Wildtiermanagement im Nationalpark Bayerischer Wald 1

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1 Wildtiermanagement im Nationalpark Bayerischer Wald 1 MARCO HEURICH, FRANZ BAIERL, STEPHAN GÜNTHER und KARL FRIEDRICH SINNER 1. Einleitung Der Nationalpark Bayerischer Wald wurde 1970 als erster Nationalpark in Deutschland eröffnet. Damit stellte Bayern eine einmalige Wald- und Mittelgebirgslandschaft an der Landesgrenze zur Tschechischen Republik unter Schutz. Im Jahr 1997 erweitert, umfasst das Schutzgebiet mittlerweile eine Fläche von über 240 km². Auf nahezu der gesamten Fläche des Nationalparks erstrecken sich ausgedehnte Wälder, die heute einzigartig in weiten Teilen einer vom Menschen unbeein ussten Entwicklung überlassen bleiben. Das Wirken natürlicher Umweltkräfte und eine ungestörte Dynamik der Lebensgemeinschaften werden gewährleistet. Als erster in Deutschland hat sich der Nationalpark Bayerischer Wald aufgrund seiner konsequenten Naturschutzzielsetzung die internationale Anerkennung erworben. Auf der tschechischen Seite schließt sich unmittelbar der Nationalpark Šumava mit einer Flächengröße von 690 km² an. Dieses Schutzgebiet ist weiterhin eingebettet in den Naturpark Bayerischer Wald (3.070 km²) und das Landschaftsschutzgebiet Šumava (1.000 km²). Die gesamte Gebietskulisse wird auch als Greater Bohemian Forest Ecosystem bezeichnet. Das Greater Bohemian Forest Ecosystem ist das größte, streng geschützte, unzerschnittene Waldgebiet Mitteleuropas. Große Wald ächen be nden sich im Eigentum des Landes Bayern und der Tschechischen Republik. Die menschliche Bevölkerungsdichte ist für mitteleuropäische Verhältnisse sehr gering. Im Kerngebiet beträgt sie weniger als 30 Personen/km² und im Randbereich etwa 70 Personen/km². Aufgrund dieser Voraussetzungen hat die Region eine herausragende Bedeutung für den Schutz von Großtierarten. Darauf weisen die Vorkommen von Luchs, Wolf, Rothirsch, Reh, Elch, Fischotter, Habichtskauz, Auer-, Birk- und Haselhuhn hin. Aufgrund seiner Größe und Lage zwischen Karpaten und Alpenraum spielt das Greater Bohemian Forest Ecosystem zudem eine zentrale Rolle als Knoten in einem europäischen Habitatverbundsystem. Während der Schutz kleinerer Tierarten aufgrund ihres geringeren Raumanspruches bereits innerhalb der Nationalparke möglich ist, können Großtiere nicht alleine in Schutzgebieten erhalten werden. Das ist insbesondere bei Tieren mit saisonalen Wanderungen oder sehr großen Streifgebieten der Fall. Eine wesentliche Voraussetzung zum Erhalt von Großtieren ist deshalb die Zusammenarbeit der Parkverwaltungen mit den Interessensgruppen in der Umgebung der Schutzgebiete (ecosystem approach). Der Erhalt von Großtieren ist insbesondere deshalb notwendig, weil sie Träger wichtiger Prozesse sind, die einen bedeutenden Ein uss auf die Entwicklung der Waldökosysteme ausüben 1 Vortrag, gehalten auf der Tagung Die Jagd in Schutzgebieten ein stetes Reizthema vom in der Brandenburgischen Akademie Schloss Criewen. 132

2 und auch zu einer Erhöhung der Biodiversität beitragen können. Das Vorhandensein der Großfauna in einer Landschaft ist folglich nicht nur maßgeblich für die Vollständigkeit der Biozönose, sondern hat darüber hinaus auch eine emergente Wirkung auf das Ökosystem. Somit greift die Nationalparkverwaltung durch Maßnahmen des Wildtiermanagements wenn auch indirekt in erheblichem Umfang in die natürlichen Abläufe der Waldentwicklung ein. Um dies zu vermeiden, ist es entsprechend der Nationalparkzielsetzung notwendig, die menschlichen Eingriffe in die Populationen der großen P anzenfresser so weit als möglich zu reduzieren, so dass sich die natürliche Dynamik besser entfalten kann. 2. Rahmenbedingungen Obwohl der Nationalpark Bayerischer Wald mit einer Fläche von rd ha einer der größten Waldnationalparke Mitteleuropas ist, stellt er aufgrund seiner Ausformung (bei einer Länge von rd. 40 km nur rd. 6 km breit) und seiner Höhenlage (rd. ein Drittel der Fläche liegt über 1000 m N. N.) keinen abgeschlossenen, ganzjährigen Lebensraum für die vorkommenden großen Säugetierarten dar. Für einen Großteil dieser Tiere wären die überwiegenden Flächen des Nationalparks nur Sommerlebensraum. Im Winter bei bis zu drei Meter Schneehöhe in den Kammlagen würden die Wildtiere zumeist in tiefere Lagen bzw. in das klimatisch begünstigte Umfeld des Nationalparks abwandern und dort überwintern. Da sich diese natürlichen Überwinterungsgebiete der Rothirsche außerhalb des per Rechtsverordnung festgelegten Rotwildgebietes be nden, können die Rothirsche nicht in diese Gebiete wandern. Das Vorkommen der verschiedenen Wildtierarten wurde in den letzten Jahrhunderten durch den Menschen stark verändert. So wurden von den ursprünglich im Bayerischen Wald beheimateten Huftierarten z.b. Elch und Wisent ausgerottet, dagegen andere, wie Reh, Rothirsch und Wildschwein, durch jagdliche Hege oder indirekt durch ein verbessertes Nahrungsangebot infolge geänderter Landnutzung stark begünstigt. Darüber hinaus kommen im Vorfeld des Nationalparks vereinzelt auch nicht heimische Huftierarten (Damhirsch, Sikahirsch, Muf on) vor, die entweder aus jagdlichen Gründen eingebürgert wurden oder hin und wieder aus Gehegen entweichen. Noch stärker als bei den großen P anzenfressern wurde das Artengefüge der großen Fleischfresser verändert. Bär, Wolf und Luchs wurden bereits Mitte des 19. Jahrhunderts ausgerottet. Erst seit Anfang der 90er Jahre ist der Luchs aus Tschechien wieder eingewandert und trägt in begrenztem Umfang zur natürlichen Regulation der Schalenwildarten bei. In größeren Zeitabständen gibt es auch immer wieder Hinweise auf einzelne Wölfe. Insgesamt ist jedoch insbesondere bei Rot- und Schwarzwild keine bzw. keine ausreichende Regulation durch Prädatoren gegeben. Im Zuge der Nutzung der Wälder vor Nationalparkgründung wurde deren Struktur und Artenzusammensetzung stark verändert. Besonders auffällig ist der Rückgang der Tanne von einem Anteil von etwa 30% zu Beginn der geregelten forstwirtschaftlichen Nut- 133

