Konsumverhalten und Entstehung von Lebensmittelabfällen in Musterhaushalten

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1 Universität Stuttgart Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft Arbeitsbereich Siedlungsabfall Bandtäle Stuttgart Tel.: (0711) Konsumverhalten und Entstehung von Lebensmittelabfällen in Musterhaushalten Diplomarbeit für den Studiengang Umweltschutztechnik vorgelegt von cand. Ing. Jakob Barabosz Stuttgart, im September 2011

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3 Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft Arbeitsbereich Siedlungsabfall Konsumverhalten und Entstehung von Lebensmittelabfällen in Musterhaushalten Diplomarbeit für den Studiengang Umweltschutztechnik vorgelegt von cand. Ing. Jakob Barabosz Stuttgart, im September 2011 Durchgeführt bei: Betreuung: o. Prof. Dr.-Ing. Kranert Dr.-Ing. Dipl.-Chem. K. Fischer

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6 Kurzfassung Lebensmittel landen immer häufiger im Abfall. Dies belegen auch Sortieranalysen und Untersuchungen einiger unserer europäischen Nachbarländer. In Deutschland ist die Datenlage leider ziemlich dürftig. Aus diesem Grund liegt der Schwerpunkt dieser Arbeit in der Ermittlung von Lebensmittelabfallmengen und Entsorgungsgründen von Haushalten sowie der Frage, ob sich durch geeignete Maßnahmen die Abfallmenge reduzieren lässt. Betrachtet werden sollen ausschließlich vermeidbare Lebensmittelabfälle. Hierzu zählen verzehrfähige original verpackte oder angebrochene Lebensmittel sowie Speisereste. Hierfür führten Modellhaushalte aus dem Landkreis Ludwigsburg drei Monate lang Buch über ihre Lebensmittelabfälle. Jedes Lebensmittel, welches der Haushalt entsorgte, wurde mit seiner Bezeichnung, seinem Nettogewicht und seinem Entsorgungsgrund erfasst. Es wurde gezielt auf die Haushalte Einfluss in Form von verschiedenen Maßnahmen genommen, in der Erwartung, deren Abfallmenge zu senken. II

7 Abstract Food more often ends up in the trash. This is also documented by sorting analysis and studies of some of our European neighboring countries. In Germany, the available data is unfortunately very poor. For this reason, the focus of this thesis is the determination of food waste and disposal reasons of households as well as the question of whether appropriate measures can reduce the amount of waste. Only avoidable food waste should be considered. These include original packed ready-eat or part used food and food waste. For this model households in the district of Ludwigsburg led three months book about their food waste. Any disposed food of the household was recorded with its name, its disposal reason and the net weight. Through targeted measures should be taken to influence the households in the expectation of reducing their waste amount. III

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9 Vorwort / Danksagung Das Thema Recycling und Abfallvermeidung liegt mir sehr am Herzen. Besonders, wenn Lebensmittel unverbraucht im Abfall landen, tut es mir sehr leid. Es geht nicht nur um vergeudete Rohstoffe und unnötige Emissionen, sondern vor allem um das Gut Lebensmittel, das einem so viel Spaß und Freude sowie geschmackliche Erlebnisse bereiten und bedeuten kann. Durch mein Praktikum bei der AVL bin ich auf das Projekt GreenCook aufmerksam geworden. Dieses Projekt hat mein Interesse geweckt und ich habe mich in das Thema tiefer eingearbeitet. Die Mitwirkung an den Aktionen in diesem Projekt hat es mir ermöglicht, aktiv bei der Reduktion von Lebensmittelabfällen und der Findung von einfachen, praktikablen Maßnahmen zur Vermeidung dieser Verschwendung von Ressourcen teilzuhaben. An dieser Stelle möchte ich mich bei Herrn Prof. Martin Kranert für die Möglichkeit bedanken, an seinem Lehrstuhl diese Diplomarbeit anfertigen zu können. Besonderer Dank gilt auch Herrn Klaus Fischer, der mich während der Anfertigung meiner Diplomarbeit begleitet und mich mit zahlreichen Tipps und Anregungen unterstützt hat. Danke auch an die Mitarbeiter der AVL, insbesondere Herrn Sebastian Ludwig, der mir während der gesamten Untersuchung stets mit Rat und Tat zur Hilfe stand und immer ein offenes Ohr für mich hatte. Ich möchte mich bei den teilnehmenden Haushalten, die für drei Monate über alle Lebensmittel Buch geführt haben, bedanken. Es hat Spaß gemacht, mit Ihnen zu arbeiten und sich mit Ihnen über ihren Umgang mit Lebensmitteln zu unterhalten. Kurz gesagt, ich habe nette Personen kennengelernt. Schlussendlich danke ich meiner Familie dafür, dass sie mich während meines Studiums unterstützt haben und mir in schwierigen Phasen immer zur Seite standen. V

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11 Inhaltsverzeichnis Kurzfassung...II Abstract... III Vorwort / Danksagung... V Inhaltsverzeichnis... VII Abbildungsverzeichnis... IX Tabellenverzeichnis... XIII 1. Einleitung Fragestellung und Zielsetzung Aufbau der Arbeit Grundlagen Stand der Literatur Konsum von Lebensmitteln Lebensmittel in der Abfallwirtschaft Landkreis Ludwigsburg AVL GmbH Hintergrund Abfallwirtschaftliches Konzept Landkreis LB Sammelsysteme Restmüll Bioabfall EU-Projekt GreenCook Methodik Grundsätzlicher Ablauf Auswahl der Haushalte Durchführung und Methoden der Datenerhebung VII

12 Begriffsbestimmungen Phase 1: März Phase 2: April Phase 3: Mai Methoden der Auswertung Auswertung und Ergebnisse Charakterisierung der Haushalte Kategorisierung der Lebensmittel Auswertung nach der Menge Übersicht Betrachtung der Gesamtabfallmenge Haushaltsgröße Kinder im Haushalt Entwicklung der Abfallmenge Hochrechnung der Jahresabfallmengen Stoffströme Fragebogenauswertung Selbsteinschätzung Einfluss vom Einkaufszettel Zusammenfassung und Ausblick Zusammenfassung Ausblick Literaturverzeichnis Anhang VIII

13 Abbildungsverzeichnis Abbildung 1: Wege von Lebensmitteln aus Haushalten... 6 Abbildung 2: Altersverteilung im Landkreis Ludwigsburg (STATISTISCHES LANDESAMT BADEN-WÜRTTEMBERG 2010 a)... 9 Abbildung 3: Altersverteilung der teilnehmenden Haushalte Abbildung 4: absolute Abfallmengen der teilnehmenden Haushalte Abbildung 5: spezifische Abfallmenge der teilnehmenden Haushalte Abbildung 6: Verteilung der Abfallmenge nach LM-Kategorie in % Abbildung 7: Verteilung der LM-Abfälle nach Gründen in % Abbildung 8: Verteilung der Abfälle nach Gründen für die LM-Kategorie Obst in % Abbildung 9: Verteilung der Abfälle nach Gründen für die LM-Kategorie Gemüse in %.. 38 Abbildung 10: Verteilung der Abfälle nach Gründen für die LM-Kategorie Fleisch und Fisch in % Abbildung 11: Verteilung der Abfälle nach Gründen für die LM-Kategorie Milchprodukte in % Abbildung 12: Verteilung der Abfälle nach Gründen für die LM-Kategorie Backwaren in % Abbildung 13: Verteilung der Abfälle nach Gründen für die LM-Kategorie Teigwaren in % Abbildung 14: Verteilung der Abfälle nach Gründen für die LM-Kategorie Speisereste in % Abbildung 15: Verteilung der Abfälle nach Gründen für die LM-Kategorie Sonstiges in % Abbildung 16: Verteilung der Abfallmenge nach LM-Kategorie für den Grund Mindesthaltbarkeit in % Abbildung 17: Verteilung der Abfallmenge nach LM-Kategorie für den Grund falsche Lagerung in % Abbildung 18: Verteilung der Abfallmenge nach LM-Kategorie für den Grund keine Lust in % Abbildung 19: Verteilung der Abfallmenge nach LM-Kategorie für den Grund bereits schlechtes Produkt gekauft in % IX

14 Abbildung 20: Verteilung der Abfallmenge nach LM-Kategorie für den Grund zu viel gekocht in % Abbildung 21: Verteilung der Abfallmenge nach LM-Kategorie für den Grund Sonstiges / k.a. in % Abbildung 22: Verteilung der absoluten Abfallmenge nach Haushaltstyp Abbildung 23: spezifische Abfallmenge nach Haushaltsgröße in g/kopf Abbildung 24: Verteilung der Abfallmenge nach LM-Kategorie für Singlehaushalte in % Abbildung 25: Verteilung der Abfallmenge nach LM-Kategorie für 2-Personen Haushalte in % Abbildung 26: Verteilung der Abfallmenge nach LM-Kategorie für 3-Personen Haushalte in % Abbildung 27: Verteilung der Abfallmenge nach LM-Kategorie für 4-Personen Haushalte in % Abbildung 28: spezifische Abfallmenge nach Haushaltsgröße für die LM-Kategorie Obst in g/kopf Abbildung 29: spezifische Abfallmenge nach Haushaltsgröße für die LM-Kategorie Gemüse in g/kopf Abbildung 30: spezifische Abfallmenge nach Haushaltsgröße für die LM-Kategorie Fleisch und Fisch in g/kopf Abbildung 31: spezifische Abfallmenge nach Haushaltsgröße für die LM-Kategorie Milchprodukte in g/kopf Abbildung 32: spezifische Abfallmenge nach Haushaltsgröße für die LM-Kategorie Backwaren in g/kopf Abbildung 33: spezifische Abfallmenge nach Haushaltsgröße für die LM-Kategorie Teigwaren in g/kopf Abbildung 34: spezifische Abfallmenge nach Haushaltsgröße für die LM-Kategorie Speisereste in g/kopf Abbildung 35: spezifische Abfallmenge nach Haushaltsgröße für die LM-Kategorie Sonstiges in g/kopf Abbildung 36: Verteilung der Abfallmenge nach Gründen für Singlehaushalte in % Abbildung 37: Verteilung der Abfallmenge nach Gründen für 2-Personen Haushalte in % Abbildung 38: Verteilung der Abfallmenge nach Gründen für 3-Personen Haushalte in % Abbildung 39: Verteilung der Abfallmenge nach Gründen für 4-Personen Haushalte in % X

15 Abbildung 40: spezifische Abfallmenge nach Haushaltsgröße für den Grund Mindesthaltbarkeit in g/kopf Abbildung 41: spezifische Abfallmenge nach Haushaltsgröße für den Grund falsche Lagerung in g/kopf Abbildung 42: spezifische Abfallmenge nach Haushaltsgröße für den Grund keine Lust in g/kopf Abbildung 43: spezifische Abfallmenge nach Haushaltsgröße für den Grund bereits schlechtes Produkt gekauft in g/kopf Abbildung 44: spezifische Abfallmenge nach Haushaltsgröße für den Grund zu viel gekocht in g/kopf Abbildung 45: spezifische Abfallmenge nach Haushaltsgröße für den Grund Sonstiges / k.a. in g/kopf Abbildung 46: Verteilung der absoluten Abfallmenge nach Kindern im Haushalt Abbildung 47: spezifische Abfallmenge nach Kindern im Haushalt in g/haushalt Abbildung 48: Verteilung der Abfallmenge nach LM-Kategorien für einen Haushalt mit Kindern in % Abbildung 49: Verteilung der Abfallmenge nach LM-Kategorien für einen kinderlosen Haushalt in % Abbildung 50: spezifische Abfallmenge nach Kindern im Haushalt für die LM-Kategorie "Obst" in g/haushalt Abbildung 51: spezifische Abfallmenge nach Kindern im Haushalt für die LM-Kategorie "Gemüse" in g/haushalt Abbildung 52: spezifische Abfallmenge nach Kindern im Haushalt für die LM-Kategorie "Fleisch und Fisch" in g/haushalt Abbildung 53: spezifische Abfallmenge nach Kindern im Haushalt für die LM-Kategorie "Milchprodukte" in g/haushalt Abbildung 54: spezifische Abfallmenge nach Kindern im Haushalt für die LM-Kategorie "Backwaren" in g/haushalt Abbildung 55: spezifische Abfallmenge nach Kindern im Haushalt für die LM-Kategorie "Teigwaren" in g/haushalt Abbildung 56: spezifische Abfallmenge nach Kindern im Haushalt für die LM-Kategorie "Speisereste" in g/haushalt Abbildung 57: spezifische Abfallmenge nach Kindern im Haushalt für die LM-Kategorie "Sonstiges" in g/haushalt XI

16 Abbildung 58: Verteilung der Abfallmenge nach Gründen für einen Haushalt mit Kindern in % Abbildung 59: Verteilung der Abfallmenge nach Gründen für einen kinderlosen Haushalt in % Abbildung 60: spezifische Abfallmenge nach Kindern im Haushalt für den Grund "Mindesthaltbarkeit" in g/haushalt Abbildung 61: spezifische Abfallmenge nach Kindern im Haushalt für den Grund "falsche Lagerung" in g/haushalt Abbildung 62: spezifische Abfallmenge nach Kindern im Haushalt für den Grund "keine Lust" in g/haushalt Abbildung 63: spezifische Abfallmenge nach Kindern im Haushalt für den Grund "bereits schlechtes Produkt gekauft" in g/haushalt Abbildung 64: spezifische Abfallmenge nach Kindern im Haushalt für den Grund "zu viel gekocht" in g/haushalt Abbildung 65: spezifische Abfallmenge nach Kindern im Haushalt für den Grund "Sonstiges / k.a." in g/haushalt Abbildung 66: Entwicklung der Abfallmenge im Untersuchungszeitraum Abbildung 67: Vergleich der durchschnittlichen Abfallmengen in den drei Untersuchungsphasen Abbildung 68: Entsorgungswege von LM-Abfällen in % Abbildung 69: Verteilung der Einkaufsmenge nach LM-Kategorien in % Abbildung 70: Entwicklung der Einkaufsmenge im Untersuchungszeitraum Abbildung 71: Vergleich der durchschnittlichen Einkaufsmengen in den drei Untersuchungsphasen Abbildung 72: Einfluss der Entsorgungshäufigkeit von Lebensmitteln auf die Abfallmenge in g/haushalt Abbildung 73: Abfallmenge in g/haushalt, Selbsteinschätzung "sehr wenige" Abbildung 74: Abfallmenge in g/haushalt, Selbsteinschätzung "eher wenige" Abbildung 75: Abfallmenge in g/haushalt, Selbsteinschätzung "viele" Abbildung 76: Einfluss des Einkaufszettels auf die Abfallmenge in g/haushalt XII

17 Tabellenverzeichnis Tabelle 1: Charakterisierung der 16 Haushalte Tabelle 2: Abfallmenge nach Lebensmittelkategorie Tabelle 3: Übersicht über die absoluten und spezifischen Mengen der Lebensmittelabfälle.. 33 Tabelle 4: Abfallmenge nach Entsorgungsgründen Tabelle 5: Abfallmenge nach Entsorgungsgründen für Obst Tabelle 6: Abfallmenge nach Entsorgungsgründen für Gemüse Tabelle 7: Abfallmenge nach Entsorgungsgründen für Fleisch und Fisch Tabelle 8: Abfallmenge nach Entsorgungsgründen für Milchprodukte Tabelle 9: Abfallmenge nach Entsorgungsgründen für Backwaren Tabelle 10: Abfallmenge nach Entsorgungsgründen für Teigwaren Tabelle 11: Abfallmenge nach Entsorgungsgründen für Speisereste Tabelle 12: Abfallmenge nach Entsorgungsgründen für Sonstiges Tabelle 13: Abfallmenge nach LM-Kategorie für den Grund Mindesthaltbarkeit Tabelle 14: Abfallmenge nach LM-Kategorie für den Grund "falsche Lagerung" Tabelle 15: Abfallmenge nach LM-Kategorie für den Grund "keine Lust" Tabelle 16: Abfallmenge nach LM-Kategorie für den Grund "bereits schlechtes Produkt gekauft" Tabelle 17: Abfallmenge nach LM-Kategorie für den Grund "zu viel gekocht" Tabelle 18: Abfallmenge nach LM-Kategorie für den Grund "Sonstiges / k.a." Tabelle 19: Abfallmengen nach Haushaltstyp Tabelle 20: Abfallmenge nach LM-Kategorie für Singlehaushalte Tabelle 21: Abfallmenge nach LM-Kategorie für 2-Personen Haushalte Tabelle 22: Abfallmenge nach LM-Kategorie für 3-Personen Haushalte Tabelle 23: Abfallmenge nach LM-Kategorie für 4-Personen Haushalte Tabelle 24: Abfallmenge nach Entsorgungsgründen für Singlehaushalte Tabelle 25: Abfallmenge nach Entsorgungsgründen für 2-Personen Haushalte Tabelle 26: Abfallmenge nach Entsorgungsgründen für 3-Personen Haushalte Tabelle 27: Abfallmenge nach Entsorgungsgründen für 4-Personen Haushalte Tabelle 28: Abfallmengen nach Kindern im Haushalt Tabelle 29: Abfallmenge nach LM-Kategorien für Haushalte mit Kindern Tabelle 30: Abfallmenge nach LM-Kategorien für kinderlose Haushalte XIII

18 Tabelle 31: Abfallmenge nach Entsorgungsgründen für Haushalte mit Kindern Tabelle 32: Abfallmenge nach Entsorgungsgründen für Haushalte mit Kindern Tabelle 33: Hochrechnung der spezifischen Jahresabfallmenge Tabelle 34: Einkaufsmenge nach LM-Kategorien Tabelle 35: Berechnung des Ausgleichsfaktors für die Gewichtszunahme beim Kochen von Teigwaren Tabelle 36: Berechnung des Ausgleichsfaktors für die Gewichtszunahme beim Kochen von Reis Tabelle 37: Einkaufs- und Abfallmenge je LM-Kategorie Tabelle 38: Vergleich der Selbsteinschätzung der Haushalte mit der tatsächlichen Abfallmenge XIV

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21 Einleitung 1. Einleitung Lebensmittel bilden seit jeher die Grundlage für das menschliche Leben. Nicht nur, dass durch deren Verzehr der tägliche Nährstoffbedarf gedeckt wird, auch erfüllen sie andere Funktionen, wie z.b. die Befriedigung persönlicher Bedürfnisse. Vor nicht allzu langer Zeit war es schlicht undenkbar, dass Lebensmittel im Abfall landen. Übriggebliebene und nicht konsumierte Lebensmittel wurden als Resteessen wieder verwertet oder, sollten diese doch mal nicht mehr verwertet werden können, an Tiere verfüttert. Auch die Eigenkompostierung stellte eine Möglichkeit dar, Lebensmittel zu verwerten. Doch steigender Wohlstand und fallende Lebensmittelpreise führen dazu, dass Lebensmittel in unserer heutigen Zeit immer mehr an Bedeutung verlieren. Dies äußert sich auch an einer steigenden Menge entsorgter Lebensmittel. Sortieranalysen, insbesondere aus dem europäischen Ausland, belegen, dass Lebensmittel in einer hohen Menge über den Restmüll entsorgt werden. In Deutschland ist diesbezüglich wenig Datenmaterial vorhanden. So stellten Lebensmittelabfälle in hiesigen Sortieranalysen bisher keinen Untersuchungsschwerpunkt dar. Oftmals hätte die Entsorgung von Lebensmitteln womöglich durch eine ordnungsgemäße Lagerung, einen rechtzeitigen Verzehr sowie eine besser Einkaufs- und Kochplanung vermieden werden können Fragestellung und Zielsetzung Ziel dieser Diplomarbeit ist die Erkundung des Konsumverhaltens und der Vielzahl an möglichen Gründen für die Entsorgung von nicht konsumierten Lebensmitteln in Haushalten. Des Weiteren sollen Kenntnisse darüber erlangt werden, ob durch bewusstseinsbildende Maßnahmen Einfluss auf die Menge der Lebensmittelabfälle in Haushalten genommen werden kann. 1

22 Einleitung Es sollen Antworten auf folgende Forschungsfragen gegeben werden: Wie hoch ist die Menge an Lebensmitteln, die in Haushalten entsorgt werden? Womit begründen Haushalte die Entsorgung von nicht konsumierten Lebensmitteln? Wie hoch ist der Anteil der entsorgten Lebensmittel an der Einkaufsmenge? Welche Maßnahmen bewirken eine Reduktion der Menge von entsorgten Lebensmitteln in Haushalten? Durch die Erfassung der Lebensmittelströme in Haushalten über ein Tagebuch sollen die Mengen an nicht konsumierten Lebensmitteln sowie die Entsorgungsgründe ermittelt werden. Berücksichtigt werden sollen nur verzehrfähige original verpackte oder angebrochene Lebensmittel sowie Speisereste. Zubereitungsreste oder nicht Verzehrbares bleiben unberücksichtigt. Ein zeitlicher Verlauf der Abfallmenge soll Aufschluss darüber geben, ob während der Untersuchung durchgeführte Maßnahmen zu einer Abnahme der Abfallmenge führen Aufbau der Arbeit Die vorliegende Arbeit ist so gegliedert, dass auf ein Grundlagenkapitel, das unter anderem den aktuellen Stand der Literatur behandelt, ein Abschnitt über die angewandte Methodik folgt. Hier wird das Forschungsvorgehen näher dargestellt. Den Hauptteil dieser Arbeit bildet die Präsentation der Ergebnisse mit einer Analyse der Abfallmengen, der Entsorgungsgründe, der Entwicklung der Abfallmenge, der Stoffströme sowie der Selbsteinschätzung der Haushalte zu ihrer Abfallmenge. Im Anhang finden sich sämtliche Erhebungsinstrumente und Detailauswertungen. 2

23 Grundlagen 2. Grundlagen 2.1. Stand der Literatur Konsum von Lebensmitteln Die Mengen an weggeworfenen Lebensmitteln sind erschreckend. Leider sind konkrete Zahlen über die Menge an weggeworfenen Lebensmitteln nur unzureichend vorhanden. Studien aus Großbritannien nach sollen dort zwischen einem Viertel und einem Drittel aller gekauften Lebensmitteln im Müll landen (vgl. WRAP 2008, S. 38 und 2009, S. 33). Neuere Studien der FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) gehen weiter und zeigen, dass ein Drittel aller weltweit für den Menschen produzierten Lebensmittel entsorgt werden, beziehungsweise verloren gehen (2011, S. 4). Bevor man sich jedoch den Lebensmittelabfällen widmen kann, sollte man sich zunächst einmal mit den Lebensmitteln an sich auseinandersetzen. Lebensmittel sind nach Definition des Europäischen Parlaments und des Rates der Europäischen Union alle Stoffe oder Erzeugnisse, die dazu bestimmt sind oder von denen nach vernünftigem Ermessen erwartet werden kann, dass sie in verarbeitetem, teilweise verarbeitetem oder unverarbeitetem Zustand von Menschen aufgenommen werden. (2002, S. 7) Tatsächlich gehört das Essen zu den Grundvoraussetzungen des menschlichen Lebens. Die Aufnahme von Lebensmitteln dient der Deckung des menschlichen Nährstoffbedarfs und somit der Aufrechterhaltung seiner Lebensfunktionen. Nach LECHLER (2001, S. 5) ist die Ernährung des Menschen als ein komplexes Faktorengeflecht zu verstehen. So gibt es einige Lebensmittel, die nur zur Befriedigung persönlicher Bedürfnisse verzehrt werden, während andere wiederum zur Existenzerhaltung dienen. Auch ist die heutige menschliche Ernährung verschiedenen kulturellen Einflüssen unterworfen. LECHLER (ebd.) nennt die 3

24 Grundlagen Nahrungsaufnahme ein Kulturgut und Ausdruck der Persönlichkeit, des Lebensstils und gefühls. Lebensmittel einkaufen, zubereiten, kochen und verzehren. Der hierfür benötigte Zeitaufwand ist nicht unerheblich. Und die Deutschen nehmen sich, trotz einer zunehmenden zeitlichen Belastung im Alltags- und Berufsleben, immer mehr Zeit für das tägliche Essen. Waren es nach den Daten der repräsentativen Zeitbudget-Erhebung des Statistischen Bundesamtes im Jahr 1992 noch 82 Minuten, die eine Person ab 12 Jahren jeden Tag mit dem Essen verbrachte, so stieg die hierfür benötigte Zeit im Jahr 2002 um 21 auf 103 Minuten. Aber auch der Zeitaufwand für die Beköstigung 1 muss berücksichtigt werden. Obwohl die Beköstigungsarbeit die zeitintensivste hauswirtschaftliche Tätigkeit darstellt, wird heute im Vergleich zum Jahr 1992 deutlich weniger Zeit damit verbracht, Lebensmittel zuzubereiten. (MEIER, KÜSTER, ZANDER 2004, S. 115 f.) Insgesamt wendet ein Deutscher rund 10 % des gesamten Tages für Aktivitäten rund um das Essen auf (CLAUPEIN, OLTERSDORF, WALKER 2001, S. 202). Betrachtet man ein ganzes Menschenleben, so verbringt ein Mensch Angaben der CMA zufolge rund sechs Jahre seines Lebens mit der Nahrungsaufnahme. Wird die Beköstigungsarbeit mitberücksichtigt, so erhöht sich dieser Wert auf zehn Jahre. (2003) Auch haben die monatlichen Konsumausgaben privater Haushalte in Deutschland in den letzten 40 Jahren einen Wandel erfahren. Während 1970 rund 25 % der Konsumausgaben auf Lebensmittel, Getränke und Tabakwaren entfallen sind 2, machte deren Anteil im Jahr 2010 nur 14 % aus (STATISTISCHES BUNDESAMT 2011). Insgesamt gab im Jahr 2008 jeder deutsche Haushalt 281 Euro pro Monat für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke aus (STATISTISCHES BUNDESAMT 2010). Aus Berechnungen des Statistischen Amts der Europäischen Union aus dem Jahr 2005 geht hervor, dass fast ein Fünftel (19,4 %) der Ausgaben aller privaten Haushalte in den 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU27-Länder) in der Kategorie Lebensmittel, Getränke und Tabakwaren anfallen. Betrachtet man die einzelnen Länder gesondert, so zeigen sich erhebliche Unterschiede. Während in Luxemburg, - mit 11,0 % der geringste Anteil an den Konsumausgaben - dem Vereinigten Königreich (12,3 %), Schweden (12,4 %) 1 Beköstigung: verschiedene hauswirtschaftliche Tätigkeiten für die Ernährung: Zubereitung von Mahlzeiten, Tisch decken, Geschirrreinigung, Konservierung von Lebensmitten, Lebensmittel einräumen (CLAUPEIN, OLTERSDORF, WALKER 2001, S. 208) 2 Früheres Bundesgebiet 4

25 Grundlagen und den Niederlanden (12,6 %) der Anteil gering war, gaben Länder wie Lettland (32,3 %), Bulgarien (35,3 %), Litauen (37,3 %) und Rumänien (50,0 %) überdurchschnittlich viel für Lebensmitteln, Getränke und Tabakwaren aus. Betrachtet man zusätzlich den Anteil der Verbrauchsausgaben privater Haushalte am verfügbaren Äquivalenzeinkommen 3, so bestehen auch hier deutliche Unterschiede. 20 % der Haushalte mit dem niedrigsten verfügbaren Äquivalenzeinkommen (unterstes Quintil) geben 25 % ihrer Konsumausgaben für Lebensmittel, Getränke und Tabakwaren aus. Im obersten Quintil (20 % der Haushalte mit dem höchsten verfügbaren Äquivalenzeinkommen) liegt der Anteil an diesen Konsumgütern dagegen bei 15 %. (EUROSTAT 2008) Es gibt unterschiedliche Gründe, die das individuelle Einkaufsverhalten beeinflussen. Nach der zweiten nationalen Verzehrsstudie sind Geschmack und Frische die Hauptkriterien, die bei den Konsumenten über den Einkauf entscheiden (von 97,2 % bzw. 96,9 % der Befragten als sehr wichtig und wichtig genannt). Den dritten und vierten Rang nehmen das Mindesthaltbarkeitsdatum mit 86,7 % und die Gesundheit mit 83,0 % ein. Drei Viertel der Befragten (75,8 %) nennt die Saisonalität als sehr wichtiges bzw. wichtiges Entscheidungskriterium. Und für nur rund die Hälfte der Befragten (55,8 %) ist der geringe Preis ausschlaggebend für die Kaufentscheidung. Dieses Kriterium taucht erst an zwölfter Stelle der Rangliste auf. (MAX RUBNER-INSTITUT 2008) Lebensmittel in der Abfallwirtschaft Gemäß EU-Definition bezeichnet der Begriff Abfall jeden Stoff oder Gegenstand, dessen sich sein Besitzer entledigt, entledigen will oder entledigen muss (EUROPÄISCHES PARLAMENT UND DER RAT DER EUROPÄISCHEN UNION 2008). In Deutschland gibt das Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz (KrW-/AbfG) Kriterien vor, die erfüllt sein müssen, damit es sich bei dem Stoff oder dem Gegenstand rechtlich um Abfall handelt. Es muss sich bei dem betrachteten Gegenstand nach 3 Abs. 1 Satz 1 KrW-/AbfG um eine 3 Bei Berechnungen des Statistischen Amts der Europäischen Union stellt das verfügbare Äquivalenzeinkommen das durch die Zahl der Erwachsenenäquivalente dividierte verfügbare Einkommen eines Haushalts dar, wobei der erste im Haushalt lebende Erwachsene mit dem Faktor 1,0 gewichtet wird und weitere Haushaltsmitglieder mit dem Faktor 0,5 (14 und mehr Jahre) bzw. 0,3 (jünger als 14 Jahre) gewichtet werden (EUROSTAT 2008). 5

