TEXTILE VIELFALT. Industrielle Erfolgsgeschichten aus Württemberg. Industrielle Erfolgsgeschichten aus Württemberg

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1 TEXTILE VIELFALT Weitere Stationen der Ausstellung Webereimuseum Sindelfingen Corbeil-Essonnes-Platz Sindelfingen (Mai Jul 2015) Miedermuseum Heubach Schlossstr Heubach (Sept Nov 2015) Kulturscheune Mössingen Brunnenstr. 3/ Mössingen (Nov 2015 Feb 2016) Industrielle Erfolgsgeschichten aus Württemberg Industrielle Erfolgsgeschichten aus Württemberg

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3 Industrielle Erfolgsgeschichten aus Württemberg

4 Stationen der Ausstellung Industriemagazin Reutlingen Eberhardstraße Reutlingen (März April 2015) Kulturscheune Mössingen Brunnenstr. 3/ Mössingen (Nov 2015 Feb 2016) Webereimuseum Sindelfingen Corbeil-Essonnes-Platz Sindelfingen (Mai Jul 2015) Stadtmuseum Esslingen Hafenmarkt Esslingen a. N. (Feb Mai 2016) Miedermuseum Heubach Schlossstr Heubach (Sept Nov 2015) Maschenmuseum Albstadt Wasenstr Albstadt (Jun Sept 2016)

5 TEXTILE VIELFALT Industrielle Erfolgsgeschichten aus Württemberg

6 5 Inhaltsverzeichnis Textile Vielfalt. 6 Industrielle Erfolgsgeschichten aus Württemberg Die Sindelfinger Jacquardweberei 12 Illja Widmann Heubach 22 ein Zentrum der deutschen Korsettfabrikation Kerstin Hopfensitz Albstadt und die Maschenindustrie 32»Sport und Trikot«im Spiegel früher Reklame Susanne Goebel Garn, Tuch, Wolle 42 Die Esslinger Textilindustrie Martin Beutelspacher Von Reutlingen in die Welt 52 Marisse Hartmut Die Textilindustrie in Mössingen 62 und die Textildruckfirma Pausa Hermann Berner Glossar 72 Impressum 76

7 6 Textile Vielfalt. Industrielle Erfolgsgeschichten aus Württemberg Textile Fasern werden schon seit mindestens Jahren von Menschen als Schutz vor Kälte und anderen Unbilden der Natur als Kleidung, Decken und Zelte genutzt. Bald schon wurden Textilien auch zu modischen und dekorativen Zwecken gefertigt. In Württemberg zum Beispiel finden sich in erster Linie Textilien, die aus tierischer Wolle oder pflanzlichem Flachs hergestellt wurden. Das Verspinnen von Pflanzenfasern oder Wolle bildet den Ausgangspunkt der Textilherstellung. Das entstandene Garn wird anschließend in unterschiedlichen Verfahren (Weben, Wirken, Stricken, Flechten, Klöppeln) zu Stoff verarbeitet. Aus der Herstellung für den Eigenbedarf entwickelte sich ein eigenständiges Gewerbe, das seit dem späten Mittelalter von Zünften, Handelskompanien und weit reichenden Handelsbeziehungen geprägt war. Textilien waren ein ideales Handelsgut, da sie leicht zu transportieren waren und mit großem Gewinn gehandelt werden konnten. Wichtige Textilnationen waren in Westeuropa unter anderem England, Niederlande, Belgien, Frankreich und Italien. Hier wurden über Handelszentren auch Produkte aus Asien vertrieben. Bis ins späte Mittelalter spielte die berühmte km lange Seidenstraße als Hauptverkehrsachse zwischen Ostasien und dem Mittelmeerraum eine wichtige Rolle. Seide aus China war ein weltweit begehrtes Gut. Vorindustrielle Textilgeschichte in Südwestdeutschland Die Entwicklung von Textilstandorten war früher abhängig von einer ortsnahen Rohstoffversorgung. Im Bereich des heutigen Württemberg waren die traditionellen Materialien Leinen (Flachs) und Wolle je nach Region in unterschiedlichem Maße vorhanden. Die Verarbeitung von Flachs und das Spinnen des Garns waren sehr aufwändig. Es gab immer wieder Phasen des so genannten»garnhungers«, in denen zu wenig Material zum Weben vorhanden war. Nicht selten genügte auch die Qualität des handgesponnenen Fadens nicht den Anfordernissen. Seit dem späten Mittelalter wurde vermehrt Baumwolle und Seide importiert. Die Verarbeitung der Baumwolle war zunächst schwierig, da sich aus den kurzen Fasern der Pflanze keine reißfesten Garne spinnen ließen. So entwickelte

8 7 Einleitung man ein Mischgewebe aus Leinen und Baumwolle, das Barchent. Dieser Stoff war v. a. im Raum Ulm und Oberschwaben in den Städten Blau beuren, Biberach, Ravensburg und Urach sehr bedeutend. In der Tuchherstellung tat sich besonders die Calwer Zeughandelskompanie hervor. Die Entwicklung der Textilindustrie Das 18. Jahrhundert brachte große wegweisende Erfindungen vor allem in England mit sich und damit einhergehend den Beginn der Industrialisierung in der Textilherstellung. Dabei war die Entwicklung in der Weberei von der Garnproduktion der Spinnereien abhängig, sowohl was die Quantität als auch die Qualität betraf wurde der mechanische Webstuhl erfunden, 1790 das erste mit Dampfkraft betriebene Spinnrad entwickelt. Der Franzose Joseph Marie Jacquard stellte 1805 den nach ihm benannten Jacquardwebstuhl zur Herstellung aufwändiger Muster vor. Dampfkraft betrieben. Mit der Mechanisierung des Handwerks ergaben sich neue Tätigkeiten in der Textilherstellung und eine Umstrukturierung der Arbeitsprozesse. Die württembergische Textilindustrie Der Textilbereich war neben dem Agrarsektor der wichtigste Wirtschaftszweig des Landes. Aufgrund schwieriger politischer Umstände um 1800 geriet Württemberg in der Folgezeit zunehmend ins Hintertreffen gegenüber anderen Nationen. Vor allem mit den in England industriell produzierten Stoffen und Tuchen konnte man nicht mithalten. Auch waren die württembergischen Leinenstoffe immer weniger gefragt, nachdem die feineren Baumwollstoffe in Mode gekommen waren.»als gefährlicher Gegner der einheimischen Flachsfaser drängte sich die erotische Flocke in den Konsum ein, dem sie sich durch den Vorzug größerer Geschmeidigkeit, Weichheit und Leichtigkeit der Bekleidungsstoffe empfahl.«(das Königreich Württemberg 1884, S. 703) Die Textilindustrie in England war ab den 1830er Jahren durch weitgehend mechanisierte Fabriken geprägt. Die Maschinen wurden hier mit Eine weitere Neuerung machte im ausgehenden 19. Jahrhundert den traditionellen Webstoffen Konkurrenz: Maschenwaren, auch Trikotagen

9 8 genannt. Mit Rundwirkstühlen konnten nun im großen Stil dehnbare Wirkwaren hergestellt werden, die sich dem Körper optimal anschmiegten. Die Einführung von Trikotunterwäsche beim Militär beförderte einen Massenbedarf an diesen neuen Artikeln, der einen regelrechten Boom um die Jahrhundertwende zur Folge hatte und einer zunehmenden Verbreitung dieser neuen Textilien den Weg ebnete. Württemberg war und ist ein an Rohstoffen armes Land und verfügt über keine eigenen Steinkohlevorkommen. So gründete man Textilfabriken zunächst vorwiegend entlang der Flüsse, um die Antriebskraft des Wassers zu nutzen. Mit dem Ausbau der Eisenbahnlinien ab 1850 verbesserten sich die Verkehrsanbindungen und ermöglichten den Transport von Kohle zum Antrieb von Dampfmaschinen. Wichtige Standorte der frühen Industrialisierung waren Berg bei Stuttgart (1810), Heidenheim (1812/1813) und Herbrechtingen (1829/30) mit mechanischen Baumwollspinnereien. In Heidenheim wurde 1822 eine mechanische Kattunweberei und 1834 eine Kattundruckerei gegründet. Mitte des 19. Jahrhunderts gab es in Württemberg bereits 52 Textilfabriken. Weitere bedeutende Orte der Frühphase waren Kirchheim, Esslingen und Stuttgart. Unter König Wilhelm I. wurde 1848 die Zentralstelle für Gewerbe und Handel gegründet mit dem Ziel den technologischen Rückstand Württembergs aufzuholen. Man wollte von den erfolgreichen Ländern lernen, vor allem auch im Textilsektor. So schickte man Fachleute ins Ausland, um dort die modernen Maschinen der Konkurrenz zu studieren. Im Fokus stand ebenso die Ausbildung der Handwerker in neu gegründeten Gewerbeschulen oder durch Wanderlehrer. Württembergische Firmen waren in einzelnen Bereichen, auf die sie sich spezialisierten, sehr erfolgreich. Korsetts, Trikotagen, Seidenstoffe und Jacquardtextilien standen bald für hochwertige Produkte, die zum Teil führend auf dem Weltmarkt waren. Hier spielen die Regionen um Reutlingen und Göppingen sowie auf der Alb (Tailfingen, Ebingen) und am Albtrauf (Balingen, Heubach) eine wichtige Rolle.

10 9 Einleitung Bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts war die Textilindustrie ein wichtiger Wirtschaftszweig in Württemberg. Doch die beiden Weltkriege hinterließen auch in dieser Branche deutliche Spuren. Nach einem kurzen Boom in den 1950er Jahren kam ein Jahrzehnt später für viele Firmen und Fabriken in Deutschland und auch in Württemberg das Aus. Veränderte Produktionsbedingungen mit deutlich geringeren Kosten im Ausland, vor allem in Asien, minderten die Konkurrenzfähigkeit der einheimischen Produkte. Aktuell werden noch 5% aller weltweit verkauften Textilien in Deutschland hergestellt, vorwiegend in den Bereichen technischer Textilien, Ökotextilien und hochqualitativer Produkte. Die Ausstellung»Textile Vielfalt. Industrielle Erfolgsgeschichten aus Württemberg«ist ein Gemeinschaftsprojekt des Arbeitskreises Textil im Museumsverband Baden-Württemberg. Hier haben sich sechs Museen aus Württemberg zusammengefunden, die schlaglichtartig einen Einblick in die Vielfalt der textilen Vergangenheit und der Gegenwart der jeweilig vertretenen Region bieten. Die Entwicklung im textilen Bereich erfolgte örtlich jeweils sehr unterschiedlich. Sinn und Zweck dieser Ausstellung ist es, den Blick für eine Branche zu schärfen, mit deren Produkten wir uns täglich umgeben und die vielfältiger ist als man es sich oft bewusst macht. Die Ausstellung ist als Wanderausstellung konzipiert und ist vom 1. März 2015 bis September 2016 an folgenden Orten zu sehen: Industriemagazin Reutlingen, Webereimuseum Sindelfingen, Miedermuseum Heubach, Kulturscheune Mössingen, Stadtmuseum Esslingen, Maschenmuseum Albstadt. Arbeitskreis Textil im Museumsverband Baden-Württemberg. Sprecherin: Illja Widmann

11 10 Sindelfingen Esslingen a. N. Heubach Mössingen Reutlingen Albstadt

12 11 Einleitung Literatur Peter Borscheid: Textilarbeiterschaft in der Industrialisierung: Soziale Lage und Mobilität in Württemberg (19. Jh.). Stuttgart Königlich statistisch-topographisches Bureau (Hrsg.): Das Königreich Württemberg. Eine Beschreibung von Land, Volk und Staat. Zweiter Band. Stuttgart Marc Spohr: Auf Tuchfühlung Jahre Textil geschichte in Ravensburg und am Bodensee. Historische Stadt Ravensburg, Band 6. Konstanz Wolfgang Wüst: Die süddeutsche Textillandschaft , in: Karl Borromäus Murr u. a. (Hrsg.), Die süddeutsche Textillandschaft. Augsburg 2010, 9 38.

13 12 Die Sindelfinger Jacquardweberei Die heutige Automobilstadt Sindelfingen war im 19. Jahrhundert eine wichtige Weberstadt und weit für ihre spezialisierten Weber bekannt. Wie an vielen Standorten war hier die Leinenweberei Basis des Handwerks. Ähnlich der heutigen Autoindustrie existierten rund um die Weberei»Zulieferbetriebe«im Bereich Färberei und Zwirnerei. Es gab Blattmacher, Dreher, die Spulen und Webschiffchen herstellten und weitere Gewerke in direktem Zusammenhang mit der Weberei. In den 1820er Jahren sind in Sindelfingen, im Verhältnis zur Bevölkerung, mehr Meister und Gesellen nachgewiesen als anderswo in Württemberg und das bei ca Einwohnern. Sindelfinger Webereivielfalt»Kaum in einer anderen württembergischen Stadt ist die Weberei im Verhältnis zur Größe bodenständiger und altüberlieferter als in Sindel fingen, das sich im Laufe der Jahre unbestritten eine erste Stelle in Württemberg für gehobene Weberei erobert hat.«diese Einschätzung aus der Zeitschrift Textilwoche von 1914 zeigt das Besondere des Standorts. In einer Zeit, in der die Industrialisierung an anderen Orten und vor allem im Ausland weit fortgeschritten war, konnten sich spezialisierte Weber mit hoher Qualität gegen maschinell produzierte Ware behaupten. Bereits 100 Jahre zuvor begannen sich die Rahmenbedingungen in der Weberei zu verändern. Zur traditionellen Herstellung von Leinen, das den zünftig organisierten Leinenwebern vorbehalten war, ergab sich in Württemberg 1825 mit der Neuordnung der Zünfte auch für die nicht organisierten Weber die Möglichkeit mit Baumwolle und Seide zu weben. Der weichere Baumwollstoff machte dem klassischen Leinen Konkurrenz. So gab es schon um 1835 in Sindelfingen 27 Webmeister, die Baumwolle verarbeiteten. Ein wichtiger Bereich in Sindelfingen war die Korsettweberei. Im Jahr 1860 wurden Korsetts von 50 Webern gefertigt. Das Produkt zählte damals zu den begehrtesten Exportartikeln Württembergs und war vor allem in Nordamerika gefragt. Ab 1880 konnte sich Sindelfingen auf dem Weltmarkt nicht mehr behaupten und die Korsettwebereien mussten schließen. Dennoch wurden 1890 im Gewerbekataster bei ca Einwohnern noch 340 Webmeister aufgeführt.

