Reiserekonstruktion. Reisen zu Mozarts Zeiten Dardagny bis Murten. Nicole Keller. Luzern 2013

Größe: px
Ab Seite anzeigen:

Download "Reiserekonstruktion. Reisen zu Mozarts Zeiten Dardagny bis Murten. Nicole Keller. Luzern 2013"

Transkript

1 Dardagny bis Murten Nicole Keller Luzern 2013 Diese Arbeit wurde an der PH Luzern im Fach Geschichte geschrieben.

2 Abstract Die Familie Mozart reiste im Jahr 1766 mit dem zehnjährigen Sohn Wolfgang während ihrer über dreieinhalbjährigen Westeuropareise durch die Schweiz. Dem Wunderkind und seiner Schwester eilte bereits ein guter Ruf voraus, was dazu führte, dass die Kinder Aufführungen in Genf, Lausanne, Bern, Zürich und Schaffhausen hatten. Diese Konzertaufführungen sind durch zeitgenössische Quellen rekonstruierbar. Direkte Informationen aus Reisebüchern oder Briefen der Familie Mozart gibt es nur wenige. Dennoch lässt sich die Route durch die Schweiz grösstenteils zurückverfolgen. Es ist ausserdem bekannt, dass die Familie mit ihrer eigenen Kutsche reiste und lediglich die Pferde auswechseln liess. In der folgenden Masterarbeit wird die Familie Mozart porträtiert und ihr Aufenthalt in der Schweiz anhand der vorhandenen zeitgenössischen Quellen genauer betrachtet. Im Blickfeld steht ausserdem der Routenabschnitt Dardagny bis Murten, welcher mittels alten Kartenmaterials rekonstruiert wird, dabei werden die verschiedenen Optionen diskutiert. Das bereiste Gebiet war anders gegliedert, als es uns heute erscheint, denn es handelte sich um die Alte Eidgenossenschaft. Die Struktur der Alten Eidgenossenschaft wird aufgeschlüsselt, um sie anschliessend theoretisch darzulegen. Auf der Basis von Quellen (zeitgenössische Reiseberichte, zeitgenössische Gemälde, Angaben zu Ortschaften) und mit Hilfe des künstlichen Arrangements der Rekonstruktion wird versucht aufzuzeigen, was die Familie Mozart damals von der Schweiz gesehen haben könnte. Für die didaktische Umsetzung wird exemplarisch die Stadt Murten verwendet, dort soll mit Lernbezügen vor Ort das Vorstellungsvermögen der Lernenden erhellt werden. Nicole Keller Seite 2

3 Inhaltsverzeichnis 1 EINLEITUNG 5 2 ALLGEMEINHISTORISCHER TEIL REISE DER FAMILIE MOZART DURCH DIE SCHWEIZ PORTRAIT DER FAMILIE REISEN ZU MOZARTS ZEIT DIE FAMILIE MOZART IN DER SCHWEIZ GENF UND LAUSANNE GENF LAUSANNE REKONSTRUKTION DES REISEWEGES DARDAGNY RUSSIN VERNIER GENF GENF BELLEVUE GENTHOD VERSOIX MIES COPPET CELIGNY - NYON NYON PRANGINS GLAND DULLY BURSINEL ROLLE ROLLE PERROY ALLAMAN ETOY ST. PREX TOLOCHENAZ - MORGES MORGES PRÉVERENGES ST. SULPICE - LAUSANNE LAUSANNE EPALINGES MONTPREVEYRES MEZIERES SYENS MOUDON MOUDON LUCENS SEIGNEUX GRANGES-PRES-MARNAND TREY PAYERNE PAYERNE CORCELLES-PRES-PAYERNE DOMPIERRE DOMDIDIER AVENCHES AVENCHES FAOUG GRENG MEYRIEZ MURTEN HERSTELLEN DER RÄUMLICHEN UND HERRSCHAFTLICHEN STRUKTUR POLITISCH: KONTUREN EINES STAATSWESENS DER ORTE DER ALTEN EIDGENOSSENSCHAFT DER EINFLUSS FRANKREICHS AUF DIE SCHWEIZ DIE INNENPOLITISCHE SITUATION DER SCHWEIZ UM DER POLITISCHE AUFBAU DER ORTE UND IHRE BEZIEHUNGEN UNTEREINANDER KANN MAN VON ABSOLUTISTISCHEN TENDENZEN IN DER SCHWEIZ SPRECHEN? DIE STÄDTE BERN UND ZÜRICH ZUR ZEIT DER ALTEN EIDGENOSSENSCHAFT DER EINFLUSS DER STÄDTE BERN UND ZÜRICH IN DER ALTEN EIDGENOSSENSCHAFT DER WEG ZUR OLIGARCHIE IN DER STADT BERN FAZIT 50 Nicole Keller Seite 3

4 3 THEORETISCHE REFLEXION ZU LERNEN VOR ORT DEFINITION LERNEN VOR ORT DEKONTEXTUALISIERTE BEGEGNUNG MUSEEN UND AUSSTELLUNGEN ARCHIVE ORIGINALE BEGEGNUNG HISTORISCHE STÄTTE BAUWERKE UND DENKMÄLER GEDENKSTÄTTE STADTFÜHRUNGEN UND ERKUNDUNGEN, LEHRPFADE CHANCE UND HERAUSFORDERUNG VON LERNEN VOR ORT HISTORISCHES LERNEN VOR ORT 63 4 UMSETZUNGSBEISPIEL LERNEN VOR ORT MURTEN BEZUG ZUM LEHRPLAN LERNZIELE WISSENSZIELE METHODENZIELE ERKENNTNISZIELE GROBPLANUNG MIT LEHRER/INNEN KOMMENTAR 67 5 LITERATURVERZEICHNIS 74 6 ABBILDUNGSVERZEICHNIS 78 7 ANHANG 80 A) VOR DER EXKURSION 80 B) WÄHREND DER EXKURSION 119 C) NACH DER EXKURSION 138 Nicole Keller Seite 4

5 1 Einleitung Wie sah die Schweiz um 1766 aus? Was sah die Familie Mozart bei ihrer Durchreise? Wie muss man sich das Reisen im 18. Jahrhundert vorstellen? Unbeantwortete Fragen, welche einladen zu forschen und zu rekonstruieren. Alte Reisewege und deren Rekonstruktion sind nicht nur in der Öffentlichkeit beliebt und haben damit eine gewisse Publikumswirksamkeit, sondern sie beinhalten zudem ein spannendes fachdidaktisches Potential. Menschen machen während dem Reisen Erfahrungen und berichteten in Briefen oder Tagebüchern darüber. Diese Berichte nun aus der heutigen Zeit wahrzunehmen, zu interpretieren und für die Rekonstruktion der Reiseroute der Familie Mozart zu verwenden, hat mich motiviert diese Masterarbeit anzugehen. Die Verknüpfung von forschen, suchen, interpretieren und rekonstruieren mit der Umsetzung der Ergebnisse in einer didaktische Einheit lehnen sich eng an meinem persönlichen Interesse an Geschichte und meinen zukünftigen Beruf als Oberstufenlehrperson an. Die Schweiz und ihr Aussehen in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zu rekonstruieren sowie die didaktische Vermittlung dieses Inhaltes, sind das Ziel dieser Masterarbeit. Der Reiseweg lässt sich grösstenteils zurückverfolgen, jedoch unterliess Leopold Mozart das Schreiben von Briefen, während die Familie die Schweiz bereiste, was dazu führt, dass die direkte Quellenlage äusserst dünn gesät ist. Die Rekonstruktion bedarf also, dass man sich zeitgenössischer Quellen von Drittpersonen bedient und diese in die Zeit der Schweizerreise der Familie Mozart eingliedert. Die folgende Masterarbeit lässt sich in zwei grössere Themenbereiche gliedern. Der erste Teil besteht aus einem theoretischen allgemeinhistorischen Kontext und der zweite Teil thematisiert die Didaktik. Nachdem in der Einleitung die Motivation und die Ziele der Arbeit aufgezeigt wurden, widmet sich das zweite Kapitel dem oben erwähnten allgemeinhistorischen Teil. Dieser Teil ist in einzelne Unterkapitel gegliedert. Das erste Unterkapitel beleuchtet die Familie Mozart und ihre Reise durch die Schweiz, das zweite Unterkapitel widmet sich der Rekonstruktion des Reiseweges von Dardagny bis Murten und das dritte Unterkapitel thematisiert anschliessend die räumlichen und herrschaftlichen Strukturen der Alten Eidgenossenschaft. Der didaktische Teil der Masterarbeit ist in zwei grössere Nicole Keller Seite 5

6 Unterkapitel gegliedert. Das Kapitel drei vertieft die theoretische Reflexion zu Lernen vor Ort, wobei hier der Begriff Lernen vor Ort definiert wird und ebenfalls Chancen und Herausforderungen thematisiert werden. Das zweite Unterkapitel, das Kapitel vier, ist die didaktische Umsetzung am Beispiel Murten. In diesem Kapitel wird der Bezug zum Lehrplan hergestellt, Lernziele werden formuliert und eine mögliche Grobplanung wird aufgezeigt. Im Anhang befindet sich das gesamte eigenständig erstellte Arbeitsmaterial für das Umsetzungsbeispiel, welches unter dem Kapitel vier vorgestellt wird. Nicole Keller Seite 6

7 2 Allgemeinhistorischer Teil Der Allgemeinhistorische Teil befasst sich vor allem mit den Umständen, unter welchen im 18. Jahrhundert in der Schweiz gereist wurde und welche Konturen die politische Situation damals in der Alten Eidgenossenschaft hatte. Im ersten Unterkapitel wird die Reise der Familie Mozart um 1766 genauer betrachtet. Anschliessend wird der Reiseweg der Familie rekonstruiert, wobei die gesicherte Route aufgezeigt wird und offene Optionen diskutiert werden. Im dritten und letzten Unterkapitel werden die Konturen eines Staatswesens zur damaligen Zeit beleuchtet. 2.1 Reise der Familie Mozart durch die Schweiz 1766 Dieses Kapitel fokussiert die Familie Mozart und ihre Reise durch die Schweiz im 18. Jahrhundert. Zu Beginn wird die Familie portraitiert, danach wird das Reisen im Allgemeinen zur Zeit Mozarts genauer betrachtet und zum Schluss werden die Familie Mozart und ihr Aufenthalt in der Schweiz genauer betrachtet Portrait der Familie Bei Biografien über Mozarts Leben gilt das Augenmerk häufig der Beziehung zwischen dem Vater und dem Sohn, die Mutter wird oft vernachlässigt. Wahrscheinlich vor allem deshalb, weil Mozart mit seinem Vater rege Korrespondenz führte. Die Mutter wird oftmals abgewertet, indem sie als geistlos, intellektuell unbedarft oder ähnlich dargestellt wird. 1 Die Familienverhältnisse der Familie lassen sich jedoch nicht so gradlinig darstellen. Die Mozarts verzeichnen in ihrer siebenjährigen Ehe bis 1754 fünf tote Kinder und nur eine überlebende Tochter. Am 27. Januar 1756 erblickt dann der Sohn das Licht der Welt. Die Mutter, welche schon seit dem Kindsalter eine kränkelnde Natur war, überstand die siebte Geburt nur knapp. 2 Der Vater, Leopold, ist zur Zeit der Geburt des Sohnes 36 Jahre alt und ebenfalls ein Mann mit Namen. Sein Werk Versuch einer gründlichen Violinschule erlebt bei Lotter vier Auflagen, wobei ebenfalls Übersetzungen in Holland, Frankreich und Russland erscheinen. Dieses Werk bewahrt den Namen des Vaters, weit mehr als seine Kompositionen, über das 1 Vgl. Pieck, Die Mozarts, S Vgl. ebd., S. 42. Nicole Keller Seite 7

8 Jahrhundert hinaus. 3 Wolfgang wächst mit seiner älteren Schwester, Maria Anna (Nannerl), seiner Mutter, seinem Vater und vielleicht auch mit einer Dienstmagd in Salzburg auf. Wolfgang lernt bereits im zarten Alter von 4 Jahren auf dem Clavier Menuett spielen. 4 Wolfgangs Erziehung richtet sich nicht nach den vorherrschenden Konventionen der damaligen Zeit. Obwohl Emile von Rousseau gerade mal 6 Jahre nach Wolfgang geboren wurde, scheint dieses Werk nicht besonderen Einfluss auf die Erziehung Mozarts genommen zu haben. 5 Mozart ist nicht mit Emile vergleichbar, er hat den Vater, den natürlichen Erzieher und er ist ein Wunderkind. Leopolds Erziehung richtet sich danach aus, ein Kind zu erziehen, welches seine Berufung seit frühester Jugend kennt. Ziel seiner Erziehung ist daher viel mehr die Entfaltung dessen, was ist. Bei Leopold soll das Kind nicht etwas werden, was es noch nicht ist. Die Leitidee Leopolds ist der Gehorsam gegenüber dem göttlichen Auftrag, daher ist der Telemach für Leopold das vollkommene Erziehungsbuch. Es prägt während dem ganzen Leben die Beziehung zwischen dem Vater und dem Sohn. 6 Leopold war aber nicht nur der natürliche Erzieher der Kinder, sondern auch ihr Lehrer. Wolfgang und Nannerl besuchten keine Schule, sondern wurden vom Vater zuhause unterrichtet. Er lehrte sie rechnen, schreiben und lesen und vor allem Sprachen. Zuerst brachte er ihnen vor allem Deutsch und Lateinisch, später dann aber auch Französisch, Englisch und Italienisch bei. Wolfgang hatte nämlich nicht nur musikalisch eine besondere Begabung, sondern auch für Sprachen. Es verwundert dann umso mehr, dass Wolfgang viele orthographische Fehler machte. Dies lässt sich aber doch recht logisch erklären, für den Vater war die musikalische Schrift stets viel wichtiger als die schriftdeutsche. Keineswegs darf man sich das Leben der Kinder aber als abgeschottet vorstellen. Sie hatten Freunde und spielten mit Spielsachen, welche ihrem Alter entsprachen. Sie hatten lediglich das Glück, einen der besten Musiklehrer als Vater zu haben, welcher ihr Talent entdeckte und sie mit Umsicht in die Welt der Musik einführte. Der Vater unterrichtete die Kinder während drei Jahren sehr sorgfältig, bis er sich entschied, die Begabung des sechsjährigen Wolfgang und der elfjährigen Nannerl der Welt 3 Vgl. ebd., S Vgl. Pieck, Die Mozarts, S Vgl. ebd., S Vgl. ebd., S. 50. Nicole Keller Seite 8

9 vorzuführen. 7 Das erste Mal stand Mozart jedoch bereits in Salzburg auf der Bühne, am 1. und 3. September Er ist als Tänzer dabei fünfjährig und nur knapp älter als sein Vater bei seinem ersten Auftritt, der schon als Vierjähriger in Augsburg im September 1724 auf der Bühne stand. Wenige Monate nach diesem ersten Auftritt bricht die Familie das erste Mal nach München auf. 8 Oftmals geht man landläufig davon aus, dass Leopold seinen Kindern gegenüber rücksichtslos war und ihnen mit den langen Reisen unsägliche Strapazen zufügte. Seine Briefe an Freunde berichten jedoch anderes. Für Leopold waren Freunde und Freundschaft wichtige Bestandteile des Lebens. Er pflegte viele Freundschaften, welche sich teilweise auch geschäftlich lohnten oder durch die vielen Reisen entstanden waren. Der engste Kreis der Freunde ist und bleibt aber seine Familie. Dies lässt sich zum einen in einem Brief erkennen, den er im Februar 1778 seinem Sohn schreibt und darin die Formulierung wählt denke nach ob ich dich nicht allzeit freundschaftlich behandelte und wie ein diener seinen herrn bedient. Zum anderen aber auch darin, dass der Vater bereits bei der ersten Wienreise in Pressburg einen eigenen Reisewagen kauft, weil er sich Sorgen um die Gesundheit der Kinder macht. Die Kinder bestimmten ebenfalls das Reisetempo, wie er Mitte Oktober 1762 betont. Ende November desselben Jahres teilt er Hagenauer sogar mit, dass er Einladungen ausgeschlagen habe, weil sie der Gesundheit seiner Kinder schädlich sein könnten Reisen zu Mozarts Zeit Reisen im 18. Jahrhundert darf keinesfalls mit dem heutigen Reisen verglichen werden. In der damaligen Zeit zu reisen, hiess ohne Strom, Kommunikationsnetz, Strassen- oder Verkehrsnetz, Kraftfahrzeug, Eisenbahn, Handy oder Internet unterwegs zu sein. Das wohl grösste Übel im damaligen Reisealltag war die Welt ohne Kanalisation oder Wassernetz. Man muss sich ein Alltag ohne hygienische Standards vorstellen. Reisen war auch gefährlich. Dazu wurde das Reisen durch die verschiedenen Währungen und Masssysteme erschwert. Man darf sich das Reisen zu Mozarts Zeit daher als zeitraubend, teuer und unbequem vorstellen. Trotz der widrigen Umstände ist Reisen keineswegs aussergewöhnlich. Seit 7 Vgl. Staehelin, Die Reise, S. 7ff. 8 Vgl. Mancal, Leopold Mozart, S Vgl. ebd., S. 58f. Nicole Keller Seite 9

10 Jahrhunderten reisen Söldner, Adelige, Studenten, Musiker, Pilger, Handelsleute und Künstler. Ein Anzeichen für die wachsende Reisetätigkeit der Bevölkerung lässt sich daran zeigen, dass die Zahl von Veröffentlichungen von Routenhandbücher oder Hilfestellungen zum Reisen im 18. Jahrhundert drastisch anstieg. Vor allem zur Mitte des 18. Jahrhundert hin ist eine Flut an solchen Neuveröffentlichungen zu verzeichnen. Das Interesse am Reisen lässt sich mit dem Aufkommen des Postkutschennetzes verknüpfen. 10 Das Postkutschennetz entstand dadurch, dass es seit der Wende zum 18. Jahrhundert im Deutschen Reich den geregelten allgemeinen Postkutschenverkehr gab. Wer reisen wollte, konnte für festgesetzte Zeiten bei der Post einen Sitzplatz buchen und musste sich dann am Reisetag frühmorgens beim Posthaus zur Abfahrt einfinden. Hatte der Reisende Glück, so fuhren nur wenige Passagiere mit. Das Elend der gesamten Reise begann mit den Strassen, die Reise in der ungefederten Kutsche war durch ein unaufhörliches Rütteln und Stossen gekennzeichnet. Die Landpost war aber nicht nur verrufen, weil sie unbequem war, sondern auch, weil sie ebenfalls langsam war. Das Prinzip des Landverkehrs beruhte auf dem Relaissystem: Alle 3-5 Deutschen Meilen liefen die Kutsche eine Station an, auf welcher Postmeister frische Pferde bereithielten. Dieses System gab es bereits seit 1490, zuerst aber lediglich für Reiter. Für eine Meile rechnete man bis zu zwei Stunden, je nach Zustand der Strassen. Das Reisetempo wurde ausserdem durch die unerträglich langen Aufenthalte auf den Stationen gemindert. Manchmal versäumte der Postmeister frische Pferde bereitzuhalten, unklar bleibt ob dies teilweise auch absichtlich geschah, denn die Poststationen wollten schliesslich auch an den Reisenden verdienen und je länger diese auf Station blieben desto mehr mussten sie beispielsweise für Unterkunft und Verpflegung ausgeben. Doch damit war des Reiseübels noch nicht genug, denn viele Kutscher hielten an Kneipen an und überliessen die Reisenden sich selber. 11 Aber auch unangenehm riechende oder schmutzige Mitreisende konnten die Fahrt recht ungemütlich machen. Die Reisegesellschaften waren jeweils zusammengewürfelt, wie man dies auf dem folgenden Aquarell von Georg Emanuel Opitz um das Jahr 1825 sehen kann Vgl. Mancal, Leopold Mozart, S. 10f. 11 Vgl. Pieck, Die Mozarts, S. 109ff. 12 Vgl. Beyrer, Zeit Postkutschen, S Nicole Keller Seite 10

11 Abbildung 1: Postkutsche (Opitz, um 1825) Wenn man damals schneller und leicht komfortabler reisen wollte, leistete man sich eine Extrapost. Man kaufte sich eine Chaise oder mietete sie. Die Chaise war eine leichte Kutsche für vier Personen, mit zwei Pferden bespannt und oftmals nur mit einem Halbverdeck. Dies führte dazu, dass die zwei Personen, welche mit dem Rücken zur Fahrtrichtung sassen, ungeschützt waren. Auf dem Kutschbock nahm dann ein Mietkutscher platzt, auch Hauderer genannt. Die Reise folgte der Landstrasse und den Poststationen, dort wurde für den Pferdewechsel gesorgt und damit konnte man schneller reisen, denn man musste sich nicht an die Fahrpläne der ordinären Post halten und war ebenfalls nicht der Willkür der Postkutscher ausgesetzt. 13 Das Reisen mit der Extrapost war aber ein recht teures Unternehmen. Wollte man an den Stationen zügig bedient werden, so musste man gut zahlen, auch war es nötig, dass man dem Postmeister ausreden konnte, mehr Pferde vorzuspannen, als eigentlich notwendig war. Die Fahrtzeit jedoch 13 Vgl. Pieck, Die Mozarts, S Nicole Keller Seite 11

12 verringerte sich und man gab weniger Geld für Übernachtungen, Malzeiten und Trinkgelder aus. 14 Im Vergleich mit den französischen und angelsächsischen Verkehrsmitteln schnitt der deutsche Postwagen denkbar schlecht ab. Die Reisenden bemerkten in Frankreich vor allem die prächtigen Chausseen und Alleen und in England gaben die zweckmässigen und eleganten Fuhrwerke zu reden. 15 Eine solche Landkutsche aus dem Jahre 1747 ist auf der folgenden Abbildung ersichtlich. Abbildung 2: Englische Landkutsche (Hogarth, 1747) Leopold Mozart entschied sich bereits auf seiner ersten Reise mit den Kindern dazu, einen Reisewagen zu kaufen. Während der ersten Wienreise im Oktober 1762, rund ein halbes Jahr vor der Europareise, plant Leopold eine Kutsche zu kaufen. Diesen Reisewagen, welcher den Kindern etwas mehr Bequemlichkeit bringen und ihre Gesundheit schonen und erhalten sollte, erwarb er in Pressburg (Bratislava) im Dezember Leopold konnte sich in Salzburg ebenfalls ein eigenes Pferd halten, was für einen Musiker von einem hohen Lebensstandard und von besten Beziehungen zeugt. Die Kutsche begleitete die Familie auf vielen Reisen unter anderem auch auf ihrer dreieinhalbjährigen Europareise. Es ist 14 Vgl. Pieck, Die Mozarts, S Vgl. Beyrer, Zeit Postkutschen, S. 17. Nicole Keller Seite 12

13 unklar, ob Leopold die Kutsche bereits auf der ersten Italienreise 1770 verkaufte oder ob die Kutsche behalten wurde und Wolfgang und seine Mutter ihre Reise nach Paris in derselben Kutsche antraten. Festgehalten wurde dann jedoch, dass Wolfang die Kutsche im März 1778 in Mannheim verkaufte, dies berichtet er nämlich dem Vater in einem Brief. 16 Es waren jedoch nicht nur die Kosten und die mangelnde Bequemlichkeit, die das Reisen im 18. Jahrhundert schwierig gestalteten, sondern auch die Versorgung mit Trinkwasser, die Angst vor Überfällen oder das Finden von passenden Quartieren. Die Mozarts hatten auf ihrer Europareise ihre eigenen Methoden, um mit diesen Unannehmlichkeiten umzugehen. Zum einen war Leopold Mozart schon vor dem Antritt der Europareise ein Weintrinker. Er war aufgrund seines Ischias Leidens auf den Genuss von Wein anstelle von Bier angewiesen 17. Das Wasser wurde aus Brunnen, Bächen oder Flüssen geschöpft und war meist völlig ungeniessbar. Im Raum Mannheim, Mainz und Frankfurt stellte Leopold Mozart die Beobachtung an, dass meist Selzer Wasser getrunken wurde. 18 Selzer oder auch Selters Wasser genannt, war Wasser, welches basisch und kochsalzhaltig war und einen natürlichen Kohlensäuregehalt von über 250mg/l hatte. Dieses Mineralwasser entstammte ursprünglich aus Quellen in Mittelhessen, genauer gesagt in Niederselters. Leopold Mozart verdünnte daraufhin seinen Wein jeweils mit Selzer Wasser. In Paris hingegen muss er das Trinkwasserproblem anders lösen. Er kocht das Wasser rund 150 Jahre vor der Entdeckung der Keime ab und gibt es erst dann seiner Familie zum Trinken. Auf der Europareise begegnet ihnen dasselbe Problem ebenfalls in England. Dort weiss man sich jedoch zu helfen. Die Kinder und die Mägde trinken Leichtbier und können sich von dem nach Belieben den ganzen Tag an den Fässern versorgen. Der Herr und die Frau, wie sie Leopold Mozart nennt, trinken Starkbier. Leopold und seine Frau können jedoch während ihrer Europareise nicht darauf zurückgreifen, weil sie bereits zuhause bemerkt hatten, dass dies ihrer Gesundheit höchst schädlich ist. 19 Zum anderen hatten die Mozarts gute Beziehungen um passende Unterkünfte zu finden und Leopold Mozart passte die Wahl der Quartiere immer der 16 Vgl. Mancal, Leopold Mozart, S. 81ff. 17 Vgl. ebd., S Vgl. ebd., S Vgl. ebd., S.86. Nicole Keller Seite 13

14 Aufenthaltsdauer an. Rechnete er mit einem eher kurzen Verweilen, um die zwei Wochen, so wählte er als Quartier einen Gasthof. Leopold Mozart nahm sich die Standardwerke der Reiseliteratur der Aufklärung zu Herzen, welche er kennt. Er steigt mit seiner Familie nicht in irgendeinem Gasthaus ab, sondern nur im Besten. Obwohl er kein Freund solcher Unterkünfte war, musste er während der dreieinhalbjährigen Europareise immer wieder auf diese Art von Quartieren zurückgreifen. Durchschnittlich verbrauchte die Familie während der gesamten Europareise für die Übernachtungen und Verpflegungen in vier Tagen eine gesamte Monatsbesoldung von Leopold Mozart. Plante Leopold Mozart mit seiner Familie länger zu verweilen, so bemühte er sich stets um eine Privatwohnung, er scheute keine Mühe, damit er mit seinen Kindern und seiner Frau in einer guten, sicheren und sauberen Wohngegend hausen konnte. Notfalls nahm er nur für die ersten Tage einen Gasthof oder zog von der einen Privatunterkunft in eine grössere oder sicherere. Leopold war ein umsichtiger Geschäftsmann, er wusste, dass bereits die Adresse eine repräsentative Visitenkarte sein konnte und Auskunft über die Ansprüche ihres Bewohners gibt. Während der Europareise gab er vor allem in Paris, London und Frankfurt am Main besonders darauf acht, denn in diesen Destinationen veranstaltet er öffentliche Konzerte. 20 Reisen kostet also Geld, viel Geld sogar. Man braucht das Geld zur Beförderung, für die Unterkunft, die Verpflegung, Kleidung, Wäschepflege, die Heizung, Licht, Papier, Zölle, Reparaturkosten bei einer eigene Kutsche, Löhne der Bediensteten, Trinkgelder, Arzt- und Arzneimittelkosten oder Porto (ein einfacher Brief kostete etwa gleichviel wie ein Mittagessen im Gasthaus). 21 Wie konnte Leopold Mozart die dreieinhalbjährige Europareise also finanzieren, mag man sich nun fragen. Dazu betrachten wir das Gehalt Leopold Mozarts etwas genauer. Seine Besoldung durch den Hof setzte sich ab dem 1. November 1756 aus einem Grundgehalt von 300 Gulden und aus einem Zuschuss von 92 Gulden (Nebenbezüge für: Wein, Brot, Salzgeld und seine Lehrtätigkeit) zusammen. Ein Violinist verdiente im Vergleich dazu pro Jahr 96 Gulden und der Hofkapellmeister 498 Gulden. Keinesfalls darf dabei aber vergessen werden, dass dies nicht die einzigen Einnahmen von Leopold Mozart waren. Er war verschieden unternehmerisch tätig und zwar als Buch- und Musikalienverleger, Herausgeber, 20 Vgl. Mancal, Leopold Mozart, S. 88ff. 21 Vgl. ebd., S. 15. Nicole Keller Seite 14

15 Buch-, Musikalien- und Musikinstrumentenhändler, Komponist oder als Privatmusiklehrer. Diese Tätigkeiten brachten der Familie Mozart weitere Einkünfte ein, welche aber zu keiner Zeit in ihrer Höhe genau bestimmbar gewesen sind. 22 Es lässt sich also mit Sicherheit sagen, dass Leopold Mozarts Einkünfte für einen Musiker eher überdurchschnittlich waren. Dennoch lassen sich auch mit diesen stattlichen Einnahmen keine solchen teuren Reisen, wie die dreieinhalbjährige Europareise finanzieren. Gesichert ist dabei, dass Leopold Mozart zu Beginn der Europareise einen Kreditbrief von Hagenauer, einem Handelsmann aus Salzburg aufnahm. Dieser Handelsmann unterstütze die Familie Mozart während ihrer ersten Reise nicht nur mit Geld, sondern auch mit internationalen Verbindungen, wie beispielsweise für das Quartier in Paris bei der Gräfin van Eyck. 23 Europareise war ein gross angelegtes Wirtschaftsunternehmen, welche vor allem darauf ausgerichtet war, Konzerte zu veranstalten und dabei durch den Verkauf von Eintrittskarten zu Geld zu kommen. Amadeus Mozart und seine Schwester spielten jedoch nicht nur öffentlich, sondern sie spielten vor allem auch Hofkonzerte. Dabei war die Vergütung sehr willkürlich und unterschiedlich. Dieses Gefälle zeigte sich ebenfalls bei den freien, selbstveranstalteten Konzerten. Im Jahre 1766 erwähnte Beda Hübner, ein Benediktinerpater aus Salzburg in seinem Tagebuch, dass die Europareise der Mozarts um die f. gekostet haben soll. Dieser Betrag entspräche umgerechnet etwa 51 Jahresbesoldungen von Leopold Mozart und scheint realistisch zu sein. Da Leopold Mozart die überschüssigen Einkünfte von 2200 Gulden aus Paris zu Hagenauer transferieren liess, keines der kostbaren Geschenke verkauft werden musste und Leopold in London im Jahr 1765 sogar Galanteriewaren kaufen konnte, ist anzunehmen, dass die Einkünfte die Ausgaben sogar überstiegen haben müssen Die Familie Mozart in der Schweiz Genf und Lausanne Die Europareise der Familie Mozart dauerte wie bereits mehrmals erwähnt dreieinhalb Jahre. Sie beginnt am 9. Juni 1763 und endet im Dezember Die Reise führt die Familie von Salzburg über München, Augsburg, Brüssel, Paris, Die 22 Vgl. Mancal, Leopold Mozart, S Vgl. ebd., S Vgl. ebd., S. 106f. Nicole Keller Seite 15