26 Lebensmittel Grundlagen bewegliche Sache handeln, es muss einer Abfallgruppe aus dem Anhang 1 des KrW-/AbfG entsprechen und man muss sich des Gegenstands entledigen wollen. Abfälle entstehen in jeder Herstellungs-, Verarbeitungs-, Transport- und Lagerungsstufe von Lebensmitteln. Die vorliegende Arbeit betrachtet ausschließlich Lebensmittelabfälle, die in privaten Haushalten anfallen. Werden Lebensmittel ihrer ursprünglichen Bestimmung nicht zugeführt oder konsumiert, so können diese auf unterschiedlichen Wegen entsorgt werden (vgl. Abbildung 1). Sie lassen sich z.b. nach Verrottung als Kompost im eigenen Garten verwerten oder auch an Haus- bzw. Nutztiere verfüttern. Essen / Konsum Biomüll Kommunale Entsorgung Restmüll Eigenkompostierung Ausguss Verfütterung an Tiere Abbildung 1: Wege von Lebensmitteln aus Haushalten Der Hauptentsorgungsweg von Lebensmitteln führt über die kommunale Entsorgung. Lebensmittelabfälle, welche über die Biotonne erfasst werden, können in Kompostierungsoder Biogasanlagen verwertet werden. So lässt sich ein Teil der Energie, die in den Lebensmitteln enthalten ist, bzw. durch die Herstellung, Verarbeitung und den Transport verbraucht worden ist, zurückgewinnen. Über den Restmüll entsorgte Lebensmittel werden, bevor sie auf eine Deponie gelangen, zunächst in einer thermischen (MVA) oder einer mechanisch-biologischen Abfallaufbereitungsanlage (MBA) aufbereitet. Diese 6

27 Grundlagen Aufbereitungsschritte dienen der Stabilisierung von Abfällen und müssen einer Deponierung vorgeschalten werden, um den hohen gesetzlichen Bedingungen zur Abfalldeponierung zu genügen. Gelangen Lebensmittelabfälle über den Ausguss oder die Toilette in die Kanalisation, so fallen sie in der Kläranlage als Rechengut an. Lebensmittelabfälle, die nicht von den Rechen erfasst werden, tragen innerhalb der Kläranlage zur Entstehung von Klärschlamm bei. Klärschlämme werden nach vorheriger Behandlung (z.b. Eindicken, Konditionierung, Hygienisierung, Entwässerung oder Trocknung) einer landwirtschaftlichen Nutzung (als Dünger), einer Deponierung oder einer thermischen Behandlung zugeführt. Die in Haushalten anfallenden Lebensmittelabfälle können laut SCHNEIDER (2009) in vier Kategorien eingeteilt werden: - originale Lebensmittel: hierzu zählen alle Lebensmittel, die nicht angebrochen sind oder deren Verpackung ungeöffnet ist. Auch einzelne, ganze Lebensmittel zählen in diese Kategorie (z.b. ganzer Apfel, ungeöffneter Müsliriegel, etc.). - teilweise verbrauchte / angebrochene Lebensmittel: in diese Kategorie fallen Lebensmittel, die geöffnet oder angeschnitten, aber nicht vollständig verzehrt worden sind (z.b. halbes Netz Orangen, viertel Laib Brot, etc.). - Zubereitungsreste: In diese Zuordnung fallen Bestandteile von Lebensmitteln, die meist nicht essbar sind oder in der Regel nicht gegessen werden und bei der Zubereitung von Speisen anfallen (z.b. Schalen, Knochen, etc.). - Speisereste: hierunter versteht man fertig zubereitete Lebensmittel, die nicht verzehrt werden und als Reste übrig bleiben (z.b. Salatreste, zu viel Gekochtes, etc.). Lebensmittel aus den oben genannten Kategorien unterscheiden sich sehr in ihrem Vermeidungspotential. So gibt es vermeidbare und nicht vermeidbare Lebensmittelabfälle. Zum Zweitgenannten zählen die Zubereitungsreste. Die Möglichkeiten, die Abfallmenge dieser Fraktion zu verringern, sind minimal. Originale und angebrochene Lebensmittel sowie Speisereste könnten jedoch durch eine bessere und vorausschauende Einkaufs- und Kochplanung, eine bessere Lagerung sowie einen rechtzeitigen Verzehr in ihrer Menge stark reduziert werden. 7

28 Grundlagen Die Mengen an weggeworfenen Lebensmitteln unterscheiden sich je nach betrachteter Studie. Sie reichen von einer Pro Kopf Menge von 95 kg/jahr (GUSTAVSSON et al. 2011, S. 5) bis zu 270 kg/jahr (WRAP 2008, S. 38). Diese großen Unterschiede verdeutlichen, dass es keine gemeinsame Methodik zur Erfassung von Lebensmittelabfällen gibt und dass in weiteren Studien eine größere Datenbasis geschaffen werden muss, möglichst mit einheitlichen Erfassungsmethoden. In unserem Nachbarland Österreich wurden hierzu bereits einige Untersuchungen auf Haushaltsebene durchgeführt. So entspricht der Masseanteil von vermeidbaren Lebensmitteln (original verpackte und angebrochene Lebensmittel sowie Speisereste) im Restmüll 12 bis 18 % (SCHNEIDER, OBERSTEINER 2007). Dies würde bei einer durchschnittlichen jährlichen Restmüllmenge in Österreich von 168 kg/kopf im Jahr 2009 (BMLFUW 2011, S. 37) eine vermeidbare Lebensmittelabfallmenge von 20 kg (12 %) bis 30 kg (18 %) pro Einwohner und Jahr ergeben. Es ist zu beachten, dass diese Menge nur auf die Lebensmittelabfälle, die über den Restmüll entsorgt werden, anwendbar ist. Über Lebensmittel, die über andere Wege (siehe Abbildung 1) entsorgt werden, ist keine Aussage möglich. In Deutschland ist die Datenlage unbefriedigend. Aus statistischen Daten lassen sich kaum Rückschlüsse auf die Menge der Lebensmittelabfäll ziehen. Das Statistische Amt der Europäischen Union, Eurostat, beziffert die Pro Kopf-Menge 4 der Abfallkategorie W09_X_0911_093 5 des Europäischen Abfallartenkatalogs für deutsche Haushalte mit 98 kg im Jahr Einer aktuellen Sortieranalyse des Restmülls im Landkreis Ludwigsburg zufolge beträgt die einwohnerspezifische Jahresmenge an Lebensmitteln im Restmüll lediglich 4,3 Massen-%. Erfasst wurden in dieser Sortieranalyse verpackte und unverpackte Lebensmittel, die über den Restmüll entsorgt worden sind. Insgesamt ergab diese Analyse eine vermeidbare Lebensmittelabfallmenge von 4,9 kg pro Einwohner und Jahr. (ISWA 2011, S. 23) Diese Mengen erscheinen zunächst vergleichsweise niedrig, doch werden im Landkreis Ludwigsburg erhebliche Mengen an Lebensmittelabfällen über die Bioabfallerfassung abgeschöpft. 4 EUROSTAT Data Explorer: 5 Tierische und pflanzliche Abfälle (W09) ohne Tierische Abfälle aus der Nahrungsmittelverarbeitung (W0911) und Tierische Ausscheidungen, Gülle und Mist (W093) 8

29 Grundlagen 2.2. Landkreis Ludwigsburg Der Landkreis Ludwigsburg liegt nördlich von Stuttgart und zählt mit seinen Einwohnern, verteilt auf 39 Städte und Gemeinden, zu einem der größten Landkreise in ganz Baden-Württemberg. Die Bevölkerungsdichte liegt mit 753 Einwohnern pro km² deutlich über dem Landesdurchschnitt (301 Einwohner pro km²). (LANDRATSAMT LUDWIGSBURG 2010) Die Altersverteilung im Landkreis ist in Abbildung 2 aufgezeigt (STATISTISCHES LANDESAMT BADEN-WÜRTTEMBERG 2010 a). Im Jahr 2006 gab es Haushalte im Landkreis Ludwigsburg und im durchschnittlichen Haushalt lebten 2,2 Personen (STATISTISCHES LANDESAMT BADEN- WÜRTTEMBERG 2010 b). Diese Zahl entspricht genau dem Durchschnitt in Baden- Württemberg im Jahr 2006 mit insgesamt Haushalten (STATISTISCHES LANDESAMT BADEN-WÜRTTEMBERG 2011). Abbildung 2: Altersverteilung im Landkreis Ludwigsburg (STATISTISCHES LANDESAMT BADEN- WÜRTTEMBERG 2010 a) 9

30 Grundlagen 2.3. AVL GmbH Zur Erfüllung der Aufgaben bei der Vermeidung, Verwertung und Beseitigung von Abfällen gründete der Landkreis Ludwigsburg im Jahr 1989 die Abfallverwertungsgesellschaft des Landkreises Ludwigsburg mbh (AVL). Die Aufgaben der AVL ergeben sich aus der Abfallwirtschaftssatzung für den Landkreis Ludwigsburg. Neben der Entwicklung und Fortschreibung des Abfallwirtschaftskonzeptes, das Maßnahmen zur Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen, aber auch zur Abfallvermeidung enthält, zählen auch die Organisation der Einsammlung von Abfällen und Wertstoffen sowie derer Verwertung, der Betrieb eigener Deponien und Wertstoffhöfe sowie die Abfallberatung und die Öffentlichkeitsarbeit. (AVL) 2.4. Hintergrund Abfallwirtschaftliches Konzept Landkreis LB Sammelsysteme Für die Erfassung der unterschiedlichen Abfallströme aus privaten Haushalten werden unterschiedliche Sammelsysteme zur Verfügung gestellt. Um den Haushalten einerseits eine bequeme Handhabung zu ermöglichen und andererseits hohe Sammelquoten zu erreichen, konzentriert sich die AVL auf das Holsystem, bei dem die Restmüll- und Wertstofftonnen direkt beim Kunden abgeholt werden. Neben der Entsorgung des Restmülls über die graue Restmülltonne und des Bioabfalls über die braune Bioabfalltonne steht den Haushalten die grüne Wertstofftonne Flach und Rund zur Verfügung. Während Papier, Pappe, Kunststofffolien und Styropor der Wertstofffraktion Flach entsprechen, umfasst die Rund -Fraktion alle anderen Verkaufsverpackungen mit dem Grünen Punkt (z.b. Dosen, Verbundmaterialien, Glas, etc.). (AVL 2010) Die Menge der Lebensmittelabfälle, die im Landkreis Ludwigsburg über die Wertstofftonne Flach und Rund entsorgt wird, ist unbekannt. Einer Sortieranalyse aus dem Jahr 2006 zufolge wurden über die Wertstofftonne Flach rund 4 Masse-% Restmüll entsorgt (ISWA 10

31 Grundlagen 2006, S. 14). Die Zusammensetzung dieses Restmülls ist nicht näher untersucht worden. Es ist davon auszugehen, dass der Anteil der über die Wertstofftonne Flach und Rund entsorgten Lebensmittel sehr gering und somit für eine nähere Betrachtung vernachlässigbar ist Restmüll Zur Entsorgung des Restmülls stehen den Haushalten 120- und 240-Liter-Restmülltonnen zur Verfügung. Für diese wird ein zweiwöchentlicher Abfuhrrythmus angeboten. Die Restmülltonnen sind mit einem integrierten Chip zur Registrierung jeder Leerung ausgestattet. Dies ist notwendig, da im Landkreis Ludwigsburg die Gebühren für jede Leerung, abhängig von der Tonnengröße, zu entrichten sind. (AVL 2004) Das System stellt sicher, dass entsprechend des Müllaufkommens in den Haushalten die Restmülltonnen meist in gut gefülltem Zustand bereitgestellt werden. Daher auch die Diskrepanz zwischen Leerungsrythmus und tatsächlicher Bereitstellung der Restmülltonnen zur Abfuhr in einem vier- bis sechswöchentlichen Rhythmus. Im Jahr 2010 sind insgesamt Tonnen Restmüll im Landkreis Ludwigsburg angefallen. Dies entspricht einer Steigerung von 2,6 % in Bezug auf das Vorjahr. Die Pro-Kopf-Menge nahm mit lediglich 0,7 % auf 136,0 kg Restmüll pro Einwohner nur gering zu. (MINISTERIUM FÜR UMWELT, KLIMA UND ENERGIEWIRTSCHAFT BADEN- WÜRTTEMBERG 2011) Der angefallene Restmüll aus dem Landkreis Ludwigsburg wird in verschiedenen Müllverbrennungsanlagen (MVAs) thermisch verwertet Bioabfall Genauso wie bei der Erfassung des Restmülls stehen den Haushalten bei der Bioabfallerfassung 120- und 240-Liter-Bioabfalltonnen zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es für Haushalte mit einer geringen Bioabfallmenge die Möglichkeit, eine 60-Liter- Bioabfalltonne in Anspruch zu nehmen. Die Bioabfallsammlung findet in einem zwei- 11

32 Grundlagen wöchentlichen Abfuhrrythmus statt. Die Bioabfalltonnen sind aus demselben Grund wie die Restmülltonnen mit einem integrierten Chip ausgestattet: Die Leerungsgebühr berechnet sich auch hier anhand der Leerungszahl und der Tonnengröße. (AVL 2004) Tonnen Bioabfall sind im Jahr 2010 im Landkreis Ludwigsburg angefallen. Dies entspricht einer Abnahme von 4,4 % im Vergleich zur Vorjahresmenge. In Hinblick auf die positive Entwicklung im Vorjahr (Steigerungsrate 2009: 1,2 %) ist dies eine ernüchternde Entwicklung. Die Pro-Kopf-Menge von 41,1 kg Bioabfall pro Einwohner ist ebenfalls in Bezug auf das Vorjahr stark gefallen (Verringerung um 4,6 % in Bezug auf 2009). (MINISTERIUM FÜR UMWELT, KLIMA UND ENERGIEWIRTSCHAFT BADEN- WÜRTTEMBERG 2011) Die Bioabfallmengen werden in Kompostanlagen verwertet EU-Projekt GreenCook Die Haushaltsuntersuchung ist Teil des Projekts GreenCook transnational strategy for global sustainable food management, welches ein INTERREG IV B North-West Europe Programm der Europäischen Union ist. Mit dem INTERREG IV B North-West Europe Programm versucht die Europäische Union die Zusammenarbeit auf transnationaler Ebene zu fördern und es soll nach dem Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg einerseits einen Beitrag zur wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit Nordwesteuropas leisten und andererseits die regional ausgewogene und nachhaltige Entwicklung des Gebiets fördern (WIRTSCHAFTSMINISTERIUM BADEN-WÜRTTEMBERG). Das Projekt GreenCook befasst sich mit dem Umgang von Lebensmittelabfällen, und zwar dort, wo diese anfallen: in der Küche in den eigenen vier Wänden, in Restaurants, in (Schul-) Kantinen und in Supermärkten. Zusammen mit elf europäischen Partnern versucht die AVL, neben einer quantitativen und qualitativen Abfallvermeidung (Reduktion von Lebensmittelabfällen), die Region Nordwesteuropa zu einer Modellregion des nachhaltigen Lebensmittelmanagements zu machen. Die Partner kommen aus der gesamten nordwestlichen Region Europas (Frankreich, Holland, Belgien, Deutschland) und decken unterschiedliche 12

33 Grundlagen Bereiche ab (Forschung, Produktion, Handel, Gastronomie, Beratung und Entsorgung). Die Laufzeit des Projekts beträgt dreieinhalb Jahre und läuft bis Ende (GREENCOOK 2010) Die Aufgabe der AVL im GreenCook -Projekt besteht darin, Kenntnisse über die vorhandenen Mengen an Lebensmittelabfällen und Faktoren, die den Umgang mit diesen beeinflussen, zu erlangen. Neben einer Restmüllsortieranalyse und einer Kundenbefragung, die Aufschluss über die oben genannten Faktoren gegeben hat, soll in zwei Durchgängen einer Haushaltsuntersuchung das Konsumverhalten von Privathaushalten beobachtet, aufgezeichnet und ausgewertet werden. Die Ergebnisse werden dabei helfen, Strategien zu entwickeln, um bewusster mit Lebensmitteln umzugehen, verantwortungsbewusste Kaufentscheidungen zu treffen, Ressourcen zu schonen und Abfälle zu vermeiden. Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem ersten Durchgang der Haushaltsuntersuchung. 13

34 Methodik 14

35 Methodik 3. Methodik 3.1. Grundsätzlicher Ablauf Beginnend mit Montag, dem 7. März 2011, wurden die ausgewählten Projekthaushalte aufgefordert, drei Monate lang ihr Konsumverhalten (Einkaufs- und Wegwerfverhalten) über ein Tagebuch zu erfassen (bis einschließlich des 31. Mai 2011). Die Projektdauer von drei Monaten ist bewusst gewählt worden, um die Haushaltsuntersuchung in drei Projektphasen einteilen zu können. Im ersten Monat erfolgte eine Status Quo-Ermittlung (Ist-Situation), bei der versucht worden ist, eine mögliche Einflussnahme der Projektteilnehmer von außen möglichst gering zu halten. Im zweiten Monat wurde versucht, durch unterschiedliche Maßnahmen Einfluss auf das Konsumverhalten (insbesondere auf die Abfallmenge) zu nehmen. Der dritte Monat des Projekts diente dazu, Verhaltensänderungen durch die angewandten Maßnahmen zu verifizieren (oder auch zu falsifizieren). Während der dreimonatigen Projektdauer wurden die Haushalte im zweiwöchigen Abstand besucht. Diese Besuche dienten dem Erfahrungsaustausch und wurden auch genutzt, um Fragen zur und Probleme bei der Handhabung des Tagebuchs zu beantworten und zu lösen. Ausgefüllte Datensätze wurden zur Erfassung eingesammelt und diverse themenspezifische Informationsblätter ausgeteilt Auswahl der Haushalte Die Anzahl der für die erste Phase der Haushaltsuntersuchungen ausgewählten Haushalte lag bei 16 Haushalten. Zur Sicherstellung einer reibungslosen Durchführbarkeit wurden die teilnehmenden Haushalte willkürlich ausgewählt. Hierbei entschieden die Durchführenden, welche Haushalte für die Haushaltsuntersuchung geeignet sind. Da hierbei objektive Auswahlkriterien fehlten, handelte es sich demnach um eine subjektive und nicht- 15

36 Methodik repräsentative Auswahl. (REINBOTH 2005, S. 44 f.) Es wurde zunächst bei den Mitarbeitern an dem Projekt sowie in deren Bekanntenkreis nach interessierten Haushalten Ausschau gehalten. Potentiell interessierte Haushalte wurden direkt von den Durchführenden angesprochen. Dies sollte sicherstellen, dass durch das Näheverhältnis zu den Haushalten diese über die Projektdauer hinweg der Untersuchung treu bleiben und zudem wahrheitsgetreue Ergebnisse liefern. Darüber hinaus wurden in ausgewählten Einrichtungen aus dem bestehenden AVL-Netzwerk (Kontakt und Nähe zu verschiedenen öffentlichen und sozialen Organisationen, z.b. Schulen, Rathäusern, Landratsamt, etc.) Bewerbungsbögen ausgelegt. Hierdurch wurden unterschiedliche Personenkreise direkt angesprochen. Die Personengruppe Familie ist in der Auswahl aus dem Bekannten- und Arbeitskreis unterrepräsentiert gewesen. Um diese Personengruppe besonders anzusprechen, wurden zusätzlich in mehreren Schulen Bewerbungsbögen ausgelegt Durchführung und Methoden der Datenerhebung Begriffsbestimmungen Die Bedeutung einiger Begriffe, die den Haushalten zur Unterscheidung der einzelnen Lebensmittel zur Verfügung standen, ist nachfolgend kurz erläutert. Lebensmitteleinkäufe Es sollten nur Lebensmittel erfasst werden, welche durch den Haushalt selbstständig für den Verzehr gekauft worden sind. Durch Dritte mitgebrachte Lebensmittel durften ebenso wenig erfasst werden wie auswärts gegessene Lebensmittel. Getränke (z.b. Säfte, Wasser, Bier, Wein, etc.) sollten nicht erfasst werden. Einzige Ausnahme stellte hier die Milch (und andere flüssige Milchprodukte) dar. Lebensmittelabfälle Bei der Haushaltsuntersuchung sollten alle Lebensmittel, die im Haushalt nicht verzehrt und entsorgt wurden, in einem Tagebuch erfasst werden. Es sollte nur das Gewicht der Lebensmittel erfasst werden, nicht das der Verpackung. Hierfür konnte man die Angaben auf der Verpackung verwenden oder das Gewicht über eine Küchenwaage ermitteln. Es gilt zu 16

37 Methodik beachten, dass in der vorliegenden Arbeit die Menge der Lebensmittelabfälle stets als Abfallmenge bezeichnet wird. Vermeidbare Lebensmittelabfälle Alle Lebensmittelabfälle, die nicht der Gruppe der nicht vermeidbaren Lebensmittelabfälle (siehe nächsten Punkt) zugeordnet werden können, waren vermeidbar. Hierzu zählten sowohl originale und angebrochene Lebensmittel, aber auch nicht gegessene Speiserste. Bei rechtzeitigem Konsum wären solche Lebensmittel noch genießbar gewesen und würden nicht als Abfall anfallen. Diese sollten im Tagebuch erfasst werden. Nicht vermeidbare Lebensmittelabfälle Zu den nicht vermeidbaren Lebensmittelabfällen zählten Zubereitungsreste, Bestandteile von Lebensmitteln, die nicht essbar waren oder in der Regel nicht gegessen werden. Nachfolgend sind die Produkte aufgelistet, die nicht im Tagebuch erfasst werden sollten: Nicht essbare Teile von Obst und Gemüse (z.b. Kerne, Steine, Schalen, etc.) Nicht essbare Tierreste (z.b. Knochen, Schuppen, Flossen, etc.) Verpackungsmaterialien (Joghurtbecher, Plastikfolie, etc.) an der Verpackung klebende Lebensmittel kleine Mengen an Lebensmitteln, die am Teller oder an der Schüssel kleben (z.b. Soßenreste) nicht essbare Bestandteile (z.b. Holzspieß, Bratenschnur, Alufolie, etc.) Getränke (z.b. Säfte, Wasser, Bier, Wein, etc.) Verwendete Lebensmittelkategorien Um die vielen Lebensmittel in ihren unterschiedlichen Verarbeitungsformen zu unterscheiden und später auch analysieren zu können, wurden alle Lebensmittel zusätzlich zu ihrer Bezeichnung klassifiziert. Nachfolgend eine Liste der verwendeten Lebensmittelkategorien: 17

38 Methodik Backwaren (z.b. Brot, Brötchen, etc.) Fleisch und Fisch (z.b. Frischfleisch, Wurstwaren, frischer Fisch, etc.) Obst Gemüse Milchprodukte (z.b. Milch, Käse, Joghurt, etc.) Teigwaren (z.b. Nudeln, Maultaschen, etc.) Speisereste (z.b. nicht aufgegessener Nudelauflauf) nur bei der Erfassung von Lebensmittelabfällen Sonstiges Eine detaillierte Übersicht der Lebensmittelkategorien ist in Anhang 1: Übersicht der Lebensmittelkategorien zu finden. Zustand des Lebensmittels beim Einkauf Um genauere Aussagen über das Einkaufsverhalten machen zu können, wurde zusätzlich der Zustand der eingekauften Lebensmittel erfasst und entsprechend der nachfolgenden Liste klassifiziert: Frisches Produkt (z.b. frische Brötchen vom Bäcker, Frischfleisch etc.) Tiefkühlware (z.b. Tiefgekühlte Fertigpizza, etc.) getrocknet (z.b. Trockenobst, Nudeln, etc.) Konserve (durch spezielle Konservierungsmethoden bearbeitete Lebensmittel (MASSHOLDER) hier mit Ausnahme Tiefkühlware und getrocknete Lebensmittel, z.b. Gewürzgurken, Dosenmais, etc.) sonstiges / keine Angabe Verwendete Gründe für die Entsorgung Um die Ursachen für die Entsorgung von Lebensmitteln analysieren zu können, war es auch hier nötig, Entsorgungsgründe zu klassifizieren. Nachfolgend sind diese aufgelistet: 18

39 Methodik Mindesthaltbarkeit (z.b. abgelaufener Joghurt, etc.) falsche Lagerung (z.b. zu warm gelagert, zu hell gelagert, zu lang gelagert, etc.) keine Lust (durch Überangebot oder persönliche Gelüste nicht verzehrt z.b. nicht gegessenes Pausenbrot, etc.) bereits schlechtes Produkt gekauft (z.b. einzelner Apfel einer Großpackung faulig, etc.) zu viel gekocht (z.b. zu viel zubereiteter Salat, etc.) sonstiges / keine Angabe Es stand den teilnehmenden Haushalten jedoch frei, weitere eigene Entsorgungsgründe zu nennen Phase 1: März 2011 Nach einer ersten telefonischen Kontaktaufnahme mit den teilnehmenden Haushalten, in der noch einmal sichergestellt worden war, dass diese immer noch an der Haushaltsuntersuchung teilnehmen wollten, folgte ein persönlicher Besuch. Hierbei ist festzuhalten, dass während des Telefongesprächs der Umfang der Untersuchung nur überblicksmäßig erwähnt worden war. Dadurch sollte sichergestellt werden, dass die Haushalte nicht schon vor dem Beginn der Erfassung damit beginnen, Lebensmittelabfälle aus dem Bestand zu entsorgen und damit einen unrealistischen Ausgangszustand schaffen. Im ersten persönlichen Treffen bekamen die Haushalte den Projektordner mit Anweisungen und leeren Papierlisten (siehe Anhang 2: Inhalt des Projektordners) für die Tagebuchführung ausgehändigt, der haushaltsbezogen und mit Namen gekennzeichnet war. Dies sollte die Identifizierung mit und die persönliche Bindung zu dem Projekt verstärken. Im Laufe der Untersuchung wurde der Ordner mit weiteren themenbezogenen Informationen gefüllt. Ebenso fand eine Einweisung in den Ablauf des Projekts statt. Es wurde ihnen erklärt, welche Lebensmittel erfasst werden sollten (siehe hierzu 3.3.1) und wie die Papierlisten auszufüllen waren. Für die Wägung der Lebensmittel wurden Küchenwaagen ausgehändigt. Abschließend wurden Kontaktmöglichkeiten aufgezeigt, falls Fragen oder Probleme auftauchen sollten. Den Durchführenden war der persönliche Kontakt zu den Haushalten sehr wichtig. Man wollte 19

40 Methodik hierdurch die Haushalte motivieren aber auch schnell auf auftretende Probleme reagieren können, um somit einer möglichen Abbruchgefahr entgegenzuwirken. Im ersten Monat sollten alle Haushalte ihre Kassenzettel in einer zur Verfügung gestellten Box sammeln. Artikel, die keine Lebensmittel darstellten und nicht in die oben genannten verwendeten Lebensmittelkategorien fielen, durften mittels Filzstift unkenntlich gemacht werden. Ebenso war es möglich, Teile des Kassenzettels, die keine relevanten Projektinformationen enthielten (z.b. EC-Karteninformationen), abzuschneiden. Die ausgewerteten Kassenzettel wurden nach Ende der Projektphase zwecks Datenschutzes vernichtet. Beim Einsatz eines Tagebuchs zur Erfassung von Lebensmittelstoffströmen (Einkäufe und Abfälle) gibt es einige limitierende Faktoren bzw. Einschränkungen, die man bei der Bewertung dieser Daten beachten sollte. Es kann nämlich vorkommen, dass - der Teilnehmer vergisst, Lebensmittel einzutragen (fehlende Erfassung); - der Teilnehmer sich entscheidet, Lebensmittel nicht zu erfassen (z.b. aus Scham, Ehrgeiz oder ähnlichen Gründen); - der Teilnehmer während (und/oder aufgrund) der Erfassung sein Konsumverhalten dahingehend ändert, dass es zu seinem Gunsten ausfällt (z.b. wird während der Tagebuchführung weniger Müll erzeugt als es normalerweise der Fall wäre). Der Einfluss dieser oben genannten Faktoren bzw. Einschränkungen lässt sich verringern, indem z.b. der Teilnehmer eine gute Einweisung, ausreichende Informationen und Anweisungen sowie ein verständliches Erfassungsmedium (hier: Tagebuch) erhält. (WRAP 2009, S. 9) Die Haushalte sollten direkt ab dem ersten Tag ihre Einkäufe und Abfälle in einem Tagebuch erfassen. Zusätzlich zu den Kassenzetteln erfolgte in der ersten Phase der Haushaltsuntersuchung (Status Quo-Ermittlung) die Erfassung der Einkäufe auch über Papierlisten. Auf diese sollten Einkäufe, für die es keinen Kassenzettel gibt (z.b. Markt- oder Bäckereinkäufe) eingetragen werden. Auch für ihre vermeidbaren Lebensmittelabfälle während dieser Phase verwendeten die Haushalte Papierlisten. In diese trugen sie neben dem Datum der 20

