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1 Eidgenössisches Departement des Innern EDI Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz Inhalt Was ist Föhn Quiz Föhn / nicht Föhn (Bilder / Karten) Definitionen Wann entsteht Föhn Föhntheorien Föhntäler Es gibt nicht DEN Föhn Föhnarten, Spezialfälle klassischer Föhn seichter Föhn antizyklonaler Föhn Föhn mit Saharastaub Guggiföhn (Dimmerföhn) (Güllerföhn) 2 1

2 Was ist Föhn? 3 Föhnquiz I: Ja oder Nein? Wind nur Stationen >2700m 4 2

3 Föhnquiz I: Ja oder Nein? Wind alle Stationen JA 5 Föhnquiz II: Ja oder Nein? Relative Sonnenscheindauer in % rot > 80% 6 3

4 Föhnquiz II: Ja oder Nein? Wind alle Stationen JA 7 Föhnquiz III: Ja oder Nein? Radarbild z 8 4

5 Föhnquiz III: Ja oder Nein? JA 9 Föhnquiz IV: Ja oder Nein? NEIN M. Scheel

6 Was ist Föhn? I Föhndefinitionen: WMO, 1992 «Föhn ist ein Wind, der - im Allgemeinen - auf der Leeseite von Gebirgen durch Absinken wärmer und relativ trockener wird.» Steinacker, 2006 «.ist eine absinkende Luftmasse, die eine vorher vorhandene noch kältere Luft (Kaltluftsee) ersetzt.» 11 Was ist Föhn? II Definition als «warmer Fallwind» ist irreführend, da die Föhnströmung nicht als Folge der Schwerkraft oder wegen der grösseren Dichte absinkt, wie z.b. beim Gletscherwind. Im Gegenteil: Im Tal liegt vor dem Föhndurchbruch Kaltluft, die Föhnluft ist wärmer. Das Absteigen des Föhns in die Täler hat verschiedene, einander teils überlappende Ursachen: - turbulente Erosion der bodennahen Kaltluft - «absaugen» der bodennahen Luft durch Druckfall im Norden - Interpretation als überkritische Strömung mit hydraulischem Sprung (vor allem leeseitig der tiefen Passübergänge) - Leewellen 12 6

7 Wann entsteht Föhn? Im Gebirge entsteht Föhn, wenn die Gebirgsbarriere a) möglichst senkrecht angeströmt wird und/oder b) zwei unterschiedliche Luftmassen trennt Quelle: 13 Thermodynamische Föhntheorie nicht der Realität entsprechend, trotzdem in vielen Lehrbüchern dargestellt: FALSCH! Quelle:

8 «Der Schweizer und der Österreicher Föhn» Totluft im Luv überquert das Gebirge nicht RICHTIG! Quelle: 15 Föhntäler 16 8

9 Föhntäler Föhnwinde in den Schweizer Alpen häufig Südföhn häufig Nordföhn selten Südföhn (Frühling, Föhnsturm) selten Nordföhn (Frühling, Föhnsturm) 17 Es gibt nicht DEN Föhn Föhnarten, Spezialfälle 18 9

10 Klassischer hochreichender Föhn 19 Klassischer Föhn, 3. November 2014, Satellitenbild 14z 20 10

11 Klassischer Föhn, 3. November 2014, Wetterkarte, 12z 21 Klassischer Föhn, 3. November 2014, Wind (kt) 16.50z 22 11

12 Klassischer Föhn, 3. November 2014, T max 33% 35% 23 Klassischer Föhn, 3. November 2014, Sonnenscheindauer (h) (Mittelwert relative Besonnung bei Föhn: in den zentralen und östlichen Landesteilen, sowie im Zentralwallis teilweise sonnig [= 20-50%]) 24 12

13 Klassischer Föhn, 4. November 2014, Niederschlagssumme bis 16.00z 25 Seichter (flacher) Föhn Verursacht durch die thermischen Unterschiede der Luftmassen im Norden/im Süden zwischen Boden und etwa 3000 m.ü.m. kein oder nur wenig Niederschlag im Süden (Nieselregen durch Stau in den unteren Schichten) bora-artig Kaltluft überströmt den Alpenhauptkamm und die Pässe (ähnlich wie bei Nordföhn) auftreten v.a. stromabwärts der tieferen Übergänge am Hauptkamm dadurch starker und böiger Föhn in Passund Kammlagen, oberhalb 3000 m.m. oft nur schwach windig (oft schwach/mässig W-SW) Böenspitzen Tal (z.b. ALT) meist höher oder ähnlich wie am Gütsch 26 13

