Übelkeit als Symbol?! Möglichkeiten der spirituellen Begleitung

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1 Übelkeit als Symbol?! Möglichkeiten der spirituellen Begleitung 13. Vorarlberger Hospiz- und Palliativtag Dornbirn, 7. November 2015 Dr. Erhard Weiher Pfarrer in der Universitätsmedizin Mainz

2 Palliative Care hat zum Ziel:. die Kontrolle von Schmerzen und anderen Symptomen sowie die Beherrschung psychologischer, sozialer und spiritueller Probleme (WHO 1999)

3 Übelkeit ist nicht nur ein körperliches Empfinden. Übelkeit symbolisiert zugleich die Schwere der Krankheit und Lebensbedrohung. Erhard Weiher

4 Übelkeit ist auch ein Symbol für das Selbst- und Weltempfinden: die Entwertung des Selbst durch die Krankheit die Bedrohung der ganzen Existenz. Erhard Weiher

5 Beispiel Es ist so elend ich kann kaum schlafen seit Wochen geht das so. Da will ich einfach nicht mehr, glauben Sie mir. Und dabei bin ich zu meiner Frau so ungerecht ich fahre sie immerzu an. Dabei meint sie es doch so gut, aber der geht es auch schlecht. Wenn ich heute überlege, hat das mit 20 schon angefangen als mein Vater starb. Seit der Zeit konnte ich nie mehr so richtig lustig sein. Vielleich kommt das alles von daher.

6 Menschen verarbeiten Krankheit und Sterben nicht nur auf der körperlichen, emotionalen und sozialen Ebene sondern auch existenziell und spirituell Erhard Weiher

7 Zur Ganzheitlichkeit gehört nicht nur die Problemsicht, sondern auch die Suche nach Ressourcen als Gegengewicht zu den Problemen. Erhard Weiher

8 Zur Palliative Care gehört neben der Symptomkontrolle die Suche nach psychischen, sozialen und mentalen, aber auch spirituellen Ressourcen. Erhard Weiher

9 Spiritualität Es gibt religionsbezogene und nicht religionsbezogene Spiritualität

10 Spiritualität: das Spektrum zwischen alltags- agnostisch hoch- religiös

11 Prämisse Ich glaube jedem Menschen, dass er aus einem inneren Geist ( spiritus ) heraus lebt, sein Leben gestaltet und damit auch Krankheit und Sterben zu bewältigen sucht. Dieser Geist ist seine Spiritualität. E. Weiher

12 existenziell

13 Die Spiritualität eines Menschen ist eine vorzügliche Quelle und ein wichtiges Medium für sein Selbstwert- und Weltempfinden E. Weiher

14 Die vier Hauptfragen des SPIR-Interviews S: Spirituelle und Glaubens-Überzeugungen Würden Sie sich im weitesten Sinne des Wortes als gläubigen Menschen bezeichnen? P: Platz und Einfluss, den diese Überzeugungen im Leben des Patienten einnehmen Sind die Überzeugungen, von denen Sie gesprochen haben, wichtig für Ihr Leben und für Ihre gegenwärtige Situation? I: Integration in eine spirituelle, religiöse, kirchliche Gemeinschaft/Gruppe Gehören Sie zu einer spirituellen oder religiösen Gemeinschaft (Gemeinde, Kirche, spirituelle Gruppe)? R: Rolle des Professionellen Wie soll ich als Ihr Arzt/Seelsorger mit diesen Fragen umgehen?

15 Spiritualität explizit religiös-spirituelle Zeichen ( I ) spirituelle Anamnese ( II ) E. Weiher

16 Umschreibung von Spiritualität Spiritualität ist das (bewusste und nichtbewusste) Potenzial an: Selbst- und Weltempfinden Selbst- und Weltverständnis Sinnerfahrungen und -gestaltungen Lebenseinstellungen und -haltungen, aus dem heraus Leben, Person, Welt Bedeutung erhalten Menschen dem Leben Bedeutung geben. E. Weiher

17 Spirituelle Erfahrung geschieht dort, wo sich ein Mensch mit dem Heiligen des Lebens oder gar mit dem absolut Heiligen in Verbindung weiß. (nach H. Andriessen)

18

19 Menschen kleiden ihre Sinnerfahrungen und Sinngestaltungen in symbolische Sprache. Das Verstehen der Bedeutung von (oft alltäglichen) Sinnsymbolen durch die Helfer ist eine elementare Stützfunktion. Die dabei mögliche Erfahrung: Resonanzspiritualität (= implizit II ) E. Weiher

20 E. Weiher

21 implizit explizit

22 Durch die Aneignung der Lebensspanne wird es offenbar leichter, den Tod anzunehmen (nach H. Petzold)

23 Der Selbstwert eines Menschen hat letztlich sein Geheimnis Spirituell gesprochen: er reicht in das Heilige des Menschen hinein und bekommt dort seine tiefe Qualität. Religiös gesprochen: er reicht in eine transzendente Dimension und bekommt vom großen Heiligen seine tiefste Bedeutung. E. Weiher

24

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