41 Methodik Entsorgung, dem Lebensmittel(-namen), der Lebensmittelkategorie, der Menge in Gramm auch den Entsorgungsgrund ein. Für eine möglichst verzerrungsfreie Ermittlung der Ist- Situation sollte keine Beeinflussung des Konsumverhaltens der Haushalte stattfinden. Jedoch stellte die Tagebuchführung bereits eine solche Beeinflussung dar. Um diese zu minimieren, hatten die Haushalte im ersten Monat Zeit, sich an das Tagebuch zu gewöhnen. Zum Ende der ersten Phase fand erneut ein Treffen mit den Haushalten statt. In diesem wurde die Akzeptanz des Tagebuchs im Tagesablauf abgefragt und es wurden Fragen sowie Probleme besprochen Phase 2: April 2011 In der zweiten Phase der Untersuchung folgte der Versuch, das Konsumverhalten der Haushalte durch Maßnahmen von außen positiv zu verändern. Durch Anschauungsobjekte, gezielte Informationen und der Konfrontation der Haushalte mit ihren bisherigen Abfallmengen sollte eine Bewusstseinsänderung erreicht werden. Diese sollte idealerweise mit einer Abfallmengenreduktion einhergehen. Zu Beginn der zweiten Phase erhielten die Haushalte ein Netbook, mit dem sie sowohl ihre Einkäufe als auch Abfälle in einem elektronischen Tagebuch erfassten. Hierfür erhielten die Haushalte bei einem Treffen eine ausführliche persönliche Einleitung. Das elektronische Tagebuch war ein Tabellendokument und wurde mit dem freien und quelloffenen Tabellenkalkulationsprogramm OpenOffice Calc erstellt. Zur leichten und schnellen Einarbeitung entsprach es optisch weitgehend den Papierlisten und beinhaltete jeweils ein Tabellenblatt für die Erfassung der Lebensmitteleinkäufe und der Lebensmittelabfälle. Die Haushalte trugen sowohl ihre gesamten Einkäufe als auch ihre vermeidbaren Lebensmittelabfälle eigenständig in dieses Tagebuch ein. Zusätzlich erhielten die Haushalte nun die Möglichkeit, auf einem weiteren Tabellenblatt ihre eingegebenen vermeidbaren Lebensmittelabfälle im grafischen Verlauf dargestellt zu bekommen. Auch eine Mengenbilanz ihrer bisherigen Abfallmenge war auf einem extra Tabellenblatt vorhanden. Beim dritten Treffen erhielten die Haushalte zusätzlich zu ihren (Wochen-)Einkäufen eine Kiste mit frischem Gemüse. Es stammte von einem Bioland-Bauernhof aus Eberdingen 21

42 Methodik (Landkreis Ludwigsburg) und wurde täglich frisch zu den Terminen abgeholt. Die Entscheidung, Lebensmittel aus ökologischem Anbau anzubieten, beruhte darauf, den unterschiedlichen Konsumvorlieben der Haushalte entgegen zu kommen. Es stellte sich im Laufe der ersten Phase heraus, dass einige Haushalte hohen Wert auf die Herkunft und einen möglichst naturschonenden Anbau von Lebensmitteln legten. Die Gemüsekiste enthielt verschiedene Gemüsesorten (Salatgurken, Möhren, Champignons, Staudensellerie, Lauch, Topinambur) und diente dem Zweck, ein Überangebot an frischen Lebensmitteln im Haushalt zu erzeugen. Mit diesem künstlich erzeugten Zustand sollte herausgefunden werden, wie Haushalte heutzutage mit einem solchen Überangebot umgehen. Ein Überangebot an Lebensmitteln entsteht z.b. durch Spontan- oder Schnäppchengroßeinkäufe und wird von Haushalten unterschiedlich gehandhabt. Es wurden Listen ausgeteilt, in die die Haushalte vermerken sollten, wie sie das Gemüse verwertet haben. So konnten sie das Gemüse selbst verwerten, verschenken, an Tiere verfüttern und selbstverständlich auch wegschmeißen, wenn dies notwendig gewesen wäre (da sie z.b. bestimmte Gemüsesorten nicht mögen oder sich dafür kein Abnehmer finden würde). Mit der Auswahl des Gemüses sollte zusätzlich in Erfahrung gebracht werden, ob die Haushalte in der Lage waren, Gemüse, welches sie nicht kannten oder selten konsumierten (insbesondere Topinambur), zu verwerten. Bei demselben Treffen fand auch das erste Forschungsinterview statt. Die Haushalte wurden zu unterschiedlichen Aspekten ihres Konsumverhaltens befragt. Beispielsweise sollten sie angeben, wie häufig sie beim Einkaufen einen Einkaufszettel verwenden oder aus welchen Gründen bei ihnen Lebensmittelabfälle anfallen. Die Haushalte sollten sich bei einigen Fragen bezüglich ihres Konsumverhaltens selbst einschätzen. Da die teilnehmenden Haushalte in dieser Haushaltsuntersuchung für einen nachhaltigen Umgang mit Lebensmitteln sensibilisiert werden sollten, wurde dieses Forschungsinterview zum Abschluss der Untersuchung erneut durchgeführt. Hierdurch sollten mögliche Änderungen in der Selbsteinschätzung ausfindig gemacht werden. Der ausführlichen Fragebogen für das Forschungsinterview ist im Anhang 3: Forschungsinterview auf Seite 150 zu finden. Mitte April fand in Stuttgart die Messe Markt des guten Geschmacks die Slow Food- Messe statt. Auf dieser Messe konnten sich die Besucher über das Thema genussvolle, 22

43 Methodik bewusste und regionale Lebensmittel, welche auf traditionelle oder ursprüngliche Weise hergestellt worden sind, informieren. Die Haushalte erhielten die Möglichkeit, gemeinsam mit der AVL diese Messe zu besuchen. Viele kleine Unternehmen stellten hier ihre hochwertig produzierten Lebensmittel aus. Neben Informationen zur Herstellung und Produktionsweise konnten die Besucher außerdem diese Lebensmittel verkosten und erwerben. Dieser Besuch stellte ein ergänzendes Angebot dar und ist nicht als methodisches Mittel zur Einflussnahme des Konsumverhaltens zu sehen. Jedoch sollten sich die Haushalte auf die Herkunft und Produktion der Lebensmittel rückbesinnen und diese Erfahrung mit in die Untersuchung nehmen. Es stand den Haushalten frei, diesen Termin wahr zu nehmen. Das Thema Mindesthaltbarkeit von Lebensmitteln wurde in einem weiteren Treffen behandelt. An einem praktischen Beispiel sollten die Haushalte ihre Kenntnisse in diesem Thema unter Beweis stellen. Es wurden den Haushalten je ein frischer Joghurt, der am Besuchstag gekauft worden ist, und ein seit mindestens einer Woche abgelaufener gezeigt. Durch eine Sicht- und Geruchsprüfung, gegebenenfalls auch durch eine Geschmacksprüfung, sollten diese voneinander unterschieden werden. Die Geschmacksprobe fand auf freiwilliger Basis statt. Als Extrembeispiel wurde den Haushalten ein Foto eines bewusst falsch gelagerten und überlagerten Joghurts gezeigt. Dieser wurde vier Wochen lang auf dem Balkon gelagert. Zusätzlich wurde bei diesem Treffen ein Fragebogen ausgeteilt, in dem der Umgang der Haushalte mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum abgefragt wurde. Sie sollten z.b. angeben, ob und wie häufig sie beim Einkauf bestimmter Lebensmittel auf das Mindesthaltbarkeitsdatum achten. Ebenso erhielten die Haushalte einen Informationszettel, dem gesetzliche Bestimmungen zum Mindesthaltbarkeitsdatum und allgemeine Informationen zum Umgang mit abgelaufenen Lebensmitteln zu entnehmen waren. Den gesamten Fragebogen und die Informationsblätter findet man in Anhang 4: Informationsblätter und Fragebogen zum Mindesthaltbarkeitsdatum. Als dritte Maßnahme sollten die Haushalte mit ihrem bisherigen Konsumverhalten konfrontiert werden. Hierfür wurde aus den vorhandenen Datensätzen aus der 1. Phase eine grafische Übersicht der Lebensmittelabfallmenge erstellt. Nachdem die Haushalte ihre bisherigen Mengen an Lebensmittelabfällen abgeschätzt hatten, wurde ihnen diese grafische Übersicht vorgelegt. Diese Grafik zeigte in einem Tortendiagramm die Verteilung der Lebensmittelkategorien an der Einkaufs- und Abfallmenge. Es wurden die jeweiligen Abfallmengen pro Kopf berechnet, um eine einfache Vergleichbarkeit mit dem Durchschnittsteilnehmer zu ermöglichen. Unterschiedliche Reaktionen der Haushalte auf 23

44 Methodik diese Auswertungen wurden festgehalten. Außerdem wurden die Haushalte gebeten, eigene Ideen für die Abfallvermeidung und -minimierung zu sammeln Phase 3: Mai 2011 In der dritten Phase der Haushaltsuntersuchung sollte die Nachhaltigkeit der Maßnahmen aus der zweiten Phase überprüft werden. Um die Ergebnisse nicht zu verzerren, wurde versucht, analog zur ersten Phase, die Haushalte in ihrem Konsumverhalten nicht direkt zu beeinflussen. Es fanden weiterhin regelmäßige Besuche statt, jedoch wurden in diesen keine neuen Informationen verteilt oder Maßnahmen umgesetzt. Diese Treffen dienten lediglich dazu, offene Fragen zu beantwortet und aktuellen Datensätze einzusammeln. Am Ende der Untersuchung fand ein Abschlussgespräch statt, bei dem die gemachten Erfahrungen der Haushalte sowie Anregungen oder Verbesserungswünsche für eine weitere Haushaltsuntersuchung erfasst worden sind (vgl. Anhang 6: Abschlussfragebogen). Bei diesem Treffen wurde auch das Forschungsinterview aus der zweiten Phase wiederholt. Den Haushalten wurde in Aussicht gestellt, dass sie die Ergebnisse der Haushaltsuntersuchung in Form der vorliegenden Arbeit im Herbst 2011 erhalten werden Methoden der Auswertung Nach der Haushaltsuntersuchung mussten alle Datensätze gesichtet werden. Es galt alle von den Haushalten dokumentierten Lebensmittel und Entsorgungsgründe auf Fehler hin zu überprüfen. Insbesondere die Zuordnung der Lebensmittel in ihre jeweilige Kategorie und ihren Zustand beim Einkauf war nicht bei allen Haushalten einheitlich. Von den Haushalten frei gewählte Gründe für den Anfall von Lebensmittelabfällen mussten für eine Analyse klassifiziert werden. Es wurde auf zusätzliche Klassen verzichtet. Hierdurch sollte vermieden werden, dass Entsorgungsgründe, welche während der Untersuchung von den Haushalten gewählt worden sind, möglicherweise diesen zusätzlichen Klassen zugeordnet worden wären. Da dies im Nachhinein nicht überprüfbar ist, wären diese Daten nicht miteinander 24

45 Methodik vergleichbar. Somit wurden Gründe, welche nicht den vorhandenen Klassen (siehe 3.3.1) zugeordnet werden konnten, unter Sonstiges / keine Angabe zusammengefasst. Die Erfassung, Gliederung und Auswertung der Daten sowie die Darstellung der Ergebnisse erfolgte mit Hilfe von OpenOffice Calc. 25

46 Methodik 26

47 4. Auswertung und Ergebnisse 4.1. Charakterisierung der Haushalte Die Zusammensetzung der 16 teilnehmenden Haushalte lässt sich Tabelle 1 entnehmen. Tabelle 1: Charakterisierung der 16 Haushalte Anzahl der Personen im Haushalt absolut [ ] relativ [%] Singlehaushalt 1 6,25 2-Personen Haushalt 6 37,5 3-Personen Haushalt 6 37,5 4-Personen Haushalt 3 18,75 Gesamt ,00 Altersstruktur der Personen im Haushalt 15 Jahre und jünger Jahre Jahre Jahre Jahre Jahre und älter 2 5 Gesamt Kinder im Haushalt Haushalte mit Kindern 10 62,5 Kinderlose Haushalte 6 37,5 Gesamt An der Haushaltsuntersuchung nahmen 16 Haushalte teil. Zehn dieser Haushalte hatten Kinder, davon vier Alleinerziehende und sechs Verheiratete. Die durchschnittliche Haushaltsgröße betrug 2,7 Personen und lag damit über dem Durchschnittswert des Landkreises von 2,2 Personen (STATISTISCHES LANDESAMT BADEN- WÜRTTEMBERG 2011). Es gilt zu beachten, dass an der Untersuchung nur ein 27

48 Singlehaushalt teilgenommen hat. Alle auf diesen Haushaltstyp bezogenen Ergebnisse dieser Arbeit stammen von den Daten dieses einzelnen Haushaltes. Die Ergebnisse für den Haushaltstyp Singlehaushalt können aufgrund dieser Einzelmessung nicht mit den anderen Haushaltstypen verglichen werden. In dieser Arbeit werden sie der Vollständigkeit halber erwähnt. In Abbildung 3 ist die Altersverteilung der teilnehmenden Haushalte grafisch dargestellt. Der Vergleich mit Abbildung 2 zeigt deutlich, dass bei der Untersuchung die Altersgruppen Jahre und 65 Jahre und älter unterrepräsentiert waren. Aufgrund der Alterszusammensetzung und der geringen Anzahl der teilnehmenden Haushalte sind die Ergebnisse bei der durchgeführten Untersuchung nicht repräsentativ. Abbildung 3: Altersverteilung der teilnehmenden Haushalte 28

49 4.2. Kategorisierung der Lebensmittel Alle von den Haushalten erfassten Lebensmittel wurden in acht Kategorien erfasst. Diese Kategorien umfassen: 1) Obst, 2) Gemüse, 3) Fleisch und Fisch (z.b. Frischfleisch, Wurstwaren, frischer Fisch, etc.), 4) Milchprodukte (z.b. Milch, Käse, Joghurt, etc.), 5) Backwaren (z.b. Brot, Brötchen, etc.), 6) Teigwaren (z.b. Nudeln, Maultaschen, etc.), 7) Speisereste (z.b. nicht aufgegessener Nudelauflauf) und 8) Sonstiges (alle Lebensmittel, die nicht in die zuvor genannten Kategorien passen). Eine detaillierte Übersicht mit genauen Angaben der Zuordnung in die Lebensmittelkategorien ist in Anhang 1: Übersicht der Lebensmittelkategorien zu finden. Zusätzlich zur Kategorie und dem Gewicht wurde der Entsorgungsgrund erfasst. Hier waren sechs Gründe vorgegeben: 1) Mindesthaltbarkeit (z.b. abgelaufener Joghurt, etc.), 2) falsche Lagerung (z.b. zu warm gelagert, zu hell gelagert, zu lang gelagert, etc.), 3) keine Lust (durch Überangebot oder persönliche Gelüste nicht verzehrt z.b. nicht gegessenes Pausenbrot, etc.), 4) bereits schlechtes Produkt gekauft (z.b. einzelner Apfel einer Großpackung faulig, etc.), 5) zu viel gekocht (z.b. zu viel zubereiteter Salat, etc.) und 6) sonstiges / keine Angabe. 29

50 4.3. Auswertung nach der Menge Übersicht Während der Untersuchung wurden Lebensmittel mit einer Masse von insgesamt 123,5 kg (vgl. Tabelle 2) entsorgt. Jede Entsorgung wurde von den jeweiligen Haushalten begründet in einem Tagebuch festgehalten. Es gilt zu beachten, dass sich alle nachfolgend erwähnten Anteile ausschließlich auf die Masse beziehen (Masse-%). Tabelle 2: Abfallmenge nach Lebensmittelkategorie Lebensmittelkategorie Gewicht [g] Anteil [%] Obst ,23 Gemüse ,35 Fleisch und Fisch ,77 Milchprodukte ,54 Backwaren ,27 Teigwaren ,44 Speisereste ,34 Sonstiges ,07 Gesamt ,00 Die Mengen der entsorgten Lebensmittel unterschieden sich je nach Haushalt zum Teil erheblich. Die Bandbreite der absoluten Abfallmenge lässt sich Abbildung 4 entnehmen. Es gab fünf Haushalte, die während der dreimonatigen Untersuchung mehr als 10 kg Lebensmittel entsorgten. Die höchste Abfallmenge betrug 17 kg. Im Gegensatz dazu gab es vier Haushalte, die im selben Zeitraum weniger als 4 kg Lebensmittel entsorgten. Hierbei betrug die niedrigste Abfallmenge lediglich 0,2 kg. Durchschnittlich entsorgte ein Haushalt während der Untersuchung 7,7 kg Lebensmittel. 30

51 Abbildung 4: absolute Abfallmengen der teilnehmenden Haushalte Es ist anzunehmen, dass die absolute Abfallmenge von der im Haushalt lebenden Personenzahl beeinflusst wurde. Dies wird auch aus Abbildung 5 ersichtlich. Diesem Schaubild ist die spezifische Abfallmenge zu entnehmen. Auch hier wichen die Werte zum Teil stark von der Durchschnittsmenge von 2,8 kg/kopf ab. Dieser Wert ist als Parallele zur x-achse dargestellt. Entsorgte ein Haushalt über- bzw. unterdurchschnittlich viele Lebensmittel, so geht seine Säule von der Durchschnittslinie nach oben bzw. nach unten. Die maximale Pro-Kopf-Abfallmenge von 7 kg/kopf entsorgte ein Haushalt, der, absolut betrachtet, die dritthöchste Menge an Lebensmittelabfällen vorzuweisen hatte. Die niedrigste Pro-Kopf-Abfallmenge (0,1 kg/kopf) entsorgte der Haushalt mit der niedrigsten absoluten Abfallmenge. Verglichen mit der Rangfolge der Verteilung der absoluten Abfallmenge (siehe Tabelle 3) haben sich sechs Haushalte in der Rangfolge der spezifischen Menge verbessert (gröste Verbesserung: Rang 6 auf Rang 2). Je fünf Haushalte haben ihren Rang nicht verändert bzw. verschlechtert (größte Verschlechterung: Rang 2 auf Rang 8). 31

52 Abbildung 5: spezifische Abfallmenge der teilnehmenden Haushalte In Tabelle 3 ist die absolute und die spezifische Menge entsorgter Lebensmittel pro Haushalt, der zugehörige Rang sowie die Rangveränderung der Haushalte ersichtlich. 32

53 Tabelle 3: Übersicht über die absoluten und spezifischen Mengen der Lebensmittelabfälle HH- HH- absolute Menge Rang spezifische Menge Rang Veränderung Nr. Größe [g] [g/kopf] Ø Betrachtung der Gesamtabfallmenge Die während des dreimonatigen Untersuchungszeitraums am häufigsten entsorgte Lebensmittelkategorie war Gemüse mit rund 34 kg bzw. 27 % der Abfallmenge (vgl. Tabelle 2). Mit rund 24 kg bzw. 19 % stellte Obst die zweithäufigste entsorgte Lebensmittelkategorie dar. Es folgten Backwaren mit ca. 20 kg (16 %) und Speisereste mit ca. 16,5 kg (13 %). Mit 10,5 kg bzw. 8 kg (9 bzw. 7 %) standen Milchprodukte und die Lebensmittelkategorie Fleisch und Fisch an fünfter bzw. sechster Stelle. Während Teigwaren mit 5 % (etwa 7 kg) ähnlich häufig entsorgt wurden, kamen sonstigen Lebensmittel mit 4 kg auf einen geringen Anteil von rund 3 %. Die Verteilung der einzelnen Lebensmittelkategorien an der entsorgten Abfallmenge ist aus Abbildung 6 ersichtlich. Sie zeigt deutlich, dass etwa die Hälfte der entsorgten Lebensmittel (ca. 58 kg bzw. 47 %) auf die Kategorien Obst und Gemüse entfielen. 33

54 Lebensmittel-Abfallmenge Verteilung nach Kategorie (Gesamt: ca. 123,5 kg) 13% 3% 19% Obst Gemüse Fleisch und Fisch 5% Milchprodukte Backwaren Teigwaren 16% 27% Speisereste Sonstiges 9% 7% Abbildung 6: Verteilung der Abfallmenge nach LM-Kategorie in % Die Auswertung der Entsorgungsgründe ergab, dass rund 32,5 kg der Abfallmenge auf eine falsche Lagerung zurückzuführen waren (vgl. Tabelle 4). Mit 26 % entsprach dies etwas mehr als einem Viertel der gesamten Abfallmenge. Bei einer ordnungsgemäßen Lagerung bzw. bei einem rechtzeitigen Verzehr wären diese Lebensmittel womöglich nicht entsorgt worden. Der zweithäufigste Entsorgungsgrund war mit 25,5 kg bzw. rund 21 % zu viel gekocht. Diese Menge ließe sich wahrscheinlich bereits durch ein verändertes Kochverhalten reduzieren. Eine ähnlich hohe Menge an Lebensmitteln (ca. 25 kg bzw. 20 %) entsorgten Haushalte, weil sie keine Lust mehr auf diese hatten. Ein Grund, der häufig auch in Kombination mit anderen Gründen genannt wurde, wie z.b. dass zu viel gekauft worden war oder die Kinder keine Lust auf das Pausenbrot hatten. Eventuell könnte man durch eine bessere Planung auch diese Menge reduzieren. 19,5 kg bzw. rund 16 % entfielen auf sonstige Gründe, z.b. wurden Lebensmittel im Kühlschrank vergessen oder aufgrund einer Krankheit nicht verzehrt. Die Mindesthaltbarkeit als Entsorgungsgrund führte zu 17 kg bzw. 14 % bei den Lebensmittelabfällen. Bei solchen Lebensmitteln war entweder das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten oder sie waren, z.b. bei Obst oder Gemüse, nicht mehr frisch. Lebensmittel, die entsorgt wurden, weil diese bereits schlecht gekauft worden sind, hatten mit ca. 3,5 kg (3 %) nur einen geringen Anteil an der gesamten Abfallmenge. 34

55 Tabelle 4: Abfallmenge nach Entsorgungsgründen Entsorgungsgründe Gewicht [g] Anteil [%] Mindesthaltbarkeit ,87 falsche Lagerung ,43 keine Lust ,45 bereits schlechtes Produkt gekauft ,96 zu viel gekocht ,53 Sonstiges / k.a ,77 Gesamt ,00 Abbildung 7 zeigt eine Verteilung der Entsorgungsgründe an der gesamten Abfallmenge. Diese ließ sich demnach, betrachtet man die Gründe falsche Lagerung und keine Lust als leicht vermeidbar, durch eine ordnungsgemäße Lagerung von Lebensmitteln sowie eine bessere Planung beim Kochen und beim Einkaufen möglicherweise um bis zur Hälfte reduzieren (58 kg bzw. 46 %). Lebensmittel-Abfallmenge Verteilung nach Grund (Gesamt: ca. 123,5 kg) 21% 16% 14% 26% Mindesthaltbarkeit falsche Lagerung keine Lust bereits schlechtes Produkt gekauft zu viel gekocht Sonstiges / k.a. 3% 20% Abbildung 7: Verteilung der LM-Abfälle nach Gründen in % 35

56 Im Nachfolgenden werden zunächst die einzelnen Lebensmittelkategorien gesondert auf ihre Entsorgungsgründe hin überprüft. Anschließend wird jeder einzelne Entsorgungsgrund und dessen Verteilung nach Lebensmittelkategorie betrachtet. Einzelbetrachtung der Lebensmittelkategorien Obst Von den rund 24 kg Obst, die während der drei Monate entsorgt wurden, musste etwa die Hälfte (11 kg bzw. 45 %) aufgrund einer falschen Lagerung entsorgt werden (vgl. Tabelle 5). Ein Fünftel dieser Abfallmenge (5 kg bzw. 21 %) wurde durch die Kategorie Sonstiges /k.a. begründet, unter der verschiedene Gründe zusammengefasst werden. Ebenfalls ein Fünftel wurde entsorgt, weil die Haushalte keine Lust mehr darauf hatten (ca. 5 kg bzw. 21 %). Etwa 2 kg Obst (7 %) wurden entsorgt, weil es bereits beim Kauf schlecht war. Auf die Gründe Mindesthaltbarkeit und zu viel gekocht entfällt nur eine geringe Menge an Obstabfällen (ca. 1 kg bzw. rund 3 % und 0,2 kg bzw. 1 %). Tabelle 5: Abfallmenge nach Entsorgungsgründen für Obst Entsorgungsgründe Gewicht [g] Anteil [%] Mindesthaltbarkeit 818 3,44 falsche Lagerung ,49 keine Lust ,38 bereits schlechtes Produkt gekauft ,43 zu viel gekocht 226 0,95 Sonstiges / k.a ,30 Gesamt ,00 Die grafische Verteilung der Obstabfallmenge zeigt, dass zwei Drittel der Abfallmenge (66 % bzw. etwa 16 kg) auf vermeidbare Gründe zurückzuführen sind (vgl. Abbildung 8). Eine Reduktion der Abfallmenge von Obst erscheint mit ein wenig Disziplin durch eine ordnungsgemäße Lagerung und eine bessere Planung möglich. 36

57 1% 7% 21% Verteilung der Abfallmenge Obst (Gesamt: ca. 24 kg) 3% 45% Mindesthaltbarkeit falsche Lagerung keine Lust bereits schlechtes Produkt gekauft zu viel gekocht Sonstiges / k.a. 21% Abbildung 8: Verteilung der Abfälle nach Gründen für die LM-Kategorie Obst in % Gemüse Gemüse war mit rund 34 kg die am häufigsten entsorgte Lebensmittelkategorie in dieser Untersuchung. Ähnlich wie beim Obst war auch beim Gemüse die falsche Lagerung mit 38 % der Hauptentsorgungsgrund (ca. 13 kg, vgl. Tabelle 6). Gemüse wird viel häufiger gekocht als Obst, was sich auch in den Entsorgungsgründen äußert. Mit 7,5 kg war knapp ein Viertel der Abfallmenge (22 %) zu viel gekochtes Gemüse. Der Grund keine Lust erzeugte 4,5 kg Abfälle (13 %), sonstige Gründe kamen zusammen auf 4,5 kg (14 %). 3 kg Gemüse wurde aufgrund der Mindesthaltbarkeit (es war nicht mehr frisch) entsorgt und sorgte für 9 % der Abfallmenge. Der verbleibende Entsorgungsgrund bereits schlechtes Produkt gekauft erzeugte lediglich 1 kg Gemüseabfälle (3 %). 37

58 Tabelle 6: Abfallmenge nach Entsorgungsgründen für Gemüse Entsorgungsgründe Gewicht [g] Anteil [%] Mindesthaltbarkeit ,36 falsche Lagerung ,19 keine Lust ,28 bereits schlechtes Produkt gekauft ,23 zu viel gekocht ,28 Sonstiges / k.a ,67 Gesamt ,00 Auch beim Gemüse erkennt man in der grafischen Verteilung der Abfallmenge (vgl. Abbildung 9), dass rund die Hälfte des entsorgten Gemüses (51 % bzw. etwa 17,5 kg) leicht hätten vermieden werden können, indem man diese ordnungsgemäß lagert bzw. seine Einkäufe und sein Kochen besser plant. Verteilung der Abfallmenge Gemüse (Gesamt: ca. 34 kg) 22% 14% 9% 38% Mindesthaltbarkeit falsche Lagerung keine Lust bereits schlechtes Produkt gekauft zu viel gekocht Sonstiges / k.a. 3% 13% Abbildung 9: Verteilung der Abfälle nach Gründen für die LM-Kategorie Gemüse in % 38

59 Fleisch und Fisch Bei der Lebensmittelkategorie Fleisch und Fisch stellte die Mindesthaltbarkeit den Hauptentsorgungsgrund dar (vgl. Tabelle 7). Ein Grund, der in den beiden zuvor genannten Kategorien Obst und Gemüse eher nebensächlich war. Mit ca. 4 kg machte er knapp die Hälfte der Abfallmenge dieser Kategorie aus (47 %). An zweiter Stelle folgte der Grund zu viel gekocht (ca. 1,5 kg bzw. 17 %). Mit 15 bzw. 14 % machten die beiden Gründe falsche Lagerung und keine Lust fast den gleich Mengenanteil aus (jeweils ca. 1 kg). Auf 6 % bzw. 0,5 kg kamen alle sonstigen Entsorgungsgründe. Während der Untersuchung wurden lediglich 20 Gramm Fleisch oder Fisch entsorgt, die zuvor bereits schlecht gekauft worden sind. Dieser Entsorgungsgrund gilt demnach als vernachlässigbar. Tabelle 7: Abfallmenge nach Entsorgungsgründen für Fleisch und Fisch Entsorgungsgründe Gewicht [g] Anteil [%] Mindesthaltbarkeit ,85 falsche Lagerung ,82 keine Lust ,17 bereits schlechtes Produkt gekauft 20 0,24 zu viel gekocht ,46 Sonstiges / k.a ,46 Gesamt ,00 Aus Abbildung 10 zeigt sich, dass bei den Milchprodukten der Anteil leicht vermeidbarer Lebensmittelabfälle mit 29 % bzw. 2,5 kg geringer ist, als in den bisherigen Kategorien Obst und Gemüse. Dennoch würde sich die Abfallmenge dieser Lebensmittelkategorie durch eine ordnungsgemäße Lagerung sowie eine bessere Planung um immerhin rund ein Drittel reduzieren lassen. 39