16 Dover, London, Chelsea, Gent, Rotterdam, Amsterdam, Utrecht, Dijon, Lyon, bis in die Schweiz. 25 Im nun folgenden Kapitel soll die Reise der Familie Mozart durch die Schweiz genauer betrachtet werden. Dabei werden die Städte Genf und Lausanne in den Blickpunkt gerückt. Während der gesamten Reise durch die Schweiz fand der Vater Leopold Mozart keine Zeit, einen Brief zu schreiben, erst aus München schrieb er seinem Freund Lorenz Hagenauer. Aus diesem Brief und aus Berichten anderer Zeitgenossen kann dennoch einiges über die Aufenthalte der Familie in Genf und Lausanne herausgefiltert werden Genf Erst aus München, am 10. November 1766, schreibt Leopold den Brief an Hagenauer. Zuletzt hatte er seinem Salzburger Freund aus Lyon berichtet. Leopold Mozart schilderte in seinem Brief die Situation des inneren Bürgerkrieges in der Republik Genf. Während dem gesamten 18. Jahrhundert gab es dort zwischen den regierenden aristokratischen Parteien und dem Volk Streitigkeiten. 26 Weiter berichtete Leopold auch von Voltaire und dessen Schloss Ferney. Es fand jedoch dort kein Besuch statt. Voltaire selbst berichtet diesbezüglich am 26. September 1766 an Madame d Epinay nach Paris, dass er zum Zeitpunkt der Auftritte von Wolfgang Mozart krank war, und das Kind, ohne dass er es gesehen habe, bereits wieder abgereist sei. Ähnliches berichtete Voltaire ebenfalls Etienne- Noël Damilaville, welcher wie Madame d Epinay seine Empfehlungen für Leopold Mozart und seine Familie ausgesprochen hatte. 27 Voltaires guter Freund und Herausgeber seiner Werke, Gabriel Cramer, hingegen schien den jungen Wolfgang gesehen zu haben. Er schrieb am 5. September 1766 aus Genf: Wir haben hier einen jungen Deutschen, der mir von Paris aus empfohlen wurde. Er spielt Clavier, wie keiner je zuvor spielte. Alles spielt er unmittelbar vom Blatt. Spontan komponiert er über alle möglichen Themen. Zudem ist er froh und heiter, ein Kind, und doch so geistvoll, dass man darüber kaum schreiben kann, aus Angst man glaube einem nicht. 28 Cramer schien von dem jungen Mozart und seinem Kompositionstalent beeindruckt zu sein. Nicht ganz so angetan oder eben 25 Vgl. Mancal, Leopold Mozart, S. 131ff. 26 Vgl. Staehelin, Die Reise, S Vgl. ebd., S Vgl. ebd., S. 23f. Nicole Keller Seite 16

17 etwas kritischer sah André-Ernest-Modeste Grétry die Auftritte von Wolfgang Mozart. Grétry, welcher später als französischer Opernkomponist berühmt wurde, schrieb in seinem Buch Mémoires ou Essai sur la musique aus dem Jahre 1795 weniger fasziniert von Wolfgang. Grétry nennt den Namen Mozart nicht, dennoch ist davon auszugehen, dass es sich bei seinen Schilderungen um Wolfgang handelt, denn kein anderes Wunderkind in Begleitung seines Vaters ist in Genf im Jahre 1766 aufgetreten. 29 Im ersten der drei Bände ist auf der Seite 84 folgender Wortlaut zu lesen: Einst traf ich in Genf ein Kind, das alle Stücke von Blatt spielte. Sein Vater teilte mir vor dem versammelten Publikum mit: Damit Sie über die Talente meines Sohnes nicht mehr zweifeln, komponieren Sie ihm bis morgen ein sehr schwieriges Sonatenstück. Ich komponierte hierauf ein Allegro in es-moll, schwer ohne Künstelei. Er spielte es vor, und alle, ausser mir schrien, was für ein Wunder. Das Kind hatte nie angehalten, aber, sich nach den Tonarten richtend, hatte es eine Anzahl Passagen durch andere ersetzt, als ich komponiert hatte. Sicherlich hat der Knabe das Stück des 25-jährigen Grétry im Spiel instinktiv verbessert. Als Grétry Italien verliess händigte ihm sein Musiklehrer jedoch eine vielsagende Empfehlung aus, welche im folgenden Sinne lautete: Wahrer Esel in Musik, der nichts kann, aber jung, ziemlich höflich und mit einem guten Benehmen. Nehmen wir dieses Schreiben nicht nur als scherzhaft hin, so kann es gut möglich sein, dass Wolfgang im Spiel die Komposition verbessert hat. 30 Grétry erwähnt, dass der Vater des Kindes ihn vor Publikum aufforderte ein Stück für seinen Sohn zu komponieren, daher müssen die Kinder von Leopold Mozart mindestens zweimal öffentlich in Genf aufgetreten sein. Auch der französische Diplomat Michel Hennin bestätigt diese zwei öffentlichen Auftritte. Er hatte ein Empfehlungsschreiben von Friedrich Melchior Grimm, Baron und Sekretär des Grafen von Orléans, 31 erhalten, welcher die Kinder in Paris gesehen hatte und tief beeindruckt gewesen war. Hennin antwortete auf Grimms Schreiben erst am 20 September 1766, als die Familie Mozart nach ungeplantem Aufenthalt in Lausanne bereits in Bern eintraf. In seinem Brief an Grimm bestätigt er zwei Auftritte im Rathaus und berichtet vom Talent Mozarts. Ungesichert hingegen ist, 29 Vgl. Staehelin, Die Reise, S Vgl. ebd., S. 25f. 31 Vgl. Bory, Le séjour, S. 8. Nicole Keller Seite 17

18 ob Mozart in der Kathedrale St-Pierre auf der Orgel gespielt hatte, ob er den Geiger und Komponisten Caspar Fritz kennengelernt hatte und ob die Familie allenfalls noch einen Besuch beim Physiker und Geologen Horace Bénédict de Saussure abgestattet hatte. 32 Unklar ist ebenfalls, wo die Familie während ihres Aufenthalts in Genf gewohnt hatte, es ist jedoch anzunehmen, dass die Familie entweder im Hôtel de la Balance oder in der Auberge de Secheron abgestiegen ist. Weniger wahrscheinlich ist, dass die Familie bei Jean Huber, dem Voltaire- Maler, einquartiert war, obwohl Leopold Mozart diese als Absender auf seinem Brief an Hagenauer angab. 33 Nach drei Wochen, am 11. September 1766, 34 verliess die Familie die Republik Genf und machte sich auf den Weg nach Bern. Leopold hatte vorgesehen, in Lausanne nur über Mittag einen Halt zu machen. 35 Dennoch blieb die Familie unerwartet länger. Die Fahrt von Genf nach Lausanne führte dem See entlang und dauerte bei guten Verhältnissen und mit drei vorgespannten Pferden ungefähr elf Stunden Lausanne Die Familie reiste über Versoix, Coppet, Nyon, Rolle und Morges nach Lausanne, erreichte letzteres am späten Nachmittag 37 und verweilte dort wahrscheinlich vom 11. Bis 18. September Leopold Mozart berichtet in seinem Brief an Hagenauer, dass die Bediensteten des Prinzen Louis von Württemberg, der Madame D Aulbone, der Madame d Hermenche und weiterer ansehnlicher Personen aus Lausanne ihn überreden konnten fünf Tage in Lausanne zu verweilen. 39 Die wichtigen Persönlichkeiten von Lausanne waren demnach über die Wunderkinder in Kenntnis gesetzt worden und wollten sie unbedingt selber zu Gesicht bekommen. Es ist wahrscheinlich, dass die Lausanner bereits vor den Auftritten in Genf von den Mozart Kindern gehört hatten, denn die Correspondances littéraires, welche Melchior Grimm in Paris herausgab, wurden 32 Vgl. Staehelin, Die Reise, S. 23ff. 33 Vgl. Bory, Le séjour, S Vgl. ebd., S Vgl. Mancal, Leopold Mozart, S Vgl. Staehelin, Die Reise, S Vgl. Bory, Le séjour, S Vgl. Mancal, Leopold Mozart, S Vgl. Staehelin, Die Reise, S. 30. Nicole Keller Seite 18

19 auch in Lausanne gelesen. Es ist anzunehmen, dass die Familie Mozart während ihrem Aufenthalt in Lausanne beim Prinzen von Württemberg wohnhaft war. 40 Wolfgang spielte und komponierte für den Prinzen in dessen Gegenwart, wie dies der Vater, Leopold Mozart, 1768 im Werkverzeichnis vermerkte: Verschiedene Solo für die Flautotrav: Für den herzog Louis v Wirtenbern d: in Lusana. Es wurde in Gegenwart dieser Duchl: Herrn componiert. 41 Mehrere Quellen besagen, dass Wolfgang Mozart am 15. und 16. September in Lausanne je ein Konzert gab. Zum einen gibt es das Haushaltbuch des frisch vermählten Paares Salomon de Sévery und Catherine de Chandieu. Sie trugen in ihrem Haushaltbuch ab Juni jede Ausgabe einzeln mit Datum ein. Die beiden wichtigen Aufzeichnungen lauten: 15 Septembre Au concert du petit Mozart 4 18 Septembre Au concert de Mozart pr. la 2de fois 4 Wo die beiden Konzerte stattfanden und was die Kinder spielten, stand natürlich in diesem Haushaltbuch nicht. 42 Jean-Henri Polier, der Stellvertreter des damaligen Landvogtes von Lausanne, notierte in seinem Tagebuch am Montag den 15. September 1766: Ein gewisser Mozart, Sohn des Kapellmeisters von Salzburg, zwischen 9 und 10 Jahre alt, trägt ein Konzert im Rathaus vor zu 40 Sous pro Kopf; er spielt mit grosser Geschicklichkeit und komponiert zum grossen Erstaunen von allen; es hatte 70 Personen. Vermutlich wurde das zweite Konzert ebenfalls im Rathaus abgehalten, jedoch kann nicht mit Sicherheit davon ausgegangen werden, denn damals gab es bereits die untereinander wetteifernden Salons. Eine weitere Möglichkeit wäre ein Konzert beim Prinzen von Württemberg gewesen. 43 Zwischen dem Herzog und Leopold Mozart entwickelte sich eine herzliche Beziehung, dies berichtete Mozart in seinem Brief aus München an Lorenz Hagenauer. Der Herzog war aber nicht nur ein Musikfreund, sondern auch ein ausgesprochener Menschenfreund. Er pflegte viele Freundschaften, unter anderem auch zum berühmten Arzt Auguste Tissot. Dieser interessierte sich besonders für das Wunderkind und wahrscheinlich war er ihm im 40 Vgl. Staehelin, Die Reise, S.30f. 41 Mancal, Leopold Mozart, S Vgl. Staehelin, Die Reise, S Vgl. ebd., S. 32f. Nicole Keller Seite 19

20 Hause des Herzogs begegnet. 44 Er beobachtete ihn ausgiebig und schrieb daraufhin einen Discours, welcher am 11.Oktober 1766 im Wochenblatt der Sociéte morale von Lausanne dem Aristide ou Le Citoyen erschien. 45 berühmte Arzt war derart vom Wunderkind Mozart beeindruckt, dass er gar 12 Jahre später wiederum auf das Thema des Nervensystems eines Genies zurückgreift. Die Begegnung mit Wolfgang Mozart hatte ihn vor allem auch als Arzt und Wissenschaftler stark beschäftigt. Der Aufenthalt in Lausanne war deutlich kürzer, nur etwa fünf Tage, als derjenige in Genf, welcher drei Wochen dauerte Rekonstruktion des Reiseweges Wie man sich die Reise der Familie Mozart durch die Schweiz konkret vorstellen muss, versuche ich im folgenden Kapitel näher zu bringen. Dazu verwende ich altes Kartenmaterial, zeitgenössische Reiseberichte sowie Berichte zu den Strassenzuständen. Die Familie Mozart erreichte die Schweiz über Frankreich. Der letzte Brief, welcher Leopold Mozart seinem Freund nach Salzburg sandte, stammte aus Lyon. Die Familie reiste aus einem Land an, in welchem die Chausseen oder Kunststrassen bereits recht weit ausgebaut waren. Das französische Beispiel strahlte weit über seine Grenzen aus, denn im absolutistischen Frankreich wurde diese Bauweise bereits seit dem 17. Jahrhundert entwickelt. 47 In der Schweiz war es zum Ziel erklärt worden, die überregionale Mobilität zu fördern und die Hauptstädte zu verbinden. Daher entstanden vor allem im Schweizer Mittelland seit der Mitte des 18. Jahrhunderts solche Chausseen, welche dann zu ganzen Landstrassennetzen ausgebaut wurden. 48 Der Die zweite Hälfte des 18 Jahrhunderts wird somit als Übergangszeit von den Wegen, welche in lokale und regionale Strukturen eingebunden waren, zu den Kunststrassen, welche durch die Initiative des entstehenden Staates entstanden. Das eine System wurde jedoch nicht vom anderen abgelöst, vielmehr überlagerten und ergänzten sich diese beiden Arten von Wegnetzen. 49 Das Wegsystem, welches die Familie Mozart in der Schweiz 44 Vgl. Staehelin, Die Reise, S Vgl. Mancal, Leopold Mozart, S Vgl. Staehelin, Die Reise, S Vgl. Schiedt, Verkehrswege, S Vgl. Schiedt, Wegnetze und Mobilität, S Vgl. ebd., S. 20. Nicole Keller Seite 20

21 benutze, unterlag einer schwierigen Unterscheidung. Es gab Strassen, Wege und Gassen, diese wurden wiederum nach Wegziel, jahreszeitlicher Nutzung, nach konkreter Ausprägung des Weges oder nach Transportmittel unterschieden. Auch unterschied man zwischen Sommer- und Winterwegen oder zwischen Karr- bzw. Fahr- und Fusswegen. Auf Fusswegen waren jegliche andere Verkehrsmittel untersagt. 50 Die Strassen waren meist in sehr schlechtem Zustand und erschwerten damit die Reise umso mehr. Friedrich Gabriel Zehender, der Berner Strassenmeister, propagiert vor allem damit, dass zukünftige Gewinne, gegenwärtige Verluste sind, wenn man sich nicht eiligst daran mache, Chausseen zu bauen. 51 Was damals vielleicht zu wenig berücksichtigt wurde, war, dass die neuen Strassen einen viel intensiveren Unterhalt benötigten als die älteren Saum- und Fahrwege. 52 Die Klagen über die schlechten Wegverhältnisse besserten sich also nicht so schnell, denn bis Ende des 18. Jahrhunderts sind viele Quellen überliefert, welche den schlechten Zustand einzelner Strassen oder sogar ganzer Wegenetze beklagen Dardagny Russin Vernier Genf Abbildung 3: Dardagny bis Genf (IVS-GIS, 2012) Die Familie Mozart gelangte über Dardagny, Russin und Vernier nach Genf. Die Reiseberichte von Ebel aus dem Jahre 1810 berichten unter anderem von den beiden Gasthäusern, in welchen die Mozarts einquartiert gewesen sein könnten. Er erwähnt das Aux Balances lediglich, fügt beim Hôtel de Sécheron aber an, dass dieses sich eine Viertelstunde ausserhalb der Stadt befände, es sich dabei jedoch um das am schönsten gelegenste und am besten eingerichtetes Gasthaus 50 Vgl. Schiedt, Wegnetze und Mobilität, S Vgl. ebd., S Vgl. Schiedt, Verkehrswege, S Vgl. ebd., S Nicole Keller Seite 21

22 handelte, wohl aber auch um das Teuerste. 54 Bedenkt man die Kriterien welche Leopold Mozart für seine Wahl bei den Gasthäusern hatte, darf man eigentlich davon ausgehen, dass die Familie im teuersten Gasthaus residiert. Bedenkt man jedoch, dass die Kinder ihre Konzerte wahrscheinlich in der Stadt abhielten, wäre das zentral gelegene Aux Balances wieder wahrscheinlicher. Ebel berichtet ebenfalls von einem Turm, dem Tour Maitresse. Wahrscheinlich hat Mozart diesen Turm auch gesehen, denn weitere Befestigungswerke wurden nach Ebel zu Beginn des 18. Jahrhunderts angefügt 55 und man weiss, dass der Turm erst im Jahre 1864 zerstört wurde. 56 Ferner berichtet Ebel von den Kunstarbeiten der Uhrenfabriken, was annehmen lässt, das Genf schon damals eine bedeutende Uhrenstadt war. 57 Ebel beschreibt auch die besonders gute Aussicht vom Turm des Domes, in der Strasse rue derrière le Rhone oder bei den Häfen der Korn- und Holzschiffe. Weiter erfährt man auch, dass am Ende der rue derrière le Rhone Adler, welche bis heute das Symbol des Stadtwappens zieren, ernährt wurden. 58 Luzt berichtet im Jahr 1835 von Genf und beschreibt dabei, dass die Stadt Individuen beherbergt, wovon männlich und weiblich waren. Von Malten geht sogar von grob geschätzten Einwohnern aus. 59 Bevölkerung war zu zwei Dritteln protestantisch und zu einem Drittel katholisch. Ausserdem spricht er die Uhrmacherei und die Bijouterie-Fabrikation an. Es gab damals 57 Werkstätten und 88 Uhrmachereien. 60 Die Lutz hält fest, dass die Uhrmacherei im Jahre 1587 von einem Franzosen nach Genf gebracht wurde und sich seither immer mehr vervollkommnete. Die grösste Blüte erlebte die Uhrmacherei nach seinen Angaben im Jahre 1789, also etwa 20 Jahre nach der Durchreise von Wolfgang Mozart. Damals wurden 4000 Arbeiter in der Uhrenindustrie beschäftigt, ohne die Arbeiter der umliegenden Ortschaften mitzuzählen. Um 1830 wurden jährlich Uhren verfertigt, davon 11/12 goldene, davon die Hälfte Damenuhren und ¼ Reparaturuhren. Es bestanden 54 Vgl. Ebel, Anleitung, S. 31f. 55 Vgl. ebd., S. 36f. 56 Vgl. Sigl, Stadtmauern in der Schweiz, S Vgl. Ebel, Anleitung, S Vgl. ebd., S Vgl. Von Malten, Beschreibung, S Vgl. Lutz, Vollständige Beschreibung, S Nicole Keller Seite 22

23 aber auch Fabriken für einzelne Bestandteile von Uhren wie Zifferblätter, Spiralen oder Ketten Genf Bellevue Genthod Versoix Mies - Coppet Céligny - Nyon Nach dem dreiwöchigen Aufenthalt verliess die Familie Genf und setzte ihre Reise Richtung Lausanne fort. Ebel gibt an, dass die Fahrt bis dorthin ungefähr 12 Stunden dauert. 62 Es ist anzunehmen, dass die Familie die Route dem See entlang nahm um auf direktem Weg nach Lausanne zu kommen. Leopold hatte in Lausanne nur eine Mittagsrast eingeplant. 63 Von Genf aus nahm die Familie Mozart den historischen Verkehrsweg von nationaler Bedeutung; dieser folgt dem Seeufer entlang von Bellevue, Genthod, Versoix, Mies, Coppet über Céligny nach Nyon, wie auf folgender Abbildung ersichtlich wird: Abbildung 4: Genf bis Nyon (IVS-GIS, 2012) Es existierten zwar weitere Wege, welche aber nicht dem See entlang führten und damals auch nicht zu den Hauptverkehrsachsen gehörten, sie waren viel mehr von regionaler und lokaler Bedeutung. Kurz nach Genf erreicht man das kleine Städtchen Coppet, wenn man dem Reiseweg Mozarts folgt. Ebel beschreibt das Örtchen ebenfalls in seinem Reisebericht. Er berichtet von einem Schloss, auf welchem Staatsminister Necker von 1790 bis 1804 in Abgeschiedenheit der französischen Revolution zusah. Er spricht ausserdem den Weg von Coppet bis 61 Vgl. Lutz, Vollständige Beschreibung, S Vgl. Ebel, Anleitung, S Vgl. Mancal, Leopold Mozart, S Nicole Keller Seite 23

24 Versoix an und beziffert ihn mit 1.5 Stunden, weiter beziffert er den Weg von Versoix nach Genf mit 1 Stunde und den Weg von Coppet nach Nyon mit wiederum 1.5 Stunden. Das würde heissen, dass man um 1810 von Genf nach Nyon ungefähr 4 Stunden hatte. 64 Murray berichtet in seinem Handbook for Travellers ebenfalls von Coppet. Er sagt, dass Coppet etwa 600 Einwohner hatte und ebenfalls kommt er auf das Schloss zu sprechen. Murray beschreibt es sogar noch etwas genauer. Er erwähnt, dass die Seiten des Schlosses, welche Richtung See gerichtet sind, durch je einen Turm flankiert wurden. Dieses Schloss war auch nach Murrays Angaben das Zuhause von Necker. Murray weiss sogar, dass es im Schloss Gemälde von Madame und Monsieur Necker gab und vom zweiten Mann der Madame de Stael. 65 Madame de Stael war die Tochter des französischen Finanzministers Necker. Auch Lutz berichtet von dem prächtigen Schloss, welches einen 300 Schritt langen Baumgang hatte. Das Schloss erbte nach dem Tode 1817 der Madame de Stael ihr Sohn Auguste. Nach seinem Tode im November 1827 wurde die Herzogin von Broglie Eigentümerin des Schlosses. Lutz beschreibt, dass das Städtchen beinahe nur eine lange Gasse bildete, durch welche die Strasse von Genf nach Lausanne führte, dass ziemliche Betriebsamkeit herrschte und dass der Fischfang wohl eine wichtige Einnahmequelle war, obwohl er nicht mehr so ergiebig wie früher sei 66. Ebel berichtet ausserdem von Nyon und seiner Fahrt von Nyon nach Rolle. Er berichtet von einem Stein in Zylindergestalt, welchen man auf der Brücke über die Dullive findet und sich ca. 1 Stunde von Nyon entfernt findet. Dieser Stein trägt eine römische Inschrift. Weiter berichtet Ebel, dass die Vorstadt la Rive dicht am Seeufer liegt und dass der Rest der Stadt sich auf einem Hügel befindet. Er erzählt weiter vom Schloss Prangins, welches nur eine Viertelstunde von Nyon entfernt ist und wohl auch Mozart bei seiner Durchreise nach Lausanne erblickt hatte. Auch Murray bestätigt diese Angaben, denn er beschreibt, dass Nyon eine Stadt von 2682 Einwohnern war und auf einem Hügel steht, wobei er aber bemerkt, dass seine Vororte, durch welche die Strasse führt,am Seeufer liegen. 67 Lutz hingegen fällt eher die Landzunge Cap de Promenthous auf, welche eine 64 Vgl. Ebel, Anleitung, S Vgl. Murray, Handbook, S Vgl. Lutz, Vollständige Beschreibung, S Vgl. Murray, Handbook, S Nicole Keller Seite 24

25 Viertelstunde von Nyon entfernt in den See hineinragt. Ebenfalls erwähnt Lutz die Steingut- und Porzellanfabriken sowie die öffentlichen und privaten Erziehungsanstalten, welche einen guten Ruf geniessen. 68 Ebel gibt für den weiteren Weg von Nyon nach Rolle eine Reisezeit von 2 Stunden an. 69 Dies dürfte wahrscheinlich auch in etwa mit der Reisezeit von Mozart übereinstimmen. Vielleicht waren die Chausseen 50 Jahre früher, also zu Mozarts Zeit um 1766, eher noch etwas schlechter ausgebaut. Murray gibt eine Reisezeit von 2 2/8 Stunden an, und liegt damit über der angegeben Zeit von Ebel. 70 Dies kann mit der Jahreszeit der Reise zusammenhängen oder dem aktuellen Strassenzustand. Lutz hingegen gibt für die Reise von Genf nach Coppet lediglich 3 Stunden an und liegt somit 1 Stunde unter der gesamten Reisezeit von Ebel und Murray. 71 Hier ist ersichtlich, dass das Reisen mit den Jahren immer schneller wurde Nyon Prangins Gland Dully Bursinel Rolle Die Familie setzte ihren Weg nach Nyon wahrscheinlich weiter dem Ufer des Lac Léman entlang fort. Hier wäre jedoch auch eine Route über das Hinterland denkbar. Die Strecke wäre nicht bedeutend länger, wenn man bei Nyon nicht den Weg Richtung Prangins wählen würde, sondern direkt über Gland, nach Luins, Vinzel, Bursins und von dort dann weiter Richtung Rolle reisen würde. Jedoch war der Weg dem See entlang weit besser ausgebaut, da er von nationaler und nicht nur von regionaler bzw. lokaler Bedeutung war. Die Familie entschied sich daher wahrscheinlich für den etwas schnelleren Weg dem Seeufer entlang, um nach Rolle zu gelangen. Beide Wege sind auf der folgenden Karte in grau ersichtlich: 68 Vgl. Lutz, Vollständige Beschreibung, S Vgl. Ebel, Anleitung, S. 568f. 70 Vgl. Murray, Handbook, S Vgl. Lutz, Vollständige Beschreibung, S Nicole Keller Seite 25

26 Abbildung 5: Nyon bis Rolle (IVS-GIS, 2012) Ebel berichtet auch vom Städtchen Rolle im Kanton Leman, welches sich am Ufer des Genfer-Sees befindet. Er erwähnt zwei Wirtshäuser und ein sehr altes Schloss 72. Wahrscheinlich spricht er vom Chateau Rolle, welches im 13. und 14. Jahrhundert mehrmals niedergebrannt und dann im 15. und 16. Jahrhundert umund neugebaut wurde Der Bericht umfasst ebenfalls die Beschreibung der schönen Lage von Rolle und die Anmerkung, dass der Genfer See hier sehr breit ist. Überdies empfiehlt er die Aussicht vom Schloss und den naheliegenden Landhäusern, sowie einen Spaziergang am See, welcher, wahrscheinlich durch Bäume, schattenreich sei. 73 Für die Reise nach Morges gibt Ebel eine Dauer von 3 Stunden an. 74 Auch Murray erwähnt Rolle in seinem Reisebericht. Ihm fällt auf, dass die Hügel rund um das Dorf herum von Weinreben überzogen sind. Er merkt jedoch auch an, dass der produzierte Wein tolerierbar, aber wohl nicht der Beste ist. Der beste Wein wird zu dieser Zeit nach Murrays Meinung zwischen Rolle und Aubonne produziert und dieses Gebiet nennt sich La Côte. Murray fällt zudem auf, dass auf dem gesamten Weg von Genf nach Morges der Mont Blanc sichtbar ist. 75 Von Malten gibt für die Strecke von Genf nach Rolle eine Dauer von 6.5 Stunden an und für die Reise nach Lausanne 5 Stunden, was mit den Angaben von Ebel übereinstimmt. Auch von Malten bestätigt den besten Wein in der Gegend La Côte 72 Vgl. Ebel, Anleitung, S Vgl. besucht am 17. August Vgl. Ebel, Anleitung, S Vgl. Murray, Handbook, S Nicole Keller Seite 26

27 und erwähnt zudem das Bad La Fontaine de Jouvance, welches sich nahe einer ansehnlichen Promenade befand. Er empfiehlt das Bad vor allem für Frauenkrankheiten Rolle Perroy Allaman Etoy St-Prex Tolochenaz - Morges Der zweistündige Weg nach Morges führte die Kutsche der Familie Mozart von Rolle über Perroy, wo der Weg bereits nicht mehr direkt am Seeufer entlang führte. Danach ging die Reise weiter Richtung Allaman, wo sich nach Genf die zweite Pferdewechselstelle befand. Kurz nach Perroy, nach der Überquerung der Gordanne, gibt es zwei verschiedene Wegmöglichkeiten, ein Weg führt noch ein kurzes Stück das Ufer entlang und lenkt erst dann davon weg. Der zweite Weg führt direkt nach der Überquerung der Gordanne Richtung Allaman. Hier könnten die Mozarts auch den Weg gewählt haben, welcher etwas länger dem Ufer entlang führt, da es sich um die gleiche Strassenkategorie handelt. Jedoch ist anzunehmen, dass die Mozarts den kürzeren Weg vorzogen, denn sie waren keine Leute, die des Reisen wegens unterwegs waren, sondern sie waren unterwegs, um an ein Ziel zu gelangen. 77 Nach dem ersten Pferdewechsel seit Genf reisten die Mozarts weiter Richtung Buchillon, St-Prex, Tolochenaz, nach Morges. Kurz vor Buchillon gibt es ebenfalls wieder zwei Wegmöglichkeiten. Der eine Weg führt direkt durch das Städtchen Buchillon, der andere führt etwas oberhalb hinweg Richtung St-Prex. Die beiden Wege sind etwa gleich weit und gleich ausgebaut, deshalb ist anzunehmen, dass die Familie Mozart den Weg nahm, welcher direkt durch die beiden Städtchen Buchillon und St-Prex führte. Abbildung 6: Rolle bis Morges (IVS-GIS, 2012) 76 Vgl. Von Malten, Beschreibung, S Vgl. Pieck, Die Mozarts, S Nicole Keller Seite 27

28 Nach Ebel befindet sich Morges am schönsten Busen des Genfer Sees. Er beschreibt wiederum die prächtige Aussicht, in Morges geniesst man sie nicht nur vom Schloss und den Landhäusern, sondern ebenfalls von der Kirche und dem Hafen aus. 78 Auch Lutz beschreibt die geschmackvoll gebaute Kirche und er bestätigt die prächtige Aussicht vom Hafen aus, welcher bei ihm mit Steindämmen eingefasst und mit einem Wachhäuschen versehen ist. 79 Eine Merkwürdigkeit, welche es Ebel wert ist zu beschreiben, sind die grossen Granitblöcke, welche auf der Landstrasse und am Seeufer zwischen Rolle und Morges liegen. Er präzisiert sogar, dass sie vor allem von Allaman her besonders gross sind. 80 Was Ebel wahrscheinlich nicht wusste, ist, dass im 18. Jahrhundert die Untere Meeresmolasse, im Genferseegebiet die molasse grise, von grosser Wichtigkeit war. Sie wurde vor allem als Baumaterial verwendet. 81 Bei Morges wurden Vorkommen dieser Molasse direkt am Seeufer abgebaut. Der Abbau konnte jedoch nur zur Winterzeit bei niedrigem Wasserstand betrieben werden. 82 Für den weiteren Weg von Morges nach Lausanne legt Ebel eine Zeit von zwei Stunden fest. 83 Von Malten berechnet eine Viertelstunde länger und liegt damit etwa im gleichen Zeitrahmen. 84 Murray beziffert die Einwohnerzahl von Morges auf Personen. Also weit mehr als in Coppet und etwa gleich viele Einwohner wie in Nyon. Ihm fällt besonders das Schloss Wufflens auf. Er beschreibt den schmalen, weissen Schlossturm und eine grössere Anzahl von Kuppeln. Auch weist Leopold darauf hin, dass es aus Ziegelsteinen gefertigt und mit Pechnasenkränzen versehen ist Morges Préverenges St-Sulpice - Lausanne Die Familie Mozart beabsichtigte in Lausanne nur einen kurzen Zwischenhalt über Mittag zu machen, dieser Absicht blieb sie aber nicht treu. Zum einen berichtete Leopold Mozart seinem Freund Hagenauer nach Salzburg, dass sie von den 78 Vgl. Ebel, Anleitung, S. 493f. 79 Vgl. Lutz, Vollständige Beschreibung, S Vgl. Ebel, Anleitung, S Vgl. Badoux, Pays de Vaud, S Vgl. Kamber, Natursteinbau, S Vgl. Ebel, Anleitung, S Vgl. Von Malten, Beschreibung, S Vgl. Murray, Handbook, S.153. Nicole Keller Seite 28

