Erstinterview. Aufgaben des psychosomatischen Erstgesprächs. 1. Die Erfassung der Beschwerden des Patienten

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1 Erstinterview Martina Rauchfuß Medizinische Klinik m. SP Psychosomatik CCM Oberhavelkliniken Abteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie Aufgaben des psychosomatischen Erstgesprächs 1. Die Erfassung der Beschwerden des Patienten 2. Die Herausarbeitung des zugrundeliegenden Krankheitsbildes mit dem Ziel einer vorläufigen Diagnosestellung 3. Die Erarbeitung eines Verständnisses für die biographische Situation, in der die Erkrankung auftrat einschließlich der Bedeutung für den Patienten und dessen Umgebung 4. Die Ermöglichung des Aufbaus einer tragfähigen Beziehung zwischen Arzt und Patient 1

2 Diagnostische Aufgaben des Erstinterviews Ist für diese Patientin Psychotherapie die Behandlung der Wahl, d. h. ist eine Psychotherapie indiziert (Diagnostik und Indikation)? Ist eine tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie indiziert und mit welchen Erfolgsaussichten (Prognose)? Wenn ja, welches ist dann das angemessene Setting: Einzel-, Gruppen- o der Paartherapie? Sollte die Therapie ambulant der stationär durchgeführt werden? Diagnostische Aufgaben des Erstinterviews Welcher zeitliche Rahmen ist angemessen? Genügt eine limitierte Kurzzeittherapie oder sollte von einem normalen Zeitaufwand für eine tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie ausgegangen werden, z. B. 50 Sitzungen verteilt auf 2 Jahre für eine Einzelbehandlung? Ist zwar eine Psychotherapie indiziert, nicht jedoch eine tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie: Welches andere Therapieverfahren scheint für diesen Patienten geeignet zu sein (differenzielle Indikation)? Ist eine Psychotherapie nicht indiziert: Welche anderen Formen von Hilfe sind für diese Patientin denkbar? 2

3 Aufnahmeprotokoll in der Psychotherapie Aufnahmeprotokoll für das psychotherapeutische Erstgespräch Hilfe zur Strukturierung des Gespräches / Leitfaden Minimierung von Fehlern / Lücken ökonomisch, übersichtlich Formalia Worauf sollte möglichst geachtet werden? 1. Wie verhält sich der Patient gegenüber dem Arzt? 2. Sind bestimmte Haltungen, Erwartungen, Interaktionen erkennbar? 3. Wie geht der Patient mit seinen Ängsten um? 4. Werden bevorzugte Bewältigungsmechanismen erkennbar? 5. Was macht dem Patienten auch innerlich zu schaffen? Arbeitskreis Operationalisierte Psychodynamische Diagnostik (Hg.) (1998): Operationalisierte Psychodynamische Diagnostik. Grundlagen und Manual. 2. Auf. Bern, Huber 3

4 Worauf sollte möglichst geachtet werden? 6. Welche Wünsche hat der Patient, welche davon sind ihm bewusst, welche sind unbewusst? 7. Welche Ängste hat er, welche davon sind ihm bewusst, welche sind unbewusst? 8. Was tragen die anderen dazu bei, dass die Krankheit erhalten bleibt? Bericht der Therapeutin zum Antrag auf tiefenpsychologische fundierte Psychotherapie 1. Spontanangaben 2. Psychischer Befund 3. Somatischer Befunde 4. Biographische Anamnese 5. Psychodynamik 6. Neurosenpsychologische Diagnose zum Zeitpunkt der Antragstellung 7. Behandlungsplan 8. Prognostische Einschätzung 4

5 Bericht der Therapeutin zum Antrag auf tiefenpsychologische fundierte Psychotherapie gültig ab Relevante soziodemographische Daten 2. Symptomatik und psychischer Befund 3. Somatischer Befund/ Konsilarbericht 4. Behandlungsrelevante Angaben zur Lebensgeschichte (ggf. auch zur Lebensgeschichte der Bezugspersonen) zur Krankheitsanamnese, zum funktionalen Bedingungsmodell (VT) bzw. zur Psychodynamik (TP, AP) 5. Diagnose zum Zeitpunkt der Antragstellung 6. Behandlungsplan und Prognose Abrechnung Psychotherapie Psychotherapeutische Sprechstunde 3 Sitzungen Biographische Anamnese 1 Sitzung? KZT1 Anzeige KZT2 Anzeige Probatorische Sitzung LZT Antrag an Gutachter 12 Sitzungen 12 Sitzungen 2-4 Sitzungen 60 Sitzungen 5

6 Literatur Argelanger, H. Das Erstinterview in der Psychotherapie Boessmann, U; Remmers, A. Das Erstinterview Eckert, J; Barnow, S; Richter, R. Das Erstgespräch in der Klinischen Psychologie. Diagnostik und Indikation in der Psychotherapie Keil-Kuri, E; Gudrun Görlitz, G. Vom Erstinterview zum Kassenantrag. Seelische Krankheiten im Sinne der Psychotherapie- Richtlinien Schweickhardt,A; Fritzsche, K; Geigges, W Kursbuch ärztliche Kommunikation. Grundlagen und Fallbespiele für Klinik und Praxis 6

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