalgesellschaften, Genossenschaften und Stiftungen möglich. Ein gemeinnütziger Status (z. B. in Form einer ggmbh) schränkt die erwerbswirtschaftliche Unternehmensfunktion nicht ein. Die Rechtsform eines eingetragenen Vereins ist nicht möglich. Integrationsbetriebe oder Integrationsabteilungen sind rechtlich unselbstständige Teile privatwirtschaftlicher Unternehmen oder öffentlicher Arbeitgeber. Auch sie beschäftigen im erheblichen Umfang schwerbehinderte Menschen. 3. Wer zählt zu den schwerbehinderten Beschäftigten? Zu dieser Gruppe zählen gemäß 132 SGB IX schwerbehinderte Menschen, die aufgrund der Art und Schwere ihrer Behinderung und ggf. weiterer Vermittlungshemmnisse wie Langzeitarbeitslosigkeit, Alter oder mangelnder Qualifikation und trotz Ausschöpfens aller Fördermöglichkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt besonders benachteiligt sind. 2

3 3 Insbesondere sind dies: Menschen mit geistiger oder psychischer Behinderung oder mit einer schweren Körper-, Sinnes- oder Mehrfachbehinderung, Abgänger/-innen aus Werkstätten für behinderte Menschen oder psychiatrischen Einrichtungen zur Vorbereitung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt, Schwerbehinderte Schulabgänger/-innen. 4. Welche Unterstützung gibt es? Wie jedes andere Unternehmen müssen auch die Integrationsunternehmen ihre Kosten am Markt erwirtschaften, sie können jedoch zur Einrichtung der Arbeitsplätze für schwerbehinderte Personen Zuschüsse zu den investiven Kosten erhalten. Zudem können laufende finanzielle Zuschüsse zu den Aufwendungen erbracht werden, die auf die hohe Zahl der schwerbehinderten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zurückzuführen sind. Darüber hinaus beraten Expertinnen und Experten bei betriebswirtschaftlichen Fragen sowie bei der Personalfindung und -führung. Auch im Antragsverfahren werden die Vorhaben beratend unterstützt. Alle Unterstützungsmöglichkeiten gelten sowohl für Integrationsunternehmen als auch für Integrationsbetriebe und -abteilungen. 4.1 Investive Förderungen Das Land Nordrhein-Westfalen fördert Integrationsunternehmen, -betriebe oder -abteilungen im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel mit Zuschüssen zu den notwendigen Gesamtinvestitionen. Diese Zuschüsse können von den Integrationsämtern aus Mitteln der Ausgleichsabgabe ergänzt werden. Grundsätzlich können bis zu 80 % der notwendigen Gesamtinvestitionen, max Euro je neuem Arbeitsplatz eines schwerbehinderten Menschen gefördert werden. In Abhängigkeit vom einzelnen Vorhaben können durch die Integrationsämter zusätzlich Darlehen oder Zinszuschüsse zu Fremddarlehen vergeben werden. Gemeinnützige Integrationsunternehmen können z. B. bei Einrichtungen wie der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW und der Deutschen Behindertenhilfe - Aktion Mensch e. V. weitere Hilfen zum Unternehmsaufbau erhalten. Die Inanspruchnahme der Investitionszuschüsse setzt in allen Fällen eine angemessene Eigenbeteiligung des Integrationsunternehmens voraus. 4.2 Personenbezogene Unterstützung Integrationsunternehmen erhalten ebenso wie Integrationsbetriebe oder -abteilungen keine Zuschüsse zu den laufenden Betriebskosten. Sie werden jedoch beim finanziellen Aufwand unterstützt, der auf die Beschäftigung schwerbehinderter Menschen zurückzuführen ist. 3