14 13 Webereimuseum Sindelfingen Jacquardwebstuhl im Webereimuseum Sindelfingen. Das Motiv des Stoffes stammt aus einem Musterbuch des Webers Heinrich Burger von 1886/87. Die große Zahl an Webern in Sindelfingen beruht auf mehreren Faktoren: Das Ausgangsmaterial für Leinen, Flachs und Hanf wurde z.t. vor Ort angebaut und verarbeitet. Die Weber waren neben ihrem Handwerk als Bauern tätig. Durch die Realteilung wurde der Besitz (u. a. Webstühle) mitsamt den Grundstücken unter den Erben aufgeteilt und sicherte eine bescheidene Existenz. Die Umstellung auf Baumwolle ermöglichte es den Leinenwebern sowie nicht zünftig gebundenen Webern auf Marktveränderungen zu reagieren. Viele waren Hausweber (= Kaufweber), die für die Herstellung der Ware selbst verantwortlich waren, sich um Garn und Verkauf kümmern mussten. Seit den 1850er Jahren arbeiteten Weber für Stuttgarter Firmen und die Deckenfabrik in Weil der Stadt. Es gab auch Sindelfinger Fabriken oder Verleger, die Aufträge an Heimweber vergaben. Die Kontrolle erfolgte über»agenten«, teils ebenfalls Weber. Weitere Aufträge ergingen über Textilkaufleute. Dieses System funktionierte im Bereich der Handweberei für beide Seiten recht gut. Auftraggeber und Weber konnten sehr flexibel auf den Markt reagieren und waren weithin in der Region tätig wurden 1 Million Ellen Textil hergestellt. Spezialisierung auf Seide Eine besondere Bedeutung spielte in Sindelfingen die Verarbeitung von Seide. Die erste Fabrik am Ort war 1835 die Seidenmanufaktur Haid & Spring, die ca. 50 Weber beschäftigte. Das Königreich Württemberg förderte damals Firmen, die dazu beitrugen, das Außenhandelsdefizit zu senken. Die begehrten Seidenwaren aus dem Ausland mussten mit teuren Devisen bezahlt werden, so suchte man neue Wege, diese Stoffe selbst zu produzieren. Haid & Spring war bis 1858 in Sindelfingen ansässig, viele weitere Firmen im Bereich der Seidenweberei folgten nach.

15 14 Sindelfingen belegte mit der hochwertigen Seidenweberei eine Nische. Man arbeitete auf den damals modernen Jacquardwebstühlen. Zeitweise standen in Sindelfingen 20 % aller Seidenwebstühle in Württemberg. Es wurden vor allem schwarze Seidenstoffe für Schirmbespannungen oder Kleidertaft hergestellt. Seidenweber waren einerseits von Schwankungen am Absatzmarkt stärker betroffen, andererseits verdienten sie deutlich mehr als Leinenweber. Die letzte Seidenweberei musste Anfang der 1920er Jahre den Standort Sindelfingen aufgeben. Der moderne Jacquardwebstuhl Der Schlüssel zum Erfolg der Seidenwarenfabrikanten war der Einsatz von Jacquardwebstühlen. Die Technik wurde 1835 in Sindelfingen bereits früh eingeführt. Entwickelt wurde der Webstuhl 1805 von Joseph Marie Jacquard aus Lyon. In Frankreich war die Textilindustrie ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Der Bedarf an hochwertigen Stoffen war vor und nach der Französischen Revolution immens. Die Weber stellten damals gemusterte Stoffe mit einem Zugwebstuhl, an dem ein Harnisch befestigt war, her. Dazu benötigte man Gehilfen, den Zampeljungen und Einleserinnen, die die Muster über Knoten an den Zampelschnüren umsetzten. Die Zugfäden wurden durch eine gelochte Holzplatte in Spalten und Zeilen geführt. Die Methode war zeitintensiv und anfällig für Fehler. Bereits 1725 entwickelte Jean Baptiste Falcon aus Lyon eine Lochkartensteuerung für Musterwebstühle, die jedoch in Vergessenheit geriet. Um 1750 löste der Automatenbauer Jacques Vaucanson das Problem der Musterweberei mittels einer Lochwalze, um die, ähnlich den Musikautomaten, die in Pappe gestanzten Muster gewickelt wurden. Die Walze wurde an einen Abtastmechanismus gedrückt und so die Kettfäden gesteuert. Der Durchbruch gelang jedoch erst Joseph Marie Jacquard ( ). Er stammte aus Lyon, sein Vater war Seidenwebmeister und stellte hochwertige Seidenstoffe her. Jacquard erlernte das Druckerhandwerk und beschäftigte sich seit 1799 mit Erfindungen von Spezialwebstühlen. Im Mittelpunkt stand ein Grundproblem der Musterweberei: Wie konnte man den Aufwand für die Einrichtung des Webstuhls mit

16 15 Webereimuseum Sindelfingen Gewebtes Seidenbild mit dem Porträt von Joseph Marie Jacquard, entstanden in der Sindelfinger Webschule um Es bezieht sich auf ein Original um Das Sindelfinger Bild ist eine Schenkung aus dem Besitz des ehemaligen Web lehrers Wilhelm Reuff. einem komplexen Muster deutlich minimieren, das Muster mehrfach verwenden und dadurch Kosten einsparen? Bislang dauerte die Vorbereitung des Webstuhls bis zu drei Monate bei nur einmaliger Verwendung des Musters. Die Leistung von Jacquard ist darin zu sehen, dass er die vergessenen alten Mechanismen studierte und zu einer genialen Lösung kam. Er konstruierte eine» Metamaschine, die als Steuerungsmodul eines traditionellen Webstuhls diente.«(schneider, Textiles Prozessieren, 276). Die Musterung erfolgte über Lochkarten, die durch die Metamaschine geführt wurden. Sie bestand aus drei Teilen, es gab einen Abtastund Transportmechanismus für die Karten und ein Hebelsystem. Mittels eines Tritts wurde das System, das sich außerhalb des Webstuhls befand, in Bewegung gebracht. Für den Erfolg der neuen Erfindung war eine günstige Herstellung der Lochkarten, die aus dem damals teuren Karton bestanden, wichtig. So entwickelte Jacquard als gelernter Drucker ein Verfahren mit vorgedruckten Karten, die er selbst produzierte. Hierauf war ein Raster mit insgesamt 408 möglichen Lochpositionen vorge-

17 Kartenschlagmaschine zur Herstellung von Lochkarten 16

18 17 Webereimuseum Sindelfingen Musterbuch von Heinrich Burger, erstellt in der Fachschule Reutlingen 1886/87 geben, mit denen man mehrere Bindungen und Musterelemente nebeneinander darstellen konnte und sich jeder Faden einzeln ansteuern ließ. Bis heute funktioniert der Webstuhl nach diesem Prinzip. Auf einer Karte befindet sich die Information für einen Schuss im Gewebe über Längs- und Querreihen. Dies wird abgetastet und durch den Harnisch an die Kette weitergegeben. Entsprechend erfolgt ein Anheben des Fadens oder das Verharren in der Position (Zustand 0 1). Der Schussfaden kreuzt ober- oder unterhalb und bildet das Muster. Für einen gesamten Musterrapport werden die Karten aneinander genäht, ein Muster besteht aus mehreren hundert oder tausend Karten und ist wiederverwendbar. Mit der Erfindung wurde Jacquard berühmt. Ab 1818 funktionierte der Musteraufsatz zuverlässig und trat seinen Siegeszug an. In England entwickelte Charles Babbage 1838 die erste Rechenmaschine auf Basis von Lochkarten, nachdem er den Webstuhl von Jacquard studiert hatte. Das binäre System, das in der Weberei seinen Anfang nahm, bildet damit die Grundlage für die Entwicklung des Computerzeitalters. In Sindelfingen produzierte die Firma Kabisch seit 1897 Webmaschinen, später Lochkartenmaschinen und wurde 1918 in die Optima-Maschinenfabrik, den Vorläufer von IBM, umgewandelt. Die Notation der Jacquardmuster erfolgt auf Karopapier, daraus werden die Informationen für die Lochung der Karten und damit für das Heben der Harnischschnüre abgelesen. Die Musterung ist ein sehr komplexer Vorgang, eine Korrektur während des Webvorgangs ist nicht möglich. Die Entwicklung der Muster und deren Umsetzung in Patronen für die Herstellung der Lochkarten war früher Aufgabe der Dessinateure.

19 18 Modell eines Jacquardwebstuhls, das beim Unterricht in der Sindelfinger Webschule eingesetzt wurde. Tischlerei Schramm, Wien, um Ausbildung Die Weber mussten die neue Jacquardtechnik zusätzlich erlernen. Die 1848 in Stuttgart gegründete Zentralstelle für Gewerbe und Handel beschäftigte Wanderlehrer, die auch in Sindelfingen Kurse für Weber abhielten. Die Stadt war bestrebt den Handwerkern, die bislang nach Stuttgart oder Reutlingen gingen, vor Ort eine adäquate Ausbildung zu bieten. Es dauerte bis 1869, als Johann Kneusel, Werkführer der Seidenwarenfabrik Sax, mit dem ersten regulären Unterricht begann wurde für die Webschüler ein eigener Zeichenlehrer angestellt. Die Bedeutung der Weberausbildung am Standort Sindelfingen zeigt sich 1900 im Bau der Webschule, hier befindet sich heute das Webereimuseum in gemeinsamer Nutzung mit dem Verein Interessengemeinschaft Handweberei, der regelmäßig Webkurse anbietet. Unter der Schulleitung von Wilhelm Reuff ( ) wurde 1911 ein Maschinensaal für die Ausbildung an mechanischen Webstühlen an die Schule angebaut. Wilhelm Reuff war von 1903 bis 1923 Leiter der Webschule und unterrichtete Weben und Zeichnen. Er erarbeitete eine Warenkunde und entwickelte Unterrichtsmaterialien, an denen sich auch die angesehene Textilfachschule in Reutlingen orientierte. Sein Lehrbuch war grundlegend für die Weberausbildung der damaligen Zeit. Industrialisierung Der Sprung ins Industriezeitalter gelang in Sindelfingen aufgrund der schlechten Infrastruktur erst spät. Der Ort lag abseits wichtiger Straßen und der Eisenbahn. Die Wasserkraft war nicht ausreichend für den Betrieb mechanischer Anlagen. Der Bau der Bahnhofstraße 1884 zum Bahnhof der Nachbarstadt Böblingen veränderte die Situation stellte die Firma Wizemann

20 19 Webereimuseum Sindelfingen Blick in den Maschinensaal der Webschule um Im Hintergrund ist ein Jacquardwebstuhl zu sehen. als erste mechanisch fabrizierte Stoffe her. In der ersten Phase vollzog sich ein rascher Wechsel der industriell produzierenden Firmen. Es gab Fabriken, die Teppiche, Strickwaren, Trikotagen, Crêpewaren, Strümpfe und vieles mehr herstellten. Kurz nach der Firma Wizemann folgten die Webereien Dinkelaker und Leibfried und die aus Stuttgart stammende Weberei Zweigart & Sawitzki. Diese drei Firmen prägten lange Zeit das Wirtschaftsleben am Ort. Das einzige Unternehmen, das bis heute existiert, ist die seit 1879 in Sindelfingen ansässige Weberei Zweigart & Sawitzki. Die Firma beschäftigt aktuell ca. 115 Mitarbeiter in Sindelfingen. Bereits bei der Grün- dung 1877 war die Firma auf»decken & Stoffe für Stickereizwecke«spezialisiert. Dies ist bis heute das zentrale Produkt. Ab 1887 wurde auf mechanischen Betrieb umgestellt. Auch heute noch wird auf Jacquardmaschinen gewebt, seit 1991 mit vollelektronischen Maschinen, seit 1994 mit selbststeuernden und selbstüberwachenden Jacquardmaschinen. Neben Handarbeitsstoffen entstehen hier technische Gewebe und Tischwäsche. Ein Schwerpunkt ist die Herstellung von Straminen, hierfür produziert die letzte verbliebene Zwirnerei in Sindelfingen, die Firma Ahr, die Garne.

21 Historische Rechnung der Firma Zweigart & Sawitzki von 1893 mit Ansicht der Fabrik und des Wohn- und Bürogebäudes in der Wettbachstraße 18 20

22 21 Webereimuseum Sindelfingen Musterbuch der Firma Zweigart & Sawitzki. Damastware Leihgabe Zweigart & Sawitzki Alle Fotos: Webereimuseum Sindelfingen. Tarek Musleh. Mit der Ansiedlung der Daimler Motorenwerke 1915 wendet sich der Schwerpunkt der Sindelfinger Industrie. Dennoch produzieren bis in die 1930er Jahre weiterhin Webereien in kleinen Werkstätten. Die veränderten Bedingungen auf dem Weltmarkt sorgten in der Folge dafür, dass der ehemalige Weberstandort Sindelfingen weitgehend in Vergessenheit geraten ist. Illja Widmann Literatur Gotthard Bayer, Klaus Philippscheck:»Die Weberey ist hier sehr zu Hause«. Zur Geschichte der Handweberei in Sindelfingen. Sindelfingen Birgit Schneider: Textiles Prozessieren. Eine Mediengeschichte der Lochkartenweberei. Berlin/Zürich Franz Werkmeister: Wilhelm Reuff ( ) aus Sindelfingen: Webschuldirektor Reichskommissar zur Förderung der Woll erzeugung Gründer der genossenschaftlichen Wollvermarktung in Süddeutschland. Sindelfingen 2014 (ungedrucktes Manuskript).

23 22 Heubach ein Zentrum der deutschen Korsettfabrikation Webstuhl zur Herstellung nahtloser Korsetts Krisenzeiten und neue Perspektiven: Die Korsettweberei als Wirtschaftsförderung In den 1840er Jahren steckte die Woll- und Leinwandweberei im Königreich Württemberg in einer ernsthaften Krise. Es gelang immer weniger, sich auf einem international ausgerichteten Markt zu behaupten. Mithilfe einer technischen Innovation aus Frankreich, einem Korsettwebstuhl, wollte man den württembergischen Webern neue Perspektiven eröffnen. Der Schweizer Jean Werly hatte in Bar-le-Duc in Lothringen einen Webstuhl konstruiert, auf dem Korsetts in einem Stück gewoben werden konnten. Diese nahtlosen Korsetts mussten also nicht mehr von Hand aus mehreren Stoffbahnen zusammengenäht werden und versprachen einen höheren Tragekomfort. Das Korsetttragen war schon länger wieder in Mode. Nachdem sich die Frauen zur Zeit Napoleons ihrer Mieder entledigt hatten, forderte die Mode nun wieder einen modellierten Körper mit sehr schmaler Taille. Mit der Herstellung gewobener Korsetts sollten die arbeitslosen Weber wieder ihr Auskommen finden. Ferdinand Steinbeiß, der Leiter der Zentralstelle für Gewerbe und Handel, war einer der Motoren, die die Industrialisierung des Landes Württemberg vorantreiben wollten holte er den Franzosen Charles d Ambly, von Beruf zwar Offizier, aber auch Experte auf dem Gebiet der Korsettweberei, nach Stuttgart, wo dieser 1848 mit staatlicher Unterstützung die erste Korsettweberei eröffnete. Doch musste die Stuttgarter Fabrik binnen Jahresfrist wieder schließen, weil der Absatz der fabrikmäßig hergestellten Korsetts äußerst schleppend verlief. In Württemberg und den anderen deutschen Ländern kauften Frauen, die es sich leisten konnten weiterhin maßgeschneiderte Korsetts bei einer Korsettschneiderin. Und auf dem Land trugen Frauen immer noch ihre selbstgenähten Mieder und Leibchen.