29 Bediensteten des Herzogs von Württemberg dazu überredet wurden zu bleiben, 86 zum anderen erreichte die Familie Mozart die Stadt Lausanne wahrscheinlich erst gegen Tagesende. 87 Hier lässt sich mutmassen, ob die Familie Schwierigkeiten mit schlechten Wegverhältnissen hatte, wie sie bereits oben angesprochen wurden oder ob die Familie allenfalls in einem der Orte einen Zwischenhalt eingelegt hatte. Von Morges aus gab es nur einen Weg, welcher in einem guten Zustand war und somit verlässliches Reisen ermöglichte. Dieser Weg führte über Préverenges und St-Sulpice. In Vidy nahmen die Mozarts nicht den Weg, welcher unten am Zentrum vorbei und über Ouchy führte, sondern sie bogen leicht nach links ab und erreichten so das Zentrum von Lausanne. Die Karte unten zeigt die Wegstrecke des Mozartwegs von Morges nach Lausanne. Der Weg Richtung Zentrum sieht man beim heutigen Kreisel in Vidy in grau links Richtung Zentrum wegschwenken. Abbildung 7: Morges bis Lausanne (IVS-GIS, 2012) Wir wissen, dass Mozart sicher einmal im Rathaus der Stadt Lausanne gespielt hatte und somit dieses Gebäude zu Gesicht bekam. Sollte er beim zweiten Auftritt in einem Salon gespielt haben, so könnte dies allenfalls der Salle des Deux- Cents gewesen sein. 88 Ebel berichtet in seinen Reisenotizen auch bezüglich Lausanne wiederum von Wirtshäusern. Jedoch ist die Familie Mozart in Lausanne höchstwahrscheinlich im Hause Monrion, beim Herzog selbst untergekommen. 89 Ebel berichtet ebenfalls, dass Voltaire 1757 von Genf nach Lausanne umsiedelte und dort bis 1759 blieb. 86 Vgl. Mancal, Leopold Mozart, S Vgl. Bory, Le séjour, S Vgl. Mancal, Leopold Mozart, S Vgl. Staehelin, Die Reise, S. 31. Nicole Keller Seite 29

30 Im gleichen Jahre kaufte er Ferney. Das heisst man darf annehmen, dass Voltaire zur Zeit der Schweizerreise der Familie Mozart das Schloss Ferney bereits seit ungefähr 7 Jahren besass. Ebenfalls wird der berühmte Arzt Tissot angesprochen, welcher in seinen Beobachtungen des Wunderkindes Mozart sein Entzücken preisgab. Ebel datiert dessen Aufenthalt in Lausanne im Hause Monrion beim Prinzen Ludwig von Württemberg auf die Jahre 1770 bis Die Landschaft entlang dem Genfer See scheint Ebel besonders zu gefallen, er schätzt die Aussicht von der Münsterkirche aus, aber er nimmt auch den Weg von einer halben Stunde auf sich, um die Aussicht vom Wald Sauvabelin her zu geniessen. 91 Auch Lutz beschreibt die Aussicht von diesem Hügel aus und merkt an, dass die Aussicht auf den See und dessen Umgebung vor allem beim Sonnenaufgang herrlich sei. 92 Für die weitere Reise, welche nicht mehr dem Ufer des Lac Léman folgt, gibt Ebel eine Reisedauer von 6 Stunden an, um nach Moudon zu gelangen. 93 Murray bekräftigt Ebels Ansicht, dass die Aussicht von der Kathedrale her sehr gut sei. Er kreidet der Stadt mit Einwohnern jedoch an, dass die alten Strassen eng und nicht sehr sauber sind. Für einige, wenn auch wenige Häuser, gelte dasselbe. 94 Murray spricht auch vom Castle, welches sich ein kurzes Stück hinter der Terrasse der Kathedrale befand. Ein massiver Turm mit vier Türmchen oder Kuppeln an den Ecken, welcher früher der Wohnsitz des Bischofs von Lausanne gewesen war und zur Zeit der Durchreise von Murray bereits als Rathaus der Stadt diente. 95 In diesem Haus hatte Mozart wohl mindestens eines seiner Konzerte abgehalten. Lutz beziffert die Einwohner der Stadt mit , wobei hier nur jene gezählt wurden, welche innerhalb der Mauern lebten, ausserhalb kamen weitere 2757 dazu, was im Total Seelen ergibt. Auch von Malten beschreibt in seinem Bericht, dass Lausanne um 1830 etwa Einwohner zählte. 96 Die Anzahl der Häuser von um das Jahre 1835 vergleicht Lutz mit der Anzahl um Damals zählte die Stadt lediglich 90 Vgl. Ebel, Anleitung, S Vgl. ebd., S. 285f. 92 Vgl. Lutz, Vollständige Beschreibung, S Vgl. Ebel, Anleitung, S Vgl. Murray, Handbook, S Vgl. ebd., S Vgl. von Malten, Beschreibung, S Nicole Keller Seite 30

31 997 Häuser. 97 Von Malten beschreibt die beiden Bäder Boverat und Ballon. Ersteres liegt in der Vorstadt La Barre und letzteres ist oberhalb des Landhauses La Solitude situiert. Die Häuser beschreibt er ausserdem als hoch und die Strassen, ähnlich wie Murray, als eher eng Lausanne Epalinges Montpreveyres Mézières Syens Moudon Am 15. und 17. September veranstaltete Leopold Mozart im Jahre 1766 zwei Konzerte in Lausanne. Irgendwann danach wird die Familie ihre Weiterreise mit neuen Pferden angetreten haben. Die Route führte gegen Norden, hinaus aus der Stadt, über La Sallaz, Vennes nach Epalinges, wie dies auf der folgenden Abbildung ersichtlich ist. Kurz vor Epalinges gibt es zwei Wegmöglichkeiten. Es ist anzunehmen, dass die Familie Mozart die südlichere Strasse befuhr, da die nördlichere mehr Steigung hatte und somit ein geringeres Reisetempo bedeutet hätte. Abbildung 8: Lausanne bis Epalinges (IVS-GIS, 2012) Danach wählten die Mozarts die Route über Montpreveyres, zum einen war es die kürzeste durchgehende Strasse von nationaler Bedeutung, zum anderen befand sich in Montpreveyres eine weitere Pferdewechselstelle. Der Pferdewechsel war an dieser Stelle wohl nötig, weil Ausgangs Montpreveyres Richtung Mézières ein steiler Anstieg folgte. Von Mézières ging die Route der Mozarts dann direkt 97 Vgl. Lutz, Vollständige Beschreibung, S Vgl. Von Malten, Beschreibung, S Nicole Keller Seite 31

32 Richtung Carrouge. Nach dem Pferdewechsel in Montpreveyres hätte es auch die Möglichkeit gegeben, eine nördlichere Route einzuschlagen, welche jedoch in keinem Städchen vorbei kam. Bedenkt man die vielen Unfälle und Schäden an den Kutschen, war es wohl sicherer, wenn man einen Weg wählte, auf welchem ein Schmid oder anderer Handwerker die Schäden an der Kutsche, im Falle eines Unfalls, ausbessern könnte. Abbildung 9: Epalinges bis Carrouge (IVS-GIS, 2012) Hatte man einmal den Weg über Mézières und Carrouge eingeschlagen, so blieben bis Bresonne keine anderen Optionen offen. Kurz vor Bresonne konnte man links abzweigen und einen Weg entlang der Broye wählen. Die Familie Mozart, welche darauf bedacht war, an ihr Ziel zu kommen, wird aber wahrscheinlich die Broye mittels einer Brücke das erste Mal überquert und dann direkt auf das Städtchen Moudon zugehalten haben, wo die Broye ein zweites Mal überquert werden musste, um in das Zentrum zu gelangen. Die Kirche von Moudon erhielt 1764 eine Orgel, auf der Mozart mit grosser Wahrscheinlichkeit gespielt haben dürfte. Nicole Keller Seite 32

33 Abbildung 10: Carrouge bis Moudon (IVS-GIS, 2012) Ebel beschreibt Moudon als Städtchen, welches an der Landstrasse zwischen Bern und Lausanne liegt. Er erwähnt ebenfalls die Broye, der Fluss, welcher durch Moudon fliesst. Für Ebel ist er von besonderer Bedeutung, da er sich mit den römischen Spuren in der Romandie auseinandersetzte. Am rechten Ufer der Broye fand man nach seinen Angaben viele silberne Medaillen aus der Zeit Caesars. 99 Ebel bemerkt ausserdem, dass die Aussicht umso malerischer wird je näher man nach Lausanne kommt. 100 Es scheint also, dass die Mozarts von Genf bis Moudon stets die beste Aussicht hatten und nun ab Moudon die Aussicht über den Genfer See nicht mehr so atemberaubend war. Dies ist damit zu erklären, dass die Strasse nicht mehr klar dem Ufer folgt und ein immer grösserer Abstand zum See entsteht, da sich die Landstrasse gegen Norden weg vom See schlängelt. Auch Coxe berichtet in seinen Briefen an William Melmoth vom attraktiven Städtchen Moudon. 101 Für die weitere Reise nach Payerne, wo sich die nächste Pferdewechselstelle befand, benötigte man nach Ebels Angaben zwei Stunden. 102 Die Beschreibung der Stadt Moudon wird bei Lutz zuerst auf die Anzahl Häuser (250) und die 4 Schneide- und 7 Getreidemühlen, sowie die 2200 Einwohner beschränkt. Erst danach berichtet er von einem Bad, welches 5 99 Vgl. Ebel, Anleitung, S Vgl. ebd., S Vgl. Coxe, Travels in Switzerland, S Vgl. Ebel, Anleitung, S. 8. Nicole Keller Seite 33

34 Minuten nördlich von der Stadt entfernt lag. 103 In seinem Buch zur Beschreibung der Bäder der Schweiz hält von Malten fest, dass die Reise von Lausanne nach Moudon 4.5 Stunden dauern würde. 104 Ebel hingegen berechnete für denselben Weg noch 5 Stunden Moudon Lucens Seigneux Granges-près-Marnand Trey Payerne Nach dem Pferdewechsel in Moudon wird die Familie Mozart den weiteren Weg von zwei Stunden nach Payerne in Angriff genommen haben. Die Familie setzte ihren Weg Richtung Lucens fort. Da die Familie die Broye bereits ein zweites Mal überquert hatte und zwar so, dass sie direkt ins Zentrum von Moudon gelangte, nahm sie wahrscheinlich die Landstrasse nach Lucens, welche direkt aus dem Stadtzentrum herausführte. Die südlichere Verbindung nach Lucens war ebenfalls recht gut ausgebaut und wäre daher eine Alternative gewesen. Da die Mozarts aber bereits ins Zentrum gefahren waren um den Pferdewechsel vorzunehmen, würde es wenig Sinn machen, wenn die Familie noch einen Bogen auf sich nehmen würde um damit auf die südlicher gelegene Landstrasse zu gelangen. Abbildung 11: Moudon bis Lucens (IVS-GIS, 2012) Von Lucens aus gab es zwei Möglichkeiten, welche beide in Betracht gezogen werden müssen. Man konnte einen Weg direkt von Lucens Richtung Seigneux einschlagen und traversierte dann die Broye erst etwa beim Champ-de-Riche oder man wählte die zweite Route. Für diese musste man sich zuerst vom Zentrum Richtung Süden gegen Curtilles bewegen, kurz vor dem Dorf die Broye 103 Vgl. Lutz, Vollständige Beschreibung, S Vgl. von Malten, Beschreibung, S Vgl. Ebel, Anleitung, S Nicole Keller Seite 34

35 überqueren und sofort danach scharf nach links wenden und die Landstrasse Richtung Seigneux einschlagen, wie dies unten auf der Abbildung ersichtlich ist. Von Seigneux führte dann nur noch eine mögliche Landstrasse Richtung Marnand. Dieses Dorf liegt etwas südlicher als Granges und ist bedeutend kleiner. Abbildung 12: Lucens bis Granges-près-Marnand (IVS-GIS, 2012) Von Marnand her führte dann nur noch eine Landstrasse direkt auf das Städtchen Payerne zu, welche daher mit Sicherheit auch die Reiseroute der Familie Mozart war, wir sehen sie unten als VD und VD angeschrieben. Abbildung 13: Granges-près-Marnand bis Payerne (IVS-GIS, 2012) In Payerne erwartete die Familie Mozart ein weiterer Pferdewechsel für die folgende Reise nach Avenches. Ebel gibt für den nächsten Reiseweg in eben genanntes Städtchen eine Dauer von zwei weiteren Stunden an. 106 Auf der Reise von Moudon nach Payerne passierte die Familie Mozart das Städtchen Lucens. Zu diesem schreibt Coxe in seinem 62. Brief, dass der Verwalter, der durch den Berner Rat eingesetzt wurde, im Schloss von Lucens wohnte. Dieses Schloss 106 Vgl. Ebel, Anleitung, S. 8. Nicole Keller Seite 35

36 befand sich nach Coxes Beschreibungen auf dem Gipfel eines Hügel oder Berges. Dieses Bauwerk und seine Lage bildete seiner Meinung nach eine ausserordentlich malerische Kulisse. Zuvor hatte das Schloss dem Bischof von Lausanne gehört und war einer seiner favorisierten Wohnsitze gewesen. 107 Auch von Malten berichtet von diesem Schloss und merkt an, dass es in einem ausserordentlich guten Zustand sei, ausserdem erwähnt er eine Schwefelquelle in der Nähe des Städtchens, welches nach seinen Angaben ungefähr 430 Einwohner hatte. 108 Zu Payerne schreibt Ebel, dass sich die Stadt an der Landstrasse von Bern nach Lausanne befindet. In der Nähe von Payerne wurde nach Ebels Angaben seit der Mitte des 18. Jahrhunderts, also zurzeit, als Mozart die Schweiz bereiste, Tabak gebaut. 109 Anscheinend war das Tabakrauchen im Kanton Bern in der letzten Hälfte des 17. Jahrhunderts noch den Vergehen wie Völlerei, Hurerei und Ehebruch gleichgesetzt gewesen und wurde damals mit Geldstrafen oder mit an den Pranger stellen bestraft. Zusätzlich erwähnt Ebel, dass sich ebenfalls in der Nähe von Payerne, genauer gesagt in Praberg, eine eisenhaltige Quelle befindet. 110 Heinrich von Malten beschrieb diese Quelle in seinem Werk aus dem Jahre 1830 ebenfalls und erwähnte, dass sie nur eine Viertelstunde von Payerne entfernt sei. Sie diente als Kurbad und wurde in seinem Werk ebenfalls als eisenhaltige Quelle vermerkt. 111 Coxe erzählt von einem Erlebnis in Payerne. Auf einer Brücke, welche über die Broye führte, gab es eine römische Inschrift. Coxe war dabei die Inschrift zu entziffern, als ihn ein gewöhnlich aussehender Mann feierlich ansprach. Dieser Mann teilte Coxe anscheinend mit, dass er bereits mehrere Male versucht habe, die Inschrift zu entziffern, er fügte hinzu, dass er sehr gut lesen könne und zudem ein Halbwissen vom Latein habe. Er fragte Coxe, was wohl N, I und O und all diese unzusammenhängenden Grossbuchstaben bedeuten sollten. Er bekräftigte, dass man ihm eine Seite Latein geben könne und er diese vom Anfang bis zum Ende übersetzen könnte, aber er versicherte, dass Coxe kein bisschen klüger als vorher sein werde, egal wie lange er sich damit auseinander setzen werde. Coxe liess sich von der Rede des Mannes jedoch in 107 Vgl. Coxe, Travels in Switzerland, S Vgl. Von Malten, Beschreibung, S Vgl. Ebel, Anleitung, S Vgl. ebd., S Vgl. Von Malten, Beschreibung, S Nicole Keller Seite 36

37 keiner Weise beeinflussen und zeigte keine Anstalten, seinem Rat zu folgen. Der Mann schien darüber verwirrt zu sein, ging erstaunt über den Eigensinn von Coxe davon und überliess jenen seinem hoffnungslosen Schicksal. Aus Coxes Schreiben wird nicht ganz klar, ob er die Inschrift entziffern konnte, denn er notierte sie in seinem Brief nicht, doch er bemerkt, dass das Entziffern in keinem Fall eine einfache Aufgabe gewesen war. 112 Dies lässt darauf schliessen, dass es Coxe wohl gelungen sein musste, die Inschrift zu erschliessen. Lutz beziffert die Einwohnerzahl mit 1809 Seelen, was etwas im Gegensatz zu der Angabe von von Malten liegt. 113 Er gibt eine Zahl von 2100 Einwohnern an. 114 Für Lutz ist wichtig zu erwähnen, dass der französische General Brune im Februar 1798, also etwa 30 Jahre nach der Reise der Familie Mozart, sein Hauptquartier in Payerne hatte. 115 Von Malten ist vor allem die Kirche des ehemaligen Benediktiner Nonnenklosters mit dem Grabmal der berühmten Bertha, Königin von Burgund, aufgefallen. Ebenfalls berichtet er von derselben römischen Inschrift auf der Broye Brücke, welche Coxe zu entziffern versuchte. 116 Payerne selbst hatte ein schwefelhaltiges Bad, welches nur 5 Minuten entfernt und billig war, und von Menschen aus der Umgebung besucht wurde Payerne Corcelles-près-Payerne Dompierre Domdidier Avenches Nach dem Pferdewechsel in Payerne und einer vielleicht ebenso spannenden Begegnung, wie sie Coxe erlebt hatte, ging es für die Familie Mozart weiter Richtung Avenches. Da die Familie Mozart in Payerne wiederum durchs Zentrum hindurch fahren musste um dort den Pferdewechsel vorzunehmen, verliess sie das Städtchen auf der Landstrasse, welche unten in der Abbildung mit VD bezeichnet ist. Diese Landstrasse führte Richtung Corcelles-près-Payerne, en Dörfchen welches die Mozarts ebenfalls durchquerten, danach lassen die alten Karten keine andere Routenmöglichkeit zu, als auf direktem Weg über Dompierre und Domdidier nach Avenches zu reisen. Erst beim Eintritt ins Städtchen 112 Vgl. Coxe, Travels in Switzerland, S Vgl. Lutz, Vollständige Beschreibung, S Vgl. Von Malten, Beschreibung, S Vgl. Lutz, Vollständige Beschreibung, S Vgl. Von Malten, Beschreibung, S Vgl. ebd., S Nicole Keller Seite 37

38 Avenches gibt es wieder zwei verschiedene Optionen. Eine etwas südlichere, dafür leicht längere Strecke führt um den Stadtkern herum und dann wieder aus dem Städtchen hinaus, wobei die nördlichere Variante direkt durch das Städtchen hindurch verläuft. Hier ist unsicher, welche Route die Mozarts gewählt haben. Wobei man wahrscheinlich davon ausgehen kann, dass die Mozarts die kürzere Route, direkt durchs Stadtzentrum, vorbei am Amphitheater gewählt hatten. Abbildung 14: Payerne bis Avenches (IVS-GIS, 2012) Coxe spricht in seinem 62. Brief zwar davon, dass er Avenches auf seiner Reise nach Genf durchreist hatte. Anscheinend ist ihm aber nichts Bleibendes oder Bemerkenswertes aufgefallen: The next day I repassed through Morat and Avenches, and slept at Payerne, a town in the canton of Berne, which enjoys considerable privileges. 118 Bei Ebel hingegen scheint Avenches einen bleibenden Eindruck hinterlassen zu haben. Er berichtet, dass Avenches eine der ältesten Städte Helvetien ist, nach einem Herrn Wild, einen Bibliothekar aus Bern, sei sie 589 Jahre vor Christus entstanden. Aus Ebels Erläuterungen erfährt man ausserdem, dass das Städtchen Avenches, wie er es selbst zu Beginn des 19. Jahrhunderts gesehen hatte, nicht einmal ein Zehntel der alten Ausdehnung (um n. Chr.) erreichte. Die Häuser, Mauern und das Schloss wurden aus den Trümmern des alten Aventicum erbaut, welches im IV. Jahrhundert durch die Alemannen verwüstet und im V. 118 Coxe, Travels in Switzerland, S. 92. Nicole Keller Seite 38

39 Jahrhundert durch Attila gänzlich zerstört wurde. 119 Die gesamte Fläche des alten Aventicums sei bedeckt mit Feldern, Gärten und Bäumen und die einzigen Überreste seien eine Säule korinthischer Ordnung, ein Altar, eine Inschrift in der Mauer der Pfarrkirche, Teile des Amphitheaters, Reste einer Wasserleitung und einige weitere Gegenstände. 120 Überreste aus der Römerzeit erwähnt Lutz ebenfalls. Er hält fest, dass von Zeit zu Zeit Nachgrabungen stattfänden und dass 1823 unter einem Schutthaufen Marmorsäulen, alabasterne Adler, eine noch aufrechtstehende Mauer und ferner eine Wasserleitung aus weissem und poliertem Marmor gefunden wurde. 121 Bezüglich des römischen Strassennetzes beschreibt Ebel neben einigen anderen Strassen auch die Strasse, welche von Avenches in südliche Richtung nach Moudon führte. 122 Somit kann angenommen werden, dass die Strasse, welche die Mozarts von Moudon aus entlang fuhren, oder zumindest einige Teile davon, bereits zur Römer Zeit bestanden hatte, oder viel mehr durch die Römer entstanden waren. Für die Weiterreise nach Murten gibt Ebel eine Dauer von zwei Stunden an. 123 Auf seiner 43. Route von Bern nach Lausanne passiert Murray das Städtchen Avenches ebenfalls. Er beschreibt das feudale Schloss, welches im 7. Jahrhundert durch den Grafen Wivilo gebaut worden sei, woher dann auch der deutsche Name Wiflisburg der Stadt Avenches stammt. Lutz berichtet zum Schloss, dass es eine geraume Zeit als Kuranstalt für geisteskranke Personen benutzt worden war, nun diene es aber seit drei Jahren als Handelsinstitut, wo junge Männer ihren Unterricht in Bezug auf den Handelsstand und eine kaufmännische Bildung erhielten. 124 Die Zahl der Einwohner schätzt Murray auf Auch Murray erwähnt, dass Aventicum bedeutend grösser gewesen ist, ungefähr Einwohner gehabt haben muss und zuerst durch die Alemannen und danach durch Attila zerstört wurde. 125 Die Überreste sind auch Murray aufgefallen, als er von Murten her Richtung Avenches fuhr und er erwähnt ebenso, dass die Steine für den Bau der neuen Häuser 119 Vgl. Ebel, Anleitung, S. 156f. 120 Vgl. ebd., S Vgl. Lutz, Vollständige Beschreibung, S Vgl. Ebel, Anleitung, S Vgl. ebd., S Vgl. Lutz, Vollständige Beschreibung, S Vgl. Murray, Handbook, S Nicole Keller Seite 39

40 dienten: About a mile before reaching Avenches the road from Morat is carried through a breach in these ancient fortifications. On the l. is seen a tower, which, though ruined, is the most perfect of the Roman edifices here. They owe their total destruction to their massy masonry having been for ages regarded as a quarry out of which the neighbouring houses and villages have been built. 126 Obwohl die Familie Mozart keinen Halt in Avenches machen musste, weil es von Payerne bis nach Murten keine Pferdewechselstelle mehr gab, dürften sie wohl bei der Durchfahrt der Stadt die Überreste des Amphitheaters gesehen haben. Lutz berichtet dann im Jahre 1835 bereits davon, dass die Regierung für die gefundenen Gegenstände im alten Amphitheater ein Gebäude errichten wolle, welches sich Museum nennen soll. 127 Beim Verlassen des Städtchens Avenches Richtung Murten dürften der Familie dann auch die Ruinen des alten Aventicum aufgefallen sein, welche Murray beschreibt Avenches Faoug Greng Meyriez Murten Die Familie durchquert Avenches und durchfuhr einen letzen Teil der Landstrasse, welche noch nicht dem Lac de Morat entlang führt bis Faoug. Von Faoug her führt die einzig mögliche Route weiter nach Meyriez und von dort direkt in das Städtchen Murten hinein. Auf dieser gesamten Wegstrecke gibt es keine offenen Optionen, sondern es kann davon ausgegangen werden, dass die Familie Mozart den Weg, welcher unten auf der Abbildung ersichtlich ist, bereist hat und somit direkt zur nächsten Pferdewechselstelle im Städchen Murten gelangte. 126 Murray, Handbook, S Vgl. Lutz, Vollständige Beschreibung, S. 31. Nicole Keller Seite 40

41 Abbildung 15: Avenches bis Murten (IVS-GIS, 2012) Für Murten gibt Lutz im Jahre 1835 eine Einwohnerzahl von an. 128 Murray gibt 1852 eine Zahl von Einwohnern an 129 und von Malten im Jahre 1830 eine geschätzte Zahl von Daran sieht man, dass die Bevölkerung innerhalb von 20 Jahren um ungefähr 300 Personen anstieg. Lutz beziffert weiter, dass die Stadt 312 Gebäude besass und das Schloss aus dem 13. Jahrhundert stammte. 131 Ebel und Murray geben beide an, dass sich Murten an der grossen Landstrasse zwischen Bern und Lausanne2 132 bzw. on the high road from Berne, Basle, and Soleure, to Lausanne 133 befand. Murray bezeichnete die Stassen als eng und trostlos. 134 Dies lässt darauf schliessen, dass Murray die Reise auf dieser Landstrasse nicht als sehr eindrücklich oder erhellend wahrgenommen hatte. Er hält ins seinem Bericht, wie beinahe alle anderen Reisenden auch, den legendären Murtenkrieg fest und merkt an, dass die Kanonen, welche im Krieg verwendet wurden, immer noch im Stadthaus aufbewahrt wurden. 135 Ebel berichtet auch in Murten von römischen Altertümern, welche gefunden worden waren, sowie von einer merkwürdigen grossen Linde, deren Rinde im Jahre Vgl. Lutz, Vollständige Beschreibung, S Vgl. Murray, Handbook, S Vgl. Von Malten, Beschreibung, S Vgl. Lutz, Vollständige Beschreibung, S: Ebel, Anleitung, S Murray, Handbook, S Vgl. ebd., S Vgl. ebd., S Nicole Keller Seite 41

42 ganz geschält wurde und daher sicher ist, dass sie auch bereits bei der Durchreise der Mozarts auf jener Anhöhe gestanden haben muss. Von dieser Linde aus gab es eine herrlichen Ausblick über den Murten-, Neuenburger- und Bielersee. 136 Gegenüber von Murten erheben sich der Mont Vully und Mistelacherberg. Ebel empfiehlt über den See zu fahren, auf den Hügel zu steigen und wieder zurück zu fahren, während der Kutscher in Murten die Pferde abfüttert. 137 Ein Ausflug, welchen auch die Familie Mozart bei ihrem Pferdewechsel in Murten gemacht haben könnte. Lutz berichtet von vier Jahrmärkten und einem Wochenmarkt jeweils am Mittwoch, die in Murten abgehalten werden. 138 Lutz berichtet des Weiteren davon, dass am 5. März 1798 die Franzosen die Stadt Murten besetzten und der französische Kommandant sofort die Franken aus der Stadtkasse an sich nahm. Mit der Restauration, berichtet Lutz, kam die Stadt ab 1813 in vollkommene Untertanenherrschaft von Freiburg. 139 Von Malten berichtet von einem Beinhaus, welches zur Erinnerung an den Sieg über Karl den Kühnen am 22. Juni 1476 errichtet wurde. Die Franzosen zerstörten das Haus bei der Besetzung der Stadt im Jahre 1798, jedoch wurde von der Regierung von Freiburg im Jahre 1822 ein Obelisk erbaut. 140 Vom gleichen Beinhaus berichtet Ebel ebenfalls. Er merkt Folgendes an: Dieses so merkwürdige Beinhaus, bey welchem kein Reisender vorüber gieng, ohne in ernster Betrachtung stille zu stehen, ist nicht mehr zu sehen. Die Franzosen, welche im J in die Schweitz einbrachen, verbrannten den 3. Merz dieses verehrungswürdige Denkmal der Tapferkeit und des Heldensinns des gesammten Schweitzervolks für Freyheit und Vaterland, und pflanzten auf die heilige Stätte, wo sonst alle Jahre der Gedächtnistag dieser Schlacht von den Eidgenossen mit Andacht gefeyert wurde, das bekannte dürre, wurzellose Zeichen der französischen Freyheit!! Nachher pflanzten die Einwohner eine Linde auf dieser Stelle, und umgaben sie mit einem Geländer. 141 Zum einen kann aus den Angaben Ebels herausgelesen werden, dass das Beinhaus bei der Durchreise der Familie Mozart noch an seiner Stelle 136 Vgl. Ebel, Anleitung, S. 521f. 137 Vgl. ebd., S Vgl. Lutz, Vollständige Beschreibung, S Vgl. ebd., S Vgl. Von Malten, Beschreibung, S Ebel, Anleitung, S Nicole Keller Seite 42

43 gestanden haben muss. Zudem ging nach Ebels Behauptung kein Reisender daran vorbei ohne es zu betrachten. Daher müsste wohl auch die Familie Mozart einen Blick darauf geworfen haben. Von Malten und Ebel widersprechen sich aber in der Endversion. Von Malten berichtet von einem Obelisk, Ebel hingegen von einer eingezäunten Linde. Da von Malten aber berichtet, dass der Obelisk erst im Jahre 1822 von der Freiburger Regierung dort aufgestellt wurde, ist anzunehmen, dass vorher die von Ebel im Jahr 1810 beschriebene Linde an derselben Stelle stand. 2.3 Herstellen der räumlichen und herrschaftlichen Struktur Politisch: Konturen eines Staatswesens der Orte der Alten Eidgenossenschaft Im folgenden Kapitel werden die Zustände der Alten Eidgenossenschaft genauer beleuchtet. Vor allem die politische Situation wird genauer ins Auge gefasst. In den Unterkapiteln sollen verschiedene Bereiche des damaligen politischen Systems erläutert und diskutiert werden. Hierbei werden Fragen thematisiert, welche erörtern, ob es in der Alten Eidgenossenschaft um 1766 absolutistische Tendenzen gab sowie Fragen, welche die Beziehungen unter den Orten und innerhalb der Stände genauer untersuchen. Zusammengefasst gesagt, soll die innenpolitische Situation der Schweiz untersucht werden. Genauer werden auch die Rollen der beiden Städte Bern und Zürich betrachtet und Bezug genommen auf ihren Einfluss in der Alten Eidgenossenschaft Der Einfluss Frankreichs auf die Schweiz Einige Orte in der Alten Eidgenossenschaft wurden bereits im Mittelalter sehr stark durch den westlichen Nachbarn Frankreich beeinflusst. Da die Aussenpolitik der Schweiz lediglich auf die politischen Aktionen ihrer europäischen Nachbarn reagierte und selber keine unabhängige Stellung im Machtkampf der grossen Länder einnehmen konnte, hatte Frankreich am Ende des 17. Jahrhunderts den grössten Einfluss von allen Nachbarn auf die Eidgenossenschaft. 142 Dieser Einfluss lässt sich an verschiedenen Faktoren aufzeigen. Zum einen verlängerte sich die gemeinsame Grenze seit dem Dreissigjährigen Krieg immer mehr. Frankreich war beinahe der einzige westliche Nachbar der Schweiz 142 Vgl. de Capitani, Beharren und Umsturz, S Nicole Keller Seite 43