60 0% 17% 14% Verteilung der Abfallmenge Fleisch und Fisch (Gesamt: ca. 8,5 kg) 6% 47% Mindesthaltbarkeit falsche Lagerung keine Lust bereits schlechtes Produkt gekauft zu viel gekocht Sonstiges / k.a. 15% Abbildung 10: Verteilung der Abfälle nach Gründen für die LM-Kategorie Fleisch und Fisch in % Milchprodukte Die Entsorgungsgründe für die Lebensmittelkategorie Milchprodukte ähneln in ihrer Verteilung die von Fleisch und Fisch. Vergleicht man hierzu Tabelle 8, so war auch hier die Mindesthaltbarkeit an knapp der Hälfte der Abfallmenge verantwortlich (5 kg bzw. 48 %). Die Gründe falsche Lagerung und keine Lust waren ebenfalls verhältnismäßig gleich stark ausgeprägt, wie in der Kategorie zuvor (ca. 2 kg bzw. 17 % und ca. 1 kg bzw. 11 %). Mit jeweils 0,5 kg bzw. 4 % trugen die beiden Gründe bereits schlechtes Produkt gekauft und zu viel gekocht nur wenig zur Abfallmenge bei. Alle Gründe, die nicht den zuvor genannten Entsorgungsgründen zuzuordnen waren, machten mit etwa 1,5 kg rund ein Fünftel der Abfallmenge (16 %) aus. 40

61 Tabelle 8: Abfallmenge nach Entsorgungsgründen für Milchprodukte Entsorgungsgründe Gewicht [g] Anteil [%] Mindesthaltbarkeit ,57 falsche Lagerung ,37 keine Lust ,09 bereits schlechtes Produkt gekauft 420 3,98 zu viel gekocht 418 3,96 Sonstiges / k.a ,03 Gesamt ,00 Abbildung 11 zeigt, dass auch bei dieser Lebensmittelkategorie mindestens ein Viertel der Abfallmenge möglicherweise leicht vermeidbar gewesen wäre (28 % bzw. etwa 3 kg), wenn man auf eine bessere Planung beim Kochen bzw. beim Einkaufen geachtet hätte. Verteilung der Abfallmenge Milchprodukte (Gesamt: ca. 10,5 kg) 4% 4% 11% 16% 48% Mindesthaltbarkeit falsche Lagerung keine Lust bereits schlechtes Produkt gekauft zu viel gekocht Sonstiges / k.a. 17% Abbildung 11: Verteilung der Abfälle nach Gründen für die LM-Kategorie Milchprodukte in % 41

62 Backwaren Bei der Betrachtung der Abfallmenge von Backwaren stellt man fest, dass mit etwa 8 kg bzw. 40 % der Anteil der Backwaren, auf die man keine Lust hatte (z.b. in der Schule als Vesperbrot) und diese somit im Abfall landeten, sehr hoch war (vgl. Tabelle 9). Mit 4,5 kg bzw. 22 % war die falsche Lagerung der zweithäufigste Entsorgungsgrund für Backwaren. 4 kg entfielen auf alle sonstigen Gründe, die über die vorgegebenen Gründe nicht abgedeckt wurden (21 %). Mit je rund 1,5 kg bzw. 7 und 8 % fielen die Anteile für die Entsorgungsgründe Mindesthaltbarkeit und zu viel gekocht recht gering aus. Mit ca. 0,5 kg bereits schlecht gekaufter Backwaren war dieser Grund für Backwaren vernachlässigbar (2 %). Tabelle 9: Abfallmenge nach Entsorgungsgründen für Backwaren Entsorgungsgründe Gewicht [g] Anteil [%] Mindesthaltbarkeit ,50 falsche Lagerung ,05 keine Lust ,98 bereits schlechtes Produkt gekauft 340 1,69 zu viel gekocht ,01 Sonstiges / k.a ,76 Gesamt ,00 Auch bei den Backwaren hätte durch eine bessere Planung und ordnungsgemäße Lagerung die Menge der entsorgten Backwaren um bis zu 62 % reduziert werden können (vgl. Abbildung 12). Dies würde einer Abfallmenge von etwa 12,5 kg entsprechen. 42

63 Verteilung der Abfallmenge Backwaren (Gesamt: ca. 20 kg) 8% 2% 21% 7% 22% Mindesthaltbarkeit falsche Lagerung keine Lust bereits schlechtes Produkt gekauft zu viel gekocht Sonstiges / k.a. 40% Abbildung 12: Verteilung der Abfälle nach Gründen für die LM-Kategorie Backwaren in % Teigwaren Teigwaren wurden fast zur Hälfte entsorgt, weil man zu viel gekocht hatte. Nach Tabelle 10 machte dieser Entsorgungsgrund 3 kg bzw. 47 % der gesamten Abfallmenge aus. Es wurden in etwa genauso viele Teigwaren aufgrund der Mindesthaltbarkeit entsorgt, wie aufgrund einer falschen Lagerung oder weil man keine Lust mehr auf diese gehabt hatte (jeweils etwa 0,6 kg bzw. 9, 10 oder 11 %). Aufgrund einer Krankheit und der damit verbundenen Entsorgung einer größeren Menge Teigwaren fiel die Kategorie Sonstiges / k.a. mit rund 23 % relativ hoch aus (ca. 1,5 kg). Während der gesamten Untersuchung wurden keine Teigwaren entsorgt, weil diese bereits beim Einkauf schlecht waren. Dies hängt sicherlich mit dem trockenem Zustand und der langen Haltbarkeit von Teigwaren zusammen. 43

64 Tabelle 10: Abfallmenge nach Entsorgungsgründen für Teigwaren Entsorgungsgründe Gewicht [g] Anteil [%] Mindesthaltbarkeit 600 8,93 falsche Lagerung ,56 keine Lust ,41 bereits schlechtes Produkt gekauft 0 0,00 zu viel gekocht ,76 Sonstiges / k.a ,34 Gesamt ,00 Betrachtet man erneut die Entsorgungsgründe falsche Lagerung sowie keine Lust als leicht vermeidbar, so zeigt sich nach Abbildung 13, dass möglicherweise die Entsorgung von rund einem Viertel der weggeworfenen Teigwaren hätte vermieden werden können (etwa 1,5 kg bzw. 21 %). Verteilung der Abfallmenge Teigwaren (Gesamt: ca. 6,5 kg) 23% 9% 11% 10% Mindesthaltbarkeit falsche Lagerung keine Lust bereits schlechtes Produkt gekauft zu viel gekocht Sonstiges / k.a. 47% Abbildung 13: Verteilung der Abfälle nach Gründen für die LM-Kategorie Teigwaren in % 44

65 Speisereste Bei der Lebensmittelkategorie Speisereste war erwartungsgemäß mit rund 11 kg bzw. 67 % zu viel gekocht der Hauptentsorgungsgrund (vgl. Tabelle 11). Ein Viertel aller weggeworfenen Speisereste wurden entsorgt, weil man keine Lust mehr auf die Speise hatte (ca. 4 kg bzw. 25 %). Rund 0,3 kg der Speisereste wollte man eigentlich verzehren, jedoch wurden diese falsch gelagert und mussten somit entsorgt werden (2 %). Es gab keine Speisereste, die aufgrund der Mindesthaltbarkeit oder weil man eine Speise bereits schlecht gekauft hat, entsorgt worden waren. Alle sonstigen Entsorgungsgründe trugen mit 1 kg bzw. 7 % zur Abfallmenge bei. Tabelle 11: Abfallmenge nach Entsorgungsgründen für Speisereste Entsorgungsgründe Gewicht [g] Anteil [%] Mindesthaltbarkeit 0 0,00 falsche Lagerung 321 1,95 keine Lust ,64 bereits schlechtes Produkt gekauft 0 0,00 zu viel gekocht ,63 Sonstiges / k.a ,78 Gesamt ,00 Ebenfalls rund ein Viertel der entsorgten Speisereste (rund 4,5 kg bzw. 27 %) hätte möglicherweise durch eine verbessere Planung der Mahlzeiten vermieden werden können (vgl. Abbildung 14). 45

66 Verteilung der Abfallmenge Speisereste (Gesamt: ca. 16,5 kg) 7% 2% 25% Mindesthaltbarkeit falsche Lagerung keine Lust bereits schlechtes Produkt gekauft zu viel gekocht Sonstiges / k.a. 67% Abbildung 14: Verteilung der Abfälle nach Gründen für die LM-Kategorie Speisereste in % Sonstiges Diese Lebensmittelkategorie umfasst sämtliche Lebensmittel, die nicht durch die oben genannten Kategorien beschrieben werden können. Hierzu zählen z.b. Süßigkeiten oder Sojaprodukte. Bei diesen Lebensmitteln stellet die Mindesthaltbarkeit mit rund 2 kg bzw. 57 % den Hauptentsorgungsgrund dar. Nach Tabelle 12 machte dieser Grund über die Hälfte der Abfallmenge aus. Es wurden 0,5 kg sonstige Lebensmittel entsorgt (14 %), weil man keine Lust mehr auf diese hatte und knapp 0,5 kg, weil diese falsch gelagert wurden (11 %). Lediglich 15 Gramm dieser Lebensmittel wurden bereits schlecht gekauft und können, ebenso wie der Grund zu viel gekocht, der gar nicht genannt worden war, vernachlässigt werden. Alle sonstigen Gründe für eine Entsorgung ergaben zusammen etwas mehr wie 0,5 kg bzw. 19 %. 46

67 Tabelle 12: Abfallmenge nach Entsorgungsgründen für Sonstiges Entsorgungsgründe Gewicht [g] Anteil [%] Mindesthaltbarkeit ,72 falsche Lagerung ,89 keine Lust ,29 bereits schlechtes Produkt gekauft 15 0,40 zu viel gekocht 0 0,00 Sonstiges / k.a ,70 Gesamt ,00 Abbildung 15 zeigt, dass ein Viertel der sonstigen Lebensmittel, die während der Untersuchung entsorgt worden sind, leicht hätten vermieden werden können (1 kg). Dies ist der geringste Wert aller betrachteten Lebensmittelkategorien. Verteilung der Abfallmenge Sonstiges (Gesamt: ca. 4 kg) 0% 14% 19% 56% Mindesthaltbarkeit falsche Lagerung keine Lust bereits schlechtes Produkt gekauft zu viel gekocht Sonstiges / k.a. 11% Abbildung 15: Verteilung der Abfälle nach Gründen für die LM-Kategorie Sonstiges in % 47

68 Einzelbetrachtung der Entsorgungsgründe Mindesthaltbarkeit Bei der Betrachtung der Abfallmengen der einzelnen Lebensmittelkategorien in Tabelle 13 auf den Entsorgungsgrund Mindesthaltbarkeit fällt auf, dass rund die Hälfte der entsorgten Lebensmittel der Kategorien Milchprodukte und Fleisch und Fisch entstammen und somit tierischen Ursprungs waren (5 kg bzw. 29 % und 4 kg bzw. 23 %). Der Grund hierfür könnte sein, dass man bei diesen Produkten vorsichtiger im Umgang mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 6 (MHD) ist und Lebensmittel im Zweifelsfall eher entsorgt, statt diese zu verzehren. Hinzu kommt, dass es sich bei Frischfleisch und fisch um leicht verderbliche Lebensmittel handelt, die nach kurzer Zeit eine unmittelbare Gefahr für die menschliche Gesundheit darstellen könnten. Solche Lebensmittel sind müssen vom Gesetz her mit einem Verbrauchsdatum 7 versehen und sollten nach dessen Ablauf entsorgt werden. Mit rund 3 kg stand das Gemüse bei diesem Entsorgungsgrund an dritter Stelle (18 %). Da das MHD bei frischem Obst und Gemüse nicht angegeben werden muss, bezogen sich die Abfallmengen dieser beiden Lebensmittelkategorie auf die Frische. Unter diesem Grund entsorgtes Obst und Gemüse war nicht mehr frisch. Backwaren machten mit 1,5 kg einen Anteil von 9 % an der Abfallmenge aus. Obst mit etwa 1 kg und Teigwaren mit rund 0,5 kg spielten hier eine untergeordnete Rolle (5 bzw. 4 %). Man entsorgte während der Untersuchung keine Speisereste aufgrund derer Mindesthaltbarkeit. Alle sonstigen Lebensmittel zusammen kamen mit rund 2 kg auf 12 % der Abfallmenge dieses Entsorgungsgrundes. 6 Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD): bei richtiger Lagerung und im ungeöffneten Zustand ist das Lebensmittel bis zu diesem Datum einwandfrei in Geruch, Geschmack, Nährwert und Farbe. Nach Ablauf des MHD ist es in der Regel noch genießbar. Voraussetzung ist, dass es noch gut riecht, schmeckt und aussieht. 7 Verbrauchsdatum: wird bei leicht verderblichen Lebensmittel statt dem MHD angegeben und gibt den Zeitpunkt an, bis wann das Lebensmittel spätestens verbraucht werden sollte. 48

69 Tabelle 13: Abfallmenge nach LM-Kategorie für den Grund Mindesthaltbarkeit Lebensmittelkategorie Gewicht [g] Anteil [%] Obst 818 4,77 Gemüse ,45 Fleisch und Fisch ,86 Milchprodukte ,29 Backwaren ,80 Teigwaren 600 3,50 Speisereste 0 0,00 Sonstiges ,33 Gesamt ,00 Abbildung 16 ist die grafische Verteilung der Abfallmenge für den Entsorgungsgrund Mindesthaltbarkeit zu entnehmen. Verteilung der Gründe Mindesthaltbarkeit (Gesamt: ca. 17 kg) 9% 4% 12% 5% 18% Obst Gemüse Fleisch und Fisch Milchprodukte Backwaren Teigwaren Speisereste Sonstiges 29% 23% Abbildung 16: Verteilung der Abfallmenge nach LM-Kategorie für den Grund Mindesthaltbarkeit in % 49

70 Falsche Lagerung Die meisten im Untersuchungszeitraum entsorgten Lebensmittel mussten aufgrund ihrer falschen Lagerung entsorgt werden. Aus Tabelle 14 wird sichtbar, dass mit 13 bzw. 11 kg hauptsächlich Gemüse und Obst entsorgt wurden (40 bzw. 33 %). Diese Lebensmittel sind häufig faulig oder schimmelig geworden. Der hohe Wasseranteil im Obst und Gemüse führte letztendlich zu einem hohen Abfallgewicht. Weitere 4,5 kg bzw. 14 % entfielen auf entsorgte Backwaren, die ebenfalls häufig aufgrund der falschen Lagerung schimmelig oder hart wurden. Milchprodukte wie Milch oder Käse entsorgte man, weil diese häufig zu lange bei warmen Umgebungstemperaturen lagerten (2 kg bzw. 6 %). Mit rund 1 kg bzw. 4 % machte die Lebensmittelkategorie Fleisch und Fisch einen geringen Anteil an der Gesamtmenge aus. Teigwaren, Speisereste und sonstige Lebensmittel waren mit 2 bzw. 1 % (jeweils unter 1 kg) vernachlässigbar. Tabelle 14: Abfallmenge nach LM-Kategorie für den Grund "falsche Lagerung" Lebensmittelkategorie Gewicht [g] Anteil [%] Obst ,09 Gemüse ,51 Fleisch und Fisch ,79 Milchprodukte ,61 Backwaren ,58 Teigwaren 709 2,17 Speisereste 321 0,98 Sonstiges 413 1,26 Gesamt ,00 In der grafischen Verteilung (vgl. Abbildung 17) erkennt man den hohen Anteil von aufgrund einer falschen Lagerung entsorgten Obst und Gemüse. Dieser machte fast drei Viertel der gesamten Abfallmenge aus. 50

71 Verteilung der Gründe falsche Lagerung (Gesamt: ca. 32,5 kg) 6% 4% 14% 2% 1% 1% 33% Obst Gemüse Fleisch und Fisch Milchprodukte Backwaren Teigwaren Speisereste Sonstiges 40% Abbildung 17: Verteilung der Abfallmenge nach LM-Kategorie für den Grund falsche Lagerung in % Keine Lust Rund 8 kg bzw. 32 % der Lebensmittel, die entsorgt wurden, weil man keine Lust auf diese hatte, waren Backwaren (vgl. Tabelle 15). Dies äußert sich in vielfältiger Weise bei Backwaren. So gab es Vesperbrote, die von den Kindern während der Schulzeit nicht gegessen wurden. Zu viel gekaufte Brötchen vom Vortag oder der trockene Rest des Brotes schlugen sich ebenfalls in der Abfallmenge nieder. Obst und Gemüse folgten mit 5 bzw. 4,5 kg (20 bzw. 18 %) an zweiter und dritter Stelle. Hier wurde häufig genannt, dass das Lebensmittel zwar noch verzehrbar gewesen wäre, man aber aufgrund unterschiedlicher Beweggründe keine Lust darauf hatte. Einen weiteren großen Anteil (4 kg bzw.16 %) hatten Speisereste. Kinder aßen Speisen nicht vollständig auf oder rührten diese erst gar nicht an, weil sie ihnen nicht schmeckten. Solche Reste landeten dann häufig im Abfall. Mit jeweils 1 kg machten Fleisch und Fisch und Milchprodukte denselben Anteil an der Abfallmenge aus (5 %). Teigwaren und sonstige Lebensmittel trugen mit jeweils rund 0,5 kg nur wenig zur Abfallmenge bei (3 bzw. 2 %). 51

72 Tabelle 15: Abfallmenge nach LM-Kategorie für den Grund "keine Lust" Lebensmittelkategorie Gewicht [g] Anteil [%] Obst ,11 Gemüse ,76 Fleisch und Fisch ,69 Milchprodukte ,63 Backwaren ,82 Teigwaren 699 2,77 Speisereste ,07 Sonstiges 542 2,14 Gesamt ,00 Die Verteilung der Abfallmenge für den Grund keine Lust ist Abbildung 18 zu entnehmen. Verteilung der Gründe keine Lust (Gesamt: ca. 25 kg) 16% 2% 20% Obst Gemüse Fleisch und Fisch 3% Milchprodukte Backwaren Teigwaren 18% Speisereste Sonstiges 32% 5% 5% Abbildung 18: Verteilung der Abfallmenge nach LM-Kategorie für den Grund keine Lust in % Bereits schlechtes Produkt gekauft Mit rund 2 kg war Obst an fast der Hälfte der Abfallmenge, die dadurch begründet wurde, dass man bereits ein schlechtes Produkt gekauft hat, verantwortlich (48 %). Auch wurde die Entsorgung von Gemüse häufig damit begründet (1 kg bzw. 30 %). Der Grund hierfür kann 52

73 sein, dass Obst und Gemüse öfters in Großpackungen gekauft wurden, z.b. ein Netz Orangen oder eine Schale Karotten. Es lässt sich nicht immer auf den ersten Blick erkennen, ob die gesamte Verpackungseinheit in einem unversehrten Zustand war. Stellte man zu Hause fest, dass z.b. eine Orange faulig ist, wurde diese entsorgt. Milchprodukte und Backwaren waren mit etwa 0,5 kg zu etwa gleichen Teilen für die Abfallmenge verantwortlich (11 bzw. 9 %). Alle anderen Lebensmittelkategorien spielten bei dieser Betrachtung keine Rolle (vgl. Tabelle 16). Tabelle 16: Abfallmenge nach LM-Kategorie für den Grund "bereits schlechtes Produkt gekauft" Lebensmittelkategorie Gewicht [g] Anteil [%] Obst ,34 Gemüse ,89 Fleisch und Fisch 20 0,55 Milchprodukte ,50 Backwaren 340 9,31 Teigwaren 0 0,00 Speisereste 0 0,00 Sonstiges 15 0,41 Gesamt ,00 Der hohe Anteil von Obst und Gemüse an der Abfallmenge für den Grund bereits schlechtes Produkt gekauft lässt sich auch gut in der grafischen Verteilung erkennen (vgl. Abbildung 19). 53

74 Verteilung der Gründe bereits schlechtes Produkt gekauft (Gesamt: ca. 3,5 kg) 1% 11% 9% 0% 48% Obst Gemüse Fleisch und Fisch Milchprodukte Backwaren Teigwaren Speisereste Sonstiges 30% Abbildung 19: Verteilung der Abfallmenge nach LM-Kategorie für den Grund bereits schlechtes Produkt gekauft in % Zu viel gekocht Erwartungsgemäß stellten die Speisereste mit 11 kg bzw. 43 % den größten Anteil an der Entsorgungskategorie zu viel gekocht (vgl. Tabelle 17). Gemüse wurde ebenfalls häufig zu warmen Speisen dargereicht und nicht immer handelte es sich dann bei übrig gebliebenen Gemüse um Speisereste. Gemüse machte mit 7,5 kg rund ein Drittel der Abfallmenge aus (30 %). Zu viel gekochte und entsorgte Teigwaren waren für 3 kg bzw. 12 % verantwortlich. Auch hierbei handelte es sich ausschließlich um zubereitete Speisen, die nicht als Speisereste zu sehen sind. Mit je 1,5 kg bzw. 6 % trugen Backwaren sowie Fleisch und Fisch in gleichen Teilen zu der Abfallmenge bei. Die Menge an entsorgten Milchprodukten, wie z.b. ein Milchdessert, und an Obst war vergleichsweise gering (0,5 und 0,3 kg bzw. 2 und 1 %). Es gab keine sonstigen Lebensmittel, die unter Nennung dieses Grundes entsorgt wurden. 54

75 Tabelle 17: Abfallmenge nach LM-Kategorie für den Grund "zu viel gekocht" Lebensmittelkategorie Gewicht [g] Anteil [%] Obst 226 0,89 Gemüse ,68 Fleisch und Fisch ,76 Milchprodukte 418 1,65 Backwaren ,35 Teigwaren ,38 Speisereste ,29 Sonstiges 0 0,00 Gesamt ,00 Betrachtet man in Abbildung 20 die zubereiteten Speisen (Speisereste, Gemüse, Teigwaren, Fleisch und Fisch), so machten diese mit einem Anteil von 91 % fast die gesamte Abfallmenge des Entsorgungsgrunds zu viel gekocht aus. Verteilung der Gründe zu viel gekocht (Gesamt: ca. 25,5 kg) 43% 1% 12% 2% 6% 30% 6% Obst Gemüse Fleisch und Fisch Milchprodukte Backwaren Teigwaren Speisereste Sonstiges Abbildung 20: Verteilung der Abfallmenge nach LM-Kategorie für den Grund zu viel gekocht in % 55

76 Sonstiges / k.a. Alle sonstigen Gründe, die von den Haushalten für die Entsorgung von Lebensmittel genannt wurden und nicht mit den vorgegebenen Entsorgungsgründen beschreibbar waren, wurden zusammengefasst. Hierunter fielen z.b. trotz ordnungsgemäßer Lagerung schlecht gewordene Lebensmittel oder ähnliches. Mit 5 kg bzw. 26 % entfiel der größte Anteil auf die Lebensmittelkategorie Obst (vgl. Tabelle 18). Gemüse folgte mit 4,5 bzw. 24 % an zweiter Stelle. Ein Fünftel der Abfallmenge stammte von entsorgten Backwaren (4 kg bzw. 21 %). Mit je 1,5 kg bzw. 9 und 8 % lag der Anteil von Milchprodukten und Teigwaren an der Abfallmenge in etwa gleich hoch. Während Speisereste mit 1 kg noch 6 % ausmachen, betrug der Anteil von sonstigen Lebensmitteln sowie von Fleisch und Fisch nur noch 4 bzw. 3 %. Tabelle 18: Abfallmenge nach LM-Kategorie für den Grund "Sonstiges / k.a." Lebensmittelkategorie Gewicht [g] Anteil [%] Obst ,98 Gemüse ,71 Fleisch und Fisch 540 2,77 Milchprodukte ,68 Backwaren ,43 Teigwaren ,05 Speisereste ,74 Sonstiges 709 3,64 Gesamt ,00 Obst und Gemüse machten die Hälfte der Abfallmenge für alle sonstigen Gründe aus. Dies lässt sich gut Abbildung 21 entnehmen. 56

77 Verteilung der Gründe Sonstiges / k.a. (Gesamt: ca. 19,5 kg) 21% 8% 6% 4% 26% Obst Gemüse Fleisch und Fisch Milchprodukte Backwaren Teigwaren Speisereste Sonstiges 9% 3% 24% Abbildung 21: Verteilung der Abfallmenge nach LM-Kategorie für den Grund Sonstiges / k.a. in % Haushaltsgröße Überblick Die Verteilung der Abfallmenge auf die Haushaltsgröße lässt sich Tabelle 19 und Abbildung 22 entnehmen. Man sieht, dass der größte Anteil an der Abfallmenge von 3-Personen Haushalten verursacht worden war (ca. 51,5 kg bzw. 42 %). Mit rund einem Drittel aller Abfälle folgten an zweiter Stelle die 2-Personen-Haushalte (ca. 36,5 kg bzw. 30 %). Sowohl 2 als auch 3-Personen Haushalte waren mit jeweils sechs Haushalten an der Untersuchung beteiligt gewesen. Drei 4-Personen Haushalte trugen mit 33 kg zu rund einem Viertel der Abfallmenge bei. Der einzige Singlehaushalt erzeugte mit rund 2,5 kg einen vernachlässigbaren Anteil an der Gesamtmenge (2 %). 57

78 Tabelle 19: Abfallmengen nach Haushaltstyp Haushaltstyp Anzahl Haushalte Gewicht [g] Anteil [%] Singlehaushalt ,83 2-Personen Haushalt ,65 3-Personen Haushalt ,81 4-Personen Haushalt ,71 Gesamt ,00 Verteilung der Abfallmenge unterschiedliche Haushaltstypen (Gesamt: ca. 123,5 kg) 2% 27% 30% Singlehaushalt 2-Personen Haushalt 3-Personen Haushalt 4-Personen Haushalt 42% Abbildung 22: Verteilung der absoluten Abfallmenge nach Haushaltstyp Betrachtet man nun nach Abbildung 23 die im Haushalt lebende Personenzahl, so gab es Unterschiede bei der Abfallmenge zwischen den jeweiligen Haushaltsgrößen. Während ein 2- Personen Haushalt mit rund 3 kg Lebensmittelabfällen pro Kopf die größte Abfallmenge während des Untersuchungszeitraums entsorgte, fielen in größeren Haushalten geringere spezifische Abfallmengen an (3-Personen Haushalt: 2,87 kg/kopf; 4-Personen Haushalt: 2,75 kg/kopf). Lediglich der einzelne Singlehaushalt hatte mit 2,3 kg/kopf eine deutlich geringere Abfallmenge vorzuweisen. 58

79 Abbildung 23: spezifische Abfallmenge nach Haushaltsgröße in g/kopf Gesamtbetrachtung der Lebensmittelkategorien Singlehaushalte Die Verteilung der Lebensmittelkategorien auf die Abfallmenge des Singlehaushalts lässt sich Tabelle 20 entnehmen. Im Laufe der Untersuchung entsorgte dieser rund 1,5 kg Fleisch und Fisch, was über die Hälfte seiner Abfallmenge ausmachte (55 %). Mit 0,5 kg entfielen rund ein Viertel aller entsorgten Lebensmittel auf Teigwaren (22 %). Speisereste und Milchprodukte wurden mit je rund 0,3 kg etwa zu gleichen Teilen entsorgt (12 und 11 %). Lebensmittel anderer Kategorien wurden während der Untersuchung nicht entsorgt. 59

80 Tabelle 20: Abfallmenge nach LM-Kategorie für Singlehaushalte Lebensmittelkategorie Gewicht [g] Anteil [%] Obst 0 0,00 Gemüse 0 0,00 Fleisch und Fisch ,76 Milchprodukte ,07 Backwaren 0 0,00 Teigwaren ,13 Speisereste ,04 Sonstiges 0 0,00 Gesamt ,00 Abbildung 24 kann man den hohen Anteil von Fleisch und Fisch an der Abfallmenge des Singlehaushalts entnehmen. Dass Obst und Gemüse nicht entsorgt wurden, liegt daran, dass diese selten gekauft und dann auch grundsätzlich verzehrt wurden. Verteilung der Abfallmenge Singlehaushalt (Gesamt: ca. 2,5 kg) 22% 12% 55% Obst Gemüse Fleisch und Fisch Milchprodukte Backwaren Teigwaren Speisereste Sonstiges 11% Abbildung 24: Verteilung der Abfallmenge nach LM-Kategorie für Singlehaushalte in % 60

81 2-Personen Haushalte Anders sieht die Abfallzusammensetzung der 2-Personen Haushalte aus (vgl. Tabelle 21). Mehr als ein Drittel der Abfallmenge entfiel auf Gemüse (13 kg bzw. 35 %). Auch Obst war von den 2-Personen Haushalten mit rund 7,5 kg bzw. 21 % häufig entsorgt worden. An dritter Stelle lagen mit 4,5 kg Backwaren (12 %). Mit rund 3 kg und 2,5 kg war der Anteil von Fleisch und Fisch, Milchprodukten sowie Speiseresten ähnlich hoch (8 und 7 %). Teigwaren spielten mit etwa 1,5 kg eine untergeordnete Rolle (4 %). Alle sonstigen Lebensmittel zusammen ergaben 2 kg bzw. 7 %. Tabelle 21: Abfallmenge nach LM-Kategorie für 2-Personen Haushalte Lebensmittelkategorie Gewicht [g] Anteil [%] Obst ,98 Gemüse ,31 Fleisch und Fisch ,99 Milchprodukte ,95 Backwaren ,47 Teigwaren ,25 Speisereste ,71 Sonstiges ,35 Gesamt ,00 Abbildung 25 zeigt deutlich den hohen Anteil von Obst und Gemüse am Lebensmittelabfall von 2-Personen Haushalten. Zusammengenommen war dies mit 56 % der höchste Anteil aller untersuchten Haushaltstypen. 61