24 Vorder- und Rückansicht eines in Form gewebten Sanduhr-Korsetts, um 1860 Miedermuseum Heubach 23 Miedermuseum Heubach

25 24 Korsetts werden über Dampfbüsten in From gebracht. In Göppingen versuchte sich die Weber-Association in der Herstellung gewobener Korsetts, zuerst ebenfalls erfolglos. Erst das Exportgeschäft nach Amerika mit seinem großen Absatzmarkt brachte den ersehnten Erfolg für die mittlerweile bestehenden Göppinger Korsettfabriken. Denn nach Amerika bestanden durch die württembergischen Auswanderer gute Geschäftsbeziehungen. Weitere Exportländer kamen in Skandinavien hinzu, weshalb bald sogar ein Arbeitskräftemangel in Göppingen herrschte und neue Weber aus dem Umland, auch aus Heubach, angeworben und in die komplizierte Technik des Korsettwebens eingeführt wurden. Jedes Korsett wurde am Webstuhl in Form gewoben, also mit einer breiten Hüftpartie, einer schmalen Taille und einer ausgeformten Brust. Zwickel und Hohlräume für die Fischbeinstäbe zur Versteifung des Korsetts mussten eingewoben werden. Das Korsettweben war Männerarbeit und geschah in der Fabrik. Das»Fertigmachen«hingegen, wozu das Waschen, Appretieren und Bügeln gehörte, übernahmen anschließend Frauen. Auch das Verzieren der Korsetts mit Stickereien und Spitzen war Frauenarbeit, ebenso das Einschieben der Fischbeinstäbe und das Anbringen des Metallhakenverschlusses auf der Vorderseite vieles davon geschah in Heimarbeit. In Heubach wagte Gottfried Schneider 1859 als erster den Schritt zur Gründung einer Korsettfabrik mit 30 Webstühlen, die er im Lamm-Keller (dem heutigen Restaurant Jägerhof) aufstellte. Zuvor hatte er wie sein Vater, der Webermeister Leonhard Schneider, als Faktor für Göppinger Firmen gearbeitet. Er holte das Garn im 30 Kilometer entfernten Göppingen ab, verteilte es an die Heimweber und brachte anschließend die fertigen Korsetts nach Göppingen zurück. Die Materialien wurden im Heubacher Schloss, wo heute das Miedermuseum untergebracht ist, an die Heimweber ausgegeben, deren Korsetts bald immer weniger mit den industriell hergestellten Korsetts konkurrieren konnten.

26 25 Miedermuseum Heubach Schon vier Jahre nach der Firmengründung waren die Räumlichkeiten im Lammkeller zu klein und Schneiders Manufaktur bezog neue Räume in der ehemaligen Zehntscheuer der Stadt. Mit der maschinellen Herstellung von Federn und Korsettschließen kamen weitere Produktionszweige hinzu. In Schneiders Korsettfabrik standen mittlerweile 35 Weber und 20 Arbeiterinnen auf der Lohnliste, darunter auch die Handwebermeister Johann Gottfried Spiesshofer und dessen gleichnamiger Sohn Johann Gottfried sowie Hans Jacob Braun. Die Söhne der beiden, Johann Gottfried Spiesshofer und Michael Braun, gründeten 1886 in einer kleinen Scheune ihre eigene Korsettmanufaktur Spiesshofer & Braun, die heutige Firma Triumph International. Die auf den Export ausgerichtete württembergische Korsettindustrie büßte durch den amerikanischen Sezessionskrieg ihren Absatzmarkt fast vollständig ein und verlor Amerika auch als Rohstofflieferant für Baumwolle. Nach Kriegsende besserte sich die Lage für die Württemberger nur vorübergehend. Die Inlandsnachfrage konnte die schlechte Exportlage man hatte mit hohen Einfuhrzöllen und der stärker gewordenen amerikanischen Konkurrenz zu kämpfen bei Weitem nicht ausgleichen. Gewobene Korsetts waren für die meisten Frauen nach wie vor zu teuer, weshalb sie ihre Mieder nach Nähanleitungen selbst nähten. Und die besser gestellten Frauen, ließen sich die Korsetts weiterhin von Korsettschneiderinnen auf den Leib schneidern. Die Heubacher Firmen auf Expansionskurs Erst eine technische Innovation hat dafür gesorgt, dass sich das Blatt wendet: Als Isaac Merrit Singer seine Nähmaschine auf der Weltausstellung in London 1863 vorstellte, wurde schnell klar, dass dieser Apparat das Nähen endlich revolutionieren wird. Mit der Einführung der Nähmaschine in den Korsettfabriken und der Umstellung von gewobenen auf genähte Korsetts verloren die nahezu 200 Heubacher Korsettweber ihre Arbeitsstellen. Die genähten Korsetts waren schneller, in größeren Stückzahlen und viel günstiger zu produzieren, denn das Korsettnähen übernahmen schlechter bezahlte Frauen und Mädchen, die jetzt das Familieneinkommen in Heimarbeit sicherten. Auch Gottfried Schneider musste seine Produktion umstellen, um sich auf dem Markt zu behaupten hatte Schneiders Sohn Julius

27 26 die Firma als Schneider & Sohn o.h.g übernommen und den Betrieb modernisiert. Von nun an wurden nur noch Korsetts mit maschinell angetriebenen Nähmaschinen gefertigt. Waren die Nähmaschinen zuvor durch die Muskelkraft von Männern mithilfe eines Schwungrads angetrieben worden, so sorgte nun eine Dampfmaschine mit Transmission für die notwendige Energie. Mit dem Bau des Kesselhauses für Dampfkessel und Dampfmaschine war der erste Fabrikschornstein in Heubach zu sehen. Überschüssige elektrische Energie beleuchtete nicht nur die Arbeitsplätze der Näherinnen, sondern versorgte auch die Gastwirtschaft»Zum Ochsen«mit elektrischem Licht. Die Stadt Heubach schloss 1896 mit der Firma Schneider & Sohn einen Stromliefervertrag ab. Die Haushalte bekamen elektrisches Licht und Heubach gehörte zu den ersten Städten im Königreich Württemberg mit elektrischer Straßenbeleuchtung. Genähtes Korsett mit Stickerei und Klöppelspitze, um 1900 Miedermuseum Heubach Als 1886 der Korsettmacher Johann Gottfried Spiesshofer und der Kaufmann Michael Braun ihre Korsettmanufaktur Schiesshofer & Braun gründeten, hatten die genähten Korsetts die gewobenen bereits verdrängt. Die Geschäfte der anfänglich sehr kleinen Firma Spiesshofer & Braun gingen so gut, dass schon drei Jahre nach der Gründung das erste Fabrikgebäude für 200 bis 300 Arbeiter und Arbeiterinnen gebaut werden konnte. Bauliche Erweiterungen für die Dampfkraftanlage und Werkstätten folgten in den kommenden Jahren.

28 27 Miedermuseum Heubach Genähte Korsetts ermöglichen verschiedene Korsettformen. Miedermuseum Heubach Nähmaschinen und Schwungrad Ein Grund für die guten Geschäfte war die stark gestiegene Inlandsnachfrage im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts, der Gründerzeit. Jetzt gehörte für fast alle Frauen das Korsett zwingend zur Garderobe. Die schnell wechselnden Modelinien erforderten geradezu, dass der weibliche Körper mithilfe eines passenden Korsetts (Küraß-Korsett, Frack-Korsett oder Sans-Ventre-Korsett) in die jeweils richtige Form gebracht wurde. Auch Arbeiterinnen konnten sich nun ein günstiges Korsett von einem Tagesverdienst leisten, während sie 1865 noch einen Wochenlohn dafür bezahlen mussten. Heubach entwickelte sich in dieser Zeit neben Sachsen und Berlin zu einem der Zentren der deutschen Korsettindustrie und damit vom bäuerlich geprägten Kleinstädtchen am Fuße der Ostalb zu einer Industriestadt, in der die meisten Einwohner ihr Auskommen in der Korsettindustrie und deren Zulieferbetrieben fanden. Erfolg war jedoch nicht allen Heubacher Textilunternehmern beschieden: Die Seidenwarenfabrik Thomas Schroth stellte bereits 1864 ihren Betrieb ein und die Weberei Johann David Rommel Eine Cannstatter Firma übernahm um 1880 die Weberei Burkhardt. Auch die Zulieferfirmen der Textilbetriebe, darunter Buchbinder Julius Alberth sowie die Kartonagenfabriken Gebrüder Pfister und Hans Fuchs waren nicht erfolgreich. Geblieben sind nur die beiden Firmen Schneider & Sohn sowie Spiesshofer & Braun.

29 28 Nähsaal der Firma Schneider & Sohn in Schwäbisch Gmünd, 1920er Jahre In der Stahl - waren fabrik von Spiesshofer & Braun werden Federn, Stäbe, Haken und Schließen produziert. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erschlossen die beiden Heubacher Miederwarenhersteller neue Absatzmärkte mit Großbritannien, Holland, Belgien und der Schweiz und bauten ein Netz von Nähbetrieben in den umliegenden Oberämtern auf, weil in Heubach Arbeitskräfte fehlten. Schneider & Sohn errichtete 1910 die erste Zweigfabrik in Gmünd und beschäftigte 300 überwiegend weibliche Arbeiter und Angestellte und 800 Heimarbeiterinnen. Für die Firma Spiesshofer & Braun arbeiteten zu Beginn des Ersten Weltkriegs mehr als vor allem weibliche Arbeitskräfte in Heubach und in den Zweigwerken in Mögglingen und Bopfingen. Bereits seit 1902 verkaufte Spiesshofer & Braun seine Produkte unter dem einprägsamen Markennamen»Triumph«. Neue Herausforderungen im 20. Jahrhundert Der Erste Weltkrieg beendete die Expansion und statt Miederwaren verließen Brotbeutel, Helm überzüge und Militärröcke die Heubacher Fabriken. In den 1920er Jahren ging es wieder bergauf. Spiesshofer & Braun konnte mit der 1924 eingerichteten Frottierweberei die Umsatzeinbußen bei den Korsetts, die auf den Wandel der Damenmode zurückzuführen waren, auffangen. Die Firma produzierte nun in 22 Nähbetrieben, seit 1921 auch in Waldstetten und Böhmenkirch. Mit der ersten Auslandsniederlassung im schweizerischen Zurzach 1933 nahm die inter-

30 29 Miedermuseum Heubach aus der Jubiläumsschrift 1936 nationale Ausrichtung der Firma ihren Anfang, und in der Jubiläumsschrift von 1936 konnte sich Triumph stolz als größte europäische Miederwarenfabrik bezeichnen. Auch Schneider & Sohn investierte in den 1920er Jahren in moderne Fabrikgebäude. Dort wurden Büstenhalter, Hüfthalter und Hemdhosen statt der steifen Korsetts hergestellt. Im Zweiten Weltkrieg führten die Heubacher die Fertigung von Miederwaren neben den Konfektionsaufträgen für die Wehrmacht eingeschränkt weiter. Nach dem Zweiten Weltkrieg stellte Triumph zuerst Oberbekleidung her und nahm die Produktion der Miederwaren nach der Währungsreform wieder auf. Der Nachholbedarf der Nachkriegszeit und die Mode der Wirtschaftswunderjahre verhalfen den Heubacher Firmen zu vollen Auftragsbüchern. Die Firma Schneider und Sohn firmierte seit 1948 als Susa (abgeleitet von Schneider und Sohn AG) und produzierte mit Arbeitskräften im Hauptwerk und in den sieben Zweigwerken in Schwäbisch Gmünd, Bartholomä, Hohenstadt, Bettringen, Schechingen, Spraitbach und Wäschenbeuren.

31 30 Werbung Susa, 1955 Triumph erhöhte seine Fertigungskapazität mit neuen Filialbetrieben in Ellwangen, Nördlingen und Aalen. Neue Auslandsniederlassungen wurden in Belgien und Großbritannien und anderen europäischen Ländern gegründet wurde der Markenname von Spiesshofer & Braun in Triumph International geändert, um damit auch der zunehmenden internationalen Ausrichtung des Unternehmens Rechnung zu tragen. Seit den 1960er Jahren ist Triumph auch auf dem asiatischen Markt mit Produktions- oder Vertriebsgesellschaften präsent und erweiterte seine Modellpalette um Freizeit- und Bademode sowie Nachtwäsche. Auch Susa nahm Bademode ins Programm. Die späten 1960er und 1970er Jahre waren nicht nur wegen der zunehmenden Konkurrenz aus Fernost schwierige Zeiten für die Miederwarenbranche, sondern führten auch aufgrund gesellschaftlicher Veränderungsprozesse zu Umsatzrückgängen und wesentlichen Strukturveränderungen. In den 1980er Jahren löste die Popsängerin Madonna mit ihren Corsagen einen neuen Trend aus. Dessous in allen Variationen waren wieder zu sehen und erfreuten sich steigender Nachfrage. Heute gehören Dessous wieder zum alltäglichen Outfit.

32 31 Miedermuseum Heubach Werbung Triumph, 1958 Die Susa-Vertriebs-GmbH + Co ist die älteste noch bestehende Miederwarenfirma Deutschlands. Sie hat ihren Firmensitz in Heubach und Produktionsstandorte in Heubach, Slowenien, der Ukraine sowie Lettland. Die Produktionsund Vertriebsgesellschaften der Firma Triumph International befinden sich in europäischen und außereuropäischen Ländern. In den einzelnen Standorten arbeiten mehr als Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, davon 700 in Heubach. Kerstin Hopfensitz Literatur Paul M. Rosenberg: Die Deutsche Korsettindustrie. Eine volkswirtschaftliche Studie. Stuttgart Gerhard M. Kolb: Das Weberhandwerk vor der Industrialisierung, in: Heubach und die Burg Rosenstein. Schwäbisch Gmünd Friedrich Schenk: Heubach von der Industrialisierung bis zum Zweiten Weltkrieg, in: Heubach und die Burg Rosenstein. Schwäbisch Gmünd Curt Braun, Doris Binger, Annette Gilles (Hg.): Vom Mieder zum Dessous. Eine Kultur- und Produktgeschichte der Miederwaren in Deutschland. Heidelberg 2007.