44 geworden. Zudem hatte Frankreich im 17. Jahrhundert die Rechte im Elsass wieder aufgenommen. Dieses Gebiet war für die Versorgung der Eidgenossenschaft von grosser Bedeutung. Frankreich war ausserdem ein Bündnis mit der Schweiz eingegangen, welches ermöglichte, dass Frankreich je nach politischer Notwendigkeit den Schweizer Kaufleuten Rechte und Privilegien zugestand oder eben untersagte. 143 Die Abhängigkeit der Eidgenossenschaft und damit auch der Einfluss der Franzosen auf die Schweiz reichten aber viel weiter. Dadurch, dass Frankreich sich die Franche-Comté während der Kriege mit Spanien zu Eigen machen konnte, hatte es einen politischen Trumpf gegenüber der Schweiz in der Hand. Die Westschweiz bezog den Hauptanteil seines Salzes aus dieser Gegend. 144 Somit konnte Frankreich weiteren wirtschaftlichen Druck auf die Eidgenossenschaft ausüben. Dies blieb jedoch nicht das einzige politische Druckmittel der Franzosen. Die Truppen der Schweizer Söldner, welche im 16. und 17. Jahrhundert im Ausland zu Ansehen gekommen waren, verloren stark an Bedeutung. Somit war es nicht mehr so, dass die Franzosen um Truppen bettelten, sondern es war vielmehr die Schweiz, welche nun um den Unterhalt ihres Regimentes ansuchte. 145 Das Bestehen der Schweiz gründete vor allem auf dem Kräftegleichgewicht zwischen Frankreich und Österreich. Dieses Gleichgewicht führte aber auch dazu, dass sich Spannungen immer wieder auf die inneren Verhältnisse der Schweiz auswirkten. 146 Im nachfolgenden Kapitel werden genau diese inneren Verhältnisse der Eidgenossenschaft genauer betrachtet und diskutiert Die Innenpolitische Situation der Schweiz um 1766 Die Eidgenossenschaft war ein Komplex aus zahlreichen Kleinstaaten, welche sehr uneinheitlich und souverän waren. 147 Dieser Komplex wurde durch zahlreiche verschiedene Bündnisse und Briefe zusammengehalten. 148 Die Eidgenossenschaft besass damals keine allübergreifende Bundesurkunde oder 143 Vgl. de Capitani, Beharren und Umsturz, S Vgl. ebd., S Vgl. ebd., S Vgl. ebd., S Vgl. Felder, Ancien Régime, S Vgl. Böning, Freiheit und Gleichheit, S. 7. Nicole Keller Seite 44

45 Verfassung 149. Es gab also auch kein übergeordnetes Rechtssystem oder eine gesamtschweizerische Verwaltungsstruktur, wie etwa eine Zentralregierung. 150 Die Innenpolitische Situation war eine komplexe Angelegenheit, 151 welche erstarrt war und immer weniger den gewandelten Verhältnissen entsprach. 152 Zudem konnte jede Veränderung durch die vielen verschiedenen Verträge und Bündnisse unkontrollierbare Folgen haben. 153 Die Tagsatzung, welche als einzige gemeinsame Institution angesehen werden konnte, wurde seit jeher von unterschiedlichen Interessen und verschiedenen Zusammenschlüssen der Orte überlagert. 154 Der politische Aufbau der souveränen Kleinstaaten und ihre gegenseitigen Beziehungen sind Gegenstand des folgenden Kapitels Der politische Aufbau der Orte und ihre Beziehungen untereinander Zuerst muss hier angemerkt werden, dass die Konstellation der Orte in der Alten Eidgenossenschaft äusserst verwirrend war. Wie bereits oben erwähnt, waren die einzelnen Orte durch eine Vielzahl von verschiedenen Verträgen, Urkunden und Bündnisbriefen aneinander gebunden. Die Eidgenossenschaft bestand aus einem Bund von 13 souveränen Staaten, den Alten Orten, aus zugewandten Orten (Verbündeten), aus gemeinen Herrschaften (von mehreren Orten gemeinsam verwaltete Untertanengebiete) und aus sogenannten Schirmherrschaften oder schirmverwandte Orte wie Engelberg, Rapperswil oder die Fürstabtei St. Gallen. 155 Bis ins 18. Jahrhundert verblieben jedoch auch Gebiete, welche keinen klar definierten Status hatten: Die Republik Gersau, die als unabhängiger Staat unter dem Schutz der Innerschweizer stand oder Brissago, welches sich immer noch als Reichsdorf halten konnte. 156 Schweiz glich einem Mosaik aller unter dem Ancien Régime möglichen Herrschaftsformen: Es gab Demokratien, Aristokratien und Monarchien sowie Die 149 Vgl. Felder, Ancien Régime, S Vgl. Kästli, Die Schweiz, S Vgl. de Capitani, Beharren und Umsturz, S Vgl. Felder, Ancien Régime, S Vgl. de Capitani, Beharren und Umsturz, S Vgl. ebd., S Vgl. Böning, Freiheit und Gleichheit, S Vgl. de Capitani, Beharren und Umsturz, S Nicole Keller Seite 45

46 Untertanengebiete jeglichen Grades der Abhängigkeit, und das Ganze wurde zusammengehalten durch ein komplexes und heterogenes Bündnisgeflecht. 157 In den städtischen Gebieten gab es den Grossen und den Kleinen Rat. Der Kleine Rat ergab sich aus Ratsherren aus dem Grossen Rat. In den Städten Bern und Zürich wurden aus dem Kleinen Rat wiederum Ratsherren bestimmt, welche zusammen den Geheimen Rat umfassten. Der Kleine Rat war für die Vorbereitung der Geschäfte zuständig und der Grosse Rat fällte den Schlussentscheid. Die Ratsherren wurden nicht demokratisch gewählt, sondern ergänzten sich selber neu. Dies führte in Bern und Zürich zu erheblichen Problemen, denn in die Räte konnten nur Bürger der Städte gelangen. Es gab zudem keine Gewaltentrennung, die gleichen Gremien waren also für die Gesetzgebung, die Regierung und die Rechtsprechung zuständig. 158 In den Länderorten herrschte die Landsgemeinde vor, welche ein demokratisches politisches Gedankengut mit sich trug, jedoch wurden auch auf dem Lande Ämter an die Meistbietenden verkauft. 159 Da die Tagsatzung nahezu handlungsunfähig war, denn die Gesandten der Kantone waren lediglich Boten ihrer kantonalen Regierung ohne jegliche Handlungsvollmacht und die Orte und zugewandten Gebiete formierten sich je nach Problem wieder unterschiedlich, wurden politische Entscheide immer mehr von den grossen Städten gefällt. Die je nach Konflikt wechselnde Gruppierung der Orte führte zum einen dazu, dass es unmöglich geworden war zu handeln, aber auf der anderen Seite neutralisierte sie die Problemherde wieder. Die Existenz der Eidgenossenschaft war im 18. Jahrhundert vor allem durch das Gleichgewicht der Konflikte und den Willen, die gemeinsame Existenz zu verteidigen, gegeben Kann man von absolutistischen Tendenzen in der Schweiz sprechen? In der Eidgenossenschaft konnte sich keine absolutistische Staatsform entwickeln, welche an eine Monarchie gebunden war. Es gab keinen absoluten Herrscher. Versteht man Absolutismus aber so, dass ein immer grösser werdender Teil der Bevölkerung von der Ausübung der Macht und der politischen Beteiligung 157 De Capitani, Beharren und Umsturz, S Vgl. Felder, Ancien Régime, S Vgl. de Capitani, Beharren und Umsturz, S Vgl. ebd., S Nicole Keller Seite 46

47 ausgeschlossen wird, so kann man doch auch in der Schweiz von absolutistischen Tendenzen sprechen. Mehr als eine Million Einwohner der Eidgenossenschaft waren im 18. Jahrhundert von der Teilhabe an Staatsgeschäften ausgeschlossen. 161 Die Oberschicht der Städte besetzte die Rollen, welche im übrigen Europa der Adel innehatte. Sie erhob den Anspruch auf Bildung, Macht und Wohlstand. 162 Anders als im restlichen Europa war es aber so in der Schweiz, dass die Untertanen trotzdem Luft zum Atmen hatten und eine gewisse Eigenständigkeit behielten. Die grössten Rechtsungleichheiten fanden sich innerhalb der Städte, da eine Schliessung des Bürgerrechtes vorgenommen wurde und somit der politisch berechtigte Bürgeranteil massiv schrumpfte. 163 Die gemeinen Bürger gingen jedoch nicht in die Offensive, da sie wirtschaftliche Privilegien gegenüber der Landbevölkerung hatten und diese den Machtverlust erträglich machten. 164 Die Obrigkeiten der Städte hatten zudem die Tendenz zur Übernahme von Stilelementen absolutistischer Monarchien. Äusserlich glichen die Obrigkeiten absoluten Fürsten, denn sie reisten je nach Jahreszeit von Schloss zu Landsitz und wieder zurück in die Stadt. Das einzige, was sie keine absoluten Fürsten sein liess, war, dass sie einer republikanischen Ordnung unterstanden. 165 Obwohl die Länderorte in der Geschichtsschreibung gerne als demokratisch dargestellt werden, muss hier angefügt werden, dass es auch in ihnen eine kleine Elite gab, welche sich ebenfalls gerne mit dem, dem Fürstenabsolutismus nachgeeiferten Zeremoniell umgaben. Lediglich ein Mal im Jahr kam die Landsgemeinde zusammen und auch nur, um die regierenden Familien zu bestätigen. Diese kleine Elite umfasste den Landammann und die Räte. Ebenso wie die städtische Obrigkeit liessen sie sich als Gnädige Herren und Obere anreden. 166 Zur absolutistischen Tendenz gehört auch die Ausweitung der Staatstätigkeit. Mehr Aufgaben waren im Bereich Schulen und in der Armen- und 161 Vgl. Böning, Freiheit und Gleichheit, S Vgl. ebd., S Vgl. Böning, Freiheit und Gleichheit, S Vgl. Felder, Ancien Régime S Vgl. Kästli, Die Schweiz, S. 24f. 166 Vgl. ebd., S.25. Nicole Keller Seite 47

48 Gesundheitspflege zu erfüllen. Um die zyklischen Hungerkrisen zu mildern, wurde die Getreideversorgung überwacht und wurden die Preise für Fett, Fleisch und Holz kontrolliert. 167 Auffällig war jedoch, dass ein typisches Merkmal einer absolutistischen Herrschaft fehlte, nämlich das stehende Heer. 168 Zusammenfassend lässt sich sagen, dass wohl gewisse Tendenzen und Nuancen einer absolutistischen Herrschaft auch in der Schweizer Politik durchschimmerten, aber nie eine gänzlich absolutistische Herrschaft möglich war, da die republikanischen Traditionen lebendig geblieben waren Die Städte Bern und Zürich zur Zeit der Alten Eidgenossenschaft Im folgenden Kapitel wird die Stellung der beiden grössten und wirtschaftlich bedeutendsten Städte, Bern und Zürich, in der Eidgenossenschaft um 1766 untersucht. Der Schwerpunkt liegt hier vor allem darauf, welchen Einfluss die beiden Städte ausübten und wie es überhaupt zu einer so grossen Einflussnahme kommen konnte. Zum Schluss werden noch die Stadt Bern und der Oligarchie Prozess genauer beleuchtet Der Einfluss der Städte Bern und Zürich in der Alten Eidgenossenschaft Bereits seit 1712 hatten die Städte Bern und Zürich eine gewisse Vormachtstellung in der Eidgenossenschaft eingenommen. Sie waren wirtschaftlich überdurchschnittlich gut gestellt und durften leistungsfähige Verwaltungsapparate und Kanzleien ihr Eigen nennen. 170 Dies war darauf zurückzuführen, dass die reformierten Orte damals in der staatlichen Strukturierung weiterentwickelt waren als die Katholischen, da sie die Kirche mehr mit einbezogen. 171 Es scheint nicht verwunderlich, dass politische Entscheide der Tagsatzung, welche als Organ unfähig war, Entschlüsse zu fassen, immer mehr von den beiden dominierenden Städten übernommen wurden. Beide Städte besassen 167 Felder, Ancien Régime, S Vgl. ebd., S Vgl. ebd., S. 224f. 170 Vgl. ebd., S Vgl. Kästli, Die Schweiz, S. 23. Nicole Keller Seite 48

49 Kanzleien mit Dokumentationen, was ihnen schnelle Entscheidungen ermöglichte. Die Geheimen Räte von Zürich und Bern wurden mit dem Lauf der Zeit die Zentren der schweizerischen, politischen Aktivität. Beide Städte hatte seit dem zweiten Villmergerkrieg ein enormes Übergewicht, was dazu führte, dass in der Schweiz nichts von Statten gehen konnte, ohne das Bern oder Zürich davon erfuhr 172. Diese Überlegenheit rührte zum einen daher, dass beispielsweise Bern sehr wohlhabend und Staatsverschuldung ein Fremdwort war. Die Berner nannten guten Boden, eine florierende Viehzucht und ein äusserst erfolgreiches Leinwand- und Baumwollgewerbe ihren Besitz. 173 Diese wirtschaftliche Überlegenheit ergab seit dem 17. Jahrhundert Probleme mit dem Frieden, da die reformierten Orte Bern und Zürich wuchsen, jedoch die katholischen Gebiete durch den Kappeler Frieden weiterhin ungerechtfertigt gewisse Vorteile inne hatten. 174 Es scheint als hätte die Entwicklung zur Überlegenheit der beiden reformierten Städte Bern und Zürich seit dem 17. Jahrhundert dazu geführt, dass sie ohne Gegenwehr der anderen Orte die Geschäfte der Tagsatzung leiteten und die Eidgenossenschaft kontrollierten Der Weg zur Oligarchie in der Stadt Bern Die Stadt Bern war besonders geprägt von Frankreich und somit auch sein Patriziat. Es glich im Standesbewusstsein und den Umgangsformen augenfällig dem französischen Adel. Das Berner Patriziat war in der Ausübung seiner absolutistischen Tendenzen, wie oben schon erwähnt, keine Ausnahme, aber ein Extremfall, welcher nun genauer betrachtet wird. 175 Bern war im Ancien Régime sozusagen ein Modell einer Aristokratie mit oligarchischen Tendenzen. 176 Den Weg zur Oligarchie begannen die Berner mit dem Abschluss der Bürgerschaft; keine neuen Familien erhielten mehr das Bürgerrecht der Stadt Bern. Die bestehenden Bürgschaften wollten ihre Privilegien, wie das politische Recht, die wirtschaftlichen Vorrechte oder die Freiheit von Feudalrechten, nicht 172 Vgl. de Capitani, Beharren und Umsturz, S Vgl. Böning, Freiheit und Gleichheit, S Vgl. de Capitani, Beharren und Umsturz, S Vgl. Böning, Freiheit und Gleichheit, S Vgl. de Capitani, Beharren und Umsturz, S Nicole Keller Seite 49

50 teilen. Ein zweiter Schritt im Oligarchie-Prozess kann darin gesehen werden, dass die mächtigen Geschlechter die Wählbarkeit der Bürger beschränkten. Die Ratsherren hatten ihr Amt auf Lebzeiten und schied ein Ratsherr aus, so wurden Söhne, Neffen, Vetter oder Schwiegersöhne in den Rat geholt. 177 Durch die Wahl der Verwandten entstand eine sogenannte Familien- oder Geschlechterherrschaft. 178 Im Jahre 1775 stellten in Bern neun Geschlechter 114 Räte von 230 Räten. 179 Der Kleine und der Geheime Rat verkamen zu Familienversammlungen. Der dritte Schritt auf dem Weg zur Oligarchie hing dann auch direkt mit den beiden Kleinen Räten zusammen. Die mächtigen Geschlechter stiessen die Hierarchie insofern um, dass wichtige Entscheide im Geheimen oder im Kleinen Rat gefällt wurden und der Grosse Rat zum Akklamationsorgan degradiert wurde. Somit war die Oligarchie perfekt. 180 Die Stellung des Berner Patriziates sollte aber nicht lange währen, denn bereits zwischen den Jahren 1750 und 1800 entwickelte sich eine neue Gesellschaft, welche sich gegen die traditionelle politische Beherrschung auflehnte. Die neu entstandene industrielle, landwirtschaftliche und intellektuelle Elite stellte die Rolle der herrschenden Klasse in Frage Fazit Aufgrund der bearbeiteten Literatur ist es möglich, zu den Konturen eines Staatswesens zwei Perspektiven einzunehmen. Konturen eines Staatswesens sind vor allem an folgenden Elementen sichtbar: Die Tagsatzung: Als eine Zentralregierung, welche von allen Orten akzeptiert wurde und zur gemeinsamen Beratung herangezogen wurde. Sie funktionierte ausserdem als eine Art Zentralregierung, welche durch die Städte Bern und Zürich massiv beeinflusst wurde Vgl. Felder, Ancien Régime, S Vgl. Böning, Freiheit und Gleichheit, S Vgl. ebd., S Vgl. Felder, Ancien Régime, S Vgl. de Capitani, Beharren und Umsturz, S Vgl. ebd., S Nicole Keller Seite 50

51 Bündnisse: Diese wurden zwar einzeln unter den Orten festgehalten, trotzdem banden sie alle Orte durch ein Geflecht aneinander und vereinten sie zu einer Gemeinschaft, 183 welche man als Staat betrachten könnte. Staatstätigkeiten: Es wurden vor allem in den Bereichen des Gesundheits-, Bildungs- und Armenwesens Staatstätigkeiten lanciert, aber auch die Getreideversorgung und der Rohstoffmarkt wurden überwacht. 184 Die Räte und die Landsgemeinde: Trotz der oligarchischen Zustände kann man bei den Räten und Landsgemeinden vom Ansatz einer Demokratie sprechen, welche durch mehr Volksbeteiligung in den Räten und an den Landsgemeinden noch verbessert hätte vorkommen können. Jedoch sprechen viele herausgearbeiteten Punkte auch für das noch nicht Vorhandensein von staatlichen Strukturen: Gewaltentrennung: Diese war damals noch nicht vorhanden, die Räte waren Legislative, Exekutive und Judikative in einem. 185 Wahl der Räte: Die Wahl der neuen Räte nach dem Dahinscheiden eines Ratsmitglieds erfolgte keineswegs demokratisch, sondern die Räte ergänzten sich selber neu. 186 Landsgemeinde: In den Landsgemeinden wurden die Ämter ebenfalls nicht demokratisch vergeben, sondern an den Meistbietenden verkauft. 187 Bundesvertrag: Die Eidgenossenschaft besass damals keinen Vertrag, welcher alle Orte umfasste, die Verbindungen unter den einzelnen Orten waren nur durch viele unterschiedliche Verträge und Bündnisse gegeben. 188 Zentralregierung: Obwohl die Tagsatzung als eine Art von Zentralregierung angesehen werden könnte, gab es zur Zeit der Alten Eidgenossenschaft keine wirkliche Zentralregierung, welche wie es die Bezeichnung schon sagt, auch wirklich regierte. Zudem fehlte ein übergeordnetes, für alle Orte verbindliches Rechtssystem völlig Vgl. Böning, Freiheit und Gleichheit, S Vgl. Felder, Ancien Régime, S Vgl. ebd., S Vgl. ebd., S Vgl. Kästli, Die Schweiz, S Vgl. Felder, Ancien Régime, S Vgl. Kästli, Die Schweiz, S. 23. Nicole Keller Seite 51

52 Zusammenfassend lässt sich sagen, dass wohl Konturen eines Staatswesen in einem gewissen Mass bereits vorhanden waren, diese jedoch in keiner Weise dazu genügten, dass man rückblickend bereits von einem Staat sprechen könnte. Weiter müsste man sich aber auch darüber Gedanken machen, welche anderen Staatssysteme zu dieser Zeit im europäischen Raum vorherrschend waren und die Schweiz dadurch beeinflussten. Denkt man zum Beispiel an Frankreich, war dort das pure Gegenteil einer Gewaltentrennung anzutreffen. In diesem Vergleich wären dann die Grossen, Kleinen und Geheimen Räte der Schweiz schon erstaunlich fortschrittlich einzustufen und als gute Grundlage für das spätere demokratische Staatswesen für die Schweiz zu betrachten. Es scheint zudem, dass die klare Bestimmung von Staatsstrukturen durch die vielen Herrschaftsformen, welche zur damaligen Zeit vorgeherrscht haben, besonders schwierig heraus zuarbeiten sind Vgl. De Capitani, Beharren und Umsturz, S Nicole Keller Seite 52

53 3 Theoretische Reflexion zu Lernen vor Ort Im folgenden Kapitel soll betrachtet werden, welche verschiedenen Möglichkeiten von Lernen vor Ort es gibt, wie sie zueinander abgrenzbar sind, welche Chancen und Herausforderungen bestehen und was man unter historischem Lernen vor Ort genauer versteht. 3.1 Definition Lernen vor Ort Dies bedeutet, dass man sich an einen Ort begibt, welcher sich ausserhalb des Schulzimmers und ebenso ausserhalb des Schulhauses, im besten Fall sogar ausserhalb der Schulanlage befindet. Dort müssen die Schülerinnen und Schüler lernen können. Ausschlaggebend für diese Orte ist, dass die Möglichkeit besteht einem Lerngegenstand oder Sachverhalt unmittelbar zu begegnen und somit mit ihm in Kontakt zu treten. Lernen vor Ort kann also nur dann stattfinden, wenn solche Begegnungen bewusst oder auch unbewusst ein Teil des Lernprozesses sind und dabei aber gleichzeitig auch zum Kompetenzerwerb beitragen. Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie Lernen vor Ort stattfinden kann. Zum einen ist es möglich, dass der Lerngegenstand oder Sachverhalt in seine ursprüngliche Situation eingebettet ist (Bauwerk, Denkmal, Stadt), dies nennt man dann eine originale Begegnung. Lernen vor Ort kann aber auch stattfinden, wenn der Lerngegenstand oder der Sachverhalt dekontextualisiert und in einer künstlichen Umgebung dargestellt wird (Museum, Archive). Lernen vor Ort oder auch ausserschulische Lernorte lassen sich weiter danach kategorisieren, wie stark sie didaktisiert sind. Die Spannweite reicht hier von Lernorten, welche überhaupt nicht didaktisiert sind (Altstadt, Burg, Bauernhof) bis zu ausserschulischen Lernorten, die ausdrücklich für das Lernen geschaffen worden sind (Lehrpfad, Lernlabor) Dekontextualisierte Begegnung Unter diesem Kapitel werden zwei Lernorte vorgestellt, welche der dekontexualisierten Begegnung zugeordnet werden können. Die Sachverhalte und Lerngegenstände liegen hier in einer künstlichen Umgebung vor und befinden sich nicht mehr am Ort ihres Auffindens. 191 Vgl. Messmer, Ausserschulische Lernorte, S. 7. Nicole Keller Seite 53

54 3.2.1 Museen und Ausstellungen Die meisten Museen haben ihre Konzeption in den letzten Jahren extrem verändert. Einst gab es sogenannte Museumstempel, die oft die Angst auslösten, die Schwelle zu übertreten oder bereits im Museum drin, etwas zu beschädigen. Aus diesen Tempeln ist nun vielerorts eine ganz neue Art von Museum entstanden, Lernorte. Hier erhalten die Besucher nun eine eingehende pädagogische Betreuung. Früher wurden die ausgestellten Stücke vor allem sachsystematisch angeordnet, heute jedoch haben sie vor allem die Bedürfnisse der Besucher im Blickpunkt. 192 Lange haben Museumsdidaktiker darüber diskutiert, wie historische Objekte ausgestellt und präsentiert werden sollen. Dies ist nicht nur eine didaktische Frage, denn die Art der Präsentation, die Anordnung und den Platz, welche man einem Objekt einräumt, sind immer auch verbunden mit einer Interpretation. Früher, bei der sachsystematischen Anordnung, ging man von einem Besucher aus, welcher Fach- oder Vorkenntnisse besass, der den historischen Kontext selber erschliessen konnte und der die Aura des ausgestellten Gegenstandes selbst goutieren konnte. 193 Heutzutage dürfen Lehrer damit rechnen, dass ihre Schüler im Museum willkommen sind und mit ihren Fragen, welche sich ihnen stellen, auf pädagogisch offene Ohren stossen 194. Umfassende Inszenierungen sind nämlich an der Tagesordnung und es wird versucht, die Objekte in einen Kontext zusetzen. Sie bilden zusammen ein Ensemble, werden in eine zeittypische Kulisse gesetzt oder durch Kontraste verfremdet 195. Die Geschichte, welche im Museum dargestellt wird, erhebt keineswegs den Anspruch als Geschichte schlechthin betrachtet zu werden. Sie ist entweder Geschichte im Rohzustand oder gedeutete Geschichte. 196 Museen sind nämlich nicht in der Lage mit ihrer Ausstellung und den darin enthaltenen Gegenständen, vergangene Wirklichkeit zu zeigen. Aber Schülerinnen und Schüler können dort historische Objekte, Ensembles und Inszenierungen sehen, welche eine hohe Anmutungsqualität haben, die Vergangenheit fassbarer und 192 Vgl. Rohlfes, Geschichte Didaktik, S Vgl. Sauer, Geschichte unterrichten, S Vgl. Rohlfes, Geschichte Didaktik, S Vgl. Sauer, Geschichte unterrichten, S Vgl. Rohlfes, Geschichte Didaktik, S Nicole Keller Seite 54

55 damit besser vorstellbar machen. 197 Ein Museumsbesuch mit der Klasse sollte nicht einfach unvorbereitet stattfinden, vielmehr muss er eingebettet in den Unterricht sein. Einzige Ausnahme ist eine befristete Ausstellung, welche man keinesfalls verpassen will. Für die Lehrperson ist es also empfehlenswert, wenn sie weiss, was das Museum oder die Ausstellung zu bieten hat, damit sie die Schülerinnen und Schüler möglichst gut vorbereiten kann. Beim Besuch selber lassen sich vier methodische Zugänge unterscheiden: Führung: weiträumiger Überblick, Führung durch Lehrkraft oder besser durch museumspädagogisches Personal, allenfalls sogar durch Schülerinnen und Schüler selbst Unterrichtsgespräch: Vertiefte Beschäftigung mit ausgewählten Szenarien oder Objekten, möglichst Sitzplätze für alle, freier Blick auf den Gegenstand Erkundung: Schülerinnen und Schüler machen sich selber ein Bild, zielgerichtete Aufgaben mitgeben, mehrere Gruppen, Arbeitsblätter oder Museumsrallyes mit handlungsorientierten Aufträgen Werkstatt: Erfahrung mit historischen Lebens- und Arbeitsweisen machen, Verfügung von Materialien, Instrumenten und Räumlichkeiten im Museum, Spezialisten leiten an Je nachdem kann der Besuch im Museum, wie der Unterricht selber auch, mehr lehrergelenkt oder mehr auf die Eigeninitiative der Schülerinnen und Schüler ausgerichtet sein Archive Historischen Originalen kann nicht nur im Museum begegnet werden, sondern ebenfalls im Archiv. Dabei begegnet man vornehmlich Text-, allenfalls auch einmal Bildquellen. Wieso sollte man aber ins Archiv gehen um Textquellen zu betrachten, wenn sie doch in fast jedem Schulbuch abgebildet sind. Der Unterschied zu Textquellen im Archiv zu jenen im Schulbuch besteht darin, dass 197 Sauer, Geschichte unterrichten, S Vgl. Sauer, Geschichte unterrichten, S. 144f. Nicole Keller Seite 55

56 die Textquelle im Schulbuch meist nur Ausschnitte einer grösseren Textquelle darstellt. Zudem kommen die äusseren Erscheinungsformen und deren Unterschiede überhaupt nicht zum Zuge. Sind doch eine Zeitung und eine Urkunde ganz unterschiedlich in ihrem Habitus. Schülerinnen und Schüler sollten gerade deshalb wenigstens exemplarisch historische Quellen in originaler Gestalt, in ihrer historischen Fremdheit, Authentizität und Materialität kennenlernen. All dies zu entdecken verdeutlicht den Schülerinnen und Schülern, was eigentlich Quellen sind, welche Unterschiede es zwischen Quellen und Darstellungen gibt und dass unterschiedliche Quellengattungen auch verschiedene Besonderheiten aufweisen. Die Lernenden bemerken im Archiv wahrscheinlich das erste Mal, dass dem Forscher die Quellen nicht geordnet begegnen, sondern, dass er sie suchen, ordnen und allenfalls mit viel Mühsal entschlüsseln muss. Spannend und lehrreich ist für die Schülerinnen und Schüler auch die Begegnung mit einem älteren, nicht maschinengeschriebenen Text. Diesen können sie meist nicht lesen und dadurch werden sie die bereits verarbeitete Quelle im Schulbuch beim nächsten Gebrauch anders wahrnehmen. Für die Schülerinnen und Schüler sind aber nicht nur die einzelnen Quellen in Originalform spannend, sondern man sollte ihnen auch ermöglichen die Art ihrer Aufbewahrung und Behandlung kennen zu lernen. 199 Die Archivarbeit kann aber auch weniger begleitet stattfinden, dann, wenn die Schülerinnen und Schüler selber forschend tätig sind und sich für ein Projekt oder die Erstellung einer Facharbeit mit Originaldokumenten auseinandersetzen müssen. Hier ist unbedingt zu beachten, dass sich die Lernenden nicht zu viel vornehmen. Die Themen sollten dabei möglichst straff gefasst sein und eine lokalgeschichtliche Perspektive haben. Dabei geht es vor allem darum, dass Schülerinnen und Schüler Spezialisten für ein Thema werden und dabei auf der Suche nach weiterführenden Informationen gezwungenermassen auch die methodischen Kompetenzen erwerben, welche sie brauchen. Vor allem im Erwerb der methodischen Kompetenzen liegt der tragende Effekt dieser Arbeitsform. Die Schülerinnen und Schüler müssen dabei dem Schema Vorbereitung, Beratung, Suche, Überblick, Informationsentnahme folgen um erfolgreich arbeiten zu können Vgl. Sauer, Geschichte unterrichten, S Vgl. ebd., S. 149f. Nicole Keller Seite 56