3 zung in der Mitte des 19. Jahrhunderts auf heute 3%. Damit verbunden wurden die alten urwaldartigen Bergmischwaldbestände, deren Anteil um 1900 noch bei ha lag, Stück für Stück in gleichaltrige Wirtschaftsforste umgewandelt. Seit Mitte der 90er Jahre wird die Waldentwicklung im Nationalpark durch eine Borkenkäfermassenvermehrung beein usst. Mittlerweile sind dadurch alte Fichtenwälder auf einer Fläche von etwa 6000 ha abgestorben. Eine Entwicklung, die sich auch positiv auf die Nahrungsverfügbarkeit für die P anzenfresser auswirkt, da der Großteil der Biomassenproduktion jetzt auf dem Waldboden statt nden kann. Administrativ erfüllt die Nationalparkverwaltung die Aufgaben einer Unteren Jagdbehörde und ist Mitglied der Hochwildhegegemeinschaft Bayerischer Wald, die das Rothirschmanagement zwischen den Revieren abstimmt. Die beiden Teilgebiete des Nationalparks in den Landkreisen Regen und Freyung-Grafenau bilden jeweils eine eigenständige Rehwildhegegemeinschaft. 3. Ziele für das Wildtiermanagement Die Ziele des Wildtiermanagements im Nationalpark sind festgelegt im Nationalparkplan, insbesondere in den Anlagebänden Artenschutz und Schalenwildmanagement. Sie sollen im Folgenden kurz dargestellt werden Die heimischen Arten sollen als Wildtiere und Träger der natürlichen dynamischen Prozesse erhalten werden. Vorrangiges Ziel des Wildtiermanagements im Nationalpark ist es, die heimischen Arten Elch, Reh, Rothirsch, Wildschwein und Luchs als Bestandteil der natürlichen Artenausstattung in lebensfähigen Populationen zu erhalten und eine mögliche Rückkehr des Wolfes durch eine vorbereitende Akzeptanzarbeit zu unterstützen. Essentieller Bestandteil dieses Artenschutzauftrages ist auch der Erhalt des Wildtiercharakters (Evolution, Migration, Dichteschwankungen, Wirken natürlicher Mortalitätsfaktoren, Verhalten...) Die Wildtierbestände sollen grundsätzlich nicht durch menschliche Maßnahmen beein usst werden. Es gilt die Zielsetzung, die Natur sich selbst zu überlassen und das Wirken der natürlichen Umweltkräfte und die ungestörte Dynamik der Lebensgemeinschaften zu gewährleisten. Dazu gehört das Zulassen von natürlichen Räuber-Beute-Beziehungen und von Wildtierwanderungen genauso wie das Zulassen des Schälens und Verbeißens von Bäumen. Darum sollen auf mindestens 75% der Nationalpark äche keinerlei Managementmaßnahmen statt nden. Auch auf den verbleibenden Flächen erfolgt das Wildtiermanagement nach dem Minimalprinzip, d. h. zur Erreichung vorgegebener Ziele wird stets der Weg gewählt, der eine möglichst geringe Beein ussung der natürlichen Prozesse nach sich zieht. Dadurch erhöht sich der Grad an Natürlichkeit der Lebenssituation der Wildtiere und des gesamten Ökosystems im Nationalpark. 134