82 Verteilung der Abfallmenge 2-Personen Haushalte (Gesamt: ca. 36,5 kg) 4% 7% 5% 21% Obst Gemüse Fleisch und Fisch Milchprodukte 12% Backwaren Teigwaren Speisereste Sonstiges 7% 8% 35% Abbildung 25: Verteilung der Abfallmenge nach LM-Kategorie für 2-Personen Haushalte in % 3-Personen Haushalte In Tabelle 22 erkennt man, dass Gemüse mit rund 14 kg auch bei den 3-Personen Haushalten die Lebensmittelkategorie mit dem höchsten Anteil an der Abfallmenge war (27 %). Speisereste waren für ein Fünftel der Lebensmittelabfälle verantwortlich. Hier lag die Menge bei rund 10 kg bzw. 19 %. Grund hierfür war häufig, dass ein im Haushalt lebendes Kind sein Essen nicht vollständig aufessen wollte. Da es bei den untersuchten 3-Personen Haushalten genauso viele Kinder wie Erwachsene gab, schlug sich dieser Grund besonders stark in den Mengen nieder. Mit rund 9,5 kg bzw. 18 % wurden etwa gleich viele Backwaren wie Speisereste entsorgt. Während der Anteil von Obst an der Abfallmenge mit 7,5 kg bei 14 % lag, trugen Milchprodukte mit rund 5,5 kg zu 11 % bei. Einen Anteil an der Abfallmenge von 3-Personen Haushalten unter 10 % hatten die Lebensmittelkategorien Fleisch und Fisch, Teigwaren sowie alle sonstigen Lebensmittel (2,5 kg sowie rund 1,5 kg bzw. 5, 3 und 2 %). 62

83 Tabelle 22: Abfallmenge nach LM-Kategorie für 3-Personen Haushalte Lebensmittelkategorie Gewicht [g] Anteil [%] Obst ,44 Gemüse ,66 Fleisch und Fisch ,13 Milchprodukte ,05 Backwaren ,99 Teigwaren ,01 Speisereste ,26 Sonstiges ,46 Gesamt ,00 In der grafischen Verteilung sieht man den vergleichsweise hohen Anteil an Speiseresten an der Abfallmange von 3-Personen Haushalten. Obst und Gemüse zusammen kammen auf rund ein Drittel dieser Menge (vgl. Abbildung 26). Verteilung der Abfallmenge 3-Personen Haushalte (Gesamt: ca. 51,5 kg) 19% 2% 14% Obst Gemüse Fleisch und Fisch Milchprodukte 3% Backwaren Teigwaren 27% Speisereste Sonstiges 18% 11% 5% Abbildung 26: Verteilung der Abfallmenge nach LM-Kategorie für 3-Personen Haushalte in % 63

84 4-Personen Haushalte Bei den 4-Personen Haushalten dominierten nach Tabelle 23 wieder die beiden Lebensmittelkategorien Obst und Gemüse mit 8,5 und 7 kg bzw. 26 und 21 %. Ein Fünftel aller entsorgten Lebensmittel (rund 2 kg bzw. 19 %) waren Backwaren, also zu viel gekaufte Brötchen oder übrig gebliebener Kuchen. Auch bei den 4-Personen Haushalten gab es gleich viele Kinder wie Erwachsene. Der Anteil von Speiseresten an der Abfallmenge war mit rund 4 kg bzw. 12 % einige Prozentpunkte geringer als bei den 3-Personen Haushalten. Teigwaren trugen mit ihrer Menge von rund 3 kg zu 9 % bei. Mit 2 bzw. 1,5 kg war der Anteil von Milchprodukten sowie Fleisch und Fisch ähnlich gering (6 und 5 %). Auf gerade einmal 0,5 kg bzw. 2 % kamen alle sonstigen Lebensmitte zusammen und waren somit in dieser Betrachtung vernachlässigbar. Tabelle 23: Abfallmenge nach LM-Kategorie für 4-Personen Haushalte Lebensmittelkategorie Gewicht [g] Anteil [%] Obst ,10 Gemüse ,47 Fleisch und Fisch ,68 Milchprodukte ,21 Backwaren ,92 Teigwaren ,40 Speisereste ,52 Sonstiges 562 1,70 Gesamt ,00 Bei den 4-Personen Haushalten erkennt man, dass Obst und Gemüse zusammen mit rund der Hälfte der Abfallmenge wieder einen hohen Anteil an dieser hatten. Abbildung 27 lässt sich auch entnehmen, dass mit steigender Personenzahl im Haushalt der Anteil von Backwaren an der Abfallmenge zunahm. 64

85 Verteilung der Abfallmenge 4-Personen Haushalte (Gesamt: ca. 33 kg) 9% 19% 12% 2% 26% 21% Obst Gemüse Fleisch und Fisch Milchprodukte Backwaren Teigwaren Speisereste Sonstiges 6% 5% Abbildung 27: Verteilung der Abfallmenge nach LM-Kategorie für 4-Personen Haushalte in % Nachfolgendend wird zunächst gesondert auf die spezifischen Abfallmengen der unterschiedlichen Haushaltstypen bei den einzelnen Lebensmittelkategorien eingegangen. Einzelbetrachtung der Lebensmittelkategorien Obst Jeder einzelne Teilnehmer, der mit seinem Haushalt an der Untersuchung teilnahm, entsorgte im Untersuchungszeitraum im Durchschnitt 553 Gramm Obst. Der Abbildung 28 sind die unterschiedlichen spezifischen Abfallmengen nach Haushaltsgröße für Obst zu entnehmen. Während ein 4-Personen Haushalt mit 718 g/kopf die größte Menge Obst entsorgte, fiel beim Singlehaushalt in derselben Zeit kein Obst als Abfall an. Es gilt, wie in 4.1 bereits erwähnt, zu beachten, dass nur ein Singlehaushalt an dieser Untersuchung teilnahm und diese Ergebnisse aufgrund einer Einzelmessung nicht mit den anderen Ergebnissen vergleichbar sind. Ein 2- Personen Haushalt entsorgte während der Untersuchung mit 641 g/kopf Obst etwa 100 Gramm mehr Obst, als der Durchschnittsteilnehmer. Einen guten Wert erzielten Personen, die in einem 3-Personen Haushalt lebten. Die Obstmenge, die sie entsorgte, lag mit 415 g/kopf unter dem Durchschnitt. 65

86 Abbildung 28: spezifische Abfallmenge nach Haushaltsgröße für die LM-Kategorie Obst in g/kopf Gemüse Im Durchschnitt wurde von jedem Teilnehmer 786 g/kopf Gemüse entsorgt. Wie beim Obst zuvor entsorgte der Singlehaushalt im Untersuchungszeitraum kein Gemüse. Aus Abbildung 29 geht hervor, dass die übrigen Haushaltstypen mit steigender Personenzahl weniger Gemüseabfälle hatten. Die spezifische Abfallmenge eines 2-Personen Haushalts lag mit g/kopf deutlich über dem Durchschnitt. Während ein 3-Personen Haushalt mit 765 g/kopf Gemüseabfällen annähernd den Durchschnittswert erzielte, lag ein 4-Personen Haushalt mit 591 g/kopf darunter. 66

87 Abbildung 29: spezifische Abfallmenge nach Haushaltsgröße für die LM-Kategorie Gemüse in g/kopf Fleisch und Fisch Verglichen mit den zuvor genannten Lebensmittelkategorien Obst und Gemüse war die Menge an Fleisch- und Fischabfälle mit 194 g/kopf relativ gering, Dies könnte dadurch begründet sein, dass Fleisch und Fisch in der Regel teurer sind als Obst und Gemüse. Auch das Wissen, dass die Bereitstellung von Fleisch und Fisch mit hohen Energie- und Ressourcenverbrauch verbunden ist, könnte zu einer geringeren Abfallmenge von Fleisch und Fisch beitragen. In dieser Kategorie schnitt der Singlehaushalt besonders schlecht ab (vgl. Abbildung 30). Mit g/kopf entsorgte er im Laufe der Untersuchung sieben Mal so viel Fleisch und Fisch wie der Durchschnittsteilnehmer. Bei den drei anderen Haushaltstypen ist derselbe Trend wie beim Obst feststellbar. Mit steigender Personenzahl im Haushalt nahm die spezifische Abfallmenge ab. Während sich ein 2-Personen Haushalt mit 244 g/kopf noch über dem Durchschnittswert befand, erreichten 3 und 4-Personen Haushalte mit 147 bzw. 129 g/kopf bessere Werte. 67

88 Abbildung 30: spezifische Abfallmenge nach Haushaltsgröße für die LM-Kategorie Fleisch und Fisch in g/kopf Milchprodukte Die Aussage, mehr Personen im Haushalt führen zu einer niedrigeren spezifischen Abfallmenge lässt sich bei der Lebensmittelkategorie Milchprodukte nicht treffen. Mit einer Menge von 317 g/kopf lag der 3-Personen Haushalt deutlich über dem Durchschnittswert von 245 g/kopf (vgl. Abbildung 31). Die niedrigste Pro-Kopf-Abfallmenge erzielte der 4- Personen Haushalt mit guten 171 g/kopf. Der Singlehaushalt und der 2-Personen Haushalt schwankten mit 250 bzw. 212 g/kopf etwas um den Durchschnittswert. 68

89 Abbildung 31: spezifische Abfallmenge nach Haushaltsgröße für die LM-Kategorie Milchprodukte in g/kopf Backwaren Bei dieser Kategorie ist es ebenfalls zu beobachten, dass der Singlehaushalt keine Backwaren entsorgte. Nach Abbildung 32 erzielte ein 2-Personen Haushalt mit 381 g/kopf einen Wert, der unter dem Durchschnitt von 468 g/kopf lag. Ein 3-Personen Haushalt entsorgte mit 516 g/kopf eine ähnlich hohe spezifische Menge an Backwaren, wie ein 4-Personen Haushalt (521 g/kopf). 69

90 Abbildung 32: spezifische Abfallmenge nach Haushaltsgröße für die LM-Kategorie Backwaren in g/kopf Teigwaren Im Laufe der Untersuchung wurden mit 156 g/kopf relativ wenige Teigwaren entsorgt. Dies zeigt auch Abbildung 33. Lediglich der Singlehaushalt hatte diesbezüglich eine überdurchschnittlich hohe Abfallmenge (500 g/kopf). Mit 259 g/kopf lag der 4-Personen Haushalt ebenfalls über dem Durchschnittswert. 2 und 3-Personen Haushalte entsorgten mit 130 bzw. 87 g/kopf eine Menge, die z.t. deutlich unter dem Durchschnitt lag. 70

91 Abbildung 33: spezifische Abfallmenge nach Haushaltsgröße für die LM-Kategorie Teigwaren in g/kopf Speisereste Es fielen im Untersuchungszeitraum durchschnittlich 383 g/kopf Speisereste an, welche als Abfall entsorgt wurden (vgl. Abbildung 34). Mit 272 g/kopf entsorgte der Singlehaushalt etwa halb so viele Speisereste wie ein 3-Personen Haushalt. Dieser entsorgte 553 g/kopf und lag deutlich über den anderen Werten. Der 2-Personen Haushalt hatte mit 205 g/kopf die geringste Pro-Kopf-Abfallmenge. Mit einer spezifischen Abfallmenge von 317 g/kopf entsorgte ein 4-Personen Haushalt etwas weniger Speisereste wie der Durchschnitt. 71

92 Abbildung 34: spezifische Abfallmenge nach Haushaltsgröße für die LM-Kategorie Speisereste in g/kopf Sonstiges Die durchschnittliche spezifische Abfallmenge aller sonstigen Lebensmittel betrug 88 g/kopf (vgl. Abbildung 35). Wie in einigen Kategorien zuvor, hatte auch in dieser Lebensmittelkategorie der Singlehaushalt keine Abfälle. Mit 163 g/kopf entsorgte ein 2-Personen Haushalt etwa doppelt so viel wie der durchschnittliche Haushalt. Die beiden anderen Haushaltstypen entsorgten eine Menge, die unter dem Durchschnitt lag: 3-Personen Haushalt: 71 g/kopf und 4-Personen Haushalt: 47 g/kopf. 72

93 Abbildung 35: spezifische Abfallmenge nach Haushaltsgröße für die LM-Kategorie Sonstiges in g/kopf Gesamtbetrachtung der Entsorgungsgründe Nachdem nun Klarheit über die Verteilung der Lebensmittelkategorien an der Abfallmenge der unterschiedlich großen Haushalte herrscht, wird im nächsten Abschnitt versucht, die Menge der Lebensmittelabfälle nach Entsorgungsgründen genauer zu untersuchen. Singlehaushalte Der einzige an dieser Untersuchung teilnehmende Singlehaushalt entsorgte größtenteils Lebensmittel, die er zuvor kochte und nicht rechtzeitig verzehren konnte (vgl. Tabelle 24). Mit etwa 1 kg machten diese zu viel gekochten Lebensmittel einen Anteil von 41 % aus. Insgesamt 0,5 kg bzw. 22 % entsorgte dieser Haushalt aufgrund der Mindesthaltbarkeit. Es gilt zu beachten, dass es sich dabei um eine Verpackungseinheit Teigwaren handelte. Aufgrund der geringen Abfallmenge hatte dieses abgelaufene Lebensmittel einen großen Anteil an der gesamten Menge entsorgter Lebensmittel. Etwa 0,4 kg bzw. 19 % entfielen auf falsch gelagerte Lebensmittel. Hierbei handelte es sich ausschließlich um die Lebensmittelkategorie Fleisch und Fisch. Ein beim Einkauf bereits schlecht gewesener Joghurt verursachte eine Abfallmenge von 250 g bzw. 11 %. Einen geringen Anteil an der 73

94 Abfallmenge machten Lebensmittel, auf die der Haushalt keine Lust mehr hatte, aus (150 g bzw. 7 %). Tabelle 24: Abfallmenge nach Entsorgungsgründen für Singlehaushalte Entsorgungsgründe Gewicht [g] Anteil [%] Mindesthaltbarkeit ,13 falsche Lagerung ,08 keine Lust 150 6,64 bereits schlechtes Produkt gekauft ,07 zu viel gekocht ,08 Sonstiges / k.a. 0 0,00 Gesamt ,00 In Abbildung 36 sieht man deutlich, dass aufgrund der geringen Abfallmenge, Lebensmittel mit einem hohen Eigengewicht einen großen Anteil an dieser hatten (in diesem Fall aufgrund der Mindesthaltbarkeit entsorgte Teigwaren). Durch eine bessere Planung bei der Einkaufsplanung und durch eine ordnungsgemäße Lagerung hätte dieser Haushalt möglicherweise mit rund 0,6 kg bzw. 27 % ein Viertel seiner Abfallmenge reduzieren können. Verteilung der Gründe Singlehaushalt (Gesamt: ca. 2,5 kg) 41% 22% Mindesthaltbarkeit falsche Lagerung keine Lust bereits schlechtes Produkt gekauft zu viel gekocht Sonstiges / k.a. 19% 11% 7% Abbildung 36: Verteilung der Abfallmenge nach Gründen für Singlehaushalte in % 74

95 2-Personen Haushalte Tabelle 25 ist zu entnehmen, dass von den 36,5 kg Lebensmittelabfällen, die 2-Personen Haushalte entsorgten, rund ein Drittel aufgrund einer falschen Lagerung im Abfall landete (ca. 12,5 kg). Mit knapp 7 kg war die Mindesthaltbarkeit an 19 % der Abfälle verantwortlich. Zu viel gekochte Lebensmittel wurden, wenn sie nicht mehr verzehrt werden, von den Haushalten entsorgt. Dies trug mit etwa 6,5 kg zu 18 % bei. Auf rund 4 kg Lebensmittel bzw. 12 % hatten die Haushalte keine Lust mehr und entsorgten diese. Mit 100 g wurde nur eine vernachlässigbare Menge Lebensmittel, die zuvor bereits schlecht eingekauft worden war, entsorgt. Alle sonstigen Entsorgungsgründe zusammengenommen entsprachen einer Abfallmenge von etwa 6,5 kg bzw. 17 %. Tabelle 25: Abfallmenge nach Entsorgungsgründen für 2-Personen Haushalte Entsorgungsgründe Gewicht [g] Anteil [%] Mindesthaltbarkeit ,84 falsche Lagerung ,51 keine Lust ,56 bereits schlechtes Produkt gekauft 100 0,27 zu viel gekocht ,55 Sonstiges / k.a ,26 Gesamt ,00 Betrachtet man wieder die Entsorgungsgründe falsche Lagerung und keine Lust als leicht vermeidbar, so zeigt sich aus Abbildung 37, dass 2-Personen Haushalte möglichweise eine Abfallmenge von rund 17 kg zu viel entsorgt haben. Dies entsprach knapp der Hälfte ihrer entsorgten Lebensmittel (47 %). Eine Reduktion um diesen Wert lässt sich jedoch nur erzielen, wenn eine falsche Lagerung gänzlich vermieden wird und man versucht, auf Lusteinkäufe zu verzichten. 75

96 Verteilung der Gründe 2-Personen Haushalte (Gesamt: ca. 36,5 kg) 18% 17% 19% Mindesthaltbarkeit falsche Lagerung keine Lust bereits schlechtes Produkt gekauft zu viel gekocht Sonstiges / k.a. 0% 12% 35% Abbildung 37: Verteilung der Abfallmenge nach Gründen für 2-Personen Haushalte in % 3-Personen Haushalte Mit rund 51,5 kg entsorgten 3-Personen Haushalte die größte Menge an Lebensmitteln. Dies ist natürlich dadurch erklärbar, dass diesem Haushaltstyp die meisten Personen angehörten. Betrachtet man Tabelle 26, so lässt sich kein Hauptentsorgungsgrund ausmachen. Mit 13 und je 12 kg waren zu viel gekochte Lebensmittel, falsch gelagerte Lebensmittel sowie Lebensmittel, auf die die Haushalte keine Lust mehr hatten, an je rund einem Viertel der Abfallmenge verantwortlich (25 und je 23 %). Lebensmittel, die aufgrund ihrer Mindesthaltbarkeit entsorgt wurden, machten eine Abfallmenge von rund 5,5 kg bzw. 11 %. Auch bei den 3-Personen Haushalten spielten bereits schlecht gekaufte Lebensmittel keine große Rolle bei der Menge der Lebensmittelabfälle. Auf 6,5 kg kamen alle Lebensmittel, deren Entsorgung mit anderen Gründen begründet wurde (12 %). 76

97 Tabelle 26: Abfallmenge nach Entsorgungsgründen für 3-Personen Haushalte Entsorgungsgründe Gewicht [g] Anteil [%] Mindesthaltbarkeit ,91 falsche Lagerung ,09 keine Lust ,04 bereits schlechtes Produkt gekauft ,70 zu viel gekocht ,81 Sonstiges / k.a ,45 Gesamt ,00 In der grafischen Verteilung der Entsorgungsgründe nach Abbildung 38 sieht man noch einmal deutlich, dass drei Gründe entscheidend an der Abfallmenge beteiligt waren: falsche Lagerung, keine Lust und zu viel gekocht. Die beiden erstgenannten Gründe werden auch hier als leicht vermeidbar bezeichnet. Folglich wäre bei einer ordnungsgemäßen Lagerung und einer besseren Planung der Einkäufe möglicherweise eine Reduktion der Abfallmenge bei 3-Personen Haushalten um bis zu 24 bzw. 46 % möglich. Verteilung der Gründe 3-Personen Haushalte (Gesamt: ca. 51,5 kg) 25% 12% 11% 23% Mindesthaltbarkeit falsche Lagerung keine Lust bereits schlechtes Produkt gekauft zu viel gekocht Sonstiges / k.a. 6% 23% Abbildung 38: Verteilung der Abfallmenge nach Gründen für 3-Personen Haushalte in % 77

98 4-Personen Haushalte Lebensmittel, auf die man im Haushalt keine Lust mehr hatte, erzeugten nach Tabelle 27 mit 9 kg bzw. 27 % den größten Anteil an der Menge entsorgter Lebensmittel von 4-Personen Haushalten. An rund einem Viertel dieser Abfallmenge waren falsch gelagerte Lebensmittel verantwortlich (rund 7,5 kg bzw. 23 %). Auch in 4-Personen Haushalten wurde regelmäßig zu viel gekocht. Nicht verzehrte Lebensmittel landeten in einer Gesamtmenge von etwa 5,5 kg bzw. 16 % im Abfall. Mit 4 kg war die Mindesthaltbarkeit von Lebensmitteln Schuld an 12 % der Abfallmenge. Eine Menge von 0,5 kg entsorgter Lebensmittel, weil diese zuvor bereits beim Einkauf schlecht waren, war mit 2 % zu vernachlässigen. Ein Fünftel der Abfallmenge (6,5 kg bzw. 19 %) entfiel auf alle sonstigen Entsorgungsgründe. Tabelle 27: Abfallmenge nach Entsorgungsgründen für 4-Personen Haushalte Entsorgungsgründe Gewicht [g] Anteil [%] Mindesthaltbarkeit ,41 falsche Lagerung ,21 keine Lust ,20 bereits schlechtes Produkt gekauft 585 1,77 zu viel gekocht ,23 Sonstiges / k.a ,18 Gesamt ,00 Man erkennt, dass die Hälfte der Lebensmittelabfälle von 4-Personen Haushalten möglicherweise hätte vermieden werden können. Mit 16,5 kg bzw. 50 % ist der Anteil dieser leicht vermeidbaren Lebensmittelabfälle ähnlich hoch, wie in Haushalten anderer Größe (vgl. Abbildung 39). 78

99 Verteilung der Gründe 4-Personen Haushalte (Gesamt: ca. 33 kg) 16% 19% 12% 23% Mindesthaltbarkeit falsche Lagerung keine Lust bereits schlechtes Produkt gekauft zu viel gekocht Sonstiges / k.a. 2% 27% Abbildung 39: Verteilung der Abfallmenge nach Gründen für 4-Personen Haushalte in % Einzelbetrachtung der Entsorgungsgründe Mindesthaltbarkeit Jede an dieser Untersuchung teilnehmende Person begründete 399 g/kopf Lebensmittelabfälle mit dem Entsorgungsgrund Mindesthaltbarkeit. Vergleicht man nun die spezifische Abfallmenge für diesen Entsorgungsgrund der einzelnen Haushaltsgrößen, so erkennt man aus Abbildung 40, dass die Bandbreite der Werte hoch ist. Mit 575 g/kopf entsorgte ein 2-Personen Haushalt die größte so begründete Lebensmittelmenge. Diese Menge ist etwa anderthalb mal so hoch wie die Durchschnittsmenge. Hingegen entsorgten 3- Personen Haushalte mit 313 g/kopf die geringste Menge Lebensmittel aus diesem Grund. Während der Singlehaushalt mit 500 g/kopf ebenfalls deutlich über dem Durchschnittswert lag, erzeugte der 4-Personen Haushalt rund 15 % weniger Lebensmittelabfälle als der durchschnittliche Wert. Eine Erklärung hierfür könnte sein, dass kleine Haushalte die Menge der Lebensmittel, die in einer Verpackungseinheit enthalten ist, länger konsumieren. Hier kann es vorkommen, dass die Haushalte es vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums nicht schaffen, das Lebensmittel vollständig zu verzehren und es deswegen entsorgten. In größeren Haushalten ist die Menge derselben Verpackungseinheit durch die höhere Personenzahl schneller verzehrt worden. 79

100 Abbildung 40: spezifische Abfallmenge nach Haushaltsgröße für den Grund Mindesthaltbarkeit in g/kopf Falsche Lagerung Durch eine falsche Lagerung wurden während der Untersuchung die meisten Lebensmittel entsorgt. Die Menge, die durchschnittlich jeder Teilnehmer entsorgte, entsprach 760 g/kopf (vgl. Abbildung 41). Mit rund 40 % über dem Durchschnittswert entsorgten 2-Personen Haushalte, wie schon bei der Mindesthaltbarkeit zuvor, auch bei diesem Entsorgungsgrund die größte Abfallmenge (1.054 g/kopf). Alle anderen Haushaltsgrößen lagen unter dem Durchschnitt. Mit 663 g/kopf bzw. 639 g/kopf entsorgten 3 und 4-Personen Haushalte in etwa dieselbe Menge Lebensmittel aufgrund einer falschen Lagerung. Der Singlehaushalt unterbot den Durchschnitt mit 431 g/kopf deutlich. 80

101 Abbildung 41: spezifische Abfallmenge nach Haushaltsgröße für den Grund falsche Lagerung in g/kopf Keine Lust In Abbildung 42 erkennt man, dass die Abfallmenge für den Entsorgungsgrund keine Lust von der Haushaltsgröße abhängig war. Mit steigender Personenzahl nahm die spezifische Abfallmenge für diesen Grund zu. Im Mittel wurden 588 g/kopf so begründete Lebensmittel entsorgt. Mit 150 g/kopf lag der Singlehaushalt deutlich darunter. Es entsprach gerade einmal einem Viertel des Durchschnittswerts. Auf rund 60 % der durchschnittlichen Abfallmenge kam mit 353 g/kopf ein 2-Personen Haushalt. Größere Haushalte verzeichneten bereits eine überdurchschnittlich hohe Abfallmenge. So lagen 3-Personen Haushalte mit 661 g/kopf rund 12 % und 4-Personen Haushalte mit 748 g/kopf rund 27 % über der durchschnittlich entsorgten Menge an Lebensmitteln, auf die man keine Lust mehr hatte. In Haushalten mit mehr wie 2 Personen sind häufig Kinder vorhanden. Wie weiter unten noch näher beschrieben, waren Kinder häufig die Hauptursache für solch begründete Lebensmittelabfälle. Diese hatten oft keine Lust auf das Lebensmittel. Es könnte sein, dass sie bereits satt waren oder es ihnen nicht schmeckte. 81

102 Abbildung 42: spezifische Abfallmenge nach Haushaltsgröße für den Grund keine Lust in g/kopf Bereits schlechtes Produkt gekauft Die Menge der entsorgten Lebensmittel, die bereits beim Einkauf schlecht war, ist mit 85 g/kopf ziemlich gering. Mit 250 g/kopf war hier der Singlehaushalt derjenige, der die größte Menge vorzuweisen hatte. Ebenfalls eine überdurchschnittlich hohe Abfallmenge entsorgten 3-Personen Haushalte. Mit 164 g/kopf hatten sie eine um 80 % höhere Menge als der Durchschnittshaushalt. Die Menge der so begründeten Lebensmittelabfälle von 4-Personen Haushalten betrug 49 g/haushalt. Einen sehr guten Wert erreichten 2-Personen Haushalte mit lediglich 8 g/kopf. In Abbildung 43 lässt sich kein linearer Zusammenhang zwischen der Abfallmenge und der Haushaltsgröße erkennen. Die geringe spezifische Abfallmenge lässt ebenso keine plausible Begründung zu. Wie im Fall des Singlehaushalts reichte bereits die Entsorgung eines Lebensmittels mit einem hohen spezifischen Gewichts aus, um die Übersicht nachhaltig zu verändern. 82

103 Abbildung 43: spezifische Abfallmenge nach Haushaltsgröße für den Grund bereits schlechtes Produkt gekauft in g/kopf Zu viel gekocht Mit durchschnittlich 590 g/kopf wurden relativ viele (zweithöchste spezifische Abfallmenge) zu viel gekochte Lebensmittel entsorgt. Aus Abbildung 44 geht hervor, dass der Singlehaushalt mit 928 g/kopf rund zwei Drittel mehr Lebensmittelabfälle hatte als der Durchschnitt. Hier ist festzuhalten, dass die Hälfte dieser Menge durch einen abgesagten Besuch zustande gekommen war. Leider lässt sich nicht sagen, ob der Singlehaushalt die Möglichkeit hatte, diese Lebensmittel für einen späteren Verzehr aufzubewahren. 2-Personen Haushalte entsorgten mit 536 g/kopf etwa 10 % weniger Lebensmittel als ein durchschnittlicher Haushalt. Bedingt durch einen Geburtstag und durch die Absage von Essensgästen während der Untersuchung führte dies bei 3-Personen Haushalten zwangsläufig zu einer höheren spezifischen Abfallmenge. Mit 712 g/kopf lag diese rund ein Fünftel über der Durchschnittsmenge. Die niedrigste Abfallmenge zu viel gekochter Lebensmittel hatten 4- Personen Haushalte. Sie unterboten mit 447 g/kopf den Durchschnittswert um 25 %. Generell lässt sich mit diesen Ergebnissen keine Aussage darüber treffen, ob mehr Personen im Haushalt zu einer geringeren spezifischen Abfallmenge führen. 83