57 3.3 Originale Begegnung Das folgende Kapitel widmet sich der originalen Begegnung, was heissen will, dass Lerngegenstände oder Sachverhalte in ihrer ursprünglichen Umgebung situiert sind. Dabei wird die Historische Stätte genauer betrachtet und in drei Unterkapiteln werden Bauwerke und Denkmäler, Gedenkstätten sowie Stadtführungen, Erkundungen und Lehrpfade thematisiert Historische Stätte Unter originalen historischen Stätten versteht man einzelne Bauwerke oder auch Ensembles wie Städte oder Fabrikanlagen. Dabei sind nicht alle Gebäude oder Gebäudeansammlungen historische Stätten. Es werden nur räumlich eingrenzbare Orte, in oder auf welchen sich historische Einzelereignisse oder wo sich historische Entwicklungen abgespielt haben. 201 Der Erhaltungszustand dieser Stätten kann dabei ganz unterschiedlich sein. Er reicht von Rudimenten, über Rekonstruktionen bis zur fast gänzlichen Originalgestalt. Manchmal kann der Besuch einer historischen Stätte zur Frustration führen, vor allem dann, wenn nur noch wenig übrig ist und die Schülerinnen und Schüler sich an Rekonstruktionszeichnungen der Stätte gewöhnt sind (bspw. Forum Romanum oder Olympia). Dabei liegt genau in dieser Frustration ein ausgezeichneter Lerneffekt. Der Überrest in seiner originalen Gestalt macht die historische Authentizität einer Quellenart erfassbar und kann den Lernenden verdeutlichen, wie kompliziert und aufwändig die Erforschung und Rekonstruktion ist. Besonders gross wird dieser Lerneffekt, wenn Schülerinnen und Schüler die historische Stätte nicht nur besichtigen, sondern selber forschend tätig werden müssen (fotografieren, vermessen, skizzieren, ausgraben) Bauwerke und Denkmäler Wenn man ein Bauwerk aufsucht, begibt man sich im übertragenen Sinn in die durch das Bauwerk repräsentierte Vergangenheit. Man bewegt sich sogar darin, besonders dann, wenn das Bauwerk und seine Einrichtung noch viel vom Originalzustand aufzeigen. 203 Oftmals ist es aber so, dass die Objekte eine sehr lange Geschichte durchgemacht haben und sich dabei vorwährend verändert 201 Vgl. Kröll, Lernen und Erleben, S Vgl. Sauer, Geschichte unterrichten, S. 150f. 203 Vgl. Kröll, Lernen und Erleben, S. 26. Nicole Keller Seite 57

58 haben 204. Ein Bauwerk kann aber vor allem als Zeugnis vergangener Lebenswelten dienen. Es gibt Auskunft über Macht und Herrschaft (Burgen, Schlösser, Dome, Rathäuser), religiöse Ausrichtungen (Kirchen, Klöster, Synagogen), die Arbeit (Bauernhaus, Fabrik), den Alltag (Wohnhäuser, Mietskasernen, Villen) und die technischen Fähigkeiten der jeweiligen Zeit. Natürlich kann man Bauwerke auch nur auf Bildern betrachten, dabei fehlt die Dimension der sinnlichen Erfahrung aber vollständig. Wichtig beim Besuch eines Bauwerkes ist die zeitliche Bestimmung. Will man Bauten aus dem 19. und 20 Jahrhundert betrachten, so gibt es beinahe ein Überangebot. Für die Zeit davor wird es dann aber meist bereits schwierig. Bei jedem Bauwerk stellt sich nämlich die Frage nach der baulichen Veränderung während der vergangenen Zeit. 205 Je älter ein Bau, desto länger auch die Geschichte seiner Umbauten oder Umnutzungen. 206 Wichtig ist, bei der Begehung eines Baues, welcher über die Bedeutung und Funktion Auskunft geben soll, dass er gut erhalten und entsprechend restauriert ist. Die Schülerinnen und Schüler können ein Bauwerk nach bestimmten Kriterien untersuchen (Typ, Funktion, Entstehungszeit/- geschichte, Standort, Grösse, architektonische Gestaltung, Ausdruck, Bedeutung etc.). 207 Denkmäler sind eine besondere Form von Bauwerken. Sie dienen keinem praktischen Zweck und sollen somit in der Gegenwart und Zukunft das Gedenken an bestimmte Personen und Ereignisse präsent halten. Somit sind Denkmäler nicht Quellen für die Zeit, auf welche sie sich berufen, sondern viel mehr für die Zeit, in welcher sie entstanden sind. Die Reminiszenz kann sich auf verschiedene Grössen von Erinnerungsgemeinschaften beziehen: Familien, ein Ort, einzelne Territorien oder sogar eine ganze Nation. Wichtig ist bei der Analyse der Denkmäler, dass die Schülerinnen und Schüler sich bewusst werden, dass ihre Entstehungsgeschichte besonders wichtig ist Vgl. Rohlfes, Geschichte Didaktik, S Vgl. Sauer, Geschichte unterrichten, S Sauer, Geschichte unterrichten, S Vgl. ebd., S. 213f. 208 Vgl. ebd., S. 215f. Nicole Keller Seite 58

59 Gedenkstätte Eine Gedenkstätte ist ein historischer Ort und gleichzeitig auch ein Ort der Aufbewahrung und Erinnerung. Der Begriff bezieht sich in jüngster Zeit nahezu ausschliesslich auf den Nationalsozialismus und seine Opfer. Die Gedenkstätten befinden sich an jenen Orten, an welchen die Gräueltaten stattgefunden haben. Will man mit der Klasse eine solche Stätte besuchen, kommt es auf einen einfühlsamen Umgang mit den Emotionen der Lernenden an. Wie auch beim Museumsbesuch ist hier eine inhaltliche Vorbereitung wichtig, meist hilft es den Schülerinnen und Schülern, wenn sie sich mit der Biografie eines Opfers befassen können. Dadurch erhält ein anonymes Geschehen ein konkretes Gesicht Stadtführungen und Erkundungen, Lehrpfade Stadtführungen mit den zentralen Sehenswürdigkeiten wie Rathaus, Kirche, Marktplatz Schloss, Stadttor etc. bilden meist das Standartrepertoire von Verkehrsvereinen. 210 Verfasser und Veranstalter sind dabei selten Historiker und somit hält die Qualität strengen wissenschaftlichen Anforderungen nicht immer stand. Meist wünscht man sich mehr Archivarbeit und weniger Heldenverehrung. 211 Trotz dieser Mängel erfreuen sich solche Führungen einer grossen Beliebtheit. Wahrscheinlich geht es darum, dass man sich als Mensch darstellen will, welcher sich für Kunst, Kultur und Geschichte interessiert, anderseits könnte hier aber auch eine Art Robinson -Syndrom zum Ausdruck kommen. Man will die unbekannte Umgebung erkunden und versuchen in die eigene Vorstellungswelt einzugliedern. Den gleichen Impuls, welcher das historische Lernen fördert, kann man bei vielen Schülerinnen und Schülern entdecken, wenn sie die Schule als Lernraum verlassen und auf eine pädagogische Entdeckungsreise gehen dürfen. Stadtführungen ermöglichen den Lernenden alle Sinne zu verwenden. Die Rundgänge mit Erlebnischarakter führen dazu, dass man schmecken, fühlen, tasten oder schnuppern muss. Die Schülerinnen und Schüler lernen also mit allen Sinnen Vgl. Sauer, Geschichte unterrichten, S Vgl. Kröll, Lernen und Erleben, S: Vgl. Hey, Exkursionen, S Vgl. Kröll, Lernen und Erleben, S. 88f. Nicole Keller Seite 59

60 Stadtführungen ziehen eine imaginäre Linie durch die Stadtlandschaft und fordern zudem dazu auf, diese Linie auch abzugehen und zu beschreiten. Genau in diesem Punkt berühren sich Stadtführungen und Lehrpfade. Historical Trails sind in den USA entstanden und zeichnen sich dadurch aus, dass thematisch zusammengehörige Stätten durch einen Trail zum Abwandern oder Abfahren miteinander verbunden wurden. Meist werden zusätzlich Benutzer-Broschüren und Karten zur Information angeboten. Wie die meisten Trends schwappte auch der Trend der Lehrpfade nach Europa über und in den letzten Jahren entstand eine Fülle davon. Gemeinsame Merkmale sind eine bestimmte Thematik, ein festgelegter Weg und eine Abfolge von Haltepunkten oder Stationen. In Europa ist es weniger üblich, dass Lehrpfade durch eine Beschilderung ausgewiesen sind, doch steht meist Informationsmaterial zur Verfügung. Der Pfad kann ohne Führungspersonal abgegangen werden, wobei auch dies meist zusätzlich angeboten wird. Solche Lehrpfade befassen sich meist mit Themen der Geschichte die bisher eher vernachlässigt wurden und setzen sich zum Ziel, die verschwiegene oder verdrängte Geschichte der kleinen Leute aufzuspüren. 213 Gerade bei Stadtführungen oder Lehrpfaden ist es wichtig, dass die Lernenden von den vielen neuen Eindrücken nicht überwältigt werden. Während dem Rundgang sollten Gesamt- und Detaileindrücke etwa ausgeglichen vorkommen und zu lange rezeptive Phasen können vermieden werden, indem die Schülerinnen und Schüler immer wieder Beobachtungs- und Untersuchungsaufgaben lösen müssen. Weiter sollten die Lernenden die Möglichkeit bekommen, selbst in der Stadt umher zu gehen, um Fragen nachzugehen, auf welche nicht gleich eine Lehrperson oder ein Stadtführer eine Antwort gibt Chance und Herausforderung von Lernen vor Ort Oftmals hört man von Lehrerinnen und Lehrern die Klage, dass sie sich, wenn sie ausserschulische Lernorte besuchen wollen, gegenüber dem Kollegium, der Schulleitung, den Eltern und manchmal noch sogar gegenüber den Behörden rechtfertigen müssen. All dies obwohl eigentlich ein breiter Konsens darüber herrscht, dass Lernen vor Ort einen breiten pädagogischen und didaktischen 213 Vgl. Hey, Exkursionen, S. 728f. 214 Vgl. Rohlfes, Geschichte Didaktik, S Nicole Keller Seite 60

61 Nutzen aufzuweisen hat. Nicht nur die Hürde der Rechtfertigung kann Lehrende davon abhalten Lernen vor Ort durchzuführen, sondern auch Finanzierungsprobleme, ein grosser Zeitaufwand oder Probleme der Stundentafel bzw. des Stundenplans. Lehrerinnen und Lehrer fordern eine Festschreibung von ausserschulischen Lernangeboten im Lehrplan vor allem deshalb, weil die Meinung, dass ausserschulisches Lernen eine hohe Wirksamkeit mit sich bringe, weit verbreitet ist. Die Mehrheit von befragten Lehrpersonen der Sekundarstufe I in der Zentralschweiz, ist der Meinung, dass Lernen vor Ort realitätsnah ist, ganzheitliches Lernen mit allen Sinnen anregt, die Motivation der Lernenden steigert und nachhaltiger wirkt, als Theorien im Schulzimmer zu bearbeiten. Aus 20 internationalen Publikationen und deren inhaltlicher Analyse geht hervor, dass die direkte Auseinandersetzung mit der Realität, in Verbindung mit dem Lernen im Schulzimmer zu einem besseren und umfassenderen Verständnis des Gelernten führt. Setzt man sich genauer mit Arrangements zu Lernen vor Ort auseinander, geht hervor, dass die angewendeten Herangehensweisen stark auf überkommener Pragmatik basieren und theoretisch-konzeptionell, sowie auch empirisch nur schwach fundiert sind. Dies führt dazu, dass die Potentiale des ausserschulischen Lernens oft unzureichend ausgeschöpft werden. 215 Die didaktische Rekonstruktion besteht darin, dass man auf einer Seite die Sachstruktur einer Thematik erfasst. Beim Lernen vor Ort ist dies die originale Begegnung mit örtlich, zeitlich und inhaltlich spezifischen Phänomenen, Objekten, Räumen, Prozessen, Ereignissen oder Personen. Es muss jedoch nicht nur die Sachstruktur erfasst werden, sondern auch die Präkonzepte und die Interessen der Schülerinnen und Schüler müssen abgeklärt werden. 216 Lernen vor Ort heisst in diesem Sinne: Es stehen jene Lernprozesse im Vordergrund, mit denen Lernende, ausgehend von ihren Präkonzepten, durch originale Begegnungen und Auseinandersetzungen wissenschaftsnahe Konzepte rekonstruieren können. 217 Die Bedeutung der didaktischen Rekonstruktion bezogen auf das Lernen vor Ort wird anhand der drei Strukturierungselemente genauer betrachtet: 215 Vgl. Messmer, Ausserschulische Lernorte, S. 8f. 216 Vgl. ebd., S Messmer, Ausserschulische Lernorte, S. 13. Nicole Keller Seite 61

62 Interessen und Präkonzepte der Lernenden Bei der Abklärung der Interessen der Schülerinnen und Schüler muss zwischen dem dispositionalen Interesse (anhaltende Bereitschaft einer Person zur Auseinandersetzung mit einem Lerngegenstand) und dem situationalen Interesse (besteht nur kurzfristig und wird durch eine didaktisch erweckte Aufmerksamkeit gegenüber dem Lerngegenstand erreicht). Das dispositionale Interesse ist, wenn überhaupt, nur langsam veränderbar. Dies will heissen, es lässt sich nicht durch ein einmaliges mehrstündiges Lernen vor Ort herleiten oder steigern. Dennoch konnten Studien nachweisen, dass ausserschulisches Lernen bei sehr vielen Lernenden ein nachhaltiges aktuelles Interesse wecken konnte, welches im Laufe der folgenden sechs bis acht Wochen nur gering verblasste. Genderspezifische Intressensunterschiede, welche ebenfalls im Schulzimmer feststellbar sind, begegnen den Lehrenden natürlich auch bezüglich des ausserschulischen Lernens. Auf die Lern- und Handlungsbereitschaft wirken sich aber auch subjektive Theorien aus. Diese entstehen durch unterschiedliche Sozialstrukturen, verschiedene Umwelteinflüsse und differentes Freizeitverhalten der Jugendlichen. Dies alles führt nicht nur zu ausgesprochenen Interessensunterschieden, sondern eben auch zu grundsätzlich anderen Vorstellungen. Diese Präkonzepte sind also anzugehen, um eine lernwirksame Korrespondenz zur originalen Begegnung herstellen zu können. 218 Sachstruktur der originalen Begegnung Bei der Sachstruktur kann man sich vor allem auf Exemplarität stützen. Eine originale Begegnung soll zu einer Begegnung werden, welche vor allem in die notwendige Tiefe greift und viel weniger in die Breite. Damit ist eine thematische Reduktion und Fokussierung gemeint, jedoch kann die Fokussierung auch räumlich sein und damit auf das regional Bedeutende zentriert werden. Nicht die absolute Häufigkeit der originalen Begegnung führt zu mehr Wertschätzung durch die Schülerinnen und Schüler, sondern einzig und allein die Qualität der Begegnung Vgl. Messmer, Ausserschulische Lernorte, S. 13ff. 219 Vgl. ebd., S. 15f. Nicole Keller Seite 62

63 Didaktische Strukturierung des Lernen vor Ort Wie im Schulzimmer auch, stellt sich auch beim Lernen vor Ort die Frage, welche Ziele mit der originalen Begegnung erreicht werden wollen. Besonders lernwirksam haben sich Lernaufträge erwiesen, welche konkrete Arbeitsanforderungen stellen, gleichzeitig aber auch die Autonomie der Lernenden fördern. Die Aufträge sollten aber keineswegs zu offen formuliert sein, denn tritt dieser Fall ein, so nimmt die Lernleistung wieder ab. Als ausgesprochen zentral hat sich, neben der gut strukturierten Lernumgebung zur Begleitung der Schülerinnen und Schüler während der originalen Begegnung, auch die Vor- und Nachbereitung des Lernens vor Ort erwiesen Historisches Lernen vor Ort Schülerinnen und Schüler verknüpfen Geschichte immer noch meist mit dem Auswendiglernen von historischen Fakten. Wohl deshalb zählt der Geschichtsunterricht trotz des wachsenden Interessens an Geschichte zu den eher weniger beliebten Fächern. Ausserschulisches Lernen entwickelte sich bereits in den frühen 1980er Jahre. Der Umstand der boomenden Geschichtskultur führte dazu, dass die Geschichtsdidaktik historisches Lernen gegenwart- und umweltbezogener gestaltete. Ausserschulisches Lernen an historischen Orten wurde folglich zu einer unentbehrlichen Methode historischen Lernens. 221 Der Begriff des historischen Ortes wird innerhalb der Forschung immer wieder unterschiedlich betrachtet, interpretiert und festgelegt. Von einem historischen Lernort kann man aber dann ausgehen, wenn die Möglichkeit zum Erkenntnisgewinn gegeben ist. Die Geschichtsdidaktik unterscheidet nach den jeweiligen Bezügen zur Vergangenheit und hält somit folgende als historische Orte fest: - Orte eines geschichtlichen Ereignisses - Orte geschichtlich bedeutsamer Strukturen - Orte geschichtlicher Veränderung 220 Vgl. Messmer, Ausserschulische Lernorte, S Vgl. Heuer, Historisches Lernen, S. 50ff. Nicole Keller Seite 63

64 - Orte präsentierter, gedeuteter Geschichte Diesen Orten schreibt man seit langem ein grosses geschichtsdidaktisches Potential zu. Man kann also sagen, dass das Lernen vor Ort im Fach Geschichte eine lange Tradition hat und sich gegenwärtig in beinahe allen renommierten Werken ein Eintrag zum Thema findet. 222 Beim historischen Lernen vor Ort geht es im eigentlichen Sinne darum, das Wesentliche aufzuspüren, um daraus mehr wahrnehmen zu können. Schülerinnen und Schüler sollen sich dazu unterschiedlicher Methoden wie Fotografie, Kartierung, Interviews oder Skizzen bedienen. Die Lernenden sollen ein Zeitgefäss erhalten um den Ort zu erkunden, wahrzunehmen und zu erschliessen. Dabei sollen sie Spuren suchen, eigene Fragen stellen und diese auch selbst beantworten. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Lernenden selbst Erfahrungen vor Ort machen müssen, denn das Lernen findet erst dann statt, wenn die normale Handlungsstrategie auf Hindernisse oder Widerstände stösst und somit ein neuer Lösungsweg gesucht und gefunden werden muss Vgl. Heuer, Historisches Lernen, S. 52f. 223 Vgl. ebd., S. 56ff. Nicole Keller Seite 64

65 4 Umsetzungsbeispiel Lernen vor Ort Murten Im folgenden Kapitel wird erarbeitetes Arbeits- und Lernmaterial für Schülerinnen und Schüler mit Lehrer/innen-Kommentar für die Stadt Murten vorgestellt. Dabei wird der Bezug zum Lehrplan gemacht, Lernziele werden festgehalten und eine mögliche Grobplanung wird aufgezeigt, welche von einem didaktischen Kommentar begleitet ist. Der erste Teil der Materialien umfasst Arbeitsblätter, welche vor der Exkursion als Vorbereitung erarbeitet werden sollten. Der zweite Teil umfasst alle Arbeitsblätter, welche während der Exkursion bearbeitet werden können und der dritte Teil ist ein Domino, welches das gesamte Stoffgebiet mit Fragen und Antworten abdeckt um nach der Exkursion nochmals memorieren zu können. 4.1 Bezug zum Lehrplan Das Umsetzungsbeispiel lässt sich im Grobziel 7 im siebten Schuljahr verankern. Unter dem Grobziel 7a) findet sich folgende Formulierung: 7a) Die Entwicklung der Schweiz vom alten Obrigkeitsstaat zum modernen Bundesstaat verfolgen. 224 Bis zum achten Schuljahr sollte nach der Lehrplananpassung aus dem Jahre 2006 das Jahr 1850 bearbeitet werden. Daher kann man im 7. Schuljahr damit beginnen, den Schüler und Schülerinnen die Entwicklung der Schweiz und ihr Zustand um 1750 näher zu bringen, damit man dann im 8. Schuljahr die Schweiz im 19. Jahrhundert betrachten kann. Gut liesse sich die Umsetzung auch mit der nachfolgenden Französischen Revolution verknüpfen. Dabei müsste man dann allerdings noch genauer auf die politische Unruhen in der Schweiz und Frankreich eingehen. 4.2 Lernziele In den nachfolgenden Unterkapiteln werden mögliche Ziele aufgelistet, welche mit dem Umsetzungsbeispiel angestrebt werden können. Dabei werden die Ziele in Wissens-, Methoden- und Erkenntnisziele aufgespaltet. Allenfalls lohnt es sich je nach Klasse eine eingeschränkte Auswahl zu treffen. 224 IEDK ; Lehrplan Geschichte, S. 22. Nicole Keller Seite 65

66 4.2.1 Wissensziele Die Schülerinnen und Schüler können Ereignisse der Lebensgeschichte der Familie Mozart den passenden Jahreszahlen auf einem Zeitstrahl zuordnen. mindestens fünf Orte und deren exaktes Datum während der Europareise nennen. den Beruf von Leopold Mozart nennen und sein Aufgabengebiet beschreiben. die Höfe nennen, in welchen die Mozart Kinder vor Genf bereits gespielt haben und welchen Weg sie in der Schweiz nehmen werden. mindestens 7 verschiedene Schwierigkeiten nennen, welche einem Reisenden im 18. Jahrhundert widerfahren können. 3-5 Merkmale eines Reiseberichtes aus dem 18. Jahrhundert nennen. den eidgenössischen Staatenbund im Ancien Régime mit Hilfe einer Grafik erklären. die folgenden Begriffe definieren: Alte Orte, zugewandte Orte, Gemeine Herrschaften, Tagsatzung. die Entwicklung des Beinhauses erläutern. die Entwicklung der Umgebung des Beinhauses mit Hilfe von Bildern beschreiben. ein Bauwerk auf folgende Merkmale untersuchen: Typ und Funktion, Entstehungszeit und -geschichte, Standort, Grösse, architektonische Gestaltung, Schmuck, Ausdruck und Bedeutung. die Entstehungsgeschichte eines Bauwerkes dokumentieren Methodenziele Die Schülerinnen und Schüler können die Bildbeschreibung mit Hilfe des Dreischrittes mündlich ausführen. eine vorgegebene Textquelle mit Hilfe der AQUA Methode schriftlich analysieren. eine Route durch Europa und die Schweiz auf einer Europa- und einer Schweizerkarte sorgfältig und genau einzeichnen. die Pferdewechselstellen auf der Schweizerkarte mit einem gut erkennbaren Punkt markieren. Nicole Keller Seite 66

67 das exakte Alter von Wolfgang Mozart und seiner Schwester bei ihrer Schweizerreise aus der Zeittafel herausarbeiten. Untersuchen, wie lange die Strecke Genf bis Lausanne heute mit dem Auto, dem Zug oder zu Fuss dauert. einen Lückentext über das Reisen im 18. Jahrhundert mit vorgegebenen Wörtern füllen. einen eigenen Reisebericht verfassen. eine Karte vor Ort skizzieren. ein Plakat herstellen, welches sie bei ihrer Präsentation unterstützt Erkenntnisziele Die Schülerinnen und Schüler können erkennen, wie beschwerlich und langsam das Reisen im 18. Jahrhundert war. die Veränderung der Landschaft durch die Entwicklung der Gesellschaft erkennen. die komplizierte und verflochtene Struktur der Eidgenossenschaft zur Zeit des Ancien Régime erkennen. erkennen, dass in Bild- und Textquellen immer die subjektive Sichtweise einer Person wiedergegeben wird. 4.3 Grobplanung mit Lehrer/innen Kommentar Lektion 1 Inhalt Kapitel 1 (Vor der Exkursion) Einstieg mit dem Abspielen der kleinen Nachtmusik Aufzeigen des Bildes des sechsjährigen Mozarts im Galakleid Analyse des Bildes mit dem Dreischritt (genauer erklärt auf dem AB1) AB1.1 durchlesen Kommentar Die Schülerinnen und Schüler sollen mit einem musikalischen Einstieg ans Thema herangeführt werden. Die kleine Nachtmusik ist eines der bekanntesten Werke von Mozart und wurde aufgrund des grossen Wiedererkennungseffektes gewählt. Das Bild mit Mozart in der Galakleidung soll den Schülerinnen und Schüler einen Eindruck vermitteln, wie man sich damals kleidete. Allenfalls werden die Schülerinnen und Schüler zuerst denken, dass es sich um ein adeliges Kind handelt oder einen späteren Herrscher. Wenn das Bild aber dann mit dem Nicole Keller Seite 67

68 Lektion 2 Dreischritt genau betrachtet wird, fällt auf, dass Mozart neben einem Klavier steht. Die Schülerinnen und Schüler sollen mit dem Dreischritt ihre Methodenkompetenz erweitern und so lernen, dass sich die Betrachtung und Deutung eines Bildes in drei Schritte aufgliedern lässt. Das AB1.1 wird vorbereitend für die kommende Lektion gelesen, damit soll den Schülerinnen und Schüler die Zuordnung der Ereignisse auf dem Zeitstrahl erleichtert werden. Inhalt Zeitstrahl als Repetition der Zeittafel von den Schülerinnen und Schüler aufhängen lassen Bezug zur Europareise herstellen (1763) Die Schülerinnen und Schüler gehen in Gruppen zusammen und erhalten den Auftrag auf der Europakarte, welche am besten auf ein A3 Blatt vergrössert wird, die Reiseroute der Familie Mozart einzutragen. Die verschiedenen Stationen finden sich auf dem AB1.2 und die Europakarte findet sich auf dem ZM Europakarte AB1.2 Gruppenaufteilung: Je nach Niveau Kommentar Mit dem Aufhängen und Zuordnen des Zeitstrahles erhalten die Schülerinnen und Schüler einen Überblick über die wichtigen Ereignisse in der Familie Mozart. Durch das Visualisieren im Schulzimmer, bleibt der Blick der Schülerinnen und Schüler auch in anderen Momenten, und nicht nur während dieser einen Geschichtslektion, am Zeitstrahl hängen und es fällt ihnen leichter die Ereignisse präsent zu halten und einzuordnen. Das AB1.2 enthält beinahe 100 Stationen, welche die Familie Mozart auf ihrer über dreijährigen Reise besucht haben. Vielen Schülerinnen und Schüler sagen lediglich die Namensorte nichts. Sie können diese Orte weder einem Land zuordnen noch genau sagen, wo sie sich befinden. Deshalb ist es für das globale Verständnis wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler sich eine Vorstellung machen können, wo die Reise genau durchführte. Bei der Gruppenaufteilung gibt es die Möglichkeit, dass die Schülerinnen und Schüler in 2er Gruppen weniger Stationen suchen und einzeichnen und dass anschliessend alle Ergebnisse auf einer Europakarte zusammengetragen werden oder man lässt die Schülerinnen und Schüler in einer Art Gruppenpuzzle die Strecke in einer 4er oder 5er Gruppe aufteilen und jede/r Nicole Keller Seite 68

69 Lektion 3 Lektion 4 Schülerinnen und Schüler arbeitet alleine am jeweiligen Streckenabschnitt. Dabei sollte etwas darauf geachtet werden, wie gut die Schülerinnen und Schüler bereits mit dem Atlas umgeben können und wie selbstständig sie bereits arbeiten bzw. welche Selbständigkeit ihnen zumutbar ist. Inhalt Weiterarbeit Europakarte AB1.2 Je nach Voraussetzung der Schülerinnen und Schüler, Einführung in die Quellenanalyse mit dem AQUA Schema auf dem ZM AQUA Methode AB1.3 oder direkte Analyse der Textquelle auf dem AB1.3 Kommentar Die Schülerinnen und Schüler erhalten genügend Zeit um die Strecke der Europareise sorgfältig einzuzeichnen, allenfalls ist es auch hilfreich, wenn die Schülerinnen und Schüler einzelne Orte oder Länder beschriften, damit sie diese später wiedererkennen können. Ausserdem sollten fünf Orte ebenfalls mit Datum beschriftet werden, damit das entsprechende Wissensziel hier eingelöst werden kann. Je nach Voraussetzung der Schülerinnen und Schüler entscheidet die Lehrperson, ob die Schülerinnen und Schüler eine Einführung oder Repetition in oder zur AQUA Methode benötigen. Dies geschieht mittels Lehrervortrag. Dabei kann gleich gemeinsam die vorliegende Quelle auf dem AB 1.3 analysiert werden. Sind die Schülerinnen und Schüler bereits mit der Arbeit mit der AQUA Methode vertraut, so kann man allenfalls eine kurze Repetition einführen oder man lässt die Schülerinnen und Schüler gleich mit der Quellenanalyse beginnen. Als Hilfsmittel zur Einführung oder Repetition dient das ZM AQUA Methode auf dem AB1.3 Inhalt Beantworten der Fragen 1-5 auf dem AB1.3 AB1.4 Strecke auf der Schweizerkarte eintragen Forschungsfrage Strecke Genf bis Lausanne AB1.4 Kommentar Auf dem AB1.3 gibt es 5 Fragen, welche sich auf den Inhalt beziehen und absichern sollen, dass die Schülerinnen und Schüler genau lesen. Zudem soll mit der Frage 4 ebenfalls aufgezeigt werden, dass nicht immer von einer umfassenden Richtigkeit bei Quellen ausgegangen werden kann. Es bedarf, dass man sie kritisch hinterfragt, deren Inhalt genau betrachtet und allenfalls eigene Abklärungen macht. Nicole Keller Seite 69

70 Lektion 5 Nun wird sozusagen in die Europakarte hineingezoomt und der Wegabschnitt in der Schweiz genauer betrachtet. Dazu sollen die Schülerinnen und Schüler wiederum den Weg auf die Karte übertragen und dabei gleichzeitig auch noch alle damaligen Pferdewechselstellen eintragen. Damit bekommen sie einen ersten Eindruck, wo überall angehalten und gewartet werden musste. Zudem erhalten die Schülerinnen und Schüler eine Forschungsfrage, welche einen Gegenwartsbezug herstellt. Der Vergleich des Reisetempos von heute mit dem damaligen Tempo gibt Aufschluss darüber, wie mühsam und langsam das Reisen im 18. Jahrhundert war. Inhalt Lückentext Reisen 18. JH AB 1.5 Textquelle AB1.6 Analyse und eigener Brief schreiben Kommentar Der Lückentext dient dazu, dass die Schülerinnen und Schüler sich aufmerksam mit dem Text auseinandersetzen, vielleicht Sätze mehrmals lesen und versuchen zu verstehen. Die Logik des Inhaltes und der Satzstruktur wird dabei entschlüsselt und trägt zum globalen Verständnis des Textes bei. Die Textquelle auf dem AB1.6 ist recht lang und in altem Deutsch geschrieben. Hier kann es von Vorteil sein, die Schülerinnen und Schüler in Gruppen arbeiten zu lassen und ihnen Textabschnitte zuzuteilen, welche sie entschlüsseln sollen. Dieser erste Schritt könnte wieder in einer Art Gruppenpuzzle stattfinden. Die Fragen können die Schülerinnen und Schüler dann in der Stammgruppe diskutieren. Die Quelle könnte allenfalls auch wieder mit dem AQUA Schema analysiert werden. Dabei könnte man die Schülerinnen und Schüler die Quelle bzw. die Quellenabschnitte nun in Einzelarbeit analysieren lassen und sie dann nach Lerntempo in 2er Gruppen die Lösungen besprechen lassen. Die Schülerinnen und Schüler sollen ihre eigene Erfahrungswelt in den Geschichtsunterricht integrieren, indem sie sich an ihre eigenen Reisen erinnern und davon einen kurzen Bericht an eine Drittperson schreiben. Ähnliches machen die Schülerinnen und Schüler wahrscheinlich bereits, wenn sie in den Ferien Postkarten versenden und von ihren Erlebnissen berichten. Sollte die Unterrichtsreihe also vor den Ferien stattfinden, liesse es sich gut als Auftrag formulieren, dass die Schülerinnen und Schüler einen Reisebericht in die Schule senden und man nach den Ferien die Reiseberichte zusammen liest, analysiert und mit der Textquelle vergleicht. Damit wird ein Lebensweltbezug für die Jugendlichen geschaffen. Nicole Keller Seite 70