4 3.3. Sichtbarkeit und Erlebbarkeit von Wildtieren für die Besucher des Nationalparks sollen gefördert werden. Im Gegensatz zu vielen Nationalparken in anderen Kontinenten sind in Mitteleuropa die meisten Wildtiere ausgesprochen scheu und für den Menschen in freier Natur nur selten erlebbar. Verursacht wird dieses Verhalten vor allem durch die Bejagung der Wildtiere. Die durch das Töten von Artgenossen erlernte Angst vorm Menschen führt dazu, dass die Tiere nicht nur Jäger, sondern Menschen generell meiden. Durch ein entsprechendes Management soll erreicht werden, dass die Wildtiere ihren natürlichen Lebensgewohnheiten entsprechend für den Besucher sichtbar und erlebbar sind Sicherung der natürlichen Artenvielfalt von Flora und Fauna Effekte der Huftiere werden in einem Nationalpark nicht wie in Wirtschaftswäldern als Schaden aufgefasst, sondern als die Natürlichkeit des Ökosystems vergrößernde Prozesse bewertet. Neben vermeintlich destruktiven Lebensäußerungen, wie Verbiss und Schäle, sind vor allem auch die positiven Effekte der Wildtiere auf die Biodiversität von Bedeutung, wie z. B. Zoochorie, Nährstofftranslokation, trophische Funktion für nekround koprophage Arten und Strukturbildung. Ähnlich wie Totholz als Lebensraum für xylobionte Arten eine wichtige Funktion erfüllt, hängen auch vom Vorkommen großer Tiere zahlreiche Spezies ab. Hohe Huftierbestände können sich aber auch negativ auf einzelne Tier- und P anzenarten auswirken. Insbesondere die Verjüngung von verbissemp- ndlichen Gehölzen wie der Weißtanne, dem Edellaubholz und der Eibe kann aufgrund anthropogen bedingter hoher Wildtierdichten nachteilig beein usst werden. Bei bestandesbedrohendem Verbiss können aus diesem Grund Management- bzw. Regulierungsmaßnahmen notwendig werden Schutz der an den Nationalpark angrenzenden Privatwälder bzw. -grundstücke vor Wildschäden Da in Nationalparken keine wirtschaftlichen Ziele verfolgt werden, werden bestimmte Verhaltensweisen von Wildtieren grundsätzlich nicht als Schaden angesehen. Dagegen unterliegen die an den Nationalpark angrenzenden Wälder und landwirtschaftlichen Flächen einer wirtschaftlichen Nutzung. Die Nationalparkverwaltung ist daher bestrebt, durch geeignete Maßnahmen sicherzustellen, dass bei diesen Flächen im Umfeld des Nationalparks Beeinträchtigungen der ordnungsgemäßen land- und forstwirtschaftlichen Nutzung, insbesondere Wildschäden und Schäden an Tierhaltungen, möglichst vermieden werden. 4. Maßnahmen des Wildtiermanagements Die genannten Ziele werden auf integrative Weise untereinander und mit den anderen Schutzzielen und Aufgaben des Nationalparks abgestimmt. Dazu ist derzeit aktives Wildtiermanagement notwendig, welches sich aus den folgenden Modulen zusammensetzt: 135

5 4.1. Bestandesregulierung Hier stellt sich zunächst die Frage, nach welchen Kriterien die Maßnahmen der Bestandesregulierung festgelegt werden sollten. Wie soll man die Probleme in Folge der Rahmenbedingungen (z.b. unvollständiger Lebensraum, fehlende Prädatoren) lösen, wenn man die Tiere, die es zu regulieren gilt, nicht einmal zufriedenstellend zählen kann? Auch eine natürliche Wilddichte als Zielgröße ist schwierig zu de nieren, zumal sie sowohl räumlichen als auch zeitlichen Schwankungen unterworfen ist. Dabei ist sowohl die sehr geringe Dichte im beschatteten Altbestand als auch die hohe Dichte auf der sonnigen Sturm äche natürlich. Die Festsetzung einer zahlenmäßig einheitlichen natürlichen Wilddichte ist damit nicht möglich und geht auch völlig an der Realität vorbei. Bisher orientiert sich das Wildtiermanagement im Nationalpark, wie in allen anderen Staatswäldern Bayerns, vor allem an der Verbissbelastung forstlich relevanter Gehölze. Hierbei besteht allerdings die gleiche Problematik wie bei der natürlichen Wilddichte, da auch der Verbiss räumlichen und zeitlichen Schwankungen unterworfen ist. Sowohl Phasen mit geringem als auch solche mit starkem Verbiss sind vollkommen natürlich. Die Festsetzung der Größe eines natürlichen Verbisses ist mit unserem heutigen Wissen genauso wenig möglich wie die Festlegung einer natürlichen Wilddichte. Da der Verbiss in den letzten Jahren jeweils sehr gering war, orientiert sich der Abschuss vor allem an dem Ziel der Schadensvermeidung an privaten Grundstücken (s. Abb. 1). Die notwendigen Eingriffe der Bestandsregulierung erfolgen entsprechend der Festlegung in 13 Abs. 2 der Nationalparkverordnung durch das Personal der Nationalparkverwaltung, in erster Linie durch ihre Berufsjäger. Der Einsatz von Jagdgästen ist im Nationalpark nicht zulässig. Die vorherrschenden Methoden der Schalenwildregulierung sind die Einzeljagd, beim Rotwild der Abschuss im Wintergatter sowie der Einsatz von Saufängen beim Schwarzwild. Die Kirrjagd wird zur Zeit nur im Falkenstein-Rachel-Gebiet des Nationalparks ausgeübt. Zur Minimierung von Störungen werden die Regulierungsmaßnahmen zeitlich und räumlich begrenzt. Dabei erfolgt die Regulierung der heimischen Schalenwildarten im Rahmen der gesetzlichen Jagdzeiten grundsätzlich in der Zeit vom 1. September bis maximal 31. Januar. Gleichzeitig sollen die Maßnahmen möglichst außerhalb des Nationalparks oder zumindest auf den Randbereich des Nationalparks verlagert, auf das unbedingt notwendige Maß beschränkt und möglichst störungsfrei, artgerecht und an natürliche Prozesse angepasst durchgeführt werden. 136

