Toxoplasmose. Patienteninformation. Dr. med. Uwe Auf der Straße. Eine Krankheit, die leicht Fehldiagnosen provoziert!

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1 Patienteninformation Dr. med. Uwe Auf der Straße Eine Krankheit, die leicht Fehldiagnosen provoziert! Toxoplasmose Gemeinschaftspraxis Dr. med. Joachim Thiel & Dr. med. Uwe Auf der Straße, D Herten

2 Was ist Toxoplasmose Toxoplasmose ist eine parasitäre Infektionserkrankung, die vom Erreger Toxoplasma gondii verursacht wird und vorwiegend das vegetative Nervensystem und das Muskelgewebe infiziert. Die Übertragbarkeit von Toxoplasmose auf den Menschen wurde bereits Mitte der Jahre nachgewiesen. Der Parasit befällt erstrangig Katzen. Als Zwischenwirte dienen jedoch alle Säugetiere, so auch Menschen, die sich beispielsweise bei der Gartenarbeit am kontaminierten Erdreich infizieren können. Auch der Verzehr von rohem oder halbgarem Fleisch begünstigt in den meisten Fällen Toxoplasmose. Problematisch ist vor allem die Erstinfektion von Schwangeren, da der Erreger auf das Ungeborene übergehen und schwere Schäden verursachen kann. Mit Toxoplasmen infizierte Menschen müssen dennoch nicht zwangsläufig Krankheitssymptome aufweisen, denn der Parasit kann über viele Jahre inaktiv bleiben. Leider steht der Wissenschaft zurzeit noch kein geeignetes Medikament oder Verfahren zur Verfügung, das in der Lage wäre, den Toxoplasmose Erreger dauerhaft auszuschalten. Toxoplasmose typische Symptome, wie Muskelschmerzen, Atemnot während normaler körperlicher Arbeit, Depression, Angstzustände, Sehstörungen etc., können leicht mit anderen Ursachen verwechselt werden.

3 und welche sind die typischen Symptome? Sehstörungen Morgensteifigkeit Müdigkeit Schweißausbrüche Konzentrationsstörungen Antriebslosigkeit Schlafstörungen Atemnot Muskelschmerz Gereiztheit/Aggressivität Ödeme an Händen/Füßen Angst Depressionen Schwindel

4 Toxoplasmose Klassifikation B58.0 Augenerkrankung durch Toxoplasmen B58.1 Hepatitis durch Toxoplasmen B58.2 Meningoenzephalitis durch Toxoplasmen B58.3 Toxoplasmose der Lunge B58.8 Toxoplasmosen sonstiger Organe B58.9 Toxoplasmose, nicht näher bezeichnet K77.0 Leberkrankheiten bei anderenorts klassifizierten parasitären Krankheiten. Hepatitis durch Toxoplasma gondii H32.0 Chorioretinitis bei anderenorts klassifizierten infektiösen und parasitären Krankheiten G05.2 Enzephalitis, Myelitis und Enzephalomyelitis bei sonstigen anderenorts klassifizierten infektiösen und parasitären Krankheiten J17.3 Pneumonie bei parasitären Krankheiten

5 Weltweit tragen ca. 68% aller Menschen Toxoplasma gondii Erreger in sich und 1-2% der infizierten Menschen erkranken an Toxoplasmose!

6 Behandlungsverlauf Symptome vor der Behandlung Intensitätsskala während und nach der Behandlung Müdigkeit Muskelschmerzen Konzentrationsstör./Vergessl. Schweißausbrüche Belastunsgdyspnoe (Atemnot) Antriebslosigkeit Gereiztheit/Aggressivität Sehstörungen Schwindel Depression Angstzustände Morgensteifigkeit Ödeme an Händen & Füssen Durchschlafstörungen Druckgefühle Übelkeit (abdominal) Lymphknotenschwellungen Gelenkschmerzen

7 Fallbeispiel Die Patientin, 46 Jahre alt, berichtete, seit Jahren fühle sie sich schwach und wenig belastbar, ihr sei häufig schwindelig. Eine vestibuläre Ursache wurde ausgeschlossen. Seit Mitte 2015 nahm der Schwindel zu, es traten in Abstanden von Tagen Cephalgien im Hinterhauptbereich mit ausgeprägter Lichtempfindlichkeit und Sehstörungen auf. Seit Herbst 2015 bestanden vermehrte Schweißausbrüche und seit Jan war die Patientin zunehmend müde und abgeschlagen und hatte ein ständiges und starkes Schlafbedürfnis. Ab März 2016 kam es zusätzlich zu einer erheblichen unklaren Gewichtszunahme, vermehrtem Haarausfall, Frieren, Zunahme des Schwindels (Stufe 9) und Schlafstörungen (Stufe 8). Eine Schilddrüsenerkrankung wurde ausgeschlossen. Es bestand keine Leukozytose, die Elektrophorese war unauffällig. Seit Apr entwickelten sich eine zunehmende Luftnot und Herzrasen schon bei leichter körperlicher Belastung sowie deutliche Hautödeme. Zur Klärung des Geschehens wurde die Patientin in eine kardiologische Abteilung eingewiesen. Es bestanden eine geringe Herzmuskelverdickung bei normalem Pumpverhalten ohne diastolische Dysfunktion sowie ein kleiner Perikarderguss. Hinweise auf eine Endokarditis zeigten sich nicht. In der Ergometrie war die Patientin bis 75 W belastbar, bei einer Herzfrequenz von 160 Schlägen pro Minute und einer Belastungsdyspnoe sowie leichten ST Streckensenkungen in V5 und V6. Eine Koronarangiographie und die Laborwerte erbrachten normale Befunde. Es wurde eine Herzinsuffizienz II-III sowie eine chronische Perikarditis diagnostiziert. Zu diesem Zeitpunkt bestanden die Symptome seit insgesamt etwa 20 Jahren, seit etwa 5 Jahren hatten sich die Symptome deutlich verschlechtert. Therapie: Okt wurde Clindamycin verordnet. Nach insgesamt 3 Wochen Clindamycin hatten sich ihre Symptome sehr gut gebessert, sie verspürte allerdings schon wieder eine leichte Zunahme der Muskelschmerzen und Schweißausbrüche. Es wurde 4 Wochen mit Daraprim, Calciumfolinat und Sulfadiazin behandelt. Die Behandlung führte letztlich zum Erfolg.

8 Ihre Checkliste Frau / Herr:... Alter:... Jahre Symptomdauer:... Tage/Wochen/Monate/Jahre Symptome Müdigkeit Muskelschmerzen Konzentrationsstör./vergesslich Schweißausbrüche Belastunsgdyspnoe (Atemnot) Antriebslosigkeit Gereiztheit/Aggressivität Sehstörungen Schwindel Depression Angstzustände Morgensteifigkeit Ödeme an Händen & Füssen Durchschlafstörungen Druckgefühle Übelkeit (abdominal) Lymphknotenschwellungen Gelenkschmerzen Intensitätsskala (bitte mit einem X kennzeichnen) Gemeinschaftspraxis Dr. med. Joachim Thiel & Dr. med. Uwe Auf der Straße, D Herten

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