71 Lektion 6 Lektion 7 Lektion Inhalt AB1.6 Aufträge fertig machen Lehrervortrag zur Struktur der Eidgenossenschaft im Ancien Régime mit Hilfe der ZM Tafelbild AB1.7 und ZM Tagsatzung AB1.7 Kommentar Die Schülerinnen und Schüler sollen ihren eigenen Bericht fertig verfassen und ihn allenfalls noch mit dem Bericht von Keyssler vergleichen. Die Struktur der Eidgenossenschaft wird nach einer Phase des eher selbständigen Arbeitens der Schülerinnen und Schüler, als Lehrervortrag erklärt. Dazu hat es beim ZM Tafelbild AB1.7 alle Kärtchen, welche sich an der Wandtafel oder einem Whiteboard anordnen lassen. Für die Lehrperson gibt es als Vertiefung auch noch eine Karte und eine weitere Grafik mit demselben Sachinhalt unter ZM Karte + Grafik AB1.7, Zur Erklärung der Tagsatzung findet sich ebenfalls Bildmaterial und ein Text unter dem ZM Tagsatzung AB1.7. Inhalt Abgabe AB1.7 Aufträge bearbeiten Einteilung Gruppen für Exkursion Kommentar Die Schülerinnen und Schüler sollen sich in 2er Gruppen zusammensetzen und den ersten und den zweiten Auftrag auf dem AB1.7 mündlich lösen Danach gehen die Schülerinnen und Schüler wieder zurück an ihre Plätze und halten das Besprochene aus der Gruppenarbeit, in Einzelarbeit mit ihren eigenen Worten schriftlich fest. Sobald alle Schülerinnen und Schüler diese Aufträge fertig haben, erklärt die Lehrperson das Vorgehen auf der Exkursion. Sie berichtet vom ersten gemeinsamen Teil beim Beinhaus und auf dem Marsch Richtung Murten. Für den 2. Teil, welcher in Gruppen stattfindet, teilt sie mit, welche Bauwerke es gibt. Die Schülerinnen und Schüler gehen in Gruppen zusammen, erhalten den Auftrag für das Bauwerk und besprechen gemeinsam in ihrer Gruppe, wie sie vor Ort vorgehen wollen, welche Materialien sie brauchen und welche Vorbereitungen sie bereits im Voraus treffen wollen. Je nach Klasse halten die Schülerinnen und Schüler ihr Vorgehen schriftlich fest und geben ihre Notizen der Lehrperson zur Überprüfung ab. So kann die Lehrperson allenfalls noch Tipps geben oder eingreifen, wenn von den Lernenden etwas geplant ist, was auf Grund der Exkursionssituation nicht gelingen kann. Inhalt Kapitel 2 (Während der Exkursion) Nicole Keller Seite 71

72 Exkursion Murten Reiserekonstruktion Beginn der Exkursion an der Beinhausstrasse Abgabe AB2.1 und lösen der Aufträge mit Hilfe des ZM Bilder AB2.1 Abgabe AB2.2 Auftrag 1 mit Hilfe des ZM Quellen AB2.2 unter dem Titel Alle lösen Fussmarsch Richtung Murten Auftrag 2 mit Hilfe des ZM Quellen AB2.2 unter dem Titel Bericht Abraham Ruchat lösen Aufteilung der Schülerinnen und Schüler in ihre Gruppen, verteilen des ZM an jede Gruppe Eigene Erkundung und Arbeit gemässe dem Auftrag 3 auf dem AB2.2 Kommentar Die Exkursion beginnt an der Beinhausstrasse. Dort wird den Schülerinnen und Schüler das AB 2.1 abgegeben. Die Schülerinnen und Schüler sollen die Aufträge lösen. Dabei geht es darum, dass die Schülerinnen und Schüler drei verschiedene Bilder des Beinhauses betrachten und Unterschiede, als auch Gemeinsamkeiten feststellen. Anschliessend sollen sie die Bilder mit der Situation von heute vergleichen. Diese Beobachtungen enden darin, dass die Schülerinnen und Schüler eine Karte der heutigen Situation skizzieren sollen, auf welcher sie mindestens Häuser und Strassen festhalten müssen. Die Schülerinnen und Schüler erhalten anschliessend das AB2.2, sie lösen den Auftrag 1 wobei sie ihre Skizze als Hilfestellung verwenden können. Sie betrachten Murten und dessen Umgebung und nehmen dabei die Veränderung über die Zeit wahr. Danach begibt sich die Klasse auf einen kurzen Fussmarsch Richtung Murten. Auf dem Weg oder vor den Toren der Stadt kann der Bericht von Abraham Ruchat von der Lehrperson oder von Schülerinnen und Schüler vorgelesen werden. Da der Bericht auf Französisch geschrieben ist, bedürfen die Schülerinnen und Schüler der Unterstützung der Lehrperson. Vor den Toren der Stadt gehen die Schülerinnen und Schüler in ihre Gruppen, sie erhalten von der Lehrperson alles Zusatzmaterial, welches man unter ZM Quellen Murten AB 2.2 findet. Die Schülerinnen und Schüler sollen nun die Stadt und das ihnen zugeteilte Bauwerk selbständig erkunden. Sie haben einen Auftrag erhalten, welcher offen gehalten ist und dennoch konkrete Anweisungen und Vorgaben enthält. Es geht hier vor allem darum, dass die Schülerinnen und Schüler die Historische Stätte selber entlang von bestimmten Vorgaben entdecken sollen. Nicole Keller Seite 72

73 Lektion 8/9 Dabei sollen die Schülerinnen und Schüler ebenfalls Fragen nachgehen, welche sie sich stellen und diese selber versuchen zu beantworten. Hier soll das eigenständige und entdeckte Lernen gefördert werden. Inhalt Kapitel 3 (Nach der Exkursion) Ausarbeitung des Plakates in den Gruppen Vorstellen des Bauwerks und der Arbeit auf der Exkursion Domino Spiel AB3.1 Kommentar Die Schülerinnen und Schüler arbeiten nach der Exkursion die gesammelten Informationen auf. Daraus erstellen sie das Plakat für ihr Bauwerk. Dies verwenden sie für die anschliessende Präsentation ihres Bauwerkes. Dabei sollen die anderen Schülerinnen und Schüler der Klasse einen Einblick in die zwei Bauwerke erhalten, welche sie nicht untersucht haben. Zudem soll aber auch das methodische Vorgehen der einzelnen Gruppen einen Stellenwert erhalten. Dies wird vorgestellt und kann den anderen Gruppen und einzelnen Schülerinnen und Schüler Anregungen für eine nächste ähnliche Arbeit geben. Nicole Keller Seite 73

74 5 Literaturverzeichnis Badoux, H. (1971). Pays de Vaud. Lausanne: Cabédita. Beyrer, K. (1992). Zeit der Postkutschen. Drei Jahrhunderte Reisen Karlsruhe: Braun. Böning, H. (1998). Der Traum von Freiheit und Gleichheit. Helvetische Revolution und Republik ( ) - Die Schwiez auf dem Weg zur bürgerlichen Demokratie. Zürich: Orell Füssli Verlag. Bory, R. (1956). Le séjour en Suisse de Wolfgang-Amadeus Mozart en Lausanne: Aux Editions SPES. Coxe, W. (1789). Travels in Switzerland. London: T. Cadell. De Capitani, F. (2006). Beharren und Umsturz. In B. Messmer, J.-C. Favez, & R. Broggini, Geschichte der Schweiz und der Schweizer (S ). Basel: Schwabe. Deuchler, F. (1975). Murten. Bild einer Stadt. Genève: Les Editions Rosepierre S.A. Ebel, J. G. (1809). Anleitung auf die nützlichste und genussvollste Art die Schweiz zu bereisen. Zürich: Orell Füssli. Felder, P. (2007). Vom Ancien Régime zu den Anfängen der modernen Schweiz. In H. Meyer, Die Schweiz und ihre Geschichte (S ). Zürich: Lehrmittelverlag des Kantons Zürich. Grumach, R. (1793). Goethe. Begegnungen und Gespräche. Berlin: Walter de Gruyter. Nicole Keller Seite 74

75 Heuer, C. (2011). Historisches Lernen vor Ort - Skizze für ein zeitgenössisches Bild vom ausserschulischen historischen Lernen. In K. Messmer, A. Rempfler, M. Wilhelm, & R. von Niederhäusern, Ausserschulische Lernorte - Positionen aus Geographie, Geschichte und Naturwissenschaften (S ). Wien: LIT. Hey, B. (1997). Exkursionen, Lehrpfade, alternative Stadterkundungen. In K. Bergmann, Handbuch der Geschichtsdidaktik (S ). Seelze-Velber: Kallmeyer. IEDK. (1991). Lehrplan Geschichte und Politik für das 7. bis 9. Schuljahr. Ebikon: ZBS. Kamber, M. (2001). Natursteinbau. Bern: Schweizerische Arbeitsgemeinschaft Pro Naturstein. Kästli, T. (1998). Die Schweiz eine Republik in Europa. Geschichte des Nationalstaats seit Zürich: NZZ Libro. Keyssler, J. (1751). Neuste Reisen durch Deutschland, Böhmen, Ungarn, die Schweiz, Italien und Lothringen. Hannover: Nicolai Försters und Sohns Erben. Kröll, U. (2009). Lernen und Erleben auf historischen Exkursionen. Museen, Freilichtmuseen und Gedenkstätten als Partner der Schule. Münster: Zentrum für Lehrerbildung. Lutz, M. (1835). Vollständige Beschreibung des Schweizerlandes. Aarau: Heinrich Remigius Sauerländer. Mancal, J. (2006). Leopold Mozart und seine Familie auf Europareise. Augsburg: Verlagsgemeinschaft Augsbuch. Nicole Keller Seite 75

76 Messmer, K., Rempfler, A., & Wilhelm, M. (2011). Ausserschulische Lernorte - Chance und Herausforderung. In K. Messmer, M. Wilhelm, A. Rempfler, & R. von Niederhäusern, Ausserschulische Lernorte - Position aus Geographie, Geschichte und Naturwissenschaften (S. 8-25). Wien: LIT. Murray, J. (1852). A handbook for travellers in Switzerland, an the alps of Savoy and Piedmont. Paris : A. & W. Galignani & Co. Pieck, W. (1998). Die Mozarts. Porträt einer Familie. Hamburg: Europäische Verlagsanstalt. Rohlfes, J. (2005). Geschichte und ihre Didaktik. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht. Rubli, M., & Stucki, H. (2002). Murten. Gegenwart und Vergangenheit. Murten: Licorne Verlag. Ruchat, A. (1778). Etat et délices de la Suisse. Neuchâtel: Samuel Fauche. Runge, H. (1870). Die Schweiz in Original-Ansichten mit historisch topographischem Text. Darmstadt: Gustav Georg Lange. Sauer, M. (2001). Geschichte unterrichten. Eine Einführung in die Didaktik und Methodik. Seelze-Velber: Kallmeyer. Schiedt, H.-U. (1999). Wegnetze und Mobilität im Ancien Régime. Schweizerische Zeitschrift für Geschichte, S Schiedt, H.-U. (2010). Verkehrswege, Verkehrsbedingungen und Verkehrskapazitäten in der Zentralschweiz im ausgehenden 18. und im 19. Jahrhundert. In O. Landolt, Historische Verkehrslandschaft Zentralschweiz (S ). Altdorf: Verlag Gisler. Nicole Keller Seite 76

77 Sigl, B. (1996). Stadt- und Landesmauern Band 2. Zürich: vdf Hochschulverlag AG. Staehelin, L. (1968). Die Reise der Familie Mozart durch die Schweiz. Bern: A. Francke AG. von Malten, H. (1830). Beschreibung aller berühmten Bäder in der Schweiz. Aarau: Heinrich Remigius Sauerländer. Nicole Keller Seite 77

78 6 Abbildungsverzeichnis Abbildung 1: Postkutsche (Opitz, um 1825) Abbildung 2: Englische Landkutsche (Hogarth, 1747) Abbildung 3: Dardagny bis Genf (IVS-GIS, 2012) Abbildung 4: Genf bis Nyon (IVS-GIS, 2012) Abbildung 5: Nyon bis Rolle (IVS-GIS, 2012) Abbildung 6: Rolle bis Morges (IVS-GIS, 2012) Abbildung 7: Morges bis Lausanne (IVS-GIS, 2012) Abbildung 8: Lausanne bis Epalinges (IVS-GIS, 2012) Abbildung 9: Epalinges bis Carrouge (IVS-GIS, 2012) Abbildung 10: Carrouge bis Moudon (IVS-GIS, 2012) Abbildung 11: Moudon bis Lucens (IVS-GIS, 2012) Abbildung 12: Lucens bis Granges-près-Marnand (IVS-GIS, 2012) Abbildung 13: Granges-près-Marnand bis Payerne (IVS-GIS, 2012) Abbildung 14: Payerne bis Avenches (IVS-GIS, 2012) Abbildung 15: Avenches bis Murten (IVS-GIS, 2012) Abbildung 16: Der sechsjährige Mozart im Galakleid (Staehelin, 1968, S. 10) Abbildung 17: Stumme Karte Europa ( besucht am 10. Juni 2012) Abbildung 18: Stumme Karte Schweiz ( besucht am 12. Juni 2011) Abbildung 19: Der eidgenössische Staatenbund im 18. Jahrhundert (Felder, 2007, S. 229) 108 Abbildung 20: Struktur im 18. JH ( besucht am 1. Juni 2012) Abbildung 21: Struktur der Alten Eidgenossenschaft ( besucht am 1. Juni 2012) Abbildung 22: Tagsatzung im 18. JH (Felder, 2007, S. 228) Abbildung 23: Sitzordnung der Tagsatzung (Felder, 2007, S. 229) Abbildung 24: Das Beinhaus (Vissaula, 1755) Abbildung 25: Das Beinhaus zu Murten (von Mechel, 1790) Abbildung 26: Charnier de Morat (Rouargue, 1838) Abbildung 27: Beinhausweg Merlach ( besucht am 10. Juni 2012) Abbildung 28: Murten von oberhalb (Vissaula, 1755) Abbildung 29: Murten vom See aus (Vissaula, 1755) Abbildung 30: Blick von Merlach Richtung Murten (anonym, um 1830) Abbildung 31: Stadtplan Murten (geomatic.ch, besucht am 1. Juni 2012) Abbildung 32: Stadtplan Ostquartier Murten (Vissaula, 1734) Abbildung 33: Strassenpartie in Murten (Kinkelin, um 1800) Nicole Keller Seite 78

79 Abbildung 34: Projekt Bernertor (Hebler, 1777) Abbildung 35: Stadtplan Rathaus (Vissaula, 1734) Abbildung 36: Strassenpartie in Murten (Kinkelin, um 1800) Abbildung 37: Stadtplan Schloss (Vissaula, 1734) Abbildung 38: Anstieg zum Schloss Murten (Kinkelin, um 1800) Abbildung 39: Lindesaal-Promenade (Ebersold, 1804) Nicole Keller Seite 79

80 7 Anhang A) Vor der Exkursion ZM Einstieg Familie Mozart AB1 Werk zum Vorspielen: Eine kleine Nachtmusik Allegro (besucht am 10. Juli 2011). Bild zum Einstieg: Abbildung 16: Der sechsjährige Mozart im Galakleid (Staehelin, 1968, S. 10) Die Arbeit am Bild ein Dreischritt: Bildbeschreibung Wirkt das Bild ansprechend oder abstossend? Welche Gefühle weckt das Bild beim Betrachter? Was ist auf dem Bild zu sehen? Um was könnte es gehen? (Thesenannahme) Bildbefragung Was ist dargestellt? Was ist das Thema bzw. der Inhalt des Bildes? Welche Person(en) ist/sind dargestellt? Welche Gegenstände und Einzelsituationen sind dargestellt? Welche bildlichen Mittel werden verwendet? (Farben, Symbole, Anordnung ) Bildinterpretation Nicole Keller Seite 80

81 Welche Aussage macht das Bild im geschichtlichen Zusammenhang? Wird die Sichtweise einer bestimmten Gruppe/Gesellschaftsschicht gezeigt? Welche Absicht verfolgt der Künstler? Wie interpretieren Zeitgenossen die Darstellung? (vgl. Ziegler, Handwerk Geschichte, HS 09) Nicole Keller Seite 81

82 Familie Mozart AB1.1 Kurze Zeittafel (vgl. Pieck, Leopold Mozart, S.381ff.) 1747 Leopold Mozart und Anna Maria Pertl heiraten am 21. Dezember im Dom von Salzburg 1751 Geburt von Maria Anna Mozart, genannt Nannerl, viertes und erstes überlebendes Kind der Eltern Mozarts 1755 Beginn des Briefaustausches zwischen Leopold Mozart und dem Augsburger Verleger Johann Jakob Lotter Um 8 Uhr abends Geburt von Johannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus am 27. Januar in der Getreidegasse Nr. 9 in Salzburg, von 1777 bis zu seinem Tode nennet er sich Wolfgang Amadé 1761 Wolfgang Mozart komponiert zu Jahresbeginn das erste Mal 1763 Leopold Mozart wird Vizekapellmeister des fürstbischöflich salzburgischen Hoforchesters, am 9. Juni bricht die Familie zur über dreijährigen Europareise auf (bis zum 29. November 1766) Bis 1782 Komposition von verschiedenen Opern, Reise nach Rom (1770), Paris (1777), München (1781), 4. August: Heirat mit Constanze Weber im Wiener Stephansdom 1784 Geburt von Carl Thomas, das zweite und erste überlebende Kind von Wolfgang und Constanze 1787 Tod von Leopold Mozart, dem Vater, am 28. Mai in Salzburg 1791 Nicole Keller Seite 82

83 Geburt des zweiten Sohnes Franz Xaver Wolfgang, Tod Wolfgang Mozarts in seiner Wiener Wohnung, Rauensteingasse Nr. 970, 1. Stock, gegen 1 Uhr morgens am 5. Dezember Nicole Keller Seite 83

84 ZM Zeitstrahl Familie Mozart AB Nicole Keller Seite 84

85 Leopold Mozart und Anna Maria Pertl heiraten am 21. Dezember im Dom von Salzburg Nicole Keller Seite 85

86 Geburt von Maria Anna Mozart, genannt Nannerl, viertes und erstes überlebendes Kind der Eltern Mozarts Beginn des Briefaustausches zwischen Leopold Mozart und dem Augsburger Verleger Johann Jakob Lotter. Nicole Keller Seite 86

87 Um 8 Uhr abends Geburt von Johannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus am 27. Januar in der Getreidegasse Nr. 9 in Salzburg, von 1777 bis zu seinem Tode nennt er sich Wolfgang Amadé Nicole Keller Seite 87

88 Wolfgang Mozart komponiert zu Jahresbeginn das erste Mal Nicole Keller Seite 88

89 Leopold Mozart wird Vizekapellmeister des fürstbischöflich salzburgischen Hoforchesters, am 9. Juni bricht die Familie zur über dreijährigen Europareise auf (bis zum 29. November 1766) Nicole Keller Seite 89

90 Komposition von verschiedenen Opern, Reise nach Rom (1770), Paris (1777), München (1781), 4. August: Heirat mit Constanze Weber im Wiener Stephansdom Nicole Keller Seite 90

91 Geburt von Carl Thomas, das zweite und erste überlebende Kind von Wolfgang und Constanze Tod von Leopold Mozart, dem Vater, am 28. Mai in Salzburg Nicole Keller Seite 91

92 Geburt des zweiten Sohnes Franz Xaver Wolfgang, Tod Wolfgang Mozarts in seiner Wiener Wohnung, Rauensteingasse Nr. 970, 1. Stock, gegen 1 Uhr morgens am 5. Dezember Nicole Keller Seite 92

93 Europareise AB1.2 Die Europareise vom 9. Juni 1763 bis zum 29. November Überblick (vgl. Mancal, Leopold Mozart, S. 210ff.) Orte Datum Salzburg 9. Juni 1763 Wasserburg 10./11. Juni 1763 München 12. bis 22. Juni 1763 Augsburg 22. Juni bis 6. Juli 1763 Ulm 6./7. Juli 1763 Westerstetten 7. Juli n1763 Geislingen 7. Juli 1763 Göppingen 8. Juli 1763 Plochingen 8. Juli 1763 Bad Cannstatt 8. Juli 1763 Ludwigsburg 9. bis 12. Juli 1763 Vaihingen an der Enz 12. Juli 1763 Bruchsal 12. bis 14. Juli 1763 Schwetzingen 14. bis 29. Juli 1763 Heidelberg 25./26. Juli 1763 Mannheim 29. bis 31. Juli 1763 Worms 1. August 1763 Oppenheim 2. August 1763 Mainz 3. bis 10. August 1763 Frankfurt am Main 10. bis 31. August 1763 Mainz, 2. Aufenthalt 31. August bis 13. Sept Biebrich Vor 13. Sept Wiesbaden Vor 13. Sept Kostheim Vor 13. Sept Walluf 13./14. Sept Oestrich 14. Sept Bingen 15./16. Sept St.Goar 16. Sept Ehrental am Rhein 16. Sept Salzig 16./17. Sept Koblenz 17. bis 27. Sept Bonn 27./28. Sept Brühl 28./29 Sept Köln 29./30. Sept Aachen 30. Sept. bis 2. Okt Lüttich 2./3. Okt Tirlemont 3./4. Okt Löwen 4. Okt Brüssel 4. Okt. Bis 15. Nov Mons 15./16. Nov Cambrai, Bonavis 16./17. Nov Gournay-sur-Aronde 17./18. Nov Paris 18. Nov. bis 24. Dez Nicole Keller Seite 93

94 Versailles 24. Dez bis 8. Jan Paris, 2. Aufenthalt 8. Jan. bis 10. April 1764 Calais 19. bis 21. April 1764 Dover 21. April 1764 London 23. April bis 6. August 1764 Vauxhall, Ranelagh Vor 28. Juni 1764 Chelsea 6. August bis 25. Sept London, 2. Aufenthalt 25. Sept bis 24. Juli 1765 Canterbury 24. bis 31. Juli 1765 Dover, 2. Aufenthalt 1.August 1765 Calais, 2. Aufenthalt 1./2. August 1765 Dünkirchen 3./4. August 1765 Bergues 4. August 1765 Lille 5. August bis 4. Sept Gent 4. /5. Sept Antwerpen 6. bis 9. Sept Moerdijk 9. Sept Rotterdam 9./10. Sept.1765 Den Haas 10. Sept bis 27. Jan Amsterdam 27. Jan. bis Anfang März 1766 Den Haas, 2. Aufenthalt Anfang März bis Ende März 1766 Haarlem Anfang bis Mitte April 1766 Amsterdam, 2. Aufenthalt Um 15. Bis 18. April 1766 Utrecht 18. April bis Ende April 1766 Rotterdam, 2. Aufenthalt Ende April 1766 Moerdijk, 2. Aufenthalt Anfang Mai 1766 Antwerpen, 2. Aufenthalt Anfang Mai 1766 Mecheln Anfang Mai 1766 Brüssel, 2. Aufenthalt Vor 8./9. Mai 1766 Valenciennes 9. Mai 1766 Cambrai 9. Mai 1766 Paris, 3. Aufenthalt 10. bis 28. Mai 1766 Versailles, 2. Aufenthalt 28. bis 30. Mai 1766 Paris, 4. Aufenthalt 1.Juni bis 9. Juli 1766 Dijon 12. bis 23. Juli 1766 Lyon 26. Juli bis 20. August 1766 Genf 20. August bis 10. Sept Lausanne 11. bis 18. Sept Bern 18. bis 26. Sept Baden im Aargau 27. Sept Zürich 28. Sept. bis 12. Okt Winterthur 13./14. Okt 1766 Schaffhausen 14. bis 19. Okt Donaueschingen 19. Okt. bis 1. Nov Ulm, 2. Aufenthalt 2. Nov Günzburg 3. Nov Dillingen a.d.d. 3. bis 6. Nov Markt Biberbach 6. Nov Augsburg, 2. Aufenthalt 6./7. Nov München, 2. Aufenthalt 8. bis 27. Nov Altötting 27. Nov Laufen 28. Nov Salzburg 29. Nov 1766 Nicole Keller Seite 94

95 Nicole Keller Seite 95

96 ZM Europakarte Europareise AB1.2 Karte für die Gruppenarbeit: Abbildung 17: Stumme Karte Europa ( besucht am 10. Juni 2012) Nicole Keller Seite 96

97 In der Schweiz AB1.3 Die Europareise: In der Schweiz 20. August 1766 bis 19. Oktober 1766 Bericht des Verlegers Gabriel Cramer in Merkwürdigkeiten der neusten Welt- Geschichten, so auf den Herbstmonat dieses Jahres eingelaufen (1766, Nr.754) : Genf, den 6. Herbstmonat Seit etlichen Tagen befinden sich die Kinder des Herrn Mozart Capellmeisters von Salzburg in unserer Stadt. Diese sind zwey wahre Wunder in Absicht auf die Gaben zur Tonkunst, und sind auch aller Orten als solche bekannt. Der Knab, der nicht älter als 9. Jahr ist, war die Bewunderung der Höfe zu Versailles, Wien und London. Er spielt auf dem Clavier aller Arten von Stücken, so wie man sie ihm vorlegt. Er spielt auch aus dem Kopf und Capricen. Kurz, er ist in der Kunst vortrefflich, und darf mit den grössten Meistern anbinden, und sich mit ihnen messen. Seine Schwester, ein Mädchen von 14 Jahren, spielt die schwersten Stücke von grössten Meistern mit einer Niedlichkeit und Genauigkeit, die nicht ihres gleichen hat. Es vereinigt sich in diesen beyden Kindern mit den Gaben, mit welchen sie ausgeschmückt sind, noch eine sehr schöne und einnehmende Leibesgestalt, die sie allen Menschen beliebt macht. Sie werden in wenigen Tagen von hier verreisen, und ihren Weg über Lausanne, Bern und Zürich wieder nach Deutschland nehmen. Schaffhausen, gedruckt zu haben bey Benedict Huber, wohnhaft neben der Becken Zunft (vgl. Staehelin, Die Reise, S.24.). Auftrag: Analysiere die Quelle mit dem AQUA Schema. Beantworte folgende Fragen schriftlich: Welchen Beruf übt der Vater von Wolfgang Mozart aus? Was gehört zu seinen Aufgaben, was ist die Tätigkeit? Suche allenfalls im Lexikon oder im Internet An welchen Höfen sind die Kinder bereits aufgetreten? Wohin werden die Kinder reisen? Welches Alter gibt der Autor für Wolfgang und Nannerl an? Überprüfen dessen Richtigkeit! Nicole Keller Seite 97

98 ZM AQUA Methode In der Schweiz AB1.3 AQUA Methode: 1. Analyse Wer? Was, Wann, Wie? Warum? AUTOR/IN QUELLE ADRESSAT - soziokultureller Hintergrund - Amt - Person - Perspektive - Beurteilung des Blickwinkels - Beurteilung der politischen und gesellschaftlich en Position - Beurteilung der Parteilichkeit (Gruppenzugeh örigkeit) Erklärungen/Definitionen - Textart - Zeit und Ort - Aufbau - Leitgedanken - Schlüsselbegriff e 2. Werten und Urteilen - Einordnen der Quelle in den geschichtlichen Zusammenhang - Vergleich mit anderen Quellen und Darstellungen - Problematisieru ng der historischen Aussage - Privatperson - Öffentlichkeit - Machthaber - Nachwelt - Institution - Beurteilung der Aussageabsicht : - Manipulation - Meinungsbildun g - Überlieferung - Überredung Soziokultureller Hintergrund: unterschiedliche kulturelle, soziale und politische Einstellung und Wertesysteme einer gesellschaftlichen Gruppe (Arbeiter, Unternehmer, Erfinder etc.) Perspektive: Blickwinkel, beeinflusst durch soziale und wirtschaftliche Stellung und politische Einstellung einer Person Leitgedanke: Grundidee, Hauptgedanken, das Wesentliche, der Kern des Textes Machthaber: Inhaber der ausführenden Gewalt (Exekutive) z.b. Kaiser, König, Diktator, Präsident, Regierungschef, Bundesrat Institution: Organisationen wie Firmen, Kirche, Schulen Manipulation: gezielte und verdeckte Einflussnahme auf die Meinung einer Person, eine Person in die gewünschte Richtung steuern, lenken, manipulierte Menschen handeln nicht aus der eigenen Überzeugung sondern durch fremde Bestimmung Nicole Keller Seite 98

99 Überlieferung: mündlich oder schriftlich oder die Weitergabe von Traditionen (Handlungsmustern, Überzeugungen, Glaubensvorstellungen) Nicole Keller Seite 99

100 In der Schweiz Route AB1.4 Die Familie Mozart erreichte die Schweiz am 20. August An diesem Tag treffen sie in Genf ein. Ab dem 11. September halten sie sich dann in Lausanne auf, wo Wolfang und Nannerl zwei Konzerte geben. Vom September logiert die Familie in Bern und am 7. und 8. Oktober gibt Mozart Konzerte in Zürich. Die Familie reist am 14. Oktober 1766 aus der Schweiz ab. Route der Familie Mozart durch die Schweiz: Dardagny, Russin Vernier, Genève, Bellevue, Genthod, Versoix, Mies, Coppet, Céligny, Crans-près-Céligny, Nyon, Prangins, Gland, Dully, Bursinel, Rolle, Perroy, Allaman, Etoy, St-Prex, Tolochenaz, Morges, Préverenges, St-Sulpice, Lausanne, Epalinges, Montpreveyres, Mézières, Syens, Moudon, Lucens, Seigneux, Granges-près-Marnand, Trey, Payerne, Corcelles-près-Payerne, Dompierre, Domdidier, Avenches, Faoug, Greng, Meyriez, Murten, Muntelier, Lurtigen, Gempenach, Gümmenen, Mühleberg, Frauenkappelen, Bern, Ittigen, Urtenen-Schönbühl, Bäriswil, Hindelbank, Alchenflüh, Kirchberg, Ersigen, Oberösch, Koppigen, Höchstetten, Hellsau, Seeberg, Oberönz, Herzogenbuchsee, Bützberg, Langenthal, Roggwil, Murgenthal, Rothrist, Aarburg, Oftringen, Starrkirch-Wil, Olten, Dulliken, Däniken, Gretzenbach, Schönenwerd, Eppenberg- Wöschnau, Aarau, Rohr, Rupperswil, Wildegg, Schinznach Bad, Habsburg, Brugg, Windisch, Gebenstorf, Turgi, Baden, Neuenhof, Killwangen, Spreitenbach, Dietikon, Schlieren, Zürich, Wallisellen, Brüttisellen, Winterthur, Wiesendangen, Rickenbach b. Winterthur, Thalheim a.d.t., Andelfingen, Kleinandelfingen, Ossingen, Oerlingen, Rudolfingen, Benken, Uhwiesen, Feuerthalen, Schaffhausen, Beringen, Löhningen, Siblingen, Schleitheim. Dunkel eingetragen sind die damaligen Pferdewechselstellen. Auftrag: - Übertrage die Route der Familie Mozart, welche sie durch die Schweiz genommen hat, möglichst genau mit einem farbigen Stift auf die Schweizerkarte. - Markiere die Pferdewechselstellen mit einem gut erkennbaren Punkt. - Die Strecke von Genf nach Lausanne dauerte mit der Kutsche in der Mitte des 18. Jahrhunderts ungefähr 12 Stunden. Wie lange braucht man heute? Mit dem Auto? Dem Zug? Zu Fuss? Hilfsmittel: Atlas, google Maps Nicole Keller Seite 100