14 Seichter (flacher) Föhn Donnerstag, 27. Februar 2003 Bodendruckverteilung und Fronten 12z (bereits Endphase Druckfall im Süden) Geopotential 500 hpa 12z 27 Seichter (flacher) Föhn Donnerstag, 27. Februar 2003 pp TL TP ddff kt ffx 3000m 15. Dezember Daniel Gerstgrasser, 2004 MeteoSchweiz 28 14

15 Seichter (flacher) Föhn Donnerstag, 27. Februar 2003 Wind (kt) 15z 29 Antizyklonaler Föhn hochdruckbestimmte (antizyklonale) Höhenströmung keine Staueffekte, keine Föhnmauer keine Niederschläge kältere Luftmasse auf Alpensüdseite Beweis dass Luftmasse in den Föhntälern aus höheren Schichten der Alpensüdseite stammt 30 15

16 Antizyklonaler Föhn 3. Februar 2002 Bodendruckverteilung und Fronten 12z Geopotential 500 hpa, 12z 31 Antizyklonaler Föhn 3. Februar 2002, Wind (kt) 10.30z 32 16

17 Antizyklonaler Föhn, 3. Februar 2002 Relative Sonnenscheindauer in % rot > 80% - praktisch ganze Schweiz volle Besonnung - ganze Schweiz niederschlagsfrei 33 Antizyklonaler Föhn, 3. Februar 2002 Minimum relative Luftfeuchte in % rot < 30% - selbst im Süden sehr tiefe Feuchtewerte 34 17

18 Föhn mit Saharastaub, 21. Februar 2004 Voraussetzungen: Trajektorie aus dem Saharabereich 1-3 Tage vor Föhneinsatz starke Bodenwinde im Bereich der Sahara, Sand und Staub wird in die Höhenströmung miteinbezogen eher wenig Niederschlags im Süden nicht zu starkes Auswaschen auf der Alpensüdseite 35 Vorgeschichte Freitag, 20. Februar

19 Föhn mit Saharastaub, 21. Februar 2004 Bodendruckverteilung und Fronten 12z Geopotential 500 hpa, 12z 37 Resultate: Webcam Säntis (Quelle: Säntis Sepp) 38 19

20 Resultate: St. Galler Rheintal, Blick Richtung Appenzell (Quelle: 39 Resultate: Hohenpeiβenberg (Quelle:

21 Eidgenössisches Departement des Innern EDI Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz Guggiföhn U. Bläsi Guggiföhn Zitat von der Webseite des Lauberhornrennens: Der älteste Wengener! Ein spezielles lokales Föhnereignis, das nicht wie gewohnt in den Alpen bei Südwest- oder Südwind, sondern bei Südost- oder Ostwind auftritt. Der Guggiföhn stürzt vom Jungfraujoch herunter, fegt in einem schmalen Kanal genau über das Gebiet Wixi-Lauberhorn hinweg und hebt dann über das Lauterbrunnental ab. Böenspitzen von 150 bis 200 Stundenkilometern sind keine Seltenheit. Meteorologisch gesehen ist das Lauberhornrennen eine der grössten Herausforderungen für die Wetterfrösche. Das Berner Oberland, bewacht von den Bergriesen Eiger, Mönch und Jungfrau, treibt dem Meteorologen trotz oft winterlicher Temperaturen manche Schweissperlen auf die Stirn

22 Das Jungfraugebiet 43 Das Jungfraugebiet Blick aus Südost 44 Blick aus Nordwest 22

23 Synoptik - Wetterlagen mit Guggiföhn: normale S/SW-Föhnlage mit kräftigem Tief Biskaya bis England abgespaltenes Höhentief über Frankreich/Iberien Teiltief mit Zugbahn Löwengolf Zentralmassiv Kalttropfen mit SE-Strömung in 500hPa über den Alpen 45 Guggiföhnfälle - Statistik Extremwerte Wind (nicht alle Fälle erfasst und sehr kurze Messreihen!): MM Lauberhorn: 252km/h, 14. Dezember km/h, 21. Februar km/h, 28. Januar 2006 SLF Russisprung: 199km/h, 21. Februar km/h, 14. Dezember km/h, 28. Januar 2006 JFB Kl. Scheidegg: 199km/h, 14. Dezember km/h, 29. November km/h, 28. November

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