4 4 Diese Zuschüsse werden als Nachteilsausgleich dauerhaft und verlässlich erbracht. Dabei können verschiedene Instrumente, wie der besondere Betreuungsaufwand nach 134 SGB IX, der Minderleistungsausgleich nach 27 SchwbAV, die JobPerspektive nach 16 e SGB II oder besondere Förderungen für Werkstattabgänger/-innen eingesetzt werden Besonderer Aufwand und Minderleistungsausgleich Die Integrationsämter der Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen-Lippe gewähren als Unterstützung für den besonderen Betreuungsaufwand monatlich eine Pauschale von 210 Euro pro schwerbehinderten Mitarbeiter/-in. Darüber hinaus wird als Minderleistungsausgleich ein Zuschuss in Höhe von 30 % des Arbeitnehmerbruttolohnes gewährt, sofern keine anderen Lohnkostenzuschüsse in Anspruch genommen wurden JobPerspektive nach 16 e SGB II Die Beschäftigung von langzeitarbeitslosen, schwerbehinderten Menschen kann durch die ARGEn und die zugelassenen kommunalen Träger mit einem Zuschuss von bis zu 75 % des berücksichtigungsfähigen Arbeitsentgeltes unterstützt werden. Diese Förderung erfolgt zunächst für 24 Monate, kann aber über diesen Zeitraum hinaus verlängert werden. Die SGB II Träger bieten Hilfestellungen bei der Beantragung dieser Förderleistungen. Darüber hinaus können Integrationsunternehmen wie alle anderen Arbeitgeber auch weitere arbeitsmarktpolitische Förderprogramme in Anspruch nehmen. Die Partner der Landesinitiative unterstützen die Integrationsunternehmen darin, dass diese Förderinstrumente koordiniert zum Einsatz kommen. 4.3 Betriebswirtschaftliche Beratung Zur Unterstützung bei der Gründung eines Integrationsunternehmens bzw. eines Integrationsbetriebes oder einer Integrationsabteilung können Antragsteller nach der Vorlage eines aussagefähigen Erstkonzeptes (Exposé) eine kostenlose betriebswirtschaftliche Gründungsberatung in Anspruch nehmen. Auch im laufenden Betrieb und bei besonderen Anlässen erhalten Integrationsunternehmen eine kostenlose betriebswirtschaftliche Beratung. Die Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen-Lippe beauftragen in der Regel dazu die spezialisierten Berater/-innen der Fachberatung für Arbeits- und Firmenprojekte (FAF) bzw. die Unternehmensberater für Integrationsprojekte an der Handwerkskammer Münster. 4.4 Personalfindung und Personalführung Die Integrationsämter der Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen-Lippe sowie die örtlichen Integrationsfachdienste informieren und beraten die Integrationsunternehmen, -abteilungen und -betriebe bei der Personalauswahl und bei Personalfragen im Betriebsalltag. Bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus dem ALG II-Bezug leisten auch die SGB II-Träger Unterstützung bei der Personalauswahl und -betreuung. 4

5 5 5. Wo gibt es weitere Beratung? Den Gründerinnen und Gründern von Integrationsunternehmen, -betrieben und -abteilungen stehen bereits in der Gründungsphase und weitergehend im Antragsverfahren umfassende Beratungsangebote zur Verfügung. Informationen zum Landesprogramm Integration unternehmen! erhalten Interessierte bei der G.I.B., Gesellschaft für innovative Beschäftigung mbh in Bottrop. Die G.I.B. berät in Erstgesprächen die Vorhaben während der ersten Konzept- und Ideenphase und bietet darüber hinaus halbtägige Einstiegsseminare zur Gründung von Integrationsunternehmen an. In einem weiteren Schritt unterstützt die G.I.B. neu zu gründende Integrationsunternehmen, -abteilungen oder -betriebe bei der Erstellung des Erstkonzeptes (Exposé). Die weitere Beratung und Begleitung von Anträgen übernehmen die Integrationsämter der Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen-Lippe. Die Berater/-innen der Fachberatung für Arbeits- und Firmenprojekte (FAF) bzw. die Unternehmensberater für Integrationsprojekte an der Handwerkskammer Münster übernehmen die weitergehende betriebswirtschaftliche Beratung. Bestehende Integrationsunternehmen und Werkstätten für behinderte Menschen wenden sich bitte direkt an die Integrationsämter der Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen- Lippe. Wir freuen uns auf Ihre Idee und stehen gerne für weitere Informationen zur Verfügung. G.I.B. Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung mbh Im Blankenfeld Bottrop Tel Gustav Bölke Tel.: 02041/ Helmut Kleinen Tel.: 02041/ Weitere Informationen gibt es auch im Internet unter 5

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