104 Abbildung 44: spezifische Abfallmenge nach Haushaltsgröße für den Grund zu viel gekocht in g/kopf Sonstiges / k.a. Alle sonstigen Entsorgungsgründe zusammen führten zu einer durchschnittlichen Abfallmenge von 453 g/kopf (vgl. Abbildung 45). Die Mengenverteilung um die Durchschnittsmenge ist relativ homogen. Während sowohl 2 als auch 4-Personen Haushalte mit 527 bzw. 528 g/kopf rund 20 % über dem Durchschnittswert lagen, kamen 3-Personen Haushalte mit 357 g/kopf auf eine 20 % geringere Abfallmenge wie der durchschnittliche Haushalt Lediglich der Singlehaushalt entsorgte in dieser Kategorie keine Lebensmittel. 84

105 Abbildung 45: spezifische Abfallmenge nach Haushaltsgröße für den Grund Sonstiges / k.a. in g/kopf Kinder im Haushalt Überblick Bei der Betrachtung einzelner Lebensmittelkategorien und Entsorgungsgründen ist bereits aufgefallen, dass Kinder im Haushalt einen Einfluss auf die Zusammensetzung und Menge des entsorgten Lebensmittelabfalls haben können. Dies soll nachfolgend näher betrachtet werden. Tabelle 28: Abfallmengen nach Kindern im Haushalt Haushaltstyp Anzahl Anteil [%] an Haushalte Personen Haushalten Personen Gewicht [g] Anteil [%] Haushalte mit ,5 74, ,56 Kindern Kinderlose ,5 25, ,44 Haushalte Gesamt ,0 100, ,00 85

106 An der Untersuchung nahmen zehn Haushalte mit Kindern teil (vgl. Tabelle 28). Insgesamt lebten 32 Personen in diesem Haushaltstyp. Diese entsorgten eine Abfallmenge von rund 88,5 kg bzw. 72 % (vgl. Abbildung 46). Die übrigen 28 % bzw. 35 kg Lebensmittelabfälle stammten von den sechs kinderlosen Haushalten bzw. 11 Personen. Man beachte, dass bei einigen als kinderlos erfassten Haushalten die erwachsenen Kinder bereits in der Vergangenheit ausgezogen sind. Je nach zeitlicher Distanz zur Untersuchung könnte dies einen mehr oder minder großen Einfluss auf das Konsumverhalten dieser Haushalte haben. So berichtete ein Haushalt, dass sich die Einkaufsplanung und Menge der zubereiteten Speisen noch nicht gänzlich auf die neue Situation angepasst hatte. Verteilung der Abfallmenge Kinder im Haushalt (Gesamt: ca. 123,5 kg) 28% HH mit Kindern Kinderlose HH 72% Abbildung 46: Verteilung der absoluten Abfallmenge nach Kindern im Haushalt Jeder Haushalt, der an der Untersuchung teilnahm, entsorgte im Durchschnitt rund 7,7 kg (7.725 g) Lebensmittelabfälle. Betrachtet man nun in Abbildung 47 die Haushalte, die Kinder hatten, so erkennt man, dass diese mit g/haushalt mehr als ein Kilogramm mehr Lebensmittel entsorgten, wie der Durchschnittshaushalt. Kinderlose Haushalte entsorgten mit einer Abfallmenge von g/haushalt rund ein Viertel weniger Lebensmittel als der durchschnittlicher Haushalt bzw. rund ein Drittel weniger als ein Haushalt mit Kindern. Dieses Ergebnis zeigt, dass Kinder im Haushalt zu einer Steigerung der Abfallmenge beigetragen haben. 86

107 Abbildung 47: spezifische Abfallmenge nach Kindern im Haushalt in g/haushalt Gesamtbetrachtung der Lebensmittelkategorien Zur genaueren Unterscheidung des Einflusses von Kindern auf die Abfallzusammensetzung, wird im Folgenden näher auf die einzelnen Lebensmittelkategorien eingegangen. Haushalte mit Kindern entsorgten im Untersuchungszeitraum nach Tabelle 29 rund 88,5 kg Lebensmittel. Ein Viertel davon entfiel auf Gemüse (ca. 22,5 kg bzw. 25 %). Mit rund 16 kg stellte Obst gemeinsam mit Backwaren die zweitgrößte Abfallfraktion dar (je 18 %). Speisereste, welche bereits bei der o.g. Haushaltsbetrachtung als hohe Abfallfraktion bei Haushalten mit Kindern ausgemacht wurden, waren für etwa 12 kg bzw. 14 % der Abfälle verantwortlich. Mit 7,5 kg kamen Milchprodukte auf einen Anteil von rund 9 %. Mit 6 bzw. 5 % trugen die Lebensmittelkategorien Teigwaren, Fleisch und Fisch sowie alle sonstigen Lebensmittel etwa zu gleichen Teilen zu der Abfallmenge bei (etwa 5,5 bzw. 4,5 kg). 87

108 Tabelle 29: Abfallmenge nach LM-Kategorien für Haushalte mit Kindern Lebensmittelkategorie Gewicht [g] Anteil [%] Obst ,93 Gemüse ,40 Fleisch und Fisch ,01 Milchprodukte ,53 Backwaren ,37 Teigwaren ,10 Speisereste ,71 Sonstiges ,94 Gesamt ,00 Abbildung 48 zeigt die Verteilung der Abfallmenge nach Lebensmittelkategorien für einen Haushalt mit Kindern. Hieraus ist ersichtlich, dass Obst und Gemüse, wie bei allen Betrachtungen zuvor, einen hohen Anteil an der Abfallmenge hatten. Der Anteil von Backwaren und Speisereste war ähnlich hoch wie bei den 3 und 4-Personen Haushalten, was darauf zurückzuführen ist, dass diese hauptsächlich die Gruppe der Haushalte mit Kindern darstellten. Es gab lediglich einen 2-Personen Haushalt mit Kind. Verteilung der Abfallmenge Haushalte mit Kindern (Gesamt: ca 88,5 kg) 14% 5% 18% Obst Gemüse Fleisch und Fisch Milchprodukte 6% Backwaren Teigwaren Speisereste 25% Sonstiges 18% 9% 5% Abbildung 48: Verteilung der Abfallmenge nach LM-Kategorien für einen Haushalt mit Kindern in % 88

109 Auf eine Menge rund 35 kg summierten sich die Lebensmittelabfälle von kinderlosen Haushalten (vgl. Tabelle 30). Den größten Anteil daran hatte erneut das Gemüse mit rund 11,5 kg bzw. 33 %. Ebenfalls einen großen Anteil an der Abfallmenge erzeugte entsorgtes Obst mit etwa 8 kg bzw. 22 %. Mit 4 kg Fleisch und Fisch hatte diese Lebensmittelkategorie einen Anteil von 11 % aus. Backwaren trugen mit rund 3 kg bzw. 9 % zur Abfallmenge bei. Mit 7 % entfielen auf Milchprodukte und auf sonstige Lebensmittel gleich große Anteile (je ca. 2,5 kg). Auch Speisereste und Teigwaren waren mit rund 2 und 1,5 kg bzw. 6 und 5 % etwa in gleichen Teilen in der Abfallmenge vorhanden. Tabelle 30: Abfallmenge nach LM-Kategorien für kinderlose Haushalte Lebensmittelkategorie Gewicht [g] Anteil [%] Obst ,20 Gemüse ,60 Fleisch und Fisch ,14 Milchprodukte ,10 Backwaren ,92 Teigwaren ,73 Speisereste ,22 Sonstiges ,10 Gesamt ,00 Aus Abbildung 49 geht eindeutig hervor, dass Obst und Gemüse bei kinderlosen Haushalten mit 55 % den Hauptanteil an der Abfallmenge ausmachten. Verglichen mit den Haushalten mit Kindern haben sich die Anteile von Backwaren und Speiseresten etwa halbiert. Dafür nahm der Anteil von Fleisch und Fisch um das Doppelte zu. 89

110 Verteilung der Abfälle Kinderlose Haushalte (Gesamt: ca. 35 kg) 5% 6% 7% 22% Obst Gemüse Fleisch und Fisch Milchprodukte 9% Backwaren Teigwaren Speisereste 7% Sonstiges 11% 33% Abbildung 49: Verteilung der Abfallmenge nach LM-Kategorien für einen kinderlosen Haushalt in % Einzelbetrachtung der Lebensmittelkategorien Obst Die entsorgte Menge Obst unterschied sich zwischen Haushalten mit Kindern und solchen ohne. Kinderlose Haushalte hatten mit g/haushalt rund 200 Gramm weniger Obstabfälle als der Durchschnittshaushalt mit g (vgl. Abbildung 50). Waren Kinder im Haushalt vorhanden, stieg die Menge vom entsorgten Obst auf g/haushalt. Gründe hierfür könnten sein, dass Eltern ihre Kinder gesund und ausgewogen ernähren wollten und dadurch eine große Auswahl an verschiedenen Obstsorten anboten. Diese werden dann von den Kindern nicht in den Mengen konsumiert, wie angenommen und somit in größeren Mengen entsorgt, als es ohne Kinder der Fall war. 90

111 Abbildung 50: spezifische Abfallmenge nach Kindern im Haushalt für die LM-Kategorie "Obst" in g/haushalt Gemüse Bei den Mengen von entsorgtem Gemüse unterschieden sich Haushalte mit Kindern von solchen ohne in ähnlicher Weise wie beim Obst (vgl. Abbildung 51). Ebenfalls zu einer Zunahme von etwa einem Drittel der Durchschnittsabfallmenge kam es, wenn sich Kinder im Haushalt befanden (2.426 g/haushalt). Haushalte ohne Kinder waren mit g/kopf sogar 10 Prozent besser als der Durchschnittshaushalt. Dies lässt sich womöglich mit denselben Gründen wie beim entsorgten Obst begründen. Eltern wollten, dass sich Kinder gesund und ausgewogen ernährten. Dazu gehört ebenso eine große Auswahl an Gemüse. Dass Kinder nicht immer das vorgesetzte Gemüse essen möchten, schlug sich deutlich in der Abfallmenge nieder. 91

112 Abbildung 51: spezifische Abfallmenge nach Kindern im Haushalt für die LM-Kategorie "Gemüse" in g/haushalt Fleisch und Fisch Bei der Lebensmittelkategorie Fleisch und Fisch drehten sich die Mengenverhältnisse (vgl. Abbildung 52). Mit 443 g/haushalt hatten Haushalte mit Kindern eine um rund 15 % niedrigere Abfallmenge als der durchschnittliche Haushalt mit 522 g/haushalt. Bei kinderlosen Haushalten lag die Abfallmenge mit 652 g/haushalt deutlich darüber (25 % über dem Durchschnitt). Dies verwundert, weil Haushalte mit Kindern mit einer Gesamteinkaufsmenge von etwa 30 kg/haushalt für Fleisch und Fisch sogar deutlich mehr einkauften als kinderlose Haushalte (rund 25 kg/haushalt). Eine Erklärung könnte sein, dass kinderlose Haushalte in der Regel kleinere Haushalte sind und selbst handelsübliche Verpackungsgrößen von Lebensmitteln der Kategorie Fleisch und Fisch zu groß für diese sind. Familien mit Kindern, und somit größere Familien, können die gekauften Mengen leichter zubereiten und vor allem ohne große Reste verzehren. Dennoch wurde im Vergleich zu Obst und Gemüse deutlich weniger Fleisch und Fisch entsorgt (rund zwei Drittel weniger als Obst und sogar drei Viertel weniger als Gemüse). 92

113 Abbildung 52: spezifische Abfallmenge nach Kindern im Haushalt für die LM-Kategorie "Fleisch und Fisch" in g/haushalt Milchprodukte Abbildung 53 kann man entnehmen, dass die Menge von entsorgten Milchprodukten bei Haushalten mit Kindern überdurchschnittlich hoch war. Mit 754 g/haushalt lag diese etwa 20 % über dem Durchschnittswert von 627 g/haushalt. Kinderlose Haushalte schnitten mit einer um 33 % reduzierten Abfallmenge gut ab (416 g/haushalt). Haushalte mit Kindern achteten besonders bei Milchprodukten auf das Mindesthaltbarkeitsdatum, um mögliche gesundheitliche Auswirkungen auf die Kinder zu vermeiden. Lagerten Milchprodukte längere Zeit geöffnet oder wurden möglicherweise vergessen, so wurden diese im Zweifelsfall lieber entsorgt. Dies könnte ein Grund für die größere Menge entsorgter Milchprodukte bei diesen Haushalten gewesen sein. 93

114 Abbildung 53: spezifische Abfallmenge nach Kindern im Haushalt für die LM-Kategorie "Milchprodukte" in g/haushalt Backwaren Mit g wurden pro Haushalt etwa genauso viele Backwaren entsorgt, wie Fleisch und Fisch sowie Milchprodukte zusammen. Betrachtet man Abbildung 54 so erkennt man, dass hier kinderlose Haushalte besonders gut abschnitten. Mit 523 g/haushalt lag die Menge ihrer entsorgten Backwaren unter der Hälfte vom durchschnittlichen Haushalt (43 % des Durchschnittshaushalts). Eine um ein Drittel höhere Abfallmenge wiesen Haushalte mit Kindern auf (1.624 g/haushalt). Sie kauften zwar mir rund 24 kg etwa 70 % mehr Backwaren ein als kinderloser Haushalte (14 kg). Dies allein erklärt aber nicht die um den Faktor 3 höhere Abfallmenge bei Backwaren. Eine ganz entscheidende Rolle spielte hier das Vesperbrot. Kinder aßen häufig in der Schule nicht ihr Vesperbrot. Weil es den ganzen Tag ungekühlt im Schulranzen lag und aus Angst, es könnte gesundheitliche Auswirkungen auf das Kind haben, entsorgten dies die Eltern vorsorglich. 94

115 Abbildung 54: spezifische Abfallmenge nach Kindern im Haushalt für die LM-Kategorie "Backwaren" in g/haushalt Teigwaren Mit durchschnittlich 441 g entsorgte jeder Haushalt vergleichsweise wenige Teigwaren. Aus Abbildung 55 geht hervor, dass Haushalte mit Kindern erneut eine höhere Abfallmenge hatten als der durchschnittliche Haushalt, aber auch als kinderlose Haushalte. Mit 540 g/haushalt lagen diese rund ein Viertel (22 %) über dem Durchschnitt. Verglichen mit kinderlosen Haushalten (277 g/haushalt) entsorgten Haushalte mit Kindern etwa doppelt so viele Teigwaren. Gründe hierfür sind zum einen, dass zu viele Teigwaren gekocht wurden, die dann nicht rechtzeitig verzehrt werden konnten. Zum anderen beeinflusste ein während der Untersuchung eingetretener Krankheitsfall verbunden mit der Entsorgung größere Mengen zubereiteter Teigwaren die Abfallmengen von Haushalten mit Kindern negativ. 95

116 Abbildung 55: spezifische Abfallmenge nach Kindern im Haushalt für die LM-Kategorie "Teigwaren" in g/haushalt Speisereste Die Lebensmittelkategorie Speisereste stellte eine große Abfallfraktion bei Haushalten mit Kindern dar. Nach Abbildung 56 betrug die entsorgte Abfallmenge g/haushalt und war um ein Drittel höher, als die durchschnittliche Menge von entsorgten Speiseresten (895 g/haushalt). Diese Menge war etwa dreieinhalb Mal größer als die von kinderlosen Haushalten (364 g/haushalt). Es war der größte Unterschied einer Abfallmenge von Haushalten mit Kindern zu kinderlosen Haushalten bei den Lebensmittekategorien. Kinder sind in ihrem Verhalten sehr unterschiedlich. Die Menge, die ein Kind von einer Speise isst, hängt stark von seiner Lust und seinem Hunger ab. Nicht immer wird die gleiche Menge gegessen. Man darf sich als Elternteil auch nicht auf bestimmte Lebensmittelsorten festlegen, die bisher problemlos verzehrt worden sind. Manchmal ändert sich der Geschmack von Kindern und zubereitete Speisen müssen entsorgt werden. Auch kann es vorkommen, dass Kinder, obwohl für sie gekocht wurde, dem Essen fern bleiben. 96

117 Abbildung 56: spezifische Abfallmenge nach Kindern im Haushalt für die LM-Kategorie "Speisereste" in g/haushalt Sonstiges Die durchschnittliche Menge aller sonstigen Lebensmittel, die entsorgt worden sind, betrug 429 g/haushalt (vgl. Abbildung 57) und war der niedrigste Durchschnittswert einer Lebensmittelkategorie. Auch hier war die Abfallmenge von Haushalten mit Kindern (437 g/haushalt) größer als die von kinderlosen Haushalten (416 g/haushalt), jedoch sind die Unterschiede vernachlässigbar. 97

118 Abbildung 57: spezifische Abfallmenge nach Kindern im Haushalt für die LM-Kategorie "Sonstiges" in g/haushalt Nachdem nun der Einfluss von Kindern auf die Abfallzusammensetzung beleuchtet worden ist, folgt nachfolgend der Versuch, den Einfluss von Kindern auf die Entsorgungsgründe darzustellen. Gesamtbetrachtung der Entsorgungsgründe Die größte Menge entsorgter Abfälle kam bei Haushalten mit Kindern dadurch zustanden, dass man keine Lust mehr auf das Lebensmittel hatte und es somit entsorgte (vgl. Tabelle 31). Rund ein Viertel der Abfallmenge machte dieser Entsorgungsgrund aus (ca. 21,5 kg bzw. 24 %). Falsch gelagert wurden 20 kg bzw. 23 % der entsorgten Lebensmittel. Mit ebenfalls rund 20 kg machten Lebensmittel bzw. Speisereste, die zu viel gekocht wurden einen weiteren hohen Anteil an der Abfallmenge von Haushalten mit Kindern aus. Etwa 10 kg bzw. 11 % der Lebensmittelabfälle entsorgte man aufgrund ihrer Mindesthaltbarkeit. Weitere 3,5 kg bzw. 4 % wurden bereits schlecht gekauft und landeten ebenfalls im Abfall. Alle sonstigen Gründe waren mit etwa 14 kg an 16 % der Abfallmenge verantwortlich. 98

119 Tabelle 31: Abfallmenge nach Entsorgungsgründen für Haushalte mit Kindern Entsorgungsgründe Gewicht [g] Anteil [%] Mindesthaltbarkeit ,15 falsche Lagerung ,57 keine Lust ,34 bereits schlechtes Produkt gekauft ,99 zu viel gekocht ,40 Sonstiges / k.a ,56 Gesamt ,00 In Abbildung 58 erkennt man, dass es in Haushalten mit Kindern nicht einen Hauptentsorgungsgrund für Lebensmittel gab. Es gab mit keine Lust, falsche Lagerung und zu viel gekocht drei Gründe, die jeweils zu etwa einem Viertel der Abfallmenge beitrugen. Etwa die Hälfte der Abfallmenge (rund 41,5 kg bzw. 47 %) könnte möglicherweise, betrachtet man die beiden Entsorgungsgründe falsche Lagerung und keine Lust als leicht vermeidbar, durch eine bessere Einkaufsplanung sowie einer ordnungsgemäßen Lagerung von Lebensmitteln vermieden werden. Verteilung der Gründe Haushalte mit Kindern (Gesamt: ca. 88,5 kg) 22% 16% 11% 23% Mindesthaltbarkeit falsche Lagerung keine Lust bereits schlechtes Produkt gekauft zu viel gekocht Sonstiges / k.a. 4% 24% Abbildung 58: Verteilung der Abfallmenge nach Gründen für einen Haushalt mit Kindern in % 99

120 Der Hauptentsorgungsgrund für Lebensmittel von kinderlosen Haushalten war mit rund 12,5 kg bzw. 36 % eine falsche Lagerung (vgl. Tabelle 32). Die Mindesthaltbarkeit von Lebensmitteln spielte ebenso eine große Rolle und war für rund 7 kg bzw. 21 % verantwortlich. An dritter Stelle folgten zu viel gekochte Lebensmittel (rund 5,5 kg bzw. 16 %). Kinderlose Haushalte hatten an 3,5 kg Lebensmittel keine Lust und entsorgten diese deswegen (11 %). Mit etwa 0,5 kg bzw. 1 % waren Lebensmittel, die bereits schlecht gekauft worden sind und deswegen entsorgt wurden, vernachlässigbar. Alle Lebensmittel, die aus sonstigen Gründen entsorgt wurden, summierten sich auf etwa 5,5 kg bzw. 15 %. Tabelle 32: Abfallmenge nach Entsorgungsgründen für Haushalte mit Kindern Entsorgungsgründe Gewicht [g] Anteil [%] Mindesthaltbarkeit ,72 falsche Lagerung ,16 keine Lust ,66 bereits schlechtes Produkt gekauft 350 1,00 zu viel gekocht ,30 Sonstiges / k.a ,17 Gesamt ,00 Im Vergleich zu Haushalten mit Kindern ließ sich bei kinderlosen Haushalten mit falsch gelagerten Lebensmitteln ein Hauptgrund ausmachen. Dieser war an einem Drittel der Lebensmittelabfälle verantwortlich (vgl. Abbildung 59). Ebenso entscheidend war die Mindesthaltbarkeit von Lebensmittel. Dieser Grund war doppelt so stark an der Abfallmenge beteiligt wie bei Haushalten mit Kindern. Dafür entsorgten kinderlose Haushalte weniger Lebensmittel, auf die sie zuvor keine Lust mehr gehabt hatten. Kinderlose Haushalte hätten möglicherweise durch eine ordnungsgemäße Lagerung und eine besser Planung Lebensmittelabfälle in einer Größenordnung von etwa 16,5 kg bzw. 47 % vermeiden können. 100

121 Verteilung der Gründe Kinderlose Haushalte (Gesamt: ca. 35 kg) 16% 15% 21% Mindesthaltbarkeit falsche Lagerung keine Lust bereits schlechtes Produkt gekauft zu viel gekocht Sonstiges / k.a. 1% 11% 36% Abbildung 59: Verteilung der Abfallmenge nach Gründen für einen kinderlosen Haushalt in % Einzelbetrachtung der Entsorgungsgründe Mindesthaltbarkeit Im Durchschnitt wurden g Lebensmittel pro Haushalt aufgrund der Mindesthaltbarkeit entsorgt (vgl. Abbildung 60). Bei der Betrachtung der Abfallmengenverteilung auf die Lebensmittelkategorien von kinderlosen Haushalten ist bereits aufgefallen, dass der Entsorgungsgrund Mindesthaltbarkeit einen hohen Anteil daran hatte. Mit g/haushalt lag dieser Wert um rund 15 % über dem Durchschnitt. Haushalte mit Kindern wiesen unterdurchschnittlich viele Lebensmittel auf, die aufgrund der Mindesthaltbarkeit entsorgt wurden (986 g/haushalt). Ein Grund hierfür könnte sein, dass kinderlose Haushalte in der Regel kleiner sind als Haushalte mit Kindern. Bei gleichen Verpackungseinheiten wird das jeweilige Lebensmittel langsamer konsumiert. Hierbei besteht die Möglichkeit, dass das Lebensmittel in dieser Zeit sein Mindesthaltbarkeitsdatum überschreitet und aufgrund dessen entsorgt wird. 101

122 Abbildung 60: spezifische Abfallmenge nach Kindern im Haushalt für den Grund "Mindesthaltbarkeit" in g/haushalt Falsche Lagerung Mit g/haushalt war eine falsche Lagerung der Grund, mit dem die größte Abfallmenge begründet wurde. Als Hauptentsorgungsgrund bei kinderlosen Haushalten wurde dieser bereits oben ausgemacht. Abbildung 61 ist zu entnehmen, dass kinderlose Haushalte mit g/haushalt damit eine Abfallmenge, welche leicht über dem Durchschnitt lag, begründeten. Nur rund 6 % weniger betrug die Abfallmenge von Haushalten mit Kindern. Ihr Wert lag mit g/haushalt nur gering unter dem Durchschnittswert. Es lässt sich feststellen, dass die Unterschiede zwischen den beiden Haushaltsformen gering sind und eine Darstellung, dass Kinder im Haushalt einer falschen Lagerung von Lebensmittel entgegenwirken, hier nicht begründet werden kann. 102

123 Abbildung 61: spezifische Abfallmenge nach Kindern im Haushalt für den Grund "falsche Lagerung" in g/haushalt Keine Lust Die Menge der Lebensmittel, die deswegen entsorgt wurden, weil man keine Lust auf diese hatte, unterschied sich sehr stark, je nachdem ob Kinder im Haushalt waren oder nicht. Dies lässt sich auch in Abbildung 62 erkennen. Mit g/haushalt war keine Lust der Hauptentsorgungsgrund von Haushalten mit Kindern. Die Menge lag rund ein Drittel (36 %) über der durchschnittlich entsorgten Lebensmittelmenge. Der Unterschied zu der Abfallmenge von kinderlosen Haushalten war ebenfalls groß. Diese entsorgten gerade einmal etwa ein Drittel (29 %) der Menge, die Haushalte mit Kindern entsorgten. Im vorherigen Abschnitt ist schon einmal kurz auf das (Konsum-)Verhalten von Kindern eingegangen worden. Diese hatten oft einfach keine Lust auf das Lebensmittel bzw. die zubereiteten Speisen. Sei es, dass sie bereits satt waren oder es ihnen nicht schmeckte. Eine große Menge an Vesperbroten, die Schulkindern nicht verzehrten, wurde so begründet zu Hause entsorgt. 103

124 Abbildung 62: spezifische Abfallmenge nach Kindern im Haushalt für den Grund "keine Lust" in g/haushalt Bereits schlechtes Produkt gekauft Die Menge der Lebensmittel, die bereits schlecht gekauft wurden, z.b. eine faulige Orange im Netz, und deshalb entsorgt werden mussten, war mit durchschnittlich 243 g/haushalt vergleichsweise gering (vgl. Abbildung 63). Dennoch gab es Unterschiede zwischen Haushalten mit und solchen ohne Kinder. Während kinderlose Haushalte mit 58 g/haushalt nur wenig so begründete Lebensmittel entsorgten, war diese Menge bei Haushalten mit Kindern mit 353 g/haushalt etwa sechs Mal so hoch. In wurde bereits festgestellt, dass es sich bei 78 % der Lebensmittel, die so begründet entsorgt wurden, um Obst und Gemüse handelte. Ebenso wurde weiter oben die Annahme getroffen, dass Eltern ihren Kindern eine gesunde und ausgewogene Ernährung anbieten möchten. Da Obst und Gemüse einen hohen Anteil an der Abfallmenge von Haushalten mit Kindern für diesen Entsorgungsgrund ausmachte, liegt die Vermutung nahe, dass dies die Ursache für die hohe Abfallmenge war. 104

125 Abbildung 63: spezifische Abfallmenge nach Kindern im Haushalt für den Grund "bereits schlechtes Produkt gekauft" in g/haushalt Zu viel gekocht In einem durchschnittlichen Haushalt wurden während der Untersuchung g/haushalt zu viel gekochte Lebensmittel entsorgt (vgl. Abbildung 64). Mit g/haushalt entsorgten Haushalte mit Kindern etwa ein Viertel mehr als ein Durchschnittshaushalt. Kinderlose Haushalte erzeugten mit 955 g/haushalt hingegen nur etwa die Hälfte der zu viel gekochten Lebensmittelabfallmenge der Haushalte mit Kindern. Dies ist auch ein Drittel weniger als der Durchschnittswert. Die große Abfallmenge bei Haushalten mit Kindern lässt sich dadurch begründen, dass, ähnlich wie beim Grund keine Lust, Kinder und ihr Verhalten starken Einfluss auf genau diese beiden Entsorgungsgründe hatten. Auch das bewusste Kochen von größeren Mengen, um dann an zwei Tagen hintereinander davon zu essen, führte zu Lebensmittelabfällen. So kann es z.b. vorkommen, dass man am Folgetag nicht zu Hause is(s)t. Davon sind aber beide Haushaltstypen in gleicher Weise betroffen. 105

126 Abbildung 64: spezifische Abfallmenge nach Kindern im Haushalt für den Grund "zu viel gekocht" in g/haushalt Sonstiges / k.a. Alle sonstigen Entsorgungsgründe, die nicht durch die zuvor genannten Kategorien erfasst wurden, aufsummiert, ergaben eine durchschnittliche Abfallmenge von g/haushalt. Hierzu gehörten u.a. vergessene oder trotz ordnungsgemäßer Lagerung verfaulte oder verschimmelte Lebensmittel. Haushalte mit Kindern lagen nach Abbildung 65 mit g/haushalt rund 15 % über diesem Wert. Kinderlose Haushalte schafften es auch bei diesem Entsorgungsgrund, unter der durchschnittlichen Abfallmenge zu liegen. Mit 955 g/haushalt unterboten sie diese Menge um etwa 40 %. Da die unter Sonstiges / k.a. zusammengefassten Entsorgungsgründe vielfältig waren, lässt sich keine genaue Aussage darüber treffen, wieso Kinder auf diese Abfallmenge so einen großen Einfluss hatten. Hierzu müsste man die einzelnen Gründe genauer betrachten, was jedoch nicht Bestandteil dieser Arbeit war. 106