33 32 Albstadt und die Maschenindustrie»Sport und Trikot«im Spiegel früher Reklame Die vorzüglichste Eigenschaft von Maschenoder Trikotware ist ihre Dehnbarkeit. In diesem Sinne ist sie äußerst»anschmiegsam«, passt sie sich optimal den individuellen Körperformen an, macht jede Körperbewegung mit.»unentbehrlich für Körperkultur und Sport!«wurden dann auch bald die neuen aus Trikot gefertigten Kleidungsstücke etikettiert und angepriesen. Denn, hohe Flexibilität gewährleistete mehr Komfort und vor allem Bewegungsfreiheit, Qualitäten, die der im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts aufkommenden Sportbewegung sehr entgegenkamen. Doch werfen wir einen Blick zurück in die Geschichte der Maschenindustrie. Eine neue Technik erobert den Markt Wirken contra Weben Gestrickte Strümpfe waren zwar schon den Ägyptern bekannt, gerieten jedoch lange Zeit wieder völlig in Vergessenheit. Spätestens seit dem Ende des 16. Jahrhunderts strickte man in der Albstädter Region Strümpfe für den Familienbedarf und einen bescheidenen Hausierhandel. Mit der Erfindung des so genannten Handculier- oder Strumpfwebstuhls im Jahr 1589 durch den englischen Pfarrer William Lee war es möglich geworden 5 6-mal so schnell wie eine geübte Handstrickerin zu stricken. Seine Verbreitung brachte die neue Technik auch auf die Schwäbische Alb, wo sie seit 1733 in Ebingen und Tailfingen aufgenommen wurde. Bereits im darauffolgenden 19. Jahrhundert wurde hier auf Rundwirk-Maschinen gearbeitet, mit deren Hilfe nicht nur endlos, sondern auch industriell im großen Stil produziert werden konnte. Die zahlreichen Hauswirkereien und mechanischen Fabriken konnten um 1900 den enormen Bedarf kaum decken. Doch die Abkehr von traditioneller Webtechnik fand nicht ohne Widerstand statt. Es schien nahezu unvorstellbar, dass die bisher in mühevoller, zeitraubender Handarbeit gewebten Leinenhemden nun problemlos durch die industriell gefertigte Baumwoll-Wäsche zu ersetzen sei. Kritische Stimmen vermuteten gar einen erhöhten Verschleiß zum halben Preis. Wahrscheinlich musste sich die aufstrebende Trikotindustrie auch auf der bäuerlich geprägten Schwäbischen Alb mit derartigen Vorwürfen auseinander setzen. War man doch auch hier gewohnt, dass die Haltbarkeit eines Leinenhemdes sich nicht wesentlich von der eigenen

34 33 Maschenmuseum Albstadt Spezial-Marke»Germanen-Hemd«, Reklame-Einleger der Firma Conzelmann & Bitzer, Mechanische Trikotweberei (heute: Firma Roller), Tailfingen, um 1900»Beste Touren- und Reise-Unterkleidung«, Reklame-Einleger der Firma Conzelmann & Bitzer, Mechanische Trikotweberei (heute: Firma Roller), Tailfingen, um 1905»Felsen-Hemd«, Reklame-Einleger der Fa. Conzelmann & Bitzer, Mechanische Trikotweberei (heute: Firma Roller), Tailfingen, um 1900

35 34»Bärenpelz«, Reklame-Einleger der Württem bergisch- Hohenzollerischen Trikotfabriken, WüHoTri, Ebingen, um 1925 buchs Dr. Hermann Bizer, die guten alten Zeiten beschwörend. Nicht umsonst setzte die frühe Werbung der Mechanischen Trikotweberei Conzelmann & Bitzer um 1900 auf quasi unverwüstliche Qualität, wenn sie ihre»spezial-marke Germanen-Hemd«anpreist mit Slogans wie:»geht in der Wäsche nicht ein!«oder»bewährt sich im Tragen als unzerreißbar!«lebensdauer unterschied:»so ein paar (Unterhosen) hat einen ausgehebt, wenn er auch 70 Jahre alt wurde«, so der Autor des Tailfinger Heimat- Tatsächlich setzten sich Trikotagen schneller durch als vermutet. Insgesamt war die Konjunktur nach dem gewonnenen Krieg und nach der Reichsgründung von 1871 ausgesprochen günstig. Die Männerwelt hatte die Vorzüge von gewirkter, dehnbarer Unterbekleidung bereits in den 1870er Jahren während des deutsch-französischen Krieges kennen gelernt. Fortan wollte kaum einer mehr auf die weichen anschmiegsamen Trikotagen verzichten. Aber auch sonst kam Unterwäsche aus gewebten Stoffen gänzlich aus der Mode. Die Trikotindustrie im Raum Albstadt erlebte in den 1880er Jahren einen wahren»boom«unterstützt durch ausgeklügelte Werbestrategien, die die Eigenschaften der neuen Ware in ein vorteilhaftes Licht zu rücken wussten.

36 35 Maschenmuseum Albstadt Die Werbung als Basis für Vertrieb und Angebot Von der Bedarfsdeckung zur Bedürfnisweckung Industrielle Produktion bedeutet die Herstellung standardisierter Produkte in großer Stückzahl. Im Gegensatz zu individuellen Auftragsarbeiten ist und bleibt die industrielle Fertigung eine Fertigung für einen anonymen Markt; eine Produktion also, für die im Voraus keineswegs eine Abnahme durch Käufer sichergestellt ist. Der Werbung kommt daher eine wichtige vermittelnde Funktion zu; sie soll helfen, die Ware an Mann und Frau zu bringen. Um die Konsumenten erfolgreich anzusprechen, müssen Werbemittel den jeweils herrschenden Zeitgeist berücksichtigen. Dieser forderte um 1900 mehr Mobilität, eine größere Bewegungsfreiheit überhaupt.»beste Touren- und Reise-Unterkleidung«befand sich daher bereits 1905 im Sortiment der Fa. Conzelmann & Bitzer aus Tailfingen. Denn in einer Phase fortschreitender Industrialisierung der Städte und Monotonisierung der Arbeit entwickelte sich auch hier parallel zur um 1900 ins Leben gerufenen»wandervogelbewegung«ein Drang zu körperlichem Ausgleich in»gottes freier Natur.«Das emphatische»zurück zur Natur!«entsprach dem Drang dieser Bewegung nach Befreiung von Manschetten und steifen Hemdkrägen. Dies wurde von der Maschenindustrie geistesgegenwärtig aufgegriffen, zum Beispiel in Form von bequemer Freizeitkleidung. Das Sortiment von Herren- und Damenunterhosen, -unterhemden sowie Kinderkostümen wurde unter anderem erweitert um Winterware, also wollgemischte Qualitäten, Damen-Reform-Unterhosen und nicht zuletzt die sogenannten»freizeit- oder Touristenhemden«. Um das eigene Produkt von der Masse vergleichbarer Produkte abzuheben, wurde einerseits mit Markennamen gearbeitet, wie zum Beispiel die lautmalerische Marke»amata«, kurzerhand kreiert aus dem Firmennamen Martin Ammann, Tailfingen, oder aber mit so genannten»einlegern«, die durch eigene Gestaltung und die Betonung besonderer Qualitätsmerkmale dem Verbraucher ein schnelles Wiedererkennen der Ware ermöglichen sollten. Unverwechselbar sollten sie sein, die Marken»Bärenpelz«oder»Felsen-Hemd«, versehen mit Slogans wie»aus bestem Material hergestellt!«und»bewährt sich im Tragen als unzerreißbar.«teilweise verzichteten diese postkartengroßen

37 36 Reklamekarten sogar auf die Darstellung des eigentlichen Produktes. Sie arbeiteten vielmehr mit Schlagwörtern und»naturnahen«assoziationen. Die Darstellung eines felsigen Gebirges zum Beispiel ließ an Klettern, Bergbesteigung und natürlich»spitzen«- Qualitäten denken, während sich harte Männlichkeit hinter dem Markennamen»Bärenpelz Prima Futterware«verbarg. Hier stapfte ein mit einer Lanze bewaffneter Mann an der Seite eines Eisbären durch eine unwirtliche Winter-Landschaft Kälte und Eis trotzend! Als Symbol ungezähmter Natur und der Eroberung unerforschter Regionen, als Metapher optimaler Umweltangepasstheit ließ der flauschige Partner mit seinem schneeweißen Fell nicht nur an Sauberkeit und Hygiene denken, sondern unterstrich auch noch wirkungsvoll die Botschaft der Winterware, nämlich»feinste Rauhung Angenehm und mollig im Tragen«. Auch wenn uns diese Formen von Werbung ein wenig befremden, vielleicht schmunzeln lassen, eines hatte man mit diesen Einlegern bewiesen, nämlich, dass man das Medium der Werbung in seinen Grundsätzen begriffen hatte. Denn die Wahrheit der Werbung wird nicht an der realen Erfüllung ihrer Versprechungen gemessen, sondern im Hinblick auf die Phantasien des Betrachters oder Käufers. Auffallend ist dabei die besondere Betonung der Unzerreißbarkeit der Nähte. In der Tat erforderten die Strick- und Wirkwaren wegen ihrer hohen Elastizität auch eine dehnbare Naht; eine Eigenschaft, die mit der normalen Doppelsteppstichmaschine nicht geleistet werden konnte. Nachdem im Jahr 1853 die ersten amerikanischen Nähmaschinen nach Deutschland gekommen waren, bemühte man sich schon bald um die Erfindung einer Zickzacknähmaschine, die auch den Erfordernissen von Wirkwaren gerecht werden sollte. In den 1880er Jahren dann wurden die ersten brauchbaren Maschinen dieser Art hergestellt, zuerst von Kayser aus Kaiserslautern, ein Jahr später, 1883, von dem Hamburger Neidlinger. Bereits um 1900 wurde im Albstädter Raum mit vergleichbaren Nähmaschinen konfektioniert; Grund genug, dies als Neuheit und besondere Qualität angemessen hervorzuheben.

38 37 Maschenmuseum Albstadt Modezeichnung der Firma J. Hakenmüller, Tailfingen, um Die gezeichnete Illustration gestattete ohne viel Aufwand eine idealisierte Darstellung von Unterwäsche, ohne das allgemeine Sittlichkeitsempfinden zu strapazieren. Die Scham in Schutz genommen Trikot-Werbung, gezeichnet, fotografiert, retuschiert Solange die Werbemaßnahmen sich rationaler Argumente bedienten, solange Erkenntnisse über Körperhygiene und Gesundheitspflege Verkaufshilfen waren sowie Material und Verarbeitung in den Vordergrund gestellt wurden, spielten Geschmacksfragen eine eher untergeordnete Rolle. Spätestens seit den 1920er Jahren rückten Aussehen, Farbe und Form der Maschenwaren, kurz modische Aspekte, auch bei Unterwäsche und Sportkleidung mehr und mehr in den Vordergrund. Diese Aspekte erforderten ein verändertes werbewirksames Medium: Eine realistische oder idealisierte Wiedergabe der sinnlichen Qualitäten, auf die Mode ansprach. Allerdings berührte eine bildliche Darstellung das Tabu, Bereiche von Intimität und Geschlechtlichkeit ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken. Je enger sich Trikotagen dem Körper anschmiegten und damit ihre Vorteilhaftigkeit gegenüber früherer Unterwäsche unter Beweis stellten, umso plastischer ließen sie den Körper erscheinen und umso geringer wurde optisch die Grenze zwischen Nacktheit und Bekleidung. Einen Ausweg aus dem Konflikt von werbewirksamer Darstellung und allgemeinem Sittlichkeitsempfinden bot die gezeichnete Illustration. Die Modezeichnung ließ gegenüber realitätsgetreuer Darstellung keine sittlich-moralischen Bedenken aufkommen. Und so präsentierte die Firma J. Hakenmüller, Tailfingen die Sporthemdhose»Form Franz, ohne Ärmel, kurze Beine«

39 38 Frühe Modefotografien der Firma Balthas Blickles Wwe. Tailfingen, um 1920/1930. Die Modelle wurden in angemessener Distanz abgelichtet und durch Retusche ihrer individuellen Körperformen entledigt. in einer einfachen Strichzeichnung. Zur Unterstreichung der Solidität des verwendeten Materials wurden dabei die neuen Stoffqualitäten»Filena«und»Ajour«ebenfalls zeichnerisch»unter die Lupe genommen«. Damit die»poröse luftdurchlässige, gesunde Herrenunterkleidung aus Knüpftrikot«auch wirklich überzeugte, wurde sie zudem demonstrativ bis ins kleinste Detail quasi wissenschaftlich auf den Prüfstand gestellt. Doch je mehr sich Körper in der Öffentlichkeit entkleiden konnten, etwa wie beim Schwimmsport, desto problemloser konnte die Textilindustrie auch fotografische Ansichten von halbbekleideten Menschen zu Werbezwecken einsetzen. In aller Regel bis auf wenige Ausnahmen werden in den 1920er und 1930er Jahren gängige Rollenklischees reproduziert: Der Mann wird als Vertreter des»starken«, die Frau als Vertreterin des»schwachen«geschlechts dargestellt. Während»Er«in sportlich-athletischer Pose als Speerwerfer eine»gute Figur«machte, präsentierte»sie«sittsam, mit hinter dem Kopf gefalteten Händen und geschlossenen Beinen, die neue Turnkleidung für Mädchen und Damen. Während»Er«in den Modefotografien der Firma Balthas Blickles Wwe. demonstrativ Stärke zur Schau stellte, übte»sie«sich in Anmut und Grazie. Zum Schutz vor dem Stigma der Schamlosigkeit wurden individuelle Rundungen der Modelle mittels Retusche»geglättet«, sie kurzerhand ihrer individuellen Körperformen beraubt.