6 4.2. Groß ächiger Verzicht auf Regulationsmaßnahmen Maßnahmen der Wildtierregulierung nden nur im Randbereich bzw. in der Entwicklungszone des Nationalparks statt. Somit sind die Tiere im Kerngebiet, der Erholungs- und der Naturzone des Nationalparks, keinen jagdlichen Nachstellungen ausgesetzt. Die aktuelle Zone ohne Regulierungsmaßnahmen ist in Abbildung 1 dargestellt. Sie umfasst eine Fläche von Hektar (aktuell 71% der Nationalpark äche) Verringerung von Störungen durch Besucherlenkung Insbesondere im Winterhalbjahr wirken sich Störungen z. B. durch Tourengeher und Schneeschuhwanderer negativ auf die Verhaltensweisen und den körperlichen Zustand von Wildtieren aus. Zum Schutz der Wildtiere wurden deshalb eine Reihe gesetzlicher Regelungen getroffen (Nationalpark-VO, Betretungsrechts-VO, Wildschutz-VO), um unnötige Beunruhigungen zu vermeiden. Insbesondere die Festlegung, dass innerhalb des Kerngebietes im Zeitraum zwischen 16. November und 14. Juli nur die markierten Wege begangen und auch im Sommer die Wege nicht verlassen werden dürfen, trägt zur Verbesserung der Qualität des Wildtierlebensraumes bei. Die Vorschriften werden von der Nationalparkwacht und den Berufsjägern überwacht. Ergänzend hierzu beein usst die Nationalparkverwaltung das Besucherverhalten auch durch positive Anreize (Beschilderung, Hinweistafeln, Aufklärung über Bedürfnisse der Wildtiere) Reduzierung der Winterfütterung Im Rachel-Lusen-Gebiet wurden zwischen 1970 und 1985 die etwa 40 vorhandenen Wildfütterungen schrittweise aufgelöst. Im Falkenstein-Rachel-Gebiet bestehen ebenfalls seit der Nationalparkerweiterung 1997 keine Fütterungen mehr. Damit kann die Wintermortalität als wichtiger Evolutionsfaktor zumindest bei Reh und Wildschwein im Nationalparkgebiet wieder einen Teil ihrer Wirkung entfalten. Um den Verlust der Winterlebensräume des Rothirsches in Folge der Abgrenzung des Rotwildgebietes auszugleichen und gleichzeitig die winterliche Abwesenheit des Rothirsches zu simulieren, wurden in den 70er Jahren und Anfang der 90er Jahre vier 50 bis 60 ha große Wintergatter errichtet, in denen ein Großteil der Rothirsche den Winter verbringt. Dort werden die Tiere gefüttert und auch Maßnahmen der Bestandesregulation durchgeführt Schadensprävention und Rissbegutachtung Mit der Rückkehr des Luchses und der zu erwartenden Rückkehr des Wolfes entstehen Kon ikte, vor allem, wenn Nutzvieh und Wildtiere gerissen werden. Im Vorfeld des Nationalparks wirkt die Nationalparkverwaltung im Rahmen des Netzwerkes Große Beutegreifer bei der Begutachtung und Entschädigung von Rissen mit. Darüber hinaus beraten geschulte Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung die Besitzer von Gehegen über Maßnahmen der Schadensprävention. 137

7 Abb. 1: Karte über das Schalenwildmanagement im Nationalpark Bayerischer Wald. Anteil verbissener Pflanzen in % Buche Fichte Tanne S ons t. Lbh Inve nturjahr Abb 2: Entwicklung des Leittriebverbisses von 1986 bis 2006 im Rachel-Lusen- Gebiet (Quelle: Vegetationsgutachten 1986 bis 2009) 138