101 ZM Schweizerkarte In der Schweiz Route AB1.4 Abbildung 18: Stumme Karte Schweiz ( besucht am 12. Juni 2011) Nicole Keller Seite 101

102 Reisen im 18. Jahrhundert AB1.5 Auftrag: Ergänze die Lücken mit den passenden Wörtern. Das Reisen im 18. Jahrhundert war, teuer und zeitaufwändig. Keineswegs also vergleichbar mit dem von heute. Man muss sich vorstellen, ohne elektrisches Licht, ohne Kühlschrank, ohne Kommunikations- oder Strassennetz, ohne Telefon, Internet, Organizer, ohne Reisebüro und auch ohne Radio oder Fernsehen. Keine Dusche, Toilette mit Spülung, keine Versicherung, kein und keine Kreditkarte, welche das Reisen heutzutage erleichtern. Im 18. Jahrhundert gab es ausserdem kein einheitliches, kein metrisches und kein standardisiertes Messsystem für Temperatur, Länge, Flächen- oder Raummasse oder. Zudem gab es auch keine einheitliche Schreibweise von Worten. Alleine deswegen ist die Welt von damals schon äusserst kompliziert. Es gibt eine Fülle von und die Münzen haben durch staatliche Abmachungen nicht überall den Wert, der angegeben ist. Die Zeit, welche das Reisen kostete war vor allem auf Grund der der Verkehrsmittel so umfangreich. Es gibt nur das Schiff oder die Kutsche. Dabei brauchte man Zeit um die Pferde zu wechseln, zudem verlor man Zeit bei Pannen, Un- oder oder wegen widrigen Strassenverhältnissen sowie an den zahlreichen Grenz- und Zollstationen. Die durchschnittliche Geschwindigkeit einer Kutsche betrug ungefähr Kilometer pro Stunde. Die Kutsche ist Nicole Keller Seite 102

103 jedoch nicht nur langsam, sondern auch sehr unbequem. Sie glich eher einem Folterinstrument. Die Sitze waren hart, die Kutsche und die Strassen uneben und voller Schlaglöcher. Nun könnte man denken, dass das bei all diesen Unannehmlichkeiten wohl nicht teuer sein konnte. Dies trifft jedoch überhaupt nicht zu. Es wurde sogar sehr viel Geld gebraucht, für die Unterkunft, die, die Wäschepflege, die Pferde, den Kutscher usw. Nicht alle Menschen hatten das Privileg eine eigene zu besitzen, wie das die Mozarts auf ihrer Europareise hatten. Die anderen Reisenden mussten sich dem bedienen, wo sie oftmals der der Kutscher ausgesetzt waren und lange an den auf die Weiterreise warten mussten. Überfällen, Postkutschensystem, Reisen, bargeldloses Bezahlen, Kutsche, Poststellen, Langsamkeit, sechs bis sieben, unbequem, Willkür, Massentourismus, ungefedert, Münzsorten, Zahlensystem, Gewichte, Verpflegung Nicole Keller Seite 103

104 Lösung Reisen im 18. Jahrhundert AB1.5 Das Reisen im 18. Jahrhundert war unbequem, teuer und zeitaufwändig. Keineswegs also vergleichbar mit dem Massentourismus von heute. Man muss sich vorstellen, ohne elektrisches Licht, ohne Kühlschrank, ohne Kommunikationsoder Strassennetz, ohne Telefon, Internet, Organizer, ohne Reisebüro und auch ohne Radio oder Fernsehen. Keine Dusche, Toilette mit Spülung, keine Versicherung, kein bargeldloses Bezahlen und keine Kreditkarte, welche das Reisen heutzutage erleichtern. Im 18. Jahrhundert gab es ausserdem kein einheitliches Zahlensystem, kein metrisches und kein standardisiertes Messsystem für Temperatur, Länge, Flächen- oder Raummasse oder Gewichte. Zudem gab es auch keine einheitliche Schreibweise von Worten. Alleine deswegen ist die Welt von damals schon äusserst kompliziert. Es gibt eine Fülle von Münzsorten und Münzen haben durch staatliche Abmachungen nicht überall den Wert, der angegeben ist. Die Zeit, welche das Reisen kostete war vor allem auf Grund der Langsamkeit der Verkehrsmittel so umfangreich. Es gibt nur das Schiff oder die Kutsche. Dabei brauchte man Zeit um die Pferde zu wechseln, zudem verlor man Zeit bei Pannen, Un- oder Überfällen oder wegen widrigen Strassenverhältnissen sowie an den zahlreichen Grenz- und Zollstationen. Die durchschnittliche Geschwindigkeit einer Kutsche betrug ungefähr sechs bis sieben Kilometer pro Stunde. Die Kutsche ist jedoch nicht nur langsam, sondern auch sehr unbequem. Sie glich eher einem Folterinstrument. Die Sitze waren hart, die Kutsche ungefedert und die Strassen uneben und voller Schlaglöcher. Nun könnte man denken, dass das Reisen bei all diesen Unannehmlichkeiten wohl nicht teuer sein konnte. Dies trifft jedoch überhaupt nicht zu. Es wurde sogar sehr viel Geld gebraucht, für die Unterkunft, die Verpflegung, die Wäschepflege, die Pferde, den Kutscher usw. Nicht alle Menschen haben das Privileg eine eigene Kutsche zu besitzen, wie das die Mozarts auf ihrer Europareise hatten. Die anderen Reisenden mussten sich dem Postkutschensystem bedienen, wo sie oftmals der Willkür der Kutscher ausgesetzt waren und lange an den Poststellen auf die Weiterreise warten mussten. Nicole Keller Seite 104

105 Reisen im 18. Jahrhundert AB1.6 Aus dem 20. Schreiben von Johann Georg Keyssler, Reise über Freiburg und Murten nach Lausanne : Nicole Keller Seite 105

106 (Vgl. Keyssler, Neuste Reisen, S. 133f.) Nicole Keller Seite 106

107 Auftrag: - Versuche den Brieftext zu entschlüsseln und zu lesen. - Herr Keyssler schrieb diesen Reisebericht ungefähr um 1750, was nimmt er auf seinen Reisen besonders wahr? Was fällt ihm auf? Was beschreibt er? - Was denkst du, weshalb er gerade das beschreibt und nicht etwas anderes? - Mache dir Gedanken dazu, was du auf deinen Reisen wahrnimmst. Erinnere dich an deine letzte Reise zurück, die du unternommen hast und schreibe einen Brief mit deinen Eindrücken an eine/n Daheimgebliebene/n. Nicole Keller Seite 107

108 Politik in der Schweiz im 18. Jahrhundert AB1.7 Nachdem im Klassenverband die komplizierte Struktur der Eidgenossenschaft erarbeitet wurde, erhältst du hier die passende Grafik: Abbildung 19: Der eidgenössische Staatenbund im 18. Jahrhundert (Felder, 2007, S. 229) Auftrag: - Erkläre deinem Lernpartner die politische Struktur der Eidgenossenschaft zur Zeit des Ancien Régimes. - Erkläre die folgenden Begriffe mit deinen eigenen Worten: Alte Orte, zugewandte Orte, Gemeine Herrschaften, Tagsatzung Nicole Keller Seite 108

109 ZM Tafelbild Politik in der Schweiz im 18. Jahrhundert AB Alte Orte Der Kern des eidgenössischen Staatenbundes wird durch die 13 Orte gebildet. Sie werden durch ihre ländlichen Untertanengebiete und die gemeinsam verwalteten Gemeinen Herrschaften ergänzt. L: Landorte mit Landsgemeinde, P: Stadtorte mit Patriziat, Z: Stadtorte mit Zunft LU P UR L SZ L OW/NW L Nicole Keller Seite 109

110 ZG L GL L BS Z FR P SO P SH Z Nicole Keller Seite 110

111 AR/AI L ZH Z BE P Untertanen der Ort: z.b. Untertanen Berns: Berner Mittelland, Oberland, westlicher Aargau, Waadt Untertanen Schwyz: Küssnacht, Einsiedeln, March, Höfe Gemeine Herrschaften: So wurden Orte genannt, welche von mehreren der 13 Alten Orten zusammen erobert und als Vogteien verwaltet wurden. Nicole Keller Seite 111

112 Baden Rheintal Orbe Murten Gams Thurgau Tessin Grandson Gaster Freiamt Sargans Echallens Uznach Schwarzenburg Zugewandte Orte: Nicole Keller Seite 112

113 Diese Orte waren Staaten, Monarchen oder Landschaften, welche mit der Eidgenossenschaft oder zumindest Teilen davon verbündet waren. Die engeren zugewandten Orte (St. Gallen Stadt, Fürstabtei St. Gallen und Biel) hatten zudem seit 1667 einen festen Sitz und damit eine Stimme in der Tagsatzung. R: Republik, F: Fürstentum R St. Gallen Stadt R Mühlhausen R Genf R Wallis F Fürstabtei St. Gallen R Graubünden F Neuenburg F Fürstbistum Basel R Biel F Fürstabtei Engelberg R Republik Gersau Untertanen der Zugewandten Orte: z.b. Untertanen Graubündens: Veltlin, Bormio, Chiavenna, Maienfeld Nicole Keller Seite 113

114 Nicole Keller Seite 114

115 ZM Karte+Grafik Politik in der Schweiz im 18. Jahrhundert AB1.7 Abbildung 20: Struktur im 18. JH ( besucht am 1. Juni 2012) Nicole Keller Seite 115

116 Abbildung 21: Struktur der Alten Eidgenossenschaft ( besucht am 1. Juni 2012) Nicole Keller Seite 116

117 ZM Tagsatzung Politik in der Schweiz im 18. Jahrhundert AB1.7 Abbildung 22: Tagsatzung im 18. JH (Felder, 2007, S. 228) Nicole Keller Seite 117

118 Abbildung 23: Sitzordnung der Tagsatzung (Felder, 2007, S. 229) Die Tagsatzung: Sie war im 18. Jahrhundert die einzige Institution des Bündnisgeflechtes. Sie kam mehrmals jährlich in Baden und ab 1713 in Frauengeld zusammen. Jeder der 13 Alten Orte schickte 2 Abgesandte, die engeren zugewandten Orte einen. Die Sitzordnung und damit auch die Rangordnung waren festgesetzt. Die Vertreter der acht Orte, welche ihr Bündnis bereits im 14. Jahrhundert geschlossen hatten, nahmen auf erhöhten Stühlen Platz. Bei Abstimmungen hatten alle Orte lediglich eine Stimme. Damit ein Beschluss erlassen wurde, musste Einstimmigkeit herrschen, dies führte dazu, dass selten etwas beschlossen werden konnte. Die Abgesandten durften zudem nicht nach freiem Ermessen abstimmen, sondern nur nach schriftlicher Instruktion ihrer Regierung. Die wichtigsten Themen waren die Verwaltung der Gemeinen Herrschaften, Aussenpolitik und die militärische Verteidigung Vgl. Felder, Ancien Régime, S Nicole Keller Seite 118

119 B) Während der Exkursion Das Beinhaus AB2.1 Im Beinhaus bei Murten wurde die knöchernen Überreste der Gefallenen vom Murtenkrieg im Jahre 1476 aufbewahrte. Es war ein kleineres Gebäude, welches aus zwei Räumen bestand, einer Kapelle und einem Aufbewahrungsraum für die Gebeine. Während dem 18. Jahrhundert war das Beinhaus beinahe eine touristische Attraktion. Sogar Goethe besuchte 1779 das Beinhaus und berichtete davon in einem Brief an Frau von Stein: Wir kamen tüchtig im Regen nach Murten ritten aufs Beinhaus und ich nahm ein Stükgen Hinterschädel von den Burgundern mit 226. Die französischen Truppen zerstörten beim Durchmarsch im Jahre 1798 das Beinhaus. An die Stelle des Hauses pflanzten die Murtener einen Freiheitsbaum und später eine Linde, diese wich 1822 einem Obelisk, welcher im Auftrag der Freiburger Regierung an der Stelle des Beinhauses aufgestellt wurde 227. Auftrag: - Betrachte die verschiedenen Bilder des Beinhauses. - Was für Unterschiede kannst du feststellen? - Wie sieht die Umgebung des ehemaligen Beinhauses heute aus? Skizziere eine Karte. Zeichne mindestens die Häuser und Strassen auf, allenfalls auch noch Bäume oder andere Dinge, welche dir wichtig erscheinen. 226 Grumach, Goethe Begegnungen, S Vgl. Runge, Schweiz Originalansichten, S. 167f. Nicole Keller Seite 119

120 ZM Bilder Das Beinhaus AB2.1 Abbildung 24: Das Beinhaus (Vissaula, 1755) Nicole Keller Seite 120

121 Abbildung 25: Das Beinhaus zu Murten (von Mechel, 1790) Abbildung 26: Charnier de Morat (Rouargue, 1838) Nicole Keller Seite 121

122 ZM Lösung Skizze Das Beinhaus AB2.1 Abbildung 27: Beinhausweg Merlach ( besucht am 10. Juni 2012) Nicole Keller Seite 122

123 Murten im 18. Jahrhundert AB2.2 Nachdem du nun den ehemaligen Ort des Beinhauses aufgesucht hast, gehst du zu Fuss Richtung Murten. Dabei wirst du den gleichen Weg beschreiten, welchen Mozart mit seiner Familie in der Kutsche zurückgelegt hat. Von Westen her gelangst du durch den Schlosseingang, welcher aus dem Jahre 1755 stammt und somit bei Mozarts Durchreise bereits bestanden hat, in die Stadt hinein. 1.Auftrag: - Bevor du losläufst betrachtest du die beiden Bilder von Vissaula und das Aquarell. - Wie hat Murten und die Umgebung im Jahr 1755 ausgesehen? Wie sieht es heute aus? Was hat sich verändert? Was ist gleich geblieben? - Ergänze Häuser, Bäume usw. auf den Kopien der Bilder von Vissaula. 2. Auftrag: - Lies den Bericht von Abraham Ruchat aus dem Jahre Auftrag: - Die Klasse wird in 3 Gruppen aufgeteilt : Bernertor, Rathaus, Schloss - Alle 3 Gruppen erhalten einen Ausschnitt des alten Stadtplanes aus dem Jahre Sucht mit Hilfe des modernen Stadtplanes euren Kartenausschnitt. - Vergleicht die Situation von 1755 mit der heutigen. - Welche Veränderungen gibt es? Was ist gleich geblieben? Wie sieht es heute aus? Wie sah es um 1755 aus? - Ihr gestaltet nach der Exkursion in der Schule ein Plakat zu eurem Bauwerk und dessen Entstehung nach folgenden Kriterien: Nicole Keller Seite 123

124 - Zusätzlich sollt ihr euch auch Gedanken machen, wie das Bauwerk mit den bereits in der Schule behandelten Themen im Bezug steht. Besprecht Vermutungen und schreibt eure Thesen auf. Sie werden am Vortrag besprochen. - Sammelt also möglichst viele Informationen vor Ort (Fotografie, Vermessen, Skizzieren usw.): Quellen: Alle: Bilder Vissaula 1755 (Ansicht vom See und von oberhalb), Aquarell 1830, Bericht Abraham Ruchat, aktueller Stadtplan Gruppe Bernertor: Stadtplan Ostquartier 1755, Bild Kinkelin Strassenpartie, Projekt Bernertor 1777, Text: Bernertor Gruppe Rathaus: Stadtplan Rathaus 1755, Bild Kinkelin Strassenpartie, Text: Rathaus, Text: Tanzen auf dem Rathaus Gruppe Schloss: Stadtplan Schloss 1755, Bild Kinkelin Schloss, Text: Schloss, Bild Lindesaal-Promenade Nicole Keller Seite 124

125 ZM Quellen Murten im 18. Jahrhundert AB2.2 Alle: Abbildung 28: Murten von oberhalb (Vissaula, 1755) Abbildung 29: Murten vom See aus (Vissaula, 1755) Nicole Keller Seite 125

126 Abbildung 30: Blick von Merlach Richtung Murten (anonym, um 1830) Bericht Abraham Ruchat 228 : 228 Ruchat, Etat, S. 394ff. Nicole Keller Seite 126

127 Nicole Keller Seite 127

128 Abbildung 31: Stadtplan Murten (geomatic.ch, besucht am 1. Juni 2012) Nicole Keller Seite 128

129 Gruppe Bernertor: Abbildung 32: Stadtplan Ostquartier Murten (Vissaula, 1734) Nicole Keller Seite 129

130 Abbildung 33: Strassenpartie in Murten (Kinkelin, um 1800) Text zum Bernertor 229 : 229 Vgl. Deuchler, Murten, S Nicole Keller Seite 130

131 Abbildung 34: Projekt Bernertor (Hebler, 1777) Nicole Keller Seite 131

132 Gruppe Rathaus: Abbildung 35: Stadtplan Rathaus (Vissaula, 1734) Abbildung 36: Strassenpartie in Murten (Kinkelin, um 1800) Nicole Keller Seite 132

133 Text zum Rathaus 230 : 230 Vgl. Deuchler, Murten, S Nicole Keller Seite 133

134 Text zum Tanzen auf dem Rathaus 231 : 231 Vgl. Rubli, Murten, S. 128 f. Nicole Keller Seite 134

135 Gruppe Schloss: Abbildung 37: Stadtplan Schloss (Vissaula, 1734) Abbildung 38: Anstieg zum Schloss Murten (Kinkelin, um 1800) Nicole Keller Seite 135

136 Abbildung 39: Lindesaal-Promenade (Ebersold, 1804) Nicole Keller Seite 136

137 Text zum Schloss 232 : 232 Vgl. Deuchler, Murten, S. 113f. Nicole Keller Seite 137

WOLFGANG AMADEUS MOZART. Barbara Starešinič

WOLFGANG AMADEUS MOZART. Barbara Starešinič WOLFGANG AMADEUS MOZART Barbara Starešinič Allgemein über Mozart Geboren wurde Wolfgang Amadeus am 27. Januar 1756 als siebtes und letztes Kind der Familie Mozart in Salzburg. Allerdings überlebten nur

Mehr

Wolfgang Amadeus Mozart auf der Spur

Wolfgang Amadeus Mozart auf der Spur 141 Wolfgang Amadeus Mozart auf der Spur Tina Pigal 8223 Stubenberg am See 191 Austria Tel.: (+43) 3176 / 8700 verlag@unda.at www.unda.at Inhalt Eine Schülergruppe besucht in einem Museum eine Mozartausstellung.

Mehr

Wolfgang Amadeus Mozart

Wolfgang Amadeus Mozart Wolfgang Amadeus Mozart 1. Mozarts Geburtshaus Wolfgang A. Mozart wurde am in der Stadt geboren, die Familie wohnte damals im. Stock in der. Hier lebte Wolfgang bis zu seinem gemeinsam mit seinen Eltern

Mehr

Niccolò Machiavellis - Il Principe - und der Begriff der Macht

Niccolò Machiavellis - Il Principe - und der Begriff der Macht Politik Beate Sewald Niccolò Machiavellis - Il Principe - und der Begriff der Macht Studienarbeit 1 Niccolò Machiavellis - Il Principe - und der Begriff der Macht Beate Sewald Inhaltsverzeichnis Einleitung...1

Mehr

BRÜDER GRIMM-PLATZ. Aufgabe: Wie hättet ihr ein solches Denkmal gestaltet? Stellt ein Denkmal nach und fotografiert euch dabei!

BRÜDER GRIMM-PLATZ. Aufgabe: Wie hättet ihr ein solches Denkmal gestaltet? Stellt ein Denkmal nach und fotografiert euch dabei! 1 BRÜDER GRIMM-PLATZ Die Brüder Grimm haben rund 30 Jahre ihres Lebens in Kassel verbracht. Am heutigen Brüder Grimm-Platz lebten sie von 1814 bis 1822 in der nördlichen Torwache. Zu jener Zeit hieß der

Mehr

Der gestiefelte Kater

Der gestiefelte Kater Der gestiefelte Kater (Deutsches Märchen nach den Brüdern Grimm) Die Personen sind: der Müllerssohn, der Kater, der König, die Prinzessin, der Zauberer, Wachsoldaten, der Koch und der Kutscher im Schloss,

Mehr

- Bücherliste, Literatur-Datenbank & BUCH-Portal für Literatur aus der DDR, Kinderbücher, Jugendliteratur, Märchen,...

- Bücherliste, Literatur-Datenbank & BUCH-Portal für Literatur aus der DDR, Kinderbücher, Jugendliteratur, Märchen,... INHALTSVERZEICHNIS 5 Das Haus in Azabu-ku 16 Der Garten des Daimyo 26 Verborgene Gefühle 35 Der Maler mit dem Karren 44 Treffpunkt Ginza 55 Das dreifache Geheimnis 59 Zwei Häfen 70 Ein Minister schöpft

Mehr

Name: Vorname: Klasse: Datum: Schulstempel:

Name: Vorname: Klasse: Datum: Schulstempel: Name: Vorname: Klasse: Datum: Schulstempel: TEXT Mozart ein Wunderkind? Eines der größten Genies der Musikgeschichte war Wolfgang Amadeus Mozart. Die Welt feierte 2006 seinen 250. Geburtstag. Mit drei

Mehr

Friedrich II.: Mit dem roi philosophe zum aufgeklärten Staat?

Friedrich II.: Mit dem roi philosophe zum aufgeklärten Staat? Geschichte Annegret Jahn Friedrich II.: Mit dem roi philosophe zum aufgeklärten Staat? Studienarbeit Inhaltsverzeichnis 1 Einleitung... 2 2 Die europäische Aufklärung im 18. Jahrhundert... 3 2.1 Christian

Mehr

Ein Engel besucht Maria

Ein Engel besucht Maria Ein Engel besucht Maria Eines Tages vor ungefähr 2000 Jahren, als Maria an einem Baum Äpfel pflückte, wurde es plötzlich hell. Maria erschrak fürchterlich. Da sagte eine helle Stimme zu Maria: «Ich tu

Mehr

Wenn UnternehmerFrauen reisen

Wenn UnternehmerFrauen reisen 28.-30.04.2016 Wenn UnternehmerFrauen reisen Ein kleiner Reisebericht zur Jubiläumsfahrt nach Dresden Die Wettervorhersagen waren vielversprechend, aber auch sonst hätten wir das Beste draus gemacht. Am

Mehr

Auch starke Kinder weinen manchmal von Paulina*

Auch starke Kinder weinen manchmal von Paulina* Auch starke Kinder weinen manchmal von Paulina* 1 Vor fünf Jahren hatte mein Vater seinen ersten Tumor. Alles fing mit furchtbaren Rückenschmerzen an. Jeder Arzt, den wir besuchten, sagte was anderes.

Mehr

ALEMÁN. CÓDIGO 106 PRUEBAS DE ACCESO A LA UNIVERSIDAD PARA MAYORES DE 25 AÑOS. 2013

ALEMÁN. CÓDIGO 106 PRUEBAS DE ACCESO A LA UNIVERSIDAD PARA MAYORES DE 25 AÑOS. 2013 PRUEBAS DE ACCESO A LA UNIVERSIDAD PARA MAYORES DE 25 AÑOS. 2013 ALEMÁN. CÓDIGO 106 OPCIÓN A Arbeiten im ewigen Eis. Die 26-jährige Geophysikerin Tarija Korhonen hat einen ungewöhnlichen Arbeitsplatz:

Mehr

Der Wunsch nach Verbundenheit und Einssein

Der Wunsch nach Verbundenheit und Einssein Der Wunsch nach Verbundenheit und Einssein Aufgewachsen bin ich als der Ältere von zwei Kindern. Mein Vater verdiente das Geld, meine Mutter kümmerte sich um meine Schwester und mich. Vater war unter der

Mehr

Leseverstehen Teil A: Reise und Tourismus

Leseverstehen Teil A: Reise und Tourismus Leseverstehen Teil A: Reise und Tourismus Aufgabe 1: Lesen Sie die Überschriften (1-6) und dann die Textabschnitte (A-H). Welche Überschrift passt zu welchem Abschnitt? Beispiel: Schreiben Sie den richtigen

Mehr

WOLFGANG AMADEUS MOZART

WOLFGANG AMADEUS MOZART Mozarts Geburtshaus Salzburg WEGE ZU & MIT WOLFGANG AMADEUS MOZART Anregungen zum Anschauen, Nachdenken und zur Unterhaltung für junge Besucher ab 7 Jahren NAME Auf den folgenden Seiten findest Du Fragen

Mehr

Abschlussarbeit von Yasmin Kellerhals

Abschlussarbeit von Yasmin Kellerhals Abschlussarbeit von Yasmin Kellerhals 2012 !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!"#$%&'()*!+*',-!

Mehr

Alle nannten ihn Tomate

Alle nannten ihn Tomate Für Lehrkräfte gibt es zu diesem Buch ausführliches Begleitmaterial beim Hase und Igel Verlag. Ursel Scheffler Alle nannten ihn Tomate Illustrationen von Jutta Timm Dieses Buch erschien in der vorliegenden

Mehr

Arbeitsblätter zu Episode 2: Wohin es geht!

Arbeitsblätter zu Episode 2: Wohin es geht! Arbeitsblätter zu Episode 2: Wohin es geht! Arbeitsblatt 1 Erste Stunde Aktivität 1: Comic Sieh die Zeichnungen an. Welche Farben dominieren? Unterstreiche. gelb braun blau rot grün weiß schwarz grau rosa

Mehr

Der junge Goethe. Hörspiel und Comic in 5 Episoden. geschrieben von David Maier, illustriert von FLIX. Episode V. Lebenslust aus allen Dingen.

Der junge Goethe. Hörspiel und Comic in 5 Episoden. geschrieben von David Maier, illustriert von FLIX. Episode V. Lebenslust aus allen Dingen. Der junge Goethe Hörspiel und Comic in 5 Episoden geschrieben von David Maier, illustriert von FLIX Episode V Lebenslust aus allen Dingen. Rolle Goethe Umfrage Carl August Politiker Sprecher Maxim Mehmet

Mehr

Europa wächst zusammen? Ehemalige Soldaten besuchen das Europäische Parlament in Straßburg.

Europa wächst zusammen? Ehemalige Soldaten besuchen das Europäische Parlament in Straßburg. Europa wächst zusammen? Ehemalige Soldaten besuchen das Europäische Parlament in Straßburg. A uf Einladung des Europaabgeordneten Michael Gahler besuchten 44 ehemalige Soldaten der Kameradschaft Diez -

Mehr

Das Geheimnis der Mondprinzessin - Was danach geschah.

Das Geheimnis der Mondprinzessin - Was danach geschah. Das Geheimnis der Mondprinzessin - Was danach geschah. von Kitty online unter: http://www.testedich.de/quiz36/quiz/1433087099/das-geheimnis-der-mondprinzessin- Was-danach-geschah Möglich gemacht durch

Mehr

wurde am, vor 250 Jahren, in in der Getreidegasse geboren.

wurde am, vor 250 Jahren, in in der Getreidegasse geboren. wurde am, vor 250 Jahren, in in der Getreidegasse geboren. erstellt von Ursula Korbl für den Wiener Bildungsserver www.lehrerweb.at 1 erstellt von Ursula Korbl für den Wiener Bildungsserver www.lehrerweb.at

Mehr

Kinderrechte und Glück

Kinderrechte und Glück Kinderrechte gibt es noch gar nicht so lange. Früher, als euer Urgroßvater noch ein Kind war, wurden Kinder als Eigentum ihrer Eltern betrachtet, genauer gesagt, als Eigentum ihres Vaters. Er hat zum Beispiel

Mehr

Name : Vorname : Meine Reise nach. Salzburg. Österreich. und nach Bayern

Name : Vorname : Meine Reise nach. Salzburg. Österreich. und nach Bayern Name : Vorname : Meine Reise nach. Österreich Salzburg und nach Bayern 29. November 03.Dezember 2010 Wir fahren nach Salzburg Treffpunkt: Wo? Wann? Um wie viel Uhr? Verkehrsmittel: Wir fahren mit. Stimmung:

Mehr

Die SuS lesen den Text gründlich durch. Text: Made in Hongkong

Die SuS lesen den Text gründlich durch. Text: Made in Hongkong Anleitung LP Ziel: Die SuS lernen eine Geschichte von Franz Hohler kennen. Auf Grund dieser Geschichte machen sich die Kinder Gedanken zum Reisen und zum Warentransport. Arbeitsauftrag: Die SuS lesen den

Mehr

Barack? Telefon für dich studiert Barack Obama in New York. Er ist gerade 21 Jahre alt geworden. Er erhält einen Anruf.

Barack? Telefon für dich studiert Barack Obama in New York. Er ist gerade 21 Jahre alt geworden. Er erhält einen Anruf. BARACK OBAMA 3 Barack Obama ist der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Er hat an vielen verschiedenen Orten gewohnt. Und er hat viele verschiedene Menschen getroffen. Er hat es aber nicht immer

Mehr

Franz Liszt als Lehrer

Franz Liszt als Lehrer Auguste Boissier Franz Liszt als Lehrer Reprint der Originalausgabe von 193O STACCATO Verlag Bibliografische Information der Deutschen Bibliothek Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in

Mehr

Lektion Von welchem Stammbaum stammte Jesus ab? - Von dem Stammbaum Abrahams, Isaaks und Jakobs.