40 39 Maschenmuseum Albstadt

41 40 Auch die Präsentation der»sport-artikel«der Firma Rehfuss & Stocker«, Ebingen 1934, spiegelt anschaulich gängige Rollenklischees wider. Vorübergehende Liberalisierungstendenzen der Frauen in den 1920er Jahren waren vor allem im großstädtischen Raum spürbar. Kaum dass die neu gewonnenen Freiheiten ihren Weg auch in ländliche Regionen angetreten hatten, wurden sie dort im Zuge des Nationalsozialismus schon wieder zurückgenommen. Im Katalog für Trikot-, Unter- und Oberbekleidung der Firma Rehfuss & Stocker GmbH, Ebingen, aus dem Jahr 1934 werden»sport-artikel«wie zum Beispiel Polohemden 1933 von dem französischen Tennisspieler René Lacoste entwickelt als»familien-arrangement«präsentiert. Dass dabei das männliche Familien-Oberhaupt mit entschlossenem Blick und stolz geschwellter Brust im oberen Bilddrittel steht, während die Frau mit streng gescheitelter Frisur, das Mädchen, die Arme schamhaft auf den Rücken gelegt, den Betrachter aus dem unteren Bilddrittel anlächeln dies alles scheint nicht zufällig zu sein. Es entspricht dem Ideal der damaligen Zeit. Geradezu modern und partnerschaftlich mutet hier die Modefotografie der Firma Johannes Gonser K.G., Onstmettingen, aus den frühen 1960er Jahren an. Während»Er«breitbeinig, die Hände in die Taille gestemmt guten Stand beweist, balanciert»sie«locker das Springseil haltend anmutig zwischen Standbein und Spielbein. Sport und Trikot ein Begriffspaar, das in seiner Entwicklungsgeschichte hinsichtlich einer stetig zunehmenden Mobilität im 20. Jahrhundert gut und gerne als»eins«gedacht werden kann. Die frühe Werbung vorwiegend aus der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts belegt dieses fast symbiotische Verhältnis anschaulich. Susanne Goebel

42 Die Firma Johannes Gonser K.G., Onstmettingen (heute: GONSO), bringt in der Saison 1961/62 Schwung in die Präsentation ihrer Trainingsanzüge, auch wenn die geschlechtsspezifische Körperhaltung nach wie vor nicht untypisch für diese Zeit erscheint. 41 Maschenmuseum Albstadt

43 42 Garn, Tuch, Wolle Die Esslinger Textilindustrie Aufbruch um 1800 Die Esslinger Textilindustrie entsteht in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts und verarbeitet über 150 Jahre lang Wolle und Baumwolle. Bis um 1800 existiert die Textilverarbeitung in Esslingen nur auf handwerklichem Niveau. Die Versuche zur Gründung von Textilmanufakturen Ende des 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts sind alle gescheitert. Mit dem Verlust der Reichsunmittelbarkeit ergeben sich neue Freiheiten. Am 6. September 1802 wird Esslingen militärisch, am 23. November 1802 juristisch von Württemberg in Besitz genommen. Was viele in Esslingen als Ende einer annähernd 500-jährigen Freiheit empfinden, bedeutet für andere den Beginn einer neuen Zeit. Die Industrialisierung Esslingens 1810 gründet Christian Gottlieb Steudel nach Lehrjahren in der Schweiz eine Tuchfabrik, die schon 1811 an die obere Maille, also an den Rand der Stadt zieht. Dort produzieren er und nach ihm ab 1823 der spätere Sektfabrikant Georg Christian Kessler gefärbte wollene Tücher und Teppiche. Auch Caspar Bodmer, der mit der ersten der vielen Esslinger Handschuhfabriken ebenfalls 1810 beginnt, kommt aus der Schweiz bittet zusätzlich der Kaufmann Christian Schoellkopf die Stadt erfolgreich darum, eine mechanische Baumwollfabrik einrichten zu dürfen hat bereits Heinrich Rudy eine Metallwarenfabrik etabliert, die unter dem Namen und der Leitung seines Kompagnons Carl Deffner ab 1815 bis zur Mitte des Jahrhunderts alle anderen Fabriken der Stadt an Ruhm und internationalem Erfolg in den Schatten stellt. Dann übernimmt die Maschinenfabrik Esslingen, die 1846 mit königlicher Gunst als Großunternehmen mit einem Kapital von Gulden und von Anfang an 500 Arbeitern gegründet wird, die Rolle des Flaggschiffes der Esslinger Industrie. Sie entwickelt sich dank des rastlosen Gründungsdirektors Emil Keßler und einer stets engen Verbindung zum Königshaus rasant zu»der«maschinenfabrik des Landes wird, ebenfalls mit Unterstützung Emil Keßlers, die Württembergische Baumwollspinnerei und -weberei auf dem Brühl gegründet, einer vom Neckar bei Mettingen umflossenen Halb-

44 43 Stadtmuseum Esslingen Auf dem Kirchheimer Wollmarkt kauften Merkel&Wolf die benötigten Wollen bis etwa 1850 (Lithographie von 1860, freundliche Leihgabe des Stadt archivs Kirchheim). insel. Sie kann durch den Durchstich des Neckars 400 PS Wasserkraft nutzen. Diese Kraft, genügend Arbeitskräfte und eine gute Verkehrsverbindung sind die ausschlaggebenden Argumente Keßlers für die Investoren. Angeblich soll er die Gunst der Lage bemerkt haben, als er 1852 zwei Neckardampfer begleitet, die in der Maschinenfabrik Esslingen gebaut worden sind und nun neckarabwärts an ihren Bestimmungshafen Heilbronn geschleppt werden. Sagenhafte 1,2 Mio. Gulden werden von allen investiert, die in Württemberg Rang, Namen und Geld haben nimmt die Fabrik mit 450 Beschäftigten, Spindeln und 300 Webstühlen die Arbeit auf. Da sie buchstäblich auf der grünen Wiese errichtet worden ist, kommt man nicht umhin, die gesamte Infrastruktur darum herum anzulegen: Für die 47 % zugezogenen Arbeiter eine Siedlung (1858), eine Schule (1869), einen Kinderhort, Wasch- und Backhaus (1872), eine Sparkasse und (1904) sogar eine Badeanstalt. Bis 1863 wird die Zahl der Spindeln auf mehr als verdoppelt ist die Firma das größte Unternehmen ihrer Branche im ganzen Königreich Württemberg. Der Brühl bleibt eine eigene kleine Welt, bis die Fabrik 1961 die Produktion einstellt und vom großen Nachbarn Daimler-Benz übernommen wird. Die Anfänge von Merkel & Wolf 1830 wird die Esslinger Tuchfabrik»Merkel & Wolf«von Conrad Wolf (als technischem Leiter) und den gebürtigen Ravensburgern Johannes Merkel (als kaufmännischem Leiter) und Ludwig Kienlin (als stillem Teilhaber) in der Heugasse 19 gegründet, mitten in der Esslinger Altstadt. Merkel ist zuvor Kaufmannslehrling in Esslingen (im heutigen Stadtmuseum, Hafenmarkt 7) bei seinem Onkel Christian Schoellkopf gewesen, danach hat er in Stuttgart und Ravensburg gearbeitet. Kienlin hat ebenfalls in Esslingen gelernt, dann aber in Stuttgart und Frankreich Arbeit gefunden. Er ist mit etwa Gulden Hauptgeldgeber; Merkel steckt gut Gulden in die Fabrik; Wolf bringt neben seiner Erfahrung als Werkführer bei G. C. Kessler Waren im

45 44 Wert von etwa Gulden ins Geschäft ein, aber auch Verbindlichkeiten in Höhe von Gulden. Die geringe Kapitalausstattung bleibt in den ersten Jahren ein ständiger Hemmschuh für die Entwicklung der Fabrik. Wolf hat jedoch bereits Erfahrung bei der Herstellung von Tuchen, Filzen und Decken in Frankreich und Deutschland. Die neue Fabrik stellt Wolldecken und Tuche her. Vor allem die Wolldecken werden viel gekauft, da ihnen nachgesagt wird, ihr Gebrauch beuge der Cholera vor damals eine lebensgefährliche Volkskrankheit. Aber schon nach fünf Jahren konzentriert man sich auf die Kamm- und Strickgarnspinnerei und beginnt damit das herzustellen, was über vier Generationen das Profil der Firma prägt: Webgarne und Strickwolle, genauer: die»esslinger Wolle«. Die Spinnerei findet von Anfang an auf der Maille statt, wo Wasserkraft von etwa 1 PS die Spinnmaschinen betreibt baut man dort das erste eigene Fabrikgebäude, in dem man sich ab 1835 ganz auf die Spinnerei konzentriert ziehen Merkel & Wolf aus der Enge der Altstadt ganz auf die Neckarwiesen um, wo sie auch das Wasser und seine Kraft im großen Stile für die neuen französischen und englischen Maschinen nutzen können. Ab 1841/42 betreiben sie zusätzlich bereits eine erste Dampfmaschine mit sage und schreibe 12 PS. Damit sind sie jedoch noch lange nicht die bedeutendste Wollfabrik in Esslingen. Die Tuchfabrik der Gebrüder Hardtmann, 1826 von Christian Gottlieb Steudel übernommen, läuft Merkel & Wolf noch in den Jahren 1841/42 locker den Rang ab. Gegen ihre 350 Arbeiter sind die 150 von Merkel & Wolf fast bescheiden. Aber es sind über doppelt so viel wie die 70 bei der Handschuhfabrik Bodmer. Carl Deffner beschäftigt als mit Abstand größter Metallwarenfabrikant nicht mehr als 172 Arbeiter. Der Textilbereich dominiert damals die Esslinger Industrie. Als 1841 ganz Württemberg König Wilhelm I. mit einem Festzug in Stuttgart zum 25-jährigen Regierungsjubiläum gratuliert, sind Merkel & Wolf mit einem eigenen Wagen dabei. Auf der ersten Esslinger Gewerbeausstellung 1843 wird folgerichtig die Position der Firma im süddeutschen Raum als»hervorragend«beschrieben. Die Oberamtsbeschreibung Esslingens

46 45 Stadtmuseum Esslingen Die württembergische Baumwollspinnerei und -weberei auf dem Brühl lag auf der Höhe von Mettingen (links) zwischen dem Neckar und der heutigen B 10 (Freundliche Leihgabe Mercedes-Benz Classic, Archive). Bedeutung bis in die 1890er Jahre fast ganz. Von da an dominieren die australischen und die südamerikanischen Wollen. Die größeren Transaktionen im internationalen Bereich belasten die Liquidität der stetig wachsenden Firma. Da helfen auch günstige Darlehen unter anderem 1834 von Gulden durch das Württembergische Königreich immer nur eine Zeit lang. In diesen Jahren beläuft sich das in die Firma investierte Geld bereits auf rund Gulden. Rechts und links der Fabrikstraße kommen zu Färberei, Kontorgebäude und Spinnerei in rascher Folge neue Bauten hinzu: 1841 die Wollzwei Jahre später stellt hingegen vor allem die Probleme mit der englischen Konkurrenz heraus, die aus der Freihandelspolitik des Zollvereins erwachsen. Die von Merkel & Wolf betriebene Spinnerei und Färberei wächst dennoch fast kontinuierlich. Hat man noch in den 1830er Jahren die benötigte Wolle von adeligen Großgrundbesitzern (wie den Freiherren von Tessin oder von Gemmingen) oder auf den süddeutschen Märkten vor allem in Kirchheim und Heilbronn eingekauft, ist man um 1850 bereits Dauerkunde in Wien und Budapest, wo man Wollen vom Balkan erwirbt. Nach den 1860er Jahren kauft man weltweit ein. Die süddeutschen Märkte verlieren ihre

47 46 Nach dem Tod von Johannes Merkel 1869 wird dessen Sohn Oskar Teilhaber und 1870 Geschäftsführer. Unter seiner Leitung verdoppeln sich Belegschaft und Umsatz innerhalb der nächsten 20 Jahre. Das geht nur mit Arbeitskräften von außerhalb des Oberamts Esslingen, die schon in den 1860er Jahren knapp die Hälfte der Beschäftigten ausgemacht haben. Die Belegschaft besteht aus etwa doppelt so vielen Frauen wie männlichen Arbeitern. Schon 1894 zeigte Max Laeuger das Firmengelände von Merkel & Kienlin als Zentrum der Esslinger Woll industrie (Badisches Landesmuseum Karlsruhe, Foto: Thomas Goldschmidt) wäscherei und Kämmerei, 1844 ein vierstöckiges Fabrikgebäude, 1855 eine neue Spinnerei mit eigenem Maschinenhaus, 1864 und 1866 werden Spinnerei und Kesselhaus vergrößert, 1868 die dritte Färberei errichtet. Nach 1900 ist das gesamte Gelände zwischen Bahnlinie und Neckar überbaut. In gleichem Maße wie die Bauten wächst auch der Maschinenpark. Haben vor allem französische Fabrikate aus Mülhausen, Reims oder Paris die frühen Jahre geprägt, kommen ab den 1850er Jahren auch deutsche Maschinen zum Einsatz. Parallel dazu entwickelt sich die Nutzung der Dampfkraft, die in der zweiten Jahrhunderthälfte die Fabrik von den Ungewissheiten der Wasserführung des Neckars befreit. Aus Merkel & Wolf wird Merkel & Kienlin Schon 1852 ist zusätzlich zur Fabrikkrankenkasse eine Ersparniskasse eingerichtet worden, in der das gesamte Personal für Notfälle spart. Mit Oskar Merkels Namen verbinden sich ab 1869 eine Pensionskasse, der Bau von Arbeiterwohnungen, soziale Stiftungen sowie 1907 der Bau des bis heute bestehenden öffentlichen Merkel schen Schwimmbades im schönsten Jugendstil hat man von der in Konkurs geratenen Hardtmannschen Tuchfabrik das Spinnereigebäu de samt der dazugehörigen Wasserkraft über nommen. Seit 1891 firmiert die Firma als Merkel & Kienlin, zehn Jahre später wird sie in

48 47 Stadtmuseum Esslingen In Wollheft 4 werden 1929 bereits farbig Weihnachtsarbeiten vorgestellt. eine GmbH umgewandelt. Fast Beschäftigte und über Spindeln markieren damals ihre nationale Bedeutung. Der Erste Weltkrieg trifft die Fabrik stärker als die deutschen Einigungskriege von 1866 und 1870/71, die man fast ohne Gewinneinbußen überstanden hat. Eugen Merkel ist 1912 auf seinen Vater Oskar Merkel gefolgt und Emil Kienlin auf seinen Bruder Albert von Kienlin. Von 1914 bis 1918 sackt die Produktion auf weniger als 20 % des Vorkriegsniveaus rasant ab, ist man doch von den Beständen der überseeischen Wolle vollständig abgeschnitten. Die allgemeine Textilnot führt unter anderem dazu, dass man Papiergarne verspinnt, aus denen Säcke, aber auch Unterwäsche produziert werden. In den 1920er Jahren erholt sich das Geschäft mühselig. Am Ende des Jahrzehnts, als 1929 Eugen Merkel stirbt, betreibt die Firma mit Beschäftigten Spindeln, das sind gerade mal 20% mehr als beim Tod Oskar Merkels 1912, allerdings mit 8-Stunden-Tag (statt 11 Stunden) und einer deutlich gewachsenen Verwaltung. Immer wieder werden neue Wollsorten kreiert; einen besonderen Stellenwert nimmt ab den 1920er Jahren die so genannte»trockenwolle«ein, die als wasserabstoßende Wolle viele Jahre verkauft wird, nicht nur für Skipullover, sondern vor allem, um als Arbeits- oder Freizeitoberbekleidung im Freien getragen zu werden. Auch die»muk-dekatur«, ein Verfahren, um die Wolle vor dem Verfilzen zu schützen, wird entwickelt. Die»Esslinger Wolle«Die»Esslinger Wolle«gehört zu den frühen Markenartikeln in Deutschland; der Name und das Signet der beiden»wollweibchen«im markanten Gelb-Rot stehen seit etwa 1930 für ein breites Programm an Wollqualitäten. Im August 1932 wird die Marke angemeldet und im November 1933 eingetragen bis 1932 ist der später

49 48 Im September 1937 bereitet das Esslinger Wollheft 88 bereits auf den mondänen Skiurlaub vor ist der Pullover aus Trockenwolle ideal für den Montagehandwerker. vor allem als Buch- und Schriftgestalter hervorgetretene Walter Brudi ( ) Leiter des Werbeateliers der Firma Merkel und Kienlin. Seine moderne Handschrift erkennt man an einigen der Publikationen zum 100-jährigen Bestehen der Firma aus dem Jahr Ob er die Silhouette der beiden Frauen entworfen hat, ist nicht dokumentiert. Diese wird vor allem mit der langen Reihe der»esslinger Wollhefte«publizistisch vermarktet, die ab 1929 bis in die 1960er Jahre in über 200 Ausgaben ein- bis dreimal im Vierteljahr herauskommen. Davor hat die Firma ihre Wolle mit realistischen farbigen Plakaten angepriesen, die von renommierten Künstlern gestaltet worden sind. So hat etwa Max Laeuger 1894 das aufwändige Plakat einer jugendlichen Schäferin mit ihrer Herde vor einer Esslinger Stadtansicht gestaltet. Ludwig Hohlwein verwendet bereits 1925 das Motiv einer älteren strickenden Frau vor der Esslinger Burg. Nun aber wird dieses Motiv extrem vereinfacht. Nur zwei Farben: Tomatenrot und Rapsgelb. Vor dem gleichmäßig gelben Hintergrund sieht man im Profil in Rot zwei Frauen (zeitgemäß mit Dutt und weitem Rock), die etwas machen, was heute erklärungsbedürftig ist. Die linke hat einen Strang Wolle zwischen ihre beiden Handgelenke eingespannt.