8 4.6. Abstimmung mit dem Nationalpark-Umfeld und dem Nationalpark Šumava Aufgrund der großen Streifgebiete und der saisonalen Wanderungen der Wildtiere bestehen vielfältige Wechselbeziehungen zwischen dem Nationalpark und seinem Umfeld. Zudem haben sich mit der Beseitigung des Grenzzaunes an der Staatsgrenze zwischen Bayern und Tschechien im Frühjahr 1990 und der Gründung des Nationalparks Šumava neue Möglichkeiten einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit eröffnet. Nachdem in den Bergwald-Ökosystemen des Nationalparks in der Regel hohe winterliche Schneelagen ein vorübergehendes Abwandern der Tiere in tiefere Lagen auslösen, zum Teil über die Nationalparkgrenzen hinaus, ist es notwendig, das Schalenwildmanagement generell, insbesondere jedoch das Rotwildmanagement, mit dem Nationalpark-Vorfeld bzw. dem Nationalpark Šumava abzustimmen. Dies erfolgt auf bayerischer Seite im Wesentlichen im Rahmen der Hochwildhegegemeinschaft Bayerischer Wald, mit dem Nachbarnationalpark Šumava wiederum auf der Basis eines am 31. August 1999 geschlossenen Memorandums. Der von der Nationalparkverwaltung initiierte runde Tisch zur Abstimmung des Wildtiermanagements im Nationalparkvorfeld, in dem die verschiedenen Interessensgruppen (Jagd, Land- und Forstwirtschaft, Naturschutz) vertreten sind, konnte aufgrund von Widerständen von Teilen der betroffenen Interessensgruppen nicht ins Leben gerufen werden Verbesserung der Akzeptanz von Wildtieren im Umfeld des Nationalparks Schlüsselelement für den Schutz der Großtiere wie auch für das Nationalparkmanagement im Allgemeinen ist eine entsprechende Akzeptanz v. a. bei den Landnutzern. Darum sollen Wildtiere in der Bildungs- und Informationsarbeit des Nationalparks thematisiert und in Wert gesetzt werden. Die lokale Bevölkerung soll Wildtiere als typische, heimische Arten mit hohem ökologischen und soziokulturellen Wert erfahren, die eine Bereicherung der heimatlichen Landschaft darstellen. Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit wurden in den vergangenen vier Jahren 102 Vorträge gehalten und 78 Gruppen geführt. Darüber hinaus wurden Hirsch-, Wolfs- und Elchtage als Großveranstaltungen in den Infozentren sowie in Kooperation mit einer Gemeinde durchgeführt. Mit Unterstützung durch T-Mobile wurde eine dreisprachige Wildtierwebsite über den Schutz und die Erforschung von Wildtieren im Greater Bohemian Forest Ecosystem ( erstellt, die in Zusammenarbeit mit tschechischen Kollegen gep egt wird. Darüber hinaus ndet auch eine intensive Medienarbeit statt, die in den letzten vier Jahren zu 75 Presseartikeln und 17 Fernseh- und Radiobeiträgen geführt hat Begleitung des Wildtiermanagements durch wildbiologische Forschung Wildbiologische Forschung soll das Schalenwildmanagement dokumentieren, seine Auswirkungen auf die Tier- und P anzenwelt des Nationalparks sowie seines Vorfeldes aufzeigen und Anregungen für notwendige Veränderungen geben. Das wildbiologische Monitoring der Nationalparkverwaltung umfasst mehrere Module: Erfassung der Vegetationsentwicklung und der Verbissbelastung, Bestandeserfassung von Luchs, Wolf, Reh, Rothirsch und Elch (in Tschechien) sowie Erfassung des Raum-Zeit-Verhaltens von Rothirsch, Reh und Luchs mittels Satellitentelemetrie. 139

9 5. Die Wildtierarten im Einzelnen 5.1. Rothirsch Eine unkontrollierte Bestandesentwicklung des Rotwildes hätte zunächst ein starkes Anwachsen des Bestandes und damit sicherlich große Waldschäden im Vorfeld, das heißt im Privatwald außerhalb des Nationalparks, zur Folge. Deshalb kann auf eine Regulierung der Tiere unter den gegenwärtigen Bedingungen (Unvollständigkeit des Lebensraumes, Abwesenheit von Wölfen) nicht verzichtet werden. Auch wenn wir bisher nur ein unzureichendes Wissen über die natürliche Dynamik von Rothirschpopulationen und deren Auswirkungen auf die Waldentwicklung haben, lässt sich doch feststellen, dass vor allem Wildtierbestände, die auf ein konstantes Niveau reguliert werden, unnatürlich sind. Deshalb wurde die bisherige Festschreibung einer Zieldichte von einem Tier je 100 ha aufgegeben. Dieses Konzept war nicht mehr zeitgemäß, da die Rothirschbestände im Nationalparkgebiet beispielsweise durch die stark angestiegene Nahrungskapazität in Folge der natürlichen Waldentwicklung auf den groß- ächigen Borkenkäfer ächen stark anwachsen würden. Auch Wolf und Bär könnten unter solchen Voraussetzungen einen Bestandesanstieg nicht aufhalten. Auf der anderen Seite könnten strenge Winter verbunden mit hohem Prädationsdruck auch zu einem starken Rückgang der Tiere unter die bisher festgelegte Dichte beitragen. Unter Berücksichtigung der sich laufend verändernden Lebensraumkapazität in Folge des groß ächigen Borkenkäferbefalls und der damit verbundenen groß ächigen Walderneuerungsprozesse sollen im Nationalpark größere an den Lebensraum angepasste Populationsschwankungen zugelassen werden. Eingeschränkt wird diese Forderung dadurch, dass die übrigen Schutzziele des Nationalparks sowie die Vermeidung von Wildschäden in angrenzenden Privatwäldern gewährleistet sein müssen. Zudem stoßen die Wintergatter als zentrales Element des derzeitigen Managements an ihre Kapazitätsgrenzen. Der Rothirschbestand ist in den letzten zehn Jahren deutlich angewachsen und liegt aktuell bei etwa 400 Tieren (Frühjahrsbestand) das entspricht etwa 1,7 Stück pro 100 Hektar. Der Abschuss liegt zwischen 80 und 130, durchschnittlich bei etwa 100 Tieren pro Jahr (s. Abb. 3). Als Ausgleich für heute weitgehend fehlende Überwinterungsgebiete im Vorfeld des Nationalparks sollen die vier Wintergatter vorerst aufrechterhalten werden. Die Gatter fungieren dabei als Ersatzwinterlebensräume, indem sie ursprüngliche Abwesenheit der Rotwildpopulation aus dem Bergwald während der schneereichen Wintermonate simulieren. Im Gegensatz zu den vielfach gebräuchlichen freien Rotwildfütterungen ist es dadurch möglich, die während der Fütterungsperiode und v. a. im Spätwinter verstärkt auftretende Verbiss- und Schälbelastung an Waldbäumen und Sträuchern auf den Gatterbereich zu begrenzen. 140