127 Abbildung 65: spezifische Abfallmenge nach Kindern im Haushalt für den Grund "Sonstiges / k.a." in g/haushalt Entwicklung der Abfallmenge Die Entwicklung der Abfallmenge im Untersuchungszeitraum geht aus Abbildung 66 hervor. An der Ausgleichsgeraden im Diagramm erkennt man, dass die wöchentliche Abfallmenge im Verlauf der Untersuchung abnahm. Es ist zu beachten, dass in diesem Schaubild die 22. Kalenderwoche fehlt. Diese umfasste die letzten beiden Untersuchungstage. Für den Vergleich der einzelnen Kalenderwochen (sowohl in Abbildung 66 als auch in Abbildung 67) wurden Lebensmittelabfälle, die an diesen beiden Tagen anfielen, nicht betrachtet. Für die bisherige Analyse, die sich auf die Gesamtmengen bezog, wurden auch diese Werte einbezogen. Man erkennt in diesem Diagramm, dass es zwischen den einzelnen Kalenderwochen zum Teil erhebliche Unterschiede in der Abfallmenge gab. Einige dieser Schwankungen sind auf besondere Vorkommnisse im Untersuchungszeitraum zurückzuführen. So befand sich in der ersten untersuchten Kalenderwoche (10. Kalenderwoche) ein vierköpfiger Haushalt im Urlaub. Betrachtet man die durchschnittliche Abfallmenge dieses Haushaltes, so ist dadurch nicht die gesamte Differenz der Abfallmenge aus der 10. und 11. Kalenderwoche erklärbar. Die Abfallmenge aus der 11. Kalenderwoche war jedoch durch einen Krankheitsfall eines 107

128 anderen Haushaltes beeinflusst worden. In dieser Zeit entsorgte dieser 4-Personen Haushalt rund 3 kg Lebensmittel, die bedingt durch diesen Krankheitsfall nicht verzehrt wurden. Beide Vorkommnisse gemeinsam können dennoch nicht im vollen Masse für diese Abfallmengendifferenz verantwortlich gemacht werden. Die niedrigen Abfallmengen aus der 15. sowie 16. Kalenderwoche waren ebenfalls darauf zurückzuführen, dass während dieser Zeit Haushalte in Urlaub waren. Während in der 15. Kalenderwoche ein 3-Personen Haushalt nicht anwesend war, konnte ein 2-Personen Haushalt in der 16. Kalenderwoche seine Lebensmittelabfälle nicht erfassen. Die 17. Kalenderwoche stellt eine Besonderheit dar. Obwohl während dieser Zeit ein 2- Personen Haushalt im Urlaub war, ist die Abfallmenge dieser Woche vergleichsweise hoch. Eine Erklärung hierfür könnte sein, dass es sich um die Woche nach Ostern handelte. Während die Haushalte in der Woche zuvor viele Lebensmittel für Ostern und die damit verbundenen Feiertage einkauften (vgl. 4.4), entsorgten sie nach Ostern viele der zu viel gekochten und zu viel gekauften Lebensmittel. Die auffällig niedrige Abfallmenge während der 13. Kalenderwoche war auf keine Vorkommnisse wie Urlaub, Krankheitsfälle oder Feiertage zurückzuführen. Hier unterlag die Abfallmenge einer natürlichen Schwankung. Da in dieser Auswertung nur Kalenderwochen betrachtet wurden, können Abfälle, die erst einen Tag nach ihrem Anfall erfasst worden sind, zu solchen Mengenverschiebungen führen. Insbesondere, wenn es sich um einen Wochenwechsel handelte. In den letzten vier Wochen der Untersuchung waren ebenfalls keine besonderen Vorkommnisse zu verzeichnen gewesen, die großen Einfluss auf die Abfallmenge haben könnten. Eine genauere Mengenentwicklung, in dem die Tagesdaten der Lebensmittelabfälle über die Zeit aufgetragen wurden, findet man in Anhang 5: Detaillierter Verlauf der Abfallmenge. 108

129 Abbildung 66: Entwicklung der Abfallmenge im Untersuchungszeitraum Vergleicht man nun nach Abbildung 67 die drei farblich unterschiedenen Untersuchungsphasen, so erkennt man, dass die Haushalte in der ersten Phase (10. bis 13. Kalenderwoche) mit durchschnittlich 14,5 kg pro Woche etwa 50 % mehr Lebensmittel als in der zweiten Phase (14. bis 17. Kalenderwoche: 9,5 kg/woche) entsorgten. Der Vergleich der ersten mit der dritten Phase fällt hier noch gravierender aus: die Menge der pro Woche entsorgten Lebensmittel war in der ersten Untersuchungsphase durchschnittlich etwa zweieinhalb Mal so hoch wie in der dritten Phase (18. bis 21. Kalenderwoche: 6 kg/woche). Vergleicht man die beiden letzten Untersuchungsphasen miteinander, so zeigt sich, dass in der zweiten Phase die durchschnittliche Abfallmenge pro Woche rund 60 % höher war, als in der dritten Phase. Zusammenfassend kann man festhalten, dass die mittlere Wochenabfallmenge von erster zur zweiten Phase und von zweiter zu dritten Phase um etwa ein Drittel abnahm. Insgesamt nahm im Untersuchungszeitraum die mittlere Wochenabfallmenge um 58 % ab. 109

130 Abbildung 67: Vergleich der durchschnittlichen Abfallmengen in den drei Untersuchungsphasen Im Nachfolgenden wird versucht, Rückschlüsse der verschiedenen, während der Untersuchung durchgeführten Maßnahmen auf die Abfallmenge zu ziehen und so den Erfolg der Maßnahmen abzuschätzen. In der ersten Phase wurde versucht, die Ist-Situation des Konsumverhaltens und der Abfallmenge von den teilnehmenden Haushalten zu ermitteln. Betrachtet man die Abfallmengen der ersten vier Untersuchungswochen und berücksichtigt die oben genannten Einflussfaktoren, so erkennt man, dass bereits das Führen eines Tagebuchs, welches den Haushalten einen Überblick über ihre eingekauften und entsorgten Lebensmittelmengen gab, großen Einfluss auf die Abfallmenge hatte. Dies erkennt man besonders deutlich, wenn man die mittleren Wochenabfallmengen der ersten beiden Phasen miteinander vergleicht. Berücksichtigt man zusätzlich die limitierenden Faktoren eines Tagebuchs (siehe 3.3.2), so zeigt sich, dass es mit dieser Methode nicht möglich war, eine realistische und unbeeinflusste Ist-Situation zu ermitteln. Aus diesem Grund wurde die Dauer der ersten Phase von vier Wochen bewusst so lang gewählt, damit sich die Haushalte an das Tagebuch gewöhnen konnten und dessen Einfluss minimiert wird. Will man nun aus den Abfallmengen den Einfluss der einzelnen Maßnahmen deuten, so muss man feststellen, dass dies nicht möglich ist. Man erkennt zwar, dass die Abfallmengen in 110

131 Laufe der Zeit rückläufig sind, die Mengen der einzelnen Kalenderwochen wie oben erwähnt jedoch einer natürlichen Schwankung unterliegen. Außerdem ist die Wirkung, die eine Maßnahme erzielt, unterschiedlich in ihrer Ausprägung. So kann diese bei einem Haushalt eine rasche, jedoch kurzfristige Abnahme der Abfallmenge, bei einem anderen Haushalt eine langsame und langfristige Abfallreduktion bewirken. Somit lassen sich die durchgeführten Maßnahmen, welche zu unterschiedlichen Zeitpunkten durchgeführt wurden, nicht einer einzelnen Wochenabfallmenge zuschreiben. Fasst man die Einzelmaßnahmen samt Tagebuch jedoch zusammen, kann man festhalten, dass der gesamte angewandte Maßnahmenkatalog zu einer Reduktion der Menge von Lebensmittelabfällen in Haushalten beitrug. Um den Erfolg einer Einzelmaßnahme doch messbar zu machen, wurde den Haushalten nach Abschluss der Untersuchung ein Fragebogen vorgelegt. In diesem sollten die Haushalte den persönlichen Gewinn jeder durchgeführten Maßnahme mit Schulnoten bewerten. Der persönliche Gewinn wurde als Erkenntnisgewinn definiert. Erlangten also Haushalte durch eine Maßnahme neues Wissen, das sie bewusst in ihrem Konsumverhalten veränderte, war der persönliche Gewinn dieser Maßnahme mit einer guten Schulnote zu bewerten. Waren jedoch Informationen bekannt oder gingen keine neuen Erkenntnisse für einen Haushalt aus einer Maßnahme hervor, so war diese mit einer schlechten Schulnote zu bewerten. Es gilt zu beachten, dass der Fragebogen von einem Haushalt nicht beantwortet werden konnte, da sich dieser zu diesem Zeitpunkt im Urlaub befand. Der Versuch, ein Überangebot von Lebensmitteln im Haushalt künstlich herbei zu führen, wurde als erste Maßnahme von den Haushalten recht ausgeglichen bewertet. Während für sechs Haushalte diese Maßnahme einen sehr großen bzw. großen persönlichen Gewinn erzielte (vier Mal Schulnote 1 bzw. zwei Mal Schulnote 2), waren fünf Haushalte der Meinung, diese Maßnahme erzielte kaum bzw. keinen persönlichen Gewinn (zwei Mal Schulnote 5 bzw. drei Mal Schulnote 6). Für vier Haushalte erzielte das Überangebot an Lebensmitteln einen mäßigen Erfolg und sie bewerteten diese Maßnahme mit den Schulnoten 3 (drei Nennungen) bzw. 4 (eine Nennung). Die Bewertung des Besuchs der Slow Food-Messe in Stuttgart fiel insgesamt deutlicher aus. Von den sieben Haushalten, die an dem Besuch teilnahmen, nannten fünf, dass der Messebesuch und der auf diesem erlangte Informationszuwachs ein sehr großer persönlicher Gewinn war (Schulnote 1). Die beiden anderen Haushalte bewerteten diesen Besuch mit der 111

132 Schulnote 3 bzw. 4 (mäßiger persönlicher Gewinn). Neun Haushalte nahmen an diesem Besuch nicht teil und konnten somit diese Maßnahme nicht bewerten. Das praktische Beispiel zum Thema Mindesthaltbarkeit von Lebensmitteln und die zugehörigen Informationen dazu wurden von den Haushalten als Aktion positiv wahrgenommen, der durchschnittliche persönliche Gewinn durch diese Maßnahme war jedoch nicht so hoch. Acht Haushalte erzielten hierdurch kaum einen bzw. keinen Erkenntnisgewinn. Dies bedeutet jedoch im Umkehrschluss, dass diese Haushalte bestens über dieses Thema informiert waren und in ihrem Wissen durch diese Maßnahme bestätigt wurden. Für vier Haushalte war der persönliche Gewinn dieser Maßnahme groß bzw. sehr groß (je zwei Mal die Schulnote 1 bzw. 2). Einem Haushalt ist sogar die Angst vor dem Mindesthaltbarkeitsdatum genommen worden, sodass insbesondere Joghurts nicht mehr direkt nach Ablauf dessen direkt entsorgt werden. Vor der Entsorgung erfolgt nun verstärkt eine Sicht- und Geruchsprobe des abgelaufenen Lebensmittels. Hierdurch konnten, so wurde von diesem Haushalt berichtet, bereits einige Lebensmittel vor dem Abfall gerettet werden. Für drei Haushalte hatte diese Maßnahme einen mäßigen persönlichen Gewinn und sie bewerteten deshalb mit der Schulnote 3 (zwei Nennungen) und 4 (eine Nennung). Die letzte Maßnahme war die Konfrontation der Haushalte mit ihrer tatsächlich bis zu diesem Zeitpunkt angefallenen Lebensmittelabfallmenge. Hierzu wurden grafische Verteilungen der Abfallmenge des jeweiligen Haushalts und des Durchschnitts über alle Haushalte ausgeteilt. Diese Maßnahme wurde von allen Maßnahmen am besten bewertet und erzielte somit den größten persönlichen Gewinn für die Haushalte. Die überwiegende Mehrheit der Haushalte war der Meinung, dass diese Maßnahme einen großen bzw. sehr großen persönlichen Gewinn für sie erzielte (elf Mal die Schulnote 1 bzw. drei Mal die Schulnote 2). Lediglich für einen Haushalt erzielte diese Maßnahme einen mäßigen Gewinn (Schulnote 3). Im persönlichen Gespräch teilten viele Haushalte mit, dass sie von der Menge Lebensmittel, die sie diese in dieser Zeit entsorgten, überrascht waren. Die Meisten schätzten ihre Abfallmenge deutlich niedriger ein, als dies tatsächlich der Fall war. Im Extremfall war die tatsächlich entsorgte Menge fünf Mal höher als die zuvor geschätzte. Dies zwang die Haushalte, sich mit ihrer Wahrnehmung der Lebensmittelabfälle auseinander zu setzen und nach möglichen Lösungsansätzen, diese Abfallmenge zu reduzieren, zu suchen. Und es fanden sich zahlreiche interessante und auch praktikable Ansätze, deren Erfolg leider nicht im Rahmen dieser Untersuchung sichtbar gemacht werden kann. Es wurde versucht, bewusster und gezielter bestimmte Lebensmittelkategorien, insbesondere Obst und Gemüse, einzukaufen. Diese 112

133 beiden Kategorien wurden zuvor häufig vorsorglich auf Vorrat eingekauft und oftmals nicht rechtszeitig verzehrt. Viele Haushalte teilten mit, dass sie nach der Konfrontation mit der tatsächlichen Abfallmenge versuchten, Lebensmittel nach Bedarf einzukaufen, auch, wenn dies bedeutete, evtl. häufiger einkaufen zu gehen. Ein Haushalt, in dem besonders häufig Vesperbrote der Kinder im Abfall landeten, versuchte nun, den Kindern statt einem Vesperbrot Reiswaffeln und Knäckebrot sowie Rohkost mitzugeben. Diese wären, nachdem sie den ganzen Tag im Schulranzen unverzehrt blieben, auch weiterhin genießbar. Schlussendlich ist den meisten Haushalten bewusst geworden, dass sie bisher über ihren Bedarf einkauften und somit viele Lebensmittel unkonsumiert entsorgten. Der vollständige Abschlussfragebogen ist in Anhang 6: Abschlussfragebogen zu finden Hochrechnung der Jahresabfallmengen Mit den Ergebnissen der Untersuchung kann man versuchen, die Menge der Lebensmittelabfälle auf ein Kalenderjahr hochzurechnen. Diese Menge kann man dann mit der in vom Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte und Abfallwirtschaft (ISWA) ermittelten Menge von vermeidbaren Lebensmittelabfällen vergleichen. Da die Ergebnisse der Haushaltsuntersuchung nicht repräsentativ sind, werden für die Hochrechnung folgende Annahmen getroffen: - die in dieser Untersuchung ermittelte Abfallmenge wird über das gesamte Jahr als konstant angenommen (kein jahreszeitlicher Einfluss), - der Einfluss von Urlaub, Feiertagen und Schulferien, die außerhalb des Untersuchungszeitraums liegen, wird vernachlässigt und - der von den Haushalten über einen Fragebogen für jede Lebensmittelkategorie angegebene Hauptentsorgungsweg wird als alleiniger Entsorgungsweg für diese Lebensmittelkategorie angesehen. 113

134 Die Hochrechnung erfolgte mit jedem der drei mittleren Wochenabfallmengen aus den jeweiligen Untersuchungsphasen und gilt für einen normalen und unbeeinflussten Haushalt, einen durch das Tagebuch beeinflussten Haushalt sowie einen durch den gesamten Maßnahmenkatalog beeinflussten und durch einen neuen Kenntnisstand sensibilisierten Haushalt. Da sich die Untersuchung vom ISWA nur auf Lebensmittelabfälle im Restmüll beschränkte, musste herausgefunden werden, welche Entsorgungswege die Lebensmittel der teilnehmenden Haushalte nahmen. In einem Fragebogen gaben die Haushalte an, wie sie bestimmte Lebensmittelkategorien entsorgten. Es wurde darauf verzichtet, dies laufend bei jedem Eintrag im Tagebuch zu erfassen, da angenommen wurde, dass Lebensmittel einer Lebensmittelkategorie meistens auf gleicher Weise entsorgt werden. Der gesamte Fragebogen findet sich in Anhang 4: Informationsblätter und Fragebogen zum Mindesthaltbarkeitsdatum. Mit diesen Informationen konnte die gesamte Abfallmenge auf die Entsorgungswege Restemüll, Biomüll, Kompost und Ausguss aufgeteilt werden. Wie man in Abbildung 68 erkennt, wurden Lebensmittel etwas zu gleichen Teilen über den Rest- und den Biomüll entsorgt (45 % bzw. 42 %). Ein Anteil von 8 % aller Lebensmittelabfälle landete auf dem eigenen Kompost. Über den Ausguss wurden 5 % entsorgt. Hier handelte es sich meist um (dick-)flüssige bzw. stichfeste Lebensmittel wie z.b. Quark. Entsorgungswege von Lebensmittelabfällen 8% 5% 45% Restmüll Biomüll Kompost Ausguss 42% Abbildung 68: Entsorgungswege von LM-Abfällen in % 114

135 Betrachtet man nun in Tabelle 33 die auf das Jahr hochgerechneten Abfallmengen, so stellt man erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Mengen. Dies ist natürlich dadurch begründet, dass im Laufe der Untersuchung die Menge entsorgter Lebensmittel abnahm. Ein unbeeinflusster Haushalt entsorgte dieser Hochrechnung zufolge Lebensmittel von rund 17,5 kg pro Kopf und Jahr. Vergleicht man nun die Menge der Lebensmittel, die über den Restmüll entsorgt wurden (etwa 8 kg), mit dem vom ISWA ermittelten Wert von 4,9 kg Lebensmittel pro Einwohner und Jahr, so ist festzuhalten, dass die bei dieser Untersuchung teilnehmenden Haushalte zunächst überdurchschnittlich viele Lebensmittel entsorgten. Doch bereits durch das Tagebuch wurde deren Abfallmenge deutlich reduziert. Rechnet man dies nun auf das Jahr hoch und betrachtet erneut nur den als Restmüll entsorgten Mengenstrom, so ergibt sich eine Jahresabfallmenge von rund 5,2 kg pro Kopf. Dies entspricht in etwa dem bei der Restmüllanalyse ermittelten Wert. Erfolgt nun die Hochrechnung mit der mittleren Wochenabfallmenge aus der dritten Projektphase, so schlägt sich der Einfluss der Maßnahmen deutlich in der Abfallmenge der Haushalte nieder. Mit etwa 3,3 kg Lebensmittel pro Kopf im Restmüll wurde weit weniger als die Hälfte der in der ersten Hochrechnung ermittelten Jahresabfallmenge entsorgt. Auch der Vergleich mit dem Wert des ISWA zeigt eine deutliche Verringerung der Abfallmenge. Versucht man nun, den Erfolg der Untersuchung zu deuten, so stellt man fest, dass man Haushalte, die zunächst überdurchschnittlich viele Lebensmittel entsorgten, durch gezielte Maßnahmen und Informationen soweit sensibilisieren kann, dass diese bewusst deutlich weniger Lebensmittelabfälle als der Durchschnitt produzieren. Dies würde die subjektiven Meinungen der Haushalt, diese Untersuchung hat ihnen einen persönlichen Gewinn gebracht, objektiv bestätigen. 115

136 Tabelle 33: Hochrechnung der spezifischen Jahresabfallmenge erste Phase zweite Phase dritte Phase mittlere Wochenabfallmenge [g/woche] mittlere spezifische Wochenabfallmenge [g/kopf*woche] hochgerechnete spezifische Jahresabfallmenge [g/kopf*jahr] davon: Restmüll [g/kopf*jahr] Biomüll [g/kopf*jahr] Kompost [g/kopf*jahr] Ausguss [g/kopf*jahr] Stoffströme Die während der Untersuchung erfassten Einkaufsmengen sollen in einer Stoffstrombetrachtung den Abfallmengen gegenüber gestellt werden. Hierfür sind folgende Randbedingungen zu beachten: Es wurden Einkäufe der Haushalte in Supermärkten und Discountern (inkl. Bioläden), in Bäckereien, in Metzgereien, auf Wochenmärkten, direkt vom Bauern, vom Lieferservice sowie von sonstigen Einkaufsstätten wie z.b. Drogeriemärkten oder Reformhäusern berücksichtigt. Es wurden nur Lebensmittel berücksichtigt, die der Haushalt eigenständig kaufte. Geschenkte oder von Dritten mitgebrachte Lebensmittel blieben unberücksichtigt. Ebenso wurden nur Lebensmittel berücksichtigt, die in den Haushalt eingeführt wurden. Unterwegs gekaufte und verzehrte Lebensmittel sind nicht erfasst worden. Hierunter fallen sowohl das Kantinenmittagessen, das Abendessen im Restaurant als auch der kleine Snack zwischendurch. Lebensmittel, für die es keinen Einkaufszettel gab, wurden über Listen mit Lebensmittelart, -kategorie, Einkaufsort sowie Datum und Gewicht erfasst. 116

137 Die Ermittlung der Einkaufsmenge erfolgte größtenteils durch die Angabe des auf der Verpackung angegebenen Gewichts. Produktionsbedingte Schwankungen in der Menge wurden somit nicht berücksichtigt. Alternativ wurden die Lebensmittel mit der vorhandenen Küchenwaage gewogen. Die Vollständigkeit dieser Daten beruht einzig auf der Verlässlichkeit und Gewissenhaftigkeit der Haushalte. Es lässt sich nicht nachvollziehen, ob Einkäufe nicht dokumentiert worden sind. Diese bleiben somit unberücksichtigt. Die Einteilung der Lebensmittel erfolgte in die bereits erwähnten Kategorien 1) Obst, 2) Gemüse, 3) Fleisch und Fisch (z.b. Frischfleisch, Wurstwaren, frischer Fisch, etc.), 4) Milchprodukte (z.b. Milch, Käse, Joghurt, etc.), 5) Backwaren (z.b. Brot, Brötchen, etc.), 6) Teigwaren (z.b. Nudeln, Maultaschen, etc.) und 7) Sonstiges (alle Lebensmittel, die nicht in die zuvor genannten Kategorien passen). Es gilt zu beachten, dass die Haushalte bei Stückgütern, wie z.b. ein Kopf Salat, vier Brötchen oder auch zwei Salatgurken, häufig keine Angaben zum Gewicht machten, sondern nur die Anzahl erfassten. In eigenen Wägungen wurde das mittlere Gewicht dieser Stückgüter bestimmt. Eine Übersicht der während der Untersuchung erfassten Stückgüter und deren ermitteltes Gewicht findet sich in Anhang 7: Stückgüter und ihre ermittelten Massen. Wie Tabelle 34 zeigt, wurden während der Untersuchung von den 16 teilnehmenden Haushalten Lebensmittel in einer Gesamtmenge von etwa kg eingekauft. Der größte Anteil entfiel auf Milchprodukte mit einem Gewicht von 825 kg bzw. 23 %. Gemüse wurde in ähnlich hoher Masse eingekauft. Mit 775 kg beträgt der Anteil von Gemüse 22 %. Obst war mit rund 525 kg bzw. 15 % die Lebensmittelkategorie mit der dritthöchsten Einkaufsmenge. Es folgte Fleisch und Fisch mit 455 kg bzw. 13 %. Trotz ihrer geringen spezifischen Masse kamen Backwaren mit etwa 325 kg auf immerhin 9 % der gesamten Einkaufsmenge. 117

138 Teigwaren waren mit etwa 135 kg für rund 4 % der Einkäufe verantwortlich. Die Masse aller sonstigen eingekauften Lebensmittel betrug rund 500 kg bzw. 14 %. Eine detaillierte Entwicklung der Einkaufsmenge, in der die Tagesdaten der Lebensmitteleinkäufe über die Zeit aufgetragen wurden, findet sich in Anhang 8: Detaillierter Verlauf der Einkaufsmenge. Tabelle 34: Einkaufsmenge nach LM-Kategorien Lebensmittelkategorie Gewicht [g] Anteil [%] Obst ,88 Gemüse ,89 Fleisch und Fisch ,79 Milchprodukte ,28 Backwaren ,22 Teigwaren ,87 Sonstiges ,07 Gesamt ,00 Vergleicht man die grafische Verteilung der Einkaufsmenge in Abbildung 69 mit der der Abfallmenge (siehe Abbildung 6, Seite 34), so erkennt man deutliche Verschiebungen in der Verteilung. Die Lebensmittelkategorie mit der größten Einkaufsmenge (Milchprodukte), trug lediglich 9 % zur Abfallmenge bei. Während die Lebensmittelkategorien Obst und Gemüse an beiden Mengen einen großen Anteil hatten (beide jedoch einen um 4-5 % höheren Anteil an der Abfallmenge), sank der Anteil von Fleisch und Fisch um etwa die Hälfte bei der Abfallmenge. Teigwaren hatten sowohl bei der Einkaufs-, als auch bei der Abfallmenge einen vergleichsweise ähnlich hohen Anteil. Bei diesen Vergleichen gilt jedoch zu beachten, dass Lebensmittel der Kategorien Gemüse, Fleisch und Fisch sowie Teigwaren häufig auch als Speisereste entsorgt wurden. Backwaren steigerten, trotz ihres geringen spezifischen Gewichts, ihren Anteil an der Abfallmenge (verglichen mit der Einkaufsmenge) erheblich. 118

139 Lebensmittel-Einkaufsmenge Verteilung nach Kategorie (Gesamt: ca kg) 9% 4% 14% 15% 22% Obst Gemüse Fleisch und Fisch Milchprodukte Backwaren Teigwaren Sonstiges 23% 13% Abbildung 69: Verteilung der Einkaufsmenge nach LM-Kategorien in % Die Entwicklung der Einkaufsmenge geht aus Abbildung 70 hervor. Ähnlich wie bei der Abfallmenge ist auch hier anhand der Ausgleichsgeraden im Diagramm zu erkennen, dass die wöchentliche Einkaufsmenge im Laufe der Untersuchung abnahm. Wie auch in Abbildung 66 auf Seite 109 wird auch hier die 22. Kalenderwoche nicht betrachtet. Vergleicht man die einzelnen Einkaufsmengen miteinander, so erkennt man, dass es zwischen diesen zum Teil erhebliche Unterschiede gibt. Die Erklärungen für diese Schwankungen sind dieselben, wie für die Schwankungen der wöchentlichen Abfallmengen. Diese sind in Kapitel zu finden. Der Einfluss von Feiertagen ist dieser Abbildung deutlich zu entnehmen. So war die Menge eingekaufter Lebensmittel in der 16. Kalenderwoche mit Abstand die Höchste während der gesamten Untersuchung. Die Osterfeiertage fielen genau in diesen Zeitraum. Auffällig ist auch, dass in der Folgewoche unterdurchschnittlich wenig Lebensmittel eingekauft wurden. Eine Erklärung hierfür ist sicherlich, dass - bedingt durch den Ostermontag - diese Kalenderwoche weniger Werktage hatte. Der Einfluss eines Feiertages kann jedoch nicht so hoch ausfallen, was man auch daran erkennt, dass es drei weitere Feiertage im Untersuchungszeitraum gab und diese sich nicht in dieser Deutlichkeit in der Einkaufsmenge niederschlugen. Eine andere Erklärung hierfür könnte auch sein, dass die Haushalte in der 119

140 Vorwoche bereits eine erhöhte Menge an Lebensmitteln eingekauft hatten und nun zunächst diese verwertet werden musste. Abbildung 70: Entwicklung der Einkaufsmenge im Untersuchungszeitraum Werden analog zu die drei Untersuchungsphasen nach Abbildung 71 miteinander verglichen, so zeigt sich, dass es nur zwischen der ersten und der zweiten Phase zu einer Abnahme der Einkaufsmenge kam. Während alle Haushalte zusammen in der ersten Phase noch durchschnittlich 320 kg Lebensmittel pro Woche einkauften, betrug diese Menge in der zweiten Phase im Mittel nur noch 272 kg. Dies ist eine Abnahme um 15 %. Im weiteren Verlauf der Untersuchung blieb diese Einkaufsmenge weitestgehend unverändert. 120

141 Abbildung 71: Vergleich der durchschnittlichen Einkaufsmengen in den drei Untersuchungsphasen Nachfolgend wird nun die Einkaufs- der Abfallmenge gegenüber gestellt. Für die Berechnung des Anteils der Menge von entsorgten Lebensmitteln an der Einkaufsmenge ist jedoch zu beachten, dass es Lebensmittel gibt, die beim Kochvorgang an Gewicht zunehmen oder Gewicht verlieren. Dies gilt insbesondere bei quellfähigen Lebensmitteln wie Teigwaren oder Reis. Um nun die Masse von trockenen Teigwaren aus dem Einkauf mit der Masse von gekochten Teigwaren im Abfall vergleichen zu können, muss man einen Ausgleichsfaktor einrechnen. Entsprechendes gilt auch für Reis. Dieser Faktor wurde in eigenen Wägungen für Teigwaren (vgl. Tabelle 35) und Reis (vgl. Tabelle 36) bestimmt. Die Gewichtszunahme und abnahme anderer Lebensmittel wurde vernachlässigt. 121