50 49 Stadtmuseum Esslingen Zwei Spinnerinnen an der Spinnmaschine verlangt die Textilnot, dass man für die Socken der Soldaten alte Strümpfe wieder aufzieht. Von diesem Strang nimmt die rechte den Faden und rollt ihn zu einem Knäuel auf. Dies ist bis in die 1960er Jahre die normale Vorarbeit zum Stricken, da die Wolle nur gehaspelt und in Strängen, aber noch nicht in Knäueln verhandelt wird. In den ganz frühen Darstellungen der 1930er Jahre erkennt man zwischen den beiden Frauen noch den Esslinger Dicken Turm, der auf die Herkunft der Wolle verweist. Dieser Turm ziert unübersehbar die Befestigungsanlage der so genannten Esslinger»Burg«. Die beiden»wollweibchen«prägen als Signet bis zum Erlöschen der Firma den werblichen Auftritt von Merkel & Kienlin. Ab 1933 wird diese Silhouette kombiniert mit dem einer Schreib-

51 50 Atelier ins Freie, womit sie dann in den späten 1950er Jahren auf dem Höhepunkt ihrer Karriere in Paris Furore macht. Die Fotografin Walde Huth ging mit ihren Modellen 1956 aus dem Atelier hinaus ins Freie. schrift nachempfundenen Schriftzug»Esslinger Wolle«. Diese gleichmäßig breite Schrift Walter Brudi zuzuschreiben erscheint plausibel. Nach dem Gestalter Brudi prägt die lange Reihe der Esslinger Wollhefte in ihrem markanten Erscheinungsbild die Fotografin Walde Huth ( ). Sie geht mit ihren Modellen oft Angehörige der Firma oder deren Familienmitglieder schon in den frühen 1950er Jahren aus dem 1971: Das Ende der Produktion Zum 31. März 1971 wird die Produktion bei der»esslinger Wolle«stufenweise eingestellt. Für etwa 600 Betriebsangehörige wird ein Sozialplan aufgestellt; die Renten-Leistungen der Unterstützungskasse, einer Stiftung, laufen jedoch schon im Oktober 1970 aus einigt sich die Inhaberfamilie mit der Stadt Esslingen auf den Verkauf des gesamten Fabrikareals an die Kommune stellt die Firma in der vierten Unternehmergeneration ihren Betrieb vollständig ein. Über die Art und die Gründe dieses Endes wird viel diskutiert, da es überraschend kommt und die Firma ökonomisch keine Schwierigkeiten zu haben scheint. Die Markenrechte am Namen»Esslinger Wolle«sowie am Signet der»wollweibchen«werden ins Rheinland an Schoeller/Eitorf verkauft und bis heute weiterverwendet. Die Fabrikationsanlagen in Esslingen werden 1972 bis 1979 abgebrochen. An ihrer Stelle steht heute, umgeben von einem Park, das Esslinger Landratsamt. Nur das

52 51 Stadtmuseum Esslingen Socken und Strümpfe stricken war um 1960 völlig alltäglich. Gärtner haus und die unter Oskar Merkel 1873 im Neorenaissancestil erbaute heutige städtische Galerie»Villa Merkel«, die unter Denkmalschutz stehen, verweisen dort noch auf den einstigen Standort der»esslinger Wolle«. Literatur Kleine Geschichte der Kammgarnspinnerei Merkel & Kienlin Esslingen-Neckar und den Markenartikel Esslinger Wolle. o.o., o. J. Merkel & Kienlin G. m. b. H. (Hg.): 100 Jahre Esslinger Wolle. Stuttgart Erwin Haffner: Ein Jahrhundert Arbeit und Erfolg. Zum hundertjährigen Jubiläum der Firma Merkel & Kienlin Esslingen G. m. b. H. Stuttgart o. J. (1930). Gert von Klass: Die Wollspindel. Ein schwäbisches Familienportrait. Tübingen Heinrich Tiessen: Industrielle Entwicklung, gesellschaftlicher Wandel und politische Bewegung in einer württembergischen Fabrikstadt des 19. Jahrhunderts: Esslingen Esslingen 1982 (Esslinger Studien, Schriftenreihe, Band 6). Gert Kollmer-von Oheimb-Loup: Grundzüge der wirtschaftlichen Entwicklung Esslingens vom 18. Jahrhundert bis zum Ersten Weltkrieg. In: Birgit Hahn-Woernle (Hg.): Esslingen am Neckar. Aspekte der Geschichte. Esslingen Martin Beutelspacher

53 52 Von Reutlingen in die Welt Reutlingen wird Industriestadt Die Herstellung textiler Erzeugnisse hat in Reutlingen eine lange Tradition. Als»Reutlinger Artikel«waren schon vor der Epoche der Industrialisierung gestrickte und gehäkelte Baby- und Kinderbekleidung, Geldbeutel, Handschuhe und Spitzenwaren bekannt, die lange Zeit in Heimarbeit und als Nebenerwerb hergestellt wurden. Erste Anfänge der Mechanisierung gab es 1828, als die Gebrüder Neuner eine Spinnerei mit 45 Mitarbeitern errichteten, deren Maschinen mit Wasserkraft aus der Echaz betrieben wurden stellten die Brüder Finckh in ihrer Fabrik den ersten mechanischen Webstuhl in Reutlingen und den ersten Wollwebstuhl Deutschlands auf. Durch den Eisenbahnanschluss 1859 kam der endgültige Durchbruch für den Industriestandort Reutlingen. Zahlreiche Firmen wurden gegründet, die Reutlingen unter anderem als Ort der Textilindustrie bekannt machten. Oft entwickelten sich aus kleinen familiären Handwerksbetrieben große Unternehmen. Zu erwähnen sind hier unter anderem die Baumwollweberei Hecht & Groß, die Webereien und Spinnereien G. M. Eisenlohr und G. & A. Leuze. Die Firma Ulrich Gminder ging 1814 aus einer Färberei hervor. Nach einem Handel mit Baumwollwaren wurde die Produktion 1864 durch eine Weberei erweitert, eine Spinnerei und die Ausrüstung folgten. Um 1914 wurde in zwei Spinnereien mit annähernd Spindeln und drei Webereien mit rund Webstühlen produziert. Beschäftigt waren zu der Zeit mehr als Mitarbeiter. Bekanntestes Produkt war das»gminder Halblinnen«, ein Baumwoll-Leinen-Mischgewebe. Das Unternehmen war einer der führenden Textilbetriebe Deutschlands und existierte bis 1964, als die Textilkrise auch Reutlingen erfasste und die Firma verkauft wurde. Neben diesen Textilfirmen verarbeiteten zahlreiche Firmen die Garne und Stoffe, wie beispielsweise Krimmel & Cie und Gustav Bild, die Kinderkleidung herstellten. Das Unternehmen von Gustav Lamparter produzierte vorwiegend Berufsbekleidung. Begünstigt durch das Textilgewerbe entwickelte sich eine rege Zuliefererindustrie. Die 1877 gegründete Emil Adolff AG spezialisierte sich auf die Herstellung von Spulen und Hülsen aus Papier und später aus Kunststoff, die als Garn-

54 53 Industriemagazin Reutlingen träger fungierten. Die Firma entwickelte sich im 20. Jahrhundert zum führenden Spulenhersteller Europas mit knapp Beschäftigten. Ein weiterer Zuliefererbetrieb war die Firma C. C. Egelhaaf KG, die Webereiutensilien wie Webschäfte herstellte. Diesen beiden Firmen wurde ihre Abhängigkeit von dieser Industrie zum Verhängnis, wie auch vielen anderen, die sich durch das Textilgewerbe entwickelten. Die ab den 1960er Jahren einsetzende Krise der Textilbranche betraf auch die Zuliefererfirmen und bedeutete für viele das Ende. Auf Betreiben mehrerer Industrieller, die im Reutlinger Gewerbeverein organisiert waren, wurde 1855 mit Hilfe der Königlichen Zentralstelle für Handel und Gewerbe und der Stadt die Webschule gegründet erfolgte aus Platzgründen der Umzug vom Spendhaus in einen prachtvollen Neubau in der Kaiserstraße wurde die Schule in»staatliches Technikum für Textilindustrie«umbenannt. Das Technikum entwickelte sich zu einer der führenden Institutionen für das Erlernen theoretischer und praktischer Kenntnisse auf dem Gebiet der Textiltechnik mit Schülern aus der ganzen Welt. Das Technikum ging in der Hochschule Reutlingen auf, in der die textile Ausbildung bis heute eine große Rolle spielt. Reutlingen war ab der Mitte des 19. Jahrhunderts eine der wichtigsten Ausbildungsstätten in Süddeutschland für Fachkräfte der Textilproduktion.

55 54 Trainingsanzug»Modell Rom«der Firma Büsing, Sport- und Bademoden Ein verändertes Freizeitverhalten mit sportlicher Betätigung in Turn- und Sportvereinen förderte nach 1900 die Entwicklung und Produktion geeigneter Kleidung. Die drei im Folgenden beschriebenen Unternehmen passten sich diesem Trend an. Sie haben auf unterschiedliche Weise dazu beigetragen, die Industriestadt Reutlingen für qualitativ hochwertige Sportmode bekannt zu machen. Büsing Das Unternehmen Büsing wurde 1865 als Strickund Wirkwarenfabrik Büsing & Keßler gegründet. Die Produktion begann mit der Herstellung von gestrickter Baby- und Kinderkleidung erfolgte die Trennung der beiden Gründer und die Firma wurde unter dem Namen Büsing & Co. weitergeführt besaß sie drei Wirkmaschinen, einen Kettenstuhl und verschiedene Handstrickmaschinen. Rund zehn Jahre später kam die erste Motorflachstrickmaschine von der Reutlinger Maschinenfabrik Stoll zum Einsatz. Um die Jahrhundertwende beschäftigte der Betrieb rund 400 Mitarbeiter vergrößerte sich das Unternehmen mit einem Neubau in der Bismarckstraße. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Trikotabteilung mit der Herstellung gestrickter Damenwäsche ausgebaut. Die Marke»POROLASTIC«wurde geschaffen und unter diesem Namen kamen die ersten Bade- und Trainingsanzüge auf den Markt begann mit der Ausrüstung der deutschen Mannschaft bei der Olympiade in Berlin eine Erfolgsgeschichte. Bei mehreren Olympiaden trug

56 55 Industriemagazin Reutlingen Trainingsanzug der Firma Büsing, Bei der Olympiade 1936 wurde der Anzug bei Aufmärschen und Siegerehrungen getragen. jede deutsche Mannschaft POROLASTIC-Kleidung waren der Iran und Südafrika die ersten ausländischen Mannschaften, die mit Sportkleidung aus Reutlingen ausgestattet waren. Bei der Olympiade 1964 in Tokio trugen selbst die zwei Sportler der Elfenbeinküste POROLASTIC-Anzüge. Beim Zwischenstopp in Paris entdeckten sie die Zweiteiler und bestellten sie sofort in einem eigens gewünschten Grünton. Die Sportler bekamen die Anzüge direkt in die japanische Hauptstadt nachgeschickt. Für die Olympiade in Japan entwickelte Büsing eine hochelastische, nur 37 Gramm schwere Badehose. Den Erfolg mit der neuen Badehose beim Test im Wasser erhielt das Reutlinger Unternehmen per Telegramm:»Hose prima Weltrekord geschwommen.«werbebroschüre der Firma Büsing, 1960er Jahre. Anfang der 1960er Jahre arbeiteten in der Firma rund 800 Mitarbeiter an fünf Standorten begann es in dem Unternehmen zu kriseln. Die allgemeine Textilkrise, Mängel in der Betriebsstruktur und nicht kostendeckende Großaufträge führten 1981 zur Aufgabe der einst bedeutenden Firma.

57 56 Badeanzug und Badehose, Firma Heinzelmann 1930er- und 1960er Jahre. Unter der Marke»Heinzelmann- Orchidee«eroberte die Firma den internationalen Markt der Bademoden. Heinzelmann Neben Unterwäsche und Damenoberbekleidung war die Firma Heinzelmann vor allem mit Freizeitsport- und Bademode erfolgreich. Hermann Heinzelmann übernahm 1886 die Strickerei Wizemann und führte sie unter seinem Namen weiter. In der Anfangszeit wurde sie mit dem Alleinvertriebsrecht und der Herstellung von baumwollener Unterwäsche für den Lebensreformer Dr. Lahmann bekannt. Nach dem Tod des Firmengründers 1896 übernahmen die Söhne Max und Oskar die Firmenleitung. Sie hatten zuvor eine fundierte Ausbildung im Technikum erhalten. Um die Jahrhundertwende begann das Unternehmen zu expandieren. An der Planie wurde ein Fabrikneubau und die Familienvilla errichtet. In Dettingen (Rottenburg) kam ein Außenwerk hinzu. In den 1920er Jahren brachte Hans Heinzelmann, der Enkel des Firmengründers, die Idee von gestrickter Badebekleidung in modischer Ausführung aus den USA mit nach Deutschland. Die Freiluftbewegung und der Drang nach dem Aufenthalt an frischer Luft begünstigten diese neue Produktlinie. Zu der Zeit wurde erstmals mit synthetisch erzeugten Fasern experimentiert, die flexibel und belastbar waren. Schon bald waren sie in vielen Kleidungsstücken zu finden.