10 Rachel-Lus en-gebiet Falkens tein-rachel-gebiet Stück Rotwild / 100 h / / / / / / / / / / / / / / / / / / / /09 J agdjahr Abb. 3: Entwicklung der Abschusszahlen beim Rotwild incl. Fallwild (relativ = pro 100 ha) von Rachel-Lus en-gebiet Falkens tein-rachel-gebiet Stück Rehwild / 100 h / / / / / / / / / / / / / / / / / / / /09 J agdjahr Abb. 4: Entwicklung der Abschusszahlen beim Rehwild incl. Fallwild (relativ = pro 100 ha) von Die Fütterung des Rotwildes dient ausschließlich der Erhaltung dieser Wildtierart und wird qualitativ und quantitativ auf das dafür notwendige Mindestmaß beschränkt. Wildfutter darf deshalb ausschließlich in den vier Wintergattern in Form von Rau- und Saftfutter in der Zeit zwischen Ende Oktober und Anfang Mai angeboten werden. Grundsätzlich 141

11 gilt, dass die Zusammensetzung des Futters soweit als irgend möglich den natürlichen Äsungsbedingungen des Rotwilds im Winter entsprechen soll. Um das Rotwild bei der Futteraufnahme vor unerwünschten Störungen durch Besucher zu schützen, gelten in den im Umgriff der Gatter ausgewiesenen Wildschutzgebieten saisonale Wegegebote. Die Regulierung des Rotwilds erfolgt schwerpunktmäßig in den Wintergattern durch die Berufsjäger des Nationalparks. Hier werden Tiere selektiv, tierschutzgerecht und ohne Störung der anderen Tiere in kurzer Zeit entnommen. Im Randbereich wird darüber hinaus Rotwild auch im Rahmen von Ansitzjagden erlegt. Der Anteil des Wintergatterabschusses beträgt etwa 50%. Erlegt werden grundsätzlich nur die weiblichen Tiere, Kälber und junge Hirsche bis drei Jahre Reh Die Lebensbedingungen der Rehe sind noch sehr stark durch eine natürliche Dynamik bestimmt: Mit der Einstellung der Winterfütterung im Nationalpark sind die saisonalen Wanderungen des Rehwildes wieder in Gang gekommen. Je nach dem Zeitpunkt des Wintereinbruchs und der Schneehöhe verlässt ein Teil der Rehwildpopulation ab dem Spätherbst das Nationalparkgebiet, um in den schneeärmeren tiefer gelegenen Arealen des Vorfelds zu überwintern. Da jedoch außerhalb des Nationalparks in den meisten Eigen- und Gemeinschaftsjagdrevieren zahlreiche Fütterungen aufrechterhalten werden, die auch von den auswandernden Tieren aus dem Nationalpark aufgesucht werden, wird der winterliche Nahrungsengpass als ein natürliches Bestandsregulativ für die Rehwildpopulation nur eingeschränkt wirksam. Auch der Luchs, der nun seit gut 20 Jahren wieder ein fester Bestandteil der Bergwaldbiozönose ist, stellt einen wichtigen Mortalitätsfaktor für Rehe dar. Inwieweit der Luchs jedoch in der Lage ist, die Rehwildbestände so zu limitieren, dass auf eine Bestandesregulierung verzichtet werden kann, wird in einem Forschungsprojekt geprüft. Aktuell ndet eine Rehregulierung nur im Falkenstein-Rachel-Gebiet auf etwa 4000 ha statt. Erlegt werden weibliche Tiere, Kitze und Jährlingsböcke. Der durchschnittliche Abschuss der letzten Jahre betrug für den Gesamtnationalpark ca. 100 Stück pro Jahr (entspricht ca. 0,4 Stück pro 100 ha). Im Rachel-Lusen-Gebiet wurde im Jahr 2007 der Rehwildabschuss für vorerst drei Jahre versuchsweise eingestellt (siehe Abb. 4 ). Hier werden nur noch 10 Tiere pro Jahr erlegt, die für das Monitoring der Umweltprobenbank benötigt werden. Insgesamt ist die Regulierung auf ha eingestellt, dazu kommen aktuell noch etwa ha im Nationalpark Šumava, auf denen Rehe nicht bejagt werden Wildschwein Wildschweine waren bis Anfang der 80er Jahre im Inneren Bayerischen Wald sehr selten. Auch in alten Abschusslisten sind Erlegungen nur in geringem Umfang verzeichnet. In den letzten 20 Jahren haben sich die Tiere auch hier stark vermehrt und sind inzwischen ein fester Bestandteil der Nationalparkfauna geworden. Mit dem weiter vorrückenden Maisanbau und der Etablierung der Kirrjagd wurde dabei nicht nur das Vermehrungs- 142