142 Tabelle 35: Berechnung des Ausgleichsfaktors für die Gewichtszunahme beim Kochen von Teigwaren Gewicht, trocken [g] Gewicht, gekocht [g] Faktor , , , , , ,38 Ø 2,49 Tabelle 36: Berechnung des Ausgleichsfaktors für die Gewichtszunahme beim Kochen von Reis Gewicht, trocken [g] Gewicht, gekocht [g] Faktor , , ,24 Ø 2,72 Wie Tabelle 37 zeigt, wurden während der dreimonatigen Untersuchung Lebensmittel in einer Gesamtmenge von rund kg eingekauft. Dem gegenüber steht die Menge von rund 125 kg entsorgter Lebensmittel. Insgesamt wurden 3,35 % aller eingekauften Lebensmittel entsorgt, entweder original verpackt, teilweise verbraucht oder als Speisereste. Zwischen den einzelnen Lebensmittelkategorien gibt es große Unterschiede am Anteil der Abfallmenge an der Einkaufsmenge. Mit rund 6 % haben entsorgte Backwaren den höchsten Anteil an ihrer Einkaufsmenge. Von den beiden Lebensmittelkategorien Obst und Gemüse wurden während der Untersuchung je etwa 4,5 % der eingekauften Lebensmittel entsorgt. Der Anteil von entsorgten Teigwaren an ihrer Einkaufsmenge betrug rund 2,5 %. Von Fleisch und Fisch wurden etwa 2 % der gekauften Lebensmittel entsorgt. Mit etwa 1,5 % haben entsorgte Milchprodukte einen geringen Anteil an der eingekauften Menge. Alle sonstigen Lebensmittel, hierunter fällt auch Reis, haben zusammen genommen mit rund 0,5 % den geringsten Anteil an ihrer eingekauften Menge. 122

143 Tabelle 37: Einkaufs- und Abfallmenge je LM-Kategorie Lebensmittelkategorie Einkaufsmenge [g] Abfallmenge [g] Anteil am Einkauf [%] Obst ,51 Gemüse ,36 Fleisch und Fisch ,84 Milchprodukte ,28 Backwaren ,16 Teigwaren ,73 8 Speisereste Sonstiges ,71 10 Gesamt ,35 Auf eine detailliertere Aufschlüsselung der Stoffströme in Bezug auf die Haushaltsgröße oder auf das Vorhandensein von Kindern im Haushalt wurde im Rahmen dieser Arbeit verzichtet Fragebogenauswertung Selbsteinschätzung Die Selbsteinschätzung von Haushalten wurde bereits in früheren Umfragen abgefragt. In dieser Untersuchung konnte man solch eine Selbsteinschätzung mit konkreten Abfallmengen vergleichen. Aus diesem Grund haben die teilnehmenden Haushalte nach einem Monat einen Forschungsfragebogen ausgefüllt. Mit den Ergebnissen dieses Fragebogens und den im Untersuchungszeitraum erfassten Abfallmengen konnte ein Vergleich der Selbsteinschätzung mit der tatsächlichen 8 Bei der Berechnung des Anteils der Einkaufsmenge von Teigwaren an der Abfallmenge wurde nach Tabelle 35 der Ausgleichsfaktor 2,49 berücksichtigt. 9 Speisereste konnten keinen Anteil an der Einkaufsmenge haben, da diese nur im Abfallstrom enthalten waren. 10 Bei der Berechnung des Anteils der Einkaufsmenge von Reis an der Abfallmenge wurde nach Tabelle 36 der Ausgleichsfaktor 2,72 berücksichtigt. Es gilt zu beachten, dass Reis der Lebensmittelkategorie Sonstiges zugeordnet wurde. 123

144 Abfallmenge gemacht werden. Nachfolgend finden sich einige aussagekräftige Vergleiche. Der gesamte Fragebogen ist Anhang 3: Forschungsinterview zu entnehmen. Die Haushalte wurden nach der Häufigkeit von entsorgten Lebensmitteln gefragt. Zwei Haushalte gaben an, häufig Lebensmittel als Abfälle zu entsorgen. Mit durchschnittlich rund 10 kg Abfälle pro Haushalt entsorgten diese Haushalte über 2 kg mehr es im Durchschnittshaushalt mit rund 7,7 kg der Fall war (vgl. Abbildung 72). Mit etwa 8,3 kg pro Haushalt liegt die Abfallmenge der elf Haushalte, die angaben, gelegentlich Lebensmittel zu entsorgen, etwa 0,5 kg über dem Durchschnittswert. Lediglich zwei Haushalte gaben an, dass diese so gut wie nie Lebensmittel entsorgen. Mit rund 1,7 kg entsorgten diese Haushalte erheblich weniger als der durchschnittliche Haushalt (etwa 7 kg weniger). Dieser Vergleich zeigt, dass die Einschätzung der Entsorgungshäufigkeit mit der Menge der Lebensmittelabfälle korreliert ist. Abbildung 72: Einfluss der Entsorgungshäufigkeit von Lebensmitteln auf die Abfallmenge in g/haushalt Wie in bereits angeklungen ist, waren die meisten Haushalte bei der Konfrontation mit ihren Abfallmengen verwundert darüber, wie viele Lebensmittel sie bis zu diesem Tag entsorgten. Dies war bereits ein erstes Indiz dafür, dass es den Haushalten schwer fiel, die tatsächliche Abfallmenge aus der Erinnerung abzuschätzen. Die Ergebnisse der Selbsteinschätzung sollten diese These stützen. Hierbei sollten die Haushalte über die 124

145 Antwortmöglichkeiten sehr viele, viele, eher wenige und sehr wenige die Menge der von ihnen entsorgten Lebensmittel subjektiv abschätzen. Aus Tabelle 38 sowie den folgenden Abbildungen (Abbildung 73 bis Abbildung 75) geht die Abfallmenge während der Untersuchung in Gramm je Haushalt für die vier genannten Antwortmöglichkeiten hervor. Tabelle 38: Vergleich der Selbsteinschätzung der Haushalte mit der tatsächlichen Abfallmenge HH-Nr. HH-Größe Einschätzung Abfallmenge [g] 1 3 Eher wenig Sehr wenige Viele Eher wenige Eher wenige Eher wenige Viele Eher wenige Sehr wenige Viele Sehr wenige Eher wenige Eher wenige Sehr wenige Viele Eher wenige Von den 16 befragten Haushalten äußerte kein einziger, dass sie sehr viele noch verzehrbare Lebensmittel entsorgen. Während sieben Haushalte die Menge ihrer Lebensmittelabfälle als eher wenig schätzten, gaben je vier Haushalte an, viele bzw. sehr wenige nicht konsumierte Lebensmittel zu entsorgen. Bei der Betrachtung der Abfallmengen der Haushalte, welche angaben, sehr wenige Lebensmittelabfälle zu haben, fällt auf, dass ein Haushalt mit 12 kg rund 4 kg mehr als der durchschnittliche Haushalt entsorgte. Die drei weiteren Haushalte liegen mit ihrer Abfallmenge jeweils unter dem Durchschnittswert, und zwar um durchschnittlich 5,2 kg/haushalt. Den Minimalwert erreicht hier Haushalt Nr. 9 mit einer Gesamtabfallmenge von 0,2 kg. 125

146 Abbildung 73: Abfallmenge in g/haushalt, Selbsteinschätzung "sehr wenige" Dass die Selbsteinschätzung der Haushalte zum Teil deutlich von der Realität abweicht, zeigt insbesondere die Betrachtung der Antwortmöglichkeit eher wenige. Drei der sieben Haushalte entsorgten während der Untersuchung eine deutlich höhere Menge an Lebensmitteln als der Durchschnitt (rund 8 kg über dem Durchschnitt). Tatsächlich sind dies die drei Haushalte, welche die höchste Abfallmenge im Untersuchungszeitraum erzeugten. Die anderen fünf Haushalte haben rund 2,7 kg weniger Lebensmittel als der Durchschnitt entsorgt und wurden somit in ihrer Selbsteinschätzung bestätigt. 126

147 Abbildung 74: Abfallmenge in g/haushalt, Selbsteinschätzung "eher wenige" Von den vier Haushalten, die angaben, viele nicht konsumierte Lebensmittel zu entsorgen, lagen drei Haushalte tatsächlich über dem Durchschnittswert der Untersuchung, und zwar um durchschnittlich etwa 2,2 kg pro Haushalt. Ein Haushalt lag hingegen deutlich unter dem Durchschnitt (etwa 5,5 kg darunter). Dies könnte bedeuten, dass er seine Abfallmenge falsch deutete, oder aber ein anderes, sensibleres Empfinden für diese hatte. So entspricht die Antwortmöglichkeit viele keiner Mengenvorgabe und jeder Haushalt bewertet diesen Begriff sehr subjektiv. 127

148 Abbildung 75: Abfallmenge in g/haushalt, Selbsteinschätzung "viele" Einfluss vom Einkaufszettel Mit den Ergebnissen aus der Untersuchung muss die Frage, ob ein Einkaufszettel und somit eine bessere Einkaufsplanung bei der Reduktion von Lebensmittelabfällen helfen kann, werden. Hier zeigt sich nämlich, anders als angenommen, dass die Abfallmenge mit steigender Benutzung eines Einkaufszettels zunahm. Folglich muss ein Einkaufszettel nicht direkt eine bessere Einkaufsplanung bedeuten, denn es wurde berichtet, dass man trotz Einkaufszettels und dem Versuch, sich strikt an diesen zu halten, dennoch in der Einkaufsstätte direkt von Sonderangeboten beeinflusst wurde. Mit rund 8,5 kg bzw. 9 kg pro Haushalt entsorgten diejenigen Haushalte die höchste Abfallmenge, die sich immer (vier Nennungen) bzw. häufig (vier Nennungen) einen Einkaufszettel schrieben (vgl. Abbildung 76). Mit dieser Abfallmenge lagen sie sogar über dem Durchschnitt. Hingegen hatten Haushalte, welche gelegentlich bzw. nie einen Einkaufszettel verwendet haben, eine unterdurchschnittliche Menge von Lebensmittelabfällen (7,5 kg bei fünf Nennungen bzw. und 5,8 kg bei zwei Nennungen). 128

149 Abbildung 76: Einfluss des Einkaufszettels auf die Abfallmenge in g/haushalt 129

150 130

151 Zusammenfassung und Ausblick 5. Zusammenfassung und Ausblick 5.1. Zusammenfassung Als Grundlage für die vorliegende Arbeit dienten 16 Haushalte, die während der dreimonatigen Untersuchungsdauer die Mengen ihrer entsorgten Lebensmittel sowie Gründe für die Entsorgung dokumentierten. Zu den Lebensmittelabfällen zählten originale, ungeöffnete und teilweise verbrauchte bzw. angebrochene Lebensmittel sowie Speisereste. Diese wurden als vermeidbare Abfälle angesehen. Nicht vermeidbare Lebensmittelabfälle, hierzu zählten Zubereitungsreste und nicht verzehrfähige Bestandteile von Lebensmitteln, sollten nicht erfasst werden. Insgesamt wurden im Untersuchungszeitraum Lebensmittel mit einer Gesamtmenge von 123,5 kg entsorgt. Dies entspricht bei 43 teilnehmenden Personen einer Pro-Kopf-Menge von 2,8 kg. Es stellte sich raus, dass annähernd die Hälfte der entsorgten Lebensmittel der beiden Lebensmittelkategorien Gemüse (27 Masse-%) und Obst (19 Masse-%) zuzuordnen waren. Backwaren, hierzu zählen neben Brot und Brötchen auch Kuchen, waren mit 16 (Masse-)% an der Abfallmenge verantwortlich. Lebensmittel und Speisen, die nicht vollständig verzehrt und als Speisereste entsorgt wurden, trugen rund 13 % zur Menge entsorgter Lebensmittel bei. Es folgten mit jeweils unter 10 % Milchprodukte (9 %), Fleisch und Fisch (7 %), Teigwaren (5 %) und alle sonstigen Lebensmittel (3 %). Die Auswertung der Entsorgungsgründe zeigte, dass 26 % der entsorgten Lebensmittel aufgrund einer "falschen Lagerung" entsorgt wurden. Lebensmittel, die "zu viel gekocht" wurden bzw. auf die man "keine Lust" mehr hatte und sie deshalb entsorgte, trugen mit 21 bzw. 20 % etwa gleich viel zur Abfallmenge bei. Die untersuchten Haushalte begründeten die Entsorgung von 14 % der Lebensmittelabfälle mit deren "Mindesthaltbarkeit". Mit 3 % wurden nur recht wenige Lebensmittel entsorgt, die bereits beim Einkauf schlecht waren. Alle sonstigen Entsorgungsgründe zusammen waren für 16 % der Menge entsorgter Lebensmittel verantwortlich. 131

152 Zusammenfassung und Ausblick Die Gewichtung der genannten Entsorgungsgründe ist von Lebensmittelkategorie zu Lebensmittelkategorie sehr unterschiedlich. So spielte die falsche Lagerung bei Obst (45 %) und Gemüse (38 %) die größte Rolle. Fleisch und Fisch (47 %), Milchprodukte (48 %) sowie alle sonstigen Lebensmittel (56 %) wurden häufig wegen Überschreitung der Mindesthaltbarkeit entsorgt. Die Sorge, dass der Verzehr von Lebensmitteln nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums gesundheitliche Folgen haben könnte, war besonders bei den beiden erstgenannten Lebensmittelkategorien hoch. Lebensmittel, die häufig zu viel gekocht und aus diesem Grund entsorgt wurden, zählten meistens zu der Lebensmittelkategorie Teigwaren (47 %). Speisereste wurden größtenteils (67 %) mit derselben Begründung entsorgt. Bei den Backwaren (40 %) war es hauptsächlich die fehlende Lust, die zur Entsorgung der Lebensmittel beitrug. Die Ergebnisse zeigen, dass durch direkte Maßnahmen, wie z.b. Informationszettel, Anschauungsobjekte zum Mindesthaltbarkeitsdatum oder grafische Auswertungen, eine Abnahme der Abfallmenge zu erzielen war. Unter Berücksichtigung aller Randbedingungen (Urlaub, Feiertage, Krankheiten, etc.) nahm die mittlere wöchentliche Abfallmenge im Laufe der Untersuchung um 58 % ab. Eine Analyse der Stoffströme, bei der die Entsorgungsmenge der Einkaufsmenge gegenübergestellt worden ist, hat gezeigt, dass rund 3 % der im Untersuchungszeitraum eingekauften Lebensmittelmenge entsorgt worden waren. Die Anteile schwanken je nach Lebensmittelkategorie zwischen 1 % (Milchprodukte und sonstige Lebensmittel) und 6 % (Backwaren). 132

153 Zusammenfassung und Ausblick 5.2. Ausblick Die vorliegende Arbeit soll darüber Aufschluss geben, wie viele Lebensmittel, die zum großen Teil noch verzehrbar sind, von Haushalten entsorgt werden. Ebenso sollen die Gründe für diese Entsorgungen erläutert werden. In Hinblick auf die Ergebnisse dieser Arbeit und aus persönlichen Gesprächen mit den Haushalten zeigte sich, dass in Bezug auf Lebensmittelabfälle aus Haushalten die Bewusstseinsbildung ein großes Potential zur Abfallvermeidung birgt. So müssen Haushalte zunächst selbst den Willen zeigen, sich mit dem eigenen Konsumverhalten auseinander zu setzten. Sie müssen erkennen, dass Lebensmittel wertvolle Güter darstellen und nicht in den Abfall gehören. Erst mit dieser Erkenntnis zeigt sich die Bereitschaft, etwas ändern zu wollen. Das Interesse der teilnehmenden Haushalte an dieser Untersuchung war durchgehend groß. Entweder aus reinem Interesse an dieser Thematik oder weil diese kritisch ihr Konsumverhalten in Hinblick auf Lebensmittelabfälle hinterfragen wollten. Durch die Gegenüberstellung der eigenen Abfallmengen mit ihrer Selbsteinschätzung sowie dem Durchschnittswert aller Haushalte wurden viele Haushalte wachgerüttelt. Viele waren überrascht oder sogar erschrocken darüber, wie viele Lebensmittel sie tatsächlich entsorgten. Hier setzte zum Teil der angewandte Maßnahmenkatalog ein und erzielte überwiegend einen großen Erfolg. Es lässt sich jedoch schwer abschätzen, wie nachhaltig solche Maßnahmen sind, insbesondere, wenn die persönliche Betreuung fehlt. Diese war von Beginn an darauf angelegt, die Haushalte in regelmäßigen Abständen zu besuchen und wo immer es geht, mit Rat und Tat zur Hilfe zu stehen. Die Erfassung der Lebensmitteleinkäufe sowie -abfälle war mit einem hohen Zeitaufwand für die Haushalte verbunden und erfordert hierdurch Disziplin, um nicht die Lust und Motivation an dieser Untersuchung zu verlieren. Eine individuelle und persönliche Betreuung war elementar wichtig für die Ergebnisse der Untersuchung, was auch von den teilnehmenden Haushalten bestätigt worden ist. So bewerteten alle Haushalte die Art und Häufigkeit des Kontakts zu ihnen als hervorragend. Es bleibt festzuhalten, dass hierdurch innerhalb der Gruppe der teilnehmenden Haushalte eine kurzfristige Reduktion der Abfallmenge erzielt worden ist. Für eine langfristige Bewusstseinsänderung reicht dies möglicherweise nicht aus. Hier bedarf es wiederkehrender Informationen und 133

154 Zusammenfassung und Ausblick Bewusstseinsbildungskampagnen, die das Thema Lebensmittelabfälle nachhaltig in den Vordergrund rücken. Aufbauend auf dem vorhandenen Datenmaterial können weitere Forschungsfragen und - themen, die in dieser Arbeit noch nicht berücksichtigt werden konnten, ermittelt werden. Diese wären z.b.: Lässt der Einkauf von Lebensmitteln aus bestimmten Einkaufsstätten Rückschlüsse auf die Abfallmenge zu? Gibt es Unterschiede zwischen Lebensmitteln aus dem Supermarkt, vom Wochenmarkt oder aus dem Bioladen? Monetäre Betrachtung der Lebensmittelabfälle: wie viel Geld landet durchschnittlich im Abfall? Führt häufiges Einkaufen zu mehr Lebensmittelabfällen? Welchen Einfluss haben auf Vorrat gekochte Lebensmittel auf die Abfallmenge? Wie wichtig ist das Mindesthaltbarkeitsdatum beim Einkauf von bestimmten Lebensmitteln? Wie wird mit Lebensmitteln, die ihr Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten haben, verfahren? Es ist darauf hinzuweisen, dass die Bestimmung der Mengen entsorgter Lebensmittel in einigen Punkten mit Schwierigkeiten verbunden war. Hierauf sollte bei zukünftigen ähnlichen Auswertungen besonders geachtet werden. So hatten einige Haushalte Schwierigkeiten, Lebensmittel zu kategorisieren, insbesondere, wenn möglicherweise zwei oder sogar mehrere Kategorien dem Lebensmittel entsprechen. Da die unterschiedlichen Haushalte nicht alle in gleicher Weise entscheiden, kann es hierdurch evtl. zu geringen Verschiebungen bei den einzelnen Mengen gekommen sein. Eine Möglichkeit wäre es, die Anzahl der vorgegebenen Lebensmittelkategorien zu erhöhen und diese besser voneinander abzugrenzen. Der Verzicht auf vorgegebene Kategorien wäre eine weitere Möglichkeit. So könnte man bei der Auswertung die Daten nach einem vorgegebenen und einheitlichen Schema kategorisieren. 134

155 Zusammenfassung und Ausblick Auch die Vorgabe von Entsorgungsgründen stellte die Haushalte gelegentlich vor Probleme. Ähnlich wie bei den Lebensmittelkategorien konnte nicht immer ein einzelner Grund für die Entsorgung verantwortlich gemacht werden. Es kam auch vor, dass die tatsächlichen Entsorgungsgründe nicht über die Vorgaben abgedeckt werden konnten. Bei der Auswertung wurden diese Gründe, um die Daten nicht zu verzerren, zusammengefasst. Auch hier wäre es möglicherweise besser gewesen, auf vorgegebene Entsorgungsgründe zu verzichten und diese erst bei der Auswertung zu kategorisieren. Die Erfassung der Entsorgungswege erfolgte einmalig und nur pauschal für die einzelnen Lebensmittelkategorien. Für eine genauere Aufteilung der Abfallmenge auf die einzelnen Entsorgungswege wäre es notwendig, diese Information für jedes entsorgte Lebensmittel zu erfassen. Für eine Hochrechnung der Jahresabfallmengen sollte das Abfallaufkommen im Jahresverlauf bekannt sein, um so mögliche Einflüsse auf die Abfallmenge durch z.b. Schulferien oder Feiertage mit in die Hochrechnung einfließen zu lassen. Generell sollte für ähnliche Untersuchung die Anzahl der untersuchten Haushalte höher sein. Auch in ihrer Zusammensetzung sollten diese vielschichtiger sein, z.b. in Bezug auf das Alter, die Haushaltsgröße, möglicherweise auch auf das Einkommen. Auch der Einfluss der Siedlungsstruktur auf die Menge der entsorgten Lebensmittel ist nicht zu vernachlässigen. So ist SCHNEIDER und OBERSTEINER (2007) zufolge der Anteil an Lebensmitteln im Restmüll in Städten deutlich höher als auf dem Land. 135

156 Zusammenfassung und Ausblick 136

157 Literaturverzeichnis Literaturverzeichnis AVL Abfallverwertungsgesellschaft des Landkreises Ludwigsburg mbh. (2004). Abfallwirtschaftskonzept des Kreistages für den Landkreis Ludwigsburg: Vierte Fortschreibung. Ludwigsburg. AVL Abfallverwertungsgesellschaft des Landkreises Ludwigsburg mbh. (2010). Abfall- und Wertstoffbilanz Ludwigsburg. AVL Abfallverwertungsgesellschaft des Landkreises Ludwigsburg mbh. (kein Datum). Aufgaben der AVL. Abgerufen am 5. Juli 2011 von BMLFUW. (2011). Bundes-Abfallwirtschaftsplan Band 1. Wien. Claupein, E., Oltersdorf, U., & Walker, G. (2001). Zeit fürs Essen - Deskriptive Auswertung der Zeitbudgeterhebung. In S. Bundesamt (Hrsg.), Spektrum Bundesstatistik: Zeitbudget in Deutschland - Erfahrungsberichte der Wissenschaft (Bd. 17). Wiesbaden. CMA Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft mbh. (2003). Lebensmittel sind mehr wert! Food, School & Life; Sonderheft; Ausgabe 1. Bonn. Europäisches Parlament und der Rat der Europäischen Union. (28. Januar 2002). Verordnung (EG) Nr. 178/2002 Artikel 2. Abgerufen am 17. Juli 2011 von Amtsblatt der Euroäischen Gemeinschaft: OJ:L:2002:031:0001:0024:DE:PDF Europäisches Parlament und der Rat der Europäischen Union. (19. November 2008). Richtlinie 2008/98/EG. Abgerufen am 17. Juli 2011 von Amtsblatt der Euroäischen Gemeinschaft: 312:0003:0030:DE:PDF European Commission. (2010). Preparatory study on food waste across EU27. EUROSTAT. (2008). Pressemitteilung 88/2008. EUROSTAT. (2010). Generation of all waste in EU27 by EWC-category and NACE branch. 137

158 Literaturverzeichnis GreenCook. (2010). INTERREG IVB North West Europe Application Form 5th Call. Gustavsson, J., Cederberg, C., Sonesson, U., van Otterdijk, R., & Meybeck, A. (2011). Global food losses and food waste. (F. a. (FAO), Hrsg.) Rom. Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft (ISWA). (2006). Sortieranalyse der Wertstofftonne "Flach" im Landkreis Ludwigsburg. Stuttgart. Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte und Abfallwirtschaft (ISWA). (2011). Untersuchung zur Zusammensetzung von Restabfall im Landkreis Ludwigsburg - Sortieranalyse - Endbericht. Stuttgart. Landratsamt Ludwigsburg. (2010). Bevölkerungszahlen. Abgerufen am 24. Juli 2011 von Lechler, T. (2001). Die Ernährung als Einflussfaktor auf die Evolution des Menschen. Hannover. Massholder, F. (kein Datum). Konserven. Abgerufen am 11. Juli 2011 von Lebensmittellexikon: Max Rubner-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel. (2008). Nationale Verzehrsstudie II - Ergebnisbericht, Teil 1. Karlsruhe. Meier, U., Küster, C., & Zander, U. (2004). Alles wie gehabt? - Geschlechtsspezifische Arbeitsteilung und Mahlzeitenmuster im Zeitvergleich. In S. Bundesamt, & S. Bundesamt (Hrsg.), Alltag in Deutschland: Analysen zur Zeitverwendung (Bd. 43, S. 456). Wiesbaden. Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg. (2011). Abfallbilanz Stuttgart. Reinboth, C. (2005). Möglichkeiten und Grenzen von Online-Befragungen unter besonderer Berücksichtigung der Daten- und Stichprobenqualität. Norderstedt: GRIN Verlag. Schneider, F. (2009). Lebensmittel im Abfall - mehr als eine technische Herausforderung. Abgerufen am 25. Juli 2011 von Ländlicher Raum: 138

159 Literaturverzeichnis Schneider, F., & Obersteiner, G. (2007). Food Waste in Residual Waste of Households regional and socio-economic differences. In Proceedings of the Eleventh International Waste Management and Landfill Symposium (S ). Sardinien. Statistische Landesamt Baden-Württemberg. (2010 a). Statistische Berichte Baden- Württemberg. Bevölkerung und Erwerbstätigkeit. Stuttgart. Statistisches Bundesamt. (2010). Fachserie 15, Heft 5, Wirtschaftlichkeitsrechnungen: Einkommens- und Verbrauchsstichprobe - Aufwendungen privater Haushlte für den Privaten Konsum. Wiesbaden. Statistisches Bundesamt. (27. Mai 2011). Konsumausgaben privater Haushalte im Inland nach Verwendungszwecken. Abgerufen am 20. Juli 2011 von en/zeitreihen/langereihen/lebensunterhaltkonsum/content100/lrleb03ga,templateid =renderprint.psml Statistisches Landesamt Baden-Württemberg. (2010 b). Privathaushalte sowie durchschnittliche Haushaltsgröße 1961, 1970, 1987 und Abgerufen am 13. Juli 2011 von Gebiet&U=07&T= &E=KR&R=KR118 Statistisches Landesamt Baden-Württemberg. (2011). Privathaushalte in Baden-Württemberg nach Anzahl der Personen im Haushalt. Abgerufen am 13. Juli 2011 von Statistisches Landesamt Baden-Württemberg. (2011). Privathaushalte sowie durchschnittliche Haushaltsgröße 1961, 1970, 1987 und Abgerufen am 13. Juli 2011 von Gebiet&U=07&T= &E=KR&R=KR118 Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg. (kein Datum). Nordwesteuropa. Abgerufen am 13. Juli 2011 von page[]=nordwesteuropa WRAP Waste & Resources Action Programme. (2008). The food we waste. Banbury. WRAP Waste & Resources Action Programme. (2009). Down the Drain. Banbury. 139

160 Literaturverzeichnis WRAP Waste & Resources Action Programme. (2009). Household Food and Drink Waste in the UK. Banbury. 140

161 Anhang Anhang Anhang 1: Übersicht der Lebensmittelkategorien Anhang 2: Inhalt des Projektordners Anhang 3: Forschungsinterview Anhang 4: Informationsblätter und Fragebogen zum Mindesthaltbarkeitsdatum Anhang 5: Detaillierter Verlauf der Abfallmenge Anhang 6: Abschlussfragebogen Anhang 7: Stückgüter und ihre ermittelten Massen Anhang 8: Detaillierter Verlauf der Einkaufsmenge

162 Anhang Anhang 1: Übersicht der Lebensmittelkategorien Backwaren Brot z.b. Vollkornbrot, Weißbrot Brötchen z.b. Laugenbrötchen, Brezeln, Croissants Kuchen z.b. Rührkuchen, Torten Süße Stückchen z.b. Plunder Pikante Backwaren z.b. Pizza, Flammkuchen Sonstige Backwaren z.b. Blätterteig Obst Obst Obsterzeugnisse Trockenobst z.b. frisches, rohes Obst z.b. Apfelmus, Konfitüre z.b. Apfelringe Gemüse Gemüse Gemüseerzeugnisse z.b. frisches, rohes Gemüse z.b. Sauerkonserven, Gewürzgurken Fleisch und Fisch Fleisch Fleischerzeugnisse und Wurstwaren Fisch Fischerzeugnisse Krusten- und Schalentiere z.b. Rindfleisch, Schweinefleisch z.b. Bratwürste, Schinken, Salami z.b. Lachsfilet z.b. Fischstäbchen z.b. Garnelen Milchprodukte Milch/-mischgetränke Milcherzeugnisse Käse Quark Butter z.b. Milch, Kakao z.b. Joghurt, Sahne, Eis z.b. Schnittkäse z.b. Früchtequark Teigwaren Nudeln Nudelgerichte 142

163 Anhang Sonstige Teigwaren z.b. Knödel, Maultaschen Sonstiges Eier Getreide/-erzeugnisse Hülsenfrüchte Nüsse Margarine Müsli Cornflakes Soßen Salz und Pfeffer Süßwaren Knabberartikel Sojaerzeugnisse z.b. Mehle, Reis z.b. Bohnen z.b. Erdnüsse z.b. Müsli, Müsliriegel z.b. Fertigsoßen, Ketchup z.b. Bonbons, Schokolade z.b. Chips, Salzstangen, Popcorn z.b. Tofu, Sojasoße 143

164 Anhang Anhang 2: Inhalt des Projektordners 144

165 Anhang 145

166 Anhang 146

167 Anhang 147

168 Anhang 148

169 Anhang 149

170 Anhang Anhang 3: Forschungsinterview 150

171 Anhang 151

172 Anhang 152

173 Anhang 153

174 Anhang 154

175 Anhang 155

176 Anhang Anhang 4: Informationsblätter und Fragebogen zum Mindesthaltbarkeitsdatum 156

177 Anhang 157

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