58 57 Industriemagazin Reutlingen 1937 übernahm die Firma ein englisches Patent für die Herstellung von modischen Baumwollbadeanzügen, die durch Gummifäden gerüscht wurden. Strandkleid und Badeanzug der Firma Heinzelmann, und 1980er Jahre. Ab Mitte der 1960er Jahre wurde immer mehr Freizeit kleidung hergestellt. Mit Mary Quant, der Erfinderin des Minirocks, wurde ein Lizenzvertrag abgeschlossen. In den 1950er Jahren bekam das Unternehmen die Lizenz für die amerikanische Marke»Catalina«. Bei den Mustern wurde experimentiert und die Bademoden ganz im Stil ihrer Zeit produziert. Anfang der 1960er Jahre waren 70 % der produzierten Waren Bademoden. Die Namen der Modelle»Adria«,»Cypern«und»Monaco«spiegelten das Fernweh der Deutschen der Wirtschaftswunderjahre wider. Zu der Zeit beschäftigte das Unternehmen 800 Mitarbeiter. Die Auftrags bücher waren voll und die Produktion war enorm. In den 1970er und 1980er Jahren wurde im Gewerbegebiet noch einmal erweitert, die Anzahl der Mitarbeiter an allen Standorten lag bei rund Dennoch machte der allgemeine Niedergang der Textilindustrie auch vor dem Traditionsunternehmen nicht Halt. Obwohl sie sich noch lange am Markt halten konnte, erfolgte 1990 die Liquidation der Firma Heinzelmann.

59 58 Badeanzüge, Firma Heinzelmann 1970er Jahre. In den 1970er Jahren wurden die Modelle immer ausgefallener und gewagter.

60 59 Industriemagazin Reutlingen Katalog der Firma Wehrstein & Co., 1930er Jahre. Wehrstein/Erima Von den drei großen Firmen, die in Reutlingen Sportbekleidung herstellten, existiert als einzige die Firma Wehrstein bzw. Erima noch. Remigius Wehrstein wohnte seit 1909 in Reutlingen und machte sich 1912 mit einer Trikot näherei selbstständig besaß er ein»spezialgeschäft für Turnkleider«in der Deckerstraße mit Geschäftsräumen in der Lederstraße. Die Geschäfte liefen gut, so dass die Firma in den 1920er Jahren mit einem Neubau in der Bismarckstraße ihre Produktion erweiterte. In den 1920er Jahren lautete der Name der Firma»Wehrstein & Co«, ab 1936 war der neue Inhaber Erich Mak, der Name Wehrstein blieb vorerst bestehen. Wimpel der TSG Reutlingen. Firma Wehrstein, 1930er Jahre wurde der Name»Erima«beim Patentamt als Marke eingetragen, obwohl er schon seit 1948 Verwendung fand. Der Marken- und heutige Firmenname setzt sich aus dem Namen des Inhabers Erich Mak zusammen.

61 60 Trikotaufnäher des SSV Reutlingen, Firma Wehrstein, 1930er Jahre. Sporthose mit patentiertem Seitenschlitz, Firma Wehrstein / Erima, Reutlingen 1950er Jahre. Erich Mak verlegte die Fabrik in den 1970er Jahren an den Stadtrand und wandelte die Firma in eine GmbH um. Anfang der 1990er Jahre zog das Unternehmen nach Pfullingen an den heutigen Firmensitz. Erima entwickelte sich zu einem bedeutenden Hersteller von Sporttextilien und war neben weiteren Firmen, unter anderem Büsing, in den 1960er und 1970er Jahren Ausrüster der deutschen Olympiamannschaften wurde die deutsche Fußballnationalmannschaft in Erima-Trikots Weltmeister. Zwei Jahre später kaufte Adidas das Unternehmen. Anfang der 1990er Jahren geriet die Adidas-Tochter in eine Krise und verlagerte aus Kostengründen die Produktion nach Asien wurde die gesamte Produktion eingestellt. Durch Sanierungsmaßnahmen und Umstrukturierungen ging es mit der Firma wieder bergauf und seit 2005 ist Wolfram Mannherz durch ein Management-Buy-Out alleiniger Eigentümer. Die einst von Remigius Wehrstein gegründete Firma existiert erfolgreich bis heute, auch wenn schon lange nicht mehr am Standort Deutschland produziert wird. Marisse Hartmut Literatur Heimatmuseum Reutlingen (Hrsg.): Mühlen und Maschinen. Der Beginn der Industrialisierung an der Echaz. Reutlingen Artur Georg Richter, Hans Metzler: Das Heinzelmann-Lesebuch. Reutlingen Willi A. Boelcke: Reutlingens Aufstieg zur Industriestadt bis 1914, in: Reutlinger Geschichtsblätter NF 39 (2000), S Wilhelm Borth, Bernd Breyvogel, Wolfgang Jung: Reutlingen. Von der Reichsstadtherrlichkeit zur selbstbewussten Großstadt. Reutlingen 2013.

62 61 Industriemagazin Reutlingen

63 62 Die Textilindustrie in Mössingen und die Textildruckfirma Pausa Nicht unüblich für die Region am Albrand finden sich auch im Mössinger Gewerbekataster im frühen 18. Jahrhundert 38 Handweber, deren Zahl in den nächsten 100 Jahren auf annähernd 100 anwächst. In diesem Zusammenhang ist auch die Errichtung einer Webereiwerkstätte in Mössingen im Jahre 1856 durch die Firma Baruch und Söhne aus Hechingen zu sehen, die zum Ziele hatte, Weber auszubilden, die dann als Verlagsarbeiter für die genannte Firma Webwaren herstellen sollten. Die Industrialisierung Mössingens begann 1866 mit der Korsettweberei Anstätt, die jedoch nur kurze Zeit bestand. Wesentlich erfolgreicher war das 1871 in Mössingen gegründete Zweigwerk der Seidenspinnerei Ammann und Söhne, das 1925 die Baumwollspinnerei und Trikotwarenfabrik Merz erwarb gründete sich die Mechanische Buntweberei Hummel, die nach verschiedenen Besitzerwechseln von den Gebrüdern Löwenstein übernommen wurde. Diese gaben der Firma den Namen Pausa. Im Jahre 1900 kam es zur dritten größeren Gründung einer Textilfirma vor Ort mit der Mechanischen Buntweberei Burkhardt. Diese drei Betriebe beherrschten den Textilstandort in Mössingen bis Mitte des 20. Jahr hunderts kamen die Firma Mehl von Tübingen über Nehren und 1947 die Wäschefabrik Merk aus Öschingen dazu. Öschingen und Talheim brachten bei den Eingemeindungen in den frühen 1970er Jahren zwei weitere größere Textilfirmen mit nach Mössingen: die Trikotwarenfabrik Christian Schöller und die Dölker Textil GmbH. Von diesen einstigen großen Textilfirmen auf der Mössinger Markung existiert keine mehr und auch von den zahlreichen hier nicht genannten kleineren Betrieben im Textilbereich produzieren lediglich noch die Firmen Textilveredelung Keller GmbH in Öschingen und die Bandweberei Schanz in Mössingen. Die Pausa der Löwensteins und Richard Burkhardt Aufschwung, Arisierung und Kriegsproduktion Große Bedeutung gewann in Mössingen der Textil druck. Nach dem Ersten Weltkrieg begannen die Gebrüder Löwenstein in ihrer neu erworbenen Firma mit dem Holzmodeldruck. Sie bedruckten in erster Linie Tischdecken von hoher Qualität. Artur und Felix Löwenstein ergänzten sich nahezu ideal. Während Artur sich mehr um das

64 63 Kulturscheune Mössingen Stoffmuster aus den frühen 1920er Jahren im Stile der Produkte der Wiener Werkstätten Das 1925 erbaute und 1927 aufgestockte Druckereigebäude der»alten Pausa«in der Falltorstraße Technische kümmerte, beschäftigte sich Felix verstärkt mit der künstlerischen Seite des Geschäfts. Von Beginn an bestand in der Pausa der Anspruch, möglichst alle für das Endprodukt Stoff notwendigen Komponenten, von der Rohware über die Farben bis zum Design, in der eigenen Fabrik zu fertigen. Während die Dessins der ersten bedruckten Stoffe der Pausa noch stark an die Ästhetik der Wiener Werkstätten erinnerten, kamen im Laufe der 1920er Jahre mehr und mehr Einflüsse des Werkbundes und des Bauhauses zum Tragen. Allgemein stand die Pausa für die damals bahnbrechenden Vorstellungen, die Kunst und die Industrie miteinander zu versöhnen, das Schöne in den Alltag zu integrieren und Gebrauchsgegenstände sowohl funktional als auch unter ästhetischen Gesichtspunkten zu produzieren. Schon in den 1920er Jahren waren die Löwensteins mit ihren Produkten auf verschiedenen wichtigen Messen vertreten, z. B. seit 1923 auf der Leipziger Messe gewann die Pausa auf der Weltausstellung in Barcelona zwei große Preise, den einen für gewebte Dekorationsstoffe, den anderen für bedruckte Vorhangstoffe. Die Erfolge setzten sich im folgenden Jahr fort. So waren 1930 Pausa-Stoffe in Paris und im Metropolitan Museum of Art in New York zu sehen. Die Weltwirtschaftskrise traf die Pausa hart und der Umsatz ging um drei Viertel zurück. Die Löwensteins hatten noch 1928 eine neue Halle an der damaligen Reutlinger Straße gebaut und trotz der damit verbundenen Schuldenlast

65 64 Willy Häussler bei der Warenprobe wagten sie 1931 einen innovativen Schritt in der Drucktechnik. Als eine der ersten im Textilbereich begannen sie mit dem damals so genannten Filmhanddruck heute würde man von Siebdruck sprechen. Mit der neuen Technik konnten nicht nur bessere Qualitäten, sondern auch höhere Quantitäten gedruckt werden, was die Pausa dem Anspruch der Versöhnung von Kunst und Industrie ein Stück näherbrachte. Nachdem die finanziell schwierigen Zeiten weitgehend überwunden waren, begann die Firma Mitte der 1930er Jahre wieder Gewinn abzuwerfen, und dies trotz der Einschränkungen, die sie als Betrieb mit jüdischen Besitzern erdulden musste sahen sich die Gebrüder Löwenstein dann schließlich gezwungen, ihre Firma in Mössingen zu verkaufen. Als Käufer trat die Firmengruppe Burkhardt-Greiner auf, die aus dem Raum Reutlingen kam. Die Arisierung der Pausa, genauer gesagt, der erzwungene Verkauf der Firma, brachte den ehemaligen Besitzern ungefähr ein Viertel des damaligen Verkehrswertes ein. Der neue Firmenchef Richard Burkhardt versuchte, so gut es ging, an die Tradition der Löwensteins anzuknüpfen, was bei den ästhetischen Vorstellungen der Nationalsozialisten nicht so einfach war. Nach wie vor beteiligte man sich an wichtigen Ausstellungen und man hatte auch entsprechende Erfolge vorzuweisen. Noch 1940 bekam die Pausa eine Auszeichnung auf der Triennale in Mailand. Doch der Krieg ging auch an der Pausa nicht spurlos vorüber. Nach und nach wurde auf Kriegsproduktion umgestellt und die ganze Entwicklung kulminierte schließlich in der Herstellung von Verdunklungsstoffen, Matratzendrellen und Bakelitschalen für die Wehrmacht. Zunehmend wichtiger für die Pausa wurde der 1900 in Hechingen geborene Willy Häussler, der schon 1935 bei den Gebrüdern Löwenstein als künstlerischer Berater eingestellt wurde. Auch nach der Arisierung der Firma blieb er dem Mössinger Betrieb erhalten. Er stieg zum künstlerischen Leiter auf und als er nach dem Krieg die verwitwete Tochter von Richard Burkhardt heiratete schließlich zum Firmenchef.

66 65 Kulturscheune Mössingen Entwurfszeichnung von Leo Wollner Stoff nach einem Entwurf von HAP Grieshaber Die goldene Zeit der Pausa unter Willy Häussler Es ist Willy Häusslers großem Geschick und ästhetischem Geschmack zu verdanken, dass schon bald nach der Währungsreform die Pausa erneut aufblühte. Die ersten Muster erinnerten noch stark an die Vorkriegszeit. Das änderte sich aber schon bald, denn Willy Häussler gelang es, bedeutende Künstler und Designer an die Pausa zu binden. Vor Ort arbeitete mit Walter Matysiak Willy Häussler erwarb von Willy Baumeister mehrere Gemälde mit der Genehmigung, diese als Vorlage für Stoffe zu benutzen.

67 66 Dessin»Bawo«, Entwurf von Wolf Bauer ein äußerst produktiver Entwerfer, dessen Name mit der Mode der Nierentischzeit eng verknüpft ist. Häusslers Talent, Künstler an sich zu binden, zeigt sich unter anderem darin, dass es ihm gelang, HAP Grieshaber für den Stoffdruck zu begeistern und Motive von Willy Baumeister zu drucken. Dessin»Kugel«, Entwurf von Verner Panton Stoff aus der Kollektion»Mexiko«, entworfen von A. Felger Um neue Talente für die Firma zu gewinnen, schrieb die Pausa in regelmäßigen Abständen Wettbewerbe für junge Designer aus. So kam auch der Wiener Leo Wollner zur Pausa, der dann von 1957 bis 1991 den Lehrstuhl für Textildesign an der Kunstakademie in Stuttgart innehatte eine Zeit intensivster Zusammenarbeit zwischen Pausa und Kunstakademie. Die Liste der Künstler und Designer, die für die Pausa arbeiteten, um dem Werbeslogan»Stoffe nach Künstlerentwürfen«gerecht zu werden, ist lang. Hier seien neben den schon angeführten nur wenige der vielen Namen genannt: Alfred Eichhorn und Verner Panton, Victor Vasarely, Piero Dorazio, Klaus Heider, Siegfried Doege und Dieter Noss. Nicht zu vergessen sind die originären Stoffdesigner, die als freie Mitarbeiter für die Pausa tätig waren, wie Elsbeth Kupferoth, Ilsebill Matthis, Wolf Bauer, Walter Lein oder Renate Schulz.

68 67 Kulturscheune Mössingen Die von Anton Stankowski gestalteten Werbematerialien verwendeten gern das P als Kennzeichen der Pausa, wie bei der hier gezeigten Papiertragetasche. Doch Willy Häussler verstand es nicht nur Künstler, die schon einen Namen hatten, an die Pausa zu binden, auch im eigenen Hause erkannte er Talente und förderte sie. Es sei nur an den Belsener Andreas bzw. Adolf Felger und an den Mössinger Eckart Aheimer erinnert, die beide als Musterzeichner in der Pausa begonnen hatten. Aber mit der Anstrengung um die Qualität und Ästhetik der Stoffe war Willy Häusslers Ehrgeiz noch lange nicht befriedigt. Er setzte alles daran, um aus der Pausa eine Art Gesamtkunstwerk zu machen. Es gelang ihm schon in den frühen 1950er Jahren den Stuttgarter Graphiker, Maler und Designer Anton Stankowski zu gewinnen. Anfänglich entwarf Stankowski Messestände und Werbematerialien für die in halbjährigem Rhythmus vorgestellten neuen Pausa-Kollektionen. Schon bald wurde aber ein Gesamtkonzept für die Pausa entwickelt, das sich unter den Werbeslogans»Modernität und Variation«oder»Beständigkeit in gutem Geschmack«zusammenfassen lässt. Auch das Pausa-Logo ein Schriftzug, der an die Schablonenschrift aus der Bauhauszeit angelehnt ist stammt von Stankowski. Heute würde man von»corporate Design«reden, damals sprach man vom Pausa-Stil. Dabei darf neben Stankowski und Häussler eine dritte Person nicht vergessen werden, die sich ideal in das Konzept des»gesamtkunstwerks Pausa«einfügte der Architekt Manfred Lehmbruck, der in den 1950er Jahren die heute denkmalgeschützten Gebäude der»neuen Pausa«entwarf.