12 potential der Wildschweine in dieser Region erhöht. Ausbleibende natürliche Verluste in milden Wintern haben dazu geführt, dass Wildschweine heute nach milden Wintern und Buchenmast im Nationalpark auf ganzer Fläche in großen, allerdings auch stark schwankenden Dichten ganzjährig anzutreffen sind. Zur Abwehr von nicht hinnehmbaren Schäden an landwirtschaftlichen Grundstücken innerhalb und am Rande des Nationalparks wird der Schwarzwildbestand in Phasen hoher Dichte mit gezielten Eingriffen lokal abgesenkt. Obwohl Wildschweine im Rahmen des Einzelansitzes auf Rothirsch und Reh mit erlegt werden, ist dieser Effekt gering. Daher wurden Saufänge errichtet, die im Bedarfsfall (Wildschadensfälle im Umfeld) in Betrieb genommen werden. In den letzten Jahren wurden entsprechend der jeweiligen Gefährdungssituation für landwirtschaftliche Flächen in den Enklaven im Gesamtnationalpark zwischen 10 und 170 Wildschweine pro Jahr erlegt (siehe Abb. 5), etwa 55% davon im Saufang. Zur Schadensprävention werden zeitlich befristet auch Elektrozäune an landwirtschaftlichen Flächen eingesetzt Rachel-Lus en-gebiet Falkens tein-rachel-gebiet Stück Schwarzwild / 100 h / / / / / / / / / / /00 J agdjahr 2000/ / / / / / / / /09 Abb. 5: Entwicklung der Abschusszahlen beim Schwarzwild (relativ = pro 100 ha) von Luchs Seit Ende der 80er Jahre ist der Luchs in den Nationalpark Bayerischer Wald zurückgekehrt. Die Tiere stammen aus einer Wiederansiedlung auf dem Gebiet des heutigen Nationalparks Šumava, in der zwischen 1982 und 1987 insgesamt 17 Luchse aus den Karpaten freigelassen wurden. Das Luchsvorkommen im ostbayerischen Raum ist seit Mitte der 90er Jahre stabil, bewegt sich aber auf einem sehr niedrigen Niveau. Obwohl der Luchs eine hohe Akzeptanz in breiten Bevölkerungsschichten genießt, birgt die Rückkehr dieses Beutegreifers auch Kon iktpotenzial mit Jägern und Nutztierhaltern. Die Auswertung von Rissfunden und Kotproben im Bayerischen Wald ergab einen Anteil von 83% Rehen und 11% Rothirschen an der Luchsbeute. Da das Reh auch das wichtigste Jagdwild in den Revieren außerhalb des Rotwildgebietes ist, steht der Luchs in direkter 143

13 Konkurrenz zum menschlichen Jäger. Diese wird noch dadurch verschärft, dass schon die bloße Anwesenheit des Luchses nach Einschätzung vieler Jäger dazu führt, dass Rehe sich heimlicher verhalten. Aus diesem Grund stellt die Frage nach Einbeziehung des Luchses in die behördliche Reh-Abschussplanung einen zentralen Kon iktpunkt dar. Informationen über den Ein uss des Luchses auf seine Beutetierbestände sind deshalb von großem praktischen Nutzen und von zentraler Bedeutung für seine Akzeptanz bei den Landnutzern und damit den Fortbestand der ostbayerisch-böhmischen Population. Deshalb beschäftigt sich ein Forschungsprojekt mit dem Ein uss des Luchses auf seine Beutetiere. Gleichzeitig wird eine intensive Öffentlichkeitsarbeit betrieben, um die Akzeptanz für den Luchs in der Region zu erhöhen. Weitere Informationen über das grenzüberschreitende Projekt nden sich unter Wolf Immer wieder gibt es Hinweise auf Wölfe im Greater Bohemian Forest Ecosystem. Vermutlich handelt es sich um einzelne Tiere auf Wanderschaft. Hinweise auf das Vorkommen mehrerer Tiere oder auf eine erfolgreiche Reproduktion liegen bislang noch nicht vor. Aufgrund seines großen Migrationspotenzials ist zu erwarten, dass immer wieder einzelne Tiere aus benachbarten Populationen zuwandern. Hierfür kommen insbesondere die Populationen im Osten Tschechiens und in der Slowakei bzw. in Sachsen in Betracht. Insbesondere die Population in Sachsen ist in den letzten Jahren kontinuierlich angewachsen. Der Wolf ist die Schlüsselart für weitgehend vom Menschen unbeein usste Wald-Wild-Prädator-Systeme und damit notwendig für ein vollständiges Ökosystem, in dem natürlichen Räuber-Beute-Beziehungen eine große Bedeutung zukommt. Allerdings ist die Akzeptanz für den Wolf in weiten Teilen der lokalen Bevölkerung ausgesprochen gering. Deshalb und aufgrund des Managementplanes für den Wolf in Bayern ist eine aktive Wiederansiedlung nicht möglich. Ziel der Nationalparkverwaltung ist es, die Akzeptanz des Wolfes zu verbessern, um dadurch bessere Rahmenbedingungen für eine Rückkehr durch natürliche Zuwanderung zu schaffen. Gleichzeitig werden alle Hinweise auf Wolfsanwesenheit im Gebiet durch geschulte Fachleute überprüft und ein Netzwerk von kundigen Personen aufgebaut, die im Kon iktfall als Ansprechpartner vor Ort agieren können. 6. Entwicklungsperspektiven für das Wildtiermanagement Das Wildtiermanagement im Nationalpark Bayerischer Wald wurde die letzten 40 Jahre immer wieder an geänderte Erfordernisse, aber auch an einen geänderten Wissensstand angepasst. So musste auf die Ausbreitung der Wildschweine und die Rückkehr der Luchse reagiert und auch der auf der Tradition der jagdlichen Hege basierende Umgang mit dem Rothirsch überdacht werden. Auch in den nächsten Jahren ergeben sich neue Herausforderungen. Hierzu gehören die Rückkehr des Wolfes und die damit verbundenen Änderungen im Ökosystem. Auch hat sich die Betrachtungsweise der Wildtiere in Ökosystemen dramatisch verändert. Wurden sie in den 70er Jahren noch als Luxusgeschöpfe der Evolution bezeichnet, die keinen Ein uss auf die natürlichen Prozesse 144