Lektion Von welchem Stammbaum stammte Jesus ab? - Von dem Stammbaum Abrahams, Isaaks und Jakobs. Lektion 46 1. Von welchem Stammbaum stammte Jesus ab? - Von dem Stammbaum Abrahams, Isaaks und Jakobs. 2. Von dem Stammbaum welchen jüdischen Königs stammte Jesus außerdem ab? - Von dem Stammbaum des Königs

Mehr

1 / 12 ICH UND DIE FREMDSPRACHEN. Fragebogen für die Schülerinnen und Schüler der 5. Klasse (Luxemburg) Februar - März 2007

1 / 12 ICH UND DIE FREMDSPRACHEN. Fragebogen für die Schülerinnen und Schüler der 5. Klasse (Luxemburg) Februar - März 2007 1 / 12 Projet soutenu par la Direction générale de l Education et de la Culture, dans le cadre du Programme Socrates ICH UND DIE FREMDSPRACHEN Fragebogen für die Schülerinnen und Schüler der 5. Klasse

Mehr

Die Verfälschung der Aussage Max Frischs Werk "Homo Faber" durch die filmische Adaption Volker Schlöndorffs

Die Verfälschung der Aussage Max Frischs Werk Homo Faber durch die filmische Adaption Volker Schlöndorffs Germanistik Martin Zerrle Die Verfälschung der Aussage Max Frischs Werk "Homo Faber" durch die filmische Adaption Volker Schlöndorffs Facharbeit (Schule) Inhaltsverzeichnis 1 Einleitung... 1 2 Zum Roman

Mehr

auf stehen aus aus sehen backen bald beginnen bei beide bekannt bekommen benutzen besonders besser best bestellen besuchen

auf stehen aus aus sehen backen bald beginnen bei beide bekannt bekommen benutzen besonders besser best bestellen besuchen der Abend auf stehen aber der August acht aus ähnlich das Ausland allein aus sehen alle das Auto als das Bad alt backen an der Bahnhof andere bald ändern der Baum der Anfang beginnen an fangen bei an kommen

Mehr

DAS ANDERE BEZIRKSBUCH DER FÜNFTE BEZIRK 2011 Hilla M. Faseluka

DAS ANDERE BEZIRKSBUCH DER FÜNFTE BEZIRK 2011 Hilla M. Faseluka DAS ANDERE BEZIRKSBUCH DER FÜNFTE BEZIRK 2011 Hilla M. Faseluka Dieses Bezirksbuch beschreibt die einzelnen Bezirke von Wien. Es beginnt mit es waren einmal ein paar kleine Dörfer, sie bildeten die Vorstädte

Mehr

Du kannst Bild- und Textkärtchen auch abwechselnd kleben, die Randmuster sind ja jeweils gleich (Abb. 5).

Du kannst Bild- und Textkärtchen auch abwechselnd kleben, die Randmuster sind ja jeweils gleich (Abb. 5). Mozart-Lebensband Auf den folgenden fünf Seiten findest du Bild- und Textkärtchen zur Gestaltung eines Lebensbandes, das dir wichtige Ereignisse im Leben von Wolfgang Amadeus Mozart zeigt. Bemale die Bildchen

Mehr

Artikel: Französisch Austausch Nantes

Artikel: Französisch Austausch Nantes Artikel: Französisch Austausch Nantes Donnerstag 23.03.2017 Wir trafen uns um 10.15 Uhr am Bahnhof um dann den Zug nach Straßburg zu nehmen. Als wir ankamen gingen wir zur Kathedrale und dann durften wir

Mehr

Jean-Baptiste Lully kurzer Steckbrief

Jean-Baptiste Lully kurzer Steckbrief Abbildung 1: Lully in Hoftracht (Henri Bonnart, 1642 1711) Am 28. November 1632 wurde er in Florenz geboren. Er war kein Franzose, sondern Italiener. Mit 13 Jahren kam Jean-Baptiste Lully an den französischen

Mehr

Maria, die Mutter von Jesus wenn ich diesen

Maria, die Mutter von Jesus wenn ich diesen Maria auf der Spur Maria, die Mutter von Jesus wenn ich diesen Namen höre, dann gehen mir die unterschiedlichsten Vorstellungen durch den Kopf. Mein Bild von ihr setzt sich zusammen aus dem, was ich in

Mehr

Bericht über die Tagung Inklusiv politisch bilden in Leichter Sprache

Bericht über die Tagung Inklusiv politisch bilden in Leichter Sprache Bericht über die Tagung Inklusiv politisch bilden in Leichter Sprache In Berlin gab es einen Kongress. Am 21. und 22. September 2015. Der Titel der Tagung war inklusiv politisch bilden. Mehr als 300 Menschen

Mehr

Der Lehrer, der in einem Buch. wohnte

Der Lehrer, der in einem Buch. wohnte Der Lehrer, der in einem Buch wohnte Norbert Berens Copyright: Norbert Berens rue des Bruyères, 12 L-8118 Bridel März 2012 Alle Rechte vorbehalten. Das Werk und seine Teile sind urheberrechtlich geschützt.

Mehr

Erfahrungsbericht Auslandssemester Oslo, WS 2016/17

Erfahrungsbericht Auslandssemester Oslo, WS 2016/17 Erfahrungsbericht Auslandssemester Oslo, WS 2016/17 Bevor es losging Als erstes musste ich mich natürlich beim International Office der Hochschule Ansbach für ein Auslandssemester bewerben und alle geforderten

Mehr

er wusste. Als ich ihn fragte, ob er Graf Dracula kenne und mir etwas über sein Schloss erzählen wolle, bekreuzigte er sich und dann seine Frau, und

er wusste. Als ich ihn fragte, ob er Graf Dracula kenne und mir etwas über sein Schloss erzählen wolle, bekreuzigte er sich und dann seine Frau, und er wusste. Als ich ihn fragte, ob er Graf Dracula kenne und mir etwas über sein Schloss erzählen wolle, bekreuzigte er sich und dann seine Frau, und sie sagten, dass sie rein gar nichts wüssten und brachen

Mehr

Ich heiße Maria und möchte dir heute erzählen, wie meine Geschichte und Ostern zusammengehören

Ich heiße Maria und möchte dir heute erzählen, wie meine Geschichte und Ostern zusammengehören Ich heiße Maria und möchte dir heute erzählen, wie meine Geschichte und Ostern zusammengehören Als kleines Mädchen hatte ich so viele Träume. Ich wollte anderen Menschen helfen. Besonders alte Menschen,

Mehr

Hrsg.: Harald Meyer: Akira Yoshimura: Die großen Tsunami der. aus dem Japanischen übersetzt von Harald Meyer

Hrsg.: Harald Meyer: Akira Yoshimura: Die großen Tsunami der. aus dem Japanischen übersetzt von Harald Meyer ESSAYS FEATURES KOMMENTARE VORTRÄGE, SWR2 DIE BUCHKRITIK Hrsg.: Harald Meyer: Akira Yoshimura: Die großen Tsunami der Sanriku-Küste aus dem Japanischen übersetzt von Harald Meyer Iudicium Verlag 2013 298

Mehr

PÜNKTCHEN UND ANTON FRAGEN

PÜNKTCHEN UND ANTON FRAGEN PÜNKTCHEN UND ANTON FRAGEN EINLEITUNG 1) Wer ist der Erzähler? 2) Warum hat er diese Geschichte geschrieben? Ist sie wirklich passiert? 3) Was meint der Erzähler, wenn er sagt: "Ob wirklich passiert oder

Mehr

IIIIIIIIIIIIIII SILBERSCHNUR IIIIIIIIIIIIIII

IIIIIIIIIIIIIII SILBERSCHNUR IIIIIIIIIIIIIII S SO TREFFEN SIE IHREN CHUTZENGEL Begegnung mit dem inneren Lehrer J ÖRG A NDRÉ Z IMMERMANN IIIIIIIIIIIIIII SILBERSCHNUR IIIIIIIIIIIIIII INHALT Vorwort.............................. 9 1. KAPITEL Drei Methoden,

Mehr

A. Konversation zum Thema

A. Konversation zum Thema L 5 Thema: MUSIK 2 A. Konversation zum Thema 1. Welche Assoziationen fallen Ihnen ein? Beantworten Sie dann die Fragen Ihres Lehrers, die mit dem Thema zusammenhängen. MUSIK 2. Nehmen Sie Stellung zu folgenden

Mehr

BEREICH 3: FESTE UND FEIERN

BEREICH 3: FESTE UND FEIERN BEREICH 3: FESTE UND FEIERN FEIERN IM 18. JAHRHUNDERT: GEBURTSTAGE UND HOCHZEITEN Geburtstage Fast jeder Mensch feiert heutzutage seinen Geburtstag. Das war aber nicht immer eine Selbstverständlichkeit.

Mehr

Der verrückte Rothaarige

Der verrückte Rothaarige Der verrückte Rothaarige In der südfranzösischen Stadt Arles gab es am Morgen des 24. Dezember 1888 große Aufregung: Etliche Bürger der Stadt waren auf den Beinen und hatten sich vor dem Haus eines Malers

Mehr

BUCHVERMARKTUNG BRAUCHT MAN DAS ODER VERKAUFEN DIE BÜCHER SICH SELBST?

BUCHVERMARKTUNG BRAUCHT MAN DAS ODER VERKAUFEN DIE BÜCHER SICH SELBST? BUCHVERMARKTUNG BRAUCHT MAN DAS ODER VERKAUFEN DIE BÜCHER SICH SELBST? Das 21. Jahrhundert ist die Zeit der schnellen Entwicklung und der häufigen Neuerscheinungen, aber das Buch existiert schon Jahrhunderte.

Mehr

Paul Klee und Wassily Kandinsky in Leichter Sprache

Paul Klee und Wassily Kandinsky in Leichter Sprache Zentrum Paul Klee Klee ohne Barrieren Paul Klee und Wassily Kandinsky in Leichter Sprache 2 Die frühen Jahre Paul Klee Paul Klee ist 1879 in Bern geboren. Hier verbringt er seine Kindheit und Jugend. Seine

Mehr

Lektion Wer sind diese Menschen, die nach Noah geboren wurden? - Es sind deine und meine Vorfahren. 2. Kannten unsere Vorfahren Gott? - Ja.

Lektion Wer sind diese Menschen, die nach Noah geboren wurden? - Es sind deine und meine Vorfahren. 2. Kannten unsere Vorfahren Gott? - Ja. Lektion 19 1. Wer sind diese Menschen, die nach Noah geboren wurden? - Es sind deine und meine Vorfahren. 2. Kannten unsere Vorfahren Gott? 3. Woher haben unsere Vorfahren von Gott erfahren? - Zunächst

Mehr

Es war einmal... mit diesen und vielen anderen Merkmalen von Märchen hat sich die Klasse 2b in den letzten Wochen beschäftigt.

Es war einmal... mit diesen und vielen anderen Merkmalen von Märchen hat sich die Klasse 2b in den letzten Wochen beschäftigt. Es war einmal... mit diesen und vielen anderen Merkmalen von Märchen hat sich die Klasse 2b in den letzten Wochen beschäftigt. Nachdem einige bekannte Märchen der Gebrüder Grimm gelesen und erzählt wurden,

Mehr

Klee in Bern in Leichter Sprache

Klee in Bern in Leichter Sprache Zentrum Paul Klee Klee ohne Barrieren Klee in Bern in Leichter Sprache 2 Um was geht es? Die Stadt Bern hat eine wichtige Rolle im Leben von Paul Klee gespielt. Die Ausstellung Klee in Bern zeigt das auf.

Mehr

Am Fluss. Romeo wandert immer am Fluss entlang. Schließlich erreicht er den Stadtrand.

Am Fluss. Romeo wandert immer am Fluss entlang. Schließlich erreicht er den Stadtrand. Ein heißer Tag Romeo geht in der Stadt spazieren. Das macht er fast jeden Tag. Er genießt seine Streifzüge. Er bummelt durch die schmalen Straßen. Er geht zum Fluss, wo Dienstmädchen Wäsche waschen. Er

Mehr

Die Heilig-Blut-Legende

Die Heilig-Blut-Legende Die Heilig-Blut-Legende Der kostbarste Schatz der Basilika ist das Heilige Blut. Es wird in einem prachtvollen Gefäß aufbewahrt. Schon vor Hunderten von Jahren fragten sich die Menschen und die Mönche

Mehr

Die gebräuchlichsten Präpositionen Im folgenden alphabetischen Verzeichnis finden Sie die gebräuchlichsten Präpositionen der deutschen Sprache.

Die gebräuchlichsten Präpositionen Im folgenden alphabetischen Verzeichnis finden Sie die gebräuchlichsten Präpositionen der deutschen Sprache. Die gebräuchlichsten Präpositionen Im folgenden alphabetischen Verzeichnis finden Sie die gebräuchlichsten Präpositionen der deutschen Sprache. und ab an auf aus bei Wochentage Datum Tageszeit Anfang,

Mehr

Ein geheimnisvoller Brief

Ein geheimnisvoller Brief 1. kapitel Ein geheimnisvoller Brief Holmes und Watson wohnen seit Jahren im selben Haus. Eines Nachmittags klingelt es an der Tür. Watson öffnet. Vor der Tür steht eine junge Frau. Sie hat schöne blaue

Mehr

Junge Leute, die Entscheidung liegt bei euch!

Junge Leute, die Entscheidung liegt bei euch! www.biblische-lehre-wm.de Version 8. Juli 2015 Junge Leute, die Entscheidung liegt bei euch! Ein Beispiel Sie war die freundlichste alte Dame, die man sich vorstellen kann. Verkrüppelt durch schwere Arthritis,

Mehr

Rosa Parks als ältere Frau

Rosa Parks als ältere Frau Rosa Parks als ältere Frau Bettina Mikhail Rosa Parks: Eine Frau mit Mut In Leichter Sprache Mit Hör buch Fritz Bauer Bibliothek für Erinnerung und Menschenrechte - In Leichter Sprache Band 1: Rosa Parks:

Mehr

Finn und die Magie der Musik

Finn und die Magie der Musik Arbeitsblatt 1 Arbeitsblatt zu Finn und die Magie der Musik 1. Erik (Finns Freund) will wissen, woran Finns Mutter gestorben ist. An mir lautet die Antwort, womit er seine Geburt meint. Sein Geburtstag

Mehr

Meians Geschichte: Eine anständige Tochter muss der Familie helfen

Meians Geschichte: Eine anständige Tochter muss der Familie helfen Meians Geschichte: Eine anständige Tochter muss der Familie helfen Als ich dreizehn Jahre alt war, Anfang 1938, wurde mein Vater krank. Er litt unter großen Schmerzen und konnte seine Gelenke kaum mehr

Mehr

Rudolf Steiner ERWIDERUNG [AUF ELISABETH FÖRSTER- NIETZSCHE]

Rudolf Steiner ERWIDERUNG [AUF ELISABETH FÖRSTER- NIETZSCHE] Rudolf Steiner ERWIDERUNG [AUF ELISABETH FÖRSTER- NIETZSCHE] Erstveröffentlichung: Die Zukunft, 1900, VIII. Jg., Bd. 31, Nr. 33 (GA 31, S. 594-598) In dem Aufsatz: «Der Kampf um die Nietzsche-Ausgabe»

Mehr

Aber ich will der Reihe nach erzählen. Und ich will durch mein Erzählen vielleicht auch um Vergebung bitten.

Aber ich will der Reihe nach erzählen. Und ich will durch mein Erzählen vielleicht auch um Vergebung bitten. 1 Mein Großvater nannte mich eines Tages Helmut, aber ich hieß gar nicht Helmut. Ein anderes Mal wollte Großvater mich aus seinem Garten verjagen. Er hielt mich für einen Fremden. Aber ich war doch sein

Mehr

Das Modell der Gewaltenteilung nach Montesquieu

Das Modell der Gewaltenteilung nach Montesquieu Politik Michael Brandl Das Modell der Gewaltenteilung nach Montesquieu Studienarbeit 1.) Einleitung... 2 2.) Biographie... 2 3.) Das Englandkapitel in Vom Geist der Gesetze... 3 3.1.) Allgemeines... 3

Mehr

Johann Heinrich Pestalozzi - Pestalozzis Brief an einen Freund über seinen Aufenthalt in Stans.

Johann Heinrich Pestalozzi - Pestalozzis Brief an einen Freund über seinen Aufenthalt in Stans. Pädagogik Christoph Fox Johann Heinrich Pestalozzi - Pestalozzis Brief an einen Freund über seinen Aufenthalt in Stans. Studienarbeit Johann Heinrich Pestalozzi Pestalozzis Brief an einen Freund über

Mehr

Sprachschule und Reisen in Australien Stefan Berger

Sprachschule und Reisen in Australien Stefan Berger Sprachschule und Reisen in Australien 22.09.2006 22.02.2007 Stefan Berger Alleine nach Australien! Warum verbringen so wenige Studenten ein Semester im Ausland. Viele haben mir erzählt sie wollen nicht

Mehr

Der Makkaronifresser

Der Makkaronifresser Jetzt arbeitet so ein Makkaronifresser bei mir an der Maschine", sagte Erwins Vater, als er aus der Fabrik nach Hause kam, zur Mutter, Stell dir das vor" Was ist ein Makkaronifresser?" fragte Erwin. Der

Mehr

stets grimmigen Blick und seiner legendär schlechten Laune war vielen einfach unheimlich und ließ ihn oft älter aussehen als seine zweiunddreißig

stets grimmigen Blick und seiner legendär schlechten Laune war vielen einfach unheimlich und ließ ihn oft älter aussehen als seine zweiunddreißig Dunkle Wolken Die Sonne strahlte von einem azurblauen Frühlingshimmel. Heute musste wirklich ein besonderer Tag sein, denn sogar Herr Radtke, der ansonsten stets muffige Hausmeister, grüßte Hanna, die

Mehr

Abschlussbericht Geigenbauer ohne Grenzen

Abschlussbericht Geigenbauer ohne Grenzen Abschlussbericht Geigenbauer ohne Grenzen Aufenthalt an der Ghandi Ashram School in Kalimpong, Nordindien 05.08.08 28.08.08 Silke Lichtenberg Hintergrundinformationen: In Nordindien, Kalimpong, liegt die

Mehr

"Moralische Wochenschriften" als typische Periodika des 18. Jahrhundert

Moralische Wochenschriften als typische Periodika des 18. Jahrhundert Medien Deborah Heinen "Moralische Wochenschriften" als typische Periodika des 18. Jahrhundert Studienarbeit Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn Institut für Geschichtswissenschaft Veranstaltung:

Mehr

Konjunktion 1 DIE KONJUNKTION (= DAS BINDEWORT) gabi winck unterricht nach maria montessori an der mittelschule ms michael pacher.

Konjunktion 1 DIE KONJUNKTION (= DAS BINDEWORT) gabi winck unterricht nach maria montessori an der mittelschule ms michael pacher. Konjunktion 1 DIE (= DAS BINDEWORT) übernommen und abgeändert von der Hauptschule Liefering/ Salzburg Konjunktion 2 MAXL HÖRT SCHLECHT ZU! Maxl, kauf bitte beim Bäcker 30 Semmeln oder 3kg Brot! 30Semmel

Mehr

Die Sehnsucht des kleinen Sterns wurde grösser und grösser und so sagte er zu seiner Mutter: Mama, ich mache mich auf den Weg, um die Farben zu

Die Sehnsucht des kleinen Sterns wurde grösser und grösser und so sagte er zu seiner Mutter: Mama, ich mache mich auf den Weg, um die Farben zu Es war einmal ein kleiner Stern. Er war gesund und munter, hatte viele gute Freunde und eine liebe Familie, aber glücklich war er nicht. Ihm fehlte etwas. Nämlich die Farben. Bei ihm zu Hause gab es nur

Mehr

bemüht, Geduld mit ihm zu haben, aber das war nicht immer leicht. Einmal, als er noch kaum laufen konnte, hatte sie ihm mit der Hand den Mund

bemüht, Geduld mit ihm zu haben, aber das war nicht immer leicht. Einmal, als er noch kaum laufen konnte, hatte sie ihm mit der Hand den Mund bemüht, Geduld mit ihm zu haben, aber das war nicht immer leicht. Einmal, als er noch kaum laufen konnte, hatte sie ihm mit der Hand den Mund zugehalten, um sein Schreien zu unterdrücken, aber das war,

Mehr

predigt am , zu johannes 2,1-11

predigt am , zu johannes 2,1-11 predigt am 15.1.17, zu johannes 2,1-11 1 am dritten tag fand in kana in galiläa eine hochzeit statt und die mutter jesu war dabei. 2 auch jesus und seine jünger waren zur hochzeit eingeladen. 3 als der

Mehr

Behinderten-Politisches Maßnahmen-Paket für Brandenburg

Behinderten-Politisches Maßnahmen-Paket für Brandenburg Behinderten-Politisches Maßnahmen-Paket für Brandenburg Das macht Brandenburg für die Rechte von Kindern und Erwachsenen mit Behinderungen Zusammen-Fassung in Leichter Sprache. 2 Achtung Im Text gibt es

Mehr

Jesus kommt zur Welt

Jesus kommt zur Welt Jesus kommt zur Welt In Nazaret, einem kleinen Ort im Land Israel, wohnte eine junge Frau mit Namen Maria. Sie war verlobt mit einem Mann, der Josef hieß. Josef stammte aus der Familie von König David,

Mehr

"SCHLOSS THERASBURG - NÖ":

SCHLOSS THERASBURG - NÖ: "SCHLOSS THERASBURG - NÖ": Die Geisterkutsche vom Therasberg: Das Waldviertel ist zum größten Teil eine einsame Gegend mit Schwermut, die ungreifbar, aber merklich in der Landschaft liegt. Überall scheint

Mehr

Materialaufstellung und Hinweise

Materialaufstellung und Hinweise Materialaufstellung und Hinweise Nomen Die Seiten 10 bis 19 in entsprechender Anzahl kopieren und den Schülerinnen und Schülern bereitlegen. Als Möglichkeit zur Selbstkontrolle kann ein Lösungsblatt erstellt

Mehr

Doktor Faust. 2. April (Karsamstag) Zürich, Schweiz,

Doktor Faust. 2. April (Karsamstag) Zürich, Schweiz, Doktor Faust 2. April 1983 (Karsamstag) Zürich, Schweiz, Meine Geschichte hat am 2. April 1983, am Karsamstag (am Tag vor Ostern) an der Universität Zürich. Die Schule ist 150 Jahre Alt - das muss gefeiert

Mehr

Meine Begegnung mit der Grabower Kirche

Meine Begegnung mit der Grabower Kirche Meine Begegnung mit der Grabower Kirche Heiligabend, Glocken läuten, Straßen sehen festlich aus. Eine Tanne steht vorm Rathaus, Kerzenschein in jedem Haus. Menschen eilen in die Kirche, bald der Gottesdienst

Mehr

VERSTEHEN UND VERARBEITEN EINES LESETEXTES

VERSTEHEN UND VERARBEITEN EINES LESETEXTES VERSTEHEN UND VERARBEITEN EINES LESETEXTES Justus Liebig einer der bedeutendsten deutschen Chemiker 1 2 3 4 5 6 Die deutsche Regierung und wichtige Chemieorganisationen haben das Jahr 2003 zum Jahr der

Mehr

ERFAHRUNGSBEREICHT. Auslandssemester an der HAN University of Applied Sciences. FK03 Fahrzeugtechnik. Allgemeine Angaben... 1

ERFAHRUNGSBEREICHT. Auslandssemester an der HAN University of Applied Sciences. FK03 Fahrzeugtechnik. Allgemeine Angaben... 1 ERFAHRUNGSBEREICHT Auslandssemester an der HAN University of Applied Sciences FK03 Fahrzeugtechnik Inhalt Allgemeine Angaben... 1 Die HAN University of Applied Sciences... 1 Anreise- und Abreise... 2 Unterkunft...

Mehr

Leit-Bild der Werkstätten Gottes-Segen

Leit-Bild der Werkstätten Gottes-Segen Leit-Bild der Werkstätten Gottes-Segen An diesem Leit-Bild haben viele Menschen mitgearbeitet: Die Mitarbeiter Die Beschäftigten Und die Angehörigen von den Beschäftigten 1 Das erfahren Sie im Leit-Bild

Mehr

Nr. Items Punkte 1 Antworten Sie auf die Fragen. a) Womit beschäftigt sich der Konzertservice? b) Welche Arbeit hat Torben am häufigsten gemacht?

Nr. Items Punkte 1 Antworten Sie auf die Fragen. a) Womit beschäftigt sich der Konzertservice? b) Welche Arbeit hat Torben am häufigsten gemacht? I. BEWERTUNG DER KOMMUNIKATIVEN KOMPETENZ ( Punkte) Lesen Sie den Text und lösen Sie die folgenden Aufgaben: Praktikum beim Konzert Hallo, hier ist der Torben mit einem Bericht über mein einzigartiges

Mehr

Friedrich von Gentz und Fürst Metternich

Friedrich von Gentz und Fürst Metternich Geschichte Stephan Budde Friedrich von Gentz und Fürst Metternich Duo der Unterdrückung? Studienarbeit Inhaltsverzeichnis 1. Einleitung...... 2 2. Gentz und Metternich, zwei Biografien......3 2.1 Friedrich

Mehr

Die kleine Königin von Maria Krammer

Die kleine Königin von Maria Krammer Die kleine Königin von Maria Krammer Die kleine Königin von Maria Krammer Liebe Helene, ich danke Dir für Dein Sehen, Dein Wissen und die Weitergabe an mich. Dadurch ist es mir gelungen, meine bisherige

Mehr

Unverkäufliche Leseprobe. Gerd Ruebenstrunk Tatort Forschung Explosion in der Motorhalle

Unverkäufliche Leseprobe. Gerd Ruebenstrunk Tatort Forschung Explosion in der Motorhalle Unverkäufliche Leseprobe Gerd Ruebenstrunk Tatort Forschung Explosion in der Motorhalle illustriert von Hauke Kock 13 x 20 cm, Hardcover 128 Seiten, ab 10 Jahren, Juni 2008 7,90 EUR [D] 8,20 EUR [A], 14,90

Mehr

Ewiges Leben ein gegenwärtiger Besitz

Ewiges Leben ein gegenwärtiger Besitz Ewiges Leben ein gegenwärtiger Besitz 1. Johannes 5,13 Botschafter SoundWords, online seit: 27.05.2012, aktualisiert: 20.07.2017 soundwords.de/a7549.html SoundWords 2000 2017. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr

Mirjam Kull. Bepo. ein Hund mit Herz. Advent und Weihnachten erleben

Mirjam Kull. Bepo. ein Hund mit Herz. Advent und Weihnachten erleben Mirjam Kull Bepo ein Hund mit Herz Advent und Weihnachten erleben 3 www.windsor-verlag.com 2016 Mirjam Kull Alle Rechte vorbehalten. All rights reserved. Verlag: Windsor Verlag ISBN: 978-1-627845-28-1

Mehr

Als ich vier Jahre alt war, trat mein Vater, der Astronaut, seine große Reise. in eine ferne, unbekannte Welt an. Er landete auf dem Mond und war

Als ich vier Jahre alt war, trat mein Vater, der Astronaut, seine große Reise. in eine ferne, unbekannte Welt an. Er landete auf dem Mond und war Als ich vier Jahre alt war, trat mein Vater, der Astronaut, seine große Reise in eine ferne, unbekannte Welt an. Er landete auf dem Mond und war von dessen Anblick dermaßen überwältigt, dass er sich augenblicklich

Mehr

nicht zu helfen war, es wirkte auf mich wie ein Wettlauf, den er nur verlieren konnte, dazu noch wie einer im Zickzack, der auf der Landkarte ein

nicht zu helfen war, es wirkte auf mich wie ein Wettlauf, den er nur verlieren konnte, dazu noch wie einer im Zickzack, der auf der Landkarte ein nicht zu helfen war, es wirkte auf mich wie ein Wettlauf, den er nur verlieren konnte, dazu noch wie einer im Zickzack, der auf der Landkarte ein wirres Gekritzel abgegeben hätte, Striche, die alles auslöschen

Mehr

Liebe Eltern und Verwandte, liebe Gemeinde, liebe Konfirmanden,

Liebe Eltern und Verwandte, liebe Gemeinde, liebe Konfirmanden, Predigt Liebe Eltern und Verwandte, liebe Gemeinde, liebe Konfirmanden, bevor morgen der große Tag eurer Konfirmation beginnt, feiern wir heute das Abendmahl. Ihr feiert es zunächst in der Gemeinschaft

Mehr

Mein Leben in Hamburg

Mein Leben in Hamburg die Reise Mein Leben in Hamburg Am 31.März 2012 bin ich nach Deutschland geflogen. Ich war glücklich, aber ich hatte auch Angst. Einerseits war ich noch nie so lange ohne meine Familie weggegangen. Ich

Mehr

Manchmal geben uns die Leute einen Spitznamen.

Manchmal geben uns die Leute einen Spitznamen. 8 Lektion Ein neuer Name und ein neuer Freund Apostelgeschichte 11,19-26; Das Wirken der Apostel, S.129-131,155-164 Manchmal geben uns die Leute einen Spitznamen. Vielleicht hast du auch so einen Spitznamen.

Mehr

Förder-Richt-Linien für städtische Zuschüsse im Bereich Kunst und Kultur. In Leichter Sprache

Förder-Richt-Linien für städtische Zuschüsse im Bereich Kunst und Kultur. In Leichter Sprache Förder-Richt-Linien für städtische Zuschüsse im Bereich Kunst und Kultur In Leichter Sprache Impressum 2017 Hinweis: In diesem Text werden wichtige Dinge über die Förder-Richt-Linien für städtische Zuschüsse

Mehr

Zur Geschichte des Dreißigjährigen Krieges

Zur Geschichte des Dreißigjährigen Krieges Geschichte Andreas Raffeiner Zur Geschichte des Dreißigjährigen Krieges Mit besonderer Berücksichtigung der Schweiz und ihres Ausscheidens aus dem Reichsverband Studienarbeit Universität Innsbruck Philsophisch-Historische

Mehr

Gummirädern wenn auch der Wagen geschlossen blieb. Lena dachte: Nur jetzt kein gesprochenes Wort! Diese kleine Angst war die einzige

Gummirädern wenn auch der Wagen geschlossen blieb. Lena dachte: Nur jetzt kein gesprochenes Wort! Diese kleine Angst war die einzige Gummirädern wenn auch der Wagen geschlossen blieb. Lena dachte: Nur jetzt kein gesprochenes Wort! Diese kleine Angst war die einzige Beeinträchtigung. Denn Hans-Christoph stellte gern fest; vor allem,

Mehr

TAUFE VON MARKUS ENGFER GreifBar plus 307 am 15. April 2012 LIED: IN CHRIST ALONE BEGRÜßUNG WARUM TAUFEN WIR: MT 28,16-20

TAUFE VON MARKUS ENGFER GreifBar plus 307 am 15. April 2012 LIED: IN CHRIST ALONE BEGRÜßUNG WARUM TAUFEN WIR: MT 28,16-20 GreifBar Werk & Gemeinde in der Pommerschen Evangelischen Kirche TAUFE VON MARKUS ENGFER GreifBar plus 307 am 15. April 2012 LIED: IN CHRIST ALONE BEGRÜßUNG Herzlich willkommen: Markus, Yvette, gehört

Mehr

- Vernunftkraft für das Märchenland. Es begab sich einst zu einer wirren Zeit, in einem schönen Land, von hier nicht weit.

- Vernunftkraft für das Märchenland. Es begab sich einst zu einer wirren Zeit, in einem schönen Land, von hier nicht weit. Die Mär vom Ökostrom - Vernunftkraft für das Märchenland Es begab sich einst zu einer wirren Zeit, in einem schönen Land, von hier nicht weit. Da suchten Könige dem Volk weiß zu machen, dass, wer die Signale

Mehr

Ausflug nach Salzburg

Ausflug nach Salzburg Ausflug nach Salzburg Vom 29. Mai bis 05. Juni 2015 machten 65 Kinder aus den Klassen 6. a, 6. b, 7. a, 7. b und 8. mit 4 KollegInnen (Carola Haug, Csilla Puruczki, Klára Szauter-Lévai und Frigyes Vétek)

Mehr