69 68 Zwei der Lehmbruck-Bauten: Das Verwaltungsgebäude und die daran angebaute Ausrüstungshalle Die personelle Dreiheit Häussler, Stankowski und Lehmbruck steht für die 1950er und 1960er Jahre der Pausa, die auch gern als ihre»goldene Zeit«bezeichnet werden. Damals bildete sich der Pausa-Stil heraus und die Mössinger Textildruckfirma erlangte Weltruf. Beispielhaft sei hier nur die Weltausstellung in Brüssel im Jahre 1958 angeführt, wo Pausa-Stoffe gezeigt wurden. Die Pausa war nicht nur ästhetisch auf dem Höhepunkt der Zeit und darüber hinaus für viele Änderungen im Erscheinungsbild der Dekorationsstoffe gerade-

70 69 Kulturscheune Mössingen Der Flachdruck war lange Zeit noch reine Handarbeit, bei der die Farbe von zwei Personen mit der Rakel auf der Schablone verteilt werden musste. Bei größeren Mengen kam der Rotationsdruck zur Anwendung. zu Trendsetter, auch bei der Technik des Textildrucks war man innovativ und immer auf dem neuesten Stand. In den 1960er Jahren ging gut ein Viertel der Pausa-Produktion in den Export, und zwar in 36 verschiedene Länder. Zu dieser Zeit hatte der Mössinger Betrieb mit über 600 Beschäftigten auch seinen personellen Höchststand erreicht. Nebenbei erledigte die Pausa Spezialaufträge von hoher künstlerischer und technischer Qualität. So druckte man u. a. zahlreiche Bühnenvorhänge für bedeutende Opernund Festspielhäuser. Werner Greiner und der Niedergang der Pausa Willy Häussler zog sich im Laufe der 1970er Jahre aus der Pausa zurück und übergab die Führung des Betriebs nach und nach an seinen Stiefsohn Werner Greiner. Dieser legte, wie schon Willy Häussler, großen Wert auf die künstlerische Ausrichtung des Betriebs. Die Zeiten hatten sich jedoch geändert. Nachdem der Textilindustriestandort Deutschland zunehmend in die Krise geraten war, versuchte die Pausa durch technische Innovationen und Ausweitung der Produktpalette (u. a. durch Stoffe mit Metall-

71 70 effekten und die Herstellung von bedruckten Kleiderstoffen) ihre führende Marktstellung zu halten. Durch diese Anstrengungen schaffte man trotz schwieriger Marktsituation und vielleicht nicht mehr ganz zeitgemäßen Ansprüchen 1991 mit über 90 Millionen DM noch einen Umsatzrekord. Der weitere Verlauf der 1990er Jahre brachte vor dem Hintergrund von unterlassenen Neuinvestitionen und Fehlern im operativen Geschäft der Pausa immer größer werdende wirtschaftliche Probleme. Die Umsatzzahlen sanken rapide und die Anzahl der Beschäftigten wurde reduziert. Verzweifelt versuchte man durch neue Produkte Druck eines Hungertuchs. Zwischen 1982 und 2004 druckte die Pausa für Misereor diese Tücher, die in den katholischen Kirchen während der Fastenzeit zur Verhüllung des Altars dienen.

72 71 Kulturscheune Mössingen und neue Techniken noch einmal Fuß zu fassen. Es kamen nun»ausbrenner«,»schrumpfstoffe«,»foliendrucke«und»schaumdrucke«in den Verkauf,»Unis«und»Lackdrucke«, selbst mit Lasertechnik wurde experimentiert. Bis zum Schluss war die Grundqualität der Produkte der Pausa hoch und innovativ. Werner Greiner war der Motor all dieser Neuerungen, aber den wirtschaftlichen Aspekt übersah er häufig. So kam es schließlich 2001 zur Insolvenz. Die Textildruckfirma Beck aus Mittelstadt bei Reutlingen erwarb den Betrieb, aber es bestand wenig Interesse, diesen weiterzuführen. Man fuhr die Produktion nach und nach herunter, reduzierte die Anzahl der Mitarbeiter und verkaufte die Maschinen. Als man schließlich Gebäude abbrechen wollte, um Teile des Betriebsgeländes zu verkaufen, meldete sich der Denkmalschutz. Die Lehmbruck-Gebäude wurden mitsamt verschiedenen Einrichtungsteilen, der Stoffsammlung, den Entwürfen, den Musterbüchern, den Werbematerialien und der Firmenbibliothek unter Denkmalschutz gestellt und als Grundgesamtheit Pausa ins Denkmalbuch des Landes Baden-Württemberg eingetragen. Nach vergeblichen Versuchen der Firma Beck, unter den neuen Gegebenheiten die Gebäude zu verwerten, erwarb 2006 die Stadt Mössingen das Areal der Neuen Pausa mit sämtlichen Gebäudeteilen und den Sammlungen. Hermann Berner Literatur Hermann Berner, Werner Fifka (Hg.): Das Bauhaus kam nach Mössingen. Mössingen-Talheim Hermann Berner, Dagmar Weinberg: Mössinger Geschichte(n). Tübingen 1999, S Dieter Büchner, Michael Ruhland: Kompromisslose Beständigkeit in gutem Geschmack. Die Textilfirma Pausa in Mössingen (Kreis Tübingen), in: Denkmalpflege in Baden-Württemberg. Nachrichtenblatt der Landesdenkmalpflege. Heft 3, Pausa: Zeit-Stoff, Firmenschrift der Pausa AG. Stuttgart o. J. (1986).

73 Glossar 72 Beilaufgarn Besonders beanspruchte Stellen wie Ellbogen oder Sockenferse und -spitze können mit Beilaufgarn verstärkt werden. Damit erhöhen sich Reißfestigkeit und Lebensdauer der Strickwaren. Bindung Bildung eines Gewebes durch Verkreuzung von rechtwinkligen Fadensystemen (Kette und Schuss). Es gibt drei Grundbindungen: Leinwand-, Köper- und Atlasbindung. Blattmacher Die Kettfäden eines Webstuhls werden durch ein Webblatt geführt, das sie sauber voneinander trennt. Früher bestand dieses aus Schilfrohr, später aus Metall. Der Blattmacher gehört zu den Zulieferbetrieben der Weberei. Dekatur Bei der Dekatur wird die Wolle mit feuchter Wärme unter Druck stabilisiert und der Glanz abgeschwächt. Bei Geweben aus Kammgarnen werden Griff und Optik verbessert. Dessinateur Textilzeichner, der Muster entwirft und diese dann auf Patronenpapier in eine technische Zeichnung umwandelt. Doppelsteppstichmaschine Die Doppelsteppstichmaschine ist eine Nähmaschine, deren Nähte in der Regel von einem Oberfaden (Nadelfaden) und einem Unterfaden (Spulenfaden) gebildet wird. Sie stellt eine Geradstichnaht her, die fest und haltbar, jedoch wenig dehnbar ist. Daher kommen Doppelsteppstichmaschinen hauptsächlich bei Gewebe und seltener bei Maschenwaren zum Einsatz. Handculier- oder»strumpfwebstuhl«frühes Arbeitsgerät zur Mechanisierung des (Hand-) Strickens. Die Erfindung wird dem englischen Pfarrer William Lee aus Calverton bei Nottingham zugeschrieben. Er hatte die Idee, die Nadelspitzen zu einem Haken umzubiegen. Bereits 1589 konnte er den ersten funktionierenden Handkulierstuhl für die Strumpfwirkerei, die lange aus technischer Sicht fälschlicherweise auch Strumpfweberei genannt wurde, vorführen.

74 73 Glossar Harnisch Webstuhlaufsatz, der es ermöglicht, die Kettfäden einzeln zu bewegen und damit aufwändige Muster zu weben. Die Ver bindung erfolgt über ein kompliziertes System von Schnüren und Litzen. Gleichbedeutend mit Zampel. Harnischschnüre Verbindungsschnüre zu den Kettfäden. Kette Parallel zueinander liegende fixierte Fäden. Kettenstuhl, auch Kettenwirkstuhl Auf dieser Maschine werden aus einer oder mehreren Fadenketten Wirkwaren hergestellt. Maschenwaren Sammelbegriff aller aus Maschen hergestellten Erzeugnisse. Maschenwaren werden auf Rundwirk- oder Strickmaschinen aus einem fortlaufenden Faden, d.h. im Einfadensystem, hergestellt und sind daher ähnlich wie handgestrickte Textil flächen äußerst elastisch. Motorflachstrickmaschine Die Flachstrickmaschine wurde 1863 von dem Amerikaner Isaac William Lamb erfunden. Die Verwendung von zwei Reihen einzeln beweglicher Zungennadeln ermöglichten die Maschenbildung wie bei dem Vorgang des Handstrickens. Die Erfindung brachte eine Umwälzung in der Maschenwarenindustrie. Knüpftrikot Knüpftrikot ist eine»durchbrochene«rundwirkware. Durch diese»poröse«wirkart kann die Haut gut atmen. Daher war bzw. ist Knüpftrikot ideal bei der Verwendung von Sommer-Wäsche. Litzen Dienen zur Ordnung der Kettfäden und verfügen über ein Litzenauge, durch das der Faden hindurch geführt wird. Patrone Schematische Darstellung eines Gewebes auf Patronen- oder Millimeterpapier. Ein ausgefülltes Quadrat bedeutet, dass der Kettfaden über dem Schussfaden liegt. Es handelt sich um eine technische Zeichnung, die nicht das spätere Muster wiedergibt.

75 74 Rundstrickmaschinen Die technische Weiterentwicklung des Rundwirkstuhls brachte die noch leistungsfähigere, da schnellere, Rundstrickmaschine, bei welcher statt Hakenund Spitzennadeln nunmehr Zungennadeln zum Einsatz kamen. Rundwirkstuhl Mit dem Rundwirkstuhl konnte durch einen ringförmig geschlossenen Nadelkranz ein fortlaufender Produktions- Prozess ermöglicht werden. Mit dieser Endlos-Produktion ließ sich die Fertigungs- Geschwindigkeit für Maschenwaren beträchtlich erhöhen. Schussfaden Der Schussfaden wird rechtwinklig zu den Kettfäden von rechts nach links und zurück geführt und bildet so das Gewebe. Strickwaren siehe Maschenwaren Trikotagen Unterbekleidung aus Maschenwaren Tritt Der Tritt ist über Schnüre mit dem Schaft verbunden. Der Schaft steuert die Musterung über das Heben der Kettfäden. Beim Jacquardwebstuhl ist der Tritt mit dem Steuerungsmodul der Lochkarten verbunden und sorgt so für den Weitertransport der Karten. Tuch Mittelschweres bis schweres Wollgewebe mit fülligem und weichem Griff und verschleierter Oberfläche, in manchen Fällen mit einem dezenten Glanz. Das Gewebe wird zu Damenkostümen, Herrenanzügen, Mänteln und Uniformen verarbeitet. Spindel Durch das Drehen der Spindel werden beim Spinnen die textilen Fasern miteinander verdreht und das so entstehende Garn aufgewickelt. Webschaft dient zur Fachbildung der Kettfäden auf einem Webstuhl.

76 75 Glossar Webstuhl Auf dem Webstuhl werden Kettfäden und Schussfäden dadurch fest miteinander verbunden, dass immer abwechselnd verschiedene Kettfadengruppen gehoben und gesenkt werden. Zwischen diesen Vorgängen wird der Schussfaden von der Seite durch das entstandene Fach durchgeschossen. Dadurch entsteht die sogenannte Bindung des textilen Gewebes. Wirkwaren siehe Maschenwaren Zampel siehe Harnisch Zickzacknähmaschine bzw. Doppelkettenstich-Nähmaschine Die Naht der Zickzacknähmaschine unterscheidet sich von der Naht der Geradstichmaschine dadurch, dass sie wesentlich dehnbarer ist. Verfahren wie Zickzacknähen erhöhen die Menge des eingearbeiteten Nähfadens und somit die Elastizität. Diese Stichart ist daher bei Maschenwaren besser geeignet als der Doppelsteppstich. Bei Maschenwaren kommen meist Doppelkettenstich-Nähmaschinen zum Einsatz. Zampeljunge Der Gehilfe des Webers musste auf Zuruf die entsprechenden Kettfäden, die zur Musterung erforderlich waren, anheben.

77 76 Impressum Herausgeber AK Textil im Museumsverband Baden-Württemberg Ausstellung und Katalog Dr. Hermann Berner, Martin Beutelspacher M.A., Susanne Goebel M.A., Marisse Hartmut M.A., Kerstin Hopfensitz M.A., Illja Widmann M.A. Begleitband zur Wanderausstellung Textile Vielfalt. Industrielle Erfolgsgeschichten aus Württemberg. 2015/2016 Industriemagazin Reutlingen, Webereimuseum Sindel fingen, Miedermuseum Heubach, Kultur scheune Mössingen, Stadtmuseum Esslingen, Maschenmuseum Albstadt Bildnachweise Tarek Musleh: S. 13, 16, 17, 20, 21. Jubiläums- und Werbeschriften der Firmen Susa und Triumph International, Miedermuseum Heubach, Stefan Knöpfle: S. 23, 26 und 27. Maschenmuseum Albstadt: S Stadtarchiv Kirchheim/Teck: S. 43. Mercedes Benz Classic, Archive: S. 45. Badisches Landesmuseum, Thomas Goldschmidt S. 46. Stadtmuseum Esslingen, Daniela Wolf: S. 42, S. 44, S Karl Scheuring: S. 54, S. 55 (o.), S , S. 59 (l.), S Heimatmuseum Reutlingen: S. 55 (u.), S. 59 (r.). Pausasammlungen und Fotosammlung Museum Mössingen: S Klaus Franke: S. 70. Redaktionelle Bearbeitung Bettina Wöhrmann M.A., Stuttgart Grafische Gestaltung Katrin Schlüsener, Stuttgart Für die finanzielle Unterstützung von Ausstellung und Katalog danken wir herzlich der Firma Zweigart & Sawitzki, Sindelfingen. Druck und Herstellung Mauser + Tröster GbR, Mössingen ISBN

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