14 haben, so werden sie heute als Schlüsselelemente in Ökosystemen angesehen. Deshalb ist es notwendig, die menschlichen Eingriffe in die Ökosysteme des Nationalparks soweit als möglich zu minimieren, bzw. Randeffekte abzumildern. Dafür sollen in den nächsten Jahren vor allem die folgenden Maßnahmen umgesetzt werden: Verstärkte Förderung der Akzeptanz von Wildtieren Schlüsselelement für das Gelingen sämtlicher über die Schutzgebietsgrenzen hinausreichenden Verbesserungen im Umgang mit Wildtieren ist eine ausreichende Akzeptanz bei den betroffenen Interessensgruppen. Im Sinne eines ecosystem approach muss die lokale Bevölkerung in entsprechende Projekte eingebunden werden. Oftmals steht bei der Bewertung des Vorkommens von Wildtieren das von ihnen ausgehende Schadenspotential an forst- und landwirtschaftlichen Flächen und Erzeugnissen im Vordergrund. Neben der üblichen Aufklärung und Information auf der Sachebene ( Was man nicht kennt, schützt man nicht. ) gilt es auch diese emotionale innere Haltung zu verändern: Um das anthropozentrische Nützlich-schädlich -Denken abzulösen durch eine den Eigenwert der Natur achtende, nachhaltige Einstellung ist vielmehr der Leitsatz Was man nicht schätzt, schützt man nicht zum Credo einer sensitiven und langfristig ausgerichteten Akzeptanzarbeit zu erheben. Verringerung der Fläche mit Schalenwildregulierung im Falkenstein-Rachel-Gebiet Um das Ziel zu erreichen, dass auf 75% der Nationalpark äche keine Schalenwildregulierung statt ndet, muss in den nächsten Jahren die Regulierungs äche im Falkenstein- Rachel-Gebiet auf den Randbereich zurückgeführt werden. Dafür ist eine Vergrößerung der Jagdruhezone um etwa 2000 ha notwendig. Als ankierende Maßnahme ist dazu auch die Verlagerung von Managementmaßnahmen in die benachbarten Jagdreviere anzustreben. Weitere Reduktion des Rehwildabschusses Sofern sich der Luchsbestand in der Nationalparkregion festigt und soweit die Verbissbelastung der Waldverjüngung v. a. in den angrenzenden Revieren dies zulässt, können Umfang und Fläche des Rehwildabschusses weiter verringert werden. Zur Frage, ob die Regulierung von Rehwild im Nationalpark vollständig eingestellt werden kann, soll das aktuelle Telemetrie-Projekt zur Erforschung des Ein usses des Luchses auf seine Beutetiere Antworten liefern. Einstellen des Einzelabschusses von Schwarzwild Der Einzelabschuss von Schwarzwild im Rahmen der Reh- und Rotwildregulierung stellt zum einen eine Störung des natürlichen Verhaltens dar und fördert die Scheu vor dem Menschen, zum anderen ist er aber auch wenig effektiv. Im Hinblick auf die Nationalparkzielsetzung sollte daher auf den Einzelabschuss von Wildschweinen im Nationalpark mittelfristig verzichtet werden. 145

15 Überprüfen des Rothirschmanagements Wenngleich die Wintergatterkonzeption im Nationalpark auch gewisse Vorteile hat (große Akzeptanz im Nationalparkumfeld, gute Beobachtbarkeit der Tiere für Umweltbildungsmaßnahmen, Zugriff auf die Tiere für Forschungszwecke wie Be-/Entsenderung), so stellt sie in Verbindung mit künstlicher Fütterung aber einen schwerwiegenden Eingriff in die natürlichen Verhaltensweisen des Rothirsches, seine Lebensraumnutzung und seine Populationsentwicklung dar, welcher nicht mit der Nationalparkzielsetzung vereinbar ist. Darüber hinaus wären die Wintergatter im Falle der Rückkehr von Wölfen hinfällig, da sie entweder dem Wolf den Zugang zu seiner Hauptbeute verwehren oder aber dem Rotwild keine hinreichenden Fluchtmöglichkeiten einräumen, wenn Wölfe in die Gatter eindringen sollten. Als erste Schritte weg von der Wintergatterlösung könnte man die Population, die außerhalb der Gatter überwintert, langsam anwachsen lassen und ihr Raumnutzungsverhalten untersuchen. Parallel dazu ist es notwendig, im Zuge einer Habitatanalyse hinsichtlich Wildschadensdisposition, Besitzverhältnissen, anthropogener Störung, Nahrungsangebot und Waldstruktur geeignete Winterlebensräume zu nden. Vor allem jedoch müssen Grundbesitzer und Jäger von der Machbarkeit und den Vorzügen eines geänderten Rotwildmanagements überzeugt werden. Aufbau eines grenzüberschreitenden Wildtiermonitorings Eine Herausforderung für die nächsten Jahre ist es, ein weiteres Zusammenwachsen der Nationalparkverwaltungen Bayerischer Wald und Šumava im Wildtiermonitoring und im Wildtiermanagement zu erreichen. Ziel ist der Aufbau eines Grenzen überschreitenden Wildtiermonitoringsystems, das einheitliche Informationen über den gesamten Nationalpark zur Verfügung stellt. Darüber hinaus sollte auch ein abgestimmtes Wildtiermanagement angestrebt werden, das auf dem gemeinsamen Informationsstand basierend einen grenzüberschreitend einheitlichen Umgang mit Wildtieren sicherstellt. Anschrift des Verfassers: DR. MARCO HEURICH Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald Freyunger Straße 2, Grafenau 146

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